Das Verschwinden der Psychiatrie

Die Psychiatrie ist wohl die einzige Fachdisziplin, die wirklich alles tut, um sich selbst überflüssig zu machen. 2011 fragte sich Dr. med. Oliver Biniasch in NeuroTransmitter, dem offiziellen Organ gleich dreier Berufsverbände, dem der Nervenärzte, dem der Neurologen und dem der Psychiater, „Schafft sich die deutsche Psychiatrie ab?“ Im Rahmen einer umfassenden „Deprofessionalisierung“ in der Psychiatrie, seien Psychiater zunehmend nur noch „für das Grobe“ zuständig, nämlich das Verabreichen von Psychopharmaka und die Entscheidung, ob eine Einweisung notwendig ist. Der „Rest“, d.h. die eigentliche Betreuung der Patienten, fällt zunehmend in den Zuständigkeitsbereich von Psychologen und Sozialpädagogen.

Neben der Fokussierung auf die pharmakologische Behandlung schreibt der Psychiater Dr. Biniasch diese Entwicklung auch dem Einfluß der Kostenträger zu, die beispielsweise von Sozialpädagogen betriebene „sozialpsychiatrische“ Dienste zunehmend als „Therapie“ qualifizieren. Auch die absurde Gestaltung des ambulanten psychiatrischen Honorarsystems degradiere Psychiater zunehmend zu bloßen Ausstellern von Rezepten und Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen. Um dieser Tendenz entgegenzuwirken, sollten sie, so Biniasch, „auf der Basis eines biopsychosozialen Krankheitskonzeptes“ für die Patienten die „Lotsenfunktion“ im Psychobereich übernehmen.

Man stelle sich das mal bei Internisten oder Orthopäden vor! Zwar übernehmen auch dort nicht-akademische Hilfskräfte wichtige Funktionen (Krankenschwestern, Physiotherapeuten, etc.), aber die eigentliche Behandlung, insbesondere Operationen, obliegt immer noch dem Arzt. Daß Psychiater die Therapie ihrer Patienten Psychologen oder gar Sozialpädagogen überantworten und sich dabei selbst auf eine „Lotsentätigkeit“ beschränken – und darauf auch noch stolz sind, ist an Absurdität kaum zu überbieten.

In einer überzeugenden Argumentationskette führt der Orgonom Charles Konia, selbst Psychiater, diese fatale Entwicklung bis auf das Jahr 1934 zurück, d.h. dem Jahr als Reich aus der Psychoanalyse ausgeschlossen wurde („The Decline and Fall of Modern Psychiatry“, The Journal of Orgonomy, Vol. 41, No. 2, Fall/Winter 2007). In der Folgezeit begann dann die Psychoanalyse die Psychiatrie zu dominieren, bis sich schließlich, spätestens Anfang der 60er Jahre, herausgeschälte, daß sie nicht das zu bieten in der Lage war, was sie versprochen hatte. Die zu dieser Zeit entwickelten Psychopharmaka versprachen eine gangbare Alternative. Das Problem war nur, daß dadurch das Berufsbild des Psychiaters zunehmend verödete: eine sich zwar ab und an erneuernde aber doch geradezu absurd eingeschränkte Palette von Medikamenten waren zu verabreichen.

Wäre Reichs damals sich entwickelnder Ansatz einer „charakteranalytischen Vegetotherapie“ (die für ihn nichts anderes war als „biophysische Chirurgie“, in der Psychologen oder gar nichtakademische Hilfskräfte nichts, aber auch rein gar nichts zu suchen haben) von der psychiatrischen Profession aufgegriffen worden, könnten heute Psychiater tatsächlich ihrem Beruf nachgehen! (Daß Psychopharmaka in vieler Hinsicht ein absoluter Segen sind – geschenkt!)

Man nehme etwa die Behandlung von Schizophrenen, an der psychoanalytische Ansätze kläglich gescheitert sind: hier ist Reichs „biopsychiatrischer“ Ansatz die Methode der Wahl.

Dazu nur ein Zitat aus dem Facharztmagazin Ärztliche Praxis Neurologie Psychiatrie ebenfalls von 2011:

Bislang ging man davon aus, daß die bei Schizophrenie beobachteten fortschreitenden Veränderung des Hirnvolumens eine Auswirkung der Krankheit sei. „Aktuelle Tierstudien deuten jedoch darauf hin, daß Antipsychotika ebenfalls zur Abnahme des Hirnvolumens beitragen könnten“, berichten Dr. Beng-Choon Ho und Kollegen vom University of Iowa Carver College of Medicine. Da Antipsychotika Schizophreniepatienten über lange Zeiträume verschrieben und zunehmend auch bei anderen psychischen Störungen eingesetzt würden, sei es unumgänglich, die langfristigen Effekte auf das menschliche Gehirn zu ergründen, so die Mediziner.

(…) Hos Arbeitsgruppe bestimmte [bei Schizophreniekranken], inwiefern vier Prädikatoren zu Veränderungen des Hirnvolumens beitrugen: Erkrankungsdauer, Behandlung mit Antipsychotika, Erkrankungsschwere und Drogenmißbruch. So fanden sie, daß Patienten, die länger beobachtet wurden, eine größere Reduktion des Hirnvolumens aufwiesen. Eine Behandlung mit Antipsychotika ging ebenfalls mit einer Verminderung des Hirngewebes einher. Die anderen beiden Variablen – Erkrankungsschwere und Drogenmißbrauch – hatten dagegen keinen Einfluß auf das Hirnvolumen.

Symptome (d.h. sich auf chaotische Weise entladende Energie) werden von der mechanistischen Psychiatrie beseitigt, indem die Energiezufuhr des gesamten Organismus gedrosselt wird. Eine allgemeine energetische Schrumpfung (ähnlich der Krebsschrumpfunsbiopathie) wird initialisiert, die sich teilweise sogar in schrumpfendem Geweben niederschlägt. Die Symptome werden sozusagen „zugekleistert“, ihre eigentlichen Ursachen bleiben unangetastet. Generell kann man sagen, daß die Psychiatrie, zuerst mit der Psychoanalyse (die Verlagerung und Bindung der Symptome hervorrufenden Energie im Gehirn) und dann mit der Psychopharmakologie (generelle Senkung des Energie- und damit des Angstniveaus), sich genau entgegengesetzt zur einzig gangbaren, d.h. wissenschaftlichen Methodik entwickelt hat: die Befreiung blockierter Energien im Körper und ihre geordnete Entladung. Es ist tatsächlich so, daß es heute vielleicht gerade mal zweidutzend Psychiater auf dem gesamten Globus gibt – die medizinischen Orgonomen. Der Rest hat sich vor acht Jahrzehnten sektiererisch von der wissenschaftlichen Entwicklung abgekoppelt und ist gerade dabei sich als Profession ganz abzuschaffen.

Siehe auch Charles Konias Blogeintrag über den Niedergang der modernen Psychiatrie von 2011.

Tatsächlich ist alles noch weitaus schlimmer, als oben dargestellt, denn die Psychiatrie tut gegenwärtig alles, um seelische Gesundheit (Genitalität), die ganz natürlichen Emotionen zu pathologisieren und gleichzeitig das Pathologische, insbesondere aber die sexuellen Perversionen für normal zu erklären:

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13 Antworten to “Das Verschwinden der Psychiatrie”

  1. Robert (Berlin) Says:

    Reich war ja auch zu der Fraktion in der Psychoanalyse gehörig, die gegen Laienanalytiker (wie Theodor Reik) waren und sich immer für eine medizinische Professionalität ausgesprochen haben. Dass sich heutzutage Psychopharmaka und Sozialpädagogen wunderbar in der Billigmedizin ergänzen, steht auf einem anderen Blatt.

  2. O. Says:

    Es sei angemerkt, dass eine kleine interne Studie zu einem sozialpädagogischen Angebot der ambulanten Hilfen Eltern teilnehmender Kinder einer Sozialen Gruppe mit einem standardisierten Fragebogen zu psychiatrischen Auffälligkeiten befragt hat. Die Skalenwerte ergaben zu Anfang der Hilfe Werte im Bereiche psychiatrischer Störungen, die nach der Hilfe auf ein normales Maß reduziert werden konnten.
    Dies sollte für die Wirksamkeit der angewandten sozialpädagogischen Methode sprechen. Vielmehr werden hier kostengünstig Kinder „therapiert“, und Kinder, die eine sozialpädagogische Hilfe nötig hätten, erhalten keine Hilfe mehr, das sie nicht auffällig genug waren. Das kann man nicht verallgemeinern, ist aber als Trend zu sehen.

  3. O. Says:

    Die Bettenzahlen in Psychiatrien wurden erheblich reduziert und Langezeitpatienten wurden vermieden zu gunsten kürzerer Liegezeiten. Die Psychiatrien für Langzeitpatienten wurden aufgelöst, stattdessen greift eher ein normales Krankenhauskonzept mit möglichst geringer staionärer Aufenthaltszeit. Die Patienten werden auf Medikamente eingestellt und in dieser Zeit beobachtet udn dann schnellstmöglich wieder „stabil“ entlassen. Andere Wohnprojekte geführt mit pädagogischen Peronsal nehmen dann gelegentlich die aus der Klinik entlassenen Patienten auf, wo sich und ihren Alltag in 6 bis 12 Monaten stabilisieren können. Medikamente müssen meist weiterhin genommen werden.
    Parallel dazu übernehmen psychosomatische Abteilungen (auf Kasse) und Reha-Kliniken (zu Lasten der Rentenversicherungen) arbeitsunfähig gewordene Arbeitnehmer und versuchen diese in 6 Wochen oder 3 Monaten wieder arbeitsfähig zu machen. Hier werden die klassischen psychiatrischen Angebote (Musik-, Kunst-, Bewegungs-, Einzel- und Gruppentherapie) konzentriert häufig auch neben Psychopharmaka angeboten.
    Für die psychotischen Schübe mit Kontrollverlust über das emotionale Erleben wird es weiterhin psychiatrische Abteilungen geben. Auch Psychiater in Praxen werden weiterhin Medikamente verschreiben, jedoch kaum Gespräche führen können, die einer Therapie nahekommen, da dies nicht ausreichend honoriert wird. Der Rest der psychischen Störungsbilder geht an „psychologische Psychotherapeuten“ (Verhaltenstherapeuten/ Psychoanalytiker), die den Ansturm von Patienten nicht mehr bewältigen können, da die Wartelisten über ein halbes Jahr schon voll sind.

    Möchte man diese Entwicklung bewerten, dann scheinen wir zu Freuds Zeiten zurückgekehrt zu sein, wo man (mangels Kenntnis) sich auf Symptome beschränkte und diese zu „heilen“ versuchte. Evidenz-basierte Therapieprogramme sollen bei entsprechenden Symptombildern Hilfe versprechen.

    In diesem Angebot spielen andere Therapierichtungen keine Rolle mehr. Sie dürfen zumindest in Deutschland aussterben.

  4. David Says:

    Nach meiner Kenntnis waren gerade im Studium der Psychologie – nicht dem der Medizin – Psychologie im Zweiten Studienabschnitt die Dinge enthalten, die man als Psychotherapeut können und wissen sollte. Bis zur Zeit der „1968er“ waren das psychoanalytische, später vorwiegend verhaltenstherapeutische Sachen.

    Mit dieser Veränderung kurz nach 1968 ging in Deutschland auch einher, dass der Studienplan immer voller gemacht wurde und dass die so genannte Diplom-Vorprüfung damals eingeführt wurde, wie mir jemand erzählt hat. Dadurch stieg die Studiendauer auf durchschnittlich 12 bis 14 Semester an.

    Mitte der Achtziger als auch ich für kurze Zeit Psychologiestudent war, war eine weitere Veränderung im Gang indem die klinischen, verhaltenstherapeutischen Studieninhalte im Zweiten Studienabschnitt durch mehr und mehr „Kognitives“ verdrängt wurde – also: Noch mehr Kopf!!!

    Zum Glück habe ich selber lange vor Beginn des Zweiten Studienabschnitts abgebrochen 🙂

    Der Psychiater, also Mediziner der entsprechenden Fachrichtung, wurde zunehmend zum Verabreicher von Pillen, Tropfen, und Spritzen; auch musste er – vor Inkrafttreten des Psychotherapeutengesetzes – noch die Gutachten im sog. Delegationsverfahren machen, wenn jemand Analyse oder VT von der Krankenkasse bezahlt bekommen wollte.

    O. hat gesagt:

    In diesem Angebot spielen andere Therapierichtungen keine Rolle mehr. Sie dürfen zumindest in Deutschland aussterben.

    Dies wird jedoch nicht der Fall sein, wenn das System der von den Krankenkassen bezahlten Psychotherapie infolge Geldmangels zusammenbricht. Hoffen wir, dass das bald eintritt.

    Die Situation außerhalb Deutschlands ist mir weitgehend unbekannt.

  5. David Says:

    In:

    https://nachrichtenbrief.wordpress.com/2010/04/13/sexueller-kindesmisbrauch/#comment-2702

    hatte ich auf die Autobiografie von Hamed Abdel-Samad hingewiesen – siehe auch:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Hamed_Abdel-Samad

    Auch er erlebte die Psychiatrie wie sie ist – mit Medikamenten und dem Forschen nach traumatischen kindlichen Erfahrungen – in seinem Fall mittels Hypnose – eher als Vergewaltigung; tatsächlich geholfen hat ihm offenbar eher seine zweite Frau, wie auch das Niederschreiben und Veröffentlichen seiner Lebensgeschichte in besagtem Buch.

  6. David Says:

    O. hat gesagt:

    Der Rest der psychischen Störungsbilder geht an „psychologische Psychotherapeuten“ (Verhaltenstherapeuten/ Psychoanalytiker), die den Ansturm von Patienten nicht mehr bewältigen können, da die Wartelisten über ein halbes Jahr schon voll sind.

    Wartelisten?

    Gibt es in meiner Stadt nicht. In meiner Stadt sind die Psychotherapeuten dermaßen übermäßig gefragt, dass sie eine Warteliste erst gar nicht führen!

    Man muss also alle, es sind ungefähr dreßig, einzeln antelefonieren, um zu erfahren, ob es einen Therapieplatz gibt oder demnächst geben wird.

  7. David Says:

    Ein teilweise satirisch-kritisches, teilweise auch ernsthaftes Buch zur Psychiatrie ist:

    Lütz, Manfred: Irre! Wir behandeln die Falschen – Unser Problem sind die Normalen, Gütersloh, Gütersloher Verlagshaus, 2009, ISBN: 978-3-579-06879-4

  8. David Says:

    Lütz schreibt auch über EMDR – Eye Movement Desensitization and Reprocessing

    http://de.wikipedia.org/wiki/Eye_Movement_Desensitization_and_Reprocessing

    Thema Posttraumatisches Belastungssyndrom (PTBS) – es heißt:

    … Und so ist eine Vielzahl von therapeutischen Methoden hilfreich. Neben spezieller Psychotherapie und Psychopharmakotherapie gibt es auch eine merkwürdige Methode, genannt EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing).

    Es hat sich nämlich per Zufall gezeigt, dass schnelle Augenbewegungen zur Besserung vor allem dieser Störung helfen. Da steht dann ein gut ausgebildeter Psychiater vor einem Patienten, bewegt seinen Zeigefinger hin und her, und der Patient folgt dem mit den Augen. Wer eine solche Szene unerklärt von außen sehen würde, dem käme wohl der bekannte Satz in den Sinn, dass wir Psychiater uns von unseren Patienten nur durch den Kittel unterscheiden.

    Nun fragen Sie mich bitte nicht, warum das so gut wirkt. Sie brauchen auch keinen anderen zu fragen, denn man weiß es schlicht nicht. Da die Psychiatrie, wie die ganze Medizin, aber eine praktische Wissenschaft ist, wenden wir jede nachgewiesenermaßen wirksame Methode an. Und die Wirksamkeit von EMDR ist in vielen Studien belegt.

    Zitat Ende.

    Für die Studenten der Orgonomie ist es, wie ich meine, relativ einfach einzusehen, warum die Methode wirkt: Sie hat Ähnlichkeit mit der Methode, mit welcher Wilhelm Reich das Okulare Segment behandelt.

    Gegenstand jetziger und künftiger Forschung sollte sein: wo wirkt die Methode nicht ganz so gut wie bei PTBS, und warum? Bei welchen Störungen wirkt sie überhaupt nicht?

    • David Says:

      Hiermit zusammen passt auch die Hypothese von Dr. Clancy McKenzie http://drmckenzie.com dass Schizophrenie ein spezielles PTSD (Posttraumatic stress disorder) sei,

      Und zwar „from infancy“ d.h Frühkindheit 1. oder 2. Lebensjahr und „delayed“ d.h. mit „two trauma mechanism“.

  9. Tzindaro Says:

    The whole process of medical science has moved on since Reich’s time and orgone therapy has failed to move with it. In the 30s, it was allowed for any practicing doctor to decide what treatment to use and if he thought it was a good one, he could teach it to any students who wished to learn it and they could then go ahead and use it.

    Today, before a new treatment can be used, it must undergo a long process of studies and tests to see if it works or not and if it has any undersireable side effects. Until such statistical studies are done, it is labeled „experimental“ and can only be offered as part of a research program.

    The orgonomists have never done any controlled studies of either the effectiveness or the safety of orgone therapy. They use and teach a method they say is better than other forms of treatment, but have no evidence to prove it, at least no evidence in the modern sense, meaning statistical studies. No amount of personal, first-hand testimony from practicioners or patients is ever going to convince a modern doctor or scientist. Only a statistical study can do that. Until such studies have been done, the mainstream medical profession is right to reject orgone therapy as unproven.

    Testimonials from patients are not considered evidence in modern medicine. Neither are the personal, subjective reports of doctors. In fact, by claiming that a treatment they charge money for is effective without any statistical evidence of that, the orgonomists are committing fraud.

    Orgone therapy will remain a fringe treatment belonging to a small cult of enthusiasts until someone publishes a statistical study showing that it works. Until then, the use of pharmaceutical treatments is the best available.

  10. Robert (Berlin) Says:

    Ein SF-Hörspiel, wie sich die Zukunft mit Psychopharmaka erleben lässt

  11. David Says:

    … sich genau entgegengesetzt zur einzig gangbaren, d.h. wissenschaftlichen Methodik entwickelt hat

    Jetzt fühle ich den Drang ein wenig zu übertreiben: genau entgegengesetzt.

    Wie die Polizisten im mittelalterlichen China – statt den Bürgern und Bauern – lieber den Banditen geholfen haben.

    So lässt sich der Dienst am bequemsten bis zur Pensionierung überleben.

    Genau entgegengesetzt dem, was eigentlich zu tun ist. Auch die wissenschaftliche Methodik wird entsprechend umdefiniert (angeblich ist es Positivismus im Gegensatz zur phänomenologischen Herangehensweise).

    Es ist „das Sitzen“ (sagte das nicht auch Wilhelm Reich?).

    Bequemlichkeit.

    Sicher tue ich hier vielen Psychiatern Unrecht, die sich – auch für die Patienten – engagieren wollen, soweit es das System zulässt.

    Aber nicht allen, jedenfalls nicht denen, die die gesamtgesellschaftliche bzw. gesamt-wissenschaftliche Entwicklung maßgeblich beienflussen.

    Davor im Studium eine dysfunktionale Ausbildung. Dies in Kontinentaleuropa noch schlimmer als in USA.

    Funktional ist die Medizinerausbildung schon, was die operierenden Kollegen betrifft, wie Herzfachärzte, Chirurgen uvm.

    Aber in den „eher geistigen“ Bereichen der Medizin eben nicht.

    Hinzu kommt, dass Sozialpädagogen (und früher auch Psychologen) einige durchaus relevante Dinge in ihrem Studiengang lernen.

    Auch ihr Studium ist lang und teuer, und auch sie wollen nach dem Studium in diesem Arbeitsfeld relativ hoch bezahlte Stellen haben.

  12. claus Says:

    Ich verspüre wie wohl andere hier zumindest ein Unbehagen gegenüber der ständigen Betonung des Sozialen, des Umfelds, des Kommunikativen, … in psychiatrischer Praxis, der zurzeit fast ausschließlich Medikation gegenübersteht. Einen Einblick wieder in einen Versuch, durch Umfeld Gewalt in der Psychiatrie zu vermeiden, gewinnt man hier:

    http://www.srzp.de/

    Spricht etwas dagegen? Ist das ein vernünftiger Baustein oder eher eine Intellektualisierung des Verhaltens der beruflich Beteiligten?

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