Der Kult der Expansion (Teil 1)

In Jenseits von Gut und Böse hat Nietzsche verzweifelt gegen die modernen Prediger des „Glücks“ angeschrieben, die uns in den Untergang führen werden. In seinem Buch Der Mensch in der Falle zitiert Elsworth F. Baker daraus bei seiner Analyse des pseudo-liberalen modern liberal. Nietzsche:

In allen Ländern Europas und ebenso in Amerika gibt es jetzt etwas, das Mißbrauch mit diesem Namen („freie Geister“) treibt, eine sehr enge, eingefangene, an Ketten gelegte Art von Geistern, welche ungefähr das Gegenteil von dem wollen, was in unsern Absichten und Instinkten liegt (…). Sie gehören, kurz und schlimm, unter die Nivellierer, diese fälschlich genannten „freien Geister“ – als beredte und schreibfingrige Sklaven des demokratischen Geschmacks und seiner „modernen Ideen“; allesamt Menschen ohne Einsamkeit, ohne eigne Einsamkeit, plumpe brave Burschen, welchen weder Mut noch achtbare Sitte abgesprochen werden soll, nur daß sie eben unfrei und zum Lachen oberflächlich sind, vor allem mit ihrem Grundhange, in den Formen der bisherigen alten Gesellschaft ungefähr die Ursache für alles menschliche Elend und Mißraten zu sehn: wobei die Wahrheit glücklich auf den Kopf zu stehn kommt! Was sie mit allen Kräften erstreben möchten, ist das allgemeine grüne Weide-Glück der Herde, mit Sicherheit, Ungefährlichkeit, Behagen, Erleichterung des Lebens für jedermann; ihre beiden am reichlichsten abgesungnen Lieder und Lehren heißen „Gleichheit der Rechte“ und „Mitgefühl für alles Leidende“ – und das Leiden selbst wird von ihnen als etwas genommen, das man abschaffen muß. Wir Umgekehrten, die wir uns ein Auge und ein Gewissen für die Frage aufgemacht haben, wo und wie bisher die Pflanze „Mensch“ am kräftigsten in die Höhe gewachsen ist, vermeinen, daß dies jedesmal unter den umgekehrten Bedingungen geschehn ist, daß dazu die Gefährlichkeit seiner Lage erst ins Ungeheure wachsen, seine Erfindungs- und Verstellungskraft (sein „Geist“ –) unter langem Druck und Zwang sich ins Feine und Verwegne entwickeln, sein Lebens-Wille bis zum unbedingten Macht-Willen gesteigert werden mußte – wir vermeinen, daß Härte, Gewaltsamkeit, Sklaverei, Gefahr auf der Gasse und im Herzen, Verborgenheit, Stoizismus, Versucherkunst und Teufelei jeder Art, daß alles Böse, Furchtbare, Tyrannische, Raubtier- und Schlangenhafte am Menschen so gut zur Erhöhung der Spezies „Mensch“ dient, als sein Gegensatz – wir sagen sogar nicht einmal genug, wenn wir nur so viel sagen, und befinden uns jedenfalls, mit unserm Reden und Schweigen an dieser Stelle, am andern Ende aller modernen Ideologie und Herden-Wünschbarkeit: als deren Antipoden vielleicht?

Unsere Kultur wird immer kindischer. Unvergessen ist der Spruch: „Stell dir vor, es ist Krieg und keiner geht hin!“ Oder aktuell: „Kein Mensch ist illegal!“ Friede, Freude, Eierkuchen. In diesem Weltbild kommt es nicht vor, daß „dann der Krieg zu dir kommt“ und sei es in Gestalt eines messerzückenden „Was guckst du?!“

In unserer „expansiven“ Wohlfühl-Gesellschaft hat desillusionierende „kontraktile“ Realität keinen Platz. Man denke nur an die absurde Diskussion um Heidegger, der im übrigen ein strikter Gegner jeder Art von „Biologismus“ war. Das Heideggersche Denken wurde in seinem Kerngehalt als „nazi-mäßig“ verunglimpft, weil Heidegger die romanischen Sprachen als „unphilosophisch“ und in diesem Sinne als minderwertig betrachtete. Nun, Sätze wie „Wo sind wir?“ kann man ausufernd („seinsanalytisch“) im Sinne Heideggers betrachten. Bei der romanischen Entsprechung „¿dónde estamos?“ ist das in diesem Umfang nicht möglich. Aber solche unaufhebbaren, „schicksalshaften“ Unterschiede darf es in unserer Gesellschaft nicht geben. Wer sie postuliert, wird vom „Kult der Expansion“ gnadenlos niedergemacht. Dabei wird jede Logik und wissenschaftliche Integrität geopfert. Ein Kult!

In unserer Kultur ist unaufhebbare Tragik nicht vorgesehen. Etwa, daß innerhalb Deutschlands und weltweit die Einkommensverteilung exakt dem angeborenen Intelligenzquotienten entspricht. Diese statistische Tatsache existiert einfach nicht. Sage mal einem Linken, daß wir dieses Land langfristig zu ewiger Armut verdammen, wenn wir der Unterschicht und den „Südländern“ durch staatliche Förderung ermöglichen, möglichst viele Kinder in die Welt zu setzen!

Die seit den 1970er Jahren ausgeweitete Sozialpolitik hat ohnehin bereits verheerende Auswirkungen. So sagte der Generalsekretär des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks Holger Schwannecke 2010, daß die deutschen Handwerksbetriebe fast 10 000 Lehrstellen nicht besetzen konnten. Nicht nur, daß es immer mehr Schulabgängern an den nötigen Grundkenntnissen fehle.

Anderen fällt es schon schwer, morgens zur Arbeit zu kommen. Und einige wollen offensichtlich gar keine Ausbildung machen. (…) Viele haben die Vorstellung: Egal was passiert, der Staat hat für mich zu sorgen.

Die Bildungskatastrophe ist direkter Ausdruck der chronischen bioenergetischen Expansion der westlichen Welt. Beispielsweise will keiner in die IT-Branche, was für Deutschland mittelfristig existenzgefährdend ist. Wie soll man etwas lernen, wenn alles nur „Fun“, Ablenkung und Vergnügen ist? Und es kann einem ja eh nichts passieren!

Die Schule soll „Spaß machen“! Das Lernen von Englischvokabeln oder von mathematischen Regeln wird aber nie ein reines Vergnügen sein, sondern in jedem Fall Anstrengung kosten. Ähnlich der Funktionsweise des Immunsystems ist Lernen eine Anpassung an eine imgrunde lebensfeindliche Umwelt.

Jedenfalls in unseren Breiten würden wir ohne Zivilisation in kürzester Zeit elendig verrecken! Wenn unsere Umwelt keine Herausforderung mehr bietet, alles nur der Entspannung und dem „Chillen“ dient, schläft unser Immunsystem ein und wir verblöden. Genau das ist mit unseren Haustieren passiert, die in einem „sozialistischen Paradies“ leben, in dem sie sich um nichts kümmern müssen. Verglichen mit ihren wilden Vettern sind sie dumm und ihr Immunsystem ist so schwach, daß sie ohne ständige medizinische Betreuung (Antibiotika) nicht lebensfähig wären.

Alles, was uns die Linken als Maßnahmen gegen die Bildungskatastrophe anbieten, wird die Situation nur verschlimmern. Und wer nun frägt, was MTV und die „Spaßgesellschaft“ denn mit „links“ zu tun haben soll, sollte versuchen, die Welt funktionell zu betrachten.

Er gehört wahrscheinlich auch zu jenen, die sich vor Lachen kaum halten können, wenn sie hören, daß Konservative zu Beginn der Entwicklung, d.h. in den 1950er Jahren, angesichts von „Elvis“ und Rock ’n Roll von einer „kommunistischen Verschwörung“ sprachen. Tatsächlich sind wir aufgrund des „Kulturbanausentums“ mittlerweile unfähig, uns zu verteidigen. Angesichts eines aggressiven Islam ist unser kulturelles Immunsystem nicht reaktionsfähig. Dies und die zunehmende Verdummung sind Ausdruck unserer panischen Angst vor Kontraktion. Umgekehrt hatte man zu Reichs Zeiten panische Angst vor der Expansion („Man lebt, um zu arbeiten!“).

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31 Antworten to “Der Kult der Expansion (Teil 1)”

  1. Tweets that mention Der Kult der Expansion (Teil 1) « Nachrichtenbrief -- Topsy.com Says:

    […] This post was mentioned on Twitter by jo bucher, promisucher. promisucher said: RT @eurasier1: bei-gg: Der Kult der Expansion (Teil 1) « Nachrichtenbrief http://bit.ly/6VNbwc http://url4.eu/12Ya7 […]

  2. Manuel Says:

    „Etwa, daß innerhalb Deutschlands und weltweit die Einkommensverteilung exakt dem angeborenen Intelligenzquotienten entspricht.“
    So, so – dann sind wir also doch genetisch programmiert. Ich dachte, dass ist ein Orgonomie-Blog?
    „Wie soll man etwas lernen, wenn alles nur „Fun“, Ablenkung und Vergnügen ist?“
    Also können wir Summerhill auch zu den Akten legen?
    „Die Schule soll „Spaß machen“! Das Lernen von Englischvokabeln oder von mathematischen Regeln wird aber nie ein reines Vergnügen sein, sondern in jedem Fall Anstrengung kosten.“
    Mein Sohn lernt mit Begeisterung Englisch-Vokabeln, macht gern Sport usw.
    Habe ich etwas falsch gemacht?
    Ich selbst habe immer gerne das gelernt was mich interessiert hat. Was ich lernen „musste“, weil es Prüfungsrelevant war, mich aber nicht interessiert hat, habe ich ruckzuck vergessen und ärgere mich jedesmal, wenn ich darüber nachdenke über unser sinnloses Bildungssystem: totes Wissen reinpauken, nur für den Zweck, dass es abgeprüft und dann so schnell es geht vergessen wird. Schade, dass Peter Nasselstein jetzt auch noch diese konservative Bildungsideologie vertritt. Kultur ist dann wohl doch etwas „Aufgesetztes“ (eine Maske, ein Panzer) und nichts was aus eigenem Antrieb entsteht?
    Wer sich für nichts mehr interessiert und nichts lernen will, hat ein Problem, das nichts mit Wissen und Bildung zu tun hat. Unser formal – schematisch-bürokratisches Schulmodell ist allerdings nicht dazu geeignet „Lust auf Wissen“ zu machen.

    • Peter Nasselstein Says:

      Es gibt keine „un-orgonomischen“ Tatsachen!

      Zu Intelligenz und Einkommen siehe die Diskussion zur Bell-Kurve http://en.wikipedia.org/wiki/The_Bell_Curve

      Und was „Summerhill“ betrifft: es war die perfekte Antwort auf die autoritäre Gesellschaft, die bis weit in die 60er (stellenweise bis in die 70er) Jahre hinein, den Westen geprägt hat. Heute haben sich die Verhältnisse grundlegend geändert.

  3. Manuel Says:

    „Intelligenz“ ist ein sehr viel weiteres Feld, als es mit (den existierenden)Intelligenz-Tests erfasst werden kann. Das sind im wesentlichen Tests für schichtenspezifisches Vorwissen. Wer wirklich intelligent ist, hat sicher keinen Bock auf solche Tests. Achtung: damit sage ich nicht, das im Umkehrschluss alle, die in diesen Tests „versagen“ intelligent sind!

    „Es gibt keine „un-orgonomischen“ Tatsachen!“

    Wenn es eine Tatsache ist, das Intelligenz und Verhalten genetisch vorprogrammiert sind, dann steht eben die Orgonomie zur Debatte.

    Unter Zwang eingepauktes Wissen führt bestenfalls zu Pickeln und Glasbaustein-Brillen, das ist sicher nicht die perfekte Antwort auf das momentane Bildungs-Desaster.

    • Peter Nasselstein Says:

      Man weiß bis heute nicht, was man eigentlich genau mißt, wenn man den „IQ“ bestimmt, das ändert aber nichts daran, daß er perfekt mit sozioökonomischen (etwa das Einkommen) und biologischen (etwa das Hirnvolumen) Parametern korreliert.

      Und was das spezifisch „orgonomische“ dabei betrifft: es wird immer deutlicher, daß die Menschen in zahllosen Bereichen von Geburt an nicht gleich sind. Man kann damit so umgehen, daß man die Menschen wirklich individuell behandelt, von Geburt an Defizite ausgleicht und Stärken fördert. Es bedeutet aber auch, daß man Realist bleibt: wir sind TIERE und jene von uns, deren Vorfahren nur überleben konnten, wenn sie sich mit immer neuen Tricks an eine lebensfeindliche, sich ständig ändernde Umwelt anpaßten, werden von Geburt intelligenter sein als jene, deren Vorfahren „die Kokusnüsse vor die Füße gefallen sind“.

      Mir persönlich geht eine solche Weltsicht gewaltig gegen den Strich und ich habe sie immer bekämpft, aber die Statistik… – noch schlimmer ist es, wenn die Statistik mit der eigenen Lebenserfahrung übereinstimmt.

      Rassismus? Interessanterweise sind immer jene als „Herrenmenschen“ aufgetreten, die im Durchschnitt nicht besonders helle waren.

  4. Manuel Says:

    PS: Der Wikipedia-Artikel enthält schon genügend Kritikpunkte an „the Bell Curve“ um für mich den Schluss zuzulassen, dass es sich hier um „Junk Science“ handelt.

  5. Manuel Says:

    Intelligenz ist, sich das Leben so einzurichten, dass man glücklich ist.
    If Life gives you lemons (auch IQ-mässig), make lemonade. Ich kenne eine Menge Leute, die in IQ-Tests nicht gut abschneiden, aber das Talent haben, sich ihr Leben angenehm zu gestalten. Wenn sie dazu weniger Aufwand betreiben, als jemand mit hohem IQ, dann sind sie intelligenter, vor allem aus evolutionärer Sicht (effektiver Einsatz der vorhandenen Resourcen).

  6. David Says:

    In diesem Weltbild kommt es nicht vor, daß „dann der Krieg zu dir kommt“ und sei es in Gestalt eines messerzückenden „Was guckst du?!“

    Dieses Weltbild ist eben jenes des Modern-Liberalen Charakters, welcher, der Orgonomie zufolge, nicht (angenommen es handelt sich um ein männliches Kind oder Jugendlichen) mit dem Vater konkurrieren kann.

    Für alles was in Richtung Konflikt, Wettbewerb, Auseinandersetzung geht, ist in seiner Charakterstruktur kein Platz. Am ehesten noch, wie ich glaube, für die extremste, für die am meisten entartete Form des Konflikts, nämlich den Krieg, den Kampf auf Leben und Tod, oder gar die Hinrichtung unbewaffneter Personen, die man beispielsweise als „Kapitalisten“ oder „Kulaken“ eingestuft hat.

    Falls diese Verhaltensweise irgendwie ethisch-ideologisch begründet ist, ist das für ihn in Ordnung

    In dieser Phase wandelt sich dann der zunächst sozial und pazifistisch erscheinende Linksradikale zu einem Stalin.

    Oben angegebene Bemerkung bezieht sich auf „Südländer“, also – unter anderem – orthodoxe bzw. fundamentalistische Muslime. Obwohl diese mit unseren Linksradikalen vieles gemein haben, sind sie nicht, auch nicht scheinbar, pazifistisch; ihnen wurde ein gewisses Herrenmenschentum anerzogen.

    Im heutigen Leitartikel der Schwäbischen Zeitung, den ich leider in der Internetausgabe der Schwäbischen Zeitung nicht finden kann, heißt es sinngemäß zu einem versuchten Mord an dem Karikaturenzeichner, dass zwar alle Religionen gelegentlich verspottet werden, jedoch kein Papst, kein Dalai Lama, und kein führender hinduistischer oder jüdischer Geistlicher auf sowas mit einem Mordaufruf reagieren würde.

    Dies tut nur der Islam. Denn in keiner anderen Religion werden die heiligen Schriften so strikt und wörtlich interpretiert. Keine andere Religion sagt, wer unsere Religion beleidigt, wer unsere religiösen Gefühle verletzt, oder wer zu unserer Glaubensgemeinschaft gehört und dann aus ihr austritt, muss sterben.

    Daher stehen die Zeichen auf Krieg, außer mit jenen Muslimen, die bereit sind ihren Glauben zu ändern bzw. anzupassen, wie es bei uns gegen Ende des Mittelalters geschehen war. Bei uns hörte man auf zu glauben, die Erde sei eine Scheibe, und sie drehe sich nicht.

    Dadurch wurde dann die Weltumsegelung, die Entwicklung der modernen Naturwissenschaft und zuletzt sogar die Weltraumfahrt möglich; seither ist Europa neben Nordamerika, Australien, und Ostasien die am höchsten entwickelte Region der Erde.

  7. Manuel Says:

    Ja, es gibt Unterschiede – und wie!
    Was es aber nicht gibt sind „unaufhebbare, schicksalhafte“ Unterschiede und genetisch-rassisch absolut festgelegtes Verhalten und Intelligenz. Das das Leben plastisch ist, dürfte doch nach wie vor ein Grundsatz der Orgonomie sein !?

  8. O. Says:

    E. Bakers 13. Kapitel in „Der Mensch in der Falle“ über den „liberalen Charakter“ und den „konservativen Charakter“ ist für (mich als) Europäer eine unerträgliche Entgleisung. Hier wird konservative Politik mit der Orgonomie gepaart und zu einer natürlichen kosmischen Wahrheit hochstilisiert. Reich hat über die „Freiheitskrämer“ gesprochen und liberale Gedanken als Lippenbekenntnisse mit neurotischer Charakterstruktur entarnt. Daraus sollte man aber nicht ein politisches Manifest machen!

    Sicher kann man eine politische Meinung vertreten, aber man sollte dann nicht mit Reich argumentieren. Raphael Chester hat Bakers Buch in Grund und Boden kritisiert – und dies mit guten Argumenten. – Ob er nun als „Linker“ verschrien wird, ist hierfür völlig unerheblich, weil er nicht politisch argumentiert hat, sondern mit seinem ebenso fundierten Wissen über W. Reich. Eine Erwiderung von Seiten des College (ACO) ist mir nicht bekannt.

    Zu Diskussion von psychologischen Tests:

    Ein IQ Test misst das was er misst, d. h. die Skalen und Unterskalen (Items) messen ein Konstrukt von „Intelligenz“. Diese nutzen im Einzelfall um ein Kind einzustufen, ob es auf einzelnen Skalen auffällige Defizite im Vergleich zur durchschnittlichen Altersstufe hat. Dies gibt Hinweise auf Fördermöglichkeiten.
    Kulturelle Vergleiche oder „Korrelationen“ zu anderen Variablen sind schwer interpretierbar. Wenn zwei oder drei Variablen stark (singifikant) mit einander korrellieren, heißt es nicht das auch ein inhaltlicher Zusammenhang besteht. Die beiden korrelierenden Variablen könne zufällig sein oder von einer dritten unbekannten Variable beeinflussst werden. Also Vorsicht mit populistischen Interprationen, die zu der eigenen Weltanschauung passen! Dies zeigt oft nur, welche Weltanschauung – Meinung – man selbst hat und nicht, dass es sich um eine praxisrelvante „Tatsache“ handelt.

    Die „Orgontherapie“ wird hier sehr dogmatisch nach Baker et. al. interpretiert; das kann man machen, aber wo führt es hin? Es grenzt erstmal einige peinliche Ansätze von Leuten ab, die nur wenig von Reich verstanden haben und dient zur ersten Orientierung. Es darf aber nicht zum Glaubenssatz werden und dazu neigen engagierte Reich-Fans allzu leicht. – Ich nehme das mal als konstruktive Selbstkritik.

    Im therapeutischen Bezug steht die OT auf schwachen Füßen und dies lösen wir auch nicht, in dem wir den Beruf des Arztes, Psychiaters, Verhaltenstherapeuten oder Psychoanalytiker (psychologischer Psychotherpeut) voraussetzten, um dann eine OT – die keiner lehren kann – noch obendrauf einzufordern. Da muss eine andere Lösung her! Eine, die wir als Orgonomist nicht haben.

    Die Aufgabe der Neurosenprophylaxe (durch individuelle OT und rationale Kindererziehung/ Bildung) ist nicht annähernd gelöst, als zweiter Schritt einer sozialen Utopie.

    Die soziale und wirtschaftliche Lösung, der sozialen und politischen Misere, die der Ursprung der neutrotischen Charakterbildung und Triebunterdrückung ist, hat keine Basis im Real Life und Ideen sind nicht annähernd in Sicht. Mit Polarisierungen von rechts und links ist niemandem geholfen, da brauchen wir andere Modelle und Strukturen. Sonst hauen wir uns wieder die Köpfe ein und sind nicht weiter als zwei Stämme die mit Keulen aufeinander losgehen – oder „moderne“ Atombomben werfen.

  9. Schöne neue Welt « Nachrichtenbrief Says:

    […] gehören zu einer Gesellschaft, die Kontraktion nicht mehr zulassen kann. Ich habe mich bereits in Der Kult der Expansion damit befaßt. Nicht nur, daß die eigenen „negativen“ Emotionen unterdrückt werden, auch die […]

  10. Eine geile Party im Swingerclub « Nachrichtenbrief Says:

    […] Panzerung zu binden. Je größer die Krise, desto „verrückter“ das Verhalten. Daher der Kult der Expansion, den wir gegenwärtig insbesondere in der Wirtschaftspolitik Obamas und der der Eurozone beobachten […]

  11. Klaus Says:

    Dauerexpansion und Spenderherzen!
    http://www.focus.de/gesundheit/ratgeber/psychologie/sucht/kardiologe-warnt-vor-amphetaminen-partydrogen-ruinieren-herzen-junger-menschen_aid_838111.html

  12. Die Zukunft der Orgonomie (Teil 1) | Nachrichtenbrief Says:

    […] von Expansion und Kontraktion, sondern es umfaßt etwas, was in dieser Gesellschaft, die vom Kult der Expansion geprägt ist, immer seltener vorkommt: das Vorbereiten auf einen Schwung nach vorne. Erfinder […]

  13. David Says:

    Nicht nur, daß es immer mehr Schulabgängern an den nötigen Grundkenntnissen fehle.

    … Anderen fällt es schon schwer, morgens zur Arbeit zu kommen.

    Das ist vielleicht noch das kleinste Problem.

    Eine hoch entwickelte Gesellschaft braucht auch Menschen, die bereit sind, spät abends zu arbeiten.

  14. David Says:

    Sage mal einem Linken, daß wir dieses Land langfristig zu ewiger Armut verdammen, wenn wir der Unterschicht und den „Südländern“ durch staatliche Förderung ermöglichen, möglichst viele Kinder in die Welt zu setzen!

    Frage dazu: Ist es nicht seit Jahrhunderten so, dass je mehr jemand als Unterschicht lebt, Fürsorge bekommt (ging in Vor-Sozialstaats-Zeiten vor allem von der Kirche), und je „bildungsferner“ er/ sie ist, er / sie umso mehr Kinder bekommt?

    Also Geldhahn zu – und sie werden noch mehr Kinder in die Welt setzen!

    Wäre zwar nicht logisch, aber empirisch zu erwarten – oder??

    Ganz schwierige Frage, aber ihre Beantwortung ist – glaube ich – zentral.

    • David Says:

      empirisch auch die Erfahrungen betreffend Kinderzahl in den USA nach dem dortigen Zudrehen des Geldhahns 1996 unter Clinton (PRWORA) – wie sind diese Erfahrungen?

    • David Says:

      hier ist ein logischer Fehler meinerseits: nicht je mehr Fürsorge jemand bekommt sondern je ärmer er / sie ist um so mehr Kinder setzt er in die Welt – ist es nicht seit Jahrhunderten so?

      Und wie gesagt nochmals die Frage betreffend USA: Empirische Befunde betreffend Kinderzahl nach Geldhahnzudrehen durch das PRWORA – wie sind die?

  15. David Says:

    Die Schule soll „Spaß machen“! Das Lernen von Englischvokabeln oder von mathematischen Regeln wird aber nie ein reines Vergnügen sein, sondern in jedem Fall Anstrengung kosten. Ähnlich der Funktionsweise des Immunsystems ist Lernen eine Anpassung an eine imgrunde lebensfeindliche Umwelt.

    Nun ja, aber ganz ohne Freude?

    Wie soll man ohne jegliche Freude am Lernen trotzdem bis zum Abitur oder gar Studienabschluss durchhalten können?

    Und wie soll man ohne jegliche Lust und Freude an der Arbeit diese bis zum Rentenalter durchhalten können?

    Ohne jegliche Lust und Freude, so dass man nach der Arbeit noch mehr voll ist mit Verachtung, mit Ärger darüber dass man acht Stunden lang etwas gemacht hat, was man nicht will, mit Unzufriedenheit usw.?

    Umgangssprachlich nennt man diesen Emotionalen Zustand Frust.

    Er ist, wie ich glaube, Energie. Schlechte Energie.

    Man ist also – bei Feierabend – noch mehr mit – destruktiver – Energie voll als bei Arbeitsbeginn.

    Wie soll es da durch Arbeit – wovon in der Orgonomie die Rede ist, zu einer Energie-Ent-ladung kommen?

    Sage mir das mal einer.

  16. David Says:

    In unserer Kultur ist unaufhebbare Tragik nicht vorgesehen. Etwa, daß innerhalb Deutschlands und weltweit die Einkommensverteilung exakt dem angeborenen Intelligenzquotienten entspricht. Diese statistische Tatsache existiert einfach nicht.

    Dies hat Folgen. Bekanntermaßen kann ich jemandem dazu verhelfen, dass sein Bildungsniveau – nach einer gewissen Zeit – höher ist als das der meisten seiner Konkurrenten.

    Er wird dann auch in Zeiten schwieriger Beschäftigungslage eine Arbeitsstelle bekommen können und somit seinen Lebensunterhalt selber verdienen können.

    Unter dem Einfluss der Linksliberalen – leider nicht nur dieser sondern jede Menge konservativer Intellektueller ziehen da mit!! – wird nicht das Bildungsniveau einzelner, sondern aller angehoben.

    Bei gleich bleibender Anzahl von Arbeitsstellen sind infolge dessen alle benachteiligt.

    Es ist insgesamt nicht leichter geworden eine Arbeitsstelle zu bekommen.

    Sondern man tritt nur später im Leben in den Arbeitsprozess ein.

    Verantwortung hierfür tragen hierfür auch die intellektuellen Konservativen, die in diesem Fall keinerlei Gegenspannung gegen den links-intellektuellen Einflus aufbauen.

  17. Robert (Berlin) Says:

    In diesem Weltbild kommt es nicht vor, daß „dann der Krieg zu dir kommt“ und sei es in Gestalt eines messerzückenden „Was guckst du?!“

    http://www.pi-news.net/2014/12/somalier-schlagen-daenin-kette-ins-gesicht/

  18. Robert (Berlin) Says:

    Etwa, daß innerhalb Deutschlands und weltweit die Einkommensverteilung exakt dem angeborenen Intelligenzquotienten entspricht.

    Diese Behauptung kann schon allein deswegen nicht stimmen, da 80% aller Jobs durch Beziehungen vergeben werden.

  19. Klaus Says:

    Wenn man bedenkt, dass die sozialdemokratischen Bewegungen seit dem 19. Jh. das Ausgleichen sozialer Unterschiede forciert haben und auch – wie hier einmal dargelegt wurde – die Geburtsstätte sozialdarwinistischer Vernichtungsphantasien waren, dann drängt sich der Zusammenhang auf, dass natürliche Auswirkungen von Ungleichheit durch staatliche Brutalität ersetzt wurden.

  20. David Says:

    PN hat gesagt:

    Das stimmt alles nicht, allein schon mit den “80%”. Siehe dazu Charles Murray, der im übrigen statistisch belegt, daß die Rolle des IQ in der Einkommensverteilung immer weiter zunimmt.

    Selbstverständlich!

    Immer mehr Jobs werden durch Beziehungen vergeben!

    Und was sind Beziehungen meistens?

    Famlienbeziehungen! Erst recht in einer immer mehr schrumpfenden Kultur und Wirtschaft, die immer autoritärer und immer feudalistischer wird.

    Folglich wird die Auswirkung von weitgehend genetisch bestimmten Größen wie dem IQ sich stärker auswirken als durch die reine Vererbung und die mit ihr verbundene „Gen-Lotterie“, sondern die Korrelation wird in den nächsten Jahren immer höher werden.

    Was an sich nicht schlecht ist. Schlecht ist der Umstand, dass die Bereitschaft viel zu arbeiten, nicht notwendigerweise zu einer gut bezahlten Arbeitsstelle führt. Manchmal führt das auch zu gar keiner Arbeitsstelle.

    Wodurch die Gesellschaft dann immer feudalistischer wird.

    An anderer Stelle hatte ich – Gunnar Heinsohn folgend – behauptet, dass in St.Gallen die Findelkinder – auch noch im Erwachsenenalter also das ganze Leben lang – das Bettelprivileg bekamen, weil es damals im Feudalismus einen Arbeitsmarkt im heutigen Sinn gar nicht gab.

    Immerhin warf denen niemand vor, dass sie arbeiten könnten, aber nicht wollten. Auf die Idee kam im 14.Jh. – zur Zeit der großen Pest – noch niemand.

  21. Die Zukunft der Orgonomie in Deutschland | Nachrichtenbrief Says:

    […] Zeitgeist ist von reaktiver Expansion geprägt, die ich in Der Kult der Expansion diskutiert habe. „ENERGETISCHE EXPANSION“ UM JEDEN PREIS IST NICHT […]

  22. Papiergeld und Warengeld | Nachrichtenbrief Says:

    […] Statt wie im Papiergeldsystem, wo alles immer teurer wird (Inflation), kommt es in einem Warengeldsystem zu einer natürlichen Deflation: alles wird ständig billiger. Gegenwärtig sehen Ökonomen in der Deflation das schlimmste überhaupt, was geschehen kann, doch das zeigt nur, daß das Papiergeldsystem die Wirtschaft sozusagen „auf Droge“ gesetzt hat (siehe dazu Der Kult der Expansion). […]

  23. Diskussionsforum 2011: eine Nachlese (Teil 2) | Nachrichtenbrief Says:

    […] 2011: In Zeiten des Kults der Expansion wird alles auf Comedy und Fun reduziert. Sie fühlen sich zu Reich hingezogen – und können nur […]

  24. Was ist der bioenergetische Unterschied zwischen der autoritären und der antiautoritären Gesellschaft? | Nachrichtenbrief Says:

    […] entsprechend in einem dauerhaften Zustand der Expansion. Er kann Kontraktion nicht ertragen („der Kult der Expansion“) und ist entsprechend ständig zornig und gereizt. Im Umgang ist er nicht gehemmt, bleibt aber […]

  25. Schöne neue Welt | Nachrichtenbrief Says:

    […] gehören zu einer Gesellschaft, die Kontraktion nicht mehr zulassen kann. Ich habe mich bereits in Der Kult der Expansion damit befaßt. Nicht nur, daß die eigenen „negativen“ Emotionen unterdrückt werden, auch die […]

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