Die Emotionelle Pest auf der Entbindungsstation

Die Destruktivität des gepanzerten gegen das ungepanzerte Leben läßt sich in der Beziehung der Mehrzahl der Erziehungspersonen gegen neugeborene Kinder beobachten. (…) In unseren hochgeehrten Geburtshospitälern werden die Säuglinge nach einem ehernen Gesetz in den ersten 24 bis 48 Stunden nicht an die Mutterbrust gelegt. Es bedarf der Drohung, um eine Krankenschwester oder einen Arzt zu bewegen, diese eiserne Regel zu brechen. Die Säuglinge leiden und wimmern. Die „Kultur“ hat kein Ohr dafür. Man frage nach einer Begründung dieser Maßnahme. Es gibt keine vernünftige Antwort oder nur eine jener steifen Antworten, wie sie uns aus dem Munde einer Maske hervorkommen. Die Neugeborenen dürfen die Mutter nur wenige Minuten am Tage spüren. Man denke: Welch ein Vergehen gegen die Regeln der „Hygiene“! (…) Diese Massaker der Neugeborenen, deutlich hörbar im ohrenzerreißenden und herzerschütternden Schreien in allen Säuglingszimmern aller Geburtsanstalten der Welt – diese Massaker, sage ich, haben nichts mit hygienischen Rücksichten zu tun. Es ist die erste, unbewußte, aber energetische Maßnahme gepanzerter Organismen im Gewande von Ärzten, Direktoren und Eltern gegen das lebendige Leben, das ihnen unverdorben und unverzerrt entgegentritt. Man überlege eine lange Weile die Tatsache: Tausende Ärzte und Krankenschwestern hören das Brüllen der Säuglinge und begreifen nicht. Sie sind taub und stumm dagegen. (…) Der gepanzerte Arzt vernimmt das Schreien der Säuglinge nicht, oder er hält es für gottgegeben, weil er selbst das Schreien in sich erstickt hat, und weil sein Organismus nicht mehr wahrzunehmen vermag, was ein anderer Organismus ihm zuruft. (Äther, Gott und Teufel, S. 70f)

Das hat Reich 1947 geschrieben. 64 Jahre später schlägt eine Studie von Barak Morgan, University of Cape Town, South Africa, et al vor, die Trennung der Babys von ihren Müttern auf Geburtsstationen auf ein Mindestmaß zu minimieren.

John Krystal, Herausgeber von Biological Psychiatry, die Zeitschrift, in der diese Studie veröffentlicht wurde, und Psychiater an der Yale University School of Medicine sagt dazu:

Wir wußten, daß dies mit Streß behaftet war, aber diese Studie weist darauf hin, daß es ein bedeutender physiologischer Stressor für den Säugling ist.

Mit anderen Worten: die Babys haben geschrien und gewimmert, aber erst jetzt fängt man an das ernstzunehmen, weil irgendwelche objektiven physiologischen Parameter beunruhigende Werte anzeigen!

Es wurden zwei Tage alte schlafende Babys jeweils über eine Stunde hinweg während des Hautkontakts mit der Mutter und allein in einer Wiege, die neben dem Bett der Mutter stand, untersucht. Bei den letzteren Säuglingen war der Anteil ruhigen Schlafs zu 86 Prozent niedriger, während die Aktivität des autonomen Nervensystems um 176 Prozent höher lag. Reich hat das als „Sympathikotonie“ bezeichnet.

Zu Recht weisen die Forscher auf den „seltsamen Widerspruch“ hin, daß bei Tierversuchen, die Säuglinge von ihren Müttern getrennt werden, um künstlich Streß zu erzeugen und die zerstörerischen Wirkungen dieses Stresses auf die Hirnentwicklung zu studieren. Auf der anderen Seite wird menschlichen Kindern genau dies routinemäßig angetan… Warum dieser schier unglaubliche Wahnsinn? Reich hat die Frage beantwortet.

Erst in Extremsituationen stoßen Wissenschaftler und Mediziner auf das Lebendige! Grace Chan (Harvard T.H. Chan School of Public Health) et al. haben in einer Metaanalyse von 124 vorangegangenen Studien verifizieren können, daß Kinder, die mit einem zu geringen Geburtsgewicht zur Welt kommen, eine höhere Überlebenschance haben, wenn sie ständigen Hautkontakt mit der Mutter haben und von ihr gestillt werden. Die „Känguru-Methode“.

Der absurde Zustand der heutigen Medizin zeigt sich an beiden folgenden Abschnitten eines entsprechenden Berichts. Da ist zunächst die vollkommen rationale Seite:

Um die gesundheitlichen Vorteile der Känguru-Methode für Babys zu maximieren, empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation derzeit kontinuierlichen Haut-zu-Haut-Kontakt für so viel Zeit am Tag wie möglich, sagte Chan. Einige Daten legen nahe, daß mehr als 22 Stunden am Tag von Vorteil sind, aber „das ist wirklich schwer zu schaffen“, sagte sie Life Science. Zwischen 8 und 12 Stunden wären wahrscheinlich hilfreich, fügte Chan hinzu.

Und dann bricht im darauffolgenden Absatz der ganze pestilente Wahnsinn der mechanistischen Weltanschauung, die nicht mal eine ferne Ahnung von den emotionalen, energetischen Zusammenhängen hat, hervor:

Es ist nicht ganz klar, warum die Känguru-Methode für die Gesundheit und das Überleben von Babys von Vorteil sein kann, sagen die Forscher. Eine Erklärung könnte sein, daß, da die Haut als Schutzbarriere gegen Infektionen wirkt und die Haut vieler Frühgeborener noch nicht vollständig entwickelt ist, „die enge Nähe des Babys zur Mutter das Baby vor dem Kontakt mit Organismen, die zu Infektionen führen, schützen kann“, sagte Chan.

Darüber hinaus könne der enge Kontakt der Mutter mit dem Baby ihr ermöglichen, die Anzeichen einer Infektion oder einer anderen Krankheit frühzeitig zu erkennen und so einen Arzt früher aufzusuchen, sagte Chan.

Man vergleiche das mit Reichs Ausführungen über die Bedeutung des orgonotischen Kontakts zwischen Mutter und Baby in Der Krebs!

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4 Antworten to “Die Emotionelle Pest auf der Entbindungsstation”

  1. Robert (Berlin) Says:

    Und diese Panzerung überzieht die gesamte Wissenschaft. Die abgetöteten Gefühle der „Experten und Fachleute“ führen zu Ergebnissen, die ihrer Panzerung entsprechen.

  2. atsil Says:

    Empfehle in diesem Zusammenhang auch folgenden Review des Buches von Sigrid Chamberlain: „Adolf Hitler, die deutsche Mutter und ihr erstes Kind“:

    http://www.alturl.com/jstvz

    Auszug:
    „Ein wirklicher Nationalsozialist ist nicht vorstellbar ohne das Bedürfnis, andere auszugrenzen und auch grausam mit anderen Menschen umzugehen. Ein solches Verhalten ist aber nicht vorstellbar ohne eine grundsätzliche Bindungslosigkeit und ein hohes Maß an Gefühllosigkeit. Und genau darauf, auf Gefühllosigkeit und Bindungslosigkeit, laufen die Ratschläge in dem 1934 von der Ärztin Johanna Haarer verfassten Ratgeber »Die deutsche Mutter und ihr erstes Kind« hinaus. Er ist gewissermaßen eine Anleitung zu Kaltherzigkeit und Beziehungsarmut.“

    Die von Chamberlain kritisierten Bücher von Johanna Haarer, einer Lungenfachärztin, die Hitlers pädagogische Fahnenschwingerin war, wurden in Deutschland auch nach dem 2. Weltkrieg in hohen Auflagen weiter veröffentlicht:

    Auszug:
    „der Säuglingsratgeber von Johanna Haarer erschien ab 1949 unter dem leicht veränderten Titel »Die Mutter und ihr erstes Kind« und in etwas gereinigter Form weiter – die letzte Auflage im Jahr 1987.“

    Auszug:
    „Erzieherinnen, Säuglingsschwestern, Fürsorgerinnen, die in den 1930er- und 1940er-Jahren ausgebildet wurden, bei Kriegsende vielleicht 25 waren, haben diesen ganzen Bereich bis in die 1980er-Jahre geprägt. Übrigens konnten alle Menschen, die mit kleinen Kindern arbeiteten, nach dem Krieg weiterarbeiten, da gab es so gut wie keine Entnazifizierung. Meine Mutter zum Beispiel durfte als überzeugte Nationalsozialistin nach 1945 nicht Geschichte studieren, aber sie durfte Fürsorgerin werden. Also einen Beruf ergreifen, in dem sie viel mehr Entscheidungsgewalt und Macht über Menschen bekam.“

    Das heißt, auch nach 1945 war mit dieser Art Säuglingspflege und Erziehung noch lange nicht Schluss. Auch nicht in der (ehem.) Deutschen Demokratischen Republik.

    • Robert (Berlin) Says:

      Nicht nur das! Auch das Schulwesen war überfüllt mit prügelnden und schreiende Lehrern aus der Nazizeit, die entweder aus dem Militär kamen oder dem Nazismus nahe standen.
      In der BRD wurde erst 1973 die Prügelstrafe in den Schulen verboten, in der DDR sofort.

  3. Claus Says:

    Da wir ja ohnehin im Irrenhaus sind, noch ein kleines Beispiel:
    „Eine Frau trägt während der Geburt eine Chewbacca-Maske und gibt dementsprechende Geräusche von sich. Klar, dass das Netz durchdreht. Alle Informationen dazu und weitere virale Highlights finden Sie in in unserem YouTube-Ticker.“
    http://www.chip.de/news/YouTube-Newsticker-Verruecktes-Video-landet-auf-YouTube_104061167.html

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