Kinder an der Macht

Ein Aspekt der antiautoritären Gesellschaft ist deren zunehmende Verkindlichung:

[youtube:https://www.youtube.com/watch?v=XRNkVSuvNC4%5D

Leute, die das Umfeld solcher „Menschen“ persönlich miterlebt haben, bestätigen, daß sie sich im Alltag tatsächlich so benehmen, nonstop!

Kinder können nicht in Zusammenhängen denken. Beispielsweise habe ich keinerlei persönliche Probleme mit Flüchtlingen, etwa im IC. Ich behandle grundsätzlich jeden Menschen gleich, d.h. freundlich und zuvorkommend, sei es Univ. Prof. Dr. mult. Soundso oder irgendein Bahnhofspenner. Ein Kind findet das verlogen. Hier „hetze“ ich gegen Ausländer und im persönlichen Umgang bin ich ihnen gegenüber ausgesprochen freundlich und zuvorkommend!

Willkommen in der Welt der Erwachsenen, die nicht nur in der Gegenwart leben (was man im persönlichen Umgang tunlichst machen sollte!), sondern sich auch der Vergangenheit und der möglichen Zukunft bewußt sind und deshalb die Auswirkungen gesellschaftlichen Tuns immer im Auge haben. Ihnen ist es, mit Verlaub, scheiß egal, daß der Mann aus dem Kongo ein netter Kerl ist, sie überblicken, daß es nur Probleme gibt, wenn sich zigtausende seiner Art in Deutschland niederlassen.

Das Kind schreit „Rassist“, da es nicht rational nachdenken kann, sondern vollständig in Emotionen aufgeht. Spricht man beispielsweise davon, daß Deutschland am Ende des Ersten Weltkrieges betrogen wurde und niemals die Waffen hätte strecken dürfen, steht man als „Nazi“ da. Daß man als Erwachsener zuerst immer an sich denkt, an das Eigene und schließlich die eigene Nation, ist dem Kind vollkommen fremd. Es ist noch nicht „geprägt“, hat noch keinen „Stallgeruch“. Entsprechend erscheint alles, was auf das Eigene besteht, als eng und als „nazi“.

In der antiautoritären Gesellschaft tapsen Menschen lebenslang in diesem Zustand umher. Beispielsweise bewegt sich die „Flüchtlingsdebatte“ größtenteils auf Kindergartenniveau.

Bioenergetisch bedeutet Wachstum vor allem eins: die Integration der Teilfunktionen zu einer Einheit. Reich erfaßte diese Vorgänge hauptsächlich in Begriffen, die mit der Entwicklung des Bewußtseins in Zusammenhang stehen. So stellte er 1950 die Frage, wie und wann Bewußtsein und Selbstwahrnehmung in Erscheinung treten.

Wir müssen der Frage nachgehen, wo das pulsierende System, das geschlossene System, sich aus dem Orgon-Ozean herausentwickelt und von da aus fragen, wo die Entwicklung der Selbstbewußtheit beginnt. Es ist nie ein klarer Sprung vom Nichts zu Etwas. Das habe ich von (…) Sigmund Freud gelernt: man muß in entwicklungsgeschichtlichen Begriffen denken – immer, immer. Wie entwickelt es sich? Was ist der erste Schritt, der zweite, der dritte und so weiter hin zu unserem abgeschlossenen Prozeß? („Man’s Roots In Nature“, Orgonomic Functionalism, Vol. 2, Fall 1990, S. 65)

In seinem Artikel „Orgonotic Pulsation“ von 1944 beschreibt Reich die Funktionsentwicklung von der einzelnen Urzelle anwärts. Bereits bei der Geburt finden sich im Organismus zwei Bereiche, nämlich der des rein Organischen und der des Gefühls und der Empfindungen. Obwohl sich die Organe auf der einen Seite und die Emotionen und die Wahrnehmungsfunktion auf der anderen Seite unabhängig voneinander entwickeln, werden sie vom einheitlichen Funktionieren des autonomen Lebensapparats bestimmt. In den ersten Monaten nach der Geburt könne man beobachten, wie die Organfunktionen nacheinander koordiniert werden, entsprechend würden auch die Gefühlsreaktionen spezifischer und stimmiger. Dann folge Schritt auf Schritt der Kontakt zwischen Organ-Bewegung und Organ-Wahrnehmung.

Mit der Koordination von einzelnen, bis jetzt ziellosen Bewegungen zu zielgerichteten Bewegungen des ganzen Körpers, mit der Koordination von einzelnen Empfindungen zur Wahrnehmung des ganzen Körpers und mit der Koordination des gesamtkörperlichen Impulses mit der körperlichen Wahrnehmung, entwickelt sich schrittweise das, was wir Bewußtsein nennen. Die unzähligen einzelnen Funktionen fahren fort unabhängig zu funktionieren, aber zur gleichen Zeit bilden sie ein einheitliches Ganzes und beeinflussen einander synergistisch und antagonistisch. („Orgonotic Pulsation“, International Journal of Sex-Economy and Orgone-Research, Vol. 3, Oct. 1944, S. 106)

Nach Reichs Entwicklungsschema geht die Fähigkeit zur ganzkörperlichen Plasmazuckung (orgastische Potenz) mit der Formation eines ganzheitlichen Bewußtseins, einem „Ich“ einher. Bewußtsein ist die Integration der einzelnen Selbstwahrnehmungen („ich nehme wahr, daß ich wahrnehme“ – vgl. Charakteranalyse, Köln 1989, S. 571), bei denen „Sinneseindruck und Emotion in eine funktionelle Einheit zusammenfließen“ (Äther, Gott und Teufel, Frankfurt 1983, S. 63). Wie er bereits 1927 schrieb sind Bewußtsein und Sexualität engstens miteinander verknüpft (Genitalität, Köln 1982, S. 98f), „(…) weil ja das Zustandekommen der Lustempfindung an die Bereitschaft, sie wahrzunehmen und zu genießen, gebunden ist“ (ebd., S. 100). Schlaf, Perversionen, schizophrene Zustände und überhaupt Zustände schwindenden oder sich zersetzenden Bewußtseins stellen Regressionen dar, bei denen sich zuerst das Bewußtsein und schließlich der Körper selbst funktionell desintegrieren. Die einzelnen Körperteile gewinnen einen Gutteil ihrer Autonomie zurück.

Das beobachten wir heute in der buchstäblich bioenergetisch zerfallenden antiautoritären Gesellschaft, in der wir es zunehmend mit emotional unreifen „Erwachsenen“ zu tun haben, die sich wie ungelenke Kinder benehmen, die nur wirres Zeugs sabbeln:

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5 Antworten to “Kinder an der Macht”

  1. claus Says:

    Das Video (Terry, Jan und Ska) ist ‚der Hammer‘. Man glaubt es kaum.

    Mit dem Absatz „Nach Reichs …ihrer Autonomie zurück“ kann ich zurzeit wenig anfangen. Zum Beispiel „funktionell desintegrieren“ klingt bombastisch; aber man muss, jedenfalls in der Wissenschaft vom Anspruch her, möglichst immer angeben können, unter welchen Bedingungen das, was man sagt, zutrifft. Und da ist vieles mit vielen Worten … allenfalls vage gemeint, und dergleichen begegnet einem in der ‚Bewusstseinsliteratur‘ zuhauf; beliebt auch das Wort „Integration“. „Bewußtsein ist die Integration der einzelnen Selbstwahrnehmungen (‚ich nehme wahr, daß ich wahrnehme‘“ ???
    Die ‚Flüchtlings‘-Sache: Ja, die Kindlichkeit der Gutmenschen … genug erst mal darüber gesagt, jedenfalls hier. (Mich erreichte gestern eine Mail, in der es eine der viel gelobten ehrenamtlichen Helferinnen fragwürdig fand, dass eine Stadtführerin ‚Flüchtlingen‘ gegenüber einen Kirchenmann als „Kalifen von …“ bezeichnete. ) Wenn man nun davon ausgeht, dass sich mit der Ankunft der vielen das meiste nicht mehr zurückdrehen lässt, was dann?

  2. claus Says:

    http://www.stern.de/politik/deutschland/gruene-im-eu-parlament-fremdschaem-video-mit-ska-keller-3935232.html

    Schon die piefige, aufgesetzte Fröhlichkeit, mit der sich Ska Keller und Jan Philipp Albrecht präsentieren, ist peinlich. Noch peinlicher allerdings wird es, wenn sich – völlig überraschend natürlich! – Terry Reintke hinzugesellt. Es entspinnt sich folgender Dialog.
    „Juhuuu!“
    „Hey Terry, was machst du denn hier?“
    „Ich bin doch jetzt auch neugewählte Abgeordnete.“
    „Was? Geil!“

  3. Peter Nasselstein Says:

    Tichy über das linke Gesocks:

    Deshalb setzte und setzt die Linke alles daran, die letzten verbliebenen Strukturen bürgerlicher Identität und Identitätsbildung zu zerstören. Der unreife, der kindliche Mensch, so der Traum der Dutschkes und ihrer Vordenker, würde nur in der Homogenität seiner selbst als ewiges Kind im Kollektiv der Gleichförmigkeit funktionieren können. Der ewig pubertierende Jüngling, der in seinem Bedürfnis nach Gemeinschaft auf der Barrikade der Weltverbesserung vorgefräste Parolen brüllt, zieht in der Uniform der egalisierenden Jeans mit Turnschuhen in die Parlamente ein, übernimmt die Aufgabe der Entmündigung des Volkes durch die Naivität der Illusion und wird zum Gaukler menschlicher Träumerei.

    http://www.rolandtichy.de/meinungen/die-68er-erben-sind-an-der-macht-und-gescheitert/2/

    Ich hätte beinahe etwas geschrieben, was ich bedauert hätte, dermaßen hasse ich Dutschke und diesen ganzen Abschaum.

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