Die „metrosexuelle“ Zerstörung der Genitalität

Neulich beim Friseur: Als ich komme, ist gerade ein Kunde fertig. Ein muskulöser, „kerniger“ junger Mann, Marke „Sporn“, mit einer Frisur, die, wenn ich sie trüge, mir mal wieder den Kommentar einhandeln würde: „Peter, Du siehst aus wie ein Neonazi!!“ Aber dieser junge Mann: diese tuntigen Bewegungen und wie er sich mit Haarspray die streichholz-langen Haare zurechtzupft und dann die offenen grünen Stiefeletten (?), die für Travestiekünstler charakteristische Bewegung des Kopfes… Dieses gezierte geschlechtslose Ding, das da am Tresen stand, um zu bezahlen, war sicherlich nicht homosexuell, sondern ein offenbar typisches Exemplar der deutschen Jugend, deren Interesse „Musik und Mode“ ist und deren Leitbild den Namen Karl Lagerfeld trägt. Ein Leben, das sich im Horizont von Deutschland sucht den Superstar abspielt. Eine Umwelt, die fast ausschließlich von Homosexuellen geformt wurde.

[youtube:http://www.youtube.com/watch?v=dg9O0Dkkbdo%5D

Einen kleinen Einblick in das, was die kontaktlosen, von Schuldgefühlen und Selbstzweifeln zerfressenen, denaturierten „liberalen“ politisch-korrekten Wirrköpfe in der zivilisierten Welt auf sexualökonomischer Ebene angerichtet haben, thematisiert der Schriftsteller Joachim Lottmann in einem Interview, das er vor zehn
Jahren dem Stern (45/2004) anläßlich der Veröffentlichung seines Romans Die Jugend von heute gegeben hat:

Bei der heutigen Jugend sei es so, daß „extrem identitätsschwache Muttersöhnchen auf die verunsicherten, viel zu harten Töchter von alleinerziehenden Müttern“ träfen. Die Jugend leide unter „sexuellem Parkinson“, kaum noch einer erreiche „die genitale Phase“.

Damals konnte ich dieser Einschätzung nicht recht folgen, aber fünf Jahre später erschien in der Times ein Artikel über die jungen Männer in Japan, der Lottmanns Einschätzung in ein stärkeres Relief setzte: Girly men of Japan just want to have fun.

Mit 18 träumen japanische Männer davon, nach der Universität ein paar Jahre zu arbeiten und dann eine gutverdienende Frau zu heiraten, sich um den Haushalt und mögliche Kinder zu kümmern und dabei materiell gut versorgt und abgesichert zu sein – durch die treusorgende Ehefrau. Er kleidet sich modisch (teilweise „transgender“) und man könnte ihn als „metrosexuell ohne Testosteron“ bezeichnen. Es wird geschätzt, daß dreiviertel der Männer zwischen 20 und 34 derartige Tendenzen haben. Ungefähr die Hälfte der Männer in dieser Altersgruppe sind unverheiratet und von denen haben nur 20% eine Freundin. 30% hatten in ihrem Leben nie eine Freundin gehabt.

Bereits 2006 berichtete die Tagesschau über das Aufweichen des Patriarchats in Japan. Das „Land des Lächelns“ werde zunehmend zum Land des Weinens. Tränen gelten nun als gut und gesund. Früher verachtete man die Schwachen (siehe dazu Die Massenpsychologie des Buddhismus), heute lernt man, Mitgefühl zu empfinden und sich um sie zu kümmern.

Genitalität ist durch den funktionellen Gegensatz und die funktionelle Identität von Aggression und Hingabe gekennzeichnet. Panzerung bedingt, daß die eine der beiden Variationen die andere behindert. Im Patriarchat blockierte die Aggression die Hingabe, Resultat war Frauenverachtung und Sadismus. In der antiautoritären Gesellschaft von heute ist es umgekehrt und die Männer verweiblichen zunehmend.

Beides ist nicht gleichwertig, denn die „traditionelle“ Panzerungsstruktur führte wenigstens noch zur genitalen Vereinigung (oder zumindest einer Karikatur derselben) und zu Kindern, während die „neue“ Panzerungsstruktur dazu führt, daß sich japanische Soziologen zunehmend Sorgen um die demographische und wirtschaftliche Zukunft ihres Landes machen.

Sexualökonomisch sind die Scheinliberalen weitaus schlimmere Schädlinge, als es der bigotteste Katholik (bzw. traditionelle Japaner) mit seinen „Familienwerten“ jemals sein könnte!

Aber zurück nach Deutschland. 2010 schrieb der Erziehungswissenschaftler und Familientherapeut Wolfgang Bergmann in der Welt über „Jungs von heute – verweichlicht und verweiblicht“.

Kleine Männer wollen laut sein, raufen, sich beweisen und trotzdem geliebt werden. Doch dafür ist in der pädagogisch korrekten Frauenwelt von heute kaum noch Platz. Jungs werden mehr und mehr mit weiblichem Verständnis in Watte gepackt, harmonisiert und verweichlicht.

Für Erzieherinnen gelte: „Kaputte Gegenstände, überhaupt dieser unsensible Umgang mit der feinen Eigenart der Dinge – das ist typisch Junge“. Dem müsse man mit Verboten und Ermahnungen entgegentreten, aber „ganz sanft und weich“ mit Verständnis und freundlichen Anleitungen, „die alle auf dasselbe hinauslaufen: Kreativität und soziale Kompetenz. Wenn ein Kind einen Panzer mit in den Kindergarten bringt, hören sie von der Erzieherin, daß Gewalt keine Lösung sei. Das Gleiche sagen Erzieherinnen, wenn die Kleinen ihre Kämpfe austragen, irgendwas zwischen Rangeln und Hauen. Einmal ist es ernst, ein andermal wieder nicht. Aber die Erzieherinnen können das nicht auseinanderhalten. Für sie ist alles Gewalt.“ Die Männlichkeit selbst wird zu einem Problem, das überwunden werden muß!

Und man glaube nicht, daß hier irgendwo Platz für bedingungslose Liebe ist. Dieser sanfte Alptraum wird ergänzt durch einen unerbittlichen Leistungsdruck, der schon bei Kleinkindern anfängt: immer schön brav lernen und am besten schon vor der Einschulung Lesen und Schreiben beherrschen und die Grundlagen des Englischen und natürlich das kleine Einmaleins. Ich füge hinzu: Dazu wird jede spontane Bewegung umgebogen, in die richtigen Bahnen gelenkt, „sublimiert“. Nach außen hin mag das ganze sanft, weich und vor allem „antiautoritär“ wirken, aber in Wirklichkeit haben wir hier das diametrale Gegenteil dessen vor uns, wofür die Namen „A.S. Neill“ und „Summerhill“ stehen. Und man glaube ja nicht, daß diesen Wesen, den Produkten der neuen Erziehung, trotz aller Ermahnung zur „Kreativität“ auch nur ein origineller und kreativer Gedanke entspringt. So etwas ist nämlich tabu: es ist potentiell gewalttätig und könnte die Gefühle anderer verletzen. Entsprechend haben alle die gleiche angepaßte Meinung. Die Gedanken sind genauso choreographiert wie die Körper.

Ein weiterer Aspekt des ganzen ist schlichtweg das Medium, das wir zusammen gerade benutzen: der Rechner und das Weltnetz.

Dazu ein interessanter Beitrag aus einem Diskussionsforum:

Mein kleiner Cousin hat beide Elternteile, wächst in normalen Verhältnissen auf erfährt keine Gewalt zu Hause…

So jetzt kommt‘s aber, der Kleine ist mittlerweile 11 Jahre alt, aber seit er 6 ist, sitzt der vorm Rechner… Der konnte mit 7 besser mit der Tastatur umgehen als ich damals…

Heute ist er ein Junge wie viele andere bei uns…

Draußen spielen? Fehlanzeige

Handys, PCs, Spielekonsolen, Fernsehrprogramm…

Der Kleine ist verweichlicht…

Als ich 7 war hatte ich einen Gameboy Color und das wars…

Ich habe die meiste Zeit mit meinen Freunden draußen verbracht… Wir hatten zwar damals nicht die Möglichkeiten, die die Kinder der noch älteren Generationen hatten, aber wir haben das beste daraus gemacht…

Wenn‘s uns vom Baum geschlagen hat und wir ne Schürfwunde hatten, wen juckts? Weiterspielen war angesagt…

Mit 10 wurde ich dann (wagt es nicht über meine Eltern zu urteilen) bei Geburtstagsfesten meiner Verwandten mit allen zusammen in eine Raucherwohnung gesteckt… Augen haben gebrannt, könnt ihr euch vorstellen, aber ich hab mir selbst gesagt, da muß ich durch! und wenn‘s mir zuviel wurde, hab ich HÖFLICH gefragt, ob wir gehen könnten…

Hatten erst letzte Woche ein Familienfest bei dem nur 5 Leute in einer Wohnung geraucht haben, meinem kleinen Cousin haben die Augen gebrannt und er hat angefangen zu heulen, als ich raus bin mit ihm und spazieren ging, ist er in eine Pfütze gestanden und wurde dreckig + naß… Er hat wieder geheult…

Als er einen Softball (Faustgröße) an den Brustkorb bekommen hat, hat er angefangen zu weinen…

Als er mal eine Nacht bei jemand anders übernachten sollte, hat er geheult und wollte nicht dort schlafen…

Er sitzt immer noch Tag für Tag mindestens 3 Std. vor dem Rechner und zockt irgendwelche MMO’s

mMn liegt das nicht an der Erziehung, sondern an der übermäßigen Technik die wir haben, wieviele Kinder über 7 seht ihr noch draußen spielen? Vergleicht‘s mal gegen früher…

Ich bin noch eine der jüngeren Generationen, aber ich sehe wie unsere Jugend immer weiter verkorkst wird…

Dieser Tendenz wird nicht etwa entgegengetreten, sie wird noch weiter gefördert!

Wie an anderer Stelle erwähnt, ist Testosteron ein wertvoller und flüchtiger Stoff. Männlichkeit muß immer wieder neu erworben werden und sei es einfach dadurch, daß man sich mit Kraftanstrengung bewegt. Nicht ohne Grund vermännlichen Spitzensportlerinnen – und verweiblichen Medienkonsumenten.

genitalitätjungengewalt

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17 Antworten to “Die „metrosexuelle“ Zerstörung der Genitalität”

  1. David Says:

    Wollte man „Devil’s Advocate“ spielen, so könnte man anmerken:

    Anders als in Japan ist in Europa eine – durch biologische Vermehrung aber auch durch Konvertiten – schnell anwachsende muslimische Minderheit, welche z.T. unter der Kontrolle von Fundamentalisten steht. Diese Minderheit wird bald die Mehrheit sein; insofern besteht Hoffnung, dass die früheren sexualökonomischen Verhältnisse wieder hergestellt werden …

    Eine andere aktuelle Frage: wie entstehen Muttersöhnchen, und warum kommen sie – in der japanischen und der (ethnisch) englischen, deutschen etc. Bevölkerung so viel häufiger vor als in früheren Jahrzehnten?

    • O. Says:

      Muttersöhnchen, sind – wie der Ausdruck sagt – von Müttern aufgezogen worden: Frauen erziehen die Söhne generell, in Kita, Schule, von der Freundin in der Pubertät und später von der eigenen Frau „erzogen“ worden.
      Was ist mit den Männern? Im Krieg wurden sie „ausgemerzt“ (um diesen schönen Fachbegriff mal zu benutzen). Somit mussten die Frauen, traumatisiert vom Krieg (Bomben, Tod, Hunger und Vergewaltigung), ihre Söhne meist alleine aufziehen.
      Dies hat sich fortgesetzt: Der Mann zieht nicht mehr in dne Krieg, aber erflüchtet vor der Mutter und dann vor der „zweiten Mutter“, die seine Kinder großzieht. Die Männer verpissen sich, statt sich in die Erziehung einzumischen und positive Beispiele für die kleinen Jungen zu sein.
      Die Emanzipation hat den Mann zusätztlich zu Weicheier gemacht, als würde eine Frau auf sowas stehen. Der Mann ist allgemein in einer Definitionskrise und Identitätskrise. Zudem kommt die „Gleichberechtigung“, dass auch die Frau malochen muss, weil ein Mann heute keine Familie (Kinder und Frau) ernähren kann.

      Wohin führts? Muss der Mann sich wieder als Krieger neu entdecken? – Mann denke an Männer(selbsthilfe)gruppen und Männerseminare als Therapiegruppen.
      Neue Männer braucht das Land. 😉 – aber nicht für Afghanistan usw.

      Die Krönung der Missentwicklung ist, dass uns eine Frau (angeblich) regiert. Und die „Konservativen“ haben sich als erstes öffentlich vorführen lassen!

      Der Titel dieses Beitrages müsste „Frauen im Partriachat“ heißen. Es wird Zeit das Männer das Martriachat gründen.

      • Robert (Berlin) Says:

        Der Mann wird doch durch Erziehung und Medien erst zum Weichei gemacht. Die systematische Diskriminierung in den Schulen, die überhaupt nicht mehr auf Jungenbedürfnisse eingehen, dann später die systematische Diskriminierung als Mann, der gesetzlich nicht mal Kuckuckskinder feststellen lassen darf und per Gleichstellung aus den lukrativen Jobs gedrängt wird (wobei es nur um die Rosinen geht; wo bleibt die Gleichstellungsquote der Klempnerinnen und Müllfrauen).
        Der Mann wird aus Staatsräson erniedrigt und benachteiligt und gerade in der Erziehung hat er kaum noch männliche Vorbilder. Die letzten männlichen Gebiete, Soldatentum und Fussball, sollen nun verschwult und damit zerstört werden.

      • Robert (Berlin) Says:

        Deutschland – Ein Land der Muttersöhnchen?

        http://www.welt.de/debatte/kommentare/article13642880/Deutschland-Ein-Land-der-Muttersoehnchen.html

  2. Robert (Berlin) Says:

    Hier das Interview:
    http://www.stern.de/kultur/buecher/joachim-lottmann-fuer-die-ist-adenauer-eine-seife-531602.html

  3. Die Zukunft der Orgonomie in Deutschland « Nachrichtenbrief Says:

    […] Siehe auch meine Ausführungen über Green Day und Die „metrosexuelle“ Zerstörung der Genitalität. […]

  4. David Says:

    Christian hat gesagt:

    Männlichkeit und männliche Attribute gelten in einer Kleinbürgergesellschaft als absolutes Tabu.

    Ich weiß nicht – gerade in den eher reaktionären, kleinbürgerlichen Kreisen, die man umgangssprachlich auch „spießig“ nennt, werden Aggression und Härte noch eher akzeptiert als in jenen, die vom Modern-Liberalen Charakter bestimmt sind, wie ich glaube.

    „Männer“ leben während Ihres Studiums bei der Mutter oder bei den Eltern um dann mit Ihrer „zweiten Mutter“ eine Familie zu gründen.

    Was soll der Mann sonst machen in einer kranken Wirtschaft und Gesellschaft, wo er die Miete für eine Studentenbude außerhalb des Mutter-Hauses nicht selbst verdienen kann, weil die Arbeitgeber einen Studienabschluss sehen wollen und es viel zu wenige Studenten-Jobs gibt?

    Meist werden die Eltern – aus Kostengründen – den Mann dazu anhalten, bis zum Studienabschluss im Elternhaus zu bleiben, es sei denn dass der Studienort vom Wohnort der Eltern sehr weit entfernt ist.

    Das eigene Auto das man dem Sohn schenkt – zwecks täglich pendeln zwischen Wohn- und Studienort – wird vermutlich oft als das – von den Kosten her – geringere Übel eingestuft.

    Junge Frauen haben zurzeit, wie ich glaube, bessere soziale Fähigkeiten und bekommen es öfter als die Männer hin, schon während der Studien- oder Ausbildungszeit das Elternhaus zu verlassen.

    O. hat gesagt:

    Die Krönung der Missentwicklung ist, dass uns eine Frau (angeblich) regiert. Und die „Konservativen“ haben sich als erstes öffentlich vorführen lassen!

    Die Frau auf dem Posten des Regierungschefs ist ansich gar kein Problem, siehe Margaret Thatcher, wenn die von dieser Frau betriebene Politik richtig hart und konkurrenz-orientiert ist und auf diese Weise die Männlichkeit fördert.

    Mit anderen Worten, wenn die Konservativen, wie in England, richtige Konservative wären!

  5. David Says:

    Christian hat gesagt:

    Wer unbedingt von den Eltern weg möchte – ausgelöst durch die gesunde Entwicklung des Sexualtriebs, dem fällt schon kreativ etwas ein, dies zu meistern – aber Mutti ist ja so sexy 🙂 IGITT !!

    Das Ganze läuft natürlich unbewußt ab – dient aber nur der Fortführung der sexuell kranken Bindungsstrukturen –
    und wird rational natürlich bestens begründet.

    Rationalisierung!

    Das trifft den Nagel auf den Kopf!

    Schon vor der Pubertät haben viele Kinder, wie ich glaube, das Verlangen, zum eigenen Lebensunterhalt zumindest ein wenig beizutragen.

    Hat während der Pubertät der Sexualtrieb seine volle Kraft erreicht, dann wünscht sich der Jugendliche – oder nach dem Abitur der junge Erwachsene – seinen vollen Lebensunterhalt selbst zu erwirtschaften, denn er möchte nicht länger an die Eltern, vor allem den gegengeschlechtlichen Elternteil gebunden sein.

    Wir müssen eben im Fall der gestörten Entwicklung des Sexualtriebs folgern, dass auch die Arbeitsfunktion sich nicht richtig entwickelt. Daher ist auch der lange Jahre bei der Mutter lebende junge Erwachsene – dies ist in Übereinstimmung mit dem, was Wilhelm Reich gesagt hat – höchstwahrscheinlich nicht nur psychosexuell, sondern auch in der Arbeitsfähigkeit gestört.

    Eigentlich ist das dann gar kein Erwachsener!

    Selbst bei erfolgreichem Studienabschluss besteht in solchen Fällen die Gefahr, dass der Einstieg in die Arbeitswelt nicht gelingt.

  6. Peter Nasselstein Says:

    „Psychic illnesses are the result of a disturbance of the natural capacity for love.“ Wilhelm Reich, 1927

    Can we have positive relationships in love and work? Dr. Crist tries to answer whether we can have it all.

  7. David Says:

    Ich selbst bin so erzogen, wie man – im Patriarchat – normalerweise die Mädchen erzieht, in dem Sinne immer pazifistisch und lieb und nett zu sein.

    Durch die Jahrzehnte hindurch habe ich das auch – abgesehen von Phasen des Grübelns nach dem Prinzip „ich weiß nicht wie ich mich wehren soll“ – doch meist so verstanden, dass

    – Dinge nicht hinzunehmen, anderen Grenzen zu setzen

    – konsequent sein

    unvereinbar sein ist mit liebevoll sein.

    Heute glaube ich, dass beides notwendig ist. Manchmal wünsche ich mir jetzt mit über fünfzig, ein harter, starker Mann zu sein, der gut kämpfen und arbeiten kann.

    Oder: der nicht arbeiten, sondern nur gut kämpfen kann.

    Selbst für den gibt’s Jobs, weil ja die Wach- und Sicherheitsfirmen immer größer und mehr werden. Wenn ich bei einer Geldtransportfirma wäre dürfte ich – im Dienst – sogar eine automatische Waffe tragen (wenn ich das überhaupt wollte).

    Ist heutzutage alles auf Privatfirmenbasis erlaubt, oder?

    Da müsste die Rente wegen Erwerbsunfähigkeit nicht unbedingt sein. Wenn ich ein anderer wäre als ich bin.

    An Liebe und Sexualität denke ich zurzeit etwas weniger.

  8. David Says:

    OffTopic: Aufweichen des Patriarchats = Zerstörung des Arbeitsmarkts??

    Bereits 2006 berichtete die Tagesschau über das Aufweichen des Patriarchats in Japan.

    In Japan und Deutschland ist seit 1990 – oder eigentlich schon seit dem Höhepunkt des Kalten Krieges 1983 der Aufwärtstrend der Arbeitslosenrate ungebrochen. Siehe auch:

    http://davidmoerike.de/blog/2014/11/08/aufwaertstrend-der-arbeitslosenquote-auch-nach-1990-vollkommen-intakt

    Siehe auch:

    Arbeitslosenrate in Europa persistent.

    Auch hier:

    die 1983 bis ungefähr 1987 gegenläufige Entwicklung schön zu sehen.

    Entwicklung wendet sich in Frankreich und großen Teilen Europas ungefähr 1990 zum Besseren, jedoch nicht in Deutschland und Japan, siehe ersten Link.

    Zu Europa / Deutschland / Japan gegenläufige Entwicklung in OECD, d.h. dem überwiegenden Teil der westlichen Welt, insbesondere USA, schon seit 1983.

    Das grausame PRWORA-Gesetz, welches den Schwachen den Geldhahn bedingungslos zudreht, 1996 von Clinton mithilfe der Republikaner durchgedrückt, ist also nicht Ursache der Umkehr in den USA in positive Richtung.

    Aufweichung des Patriarchats: haben wir in den USA auch, aber doch überlagert durch einen gesunden, harten Konservatismus seit Ronald Reagan.

    Dieser Konservatismus ist, wie ich schon an anderer Stelle vermutet habe, im amerikanischen Volk immer noch; jetzige Situation verschuldet durch die konservativen Kräfte, die nicht fähig waren als Präsident-Kandidaten/-in eine überzeugende Persönlichkeit aufzustellen.

    Was macht die Finanzkrise 2008?

    Richtig: Überall hoch!

    und kurz danach schon wieder:

    gegenläufige Entwicklung!

  9. David Says:

    OffTopic: Aufweichen des Patriarchats = Zerstörung des Arbeitsmarkts??

    Wäre tragisch, wenn diese Vermutung von mir zutreffen würde.

    Es wäre auch im Widerspruch zur Orgonomie / Saharasia-Theorie.

    Wo ja das Patriarchat Neurosen, bestehend aus Sexual- und Arbeitsstörung, verursacht.

    Siehe auch oben: https://nachrichtenbrief.wordpress.com/2014/11/25/die-%e2%80%9emetrosexuelle%e2%80%9c-zerstorung-der-genitalitat/#comment-17337

    Im individuellen Fall bewirkt die Orgontherapie, dass jemand eine andere Arbeit findet – oft innerhalb derselben Firma – die er / sie lieber tut.

    Das bedeutet aber nicht zwangsläufig, dass er / sie weniger verdient. In einem der beiden von Dr. Crist erwähnten Fälle verdient der Beschäftigte mehr. Viel mehr, es überwiege in diesem Fall sogar das bislang für die Therapie ausgegebene Geld.

    Gesamtgesellschaftlich jedoch ist der Arbeitsmarkt da am besten, wo die alten, autoritären Strukturen am intaktesten sind.

    Sieht man beispielsweise in Deutschland innerhalb der alten Bundesländer im Vergleich Nord-Süd.

    Könnte man auf den ersten Blick meinen.

    Aber: autoritär scheint mir hier auch schon wieder das falsche Wort, denn möglicherweise ist im reichen Baden-Württemberg und Bayern vor allem die Selbstregulierung am besten. Dies entzieht sich meiner Kenntnis, und ist daher spekulativ.

    • O. Says:

      „Gesamtgesellschaftlich jedoch ist der Arbeitsmarkt da am besten, wo die alten, autoritären Strukturen am intaktesten sind.“
      Wo soll das denn sein? – Bayern oder Baden Württemberg mag es noch gut gehen, vergleichsweise und relativ gesehen zu anderen Orten, aber zum Schönreden reicht es nicht.

      Vorstellungen, dass eine Therapie den finanziellen Status des Klienten verbessern könnten, gehören der Vergangenheit an. Im Gegenteil es wird immer weniger Geld (real) für die Arbeit geben, statt dessen gibt es Bonbons oder Versicherungsabschlüsse mit dubiosen Versprechen.

  10. David Says:

    Wo ja das Patriarchat Neurosen, bestehend aus Sexual- und Arbeitsstörung, verursacht.

    Das Patriarchat bewirkt – spätestens seit dem Merkantilismus / Frühkapitalismus – durch Unterdrückung der Geburtenkontrolle auch übermäßiges Bevölkerungswachstum und damit einen „Youth Bulge“ (Gunnar Heinsohn zufolge).

    Nicht die Milliarden unterernährten Kinder und Jugendlichen, sondern die die von Perspektivlosigkeit betroffenen sind für den Weltfrieden, und die derzeit noch in der Welt führende Kultur, nämlich den „Westen“ am gefährlichsten.

    Gunnar Heinsohn: „Söhne und Weltmacht“ zufolge.

    Gute Zusammenfassung der zwei anderen Werke (Hexen, sowie: Eigentum, Zins und Geld).

    Perspektivlosigkeit auch in Mittelalter / Frühneuzeit für die Nicht-Erstgeborenen – aber das waren damals Heinsohn zufolge noch sehr wenige:

    da konnte man noch nicht einmal sagen, eigentlich sollen die arbeiten nur gibt es leider zu wenige Arbeitsstellen denn:

    im Feudalismus wo jeder seinen festen Platz hatte und nur ein paar Fahrende, ein paar Findelkinder usw. nicht, bekamen die – Heinsohn zufolge – in vielen Städten, beispielsweise im 14.Jh. in St. Gallen das Bettelprivileg.

    Denn einen Arbeitsmarkt im modernen Sinne gab es noch gar nicht.

  11. claus Says:

    Immerhin:
    „So war es auch mit der Leihmutterschaft. Sie stellt ja auch insofern einen interessanten Fall dar, als auch prononcierte Befürworter eines homosexuellen Adoptionsrechts wie Alice Schwarzer dagegen jene biologisch-deterministischen Argumente ins Feld führen, die sonst der konservativen Seite vorbehalten sind. Denn entsteht nicht in den neun Monaten einer Schwangerschaft eine enge emotionale Bindung zwischen Mutter und Kind, die zu trennen eine schwere Belastung bedeutet, und zwar für beide? Sowohl Heeremann als auch Schwarzer äußerten diesen Einwand, dem man ja noch den Verdacht hinzufügen kann, dass Leihmütter in Entwicklungsländern sich aus finanziellen Gründen dazu gezwungen sehen.“

    http://www.morgenpost.de/kultur/tv/article139563588/Conchita-Wurst-die-AfD-und-das-traditionelle-Familienmodell.html

  12. Die Zukunft der Orgonomie in Deutschland | Nachrichtenbrief Says:

    […] Siehe auch meine Ausführungen über Die „metrosexuelle“ Zerstörung der Genitalität. […]

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