Orgonometrie (Teil 2): Kapitel 6.b.

orgonometrieteil12

1. Zusammenfassung

2. Die Hauptgleichung

3. Reichs „Freudo-Marxismus“

4. Reichs Beitrag zur Psychosomatik

5. Reichs Biophysik

6. Beiträge zu Reichs Orgonomie

a. Der modern-liberale (pseudo-liberale) Charakter

b. Spiritualität und die sensationelle Pest

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17 Antworten to “Orgonometrie (Teil 2): Kapitel 6.b.”

  1. Klaus Says:

    ‚Spiritualität‘ ist sozusagen der postmoderne Ersatz für den verhassten Gott-Vater geworden: Man muss zu nichts stehen, schon gar nicht zu einer Tradition, auf der man fußt. „daß sich alles um „feinstoffliche Wahrnehmungen“ dreht, um Kontemplation und Meditation – nie um Emotionen, nie um die persönliche Beziehung zu Gott“ – ja, und eine Begründung, die ich aus einem Eso-Mund hörte, besagt, dass Gefühle ja etwas Individuelles sind; wer sich mit ihnen befasst, ist egozentrisch, gar gierig. Und so.

  2. Klaus Says:

    ‚Körpertherapeuten‘ bedienen sich dieser ‚Stresspositionen‘ ja typischerweise, und in der Tat: Sie ähneln dem Arc de Cercle. Was diese Positionen, abichtlich herbeigeführt, bewirken bzw. bewirken sollen, ist ja nirgends anders als extrem metaphorisch beschrieben. Da kommen immer die Floskeln von „Energie freisetzen“, aber warum gerade so, und warum ’setzt das Energie frei‘? …. Umso ärgerlicher, wenn derartige Methoden wild BENUTZT werden. L. hat durchaus etwas beschrieben, was nahelegt, dass man sie bei best. Klienten gerade nicht benutzen sollte! (Da kommen die Thesen von ‚Energiehaltefähigekeit’ ins Spiel, auch Davis, ist hier schon woanders angerissen worden.) Im Kontext der Rolle, die der Orgasmusreflex in Reichs Theorie spielt, ist der Arc de cercle wirklich spannend: Man kann sich diese früher der Hysterie zugeordneten Phänomene offenbar noch nicht recht erklären und stellt nur fest:
    „Die ausgeprägte Variante Charcots ist heutzutage sehr selten, dafür sieht man eher ‚kleine’, psychomotorische Anfälle, bzw. Dämmerzustände (Absencen), die mit Missempfindungen, tic-artigen Bewegungsstörungen und verschiedenen körperlichen Funktionsstörungen einhergehen“ (Wikipedie über Arc de cercle).
    Wenn der Arc de cercle sich in der Therapie herbeiführen lässt und dies regelmäßig mit einem Stadium der Herausbildung des Orgasmusreflexes in Verbindung steht, legt das ein Verständnis des Phänomens nahe, das für die Medizin zurzeit natürlich abwegig ist.

  3. Klaus Says:

    „insofern stellen die Stresspositionen nur eine inhaltlich konsequente Fortsetzung des L.schen Schwachsinns dar.“ sind allerdings älter als L.s Schwachsinn.
    „dürfen bei KEINEM Patienten angewandt werden“ Mag sein. Wer hat das untersucht?
    L. bezieht sich u. a. auf Krebs (Fischer) S. 223 („auch in der Tiefe keine Affekte“).

  4. Peter Nasselstein Says:

    Lowen hat seine „Körperübungen“ eingeführt, weil er als angehender Vegetotherapeut so frustriert war: hatte er eine Körperpartie gelöst, panzerte sich eine andere um so mehr ab und immer so weiter in einem frustrierenden Katz- und Mausspiel. Er hat gar nicht mehr richtig mitgekriegt, daß Reich das Konzept der sieben Panzerungssegmente entwickelte, die systematisch gelöst werden müssen. Lowens Antwort auf das beschriebene Dilemma war sozusagen ein „Generalangriff“ auf die Körperpanzerung insbesondere durch Streßpositionen. Das ist schrecklich mechanistisch und zeugt, wie alle derartigen therapeutischen Gimmicks, von Kontaktlosigkeit. Der Kontakt zwischen Therapeut und Patient ist der Schlüssel. Interventionen, wie die von Lowen, verunmöglichen diesen Kontakt und ersetzen ihn durch Ersatzkontakt.

  5. Klaus Says:

    „Ich EMPFINDE das – und das ist Grundvorraussetzung um so etwas beurteilen zu können – es ist mir WURSCHT wer etwas untersucht hat, wenn ich etwas als FALSCH EMPFINDE“

    Die Reich’sche Therapie-und-Orgon-Eso-Szene ist voll von Leuten, die sich auf ihr tiefes Fühlen berufen und übrigens auch gerne – mehr oder weniger durch die Blume – durchblicken lassen, wie überdurchschnittlich gesund ihr Fühlen sei.
    Von Interesse sind für mich Gefühlsberichte durchaus, wenn sie Empfinden („Ich fühle Wärme … entlangströmen“), z. B. im ORAC, betreffen (möglichst mit Blick auf Regelhaftes) oder wenn sie Gefühle im engeren Sinne (wie bei „Ich bekomme Angst, wenn …“) betreffen; weniger oder gar nicht hingegen, wenn sie das ‚Fühlen’ der Wahrheit von etwas betreffen (wie z. B. bei „Ich fühle, dass der Teufel in dir steckt“ oder „Ich fühle, dass WR Recht hat“), was nur eine spezielle Form von Glaubensaussagen ist. Da wünsche ich mir ‚Valideres’.

    Zur ‚Kontaktlosigkeit’ Lowens: keine Frage. Man denke nur an den berühmten Einblick in eine Bioenergetikgruppe mit Lowen in dem jugoslawischen Film (Name entfallen).

  6. Klaus Says:

    Tja, eine systematische Praxis braucht schon etwas Theorie (und dann bitte mit wissenschaftstheoretischer Grundlagenkenntnis), ohne dass das Kontakt ersetzt. „Ich könnte mir eher Vorstellen, daß es unterschiedliche ‚Panzerungsstrukturen‘ oder Schwerpunkte, falls man das überhaupt in Worte fassen kann, bei menschen gibt“ Fraglich, ob das, was Reich als Anorgonie beschreibt, noch darunterfällt. Wohlgemerkt: Auch Reich meinte einen Verlust von Affekten ‚in der Tiefe‘ auszumachen.

  7. O. Says:

    Wie kann man nur so spanndende Diskussionen führen, die ich auch noch spät in der Nacht entdecke, obwohl ich längst tief eingeschlafen sein müsste. 🙂

    Ich will mich heute nicht vertiefen … sondern nur DANKE sagen!

  8. Klaus Says:

    Christian:
    Sie verwechseln etwas – eine leider in der Reich-und-Eso-Szene, in der sich jeder auf sein tiefes Bauchgefühl beruft, übliche Verwechslung: Ich meinte nicht eine Theorie mit dem Ziel einer therapeutischen Handlungsanleitung. Die Theoriebildung soll vielmehr EIN Mittel sein, um Forschungsfragen und genaue Experinentaldesigns zu entwickeln.
    Ihre Gesundheit und voll erreichte Genitalität – ich bin sehr beeindruckt, versteht sich – interessiert MICH hier wenig.

  9. Klaus Says:

    Beleidigt habe ich Sie nicht, aber Sie fühlen sich sehr beleidigt.
    Folgende Ausdrücke sind immer noch extrem metaphorisch:
    „Verlust an Orgongehalt in den Geweben“
    „Immobilität quantitativ nicht verminderten Gewebe-Orgons“
    „Immobilisierung des Körperorgans, d.h. eine Einschränkung der org. Pulsation“
    „die Energie ‚schwindet’ ins Biopathische Gewebe oder die PULSATION ist gestört“
    Und genauso das neuere
    „Energie nicht halten können“

    Diese Metaphorik ist Standard, und man ‚fühlt’ eben mehr oder weniger, was jeweils gemeint ist. Gerade mit der Metaphorik geht aber eine Orientierung an Bildern einher, z. B. bei „Ladung“ an Vorstellung von einer Lastwagenladung (das ist schon so, wenn man elektrische Vorgänge auf Makroebene beschreibt). Und diese Bilder bestimmen nicht ‚Wahrheitsbedingungen’ von Sätzen, was jedoch für genaueres Argumentieren erforderlich wäre. Daher bin ich dafür, möglichst lange nur phänomenorientiert vorzugehen: Unter welchen Bedingungen tritt welcher ‚direkt’ beobachtbare Sachverhalt ein?

    Ein Medizinstudium wappnet nicht gegen diese Metaphorik. Insbesondere naturheilkundliche Ärzte lieben das, ich erinnere nur an die dauernd beschworenen Selbstheilungskräfte 😦 😉

  10. Klaus Says:

    „wie erklären sie einem radiologen, daß sich das Näherkommen an die radiologische Station seit Ihrer Orgontherapie wie ein Schlag in den Solarplexus anfühlt ? Sie werden dies schwerlich mit gängigen Methoden „messen“ können – […]“
    Das ist eine Frage, die nichts mit der Metaphorik zu tun hat. Ich behaupte nirgends, dass nur mit den gegenwärtigen Mitteln Messbares existiert.

  11. Klaus Says:

    „wie erklären sie einem radiologen, daß sich das Näherkommen an die radiologische Station seit Ihrer Orgontherapie wie ein Schlag in den Solarplexus anfühlt ?“
    Die Messbarkeit war nicht mein Thema (muss ich hier nochmals betonen), sondern die Metaphorik der Reichianersprache. Ich mache hier mal lieber Schluss mit dem ‚Austausch’ mit Ihnen, Sie bringen arg viel durcheinander, tschühüß! 

  12. O. Says:

    Ich will noch einmal kurz zurück zum Video mit Herrn Blasband kommnen: Was faszinierend für mich ist, dass Herr Blasband, ehemaliger Leiter des ACO nach Baker, doch wirklich wie ein Hoffnungsschimmer am Horizont in Berlin eintraf, sich auch ein mal für andere Zusammenhänge zu öffnen schien, in die Diskussion ging, doch dann einmal über die „falsche“ Türschwelle getreten, sich in die Geistheilungsache verfing.
    Ein russische Geistheiler in den USA hatte ihn eingefangen und fasziniert mit der Möglichkeit mit dem Gedanken – „dem Bewußtseint“ zu heilen. Die Begeisterung schwappte dann natürlich gleich in die …Szene über und statt Hr. Blasband zur Vertiefung seiner Orgonomischen Kenntnisse zu fordern, wurde nach wenigen Stunden und Vorträgen über Orgontherapie – nur noch die ominöse Geistheilung des US-russischen Gurus angefragt und man reiste in die USA zu diesem „Heiler“ und wollte wie Blasband aus erster Hand erfahren.
    Was Hr. Blasband uns Jahre später noch (immer!) über diese Geschichte unkritisch wie ich meine darstellt ist so unglaublich oberflächlich und ohne jeden Inhalt, dass es wohl viele Fragen aufwerfen würde, aber kein Antworten gibt.

    Nicht dass man am Anfang noch fasziiert von der Möglichkeit, solche Dinge erfahren zu können nicht (auch) geträumt hätte bzw. versuchte dies rational nachzuvollziehen, was auf energetischer Ebene da vor sich ging. … Und genau der, der kein Gespür für diese Materie bekam, hat sich hiervon nicht distanzieren wollen. Bei dieser „Geistheilung“ stellte sich nicht nur die rationale Frage, ob es funktionieren würde, sondern viel mehr, ob es gut tun könnte und würde.

    Die krank machenden Wirkungen waren nicht unbedingt „Beweise“ für eine heilende Krise, sondern für evtl. einen tatsächlich ausgelösten völlig destruktiven Effekt.

    Niemand sprach darüber – über was, ja das getraue ich mir hier nicht zu sagen – und auch Herr Blasband scheint diesen Aspekt völlig ausblenden zu können.

    Dies müssen wir nicht vertiefen, da es ja auch nciht um Orgonomie geht, dennoch kann man solche dinge nicht nur als Esoterik abtun, sondern muss sehr genau ihre destruktiven wirkenden (!) Effekte ins Auge nehmen, statt sich von einer eingeschworenen Ephorie über Halbwissen unterhalten zu wollen. (dies trifft hier niemanden.)

    Wer Blasband von früher kennt, wird Schwierigekitenn gehabt haben ihn hier wieder zu erkennen, so völlig ausgetauscht wirkt der einstige Orgontherapeut aus der Linie Baker.

    Wer wollte heute noch von ihm die Orgontherapie erlernen wollen? – Das Gefühl sollte einen davon abhalten. Der Verstand vermag es oft nicht …

    Um mit einem Zitat von Blasband zu antworten „Everything is possible in the future!“ -But not with you, Mr. Blasband. And this can make people (also me) sad, but as time goes by … Good bye Mr. President (of the ACO)!

  13. O. Says:

    Ich gehe einmal weiter, ich halte es auch für einen grundlegenden Fehler aus tertiär Literatur Reich zitieren zu wollen, auch wenn dort angeblich, meist ohne Quellenangaben, letzte Worte aus dem Grabe erklungen sein sollen, die dann nach 50 Jahren, endlich der Öffentlichkeit päsentiert werden können.
    Sicher üben solche Diskussionen einen eigenen Standpunkt zu gewinnen und Klarheit sich zu verschaffen, in der Regel laden sie aber nciht zu produktiven inhaltlichen Diskussionen ein, die ja niemand hören möchte – so am Rande bemerkt.

    _____________

    Dennoch gab es für mich einen interessanten Hinweis, dass der arc de circle (Schreibweise nicht ganz korrekt) in der Bioenergetik und den Stresspositionen der „Zappelstunden“ ganz selbstverständlichhäufig genuzt wird, um alle Gefühle abzuklemmen!!!!

    Bei der „Pulsation“ (hust, verschluck) geht es eben nicht mehr um Emotionen, Gefühle etc. sondern um die „tote“ Orgasmuswelle zu Demozwecken oder den K(r)ampf darum, wenn man keine „Krebsstruktur“ hat. Auch dies alsHinweise gedacht, vertiefen kann man es ja einmal in einem Artikel.

  14. O. Says:

    Zu Davis und den anderen Herrn … :

    Ich weiß nicht, wie es dazu kam, sie in einen Topf zu schmeißen, was mich im Prinzip nicht stört, da ich es aus heutiger Sicht vielleicht auch verstehen könnte.

    Dennoch standen die Konzepte sich kontrovers gegenüber. Erst später wurde aus Davis Ansatz ein Einheitsbrei bemacht, der beliebig mit allem zu vermischen ist. Davis ist nicht verstanden worden, weil er nicht gefühlt wurde. Leute die zwei expressive „Reich“-Therapie und Ausbildugnen gemacht haben, verstehen körperlich und emotional nicht mehr den Ansatz von Davis und seiner Technik – weil es eben nicht – wie in der Bioenergetik – auf eine Technik ankommt, sondern auf den Rest, der hier nicht zu erläutern ist.

    Fairer Weise will ich das angemerkt haben. Die Technik von P&P ist egal und beliebig austauschbar, die Haltung dazu ist es nicht. Und es differiert auch sehr von Reich, widerspricht ihm deutlich, auch wenn es in seinem Sinne hätte sein können. Der Widerspruch an sich (zu Reich) ist nicht das Problem, sondern was daraus abzuleiten ist.

    Davis meint z. B., man müsse nicht mit dem Charakter und seinen Widerstände arbeiten. Da fragt man sich automatisch wie soll das gehen. – Wer dies jetzt als Argument gegen Reich benutzt, hat (noch lange) nichts verstanden, die Frage ist, was wird anstelle einer Charakteranalyse gesetzt?

    Ist man ein wenig einfältig im Denken, würde man antworten, die „Pulsation“.
    – Aha, meinetwegen. Und was wäre so besonderes an der „Pulsation“, dass sie die komplexe Charakteranalyse ersetzen könne? Oder was geschehe mit dme Konstrukt des Körperpanzers?

    Die zweite Frage findet vielleicht eine Antwort – die erste ist wohl zu schwierig: Der Panzer müsse doch etwas gelockert werden (das Ding mit den Löchern im Panzer, die Emotionen durchlassen würden, ist gemeint) … damit die Pulsation wieder … „fließen“ (nein, Fließen passt hier nicht) … ähm, vielleicht pulsieren kann.

    Grandiose Erklärung, für meinen Geschmack etwas zirkulär und vielleicht hilft ja das „funktionale Schaubild“ etwas und demonstriert die fundierten Kenntnisse der Orgonom-ei …

    Also unten die Energie, Entschuldigung die Lebensenergie – „unser Fachbegriff“ – dann im rechten Pfeil nach oben die Pulsation und links dann eben die Information (der Lebensenergie ist doch klar).

    Sehr schön soweit und alles im Fluß … – Das klingt jetzt aber schon nach energetischer Medizin! …

    Ja, das ist es auch. ….

    ____________

    Nun enden wir unseren Dialog mit wem eigentlich? – hmmm.

    Im Zweifelsfall war es vielleicht Reich – so ein wenig gechannelt von … na Sie wissen schon 😉

  15. O. Says:

    Zum Artikel: Die drei letzten Grafiken verdeutlichen sehr schön wohin bei unterschiedlicher Ausrichtung (Struktur) die Sensationen und Emotionen führen. Auch das eingezeichnete CFP-Symbol finde ich hilfreich zu verstehen, das mit dem CFP-Schriftsymbol gemeint ist. Bei letzterem habe ich immer Schwierigkeiten dessen Bedeutung zu erfassen und da wird es mir wohl nicht alleine mit gehen. Die wiederholte Verwendung machte es bislang auch nicht deutlicher.

  16. O. Says:

    Thema Verliebtsein, eines der schönsten Themen und doch immer recht privat gehalten, findet hier auch meine Aufmerksamkeit:

    Wer kennt es nicht, dass ich mich/ man sich … „verliebe“/…, und dann einen Menschen kennen lernen möchte und im kopf sich dan ganz viel abspielt, wie man eine Situation herbeiführen könnte, in der ich mich ihr näher fühlen kann oder sie kennen lern will … das wird dann zigfach im Kopf durchgespielt, geplant und verworfen in allen Varianten durchdacht und strageisch geschickt auch noch quasi auf den Weg gebracht und dann in der Situation werde ich dann ängstlich, weil ich es nicht gleich umsetze und dann noch ein paar Gedankenschleifen einbaue etc. bis ich dann vielleicht sogar frustriert wieder abziehe …

    Ja, sowas kann ich mit distanz vielleicht sogar belächeln, wie töricht ich bin, um dann noch einmal einen Anlauf zu nehmen. Das Ende einer solche Aktion, kann sicher jeder erraten: Es wird nichts. Kein „Hallo“ kommt über die Lippen und schon gar nicht kommt es zum berühmten first kiss.

    Da möchte man dann anfangen zu singen: tausend mal gesehn, tausend mal ist nichts passiert … und es hat auch nicht zoom gemacht. 🙂

    Dann passiert es plötzlich einmal ganz anders, wieder habe ich mich so ein wenig, naja eben nur ein wenig … und noch nicht mal drüber nachgedacht, dass die Verabredung dann schon längst steht und kaum habe ich gemerkt, dass ich eigentlich schon seit Stunden zu zweit bin und geplaudert habe und dann mal eben die Hand ausstrecke und sie ihre Hand in die meine legt … und wann auch immer, dann der erste Kuss kommt, ohne Gedanke oder Planung … den Rest wird man sich vorstellen dürfen.

    Genau so kann es sein oder eben völlig gehemmt, wie oben beschrieben.
    Es ist dieselbe Person, die verschiedene Handlungsmöglichkeiten lebt/ erlebt und umsetzt. Der Charakter hat sich nicht geändert, die körperlichen Blockaden auch nicht … jetzt könnte man auf die Gedanken kommen, dass es eine Sache der Kognitionen sei. In gewisser Weise geht es darum, diese einmal abschalten zu können und mehr bei sich zu sein und es einfach passieren zu lassen.

    Gibt es dafür ein Rezept, einen Tipp oder einen Hinweis? Nein. Eine Körperübung? Nein.

    Dies soll ein kleines Beispiel sein, dass hier angesprochen wurde.

    Und natürlich ist damit nicht schon alles gelöst: Sondern die Probleme einer Beziehung (zweier Menschen, und Sie werden es erraten, nicht „orgastisch potenter“ Charakterstrukturen) nehmen dann erst einmal ihren Anfang. – Und viele „Fallen“ (wie Baker sagt) warten auf die Zweisamkeit bis es zu einem (meist ja nicht) eintretenden „happy end“ kommt.

    Was würde Reich jetzt mit einem Patienten machen, der diesen Verlauf beschrieben hätte? Er würde die Frage nach dem sexuellen Erleben stellen? … Nun da würde ich sagen: „Vielen Dank Hr. Dr. Reich, das geht Sie hier gar nichts an …“ 😉

    Und Myron hätte vielleicht einen guten Satz dazu: The badest thing in you is your wanting.

  17. Das Verschwinden der Orgonomie | Nachrichtenbrief Says:

    […] Wie in Der Dalai Lama im Dschungelcamp dargelegt, beruht unsere gegenwärtige Kultur auf zwei funktionellen Transformationen: die von Emotion in Sensation und die von Erregung in Wahrnehmung. Oder mit anderen Worten Sensationen treten an die Stelle von Emotionen und beginnen entsprechend die kulturelle Atmosphäre zu prägen. Das gleiche gilt für Wahrnehmung und Erregung. Da die Massen unfähig sind funktionell zu denken, wird dieses bioenergetische Geschehen als zunehmende „Spiritualität“ mißinterpretiert. Die „kontemplative Stille“ und die „geistigen Welten“, die sich neu erschließen, gehen auf eine grundlegende Störung der bioenergetischen Struktur zurück: das im Zentralen Nervensystem Struktur gewordene energetische Orgonom dominiert vollständig das im Autonomen Nervensystem Struktur gewordene und im Solar Plexus zentrierte orgonotische System. Entsprechend verlagert sich die Energie vom Bauch auf den Kopf. Das bedingt gleichzeitig, daß diese „neue Spiritualität“ im krassen Gegensatz zur „alten Spiritualität“ (insbesondere die des Christentums) politisch eher links orientiert ist. (Siehe dazu Spiritualität und die sensationelle Pest.) […]

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