Der mörderische Haß auf das Lebendige (Teil 2)

Die „Emotionelle Pest“, d.h. die Lust an der Zerstörung dessen, was uns auf eine irrationale Weise Angst macht oder unerfüllbare Sehnsüchte in uns wachruft, liegt in uns allen Brach. Beim einen mehr, beim anderen weniger.

Eines der eindeutigsten Beispiele ist die allgegenwärtige teilweise viehische Frauenfeindlichkeit. Sie ist auch ein gutes Beispiel dafür, daß „Emotionelle Pest“ nicht nur eine feste Struktur ist (wie etwa Schizophrenie, Krebs oder eine neurotische Störung), sondern, wie der Name schon sagt, eine ansteckende Pest. Immerhin bedeutet dies auch, daß die Pest sich nicht weiter ausbreiten kann, wenn sie auf eine Mauer von Menschen trifft, die weitestgehend „immun“ sind.

Einer Studie der Universidad de Granada (Mónica Romero-Sánchez, et al.) zufolge, beeinflussen sexistische Witze Männer dergestalt, daß sie Gewalt gegen Frauen mehr akzeptieren als zuvor.

109 männlichen Universitätsstudenten im Alter von 18 bis 26 wurden zuerst hinsichtlich ihrer Einstellung zu Frauen befragt und danach sowohl sexistische als auch neutrale Witze vorgelegt. Als ihnen daraufhin Szenen präsentiert wurden, in denen Frauen in unterschiedlichem Ausmaß Gewalt durch Männer ausgesetzt waren, reagierten jene Männer, die von vornherein entsprechende Tendenzen zeigten, mit einer erhöhten Toleranz für Gewaltausübung gegen Frauen.

Neben der Verachtung und dem Haß auf Frauen gibt es keine größere Verachtung, keinen tieferen Haß als jenen, der gegen Schwarzafrikaner gerichtet ist. Das reicht von den psychotischen „Rassen-Theorien“ der Anthroposophie, die allein schon mehr als ausreichen, um die Waldorfschulen endlich zu verbieten, bis hin zu den alltäglichen Ausfällen gegen „Bimbos“, wenn „der deutsche Mann“ sich vermeintlich unter seinesgleichen glaubt und das Bier seine wahre Gesinnung nach oben schwemmt. Was mich dabei immer bedrückt hat, ist die Intensität dieses Hasses und wie er unweigerlich mit sexuellen und insbesondere „fäkalen“ Anspielungen gespickt ist.

Die Quelle dieses abgrundtiefen Hasses und Mißachtung haben Freud, Reich, Baker und Konia offengelegt:

Erstmal ist da das Primärprozeßdenken a la Rudolf Steiner:

Sehen wir uns zunächst die Schwarzen in Afrika an. Diese Schwarzen in Afrika haben die Eigentümlichkeit, daß sie alles Licht und alle Wärme vom Weltenraum aufsaugen. Sie nehmen das auf. Und dieses Licht und diese Wärme im Weltenraum, die kann nicht durch den ganzen Körper durchgehen, weil ja der Mensch immer ein Mensch ist, selbst wenn er ein Schwarzer ist. (…) Da muß etwas da sein, was ihm hilft bei diesem Verarbeiten. Nun, sehen Sie, das, was ihm da hilft beim Verarbeiten, das ist namentlich sein Hinterhirn. Beim Neger ist daher das Hinterhirn besonders ausgebildet. Das geht durch das Rückenmark. Und das kann alles das, was da im Menschen drinnen ist an Licht und Wärme, verarbeiten. Daher ist beim Neger namentlich alles das, was mit dem Körper und mit dem Stoffwechsel zusammenhängt, lebhaft ausgebildet. Er hat, wie man sagt, ein starkes Triebleben, Instinktleben. Der Neger hat also ein starkes Triebleben.

In diesem infantilen neurotischen „Denken“ wird der Neger nicht nur zur Verkörperung alles Animalischen, seine schwarze Hautfarbe steht auch für „ein Haufen Dreck“ und „Bosheit“. Aufgeladen wird dieser Komplex von unabgeführter und schal gewordener Sexualenergie, die sich schließlich nicht nur in verbalen sadistischen Exzessen entlädt. Man siehe dazu meine Ausführungen über sie sexualökonomischen Grundlagen des Militarismus.

In dem Buch Hitlers afrikanische Opfer räumt der Autor Raffael Scheck mit der Mär von einer Wehrmacht auf, die insbesondere im Westfeldzug, „sauber“ geblieben wäre. Die ersten Opfer des „Vernichtungskrieges“ waren die schwarz-afrikanischen Soldaten der französischen Armee, die unter Flüchen und wüsten Beschimpfungen von deutschen Offizieren massenweise abgeschlachtet wurden. Darunter auch Verwundete. Wären die Opfer „Weiße“, etwa Juden, gewesen, wären diese Vorkommnisse ein großes Thema seit Jahrzehnten. Aber bisher hat sich niemand drum geschert.

Das ganze hatte wenig mit dem Nationalsozialismus zu tun (der hatte allenfalls die Funktion des eingangs erwähnten „Biers“), sondern stand in einer Tradition mit dem versuchten Völkermord an den Hereros in „Deutsch Süd-West“ und dem Niederschlagen des Maji-Maji-Aufstandes in Deutsch-Ostafrika.

Weitere schockierende Belege für den kochenden und brodelnden Haß in jenen, die a la Rudolf Steiner glauben, daß in der „äthiopischen Rasse die Merkurkräfte kochen und brodeln“, bietet Günter Wallraff, der als Somali verkleidet durch deutsche Kneipen zog, sich eine Wohnung mieten wollte oder beispielsweise in Ostdeutschland einem Fußballspiel beiwohnte. Nachzulesen in seinem Buch Aus der schönen neuen Welt.

Wie Wallraff in der Hamburger Morgenpost berichtet, galten ihm, dem vermeintlichen „Schwarzen“, immer wieder Beschimpfungen wie „Affen nach Afrika!“ Jedem Fußballfan sind die Sprechchöre gegen „Schwarze“ in den Stadien vertraut: „Hier, hol dir deine Banane!“ Wallraff:

Ich war beim Fußballspiel Cottbus gegen Dresden. Wenn da nicht die Polizei gewesen wäre, hätten die mich alle gemacht.

Was in den von Wallraff beschriebenen Massen vorgeht; was diesen mörderischen Haß provoziert, kann man wirklich am besten erfassen, wenn man sich mit dem anthroposophischen Rassismus befaßt. Nirgendwo sonst wird offensichtlicher, was Reich in der Massenpsychologie des Faschismus unter den Stichworten „Rassereinheit, Blutsvergiftung und Mystizismus“ diskutiert.

Der Haß gegen den „Schwarzen“ beruht auf der Angst vor „Kontamination“. Beispielsweise forderte 1922 Rudolf Steiner Schwangere auf, sie sollten damit aufhören, die damals populären „Negerromane“ zu lesen, da durch den geistigen Einfluß dieser Lektüre auf den Fötus ihre Kinder negroid, grau und kraushaarig werden würden. Auch beklagte er ganz allgemein den Einfluß der Negerkultur in Europa, weil es schädlich für die geistig-rassische Reinheit sei. 1926 schrieb die Witwe des inzwischen verstorbenen Geistersehers, Marie von Sivers, in einer ihrer Einleitungen zu Steiners Vorträgen, über „das Blöde und das Negerhafte“, dem der moderne Europäer als letzter Mode huldige, dergestalt würde er zum „Untersinnlich-Dämonischen streben, das wiederum dem Negerhaften entsteigt“.

Aus historischen Gründen, wird der „Schwarze“ mit verführerischer Exotik und abstoßender Minderwertigkeit in Zusammenhang gebracht. Ich kann mich gut an einen einfach nur peinlichen Onkel von mir erinnern, der wirklich bei jeder Familienfeier von Josephine Baker schwärmte, um jedesmal gleich anschließend zum Besten zu geben, daß ihn der Gedanke mit einer „Negerin“ zu schlafen, abgrundtief anwidern würde: „Bahhhh, ich könnte mich schütteln!“

Der Schwarze verkörpert genau das ansteckend „Untersinnlich-Dämonische“, das angesichts der AIDS-Hysterie (Ansteckung!) in ganz besonderer Weise wieder aktualisiert wurde. Er verkörpert die mühsam in Schach gehaltenen Sexualtriebe. Sie zu unterdrücken, macht uns erst zu „Kulturmenschen“. Wir haben Angst uns „anzustecken“, d.h. „Feuer zu fangen“, und so unseres mühsam aufrechterhaltenen Status verlustig zu gehen, zu „vertieren“. Je niedriger der eigene Sozialstatus ist, d.h. je „negerhafter“ man sich selbst empfindet, desto stärker ist dieser Mechanismus ausgeprägt und entsprechend groß ist der Haß.

Die ekelhafte Pest Rassismus wird es solange geben, bis sich Kinder und Jugendliche auf einer Massenbasis werden frei entfalten können und zu Menschen heranwachsen, die eine wirklich erwachsene, befriedigende genitale Sexualität leben können.

Dieser mörderische Haß auf das Lebendige im allgemeinen und die Genitalität im besonderen ist nicht nur Rechten eigen, sondern auch Linken, obwohl er sich dort einen „humanitären“ Anstrich gibt.

Im folgenden AIDS-Infomertial geht es vordergründig um den Schutz vor „HIV-Viren“, doch tatsächlich steht dahinter die Frauen- und Sexualverachtung, die Mordgelüste der Filmemacher. Auch ist es ihr Bestreben, in Kindern und Jugendlichen alle sexuellen Gefühle zu ersticken, nachdem sie vorher angestachelt worden sind. (Dieser Film wurde speziell für MTV gedreht und richtet sich an Kinder und Jugendliche!) Zu gerne würden sich die Filmemacher a la Che Guevara bei realen Massenerschießungen gütlich tun. Stattdessen sind sie „Aktivisten“ geworden, die ihre Phantasien ausleben:

Siehe auch die Bilder in Der HIV-AIDS-Komplex.

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19 Antworten to “Der mörderische Haß auf das Lebendige (Teil 2)”

  1. David Says:

    … wie er unweigerlich mit sexuellen und insbesondere „fäkalen“ Anspielungen gespickt ist

    seine schwarze Hautfarbe steht auch für „ein Haufen Dreck“ und „Bosheit“. Aufgeladen wird dieser Komplex von unabgeführter und schal gewordener Sexualenergie,

    Sind vielleicht für den (weißen?) Neurotiker die sexuellen Funktionen, wie z.B. die Ejakulation, generell mehr oder weniger fäkal? Sind nicht „Neger“ – und andere Dunkelhäutige, z.B Aborigines oder Tamilen, eine willkommene Projektionsleinwand für solche aus dem Unbewussten aufsteigende Vorstellungen?

    Ich selbst denke bei schwarz- und braunhäutigen Frauen eher an Schokolade, Kaffee, Fleisch, und ähnliche Genuss- und Nahrungsmittel …

    • Peter Nasselstein Says:

      Ich zitiere aus Bakers Der Mensch in der Falle (S. 281):

      Der weiße Reaktionär (…) glaubt, der Neger sei ein von Natur aus minderwertiges Wesen. Hinter dieser Einstellung liegt tief verwurzeltes Primärprozeßdenken, das mit seiner Tendenz zum mystischen Denken im Einklang steht. Für den Reaktionär wird der Neger zum Symbol, und zwar auf Grund seines auffallendsten Merkmals, der einfachen Tatsache, daß er schwarz ist. Psychologisch gesehen, scheuen wir das Schwarz und assoziieren es mit dem Bösen, dem Tod, mit Depression und Schwermut.

      Reich glaubte, der „Neger“ werde verachtet, weil man ihn mit „Animalisch“ und „Sexuell“ assoziiert. Diese Verachtung ist wiederum engstens mit der im gepanzerten Becken steckenden Wut verknüpft, die in unserer Sprache zum Ausdruck kommt: „Ich scheiß auf dich!“, „Ich fick dich!“ und die Kombinationen aus beidem. Womit wir wieder beim Primärprozeßdenken sind.

  2. Robert Says:

    Allerdings gibt es eine umgekehrte Sichtweise anderer Hautfarbiger. Für die Hongkong-Chinesen sind wir „weiße Geister“ und in Fernost ist Weiß die Farbe der Trauer und wird bei Beerdigungen getragen. Ebenso drohen manche Afrikaner ihren Kindern mit dem „Weißen Mann“, wenn sie unartig sind.

  3. David Says:

    Der Literatur zufolge hält man auch im Kongo Weiße oft für schmutzig oder zumindest schmuddelig, insbesondere wenn sie in die Stadt fahren ohne dazu eine Krawatte anzuziehen.

  4. Georg Says:

    Der Autor des Artikels sollte erst mal lesen lernen und nicht nur seinen Phantatereien nachgehen, wenn er andere kritisiert ohne sie zu verstehen.

  5. Georg Says:

    Sie geben also zu, es nicht zu verstehen. Dann sollten Sie darüber nicht reden

    • Peter Nasselstein Says:

      Ich verweise auf: http://www.humanistische-aktion.de/steiner.htm.

      Beispielsweise:

      Alles was der äthiopischen Rasse ihre besonderen Merkmale verleiht, das kommt davon her, dass die Merkurkräfte in dem Drüsensystem der betreffenden Menschen kochen und brodeln. Das kommt davon her, dass sie auskochen, was die allgemeine, gleiche Menschengestalt zu der besonderen der äthiopischen Rasse macht mit der schwarzen Hautfarbe, dem wolligen Haar und so weiter. (Rudolf Steiner; Ga 121, S. 107f.)

  6. Kurt Speck Says:

    Also Neger hin oder her, ich finde den Spot äußerst gelungen. Ich sehe darin keinen Haß auf Genitales oder so. Er spricht sich nicht gegen Sex, sondern gegen mangelnden Schutz vor Aids aus. Der Spot ist besser als die anderen mit Hitler, Stalin und Mao.
    Und irgendwo tun mir die heutigen Heranwachsenden auch leid. Während der Suche nach sexuellen Erfahrung ständig diese existenzielle Bedrohung Aids beachten, stelle ich mir nicht gerade prikelnd vor. (In meinem Alter gehen die Pärchen gemeinsam Blut spenden, um die Gummis loszuwerden.)

  7. SS-Anthroposophen « Nachrichtenbrief Says:

    […] meines Blogeintrags Der mörderische Haß auf das Lebendige möchte ich meine Ausführungen über Die okkulten Grundlagen des Nationalsozialismus ergänzen. […]

  8. Robert (Berlin) Says:

    Eines der eindeutigsten Beispiele ist die allgegenwärtige teilweise viehische Frauenfeindlichkeit.

    Dies trifft eher umgekehrt auf den Mann zu, speziell auf Jungs. Nicht nur, dass die Selbstmordrate bei Jungen und Männern viel höher ist, es gibt auch weniger Geld für Männerkrankheiten und in der Werbung wird der Mann größtenteils als Trottel und Opfer hingestellt. Obwohl die Frau im Westen systematisch erhöht und bevorzugt wird, gibt es ständig neue Programme, ihr Leben weiter zu verbessern. Im Studium sowieso schon im Vorteil (es studieren mehr Frauen als Männer), gibt es dort nur Wissenschaften über die Unterdrückung der Frau. Jungen werden in der Schule generell benachteiligt und unterdrückt. Inzwischen machen mehr Mädchen Abitur als Jungen und die Unterrichtsinhalte sind generell auf Mädchen abgestellt.

  9. Julius Says:

    „Auch ist es ihr Bestreben, in Kindern und Jugendlichen alle sexuellen Gefühle zu ersticken, nachdem sie vorher angestachelt worden sind.“ Wie nach Sekunde 23 deutlich wird, als er sich die Unterhose aber sofort hochzieht. creepy …

  10. Robert (Berlin) Says:

    Rassismus gegen Weisse

  11. Zur Rassenfrage | Nachrichtenbrief Says:

    […] Man muß bei der Bundeswehr gewesen sein, um auch nur erahnen zu können, was für ein viehischer Haß auf Frauen, Schwule und Behinderte in der Seele „normaler“ Männer schlummert. Von ihrem Haß auf „Schwarze“ ganz zu schweigen! […]

  12. Peter Nasselstein Says:

    Die entspannten, befriedigten, glücklichen Gesichter, nachdem sie einen Schwarzen bestialisch ermordet und den Leichnam geschändet haben:

    Das ist der Christusmord!

  13. Politik und Ökologie: Was geht in Antifaschisten vor und was in Faschisten? | Nachrichtenbrief Says:

    […] Genitalität kennt er nur über einen Zerrspiegel und er hat eine tödliche Angst vor ihr. Deshalb sein Rassismus, der tatsächlich Angst vor dem sexuellen „Tier im Menschen“ ist. Von daher auch sein […]

  14. Die Charakteranalyse der Menschheit (Teil 3) | Nachrichtenbrief Says:

    […] anti-afrikanische Rassismus einen ganz spezifischen, nämlich anti-genitalen Grund hat, habe ich an anderer Stelle […]

  15. claus Says:

    Leider nimmt tatsächlicher Rassismus immer wieder sexuelle Anmachen zum Anlass für seine Exzesse. Und ich fürchte, dass manches Gemäkel über Migranten seit den Köln-Ereignissen durchaus in diese Kerbe schlägt. Ich komme gerade darauf wegen des Mordes an Emmett Till, der fürchterlich zugerichtet wurde, weil: „[…] soll Emmett Till aus Übermut gegenüber der Frau ‚Bye, Babe‘ gesagt und einen bewundernden Pfiff ausgestoßen haben. Nach der späteren Darstellung Carolyn Bryants habe Till sie an der Taille umfasst und sich unsittlich gegenüber ihr geäußert“.

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