Hiob und die Orgonomie

Ausgangspunkt und Zentrum der Orgonomie ist die Theorie, daß die genitale Umarmung das zentrale „Ventil“ des organismischen Energiehaushaltes ist.

Aber was ist mit jenen Menschen, die als Hermaphroditen oder mit anderen Defekten geboren werden, so daß eine genitale Umarmung unmöglich ist. Was mit jenen, die durch Unfälle oder Krankheiten entstellt werden und deshalb beispielsweise keinen Penis mehr besitzen?

Hat solchen Menschen die Orgonomie irgendetwas zu sagen?

Nun orgastische Potenz kann selbst der (im konventionellen Sinne) Gesündeste und „Intakteste“ kaum erreichen. Nichtsdestoweniger wird er ein einigermaßen befriedigendes Leben leben können. Es geht nicht um Perfektion, sondern darum, aus dem Gegebenen das Beste zu machen.

Im hier diskutierten Fall denke man nur an Mönche, die ein glückliches und produktives Leben geführt haben; ein fast „orgonomisches“ Leben. Ein beliebiges Beispiel ist der funktionalistische Denker Nikolaus von Kues.

Ich möchte nochmals auf das bereits in einem vorangegangenen Blogeintrag erwähnte Buch von Aron Ralston Im Canyon verweisen.

Bei einer Bergwanderung wurde die rechte Hand Ralstons von einem tonnenschweren Felsbrocken eingeklemmt. Nach fünf Tagen und Nächten faßte er den Entschluß, die Hebelwirkung des Felsens auszunutzen und seinen Arm durchzubrechen! Danach amputierte er sich in einer Stunden währenden „Operation“ mit einem Campingmesser den Unterarm, legte sich einen Preßverband an und machte sich auf eine vierstündige Suche nach Rettung.

Mittlerweile hat er mittels einer Spezialprothese alle 59 Viertausender in Colorado im Winter und im Alleingang bestiegen.

Es gibt keine Entschuldigung: nicht „die Umstände“, „die Gesellschaft“, „eine schlimme Kindheit“, „Ungerechtigkeit“ oder gar „Panzerung“. Es gibt keinen größeren Verrat am Leben als Wehleidigkeit und Jammerei.

Es ist eine Art „Todestrieb“, Lebenshaß, der sich in diesem Land in Interessenverbänden, politischen Parteien, im sogenannten „Sozialstaat“ organisiert. Die Orgonomie zu diesem Zwecken heranzuziehen (etwa: „Ich hatte einen tragischen Unfall am Unterleib!“) ist schlichtweg ungeheuerlich!

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7 Antworten to “Hiob und die Orgonomie”

  1. David Says:

    Bei einem Menschen mit zerstörtem Geschlechtsorgan – man denke auch an afrikanische Frauen bei denen die Klitoris verstümmelt worden ist – kann wie ich glaube dennoch energetisch gesundes Funktionieren vorkommen, allerdings wie ich glaube nur bis zu einem gewissen Grad.

  2. Klaus Says:

    Hmm, nun interssiert mich Folgendes: Bei welcher Gelegenheit werden

    „Mönche, die ein glückliches und produktives Leben geführt haben; ein fast „orgonomisches“ Leben“

    vom Orgasmusreflex heimgesucht?

    Und damit hängt zusammen: Betrifft die ‚Spannungs-Ladungs-Formel‘ auch Pflanzen?

    • Peter Nasselstein Says:

      Leben ist Pulsieren der kosmischen Orgonenergie in einer Membran. Deshalb ist dem Leben die Sehnsucht inhärent, diese Membran wieder zu verlassen. Im gepanzerten Leben ist diese Sehnsucht manchmal sogar größer als im ungepanzerten Leben. Man höre sich eine Symphonie des hochneurotischen, zölibatär lebenden Bruckner an!

  3. Klaus Says:

    OK, aber inwiefern ist das eine Antwort auf die Fragen? Soll damit nur gesagt sein, dass jener ‚glückliche Mensch mit seinem fast orgonomischen Leben‘ einfach neurotisch ist wie Herr Meier nebenan mit seinem Traum vom sexuellen Glück oder meinetwegen ich? Ich dachte, der Punkt jener Formulierung war: Es gibt zölibatäre Mönche, die besonders nahe am orgonotischen Sinn sind, womöglich überdurchschnittlich – das legte jedenfalls die Formulierung „ein fast ‚orgonomisches‘ Leben. Ein beliebiges Beispiel ist der funktionalistische Denker Nikolaus von Kues“ nahe. War es das? Tiefe Sehnsucht haben jedenfalls viele, nicht nur Leute wie Bruckner.
    Und wie ist es nun mit den Pflanzen?

    • Peter Nasselstein Says:

      Wenn ich die Orgonenergie „hören“ will, höre ich mir Bruckner an. Wenn ich ihre innere Logik verstehen will, lese ich meinetwegen Nikolaus von Kues. Wenn die nicht „orgonomisch“ waren, dann weiß ich nicht, was „orgonomisch“ sein soll. Was Pflanzen betrifft gibt es bei Einzellern keinen Unterschied zu Tieren. Bei Bäumen, Gräsern und so weiter: die sind in ihrer Zellulose gefangen und können sich nur in Zeitlupe bewegen. Es ist müßig zu fragen, wo denn nun da die Entsprechungen zur „Funktion des Orgasmus“ sind. Die Frage ist, welche Funktionen der kosmischen Orgonenergie kommen im „Pflanzenleben“ zum Ausdruck. Ich muß da spontan an Kristalle, „Eisblumen“, etc. denken – Dinge, die weit weg sind von der „Ausdruckssprache des Lebendigen“. Auf dem Mars gibt es ganze „Wälder“ solcher kristallinen Strukturen, die aussehen wie – eben Wälder.

  4. Klaus Says:

    „welche Funktionen der kosmischen Orgonenergie kommen im ‚Pflanzenleben‘ zum Ausdruck?“
    Würde mich interessieren. Sie sollten möglichst Kriterien entsprechen, nach denen auch etwas nicht als Manifestation der Funktionen des Orgons gilt. Andernfalls sind diese Redeweisen zu vage. Man kann sich damit begnügen, und dann begnügt man sich mit einer Art Dichtung. Ist OK, aber nicht das, was ich von Naturwissenschaft erwarte.
    Ich könnte mir vorstellen, dass sich orgonotische Pulsation bei Pflanzen nur auf der Ebene einzelner Organellen, Zellen oder kleinerer Zellverbände (und gewisser Beziehungen zwischen ihnen) zeigt, während sie sich z. B. bei Säugetieren auch am ganzen Organismus zeigt.

    • Peter Nasselstein Says:

      Man könnte vielleicht noch Reichs Forschungen über „Orene“ („Orin“) und mikroskopische „Protovegetation“ nennen, die er in DAS ORANUR-EXPERIMENT II (Contact with Space) erwähnt.

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