OR gegen DOR

Wie Reich in Äther, Gott und Teufel (S. 133ff) ausgeführt hat, steht das Wort „Gott“ für den Oberbegriff aller moralischen Forderungen. „Gott“ hält den „Teufel“ in Schach – der Oberbegriff für die pervertierten Triebe. Des weiteren führt Reich aus, daß durch Stärkung der Moral Perversionen und Brutalität nur noch weiter zunehmen. Versucht man aber die Moral einfach in einem rebellischen Akt wegzufegen, wird durch das entstehende Chaos zwangsläufig eine noch stärkere und strengere Moral das letztendliche Resultat sein. So gesehen sind Gott und Teufel nur zwei Seiten ein und derselben Medaille.

In diesem Kontext ist von Interesse, daß der unmoralische Teufel des Christentums im ursprünglichen israelitischen Verständnis eine hochmoralische Funktion im Hofstaat von König Jahwe innehatte. Zum Beispiel wendet Satan gegenüber Jahwe ein, Ijobs Frömmigkeit beruhe nur auf dessen Selbstsucht (Ijob 1,6ff).

Gleichzeitig symbolisiert Gott den mystisch verzerrten Kontakt mit dem bioenergetischen Kern, der für den konservativen Charakter typisch ist. Dem (links-) liberalen Charakter ist der Kern prinzipiell unzugänglich. Er bleibt in der oberflächlichen, äußeren Fassade haften. Sein einziger „Kontakt“ mit Gott ist die „subversive Rebellion gegen den Vater (-Gott)“. Er identifiziert sich dabei teilweise ganz offen mit dem Teufel, der wie bereits gesagt die Sekundäre Schicht, die sekundären, perversen Triebe verkörpert.

Hier paßt, was Gerhard Zacharias vor drei Jahrzenten in seinem Buch über Satanskult und Schwarze Messen (Der dunkle Gott, Wiesbaden 1982) festgestellt hat:

Auffällig ist die Tatsache, daß viele Teilnehmer an den satanischen Riten Angehörige der höheren Gesellschaft und Intellektuelle sind. Der Grund dafür liegt vermutlich in der Tatsache, daß Menschen, die in besonderer Weise von den Quellen ursprünglicher Vitalität abgeschnitten sind, im Satanskult und in den mit ihm verbundenen Orgien den Zugang zu Erfahrungen elementarer Art suchen.

Zacharias verweist auch auf „die direkt-satanischen Züge in jener Subkultur, die sich seit der Entstehung der Hippie-Bewegung an der kalifornischen Küste im Sommer 1967 in vielen Formen fast weltweit verbreitete.“ Er erwähnt auch „satanische Einflüsse auf die erste Generation von Terroristen“ und auf „die satanischen Aspekte zeitgenössischer Sekten, vor allem der Jugendsekten.“

Wichtiger aber ist die Entwicklung seit 1968 (…) Die Protestbewegung, die in vielen Ländern aufflammte, vollzog sich zum Teil als sexuelle Revolution, deren Banner vor allem den Namen Wilhelm Reich trug.

Wilhelm Reich als Satanist! So muß er jedenfalls dem konservativen Charakter erscheinen. Schon sein Vorgänger Jesus wurde von den rechtgläubigen Pharisäern als mit dem Teufel im Bund stehend angegangen (Mk 3,22). Die abergläubischen Bauern baten diesen unheimlichen Mann, doch ihr Gebiet zu verlassen (Mk 5,1-20).

Auch heute noch muß für manchen Christen die Orgonomie unheimliches Teufelswerk sein. Wer sich mit den wogenden Lebensströmungen befaßt, muß in jedem Gläubigen Todesängste provozieren. Sein Gott hat ja die Welt geschaffen, indem er die Wellen des Meeres brach (Ijob 38,4 und 8-11). Dies entspricht der Panzerung, die die Strömung der Lebensenergie einschränkt. Nachdem die Lebensenergie unter der Panzerung entartete, packte Jahwe „den Drachen, die alte Schlange, die auch Teufel und Satan genannt wird, und fesselte ihn“ (Offb 20,2). Wehe, diese Fessel wird wieder gelöst…

Auf die Verdächtigung der Teufelei erwiderte Jesus:

Jede Sünde kann den Menschen vergeben werden und auch jede Gotteslästerung. Wer aber den Heiligen Geist beleidigt, für den gibt es keine Vergebung, denn er ist auf ewig schuldig geworden. (Mk 3,28f)

Es geht ganz einfach darum, streng zwischen den primären und sekundären Trieben zu unterscheiden, die unter keinen Umständen miteinander verquickt werden dürfen.

Genauso wie Jesus will auch die Orgonomie „böse Geister austreiben“.

In der Sprache des wahren Christen würde man – ohne mystisch zu werden – sagen, daß der „Teufel“ durch die Funktionen „Gott“ oder „Jesus“ ausgetrieben wird. Ich drücke mich absichtlich auf diese Weise aus, um den Leser davon zu überzeigen, daß große Wahrheiten in derartigen religiösen Lehren stecken, auch wenn sie durch das gepanzerte Menschentier entstellt worden sind. (Äther, Gott und Teufel)

Dies schrieb Reich 1947, als er noch davon ausging, daß das „Böse“ genauso wie auch die Panzerung nicht wirklich in der Natur verankert ist, sozusagen nicht zur „Wirklichkeit“ gehört. Oder, um mit dem irischen Gelehrten des 9. Jahrhunderts, Eriugena zu sprechen, das Böse wurde von Reich als „substanzlos“ betrachtet. Dann kam aber nach 1951 mit dem katastrophalen Ausgang des ORANUR-Experiments und der daran anschließenden Entdeckung des DOR der große Umbruch in Reichs Denken. Der Teufel war wirklich. Das Böse brach wortwörtlich ins Paradies ein. Die schwarzen Wolken ziehen auf:

Im November 1961 veröffentlichte der Psychologe Charles Kelley, ein Schüler Reichs, in seiner Zeitschrift Creative Process eine Kritik an Reichs Auffassung, die dieser in Die kosmische Überlagerung dargelegt hatte, der Ursprung der Panzerung liege im Wechselspiel zwischen Bewußtsein und Orgasmusfunktion. Der Mensch sei sozusagen „gestrauchelt“, als er sich erstmals seiner selbst bewußt wurde und sich den orgonotischen Strömungen ausgeliefert sah. Die Frage bleibt dabei schlicht unbeantwortet, warum und wovor der Mensch es denn eigentlich mit der Angst kriegen sollte, gegen die er sich dann abpanzerte. Reichs Theorie mag anregend sein, erklärt aber so gut wie nichts, zumal Reich selber sie nicht weiter verfolgt hat und sie in seinem Oeuvre sehr bald durch die Vorstellung verdrängt wurde, die Panzerung ließe sich auf die abtötende Wirkung von atmosphärischem DOR zurückführen. Kelley ließ durchblicken, daß er sich dieser letzteren Theorie als einzig stimmiger anschließt.

Charakteristischerweise verwarf Kelley einige Jahre später sowohl die „DOR-Theorie der Panzerung“ als auch gleich Genitalität und Orgonenergie und fand seine Erklärung für die Panzerungsgenese in der Psychologie. Panzerung sei durch den Mechanismus der willentlichen Aufmerksamkeit und Kontrolle bedingt, der in der Evolution neu sei, weshalb wir ihn mühsam erlernen müßten, ohne uns abzupanzern. Kelley kehrte also in abgewandelter Form zu Reichs ursprünglicher Auffassung zurück – mit dem Anspruch von „Originalität“.

Auf ganz ähnliche Weise verdrängte der italienische Reichianer Luigi DeMarchi das DOR, wobei er in seinem Buch Der Urschock (Darmstadt 1988) ebenfalls von einer Kritik an Reichs erster Theorie ausgeht, die er so darstellt, als sei sie Reichs letztes Wort gewesen. Für DeMarchi liegt der Ursprung der Panzerung im „existentiellen Urschock“, den die ersten Menschen erfuhren, als sie sich ihrer eigenen Sterblichkeit bewußt wurden. Reich habe die Sterblichkeit verdrängt. Dabei erwähnt DeMarchi an keiner Stelle Reichs Konzept einer „Todesenergie“ (DOR).

Man gewinnt den Eindruck, daß Kelley und DeMarchi ängstlich vor etwas flohen, was auch mit ihrer Leugnung der Genitalität verbunden sein muß. In seinem Aufsatz „Die emotionale Wüste“ (Ausgewählte Schriften) wies Reich 1955 auf den „wohlverborgenen Haß“ gegen jeden hin, „der auf die Existenz einer tödlichen, übelriechenden DOR-Energie hinweist“ und auf „die grundsätzliche Neigung, alles, was mit Genitalität, dem System der Energieentladung, zu tun hat, zu ‚verbergen‘.“ Diese Verdrängung sei Ausdrucksform der grundlegenden Tatsache, daß das DOR im eigenen Organismus selbst zum Preis des Todes verborgen werden muß.

Reich denkt dabei an die „negative therapeutische Reaktion“, die einst Freud dazu veranlaßte den „Todestrieb“ zu postulieren. Anders konnte Freud sich nicht erklären, warum Patienten wirklich alles tun, wirklich alles in Kauf nehmen, nur um nicht zu gesunden, nur um nicht leben zu müssen.

Es fängt damit an, daß man keine Fremden anspricht, weil man Angst davor hat, mit der eigenen Unbeholfenheit konfrontiert zu werden. Es ist letztendlich die Angst davor mit dem eigenen DOR in Kontakt zu kommen.

Kurioserweise versinkt man bei dieser „Taktik“ erst recht zunehmend im DOR, so als gäbe es Freuds ominösen „Todestrieb“ tatsächlich. Es sei etwa an „Gruftys“ erinnert oder an Drogenabhängige. Was sie tatsächlich fliehen, ist die bioenergetische Reaktion, die mit dem Kontakt von ORgon und DOR einhergeht. In einer Art „Entzündung“ wird das DOR sequestriert, was mit einer ungeheuren Erregung des OR verbunden ist. Es ist diese orgonotische Erregung, letztendlich die Genitalität, die wir mit allen Mitteln fliehen. Deshalb meiden die Menschen instinktiv die Orgontherapie. Und wenn sie doch in Orgontherapie sind, tun sie alles, um dieser Erschütterung zu entgehen. Gegebenenfalls schreiben sie Essays wie Kelley und DeMarchi.

Das Elend dieser Welt hängt nicht damit zusammen, daß wir irgendwie fehlerhaft konstruiert sind und unser Bewußtsein mit der Wirklichkeit nicht zurande kommt, sondern damit, daß wir darauf konditioniert wurden uns im sozusagen „emotionalen Sumpf“ einzurichten. Wir erleiden lieber unzählige kleine Schmerzen, als daß wir uns dem großen Schmerz aussetzen, der damit verbunden ist, uns dem Leben zu stellen. Beispielsweise versinken wir lieber in der Agonie der Einsamkeit oder einer festgefahrenen Beziehung, als auf die Frau zuzugehen, in die wir uns verliebt haben.

Das, diese Angst des Rigiden und Abgestorbenen vor dem pulsierenden Leben durchzieht alles. Es treibt ganze Nationen an.

Während des Franquismus war das Motto der spanischen Fremdenlegion „Viva la muerte!

Es lebe der Tod, da, um mit Mussolini zu reden, der Tod die Voraussetzung der Wiederauferstehung ist. Der Widerauferstehung im Mythos. Der Tod überwindet die Zumutungen des Organischen (Pulsierenden!). Frei nach Marinetti wird das Reich des Organischen vom Reich des Maschinellen abgelöst.

Der Spiegel faßt den Futurismus denkbar knapp zusammen:

Sie waren Prediger einer brutalen Avantgarde: Vor 100 Jahren veröffentlichten die Futuristen ihr Manifest – sie liebten den Tod, das Tempo, Maschinen. Sie haßten Frauen und das Establishment. Wortführer Tommaso Marinetti wurde Mussolinis Kulturminister – und kämpfte für Hitler vor Stalingrad.

Die Wirkung des DOR auf dem sozialen Schauplatz hat mit unübertrefflicher Prägnanz J.P. Stern erhellt, als er sein Buch über Hitler mit der Bemerkung abschloß, er habe genügend Beweise dafür genannt, daß „nicht Eroberung, sondern blinde Vernichtung“ Hitlers Ziel gewesen sei.

Dies – und nicht irgendeine heroische Selbstbehauptung, nicht einmal die Aussicht auf materiellen Gewinn – war das Geheimnis, das seine Anhänger an ihn band; und nicht nur seine Anhänger. Auf diesem heimlichen Einverständnis beruhte seine Karriere. (Der Führer und das Volk, München 1978, S. 209)

Getreu dem Nibelungenmythos siegte man im Untergang, indem der eigene Opferwille unter Beweis gestellt wurde. Den Feind mit in den Untergang zu reißen, komplementiert den Triumph. Schon während des Ersten Weltkrieges soll Clemenceau, Thomas Mann zufolge, gesagt haben:

Die Deutschen lieben den Tod. Sehen Sie ihre Literatur an! Sie lieben im Grunde nur ihn.

Mit dem Langemarck-Mythos galt es die Westmächte genauso einzuschüchtern wie es heute die islamischen Gotteskrieger versuchen: „Ihr liebt das Leben und wir lieben den Tod“, bekundeten Dschihadisten im Bekenner-Video zum Attentat von 2004 ausgerechnet in Madrid.

Wenn man Mohammed liest, vermeint man die Stimme Himmlers zu hören:

Töten ist euch vorgeschrieben, auch wenn es euch widerwärtig ist. Doch es mag sein, daß euch etwas widerwärtig ist, was gut für euch ist, und es mag sein, daß euch etwas lieb ist, was übel für euch ist. Und Allah weiß es, doch ihr wisset es nicht. (Sure 2:216)

Das führt direkt zum heutigen Islamismus:

1938 erschien Al-Bannas Werk „Die Todesindustrie“, in welchem die Abwendung vom Leben radikalisiert und die Verherrlichung des Märtyrertums entfaltet wird: „Derjenigen Nation, welche die Industrie des Todes perfektioniert und die weiß, wie man edel stirbt, gibt Gott ein stolzes Leben auf dieser Welt und ewige Gunst in dem Leben, das noch kommt. Die Illusion, die uns gedemütigt hatte, besteht in nichts anderem als der Liebe zum weltzugewandten Leben und dem Haß auf den Tod.“).

Die gleiche „Todesverherrlichung“ manifestierte sich z.B. im japanischen Kamikaze-Kult, der die Amerikaner wirklich in Angst und Schrecken versetzte – und die Atombombe unausweichlich gemacht hat. Ich habe mich damit in meiner Besprechung von Hitler, Buddha, Krishna beschäftigt.

So könnte ich mit beliebig vielen anderen Beispielen fortfahren, ohne jemals den ganzen Gehalt des funktionellen Gegensatzes von OR und DOR ausschöpfen zu können!

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9 Antworten to “OR gegen DOR”

  1. Robert (Berlin) Says:

    Die gleiche „Todesverherrlichung“ manifestierte sich z.B. im japanischen Kamikaze-Kult, der die Amerikaner wirklich in Angst und Schrecken versetzte – und die Atombombe unausweichlich gemacht hat.

    Kamikaze war keine Todesverherrlichung, sondern eine Steigerung der Kriegsführung, um sicherer die Ziele zu vernichten. Militärisch waren die Kamikaze nicht bedeutsam und spielten für den Einsatz der A-Bombe nur propagandistisch eine Rolle. Lediglich die hohen Verluste bei der Eroberung des japanischen Festlandes waren eine reale Begründung für die A-Bombe, die aber keinesfalls den Einsatz der zweiten Bombe auf Nagasaki notwendig machte, ohne die Wirkung der ersten Bombe abzuwarten. Viel eher ist hier die technische Erprobung eines anderen Typs, der Plutoniumbombe, anzunehmen.
    Da man schon seit 1941 den japanischen Funkcode geknackt hatte (und so vom Angriff auf Pearl Harbor wusste), war auch bekannt, dass Japan kurz vor der Kapitulation stand. Der Abwurf der Atombomben war deswegen nicht unausweichlich, sondern galt der Erprobung einer neuen Waffe.

  2. O. Says:

    Nun dass die Orgontherapie OT (und nicht das was man dafür fälschlich hält) von Reich schwerlich begreifbar war, liegt nicht zuletzt an einer fehlende Darstellung derselben. Die Abgrenzung der OT zur „Psychologie“ (gemeint war eher die Psychoanalyse und auch seine Charakteranalyse) diente nicht der Klärung. So kann Kelley mit Recht behaupten, die Sexualerregung der Orgsamusfunktion, die fester Bestanteil der Charakteranalyse war, könne mit der Orgonenergie erklärt werden. Selbiges sagte Reich, doch er wollte die Gültigkeit der „psychologischen“ Charakterlehre mindern, wenn nicht verneinen, um alles auf eine orgonenergetische Sicht zu fokussieren.
    Das Konzept des DOR kam erst mit der Krebsthematik (ca. 1948) im Biologischen auf und wurde im atmosphärischen Experiment (ORANUR 1951) zu einer physikalischen Dimension. Alle Schriften mit Hinweisen zur Orgontherapie befassten sich mit der Orgasmusformel, in die das Orgon hineingelegt wurde. – Von DOR war nach der Überarbeitung, wenn ich mich richtig entsinne, des Therapienasatzes keine Rede, da dieses Konzept zeitlich später kam als alle Aussagen zur OT getätigt waren. Die „physiklaische Orgontherapie“ profitierte von dem Umbau eines Shooters (ORAC) in einen „medical DOR-buster“, der stagnierende Energie wie DOR abziehen sollte.
    Die Krebsbiopathie ging von stagnierendem Energiefluss durch ungenügender bis eingestellter sexueller Aktivität aus. Die läßt sich keinesfalls mit dem DOR-buster behandeln, zumindest gibt es hier keine entwickelten Anwendungsbeschreibungen, die eine sichere Handhabung möglich machen.
    Auf die Ratschläge und Praktiken von „Ärzten“, die mit einem DOR-Buster in ihrer „Praxis“ herumfuchteln und nicht wissen (wollen) welchen Schaden sie anrichten, sollte man nicht nur skeptisch reagieren, sondern diese sofort zur Anzeige bringen!

    Ein DOR-Modell für die Reichsche Psychotherapie, wenn man die OT so verstehen möchte, gibt es tatsächlich noch nicht. DOR kann man nicht psychoanalytisch mit der „Todestriebtheorie“ von Freud gleichsetzen, das führt in die Irre und nicht zur Erhellung. Eine DOR-Interpretation kann es aber ohne das Verständnis von ORANUR nicht geben und hierzu wurde sich in der Literatur (ZfO – ca. 1995) bezüglich der ORANUR-Sucht geäußert.
    Ich begrüße aber hier den Hinweis das DOR als Konzept in die Körpertherapie/ Psychotherapie einfließen zu lassen.

    Noch eine Anmerkung: Menschen haben Angst vor ihren Gefühlen, wenn sie mit Orgonenergie einhergehen. Reich nennt dies die Orgasmusangst. Der Körper sammelt die abgetöte Orgonenergie und lässt sie zu biologischem (organismischen) DOR im Körper werden, da ein Sexualstau über lange Zeit die Energie akkumuliert und als stagnierte Energie zu DOR „umkippt“, bis der Organismus schließlich zu „faulen“ beginnt und somatisch erkrankt.
    Hier wird dann wieder die ärztliche Kunst relevant und die Psychologie kann nur noch begleitend eingesetzt werden. Psychodynamisch ist eigentlich schon alles zu spät, um das Energetische noch bewegen zu können. Das Energetische hängt für mich stärker mit der Psyche zusammen und erst final wird sie zum medizinischen Fall. Dies wäre eine Schieflage des orgonomisch funktionellen Denkens, Psyche und Soma sind somit nicht nur funktionell auf tieferer Ebene identisch, sondern es scheint eine zeitlich relevante Abfolge zu geben, die nicht zu beachten, zu falschen Behandlungen führen könnte.

    Zu den sozialen Fragen der DOR Energie und seines stinkenden Geruchs, sowie die Sucht nach Oranur braucht man nur auf die „DOR-Wesen“ in der Regierung zu schauen, die ihre Atomkraft zur Produktion von tödlichen Energien brauchen und damit radioaktives Tritium (und die anderen strahlenden Nuklide) permanent in die Atmosphäre abgeben und behaupten, so ein wenig quasi „natürliche“ Dosen seien geradezu gesund. Ekelerregend und ekelhaft!

  3. Funktionelles Denken: die Maschinenzivilisation « Nachrichtenbrief Says:

    […] des Faschismus zu tun ist, der den Menschen in eine Maschine verwandeln will. So sind ja auch die italienischen „Futuristen“, die Anbeter der Maschine am Anfang dieses Jahrhunderts, später fast durchweg Mussolini gefolgt! […]

  4. Die Orgasmusformel (Teil 2) « Nachrichtenbrief Says:

    […] Man bekommt Kopfschmerzen, wenn man sich mit diesem schrecklichen Unsinn beschäftigt, der nicht einen Funken eigenständiger wissenschaftlicher Arbeit enthält. Siehe auch hier. […]

  5. Renate Says:

    Zitat PN:
    „Auch heute noch muß für manchen Christen die Orgonomie unheimliches Teufelswerk sein.“

    Überhaupt nicht, die Orgonomie erklärt.

    Lk 8-9 Warum Gleichnisse?

    Seine Jünger fragten ihn, was das Gleichnis bedeute. 10 Da sagte er: Euch ist es gegeben, die Geheimnisse des Reiches Gottes zu erkennen. Zu den anderen Menschen aber wird nur in Gleichnissen geredet; denn sie sollen sehen und doch nicht sehen, hören und doch nicht verstehen.

  6. Tzindaro Says:

    I once visted the Satanic Church of Anton LeVey, in San Francisco. He had several of Reich’s books on his bookshelf. When I asked him about it, he said Reich was a „sort of Satanist“ and he expressed great respect for Reich. He sometimes did one of his weekly talks about Reich’s theories and he seemed to understand them quite well.

    The best theory about the historical origin of human armoring is that of Theodore Lazar, who combined Reich’s theory of armoring with Velikovsky’s reconstruction of huge natural catastrophes in ancient times. Lazar thought the human race was literally driven insane by traumatic events beyond their control and the religions and dominator cultures of ancient times then developed as a way to at least imagine being safe from those events ever happening again.

    Lazar tried to get Reich and Velikovsky to work together, but neither of them would because of political differences. Velikovsky’s last book, Mankind in Amnesia, gives the theory from a purely psychoanalytic point of view, without the added dimension of armoring and biology that Lazar brought to it, but even lacking Reichian insights it is still one of the most important books on social science of the 20th century.

    . It is unfortunate Reich and Velikovsky would not agree to combine their efforts, but Lazar did a great job of bringing their thought together.

  7. Paul Says:

    Es gibt im Satanismus viele verschiedene Richtungen, von materiell-hedonistischen Ausprägungen wie die Church of Satan von Anton Szandor LaVey zu mystisch-okkulten Bewegungen, die sich oft auf Aleister Crowley berufen (der sich allerdings vom Satanismus immer distanzierte) zu atheistisch-anti-christlichen Vertretern, die oft nietzschianisch argumentieren. All diesen verschiedenen Ausprägungen gemeinsam ist die Weigerung, sich einer äusseren Autorität (Gott) und den durch seine „Vertreter“ propagierten Moral zu unterwerfen. Das Mystisch-Okkulte, das bei der wohl grösseren Anzahl von Satanisten zu finden ist, bezieht sich auf die Suche von Gott im eigenen Ich. Homo est Deus. Sie haben also eine Ahnung von der primären Schicht und ihr okkultes Treiben geht in diese Richtung. Dabei müssen sie natürlich zwangsläufig in der zweiten Schicht hängenbleiben und toben sich dort meist rituell oder eben hedonistisch aus. Das alte Vorurteil, dass Satanisten „böse“ Menschen sind, lässt sich jedoch nicht halten, man lese nur mal die Netzbeiträge oder Bücher von Okkultsekten-Experte P. R. König. Es handelt sich in den meisten Fällen um harmlose Menschen, die keiner Fliege etwas zu leide tun. Davon ausgeklammert sind extrem rechte Satanistenkreise, sog. „Jugendsatanisten“ sowie allenfalls Skull & Bones und ähnliches, sollte man diese dem Satanismus zurechnen wollen. Dass die profanen Satanisten harmlos sind, hat mE eben damit zu tun, dass sie eine Ahnung von der primären Schicht haben. Wer diese Ahnung bzw. ein entsprechendes „Loch“ im Panzer hat (was in der persönlichen Biographie meistens zu mehr Schwierigkeiten im Leben führt), der kann sich der natürlichen Moral – ich finde Fromms Begriff „Biophilie“ hier passend – nicht entziehen. Satanisten mögen verdreht, neurotisch und asozial sein, gefährlich sind sie in den allermeisten Fällen nicht. Und: Die Satanisten sind aus den genannten Gründen prädestinierter Reich zu verstehen, wenn sie ihm begegnen, als Vertreter aller anderer philosophischer Richtungen. Reich hat gezeigt, dass ein primärer „göttlicher“ Kern dem Menschen innewohnt und genau dies ist auch die Grundlage satanistischer Philosophie.

  8. Die okkulten Grundlagen des Nationalsozialismus | Nachrichtenbrief Says:

    […] ist“. „Es ist alles Kampf“ – oder wohl eher Krampf. In diesem Zusammenhang möchte ich nochmals J.P. Stern zitieren, der sein Buch über Hitler mit der Bemerkung abschloß, er habe genügend Beweise dafür genannt, […]

  9. Die Maschinenzivilisation | Nachrichtenbrief Says:

    […] des Faschismus zu tun ist, der den Menschen in eine Maschine verwandeln will. So sind ja auch die italienischen „Futuristen“, die Anbeter der Maschine am Anfang dieses Jahrhunderts, später fast durchweg Mussolini gefolgt! […]

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