Warum Orgontherapie nichts bringt

Anlaß dieses Blogbeitrags ist folgendes Video, über das ich zufällig bei YouTube gestolpert bin:

Hier beschreibt ein „Satanist“ seine nach zwei Jahren erfolgreich abgeschlossene „Orgontherapie“ bei einem „Orgontherapeuten“. Was daran bemerkenswert ist, ist nicht das, was der YouTuber sagt, sondern wie er es sagt. (Und zum Inhalt: in einem anderen Video phantasiert er von zukünftigen Androiden, die als Arbeits- und Sexsklaven für uns tätig sein könnten.)

Es geht darum, daß dieser Mann penetrant seinen „Satanismus“ zur Schau stellt, im Blick, im Gehabe, in der Körperhaltung, im Gesichtsausdruck. Es ist ein einziger großer Krampf, Getue, Show, „Charakter“ – oder mit einem anderen Wort: Abwehr.

Dieser Mann wurde zwei Jahre lang mit „Körperpsychotherapie“ malträtiert, charakteranalysiert und „biophysikalische Arbeit“ an ihm gemacht (Muskeln gequetscht und geknetet) – mit dem Resultat, daß er wahrscheinlich ein schlimmeres Arschloch ist als je zuvor.

Solche Fälle sind der Grund dafür, warum ich „Reichianer“ und sogenannte „Orgontherapeuten“ wie die Pest hasse. Es ist tatsächlich nichts weiter als Emotionelle Pest, was diese Muskelquetscher und „Energiemobilisierer“ verkörpern.

Wo ihr Fehler liegt? Da wo er immer liegt: im mechano-mystischen Denken!

Wie kann man ernsthaft glauben, daß, wenn man einen Organismus nur kräftig „durchschüttelt“, in Wallung bringt oder irgendwelche „Komplexe“ aufarbeitet, sich irgendetwas Grundlegendes verändern wird?

Wenn man all die pseudo-orgonomischen, „Reichianischen“ und „Neo-Reichianischen“ Publikationen liest – es ist wirklich alles durch die Bank schierer Mist. All diese Tricks und Kniffe und Techniken sind nichts weiter als ein immer weiter ausgebautes System des systematischen Ausweichens vor dem Wesentlichen.

Und es wird tatsächlich auch niemandem geholfen. Mal abgesehen davon, daß die sogenannten „Therapeuten“ und ihre sogenannten „Patienten“ (wie etwa der Mann im Video) subjektiv von ihrem Tun bzw. dem, was ihnen widerfahren ist, begeistert sind. So empfinden aber auch Scientologen, Sufis, Zen-Adepten, Taoisten, Lamaisten, Guruisten, etc.pp.

Reich ging es nicht darum, daß sich die Menschen besser in die Falle einfügen, sondern um eine wirkliche Veränderung. Die ist aber nur möglich, wenn man das tut, was wirklich alle unisono vermeiden: sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Das bedeutet in der Orgontherapie, wenn sie denn ihrem Namen gerecht werden will, den einen Hauptwiderstand des Patienten dingfest zu machen und penetrant immer und immer und immer wieder anzugehen, d.h. sie dem Patienten auf eine existentielle Weise bewußt zu machen. Andernfalls ist Orgontherapie nichts anderes als folgenlose „biophysikalische Gymnastik“ kombiniert mit sinnleerem Psychogelaber. Am Ende stehen dann unerträgliche Narzißten und Wichtigtuer, die sich einbilden „umstrukturiert“, „entpanzert“ und „orgastisch potent“ zu sein. Tatsächlich sind sie aber nur Teil eines weiteren verrückten, destruktiven Kults.

Orgontherapie findet sich auf der Seite w-reich.de. Den Rest, egal wie sehr er sich auch auf Reich berufen mag, kann man getrost vergessen.

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39 Antworten to “Warum Orgontherapie nichts bringt”

  1. Klaus Says:

    Eine Katastrophe. Als um 1994 herum ein Bekannter von mir (ohne jegliche Therapieerfahrung – was ja immerhin heißt, dass er auch nicht durch reichianischen Schrott gegangen war) nach Berlin gezogen war, sagte er mir, er sei nun in Therapieausbildung (bei Lassek). Ratzfatz wurden und werden Leute ausgebildet.
    Um dem Umkreis der WRG in Berlin ein wenig gerecht zu werden, muss man allerdings sagen, dass sich einiges geändert hat. „malträtiert, charakteranalysiert und ‚biophysikalische Arbeit‘ an ihm gemacht (Muskeln gequetscht und geknetet)“ wird in bestimmten Richtungen nicht mehr; und zwar auch deshalb, weil der von Reich meistens noch beschriebene Brust-raus-Bauch-rein-Zähne-zusammen-Habitus oft nicht mehr in seiner üblichen Ausprägung vorzuliegen scheint. Hier war ja schon öfter die Rede von einer Jugendkultur, die auf Dauerexpansion aus ist – das scheint mir seine Spuren hinterlassen zu haben. (Und Lassek selbst hat das beschrieben; dem gerecht zu werden, versucht offenbar auch Will Davis, von dem es aber leider nicht viel zu lesen gibt.)
    Den meisten Menschen scheint heute krankengymnastisch durchdachte Kräftigungs- und Dehnungsgymnastik besser zu bekommen als irgendwelches Energie-in-Fluss-Bringen. Ich selbst mache zweimal pro Woche ein wenig Gymnastik nach sportwissenschaftlicher Anleitung und benutze gelegentlich einen eher schwachen ORAC – viel mehr nicht.

    • Peter Nasselstein Says:

      Ein gemeinsamer Zug des „Satanismus“ und der (Pseudo-) Orgontherapie ist, daß sanfte Emotionen keine Chance haben. Bei den Satanisten ist es die Verachtung für alles Schwache (vor allem auch die „schwachen“ Regungen in der eigenen Brust), in der Orgontherapie ist es entweder das wilde Ausagieren oder bei denen, die besser ausgebildet sind, das Ersticken jeder spontanen Regungen durch Vorgaben (so als hätten wir es mit Yoga zu tun) und durch eine rigide Gesprächsführung. Und wie im Blogbeitrag gesagt: alles wird behandelt, nur der Hauptwiderstand nicht.

  2. Robert (Berlin) Says:

    In meiner Skan-Therapie wurde nur mit den Augen und der Atmung gearbeitet. Keine Muskeln wurden gedrückt und auch keine Stress-Positionen eingenommen. Ist aber auch schon über 20 Jahre her.

  3. O. Says:

    Der „Patient“ dieser orgone-therapy von Dr. Daniel Schiff [www.wilhelmreich.net] hat mehrere youtube Pro-Satanisten Beiträge produziert.
    Die Abfälligkeit, mit der er über seine Erfahrungen spricht, zeigt wie von PN erwähnt, die charakterliche Abwehrhaltung, die auch nach 2 Jahren Therapie nicht berührt wurde.
    Seine Kritik erscheint dennoch berechtigt, da dass was er beschreibt, einen (wenn auch schlechten) Eindruck vermittelt, wie OT praktiziert wird.

    Dies wäre ein Anlass für Orgontherapeuten (made in USA) hierzu Stellung zu beziehen oder ihre Therapeiform zu überdenken, zu reflektieren und zur Disskussion zu stellen.

    Was hierzu Lande als Orgontherapie angeboten wird, ist nicht mit dem aus der USA vergleichbar: Birnen sollten hier nicht mit Äpfeln verglichen werden.
    Es ist richtig, dass die Berliner in den Neunziger Jahren irgenwas an ihrer Technik „sanfter“ gamacht haben und das hatte mit WD zu tun. Doch warum und wozu man sanfter vorgehen sollte, hatte keiner verstanden. Es erscheint mir als hohler Trendwechsel – ohne erforderliche Begründung.
    Es sollte nicht nur erwähnt bleiben, dass die Trainees, die „Ratzfatz“ (Klaus) zu „Orgontherapeuten“ ausgebildet waren, vorher und auch währenddessen keine psychotherapeutische (nach Reich orientierte) Erfahrung hatten, sondern auch die Ausbilder keine therapeutische Erfahrung hatten, die auf Reich zurückzuführen war bzw. die man hätte „Psychotherapie“ oder Orgontherapie hätte nennen können.

    Also von daher sind Äpfel nicht mit Birnen zu vergleichen und Yogalehrer werden nicht zu Orgontherapeuten, weil sie mal Reich gelesen haben.
    Es ist eines, über Reich reden zu können und ein anderes, Reichs Therapie erfahren zu haben, verstehen und weitergeben zu können. Da liegen Welten dazwischen, obwohl die Ettiketten dieselben sind.

    Man kann sich glücklich schätzen, wenn man etwas Skan erfahren durfte. Da ist man schon weiter, als mit einer hiesigen „Orgontherapie“, die zweifellos keine ist.
    Der Wechsel von einer „harten“ Methode zu einer „weicheren“ war ein Paradigmenwechsel – eine Modeerscheinung ohne tieferen Sinn und ohne Verständnis von der psychodynamischen Relevanz für die Klienten.

    Dies gibt eine kleine Antwort auf die Frage, warum Orgontherapie nichts bringt … sie wird nicht die letzte Antwort bleiben.

    Ich halte es um so mehr für wichtig, dass Klienten über ihre Erfahrung mit ihrer Therapie auch hier (oder in Fachzeitschriften) öffentlich sprechen und dieses Feld nicht den Therapeuten in Körpertherapiebüchern überlassen.

  4. O. Says:

    Zu Will Davis findet man in Wikipädia mal wieder viel falsche Info und Schrott – wie soll es auch anders sein, wenn da jeder seinen ahnungslosen Müll reinkritzeln kann und es als Werbefläche nutz …
    Doch auch auf seiner Seite kann man seine Originaltexte runterladen und lesen.

    Das wird einen Eindruck vermitteln, was Davis (WD) schreibt, jedoch gibt es kaum einen Eindruck von seiner Arbeit. Dennoch ist es lesenswert!
    Points and Positions (Massage) kann man bei ihm direkt erlernen in einem Workshop, seine „Nachfolger“ oder „Schüler“ können es meist nicht richtig rüberbringen und machen auch diese Arbeit zur „Gymnastik“. Allerdings ist es nötig, dass man selbst englisch spricht.

    Reicht das als Info?

  5. O. Says:

    Nachtrag zu Will Davis:

    http://www.points-and-positions.de/download.php?list.5

  6. Klaus Says:

    Einen Einstieg in Davis‘ Erfahrungen und Überlegungen liefert vielleicht:
    http://www.functionalanalysis.de/e107_files/downloads/Encyclopedia%20Material.pdf
    Meine subjektiven Erfahrungen mit Points and Positions lassen mich ahnen, was er da theoretisch anpeilt.

    • Peter Nasselstein Says:

      Eine Zusammenfassung seiner Arbeit findet sich hier. Ich sehe vor allem „Tricks“, um mit dem eigenen Unvermögen als Therapeut fertigzuwerden. Bereits Alexander Lowen hat beschrieben, wie unzufrieden er mit der Orgontherapie war, da er das Gefühl hatte, die Panzerung verlagere sich nur. Wenn man sie an einem Ort löse, verstärke sie sich an einem anderen. Will Davis gehört in diese Tradition, in der immer von neuem versucht wird, mit „Techniken“ den Körper dazu zu bringen „sich zu entspannen“. Das Traurige dabei ist, daß es zu nichts führt und prinzipiell zu nichts führen kann. Das zeigt sich ja an den Myriaden immer neuen „Reichianischen“ Therapieansätzen, die endlich helfen sollen. Es kann zu nichts führen, weil man dem Patienten nicht von außen helfen kann. Selbststeuerung läßt sich prinzipiell nicht durch Fremdsteuerung herstellen. Alles, was man tun kann, ist den Patienten mit seinen Widerständen zu konfrontieren. Alles andere ist Mystizismus – sozusagen „Gurutum“.

  7. Klaus Says:

    Sorry, ich sehe gerade, dass O. auf dieselben Texte hinweist.

  8. Klaus Says:

    Na ja, das klingt mal wieder arg apodiktisch und wenig erfahrungsorientiert.

    • Peter Nasselstein Says:

      Ich referiere mehr oder weniger nur das, was die Orgonomen sagen. Oder wie mir mal einer sagte, nachdem ich ihn gefragt hatte, warum er denn nicht all die „Techniken“ anwendet: „I do not believe in bullshit!“

  9. O. Says:

    Die Techniken anzuwenden bringt rein gar nichts, wenn man nicht das gewisse „etwas“ hat, Beziehung aufzubauen und zu halten, und wenn man nicht weiß, was man warum und wozu anwendet. Dies war nur ein Hinweis zu den Texten – die man interpretieren kann, wie man es selbst für richtig hält – und auf den „Erfinder“ der Technik (WD), der es seiner Zeit am besten praktizierte.
    Als Reichianer, dessen Position P. Nasselstein hier vertritt, fragt man sich als erstes, wo die Arbeit mit den Widerständen bleibt. – Dies war auch meine erste Frage. WD kennt diesen Einwand und antwortete in die Richtung, dass man ihn nicht benötige bzw. unterhalb der Schwelle eines Widerstandes bleibt. – Nimmt man das in seiner Arbeit als Richtlinie, sowie man das Arbeiten von oben nach unten (7 Segmente) als Richtlinie nimmt, dann kann man Erfolg für den Kleinten haben. Der Klient wird „aktiviert“, sein Leben wieder neu zu sortieren usw.

    Es ist nicht das Modell der Orgontherapie (von Reich), es ist ein anderer Weg, den man auch mögen muss, sonst quält man sich, das macht dann keinen Sinn.

    Bei dem Link gibt es ein paar Texte umsonst, die Ausbildung (über Jahre) und Therapien kosten ein Haufen Geld. Eine Therapie ist echte Knochenarbeit und funktioniert nicht kostenfrei.

    Wenn dies wirklich jemanden interessieren sollte und ein paar Leute zusammen bekommen, könnten wir das Thema vertiefen oder einen Rahmen organisieren.

  10. O. Says:

    Bezogen auf die perfekte und schöne „Hochglanz-“ Präsentation fällt natürlich auf, dass neben den Worten und dem Design von Davis für „Körperpsychotherapie“ und „Points and Positions Massage“ auch Autogenes Training, Progressive Entspannung (Jacobson) etc. steht und angeboten wird. Wer diese Techniken nebeneinander stellt tanzt nicht nur auf vielen Hochzeiten (wozu man finanziell gezwungen sein mag), sondern hat offensichtlich „Scheine“ gesammelt, statt sich mit Inhalten auseinanderzusetzen.
    WD konnte hier wohl nicht vermitteln, was er meinte … – hier fehlt das von mir gemeinte „gewisse Extra“.

  11. O. Says:

    Zu meinem Bedauern sagen die Texte von WD gar nichts aus, und stellen sein früheres Können in Frage. Es sind bestenfalls Werbetexte, die nichts preisgeben wollen …
    Es mag sein, dass er von der P&P Arbeit weit weggekommen ist und das Potential nicht erkannt hat, aber das will ich hier nicht diskutieren; es würde einer ausführlichen Darstellung bedürfen.

    http://www.iris-rexroth.de/Iris_html_seiten/koerper.html

  12. Klaus Says:

    „Die Techniken anzuwenden bringt rein gar nichts, wenn man nicht das gewisse „etwas“ hat, Beziehung aufzubauen und zu halten, und wenn man nicht weiß, was man warum und wozu anwendet.“
    Das wird jeder – auch jeder typische ‚reichianische‘ – Therapeut behaupten, um sich jenes ‚Etwas‘ zuzuschreiben. Und das ist OK, wenn man sagen will, dass es eines schwer zu charakterisierenden Sinnes/’Organs‘ für ‚Kontakt‘ bedarf. Aber es hat andererseits wenig informativen Wert. „Technik“ braucht man ja nicht allzu eng etwa im Sinne von „Handgriff“ u. Ä. zu verstehen, sondern im weiteren Sinne gehören auch interne Zustände (einschließlich Fühlen) des Therapeuten dazu. Und all das wahrheitswertfähig (und bestenfalls sogar falsifikationsfähig) zu beschreiben, wäre wirklich von Wert. Metaphern gibt’s in entsprechenden Abhandlungen mehr als genug. Man kann sich ja stattdessen wenigstens an den berühmten Satz halten: „Worüber man nicht sprechen kann, darüber …“ usw. ———

    • Peter Nasselstein Says:

      Das mit „Therapie“ (Psychotherapie) ist eh eine recht bedenkliche Sache. Es ist extrem einfach Menschen zu beeinflussen. Besonders schockierend wird das am NLP deutlich. Aber was hat das mit WILHELM REICH zu tun, d.h. mit Selbstregulierung? Man nehme etwa die Brustpanzerung. Nichts einfacher als mit schmerzhaften Stichen zwischen den Rippen, dem Niederdrücken des Brustbein oder irgendwelchen „sanften Methoden“ das Brustsegment zu „mobilisieren“ und das dann als „Reichianische Arbeit“ hinzustellen. Aber was ist damit gewonnen? Gar nichts! Wenn die Panzerung nicht, sozusagen „zur Brust zurückkehrt“, wird sie sich irgendwo anders manifestieren, einfach weil das alles Entscheidende außer acht gelassen wurde: die FUNKTION dieser Atemsperre. Wenn ihre Funktion im Gesamtgefüge der Persönlichkeit nicht erkannt wurde und dem Patienten auf eine existentielle Weise bewußt gemacht wurde, ist das ganze „körperpsychotherapeutische“ Bemühen den Aufwand nicht wert. Am schlimmsten sind aber die Charismatiker, die den Patienten mit der Kraft ihrer Persönlichkeit (d.h. mit ihrer Persönlichkeitsstörung) fortreißen. Reich hat das als „Ersatzkontakt“ bezeichnet.

  13. O. Says:

    Ja , der olle Wittgenstein … was zum Schweigen habe ich auch noch gefunden und das läßt sich sicherlich noch fortführen, aber in HH sind sie wohl Spitze:

    http://www.therapeuten.de/therapien/points-positions-massage.htm

    Schaut euch nicht nur die Hausfrauen an, sondern die schönen Zusatzfortbildungen, dann weiß man, wohin das ganze „entgleist wurde“. P&P wurde auch „übernommen“. – Aber davon gilt es sich mal locker abzugrenzen, da braucht man nicht anrufen und Erfahrung sammeln, sondern einfach mal ein anderes Schlagwort wählen…
    Oder schaun, was hier noch geschrieben wird 🙂

  14. Klaus Says:

    Na, was diesen Markt angeht, herrschte hier doch schon dauernd Einigkeit.
    Mir geht es jetzt darum, dass es an brauchbar formulierter Therapietheorie mangelt (die Kritik erst ermöglichen würde).

  15. Die Geschichte der Orgontherapie « Nachrichtenbrief Says:

    […] Natürlich lassen sich keine generellen Urteile fällen, aber wenn man beispielsweise die theoretischen Ergüsse von Navarro oder so manchen Artikel in den Annals of the Institute for Orgonomic Science, etwa über den „okularen Charakter“ liest, kommt man doch stark ins Zweifeln. Navarros Buch Die sieben Stufen der Gesundheit (Frankfurt: Nexus, 1986) ist schlichtweg indiskutabel. Beispielsweise führt er Haarausfall auf okulare Panzerung zurück – und andere derartige haltlose „Theorien“, die kaum mehr sind als primitivstes Psychologisieren des Physischen. Ähnlich erstaunlich sind manche Ausführungen in den Annals of the Institute of Orgonomic Science. Dort wird beispielsweise eine Diskrepanz konstatiert, zwischen der Behauptung, daß eine starke Augenpanzerung in jedem Fall auf einen „schizophrenen Charakter“ hinweist und der Tatsache, daß kaum einer dieser „schizophrenen Charaktere“ je an Schizophrenie im klinischen Sinne erkrankt. Schon mal die Charakteranalyse gelesen? (Die Diagnose wird nicht nach den Symptomen, sondern nach dem neurotischen Charakter gestellt, der den Symptomen zugrundeliegt!) Was die Schüler von Victor Sobey betrifft, verweise ich auf meine Ausführungen in Warum Orgontherapie nichts bringt. […]

  16. David Says:

    Wenn man all die pseudo-orgonomischen, „Reichianischen“ und „Neo-Reichianischen“ Publikationen liest – es ist wirklich alles durch die Bank schierer Mist. All diese Tricks und Kniffe und Techniken sind nichts weiter als ein immer weiter ausgebautes System des systematischen Ausweichens vor dem Wesentlichen.

    … aber auch Scientologen, Sufis …

    Sufis?

    In:

    https://nachrichtenbrief.wordpress.com/2010/04/13/sexueller-kindesmisbrauch/#comment-2748

    hatte ich erwähnt, was Abdel-Samad über einen Sufi in seinem Dorf berichtet hat; er hat auch vor allem klar gemacht, was für Sachen dieser Sufi nicht macht.

    Der Sufi hat ihm auch eine Geschichte erzählt, die damit zu tun hat, dass die Befreiung im Augenblick des richtigen Loslassens kommt. Ich finde sie einfach wunderschön und möchte sie hier in Kurzfassung bringen:

    Ein Mann hat siebzig Jahre lang an die Tür des Gartens Gottes geklopft und gebetet ohne Erfolg.

    Schließlich ist er zu schwach um weiter zu machen – er gibt auf, dreht sich um und sieht vor sich – den Garten Gottes. Der Mann hatte siebzig Jahre lang von innen an die Tür des Gartens Gottes geklopft!

  17. Peter Nasselstein Says:

    Gestern auf dem Facebook des ACO:

    Malcolm J. Brenner:

    The ACO isn’t a scientific research organization, it’s a church and a repository for mummies. You have done the last thing Reich wanted to have happen, you have enshrined him.

    Wilhelm Reich was a delusional megalomaniac who wouldn’t know real science if he tripped over it.

    I am sure my brother [Hugh Brenner] would have a slightly different position, but he’s a heretic in the Institute for Orgonomic Science.

    Why don’t you report on the fact that the esteemed orgonomist Dr. Albert Duvall physically tortured and sexually molested me and dozens, if not hundreds, of his other pediatric patients? Myself, Roger M. Wilcox, Lorna Luft, her brother Joe, Rosalyn Lassen and Steig’s daughter… the list goes on and on. Are we all making this up? Are we all „emotionally plagued?“ If we are, then orgonomy sure has failed us, hasn’t it? You can delete this message, but you cannot change history or erase the fact that Duvall was a sexual pervert and a sadist, and Reich put him in charge of treating helpless, naked children in locked, soundproof rooms. I hate orgonomy, and I wish I’d never heard of Wilhelm Reich.

    Übrigens hat der Typ mit Delphinen gefickt… http://www.amazon.com/Wet-Goddess-Malcolm-J-Brenner/dp/0615334601

    Sein Bruder ist übrigens „Psychiatric Nurse/Therapist“ http://psychiatrists.psychologytoday.com/rms/prof_detail.php?profid=113355&sid=1336254456.0335_29731&county=Chester&state=PA und Präsident des Institute for Orgonomic Science. Das zeigt die Stellung der Psychiatrie in den USA: sie hat sich selbst abgeschafft und die Behandlung (inklusive Verschreibung von Medikamenten) Krankenschwestern/-pflegern überlassen.

    Beam my up, Scotty!

    • O. Says:

      Und leider wieder die Frage, ob die Vorwürfe berechtigt sind? Gibt es ein Statement des ACO hierzu?
      Unabhängig davon kann es unter sog. „Reichianern“ natürlich auch Kinderficker und andere Verbrecher geben, da sich jeder als solcher bezeichnen kann, egal was er für ein Mensch ist. Aus soliden Organisationen sollten sie ausgeschlossen werden, doch welche Organisation ist seriös zu nennen?
      Die mir bekannten „Wilhelm Reich-“ bzw. „Orgon-“ Institute oder Organisationen in Deutschland sind Spinner, manchmal hat ja auch ein Spinner mehrere Orgs, die bei Bedarf den Namen wechseln. Gewiss ist aber haben sich die einzelnen Spinner zu einem Netzwerk zusammen gesponnen und loben sich gegenseitg in den Himmel. Und dann wären wir wieder beim „Beam me up, Scotty!“

      • Peter Nasselstein Says:

        Dr. Duvall wurde von seinen Kollegen immer als nett, kompetent, etc.pp. wahrgenommen. Daß die Therapie mit den Kindern eine Katastrophe war, ist selbstevident und nicht zu leugnen. Aber was ist mit den „sexuellen Übergriffen“: einfach nur das Überschreiten von Grenzen, „Respektlosigkeit“ oder wirklich Mißbrauch im eigentlichen Sinne. Mit anderen Worten: Was hat Duvall im Detail gemacht?

    • Peter Nasselstein Says:

      Ich wurde darauf hingewiesen, daß bei Brenner zunächst von irgendwelchen sexuellen Übergriffen gar keine Rede war, sondern nur von schlechter Therapie. Erst nachträglich ist er mit diesen extremen (und vagen!) Anschuldigungen an die Öffentlichkeit getreten. Und die von ihm genannten, werfen Duvall zwar schlechte Therapie aber KEINE sexuellen Übergriffe vor.

    • O. Says:

      Schlechte Therapie kann auch Missbrauch genannt werden, jedoch nicht sexueller Missbrauch.
      Heutige „Babytherapeuten“ vergehen sich, wie Duvall hier vorgeworfen, therapeutisch an Babys und hilflosen Müttern als „Erste Emotionale Hilfe“. Deren Ausbildung ist natürlich qualitativ fragwürdig – beziehen sich auf Reich – und veröffentlichen Bücher (Werbepropaganda). Wer hier wirklich Hilfe erfährt, wird man kaum erfahren. Mystische Erfolgsstories wie die von Levashov werden wohl erzählt, was das dann tatsächlich bedeutet ist mehr als fraglich. Der Nazissmus des „Therapeuten“ ist jedoch befriedigt. Doch was werden diese behandelten Kinder eines Tages erzählen?

  18. Die bioenergetischen Grundlagen der gegenwärtigen Sozialpolitik, Psychiatrie und Schulmedizin (Teil 2) « Nachrichtenbrief Says:

    […] die diversen „Reichianischen“ Therapien, inklusive mancher angeblicher „Orgontherapie“, vollständig nutzlos sind. Auch die grandiosen „Reichianischen“ Gesellschaftsentwürfe, egal ob Marxistisch geprägt oder […]

  19. Connie Maldon Says:

    Was bitte ist an diesem Mann satanisch ???
    Viel von der Orgon Therapie gleicht der Gestalttherapie..Ob es für jemand etwas bewirkt ist doch auch immer eine sehr individuelle Geschichte..Sicher wird auch nicht jeder durch eine Analyse weitergebracht

    • Jonas Says:

      „Was bitte ist an diesem Mann satanisch ???“

      Er ist laut Eigenbezeichnung Satanist. Siehe dazu seinen YouTube-Channel:

      http://www.youtube.com/user/satanicinternational?feature=watch

    • Peter Nasselstein Says:

      Es geht einfach darum, daß er trotz Orgontherapie seine Abwehr gegen tiefe Gefühle penetrant zur Schau stellt. Man kann herumtherapieren wie man will, solange diese Abwehr nicht angegangen wird, bewirkt die Therapie allenfalls, daß die Leute noch narzißtischer und unangenehmer werden. Besonders ausgeprägt ist das in der Psychoanalyse. Es gibt wohl kaum unangenehmere Menschen als „Analysierte“.

    • Klaus Says:

      (Wie Jonas schon sagt: ) Er nennt sich in der Tat schlichtweg „satanicinternational“, und dann kann man ja weiterlesen (oder sich das Video z. B. mal ohne Ton ansehen).
      Liebreizend, was die Seite noch alles zu bieten hat, z. B. Breathing Exercises als eingeübter Orgasmusreflex – Einatmen, Schultern zurück!!! Ausatmen, Schultern nach vorn!!!

  20. Chatzimichailidis Dimitrios Says:

    der Typ hatt schraube locker

  21. OrgonDoctor Says:

    moin …

    ich hab das gefuehl …. du hast dich nicht ausserordentlich mit dem thema Orgon ….. lebensenergie …. prana …. chi …. aether … wie auch immer …. befasst …

    du hast da in deinem post blumige sprueche drauf ….
    abba der gegenstand naemlich worums geht ….. die Orgonenergie …
    damit setzt du dich gar nich aussenander ….

    ich unterstelle dirma, dass du gar nicht weisst worums geht …. 😦

    ich empfehle dir ma Bernd Senf auf Youtube ….

    das iss ne kapaziatat …. abba nich dein bla bla ^^ grinz

    gruesse ^^

    • O. Says:

      Keine Sorge, Bernd Senf ist bestens seit Jahrzehnten bekannt, Generationen von Interessierten haben seinen Worten gelauscht und hier ihren Start gefunden. Manche Leute sind der Ansicht man sollte ihn aus Anerkennung seines unermüdlichen Engagement nicht kritisieren, daher bleiben seine Reden ein unendlicher Monolog.
      Auf youtube finde ich ihn nicht wirklich erträglich, weil er nicht zum Punkt kommt, live sollte er unbedingt betrachtet werden und danach bei einem Gläschen evtl. diskutiert werden.
      Jedes Wort, jede Gestik jedes T-Shirt ist bekannt! Im Vergleich zu seiner leicht verdaulichen und oft inhaltlich falschen und flachen Darstellung ist diese Seite nicht so leicht verdaulich und kontroverser, dies mag nicht jedermans Geschmack sein. Zu einer eigenen Haltung wird hier mehr aufgefordert.

      Tipp zu Senfs Orgonenergie (Lebensenergie): Nicht immer ist Orgon drin, wo Orgon draufsteht. Die Frage müsste also zurückgehen, ob Bernd Senf weiß, was Orgon ist? Oder sucht er es in Skalarwellen, Prana, Chi und in der Akupunktur?

      Mein Tipp für Interessierte, nicht nur im Netz nach Infos suchen, sondern unbedingt Reichs Bücher lesen.

  22. Schmerz, Lust, Motivation, Emotion, Hauptwiderstand: Orgontherapie | Nachrichtenbrief Says:

    […] das Muskelquetschen und „Energiemobilisieren“ und „Charakteranalysieren“ bringt rein gar nichts, wenn nicht immer wieder und wieder der Patient mit seinem charakterlichen Hauptwiderstand […]

  23. Thomas Says:

    Der Link https://www.w-reich.de scheint nicht zu funktionieren. http://www.w-reich.de (ohne s für gesicherte Verbindung) dagegen schon.

  24. Das Schicksal der Orgonomie (Teil 2): Die Libidotheorie 1929 und heute | Nachrichtenbrief Says:

    […] Gut, nur leider geht heute kein gutausgebildeter Orgontherapeut mehr so vor! Ich habe mich damit in Warum Orgontherapie nichts bringt beschäftigt. Das dort dargestellte Orgontherapie-Opfer war ein Patient aus dem […]

  25. Die Geschichte der Orgontherapie (Teil 1) | Nachrichtenbrief Says:

    […] Natürlich lassen sich keine generellen Urteile fällen, aber wenn man beispielsweise die theoretischen Ergüsse von Navarro oder so manchen Artikel in den Annals of the Institute for Orgonomic Science, etwa über den „okularen Charakter“ liest, kommt man doch stark ins Zweifeln. Navarros Buch Die sieben Stufen der Gesundheit (Frankfurt: Nexus, 1986) ist schlichtweg indiskutabel. Beispielsweise führt er Haarausfall auf okulare Panzerung zurück – und andere derartige haltlose „Theorien“, die kaum mehr sind als primitivstes Psychologisieren des Physischen. Ähnlich erstaunlich sind manche Ausführungen in den Annals of the Institute of Orgonomic Science. Dort wird beispielsweise eine Diskrepanz konstatiert zwischen der Behauptung, daß eine starke Augenpanzerung in jedem Fall auf einen „schizophrenen Charakter“ hinweist und der Tatsache, daß kaum einer dieser „schizophrenen Charaktere“ je an Schizophrenie im klinischen Sinne erkrankt. Schon mal die Charakteranalyse gelesen? (Die Diagnose wird nicht nach den Symptomen, sondern nach dem neurotischen Charakter gestellt, der den Symptomen zugrundeliegt!) Was die Schüler von Victor Sobey betrifft, verweise ich auf meine Ausführungen in Warum Orgontherapie nichts bringt. […]

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