Bohemian Grove und die Massen

Mit den Erfolgen von Trump und Sanders in den USA beginnt eine neue Epoche, in der die Elite, die sich etwa in den USA jährlich im Bohemian Grove trifft, ihre Konsensfindung nicht mehr der Bevölkerung unterjubeln kann. Beispielsweise hatte der ultrakonservative Isolationist Robert Taft 1952 die Vorwahlen gewonnen, doch die Parteielite der Republikaner, die auch die Medien kontrollierte, drückte den Amerikanern Eisenhower auf. Heute wären solche Machenschaften dank des Internets undenkbar. Ohne Internet wäre statt Trump wahrscheinlich Jeb Bush der Präsidentschaftsanwärter.

Man kann die positive Rolle des Internets gar nicht überbewerten, wobei es nicht mal darum geht, daß sich die Leute direkt über unabhängige Medien informieren, sondern es ist den offiziellen Medin mangels Monopol praktisch unmöglich geworden, einen vorgeblichen „gesellschaftlichen Konsens“ herzustellen (damals war es „Ike“, heute wäre es „Jeb“), der in Wahrheit der Konsens der Teilnehmer des Sommercamps Bohemian Grove ist.

Man kann Leute wie Alex Jones gar nicht genug danken, daß sie das Machtmonopol aufgebrochen und der Demokratie den Weg geöffnet haben. Gleichzeitig fängt hier jedoch ein genauso gewichtiges Problem an, das mich frappant an Hitler und seine Zeit erinnert. Wenn man das Netz durchforstet, insbesondere YouTube, wird man auf jene stoßen, die ganz überrascht sind, wie treffend doch Hitlers Analysen gewesen seien und wie gut er die Machenschaften der „Herrscher dieser Welt“ durchschaut habe. Bei Alex Jones wird aus Bohemian Grove plötzlich eine Verschwörung mit allem Drum und Drann: Luzifer wird angebetet, Kinder geopfert und die „Globalisten“ planen, wie sie den Planeten lückenlos unterwerfen können. Ein Schritt weiter und wir sind bei Heinrich Himmler, der wortwörtlich an eine „jüdische Weltverschwörung“ glaubte, d.h. daß die Herrscher des Westens und der Sowjetunion direkt von dem gesteuert werden, was heute „die Zionisten“ genannt wird. Dem schieren Wahnsinn ist Tür und Tor geöffnet. Und keiner sieht, daß genau aus diesem Grunde Wahlmänner und Abgeordnete (statt „direkter Demokratie“), Verfassungen und schließlich auch Institutionen wie Bohemian Grove eingeführt wurden: um der Unvernunft der Massen einen Riegel vorzuschieben. Dialektik!

Schaut man genauer hin, lösen sich die krankhaften Phantasmen und Sensationalismen eines Alex Jones in nichts auf, was aber in keinster Weise mein obiges Lob für ihn einschränkt!

Funktionierende Staaten sind ein ewiger Kampf gegen den Wahnsinn. Beispielsweise muß, genauso wie in den 1930/40er Jahren alles getan werden, um eine wahnsinnig gewordene Elite zu beseitigen („Hitlerismus“, „Merkelismus“), genauso wie zuvor die Elite vollkommen im Recht war, den demokratischen Wahnsinn der Massen zu stoppen. Man denke nur an den „NATO-Doppelbeschluß“, der ein entscheidendes Element bei der Vernichtung der sowjetischen Pest war. Nicht auszudenken, die von den Massen getragene „Friedensbewegung“ hätte sich durchgesetzt!

Ich bin immer wieder entsetzt, wenn ich Leserbriefe und insbesondere Leserkommentare im Internet lese. Wie soll Demokratie funktionieren, wenn die Massen derartig irrational denken? Man nehme etwa folgenden Leserkommentar unter einem Bericht über einen Überfall auf ein Pariser Bistro, bei dem zwei Jugendliche mit einer Kalaschnikow erschossen wurden:

Die Gewalt wird zunehmen und der Mensch wird sich selbst eliminieren. Die Mächtigen haben nicht gelernt den Armen ihr Brot zu lassen, für Jobs und Bildung zu sorgen. Europa sperrt die Welt aus. Amerika führt ungerechte Kriege. Individuen werden immer gewaltbereiter.

Ein typisches Beispiel für das übliche mechano-mystische Denken in den Massen über gesellschaftspolitische Belange. Generell ist immer das Gegenteil wahr: Die Bandenkriminalität entsteht nicht, weil Europa eine Festung ist, sondern weil es von Barbaren überrannt wird. Sie entsteht nicht, weil die Reichen den Armen das Brot nehmen, sondern ganz im Gegenteil, weil der Sozialstaat die Unterschichten asozial macht. Die Massen sollen gefälligst selbst für „Jobs und Bildung“ sorgen! Oder sind es Kinder? Jedenfalls werden sie so behandelt! Amerika führt keine „ungerechten Kriege“, sondern bewahrt ganz im Gegenteil den Planeten davor in blutiger Anarchie zu versinken.

Warum denken die Massen fast durchweg „verkehrt herum“? Weil sie erstens mystisch davon ausgehen, irgendeine „Zentrale“ (das Gehirn) bestimme nach festen Plänen das Weltgeschehen (der „Überbau“ bestimmt den „Unterbau“) und weil sie zweitens mechanistisch davon ausgehen, daß die Gesellschaft so funktioniert, wie Marx sie beschrieben hat (der „Unterbau“ bestimmt den „Überbau“). So haben die Nationalsozialisten gedacht, so haben den Sowjets gedacht und so denken all die Kleinen Männer, die die Kommentarspalten in Internetforen füllen.

Die mehr denn je nationalsozialistisch durchseuchten Massen denken wie folgt: Spontane Aufstände? Es stecken stets dunkle Machenschaften dahinter! (Meist der Juuuuden.) Streben nach Freiheit und Menschenwürde? Nein, es geht immer um die Interessen des Kapitals! (Genauer gesagt des jüüüüdischen Finanzkapitals!)

Wenn man das rechte Gespür dafür hat, kann man das Ungelenke, Boshafte und Niederträchtige in derartigen Leserkommentaren geradezu physisch spüren! Auf intellektuell höherer Ebene findet man das gleiche in den unerträglichen Ergüssen eines Horst Mahler oder eines Oskar Lafontaine.

Selbst das mit den Individuen, die immer gewaltbereiter werden, stimmt nicht. Das Gegenteil ist der Fall: Firmen beklagen, daß es dem Führungskräfte-Nachwuchs, der aus den Universitäten kommt, zunehmend an „Biß“ fehlt. Immer wieder schockieren Berichte, in denen sich deutsche Jugendliche von zahlenmäßig unterlegenen Türken, Arabern, etc. einschüchtern, beleidigen, bespucken, schlagen lassen, ohne die geringste Gegenwehr. Mädchen und Frauen werden angegriffen, ohne daß ein „Mann“ auch nur einen Finger krümmt. Während Randgruppen tatsächlich immer gewalttätiger werden, „verschwuchteln“ weite Kreise unserer friedenserzogenen Bevölkerung zusehends. Etwa männliche Jugendliche, die als Hobbys allen Ernstes „Musik und Mode“ angeben!

Das Fortschreiten der Dekadenz sieht man beispielsweise auch daran, daß darauf beharrt wird, alle unterschiedlichen „Diskurse“ seien prinzipiell gleichberechtigt. Das ist natürlich die „Postmoderne“. Man kann sie auf die Trennung der beiden Grunddiskurse „Sein“ und „Sollen“ herunterdestillieren. So läßt sich die Postmoderne auf den Allgemeinplatz reduzieren: „Aus einem Sein läßt sich kein Sollen ableiten!“ Aber genau diesen Satz hat Reich stets bekämpft.

Irgendwann fällt in derartigen Diskussionen der Begriff „strukturelle Gewalt“. Interessanterweise wird er meist dort angewendet, wo den Menschen nicht ein Plus, sondern ein Minus an Gewalt („direkter Gewalt“) widerfährt, bzw. dort wo alte einschränkende Strukturen wegfallen. Er dient einzig dem Ziel Freiheit und Demokratie zu diskreditieren.

Genausowenig wie es eine „strukturelle Gewalt“ gibt, gibt es eine „Gewalt gegen Sachen“: es ist immer Gewalt gegen jene Menschen, die von diesen „zusätzlichen Organen“ abhängig sind. Da besteht (etwas übertrieben ausgedrückt) kein Unterschied etwa zwischen dem Fortbewegungsmittel Bein und dem Fortbewegungsmittel Auto.

Menschen, die eine derartige Begrifflichkeit verwenden, offenbaren damit ihr lebensfremdes, mechano-mystisches Denken. Mehr: sie können nicht nur nicht in Funktionen denken, sondern unterstützen aktiv die Zerstörung aller funktionellen Zusammenhänge.

Natürlich kann man stets aufs falsche Pferd setzen. Beispielsweise hatte ich mich vor fünf Jahren voll und ganz mit den Eliten identifiziert und war schockiert über die fehlende Solidarität der Massen mit den Demokratie-Bewegungen in Arabien und die (zum Teil ganz und gar nicht klammheimliche) Solidarität mit den arabischen Diktatoren. Das erinnerte mich fatal an die eher gedämpften Reaktionen auf den Zusammenbruch des Realsozialismus und die damaligen „Enthüllungen“ etwa über die Unterstützung von Solidarność durch das CIA und den Vatikan: wirklich schockierend…

Daß man für Freiheit und Demokratie aktiv eintreten muß und daß „Frieden“ solange Illusion bleiben wird, solange es Diktatoren gibt, die sich durch einen ständigen Krieg gegen das eigene Volk an der Macht halten, scheint diesen „Kommentatoren“ vollkommen fremd zu sein. Tatsächlich scheint durch ihren abgeklärten Zynismus nur eins durch: sie haben Angst vor der Freiheit und stellen sich deshalb instinktiv auf die Seite von Gaddafi, Assad und den anderen sozialistischen Mördern. Sozialdemokraten unter sich!

In der Rückschau haben die Leute, die mich damals so sehr genervt hatten, natürlich weitgehend recht behalten. Die Eliten bauen manchmal unfaßbaren Mist. Was haben die USA im Mittleren Osten erreicht? Destabilisierung, indirekt sogar Europas, eine Stärkung des Iran und vor allem: das Öl beuten andere aus.

Mich regte auf, daß diese Leute immer mit Modju fühlen, nie mit seinen Opfern. Beispielsweise beklagte der friedensbewegte Psychologe Prof. Klaus-Eberhard Richter die „demütigende Behandlung“ Saddam Husseins! Immer wieder mahnte er, die islamische Welt doch nicht zu provozieren. Henryk M. Broder antwortete darauf:

So wie es auch der Psychoanalytiker Horst-Eberhard Richter geraten hatte: „Der Westen sollte alle Provokationen unterlassen, die Gefühle von Erniedrigung und Demütigung hervorrufen…“ Wobei Richter offen ließ, ob „der Westen“ auch das Tragen von Miniröcken, den Genuß von Schweinefleisch und die Legalisierung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften unterlassen sollte, um keine Gefühle von Erniedrigung und Demütigung in der islamischen Welt hervorzurufen.

Ich kann mich noch gut erinnern, wie Richter 20 Jahre zuvor mahnte, „der Westen“ solle es angesichts des Sieges im Kalten Krieg doch bitte unterlassen Triumphgefühle aufkommen zu lassen und dergestalt die Russen zu „demütigen“!

Meines Erachtens zeigt dies nur, daß Richter sich immer mit jenen Kräften in Harmonie befand, die das Lebendige niederhalten, einschränken und ersticken. Er war die personifizierte Panzerung. „Ethik“ auf zwei Beinen!

Ende April 2003 erklärte Richter die Implosion der sogenannten „Friedensbewegung“ nach dem Irak-Krieg wie folgt: sie wolle einfach nur mal eine Pause einlegen, weil „viele nichts mehr von Bomben und verletzten Kindern hören und sehen“ wollen. Am folgenden Tag kommentierte Die Welt sehr passend:

Feine Friedensfreunde – mach mal Pause vom Elend! So zeigt sich der intellektuelle Bankrott der Bewegung noch im Versuch, ihr Versagen zu beschönigen.

Es geht Leuten wie Herrn Richter gar nicht um die Sache, sondern schlicht um das Ausleben ihrer emotionalen Bedürfnisse. Sie geben ihrer charakterlichen Struktur Ausdruck! Leute wie er sind einfach nur gruselig.

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31 Antworten to “Bohemian Grove und die Massen”

  1. Robert (Berlin) Says:

    Welche Beweise soll es dafür geben, dass die Aufständischen Demokraten sind? In Ägypten werden durch diese „Demokraten“ Christen massakriert. Bei Wahlen würden in Ägypten die Muslimbrüder die Mehrheit kriegen – also ein Gottesstaat a la Iran bzw. Ex-Afghanistan.

    Amerika führt keine „ungerechten Kriege“, sondern bewahrt ganz im Gegenteil den Planeten davor in blutiger Anarchie zu versinken.

    Schön, dass diese Friedensstifter die ganze Welt mit Uran-Munition radioaktiv verseuchen. Sogar in Libyen sollen sie Uranmunition anwenden. Was haben denn die Befreiten davon, wenn ihre Kinder kaum Lebensfähig zur Welt kommen?

  2. Robert (Berlin) Says:

    Historikerin Bat Ye’or zur “Revolution” in Ägypten

    “Die Muslimbruderschaft wird nicht den Islam modernisieren, sie wird die Moderne islamisieren”, sagt die in Ägypten als Jüdin geborene berühmte Autorin und Historikerin Bat Ye’or in einem Interview mit dem norwegischen Blog document.no, das wir nachfolgend in deutscher Übersetzung veröffentlichen. Darin vergleicht die 77-Jährige die Ereignisse in ihrem Geburtsland mit denen der Revolution im Iran 1979.

    http://www.pi-news.net/2011/03/historikerin-bat-yeor-zur-revolution-in-agypten/

  3. Peter Nasselstein Says:

    Gewalt und „Keine Gewalt!“

    http://www.donaufalter-zeitung.de/friends/parser.php?artikel=251

  4. O. Says:

    http://www.donaufalter-zeitung.de/friends/parser.php?artikel=251

    Beim Vorfall in Berlin kochen schon mal die Emotionen hoch, insbesondere wenn es heißt, dass die Polizei diese Täter wieder auf freien Fuss läßt, weil „keine Fluchtgefahr“ besteht. Aber das hier eine klare „Tötungsgefahr“ besteht – Gefährdung der Öffentlichkeit – dass die wieder einen umbringen wollen, das wird nicht gesehen? Was ist da los? Wenn die frei kommen, dann nur unter Angaben der Personalien mit Foto, bitte!

    Ansonsten wieder in der Presse die dümmlichen Fragen, was Psychologen und Sozialpädagogen dazu sagen. Die Antwort ist klar, wer die nicht richtig bezahlt und keine geregelte Arbeit anbietet, bekommt nur das, was er (unter-) bezahlt hat. Und wer meint er hätte die letzten 20 Jahre auf dem Gebiet besser mal gespart und die Haushalte der Jugendämter für Hilfen jährlich reduziert, der hat hierfür die Verantwortung zu tragen und sollte als Mittäter gleich die Hälfte der Strafe eines jeden Täters mittragen. (Das wird natürlich nicht passieren …) Sozialpädagogen und Psychologen haben, wenn sie Mut hatten, nämlich genau das vorausgesagt (natürlich hört da keiner zu). Und die Schraube der Gewalt wird nicht durch weitere Untätigkeit zurückgeschraubt.
    Und natürlich müssen da alle jetzt gemeinsam was machen, doch der Wille scheint zu fehlen, von daher darf man sich wünschen, es trifft ein paar Promikids – aber die fahren ja leider zu wenig U-Bahn.

    Da kann man nur zynisch werden. Und die Regierung – wer auch immer dran war, hat es vermasselt, indem sie das Geld in Panzer gesteckt hat, statt in die Pädagogik. Der Etat für die Jugendarbeit müsste sofort verzehnfacht werden (die Gehälter müssen mindestens verdoppelt werden und rückwirkend darf pro Jahr eine Bonuszahlung von 5.000 € gezahlt werden, steuerfrei; erst dann würde man einenn Willen erkennen, einmal etwas zu tun, was nicht nur auf dem Rücken der Pädagogen etc. ausgetragen wird.) Wer hier gespart hat, hat den sozialen Sprengstoff gelegt.
    Ungeachtet davon sind die Täter, wie in der U-Bahn, Kriminelle und die lernen nichts mehr dazu bis sie älter sind. Also Wegsperren ist die Therapie und dann Arbeit geben , wenn sie sich wieder integrieren können. Wenn nicht: „Therapie“ wiederholen …

    Und es muss nicht extra betont werden, dass sich um die Kinder/Schüler in den Schulen gekümmert werden muss und das reine „Bildungsangebot“ nicht ausreicht. Das Klima der Gewalt entsteht in den Schulen und den „Sozialräumen“.

    ____________________________

    Helmut Schmidt (SPD) soll diese Entwicklung („Revolutionen“ in den arabischen/ afrikanischen Staaten von ca. 2010 bis 2015) schon zu seiner Amtszeit in und nach einem Interview (oder Rede) vorausgesagt haben. Woher er das wisse?
    Das habe er sich einfach ausgerechnet, wenn er die Aktiengeschäfte der Waffenindustrie anschaut. Die Aktionäre dieser Firmen sind Schuld, ohne die diese, hätten die Waffen produziert werden können.
    (Dieser Hinweis ist kein Originalton, vielleicht findet man ja eine Dokumentation im Netz dazu)
    Wenn ich mich nicht irre, hat er auch die Bankenkrise vorhergesagt …

    ____________________________

    Nun, ob es eine demokratische Revolution ist, kann man aus der Beobachterperspektive wohl nicht feststellen. Der Aufstand der Massen ist dennoch zu begrüßen und zu untersützen. Eine gesellschaftliche Veränderung findet schrittweise statt und ist nicht in Kürze zu erwarten.
    Das unsere Regierung – demokratisch – sich so schwer tut hier sich solidarisch zu zeigen und lieber mit den Diktatoren verhandelte, sollte zu denken geben, was von ihr zu halten ist. Ob ein Regime oder eine Demokratie/-ur gestürzt wird, bleibt im Ablauf wohl gleich, man wird sich dem Militär und der Polizei gegenüberstehen. Und das Zögern der anderen Regierungen kann auf den Verlauf entscheidend sein, ob es zum Bürgerkrieg kommt oder nicht.

    Und wie Robert erinnert, wer mit Uranmunition und Atombomben um sich schmeisst, kann sich nicht als „Befreier“ aufspielen, sondern liegt moralisch auf einer Ebene mit denen, die die Atombombe erfinden und bauen wollten.

    Es muss endlich Schluss sein mit biologischen, chemischen und nuklearen Waffen und ihrer Verseuchung! Wenn das US-Militär nicht in der Lage ist, dies einzuhalten, kann es eben nicht mehr eingesetzt werden, bezahlen werden wir Deutsche ohnehin wieder den Einsatz, ob wir es wollen oder nicht. (siehe Irak-Kriege)

  5. Manuel Says:

    Ist euch denn garnicht aufgefallen, daß der „Propaganda-Forscher“ eine GRÜNE Weste trägt… in Wirklichkeit will auch er Gaddafis Botschaft in euer Unterbewußtsein tragen! 😉

  6. David Says:

    Gewalt … entsteht nicht, weil die Reichen den Armen das Brot nehmen, sondern ganz im Gegenteil, weil der Sozialstaat die Unterschichten asozial macht. Die Massen sollen gefälligst selbst für „Jobs und Bildung“ sorgen!

    Also: PRWORA – Geldhahn zu – Die Massen sollen selbst für „Jobs und Bildung“ sorgen!

    Wie sollen sie das denn machen? Überall, insbesondere in Deutschland, sind Hindernisse, infolge derer beispielsweise die Tätigkeit von „Social Entrepreneurs“ schwierig oder unmöglich gemacht wird! Und infolge derer „die Massen“ außer Stütze kassieren und Klein-Kriminalität begehen nicht viel machen können.

    „Social Entrepreneurs“ wie beispielsweise in der Cidade de Deus (engl. City of God) bei Rio de Janeiro. Die aus dem gleichnamigen Spielfilm bekannte Elends-Siedlung existiert wirklich, und dort lebt ein junger Social Entrepreneur, der jungen Menschen Computerkenntnisse beibringt.

    Wie sollen „die Massen“ das denn machen, wenn zwar der Geldhahn zugedreht wird, gleichzeitig aber die durch Institutionen bedingte Hindernisse nicht abgebaut werden?

    Immer wieder schockieren Berichte, in denen sich deutsche Jugendliche von zahlenmäßig unterlegenen Türken, Arabern, etc. einschüchtern, beleidigen, bespucken, schlagen lassen, ohne die geringste Gegenwehr.

    Diese deutschen Jugendlichen verhalten sich bestimmt von Angst, genau wie die Richter in dem von Nourig Apfeld berichteten Fall eines Ehrenmords und dem Prozess zu dem es lange Zeit später kam. Gesteuert von Angst, so sehe ich es, urteilten die Richter genau so wie der Familienclan das wollte.

    Natürlich wollte der Familienclan überhaupt keine Ermittlungen und kein Strafverfahren; nachdem solches jedoch nicht mehr zu verhindern war, wollte der Familienclan, dass dem Vater die Alleinschuld zugesprochen wird, die dieser auch gemäß dem Willen von Kaan, dem jüngeren der zwei Täter, auf sich genommen hatte.

    Die Richter urteilten genau so wie Kaan, und dessen in Syrien lebende Verwandte, es wollten. Ein mildes Urteil für den Vater, nämlich nur Totschlag statt Mord, und nur acht Jahre.

    Für Kaan Freispruch mangels Beweis, denn die Familie wollte dass Kaan für die Erziehung der Kinder zuständig ist, und auch das Jugendamt wollte vermutlich das, genau nach dem Willen von Kaan.

    Die Telefon-Abhörprotokolle sprechen, Nourig Apfeld zufolge, eine andere Sprache. Sie zeigen die Familiendynamik, zeigen wie außerordentlich voller Hass und Gewaltbereitschaft Kaan ist, und dass er, nicht mehr der Vater, in der Familie bestimmt was geschieht.

    Ich hätte dem Kaan lebenslänglich gegeben. Dem Vater tatsächlich die mildere Strafe von acht Jahren, weil der Vater zu der Tat genötigt wurde. Der Vater ist nicht haupt-schuldig.

    Aber er ist auch nicht unschuldig; er ist mitschuldig, denn er hätte sich weigern müssen mitzumachen.

    Hier ist – zurück zu besagten Jugendlichen – festzustellen, dass offenbar die Kriecherei gegenüber den integrations-unwilligen muslimischen Immigranten von höchster Stelle gefördert wird. So kommt es mir jedenfalls vor, ohne dass ich in der Richtung irgendwas beweisen könnte.

    Ich bin gelegentlich versucht – verschwörungstheoretisch – anzunehmen, dass das irgendwie gesponnen wird von den „Siegermächten“, dem „Weltjudentum“ etc. um die indirekte Vernichtung des deutschen Volkes anzustreben – unter Beteiligung eines gewissen Deutschenhasses wie auch Churchill ihn hatte.

    Weiteres Nachdenken ergibt jedoch, dass das Quatsch ist, denn bei unseren Nachbarn, etwa Dänemark und Niederlande, sind gleiche Verhältnisse. Möglicherweise gehen Franzosen und Schweizer mit diesen Herausforderungen etwas funktionaler um; dieses entzieht sich jedoch meiner Kenntnis.

  7. David Says:

    Wiederholt hatte ich hingewiesen auf das Buch „Mein Abschied vom Himmel“ von Hamed Abdel-Samad.

    Er hat ein weiteres interessantes Buch geschrieben: Der Untergang der Islamischen Welt.

    In meinem letzten Kommentar zu diesem Blogartikel hier hatte ich gesagt:

    Hier ist – zurück zu besagten Jugendlichen – festzustellen, dass offenbar die Kriecherei gegenüber den integrations-unwilligen muslimischen Immigranten von höchster Stelle gefördert wird.

    Im besagten neuen Buch, S. 188, schreibt Abdel-Samad:

    Unterstützt werden die Bemühungen der Muslime, sich abzuschotten, von vielen Europäern, wie etwa von Bischof Williams von Canterbury, der die Scharia in Großbritannien gutheißt. Dies tut er selbstverständlich nicht im Namen der christlichen Nächstenliebe, sondern um für seine Kirche selbst mehr Einfluss auf die Justiz und die Politik zu gewinnen.

    Zitat Ende; Hervorhebung von mir.

    Wenn die Abschottung begünstigt wird, wird man auch Gegenwehr gegen Überfälle, gegen das Schikanieren von nicht-muslimischen Bewohnern, also indigenen Bewohnern Großbritanniens oder Deutschlands, möglichst nicht gutheißen.

    Es besteht bei mir der furchtbare Verdacht, dass die evangelische und die katholische Kirche in diesem Punkt ähnliche Politik betreiben wie die anglikanische.

  8. David Says:

    Wilhelm Reich:

    „Liebe, Arbeit und Wissen sind die Quellen unseres Lebens.
    Sie sollten es auch beherrschen.“

    Hamed Abdel-Samad:

    „Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert.“

  9. Peter Nasselstein Says:

    An der Erlegung von Osama ist vor allem folgendes bemerkenswert:

    Bei der Kommandoaktion wurden neben Bin Laden drei weitere Männer und eine Frau getötet. Bei den Männern habe es sich offenbar um einen Sohn bin Ladens sowie zwei Boten gehandelt. Die Frau sei erschossen worden, als einer der Männer hinter ihr in Deckung gegangen sei.

    Diese ehrlosen Bastarde gehen hinter Frauen und Kindern in Deckung. Damit hatten auch beispielsweise von Anfang an die Israelis zu kämpfen.

  10. David Says:

    … und weil sie zweitens mechanistisch davon ausgehen, daß die Gesellschaft so funktioniert, wie Marx sie beschrieben hat (der „Unterbau“ bestimmt den „Überbau“). So haben die Nationalsozialisten gedacht, so haben den Sowjets gedacht und so denken all die Kleinen Männer, die die Kommentarspalten in Internetforen füllen.

    Die Nazis? Die frühen jedenfalls nicht!

    Ich beziehe mich auf zwei Bücher von Rudolf von Sebottendorf, die ich bei der Bibliothek leider schon zurückgegeben habe; daher kann ich das folgende nicht wörtlich zitieren:

    In: Bevor Hitler kam, bezieht Sebottendorf sich auf die recht weit verbreitete Ansicht, der Mensch werde bestimmt von den Verhältnissen, in denen er lebt (so ähnlich wie wenn man sagt „schuld sind immer die anderen!“).

    Sebottendorf sagt, diese Ansicht, die die Marxisten hätten, sei im Grunde jüdisch und freimaurerisch.

    Der zur Verantwortung fähige Mensch würde jedoch nicht von den Verhältnissen bestimmt, sondern er würde die Verhältnisse bestimmen.

    Dass an allem, z.B. falschen Haltungen, die Juden schuld seien, ist natürlich Quatsch und ist die typische faschistische, antisemitische Einstellung.

    Interessanter ist die Frage, was bei ihm mit „freimaurerisch“ gemeint ist. Hier ist es hilfreich, das andere Buch über die Übungen der „türkischen Freimaurer“, also der Bektaschis, Sufis, etc. gelesen zu haben.

    Ähnlich wie die Sufis seien im Abendland die mittelalterlichen Rosenkreuzer und Alchimisten gewesen, welche sich den Dom- und Münsterbauhütten angeschlossen hatten, also die ursprünglichen Maurer; sie hätten noch viel ursprüngliches tiefes Wissen gehabt auch über gewisse Gesten und Bewegungen welche Bestandteil der mystischen Übungen gewesen seien.

    Sebottendorf zufolge ist demgegenüber die „moderne“ Freimaurerei, also die nach der Freimaurer-Verfassung von 1717, degeneriert; die besagten Bewegungen würden nur noch äußerlich ausgeführt, wobei die Bedeutung vergessen sei, und sie seien allenfalls noch als Erkennungszeichen der Brüder untereinander brauchbar.

    Aus diesem Sumpf kommt dann, wie Sebottendorf meint, und wie auch ich glaube, unter anderem der Marxismus.

  11. David Says:

    Ich beziehe mich auf das, was ich hier:

    https://nachrichtenbrief.wordpress.com/2009/10/01/die-bioenergetik-des-smsens/#comment-560

    geschrieben habe:

    Teils als Ergänzung, teils als Gegenthese zu etwa Fuld: Die Bildungslüge – oder auch den Ansichten Sarrazins – kommt etwa das folgende in Betracht:

    Kloepfer, Inge: Aufstand der Unterschicht, Hamburg, Hoffmann & Campe, 2008, ISBN: 978-3-455-50052-3

    Die Autorin stellt fest, dass es in Deutschland in naher Zukunft durchaus zu einem „Aufstand der Unterschicht“ – hier ist das Subproletariat gemeint und nicht das herkömmliche Proletariat welches es so nicht mehr gibt – kommen kann.

    Warum? Weil die Situation dieses Subproletariats vor allem durch Chancen- und Perspektivlosigkeit gekennzeichnet ist.

    Liegt letzteres daran, dass, wie die Autorin meint, das Schulsystem schlecht und die „Stütze“ – nachdem die „Arbeitslosenhilfe“ durch „HartzIV“ also ALG2 ersetzt wurde, zu niedrig ist?

    Ist noch mehr Geld, noch mehr Sozialstaat die Lösung? Oder sollen, wie hier in diesem Blogartikel gesagt, die Massen selber für Jobs und Bildung sorgen?

    Die Autorin stellt, den Tatsachen entsprechend, fest, dass das Bildungssystem in Deutschland, wie in keinem anderen Industrieland, die jungen Menschen sortiert, also selektiert, anstatt sie zu bilden. „Herkunft schlägt Leistung!“

    (Außer vielleicht Japan? Anmerkung von mir.)

    Infolge dessen ist auch der Fachkräftemangel viel schlimmer als in anderen hochentwickelten Ländern.

    Die Autorin schreibt auch ein spezielles Kapitel, einen „Exkurs“, der nicht von der Unter- sondern von der Mittelschicht handelt.

    Diese könne sich – im Gegensatz zur Oberschicht, aber auch zur Unterschicht, Stichwort (von mir) „welfare mothers“, praktisch keine Kinder leisten.

    O. hat in:

    https://nachrichtenbrief.wordpress.com/2011/06/13/wie-mache-ich-kartoffelbrei/#comment-3498

    gesagt:

    Für eine deutsches Kind mit Studienabschluss zahlt die deutsche Familie … 300.000 € netto, das heißt, sie muss nur für ein Kind ca. 600.000 € Brutto bezahlen/ verdienen …

    Ferner würde sich die Mittelschicht immer stärker nach unten abgrenzen z.B. durch Wegzug in bessere Stadtteile und indem sie die Kinder auf Privatschulen schickt.

    Ursache sei gewaltige, von Jahr zu Jahr zunehmende Angst vor Abstieg.

    Die Folge – des besagten Verhaltens der Mittelschicht – sei nicht, dass Armut existiert – die gibt es in jedem Land – sondern dass die sich immer mehr verfestigt.

    Es muss, Kloepfer zufolge, das Bildungssystem grundsätzlich verändert werden, dazu sei es notwendig, noch viel mehr Milliarden als bisher da hinein zu stecken.

    Soweit Kloepfer.

    Meiner Ansicht nach ist dieses falsch, denn Deutschland ist zwar nicht ganz so pleite wie Griechenland oder Irland, aber fast.

    Es geht also nicht.

    Tatsächlich muss das Pferd von der anderen Seite her aufgezäumt werden. Wir brauchen unbedingt Vollbeschäftigung, denn nur dadurch kommen die „Subproletarier“ von der Straße, der Gewalt, und den Drogen weg.

    Spätere Folge wäre, wenn die Leute Geld verdienen, dass sie sich mehr Bildung leisten könnten. Hierzu ist es notwendig, dass diese z.B. auch von Social Entrepreneurs zur Verfügung gestellt wird, da unser staatliches Bildungssystem offenbar unfähig ist und ein rein auf Privatunterricht beruhendes System für die Armen unerschwinglich ist.

    Noch einmal Kloepfer: Sie stellt den Tatsachen entsprechend fest, dass Bildungsinflation – heißt bei ihr Bildungsexpansion – vorhanden ist.

    Diese ist, wie ich glaube, ein Resulatat der Aktivität des Modern-Liberalen Charakters. Zum Teil aber auch bedingt dadurch, dass viele Arbeiten die es gibt komplizierter geworden sind und daher durch ungelernte Kräfte nicht bewältigt werden können.

    Dafür was man gegen letzteres tun kann – irgend eine Idee???

  12. Robert (Berlin) Says:

    Warum? Weil die Situation dieses Subproletariats vor allem durch Chancen- und Perspektivlosigkeit gekennzeichnet ist.

    Liegt letzteres daran, dass, wie die Autorin meint, das Schulsystem schlecht und die „Stütze“ – nachdem die „Arbeitslosenhilfe“ durch „HartzIV“ also ALG2 ersetzt wurde, zu niedrig ist?

    Ich halte diese Ansicht für vollkommen zutreffend. Jeder, der Aufsteigen will und durchaus intelligent ist (aber auch Ältere mit unzähligen Forrtbildungen) haben die Erfahrung, dass es sinn- und zwecklos ist, sich Mühe zu geben, weil sie zu keinerlei Effekt führt. Die Konkurrenz (sowohl auf dem Arbeits- wie Partnermarkt*) ist durch grenzenlosen (zügellosen) Liberalismus so groß, dass der Einzelne praktisch chancenlos los. Mehr Bildung führt nur zu mehr Konkurrenz auf höherem Niveau.
    Wie könnte man das Problem anpacken?
    Protektionismus auf allen Ebenen. Abschottung des eigenen Arbeitsmarktes und Masseneinwanderung von ausländischen Frauen aus Ländern mit Frauenüberschuss. Arbeit nur für gesuchte Fachkräfte (wie in Kanada und Australien).

    *frei nach Houellebecq (Ausweitung der Kampfzone).

  13. Robert (Berlin) Says:

    „Arbeit nur für gesuchte Fachkräfte (wie in Kanada und Australien)“.

    Ich meinte die Einwanderer…

  14. David Says:

    Das folgende könnte in gewissem Sinne den Rahmen „Komentar zum Blogartikel Ostern marsch!“ sprengen:

    Ich hatte mich geäußert über die Bildungsexpansion oder Bildungsinflation, welche Resultat der sozialen Aktivität des Modern-Liberalen Charakters ist:

    Noch einmal Kloepfer: Sie stellt den Tatsachen entsprechend fest, dass Bildungsinflation – heißt bei ihr Bildungsexpansion – vorhanden ist.

    Diese ist, wie ich glaube, ein Resulatat der Aktivität des Modern-Liberalen Charakters. Zum Teil aber auch bedingt dadurch, dass viele Arbeiten die es gibt komplizierter geworden sind und daher durch ungelernte Kräfte nicht bewältigt werden können.

    Die Bildungsinflation hat in verschiedenen Ländern verschiedene Gesichter. In Kanada zum Beispiel ergibt sich – neueren Zeitungsmeldungen zufolge – zunehmende Überschuldung von jungen Leuten mit Kreditkartenschulden, weil die Studiengebühren sich stark erhöht haben und viele das – außer durch Schuldenmachen – nicht mehr bezahlen können.

    Aber auch durch den Umstand, dass es in Kanada für Menschen ohne Studienabschluss praktisch keine Arbeitsstellen mehr gebe.

    Hamilton Naki

    http://de.wikipedia.org/wiki/Hamilton_Naki

    war ein farbiger Südafrikaner, der außerordentlich geschickt im Operieren sei. Er hat – besagtem Wikipedia-Artikel zufolge – zusammen mit Christiaan Barnard und den anderen von Barnards OP-Team die erste Herztransplantation durchgeführt. Überdies habe er einen erheblichen Teil der für Herztransplantation notwendigen Operationstechnik entwickelt.

    Nakis Beteilgung wurde – weil damals die Apartheidsgesetze galten – verschwiegen.

    Der Umstand, dass Naki keinen Studienabschluss in Medizin – nicht einmal einen unserem Abitur ähnlichen Schulabschluss oder einen Krankenpflege-Ausbildungsabschluss – hatte, scheint jedoch damals keine Rolle gespielt zu haben. Barnard beschäftigte Naki, weil ihm aufgefallen war, wie geschickt Naki war (Arbeitsdemokratie). Alles andere spielte keine Rolle.

    Heute haben wir – wohl nicht in Südafrika aber überall sonst – eine Bildungs-Apartheid: eine Apartheid die trennt zwischen Studierten und Nichtstudierten. Für letztere gibt es – wenn sie beispielsweise in Kanada leben – besagten Zeitungsmeldungen zufolge praktisch keine Arbeitsstellen mehr.

  15. David Says:

    Ähnlich auch die Meldung in:

    Kristof, Nicholas D.: Die Hälfte des Himmels, Beck, München, 2010, ISBN: 978-3-406-60638-0

    über Mamitu Geshe, ehemalige Krankenpflege-Hilfskraft, die heute in Addis Abeba selbständig Unterleibs-Fistel-Operationen ausführt.

    Ausgebildet worden war sie unter dem Einfluss des Geburtshilfe-Arztes Allan Rosenfield. Dieser hatte auch früher schon in Thailand Hebammen gestattet, Pillen-Rezepte zu schreiben und sie auch ausgebildet im Einsetzen von Spiralen.

    Zu letzterem, meint Rosenfield, würde er wohl in der heutigen Bürokratie kaum noch Genehmigung bekommen.

  16. David Says:

    Das, was ich eben Bildungs-Apartheid nannte, hat wie ich glaube, außer mit dem Modern-Liberalen Charakter, auch mit dem Patriarchat zu tun.

  17. David Says:

    In: https://nachrichtenbrief.wordpress.com/2011/04/24/ostern-marsch/#comment-3743

    hatte ich gesagt:

    Die Autorin stellt, den Tatsachen entsprechend, fest, dass das Bildungssystem in Deutschland, wie in keinem anderen Industrieland, die jungen Menschen sortiert, also selektiert, anstatt sie zu bilden. “Herkunft schlägt Leistung!” …

    Infolge dessen ist auch der Fachkräftemangel viel schlimmer als in anderen hochentwickelten Ländern.

    Deswegen wird ja auch immer gewettert gegen den Akademikermangel, der in Deutschland angeblich bestehe.

    Meldung von heute, 19. November 2013, in Schwäbische Zeitung und Südkurier

    Der Bezug ist darauf, dass im Raum Konstanz wegen des schlechten Wohnungsmarkts viele Familien ihren Wohnsitt ins benachbarte Kreuzlingen und andere, umliegende, Schweizer Ortschaften, verlegt haben.

    Den Kindern dieser Familien soll nun, ab jetzt, verboten werden, in Konstanz – bzw. Deutschland überhaupt – eingeschult zu werden.

    Da greife ich mir an den Kopf!

    Dabei würden, diesen beiden Zeitungen zufolge, in Konstanz 60% der Kinder aufs Gymnasium kommen. In der Schweiz jedoch würden nur 20% der Kinder bis zur Matura – so heißt dort das Abitur – kommen.

    Und bekanntermaßen wollen viele deutsche Eltern ihre Kinder unbedingt zu Abitur und Studienabschluss bringen wegen des schon andiskutierten hoch-selektiven Bildungssystems und der schlechten Beschäftigungslage für Menschen ohne.

    Arbeitsdemokratie sieht anders aus. Finde ich jedenfalls!

    Da erheben sich doch folgende Fragen:

    Wie ist das in der Schweiz mit der Bildungsinflation?

    Und warum wettert in der Schweiz kaum jemand gegen einen etwa vorhandenen Akademikermangel?

    Funktioniert etwa in der Schweiz die Arbeitsdemokratie besser?

    Und haben jene Kinder, die zunächst vom deutschen ins schweizerische Bildungssystem gezwungen werden, am Ende vielleicht sogar bessere Bildungs-Betreuung, vielleicht vergleichbar mit den so gut dastehenden nordischen Ländern, und weniger Schulstress?

    • David Says:

      Ich hatte des öfteren auf das deutsche hoch-selektive Bildungssystem hingewiesen, in welchem Arbeiterkinder keine guten Chancen haben. Jetzt gibt es aber doch mutige Menschen – Social Entrepreneurs – mit hilfe derer solche Kinder doch noch zu guten Fähigkeiten und Berufsstellungen kommen können.

      TV WDR heute abend 21. November 22:30 bis 23:15 Uhr

      Über einen so genannten Talent-Scout:

      http://www.tvinfo.de/fernsehprogramm/217006983_menschen_hautnah

  18. Klaus Says:

    Politische Korrektheit heute in einem Kommentar zum Ebola-Verdachtsfall in Berlin:
    „Schlimm
    Die nächste Stigmatisierung von Menschen mit dunkler Hautfarbe ist da.“

  19. Peter Nasselstein Says:

    Selbst der sonst so verständnisinnige Psychoanalytiker und Bestsellerautor Horst-Eberhard Richter (“Flüchten oder Standhalten”) mokiert sich nun über die Flucht der “armen Entrechteten aus dem Land des Schlimmen” [der sogenannten „DDR“, PN] in “unsere Oase der Seligkeit”.

    http://www.pi-news.net/2014/12/gruene-1989-feindbild-fluechtlinge/

    Ich verkneife mir jeden Kommentar…

  20. David Says:

    Ich kann mich noch gut erinnern wie Richter vor 20 Jahren mahnte, „der Westen“ solle es angesichts des Sieges im Kalten Krieg doch bitte unterlassen Triumphgefühle aufkommen zu lassen und dergestalt die Russen zu „demütigen“!

    Man demütigt immer weiter und weiter.

    Man hat die Sowjetunion im Kalten Krieg besiegt und hat – mit Ausnahme von Kuba und Nordkorea sowie einigen wenigen Ländern in Afrika beispielsweise Eritrea – den Sozialismus von dieser Welt getilgt.

    Ist doch großartig! Es wurde erreicht was man damals wollte.

    Und jetzt macht man mit dem Demütigen immer weiter und weiter.

    Und treibt so Russland, den wichtigsten Verbündeten des Westens gegen den sunnitischen und wahhabitischen Islam, weiter in den Zusammenbruch.

    Jetzt vor allem durch Hinunterdrücken des Ölpreises.

    Und was kommt dann?

  21. David Says:

    Ich hatte hier gesagt:

    Noch einmal Kloepfer: Sie stellt den Tatsachen entsprechend fest, dass Bildungsinflation – heißt bei ihr Bildungsexpansion – vorhanden ist.

    Diese ist, wie ich glaube, ein Resulatat der Aktivität des Modern-Liberalen Charakters. Zum Teil aber auch bedingt dadurch, dass viele Arbeiten die es gibt komplizierter geworden sind und daher durch ungelernte Kräfte nicht bewältigt werden können.

    Es ist Bildungsexpansion vorhanden.

    Gleichzeitig wird die Bildung, auch die berufliche, umso dysfunktionaler, je weniger praktisch, je „geistiger“ das betreffende Fach ist. Das wird immer mehr so.

    Betrifft vor der beruflichen Bildung also die allgemeinbildende Schule: je weniger die Eltern Nachhilfe bezahlen oder selber geben können, umso schlechter sind die Bildungsergebnisse der Kinder. In keinem westlichen Land ist das so herkunfts- bzw. Elternabhängig wie in Deutschland.

    Das System mobbt, grenzt aus, segregiert

    Bzw. selektiert.

    Dazu kommt, dass die formalen Bildungsabschlüsse überbewertet werden gegenüber dem, was jemand tatsächlich kann.

    Und lebenspraktische Dinge lernt man da sowieso nicht.

    Gegenbeispiel – die von Isabelle Fremeaux / John Jordan beschriebene so genannte „anarchistische“ Schule in Merida in Spanien.

  22. David Says:

    Die Massen sollen gefälligst selbst für „Jobs und Bildung“ sorgen!

    Wie schon mehrmals gefragt: wie sollen sie das denn machen?

    Oder sind es Kinder? Jedenfalls werden sie so behandelt!

    C’est ca.

    Und weil – nicht nur moralisch, sondern auch im Sinne der Orgonomie, welche annimmt, dass Arbeit eine biologische Funktion sei (meines Erachtens ist sie ein Spezialfall des Kampfs) – Langzeitarbeitslosigkeit nicht gut ist, möchte man die Menschen beschäftigen.

    In der Schweiz, wo das, was unserem „HartzIV“ entspricht, immer noch „Sozialhilfe“ heißt, sind ungefähr gleiche Verhältnisse wie bei uns in Deutschland.

    In Biel beispielsweise wurde von der SVP – ich glaube das sind die Konservativen – gefordert, dass keine Sozialhilfe mehr ausgezahlt wird an Leute die nicht arbeiten.

    Weitere Untersuchung des Problems ergab jedoch, dass die Beschäftigung (in etwas was den in Deutschland so genannten „Beschäftigungsgesellschaften“ entsprechen würde??) der Betroffenen um vieles mehr kosten würde, als wie wenn die ihr Geld weiterhin einfach so auf die Hand kriegen.

    Die – an sich reiche – Stadt Biel kann das nicht bezahlen.

    • David Says:

      Möglicherweise haben wir hier den makroökonomischen Aspekt der von mir eingebrachten und in die heutige Zeit transferierten „Holzhacker“-Geschichte, welche aufzeigt, dass in der Krise Kapital und Arbeitsleistung meist negativ rentieren …

  23. David Says:

    Die Massen sollen gefälligst selbst für „Jobs und Bildung“ sorgen!

    Sie können das nicht, aber es wäre toll, wenn sie das könnten.

    Wenn sie das, was sie nicht können, könnten!

    Anstatt demotiviert zwischen dem Hartz-IV-Sanktionsregime und perkären Jobs, also solchen, wo man schlecht bezahlt und behandelt wird und vor allem keine Sicherheit des Arbeitzsplatzes hat.

    OffTopic: Paketdienst

    So einen prekären Job haben häufig die Paketzusteller bei den privaten Paketdiensten.

    Maßlos aufgeregt hat sich eine Mitbewohnerin, als heute ein DPD-Zusteller – möglicherweise war das einer, der sonst einen anderen Bezirk fährt – anstatt zu klingeln einfach eine Benachrichtigungskarte einwarf – zugestellt bei Firma sowieso hier in unserem Stadtteil.

    Richtig wütend wurde aber dann ich..

    Der besondere Umstand ist, dass hier – provisorisch – Funkklingeln vorhanden sind anstelle des noch nicht hergerichteten Klingelbretts – an welchem auch keine Namen sind.

    Ich habe gesagt: glaubst Du etwa ich als Zusteller würde mich besonders anstrengen und auch noch die Augen extra aufmachen und gucken, ob vielleicht so eine provisorische Klingel vorhanden ist.

    Extra noch besonders die Augen aufmachen, versuchen die Kunden gut zu behandeln – wo ich ständig innerlich vor Ärger koche dass ich diesen Job wo ich so schlecht behandelt werde machen muss.

    Dass ich mir Tag für Tag das antun muss. Dass ich den Job zu den miserablen Bedingungen überhaupt annehmen muss.

    Weil sonst das Amt mich sanktioniert.

    Dann vielleicht auch noch zu den Kunden freundlich sein obwohl ich eigentlich nicht freundlich sein will! Also ständig mich verstellen?! Geht’s noch?

    Von wegen: Nicht mal Ersatzzustellung an die Firma hätte ich gemacht. Zurück! Unbekannt – Nicht zu ermitteln!

    Anmerkung Ende.

    Was ist das?

    Einer, der seine Arbeit hasst. Der sich aber sagt:

    ich will nicht. Aber ob ich will oder nicht will das zählt nicht; das gilt nicht. Also ich muss! ich muss! ich muss!

    Und – für die schlechte Behandlung und Bezahlung – so wenig Leistung wie irgend möglich bringen.

    Wie nennt man das?

    Das nennt man Entfremdung.

    Man ist von der Arbeit entfremdet.

    Die Lösung: Kommunismus, das heißt zunächst Einparteiensystem und Zentralverwaltungswirtschaft.

    Die bewirkten aber das Gegenteil. Die Ostblockländer waren in der Entfremdung Weltmeister.

    Also keine Lösung.

    Und wirkliche Lösung?

    Wenn die Massen das, was sie nicht können, könnten!

    Nämlich selber für (Bildung und) Arbeit sorgen.

    Wenn sie das könnten, müssten sie sich nicht so stark zur Arbeit zwingen, wären auch eher bereit, die Arbeit gründlich zu machen und vielleicht – auch noch – freundlich zu sein zum Kunden.

    • David Says:

      zu den miserablen Bedingungen …

      mit fehlender Sicherheit – wonach nur der Kleine Mann verlangt, nicht jedoch der Große (Konservative). Mit schlechter Behandlung.

      Und Bezahlung. – Mein Maßstab ist mein Nachbar der immer noch achtzehn Euro pro Stunde bekommt anstatt acht.

      Da mache ich vielleicht einen Fehler.

      Jetzt ist auch noch das Mindestlohngesetz in Kraft getreten.

      Zwecks Abschaffung des Niedriglohnsektors.

      Vielleicht sollte man eher den Hoch- und Normallohnsektor abschaffen.

      Wo man nicht nur hoch bezahlt wird, die Sicherheit hat, die der Kleine Mann unbedingt will.

      Bei dem „Job“, der eher ein „Posten“ oder ein „Pöstchen“ ist.

      Vielleicht könnte man, wenn alle oder fast alle Sicherheit weg ist, endlich zur Selbstregulierung kommen.

      Dadurch, dass man der vollen Härte des Überlebenskampfes ausgesetzt ist.

      Und dadurch weg kommen von der Entfremdung.

  24. David Says:

    Wie ich gestern schon sagte:

    ENTFREMDUNG!!

    http://www.huffingtonpost.de/sabrina-hoffmann/arbeitsbedingungen-lidl-kassiererin_b_6457780.html

  25. David Says:

    Folgend aus den hier diskutierten Grundeinstellungen und Tatsachen müsste – rein theoretisch – entweder das HartzIV-Sanktionsregime verschärft anstatt gelockert werden, oder gar den Schwachen – nach dem Vorbild des amerikanischen PRWORA – nach drei Jahren bedingungslos der Geldhahn zugedreht werden.

    OffTopic: Hongkong

    … angenommen, die Sozialleistung von der ich lebe – Rente wegen Erwerbsunfähigkeit – würde nicht existieren, so wäre ich jetzt gern in Hongkong.

    Abgesehen von dem relativ warmen Klima hätte das den Vorteil, dass es – soviel ich weiß – die für Nordamerika und Europa, vor allem Deutschland, typischen „geschlossenen“ Arbeitsmärkte – oder gar Tariflöhne und Mindestlöhne – dort nicht gibt. Eine arbeitsgestörte und daher langsame Arbeitskraft kann dann trotzdem Arbeit bekommen, indem sie bei der Lohnverhandlung jeden Konkurrenten unterbietet.

    Wiederholt hatte ich gesagt, wenn man bei einem Tiger die Fütterung einstellt, muss man auch den Käfig öffnen, weil er sonst nicht jagen kann.

    Die in Deutschland übliche Politik gegenüber den Schwachen ist aber ein Einstellen oder Reduzieren der Fütterung OHNE gleichzeitiges Öffnen des Arbeitsmarkts.

    Im Zusammenhang mit Forderung nach Abschaffung der Sanktionen gibt es seit gestern einen interessanten, die Diakonie betreffenden Artikel:

    https://www.grundeinkommen.de/27/01/2015/diakonie-abschaffung-von-sanktionen-bei-hartz-iv.html

    Zitat:

    Die Diakonie hat lesens­werte Thesen für eine menschen­würdige Grund­sicherung veröffentlicht, die soziale Teilhabe ermöglichen soll.

    Die Diakonie … fordert die Abschaffung von Sanktionen bei der Grundsicherung: “Das Existenzminimum darf durch Sanktionen nicht in Frage gestellt werden. Auch wer der gesellschaftlichen Vorgabe von Pflichten – aus welchen Gründen auch immer – nicht nachkommt, hat ein Recht darauf, dass seine Lebensgrundlage sicher bleibt.

    Zitat Ende, Hervorhebung hinzugefügt.

    Bis hierher ist das, was hier gesagt wird, das Übliche.

    Zitat Fortsetzung:

    Es gibt keinen wissenschaftlichen Beleg für positive Effekte von Sanktionen auf die Leistungsberechtigten.

    Zitat Ende.

    In: http://davidmoerike.de/blog/2014/11/08/aufwaertstrend-der-arbeitslosenquote-auch-nach-1990-vollkommen-intakt

    hatte ich herausgearbeitet, dass das HartzIV, insbesondere bei seiner Einführung die – unter Gerhard Schröder stattfindende – Herabstufung der AlHi-Empfänger, und somit das Hinunterstoßen von Hunderttausenden Deutschen in die Armut keine positiven Auswirkungen auf die Arbeitslosigkeit hatte.

    Zitat Fortsetzung:

    Sanktionen ignorieren die strukturellen Barrieren, die den längere Zeit Arbeitsuchenden den Zugang zum Arbeitsmarkt versperren. Sanktionen verschärfen Hunger und Wohnungsnot.”

    Zitat Ende.

    C’est ca.

    Bemerkenswert – und verheißungsvoll für die Zukunft ist – dass diese Erkenntnis allmächlich auch außerhalb von Magazinen und Webseiten der Rechten, Konservativen, Libertären, Anarchokapitalistischen und so weiter um sich zu greifen beginnt!

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