Die drei Lügen der Orgonomie (Teil 2): Die Bildungslüge

Ich bin in Hamburg so ziemlich am unteren Ende der sozialen Schichtung denkbar „bildungsfern“ aufgewachsen, ich kann mich aber bei keinem der Kinder aus der Behelfsheimsiedlung oder dem Zigeunerlager erinnern, das nicht in der Lage war, in vollständigen deutschen Sätzen zu sprechen. Tatsächlich war ich, alles andere als sprachbegabt, immer derjenige mit dem so ziemlich schlechtesten Deutsch.

Trotzdem bin ich nie diesem Ausmaß an mentaler Verrottung begegnet wie in Föhn mich nicht zu von Stephan Serin.

Es sind die Erfahrungen eines Ostdeutschen, Jahrgang 1978, der nach dem Mauerfall unvermittelt einen Sprung in die Zukunft machte. In der „DDR“ waren nicht nur die Fassaden des Wilhelminischen Deutschland, sondern insbesondere auch die ausgefeilte deutsche Sprache bewahrt worden. Es wurde in ganzen Sätzen gesprochen, mit vernünftigem Satzbau und sogar Nebensätzen. Entsprechend war Serin irritiert über die fehlerhafte, nachlässige Ausdrucksweise seiner westlichen Landsleute, aber vollends entsetzt als er auf einem Gymnasium (sic!) in Berlin-Mitte als Referendar Schüler-„Gespräche“ wie das folgende mitbekam:

Musstu Alexa, ja?
Isch Alexa, wallah.
Ischauch.
Hast du U-Bahn?
Hab Bus!
Nimisch auch Bus.
Weißt du gestern?
Nee, weiß nisch.
Musstu wissen gestern.
Isch?
Musstu wissen.
Was?
Gestern. Ich bin U-Bahn. Isch kein Fahrschein. Isch gefickt von Kontrolleur.
Escht? Tschüüüsch! Musstu schlagen, Kontrolleur.
Nee, nisch schlagen. Kontrolleur Frau.
Escht schwul, die Muschi!

Ich glaube, dieses Intelligenz-AIDS hat die gleichen Ursachen wie der rätselhafte allgemeine Anstieg der Intelligenz, die durch die Bank in der westlichen Welt pro Jahrzehnt um 3 Punkte anwächst. Bei Intelligenztests geht es um die Schnelligkeit der Informationsverarbeitung. Wenn wir alle Zeit der Welt hätten, würden wir alle so einen Test mit einem IQ von 180 abschließen! Nun lernen wir aber von Kindesbeinen an, angefangen von der Fernbedienung des Fernsehers bis hin zu Computerspielen, immer schneller zu reagieren. Wir verblöden wohl zunehmend, können aber immer besser und schneller mit Informationsfetzen umgehen. Kein Wunder, daß der IQ anzusteigen scheint.

Ich kenne Leute, mit Promotion, aus deren Mund druckreif ellenlange, verwickelte Sätze kommen, als stammten sie aus Goethes Feder, die am obigen „Gespräch“ scheitern würden, weil sie gar nicht so schnell „schalten“ können. Außerdem leben sie in einem festen kulturellen Rahmen, an dem sie sich orientieren (ohne einen solchen, ist beispielsweise eine Symphonie nur nervtötende Geräuschmüll!); sie werden desorientiert, wenn das Umfeld kulturlos und chaotisch wird.

Zur allgemeinen „Beschleunigung“ tritt die Entwurzelung in der „multikulturellen Gesellschaft“, d.h. einer Gesellschaft, die sich auf primitivstem Niveau reorganisiert, insbesondere aber im Bereich der Sprache. Wir verlieren zunehmend die Fähigkeit, uns differenziert auszudrücken.

Ein Land ohne Tiefe oder auch nur der Möglichkeit, Tiefe sprachlich Ausdruck zu verleihen.

Im Rückgriff auf Serin kann man Deutschland in drei Klassen einteilen:

  1. die Faysals, Ahmets und Seymas,
  2. die Kenneths, Kimberleys und Bruces, und
  3. die Marias, Laras und Maximilians.

Oder mit anderen Worten die Kinder von Türken, RTL-Guckern und Professoren. Über die dritte Gruppe brauchen wir gar nicht reden, denn die wird zunehmend marginalisiert und schließlich aussterben. Die Fähigsten werden nach Kanada, Australien, etc. gehen. Vor dem, was bleibt, habe ich Angst.

Ich kann Tag und Nacht Deutsch pauken und trotzdem wird aus mir nie ein Goethe werden. Ihr könnt in die Bildung der Mohammeds und Kevins Milliarden, Billiarden, Trilliarden investieren – der Zug ist abgefahren.

Charakteristischerweise verspricht die Medizin, die angeboten wird, noch größeres Unheil. Sarrazin und seine sozialdemokratischen Genossen in allen Blockparteien wollen noch mehr von dem, was uns in den Abgrund reißt.

Zur Sanierung des „Sozialstaates“ immer neue Belastungen a la „Ökosteuer“, die Familien überproportional belasten. Selbst Familienväter mit überdurchschnittlichem Verdienst geraten in finanzielle Bedrängnis, wenn die Frau nicht mitverdient.

Wahnsinn, wie die Forderung einer generellen Erhöhung der Umsatzsteuer, – um Babykrippen (sic!) und Kindertagesstätten finanzieren zu können! Der „Sozialstaat“ zerstört die Familien, um sich unter der verräterischen Überschrift „Kinderbetreuung“ (sic!) an ihre Stelle zu setzen

Stimmen, wie die des Augsburger Bischofs Walter Mixa, werden mundtot gemacht, der bereits 2007 die Pläne der damaligen Familienministerin Ministerin Ursula von der Leyen als „kinderfeindlich und ideologisch verblendet“ scharf kritisierte. Der Bischof berief sich damals auf „kenntnisreiche Psychologen“, denen zufolge das Baby engen Kontakt zur eigenen Mutter braucht, um sich gesund entwickeln zu können.

Sein Kollege Kardinal Joachim Meißner geißelte die Pläne der Ministerin als drohende Fehlentwicklung, die auf die Kinderbetreuung in der „DDR“ verweise. – In diesem Zusammenhang ist entlarvend, daß Claudia Roth, Parteivorsitzende der Grünen, Bischof Mixa ausgerechnet als „kalten Krieger“ beschimpfte.

Es gibt jedoch Hoffnung: denn es gibt ein Jenseits von Politik, Sozialdemokratie und Verfall. Drei Dinge, die im übrigen identisch sind! Das werde ich morgen erörtern.

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8 Antworten to “Die drei Lügen der Orgonomie (Teil 2): Die Bildungslüge”

  1. David Says:

    Nein, Bildung für die Mohammeds und Kevins kann nicht mit mehr Geld erreicht werden, weil in unserem Lande bei den Pädagogen und vor allem bei denen von der Schul-Bürokratie die dazu notwendigen Fähigkeiten fehlen, in diesem Lande wo wie ich schon sagte, erstmals für das „Homeschooling“ Gefängnis ohne Bewährung verhängt wurde.Auf dass die Schulen es nicht nötig haben, sich zu verändern.

    Auch bei der Berufsbildung sieht es nicht besser aus. Ein Zeitungsartikel in der „Schwäbischen“ – oder war es die „Bild“? kritisiert den Umstand, dass man infolge Fachkräftemangels lieber ausländische Fachkräfte importiert als deutsche ungelernte Arbeiter weiterzubilden.

    Erhöhung der Mehrwertsteuer um mehr für die „bildungsfernen“ Menschen zu tun?

    Ein Parteikollege von Sarrazin, der zurzeit Bezirksbürgermeister von Neukölln ist, schlägt, dem „Stern“ zufolge, statt dessen vor, das Kindergeld zum Teil nicht auszuzahlen sondern für solche Dinge zu verwenden. Alle westlichen Länder außer Deutschland würden das so machen, sagt er.

  2. Robert (Berlin) Says:

    Am Sonntag war ich am „Tag des offenen Denkmals“ bei einer Führung über ein Internat. Durchgeführt wurde sie von einem Gymnasiasten der 12. Klasse. Sicherlich ist es nicht leicht, vor einer fremden Besuchergruppe zu sprechen, aber sein Deutsch war dermaßen schlecht, dass ist dachte, so sprachen früher (in den Siebzigern) unsere Hauptschüler.

  3. Manuel Says:

    „Vor dem, was bleibt, habe ich Angst.“

    Hmmh…?
    Ich habe am meisten Angst vor der Herrschaft der Philosophen (frei nach Platon), der Professoren, der Eliten, der Wirtschaftsweisen, der Experten, der Manager, der oberen Zehntausend…die gut Gebildeten, die alles besser wissen, führen uns zielsicher in die Scheiße.

  4. O. Says:

    Nun der Finanzhaushalt hätte schon dieses Jahr verzehntfacht werden müssen, wolle man die Versäumnisse der letzten 20 Jahre wieder aufholen. Un damit meine ich nicht nur Sachmittel, sondern mal eine reale Verdoppelung oder besser Verdreichfachung der Gehälter für Akademiker/ und pädagogisches Fachpersonal.
    Dann müsste an den Unis auch mal Schluss sein mit den 50% Stellen und den befristeten Arbeitsverträgen, wo man dann für 6 bis 24 Monate angestellt ist und dann wieder sich neu bewerben muss, oder halt mal wieder 3-4 Semster arbeitlos wird und dann nur noch einen Schreibtisch und eine Telefon (als Prof. zur Verfügung hat).
    Dann sollte man gleich wieder alles zurückfordern, was in den letzten Jahren als „Neuerung“ einführt worden ist: Bachelor und Master (Das sind keine Krankheiten, sondern so heißen die ehemaligen Diplom Studiengänge); ferner das 12 Jahres Abitur und der Zwang sein Kind – auch wenn es entwicklungsverzögert ist – mit 5 Jahren einzuschulen.

    Nun die drei hier vorgestellten Namenskategorien haben meist auch interessante vorgeschichten: Mohamed, der missbraucht und geschlagen wird, Mandy, die sowieso nichts arbeiten wird, weil die DDR Fabriken von westlichen Industrie-Agenten einverleibt wurden, und Maximilian, dessen Familien im Westen wirtschaftlich zerstört und auch enteignet wurde. – Habe ich da noch was vergessen? Dann kann ich es ja später noch hinzufügen.

    Die Bild-Schlagzeile müsste heißen: Deutschlands Bildung ist am Ende – ohne Moos nix los.

  5. Manuel Says:

    @O.
    Bloss kein Geld in die Bildung stecken! Die Universitäten sind ein Sumpf.
    Wenn überhaupt, würde ich Geld in die KINDERGÄRTEN stecken, da werden wirklich wichtige Weichen gestellt. Mehr Geld und mehr Telefone 😉 bringen keine Verbesserung, wenn das Konzept nicht stimmt.
    Wobei ich das Masters/Bachelor -System für eine Verbesserung gegenüber dem Diplom-System halte, WEIL es „verschulter“ ist und man deshalb einfach schneller fertig ist. Man sollte mal eine historische Bilanz ziehen: Was haben wir den Universitäten WIRKLICH zu verdanken? Welche Rolle haben sie z.B. bei weltbewegenden technischen Innovationen wie dem Blitzableiter, der Glühbirne, dem Wechselstrommotor, dem Computer gespielt? Diese Liste lässt sich beliebig erweitern…

  6. Peter Nasselstein Says:

    Humangenetiker: „Der mittlere IQ der Zuwanderer aus der Türkei liegt bei nur 85“

    http://www.shortnews.de/id/584636/Humangenetiker-Der-mittlere-IQ-der-Zuwanderer-aus-der-Tuerkei-liegt-bei-nur-85

  7. Robert (Berlin) Says:

    Sarrazin: „Die Gleichheitsideologie dominiert die Medien“

    Ex-Politiker Thilo Sarrazin kritisiert das „magische Denken“ in den Medien. Man könne Probleme nicht lösen, indem man sie ignoriert. Gegen Vereinnahmungen von rechts wehrt er sich mit dem Anwalt.

    http://diepresse.com/home/kultur/medien/4601622/Sarrazin_Die-Gleichheitsideologie-dominiert-die-Medien?_vl_backlink=/home/index.do

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