Was ist emotionale Gesundheit?

Der Psychiater Dr. Charles Konia über den Kern der Orgonomie:

Was ist emotionale Gesundheit?

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13 Antworten to “Was ist emotionale Gesundheit?”

  1. Peter Nasselstein Says:

    Dr. Konia hat seinen Beitrag korrigiert bzw. erweitert!

  2. Robert (Berlin) Says:

    Konia meint, Freude würde zu Liebe gehören. Das wäre dann eine erweiterte Definition von Liebe, wie es C.G.Jung getan hat.

    • Peter Nasselstein Says:

      „Konia meint, Freude würde zu Liebe gehören.“ Macht keinen Sinn! Meinst du: „Konia meint, Lust und Liebe seien ein und dasselbe“? Und das hätte ausgerechnet Jung behauptet? Ich komme nicht mit!

      • Robert (Berlin) Says:

        Also von vorn.
        Ich fragte auf seinen Blog:
        “There are five basic emotions: Love, Fear, Rage, Sadness and Longing.”
        And what about Pleasure? Is this feeling a part of Love?

        Konia: Yes

        Während Freud die Libido rein sexuell an sah, hatte Jung sie erweitert als allgemeine Kraft. Analog dazu sehe ich es als eine Erweiterung der Liebe an, wenn Freude (Pleasure) dazu gezählt wird.
        Vorausgesetzt, Konia setzt die Freudsche Libido gleich Liebe.

  3. Claus Says:

    Sehe ich Folgendes richtig?
    Was Reich von allen linken Freiheitskrämern (Marcuse, Fromm sind typisch) unterscheidet, ist:
    Es gibt Gesundheit und Krankheit (zumindest als gegensätzliche Pole). Therapie hat ein Ziel, das nicht der Klient bestimmt (hier der Gegensatz zu dem klientenzentrierten Kram), sondern: Der Klient stellt sich unter ein Diktat. Gesundheit ist ihm wichtiger als die Marotten seiner Neurose, die seine Wünsche bestimmen (das erkennt er an, wenn er das therapeutische Ziel teilt).
    Das ist sehr einfach (für den Intellektuellen natürlich ganz lächerlich). Und wissenschaftlich ist nun relevant, ob man das Gesundheitskriterium rechtfertigen kann.

    • Peter Nasselstein Says:

      Ich würde das anders ausdrücken: Fromm, Marcuse, etc. haben eine kulturalistische Vorstellung von dem, was Therapie oder ganz allgemein „Umgestaltung“ hervorbringen kann oder soll. Das impliziert, daß sie bei allem hohlen Freiheitspathos die Falle („Kultur = Über-Ich“) gar nicht verlassen wollen.

      Das bedeutet im Umkehrschuß nicht, daß Reich eine „biologistische“ Vorstellung hat, denn offensichtlich ist der Mensch ohne Kultur undenkbar und niemand will „zurück zu den Affen“. Reich will schlicht, daß der Mensch Abstand nehmen und wählen kann. Konkretes Beispiel: Bewußtmachen der Atemsperre –> kein Mensch will mit dieser Sperre dahinbvegetieren –> bei guter Therapie wird der Patient einen neuen Halt in der autonomen Atmung finden, ein besseres Körpergefühl entwickeln, erstmals wirklich FÜHLEN –> er wird selbst „autonom“ und unabhängig und kann das von der Kultur annehmen, was ihm gemäß ist und dazu beitragen langsam eine neue Kultur zu errichten.

      Man kann nicht sagen, daß das Ziel der Therapie nicht vom Patienten bestimmt wird – oder das es vom Patienten bestimmt wird. Wenn ich mich nämlich von mir selbst distanziere, dann wähle nicht mehr ich das Ziel, – aber auch ein anderer wählt nicht das Ziel.

      Die Autonomie, die ich gewinne, bedeutet nicht, daß ich meinen „tierischen Impulsen“, meinen genetisch programmierten Instinkten blind folge, sondern meinen bioenergetischen Funktionen.

      Das ganze ist weder kulturalistisch (wobei die unverzichtbare Rolle der Kultur gar nicht geleugnet wird), noch biologistisch (wobei der Menschenaffe Homo sapiens selbstredend auch nicht geleugnet wird – es lebe die Verhaltensforschung!), sondern bioenergetisch. Letztendlich geht es um orgastische Potenz.

      Ich will mich hier nicht spreizen, aber ich fürchte, wir reden aneinander vorbei, wenn ich auf deine Frage direkt eingegagen wäre.

      • Claus Says:

        „daß der Mensch Abstand nehmen und wählen kann“
        OK, du glaubst an sowas wie ‚Willensfreiheit‘. Ich nehme an, dass ein Abstand eintreten kann, was dazu führen kann, dass man die Dinge anders sieht. Von einer Wahl würde ich da nicht sprechen; der Grund würde jetzt zu weit führen …

      • Peter Nasselstein Says:

        Weiß nicht. „Glaube“ einfach an die Charakteranalyse und das Innehalten, etwa wenn man gefragt wird, warum man grinst oder die Schultern hochgezogen hat, etc. Man wacht auf aus einem Automatismus und gewinnt Handlungsoptionen zurück.

      • Claus Says:

        Meine Schwierigkeit ist immer (daher der ‚Gelaber‘-Eindruck):
        „autonom“, „unabhängig“, „von mir distanziere“, „tierische Impulse“, u.a. sind sehr assoziationsreiche, aber dennoch ungeklärte Ausdrücke. Niemand (ob an ‚Willensfreiheit‘ glaubend oder nicht) leugnet, dass man etwas gegen seinen Willen und anderes im Einklang mit seinem Willen tut; und dass man sich als in gewissem Maße frei erlebt. Aber was das heißt, bleibt wieder unklar.

        „Bewußtmachen der Atemsperre –> kein Mensch will mit dieser Sperre dahinvegetieren –> bei guter Therapie wird der Patient einen neuen Halt in der autonomen Atmung finden, ein besseres Körpergefühl entwickeln, erstmals wirklich FÜHLEN –> er wird selbst ‚autonom‘ und unabhängig und kann das von der Kultur annehmen, was ihm gemäß ist“ Das lässt sich einfach so verstehen, dass er das bisherige Atmen als begrenzt erlebt, anderes als weniger begrenzt, und zunehmend in der Lage ist, sich nicht einzugrenzen.
        „Wenn ich mich nämlich von mir selbst distanziere, dann wähle nicht mehr ich das Ziel, – aber auch ein anderer wählt nicht das Ziel.“ Sofern es Handeln ist, wird etwas angepeilt; vom Therapeuten aus muss das jeweils schon um einiges konkreter sein als vom Patienten aus.

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