Was ist funktionelles Denken?

Der amerikanische Orgonom Dr. Charles Konia erläutert ein Programm des American College of Orgonomy:

Was ist funktionelles Denken?

Advertisements

Schlagwörter: , , , ,

8 Antworten to “Was ist funktionelles Denken?”

  1. claus Says:

    Das sind so Sachen. bei denen ich mich oft frage: Inwiefern garantiert Gesundheit richtiges Argumentieren? Ich vermute, dass in dem Punkt Orgonomen zu leichtgläubig sind und sogar zum Sektiererischen tendieren.
    Besonders:

    „Antwort: Ein Beispiel ist die Aussage: Das Herz pumpt Blut, um Sauerstoff zu den Geweben des Körpers zu bringen. Zunächst wird das Herz mit einer mechanischen Pumpe verglichen und dann wird ein Zweck angegeben, um zu erklären, warum das Herz Blut pumpt.

    Frage: Was wäre bei diesem Beispiel das funktionelle Verständnis?

    Antwort: Die Funktion der biologischen Pulsation definiert das Ziel, Sauerstoff zu den Geweben zu bringen.“

    Statt „Zweck“ heißt es dann „Ziel“; erklärt, wie es zur Funktionserfüllung kommt, wird mit „Funktion der biologischen Pulsation definiert das Ziel“ auch nicht.

    • Peter Nasselstein Says:

      „Zweck“, „Ziel“ – im Original heißt es jeweils „purpose“ = Zweck, Absicht, Ziel.

      Die orgonotische Pulsation ist zuerst da, schon in den Bionen und Organismen ohne Herz. Das Herz dient später dieser Funktion. In der Entwicklung hin zum Herzen gab es Schritte, die nichts mit der späteren Funktionserfüllung zu tun hatten. Das ganze wurde also nicht von einem Zweck/einer Absicht/einem Ziel gesteuert. (Die Evolution beweist, daß es keinen „Gott“ gibt!) Siehe auch:

      https://nachrichtenbrief.wordpress.com/2013/12/30/funktionalismus-bei-hans-hass-teil-1/

      • claus Says:

        Ja, es wird immer etwas Orgonotisches an den ‚Anfang‘ gestellt (‚zuerst da‘), und was damit gemeint ist, bleibt dann ziemlich offen. Ich nehme an, dass sich dieser explikative Mangel schwer beheben lässt. Er entspricht einer etwas unklaren Voraussetzung. Möglicherweise kommt dem etwas entgegen, was ich gerade zu lesen angefangen habe (ursprünglich mit Blick auf eine gründliche Kritik an den Genderisten): Brian Ellis, „Scientific Essentialism“.
        „I postulate that the world itself is a member of a natural kind that is distinguished from worlds of all other kinds by the global natural kinds of objects or events, to which it is host, and by its fundamental ontology of objects, events, and properties.[ …] the most general laws of nature can be seen to arise from the essential properties of these most general kinds of objects band events.”
        Mich nervt allerdings die, so scheint’s, totale Sicherheit, mit der Orgonomen so tun, als wäre alles klar, und Nachfragen ist krank.

      • Peter Nasselstein Says:

        Claus, ich habe lange gegrübelt, was ich auf Deinen berechtigten Einwand antworten soll. Wollte schon was über Reduktionismus und blablabla schreiben. Das würde alles nur am Thema vorbeigehen und ich würde Dich mit Gelaber abbügeln. Deshalb:

        Es geht schlicht darum, welche Sichtweise die ökonomischte ist. Der Mechanismus ist absurd, weil er letzendlich mit „Legobausteinen“ hantiert, wobei niemand sagen kann, was (und warum) sie bewegt und anordnet. Der Mystizismus.fängt mit dem an, was doch eigentlich erklärt werden soll. All das endet letztlich in einem mecho-mystischen Wirrwarr, das kein Mensch mehr nachvollziehen kann. Reichs Funktionalismus ist schlicht die einfache und naheliegende Art und Weise, die Natur zu erklären.

        • claus Says:

          Die noch ernst zu nehmenden wissenschaftstheoretischen Positionen dazu, was ‚erklären‘ heißt, sind weder mit „Mechanismus“ noch mit „Mystizismus“ zu charakterisieren. Reichs alte Begriffe werden dem überhaupt nicht gerecht. Tut mir leid; man muss da schon in die analytische Philosophie rein; das ist sicher schwer, aber dass es schwer ist, ist kein Argument.
          ‚Ökonomisch‘ wollen sie alle sein.
          Wie ich schon oft sagte, würde ich Orgonomie vor allem hinsichtlich der Phänomene (subjektiv wie objektiv) übernehmen. Erklären lässt sich mit Reichs Begriffen nicht viel.

        • Peter Nasselstein Says:

          „Mechanismus“ (jaaaaa, Mechanizismus) heute: https://de.wikipedia.org/wiki/Mechanistisches_Weltbild

          „Mystizismus“ schwierig…. gut, Teleologie aus heutiger Sicht: https://de.wikipedia.org/wiki/Teleologie
          und beispielsweise hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Drei-Welten-Lehre

          Und was „wissenschaftstheoretische Positionen“ betrifft: Reich war in erster Linie Psychiater und es ging ihm sozusagen um „Diagnosen“. Vielleicht ganz ähnlich wie bei Jaspers‘ Psychologie der Weltanschauungen (1919).

          • claus Says:

            Klar war Reich Arzt. Er hat dann aber wissenschaftstheoretische Ideen entwickelt, weil das Orgon ihn da hineinriss. Und an dem Anspruch muss man ihn messen. Darauf hinzuweisen, dass Reich kein Wissenschaftstheoretiker war, ähnelt doch sehr dem üblichen biografisch orientierten bildungsbürgerlichen Geschwafel wie dem Safranskis über Schopenhauer. Deswegen: Was interessiert mich Reich? Zwar interessiert er mich auch, aber für das Argumentieren und das, was es Wahres über Orgon zu sagen gibt, ist das 1897 geborene Menschelchen nicht besonders relevant.

  2. Peter Nasselstein Says:

    Funktionelles Denken ist vor allem auch in der Soziologie anzuwenden. Hier äußert sich der Mechanismus in der Theorie von den Klassen („Armut → links, Reichtum → rechts“) und im mystischen Ziel einer klassenlosen Gesellschaft. Dagegen Reich, Baker, Konia: die Charakterstruktur, die alles bestimmt. Dazu folgender Leserbrief aus pi-news.net, den ich hier zitiere, weil mir neulich ein Freund, der seit Jahrzehnten im linken Milieu verkehrt, genau, fast wortgleich, dasselbe gesagt hat:

    Ja, es stimmt. Ich weiß es auch nicht, wieso ich mich viel mit rotgrünen Spinnern unterhalte. Es muss wohl eine Art Lust an sich selber quälen sein. Aber es macht mir Spaß sich mit grünen Utopisten zu unterhalten und ihr idiotisches und irres Weltbild zu erkunden.

    Sie meinen das Grundübel unserer Welt sei der Kapitalismus. Wenn man alle Reiche enteignet und alle Fabrikbesitzer verjagt, dann hätte man das Paradies auf Erden. Konzerne würden die Welt ausbeuten, usw. und so fort. Es fallen Sätze wie z.B., „wenn man alle Konzerne verbieten würde, hätten wir keine Armut und keine Umweltverschmutzung. Man müsse nur die Reichen ihr Geld wegnehmen und schon hätten wir eine bessere Welt.“

    Mein Gegenargument, dass schon viele versuchten genau diese Utopie zu verwirklichen, wie z.B. Lenin, Stalin, Mao, Pol Pot, und die Menschen in bitterer Armut lebten und die Experimente Zig-Millionen an Menschenleben kosteten, wird belächelt. Die hatten das nicht richtig versucht, wird mir immer dagegen gehalten.

    Pervers ist allerdings die Tatsache, dass das genau diese Spinner fast alles Kinder von extrem reichen Eltern sind, die selber Porsche Cayenne oder einen fetten Audi fahren und später mal die Firma ihres Daddys erben werden.

    🙂

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: