Der Reichsche Orgonakkumulator

Seit dem ORANUR-Experiment, d.h. seit Anfang der 1950er Jahre, wird die Anwendung des Orgonenergie-Akkumulators zunehmend problematisch. Reichs Tochter Eva Reich meinte dazu beispielsweise 1978, auf die Frage, ob man den Akkumulator in der Geburtsvorbereitung nutzen könne:

Ich wollte einmal sehen, ob ich die Geburt beschleunigen könnte, denn ich mußte weg und ich wollte einer Frau, die ein wenig überfällig war, beim Gebären helfen. Im Akkumulator zu sitzen, führt die Geburt nicht herbei, wie ich Iernte. Das tut es nicht, aber Dr. Reich empfahl den regelmäßigen Gebrauch des Orgonenergie-Akkumulators, um die schwangere Frau aufzuladen. Das war in den Tagen vor DOR und ich rate jetzt nicht mehr dazu. (…) Gut, nach der Geburt habe ich den Akku verwendet, weil ich einige Leute hatte, die eine beginnende Depression hatten, sich erschöpft fühlten, sich schlecht fühlten, das Gefühl hatten, sie wären überfordert, wenn sie nach Hause kommen, und in dieser Situation ist der Akkumulator von unschätzbarem Wert. Man kann tatsächlich eine Wochenbettdepression überwinden, indem man die Frau mit dem Akkumulator auflädt und sie beginnt zu fühlen, daß sie stark ist. Sie kamen zu meinem Haus und benutzten ihn in der Scheune. (Eva Reich: „Prevention of Neurosis: Self-regulation from Birth On“, Journal of Biodynamic Psychology, No. 1, Spring 1980)

Wie Stefan Müschenich in Der Reichsche Orgonakkumulator dokumentiert hat, eignet sich der Orgonenergie-Akkumulator insbesondere für die Wundheilung, sowohl bei der Erstversorgung als auch für chronische und ansonsten therapieresistente Wunden, etwa venöse Geschwüre an den Beinen. Es gibt nichts Besseres! Doch wie das anwenden in einem Krankenhaus?

Wie ich hier neulich berichtete:

Mir geht’s im Moment gar nicht gut. Komme gerade, wie in den letzten zweieinhalb Wochen von meinem täglichen Krankenbesuch im Krankenhaus. Ich war mal wieder erstaunt, wie frisch und gut da die Atmosphäre war. Nur wenn ich von der Cafeteria kommend zurück ins Zimmer ging und am MRT-Raum vorbeikam, spürte ich schlimmes ORANUR. Heute wurde mein Sorgenkind in die Gynäkologie verlegt, 30 oder 40 Meter weiter Richtung MRZ-Raum. Und ich wäre beinahe gestorben: selten in meinem Leben, daß ich das ORANUR so intensiv gespürt habe. Eine unerträgliche Spannung in meinem Gesicht, Herzschmerzen (sic!) und das charakteristische Gefühl, als hätte ich beim Lackieren giftige Dämpfe eingeatmet. Man hat das Gefühl, es sei stickig, dabei stehen die Fenster auf. Als ich mit dem Fahrrad nach Hause fuhr, war mir Hundeelend.

Schockierenderweise war das in der GYNÄKOLOGIE! So werden hier Kinder auf der Welt begrüßt! Und was mich vielleicht noch mehr trifft, als mein gegenwärtiges körperliches Elend: die Krankenschwestern, die anderen Patienten und die Ärzte – alle das blühende Leben. Ich verstehe diesen Planeten nicht. Die Zombie-Apokalypse und ich mittendrin! Noch weniger verstehe ich, daß ORANUR so „ortsgebunden“ ist. Als wäre um den MRT-Raum eine wohldefinierte „ORANUR-Blase“, außerhalb der alles OK ist. Theoretisch würde man doch annehmen, daß das ORANUR graduell abnimmt, aber nein, es ist wie eine Mauer, durch die man geht. In abgeschwächter Form und weniger eindeutig ist es, wenn man ins Umland hinausfährt: Hamburg steckt unter einer ORANUR-Glocke.

Immerhin gibt es andere Möglichkeiten, die vom DOR sozusagen „emanzipiert“ sind. Chemisches Äquivalent der Lebensenergie Orgon ist der atmosphärische Sauerstoff, den wir einatmen (Das ORANUR-Experiment II, S. 185, 308).

Je mehr Sauerstoff an eine Wunde kommt, desto schneller und besser verläuft der Heilungsprozeß.

Wissenschaftler der Ohio State University sind auf die Idee verfallen, Plastiktüten mit reinem Sauerstoff aufzublasen und so auf die Ränder der Wunden zu kleben, daß sie sozusagen ein lokales Sauerstoffzelt bilden. Die Patienten, darunter Diabetiker, wurden so 90 Minuten am Tag behandelt. Mittels dieser denkbar einfachen Prozedur heilen auch hartnäckige Wunden, etwa venöse Beingeschwüre, schneller. Sie heilen sogar besser und vollständiger als Wunden, die man mit den allermodernsten Methoden chirurgisch behandelt oder bei denen man die neusten synthetischen Wachstumsfaktoren zur Anwendung bringt. Besonders bemerkenswert war der überraschend geringe Grad von Narbenbildung. Auch für die Erstversorgung bei Katastrophen und auf dem Schlachtfeld wäre die Plastiktüte einsetzbar.

Es ist wirklich alles so, wie bei der Wundversorgung mit Orgonenergie!

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Eine Antwort to “Der Reichsche Orgonakkumulator”

  1. O. Says:

    Die Diplomarbeit von Gebauer & Müschenich 1986 ist bald 30 Jahre her und danach kam nichts Wissenschaftliches mehr. Wilhelm Reich war 1957 verstorben und nach einer Ewigkeit von fast 30 Jahren erschien 1987 im Nexus Verlag Ffm diese legendäre Diplomarbeit aus der Universität Marburg (, da wo man eben auch richtige Forschung betreibt).

    Diese Arbeit wurde zum Hype in der „Reichszene“ und deshalb hatte man in Marburg und austrahlend auf die deutsche Universitätslandschaft beschlossen: Nie wieder eine ORAC Untersuchung auf deutschem Boden!
    Das passierte als Reaktion darauf, dass diese methodisch gute Arbeit auch noch einen Effekt erzielte, mit dem keiner gerechnet hatte und der nicht anders erklärbar schien als ein „Brathähnchen-Effekt in Alu-folie“. Die Arbeit diente bundesweit als Thema in der Methodenprüfung unter der Fragestellung: Was haben die Verfasser methodisch falsch gemacht?
    Gebauer und Müschenich haben sich beide, vermutlich nach einer Tourneephase zur Vorstellung der Arbeit, zurückgezogen und sich kaum noch öffentlich geäußert. Müschenich studierte Medizin und verfasste sein zweites Werk: „Der Gesundheitsbegriff bei W. Reich“ (ca. 1995 in einem Marburger Verlag). Der Empfang war in Berlin nüchtern oder gar ohne Resonanz.

    Nun frage ich das Publikum im draußen im Lande, wer möchte nach einer zweiten Ewigkeit nach Reichs Tod noch eine ORAC-Studie lesen?

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