Paulus Antichrist

Im extremen Gegensatz zu Jesus war das Denken von Paulus hierarchisch, frauen- und lebensfeindlich (was dasselbe ist!) geprägt. Paulus war der definitive Prophet des Patriarchats.

Man könnte einwenden, das meiste, was man Paulus in dieser Hinsicht vorwirft, sei Schuld der frühkatholischen Kirche des 2. Jahrhunders. Aus dieser Zeit stammen die Pastoralbriefe 1. und 2. Tim, Tit. Die Sentenz 1 Kor 14,34f („die Frau soll schweigen“) sei ein später Einschub. „Zudem hat Paulus in 1 Kor 11,5 genau das Gegenteil vertreten: die Frau soll als Prophetin in der Gemeindeversammlung reden dürfen“ (Martin Koestler: Stirbt Jesus am Christentum?, Schaffhausen 1982).

Wie ernst man derartige Verteidigungsplädoyers nehmen kann, ist aus dem Gesamtzusammenhang 1 Kor 11,3-6 ersichtlich:

Jeder Mann ist unmittelbar Christus unterstellt, die Frau aber dem Mann; und Christus steht unter Gott. (Christus ist das Haupt des Mannes, der Mann das Haupt der Frau und Gott das Haupt Christi.) Deshalb gilt: Ein Mann, der im öffentlichen Gottesdienst betet oder Weisungen Gottes verkündet und dabei seinen Kopf bedeckt, entehrt Christus und sich selbst (entehrt sein Haupt). Eine Frau dagegen, entehrt ihren Mann und sich selbst (entehrt ihr Haupt), wenn sie im öffentlichen Gottesdienst betet oder Weisungen Gottes verkündet und dabei den Kopf nicht bedeckt hält. Es ist genauso, als ob sie kahlgeschoren wäre. Wenn sie kein Kopftuch trägt, kann sie sich gleich die Haare abschneiden lassen. Ist es etwa nicht entehrend für eine Frau, sich die Haare abschneiden oder den Kopf kahlscheren zu lassen? Dann soll sie auch ihren Kopf verhüllen.

Das erinnert an die Verschleierung der Frauen im Islam. Übrigens wurden damals Huren kahlgeschoren – für Paulus war schon eine Frau ohne Kopftuch eine Hure!

In 1 Kor 7,10 beruft sich Paulus bei seinem strickten Verbot der Scheidung auf Jesus: „Sie stammt nicht von mir, sondern von Christus, dem Herrn.“ Während es aber bei Jesus (Mt 19,3-12) primär darum geht, die Frau davor zu schützen von ihrem Mann einfach auf die Straße geworfen zu werden, heißt es bei Paulus an erster Stelle:

Eine Frau darf sich nicht von ihrem Mann trennen. Hat sie sich von ihm getrennt, so muß sie unverheiratet bleiben oder sich wieder mit ihrem Mann aussöhnen. (1 Kor 7,10f)

Das ist geradezu das Gegenteil dessen, was Jesus intendiert hat! Dessen Hauptaussage wird bei Paulus zu einem bloßen ergänzenden Nebensatz: „Ebensowenig darf ein Mann seine Frau fortschicken.“

Die ganze Lebensfeindlichkeit des Antichristus Paulus zeigt sich auch in Bezug auf die Kinder. Während Jesus (Mt 18,3) davon spricht, daß man erst dann ins Himmelreich eingehen kann, wenn man so wird wie die Kinder, verbindet Paulus in seinem widerwärtigen „Hohelied der Liebe“ das Eingehen in das Himmelreich mit dem Erwachsenwerden:

Anfangs, als ich noch ein Kind war, da redete ich wie ein Kind, ich fühlte und dachte wie ein Kind. Dann aber wurde ich ein Mann und legte die kindlichen Vorstellungen ab. Jetzt sehen wir nun ein unklares Bild wie in einem trüben Spiegel; dann aber stehen wir Gott gegenüber. (1 Kor 13,11f)

In Röm 8,5-8 verteufelt Paulus den eigenen Willen des Menschen, der doch in erster Linie Wille zum Leben ist, und verkehrt seinen Sinn in das Gegenteil. Nicht unsere eigenen Wünsche machen uns Leben, nein, „die eigenen Wünsche führen zum Tod.“ Und wie sieht dieser „Gott“ aus, dessen Wünschen wir uns unterordnen sollen? Paulus hat seinen Gott nach dem eigenen Bilde geformt; einen Satan, der die Menschen schon verurteilt, bevor sie überhaupt etwas Gutes oder Böses getan haben! (Röm 9,11-12).

Folgt daraus, daß Gott ungerecht ist? Keineswegs! (…) Gott verfährt (…) ganz nach seinem freien Willen: Dem einen schenkt er seine Gnade, und den anderen macht er so starrsinnig, daß er sich gegen ihn verschließt. (Röm 9,14 und 18)

Das ist die Logik des Teufels!

In Röm 8,32 sagt uns Paulus, Gott habe nicht einmal seinen eigenen Sohn verschont, „sondern ließ ihn für uns sterben.“ Also hat „Gott“ Christus ans Kreuz genagelt?! Zu dieser Blasphemie paßt denn auch, daß die koptische Kirche Pilatus heiliggesprochen hat und solche „gute Menschen“ wie Walter Jens und Helmut Gollwitzer sich zu Judas bekannten, der doch den „Heilsplan“ erst möglich gemacht habe. Das ist ungefähr so, als würde man Gott dafür preisen, daß er sein ganzes Volk, seinen „erstgeborenen Sohn Israel“ (Ex 4,22), geopfert hat und Eichmann zum Heiligen erklären!

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3 Antworten to “Paulus Antichrist”

  1. Adept Says:

    Ich halte die sogenannte Logik für das Problem, sie basiert auf dem
    rationalen Verständnis von dem, was als „wahr “ bezeichnet wird.

    Die christlichen Kirchen sind ebenso wie alle anderen Religionsgemeinschaften letztlich von Logikern beherrscht, philosophischen Rationalisten: sie definieren, was ‚wahr‘ ist.

    Die Wirklichkeit -auch wenn ich mich wiederhole – kennt weder ‚wahr‘ noch ‚falsch‘: sie ist.

    Paulus macht dasselbe wie Aristoteles: er schlußfolgert ohne seine Persönlichkeit daran teilhaben zu lassen.

    Die Teilhabe am Leben ist aber auch ein körperlich-emotionaler Prozeß,
    nicht nur ein logischer Prozeß.

    Wobei Logik natürlich trotz aller Abstraktion abhängig ist von eben diesem körperlich-emotionalen Prozeß.

    Es scheint also so zu sein, daß der geistige Teil sich abspalten kann und so der körperlich-emotionale Prozeß ‚weiterwabert‘ – unerkannt.

    Während dieses ‚Weiterwabens‘ kann die abstrakte Form des Geistigen, die Logik ,aber nicht mehr in der ‚Ursuppe‘ verwurzelt sein und verliert gewissermaßen die Bodenhaftung.

    Und so schreibt der Lehrling Paulus als Unwissender:

    „Folgt daraus, daß Gott ungerecht ist? Keineswegs! (…) Gott verfährt (…) ganz nach seinem freien Willen: Dem einen schenkt er seine Gnade, und den anderen macht er so starrsinnig, daß er sich gegen ihn verschließt. (Röm 9,14 und 18)“

    Die geistig-seelische Freiheit wird konsequent verteufelt – es fehlt der an der Oberfläche des Daseins verhafteteten Logik die ‚Ursuppe‘,
    das Materielle des Daseins.

    Schlußendlich würde dies bedeuten, dass der rein rationale Prozeß
    zum Untergang verurteilt wäre, weil er die reale Existenz dahinter verleugnet.
    Letztlich wird die Realität der ‚Ursuppe‘ obsiegen.

    Verkürzt müßte man sogar soweit gehen, daß das Rationale – gewissermaßen alleingelassen und entkörperlicht- ein teuflisches (um bei der Wortwahl zubleiben) Konstrukt ist.

    Dagegen ist das Geistige nur als Ausdruck des körperlich-emotionalen Daseins zu erfassen.

    etc etc

    Spannende Geschichte, Danke !

  2. Klaus Says:

    „Ich halte die sogenannte Logik für das Problem“
    – merkt man.

    „Die Teilhabe am Leben ist aber auch ein körperlich-emotionaler Prozeß,
    nicht nur ein logischer Prozeß.“ ????? Wer hat denn behauptet, dass Logik beansprucht, Prozesse (und gar körperliche oder emotionale Prozesse) zu beschreiben? Meines Wissens kein Logiker.

  3. flose Says:

    aha lustig du heuchler das verschleiern erinnert dich also an den islam? nur lustig das es im islam nicht aufgezwungen wird und streng genommen garnicht drin steht (hijab war ein anderes wort) aber im jüdischen/christlichen wird es den frauen aufgezwungen kopftuch zu tragen auch hat die frau von jesus die mutter und jede andere wichtige gläubige in der geschichte kopftuch getragen aber dass du das direkt mit dem islam verbindest ist eigentlich gut das beweist das muslime die einzigen sind die jesus ehren(jesus aß kein schwein,betete zu den einem gott indem er sein gesicht auf dem boden legte oder in anderen worten war ein muslim) und noch immer als EINZIGE alle regeln gottes befolgen

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