Genetik: Mystizismus, Mechanismus, Funktionalismus (Teil 1)

Eine Fessel unseres Denkens ist das „Rätsel der Zweckmäßigkeit“ aus dem Hans Hass die Glaubensvorstellungen und Religionen erklärt. Der Mensch war mit einer zweckmäßig eingerichteten Natur konfrontiert und „die Grundfunktion der menschlichen Intelligenz – weit auseinanderliegende Ursachen und Wirkungen zu verknüpfen und zu erforschen –“ brachte den Menschen dazu, an übersinnliche Wesen als Ursache dieser Zweckmäßigkeit zu glauben. Diesen illusorischen „Wesen“ unterwerfen wir uns, seien es nun „Götter“ oder Gene, die durch eine Willenshandlung oder „Zufall“ angeblich schicksalshaft die Zweckmäßigkeit der Energone und ihrer Organe bestimmen. Dieser Metaphysik (Zweckmäßigkeit wird von außen, z.B. dem „Geist“, in die Welt hineingetragen) setzt Hass den „unheimlichen Gedanken“ entgegen, daß Zweckmäßiges ganz von selbst entstehen kann, „einfach dadurch, daß alles Unzweckmäßige verschwindet.“ Ich habe mich mit dieser Sichtweise von Hass bereits in Die Orgonomie und die Energetik (Teil 4) beschäftigt.

Die Metaphysik der bisherigen Sichtweise macht Hass z.B. daran fest, daß der angebliche Schöpfer von Zweckmäßigkeit ja unmöglich bestimmen kann, was zweckmäßig ist. Ich kann wohl beliebige Schlüssel erschaffen, aber deren Zweckmäßigkeit bestimme nicht ich, sondern einzig und allein das Schloß. Die moderne Evolutionstheorie stellt jedoch die Welt finalistisch auf den Kopf, indem sie die Zweckmäßigkeit der Lebensstrukturen auf den Informationsgehalt der Gene zurückführt. Information, die das Werk einer gigantischen Lotterie sei. Für diese letztlich metaphysische Biologie ist der „Informationsgewinn“ der DNA der zentrale Motor der Evolution und ihr großes Welträtsel ist, „wie aus Zufällen so viel Zweckmäßigkeit entstehen konnte“.

Trennt man sich jedoch mit Hass

vom Grundkonzept, daß Höherentwicklung die Zielrichtung der Evolution sei, und erkennt man statt dessen, daß alle Differenzierung und Höherentwicklung nur Werkzeuge sind, welche die Eignung haben, einen Bewegungsfluß in Potenz und Volumen zu steigern, dann fallen diese Schwierigkeiten fort. Dann ist Zweckmäßigkeit nicht eine rätselhafte Folge dieser oder jener Zufallskombination materieller Grundeinheiten, sondern die an einem Raumzeitpunkt einzig mögliche oder beste Voraussetzung ein sich steigerndes energetisches Geschehen zu bewirken oder fortzusetzen. (…) Die Strukturen, über die sich ein Prozeß steigern kann, sind von der Funktion, solches zu ermöglichen, determiniert. (Hass/Lange-Prollius: Die Schöpfung geht weiter, Stuttgart 1978)

Leider krankt die „offizielle“ Biologie noch immer an der Teleologie und ist zu solchen einfachen funktionellen, energetischen Überlegungen nicht in der Lage. Es ist die alte Metaphysik – im mechanistischen Gewande der Genetik. In ihr findet sich ein mystischer Platonismus verkörpert, der von der Physik her die Biologie vergiftet hat. Es geht einfach um die Frage, was „das verborgene Gemeinsame“ (CFP) in der Natur ist:

  1. Entweder sind es die Platonischen „regulären Körper“, die sich in der DNA und den Elementarteilchen offenbaren, als „Idee des Lebewesens“ und „Urbild der Materie“; oder
  2. das verborgene Gemeinsame ist die Energie und ihr Haushalt. Diese Ansicht vertritt Hass.

Nicht Informations- sondern Energieerwerb ist das Entscheidende. Information nur ein sekundäres Hilfsmittel. Hass:

Für alles „Leben“, für alle „Tätigkeit“, für jeden „Vorgang“ ist als primäre notwendige Voraussetzung Energie nötig. Somit erklärt – und bestimmt – die Art des Energieerwerbes die Grundstruktur aller Pflanzen und Tiere. Wie auch immer sie zustande kamen – ob über Zufälle oder göttliche Wirksamkeit –, die für sie nötige Grundstruktur ist ihnen gleichsam vorgezeichnet, ist demnach Ausdruck einer „Notwendigkeit“. Diese legt fest, wie ein Tier oder eine Pflanze gestaltet sein muß, um zweckmäßig zu sein.

Aus orgonomischer Sicht ist zu ergänzen: Während bei tierischen Energonen und ihren funktionellen Einheiten durchweg die (geschlossene) Orgonom-Form auftritt, wird die unbelebte Natur von der Überlagerungsfunktion beherrscht (offenes Orgonom). Strukturen werden also aus orgonomischer Sicht nicht nur durch die Art des Energieerwerbs bestimmt, sondern auch von der Bewegungsform der (Orgon-) Energie.

Die folgende Illustration ist David Dressler: „Orgonomes in the Human Body“ (Offshoots of Orgonomy, No. 5, 1982, S. 37-39) entnommen.

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9 Antworten to “Genetik: Mystizismus, Mechanismus, Funktionalismus (Teil 1)”

  1. Robert (Berlin) Says:

    Es fällt auf, dass in der Natur runde Formen dominieren, sicherlich, weil spitze oder eckige schwerer zu erschaffen sind.
    Es stimmt nicht, dass die Genetik die Evolution als Lotterie betrachtet. Die Darstellung in dem Aufsatz gleicht eher den Darstellungen religiöser Fundamentalisten. Unzweckmäßiges verschwindet deswegen, weil es nicht gebraucht wird und zu seiner Herstellung Energie (Nahrung) benötigt wird. Aber selbst dann muss es nicht verschwinden, sondern kann als Überbleibsel ohne Bedeutung erhalten bleiben (z.B. Reste unseres ehemaligen Wasserdaseins, Gene ohne aktuelle Funktion).
    Die natürliche Auslese hat auch nichts mit Zufällen zu tun, sondern stellt eine ständige Variation des Gegebenen dar, die sich als Nützlicher oder Untauglicher erweisen. Das Krokodil hat dagegen schon eine solche Optimale errreicht, dass es sich seit millionen Jahren nicht mehr ändert.
    Der künstliche Gegensatz zwischen Information und Energieerwerb, der hier behauptet wird, existiert in der Realität überhaupt nicht. Die Information ändert sich, wenn der Energieerwerb verbessert werden kann, d. h. wenn die Information zu einer Verbesserung des Energieerwerbs führt, bleibt sie erhalten, sonst erlischt sie (wird nicht fortgepflanzt).
    Der hier immer behauptete Gegensatz zwischen Orgonomie und Genetik ist deswegen falsch, weil beide Wissenschaften direkte Interpretationen von Naturfunktionen sind. Die Genetik steht mit der Mehrung ihrer Erkenntnisse immer sicherer dar und kommt gerade in der Evolutionsbiologie immer mehr der Orgonomie näher (zB in der Funktion des Orgasmus).

  2. Manuel Says:

    Der „unheimlichen Gedanken“ ist nicht, wie Hass meint, daß Zweckmäßiges ganz von selbst entstehen kann, „einfach dadurch, daß alles Unzweckmäßige verschwindet“, sondern das Veränderungen in der Natur von vornherein zweckmäßig sind. Die Evolution ist kein Würfelspiel „Trial and Error“ – dieser Gedanke kann nicht auf direkter Naturbeobachtung beruhen – wo sind die Beweise dafür in der real existierenden Natur? Meine Naturbeobachtung lehrt mich das Gegenteil: die Notwendigkeit einer – bestimmten und nicht zufälligen- Veränderung wird antizipiert – um es mal „fußballdeutsch“ auszudrücken 😉

  3. Robert (Berlin) Says:

    Um es hier mal klarzustellen: Veränderung findet in der Regel nicht durch Mutation statt, das wäre viel zu selten, sondern durch Rekombination der DNA durch geschlechtliche Fortpflanzung (Sex). Dadurch, dass ständig veränderte Nachkommen entstehen, kann die natürliche Auslese bei höheren Wesen überhaupt schneller reagieren und bietet deswegen einen Evolutionsvorteil. Anders bei eingeschlechtlichen Organismen. Übrigens sind ein großer Teil der Organismen Zweigeschlechtlich.

  4. Die Orgonenergie « Nachrichtenbrief Says:

    […] gleich funktioniert. Alle Organe zeigen die gleiche von der Orgonenergie geprägte Form (siehe dazu Funktionelles Denken: Genetik (Teil 1)). Bione (mikroskopische Orgonenergie-Bläschen) sind genauso blau unter dem Mikroskop wie der […]

  5. Landschaft & Oekologie Says:

    Der Tod verhindert, daß es mit dem Leben zu Ende geht. Anmerkungen zu einer Prognose des szientifischen Naturalismus….

    In einem Kommentar zu meinem Blogartikel „Die Erde ist kein Lebewesen – Kritik der Gaia-Hypothese“ hat @ Noït Atiga folgendes geschrieben: „Wenn wir aber Lebewesen und deren Funktionieren soweit dekonstruieren können, …

  6. Das definitive Ende der Orgonomie (Teil 2) | Nachrichtenbrief Says:

    […] in dem die Bewegung der kosmischen Orgonenergie nicht nur im Gesamtorganismus, sondern auch in fast allen Organen und Organgruppen eingezeichnet ist. Eine wunderbare Symphonie! Nur wer hat sie komponiert? Von daher ist es kein Wunder, daß man […]

  7. Biologie als Emotionelle Pest | Nachrichtenbrief Says:

    […] der Macher widerspiegelt. Der Autor berichtet über „Das Geheimnis der Gestalt“, beschreibt die wunderbare Einheitlichkeit der Formen des Lebendigen – und endet in einem Horrorszenario der […]

  8. Die Lunge und der energetische Funktionalismus | Nachrichtenbrief Says:

    […] die wie fast alle anderen inneren Organe auch, der Orgonom-Form entspricht. Ich habe mich damit an anderer Stelle beschäftigt. Diese Formen evolutionsbiologisch erklären zu wollen („Die Organe sind so geformt, […]

  9. Tzindaro Says:

    Single-celled organisms like ameboas and alge form directly from heaps of bions that in turn, were formed directly from non-living matter. These are identical to ordinary forms commonly found in pond water or other natural environments. In Arizona, Reich even found grass, a large, complex multi-celled plant with a supposedly long evolutionary history behind it, growing from bare desert sand which contained no seeds.

    These orgonomic observations show beyond any doubt that both the theory of evolution and the theory of genetics, as curreently understood, are seriously flawed and must be either modified to account for the continual development of already known life-forms anew from inorganic matter without ancestors, or abandoned entirely in favor of some more comprehensive theory that can explain these observations.

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