Quasare werden von aktiven Galaxien in Richtung anderer aktiver Galaxien ausgestoßen

1963 entdeckte der Astronom Maarten Schmidt eine „quasistellare Radioquelle“ (oder kurz „Quasar“, später stellte sich heraus, daß es auch „radioleise“ Quasare gibt), deren Rotverschiebung von 0,158 auf eine Entfernung von 3 Milliarden Lichtjahre hinwies. Das Problem, vor dem Schmidt bei seinem Objekt stand, war dessen Größe. Bei gleicher scheinbarer Leuchtstärke wäre die Sonne 1400 Lichtjahre und eine Galaxie von 100 Milliarden Sonnen 400 Millionen Lichtjahre entfernt. Hier war ein Objekt, das genauso stark leuchtete, jedoch sage und schreibe 3000 Millionen Lichtjahre entfernt war. Die absolute Helligkeit eines Quasars müßte demnach 100fach größer sein, als die einer Galaxie. Hinzu kommt, daß Quasare in Zeiträumen von Wochen bis hinab zu einem Tag ihre Lichtintensität verändern, was ihrer Größe eine obere Grenze setzt, die die Ausmaße einer Galaxie bei weitem unterschreitet. Man stand also vor dem Problem drei sich offenbar wechselseitig ausschließende Fakten (extrem hohe Rotverschiebung und nach gängiger Theorie damit extrem große Entfernung, extrem hohe scheinbare Leuchtkraft und relativ kleine Größe) auf einen Nenner zu bringen.

Eine solche Theorie (mittlerweile glaubt man, daß die Gravitationswirkung Schwarzer Löcher die Quasare mit der benötigten Energie versorgen) wird um so dringender, da ohne extrem weit entfernte, d.h. extrem alte Quasare die Urknalltheorie mausetot wäre. Quasare sind nämlich, als besonders junge Galaxien, bzw. als aktive Kerne zukünftiger Galaxien aus dem Frühstadium des Universums, der einzige unzweideutige Beleg für eine einheitliche Entwicklung des Universums, das ansonsten, was Entwicklungsstufen anbetrifft, vollkommen homogen organisiert ist, d.h. keine Alterssequenz zu erkennen gibt. So existieren in unserer Nähe sehr junge oder sogar sich gerade erst formierende Galaxien, während es umgekehrt in großer Entfernung sehr alte gibt. Bei genauerer Betrachtung wollen sich jedoch auch die Quasare partout nicht in eine einheitliche kosmische Evolution einpassen. Als „frischeste“ Gebilde im Kosmos sollten sie keine höheren Elemente jenseits von Bor enthalten, doch ihre Emissionslinien ähneln denen von normalen Galaxien, d.h. sie enthalten die Signets für Elemente wie Magnesium, Silizium und Schwefel.

Hinzu kommt, daß zwar bei den Galaxien eine mehr oder weniger klare Hubble-Beziehung zwischen der Rotverschiebung und der scheinbaren Leuchtkraft vorliegt, bei Quasaren jedoch die beiden Größen in keinster Weise miteinander korreliert sind. Das ist der Beweis, daß die Rotverschiebung (oder zumindest der entscheidende Anteil derselben) bei den Quasaren nicht von der Entfernung abhängig sein kann, sondern entweder von den Quasaren selbst oder von ihrer unmittelbaren Umgebung. Darauf, daß die Rotverschiebung direkt von den Quasaren abhängig ist, scheint der Umstand zu verweisen, daß der Astronom Halton Arp materielle Verbindungen, so genannte „Filamente“, zwischen Quasaren und Galaxien entdeckt hat, die vollkommen unterschiedliche Rotverschiebungen haben. Daß dies nicht bloße optische Täuschungen sein können, wird durch entsprechende diese Filamente fortsetzende Strukturen innerhalb der Galaxien evident. Auch haben beide Objekte ähnliche Spektrallinien. Es lassen sich mehrere Beispiele angeben, wo Quasare sich aus statistischer Sicht sehr auffällig in der Nähe bestimmter „Muttergalaxien“ befinden. Des weiteren führt Arp aus, daß offenbar Quasare mit höherer Rotverschiebung den Galaxien näher sind, als solche mit geringerer. Ebenso scheint die Leuchtkraft der Quasare mit wachsender Entfernung von der Muttergalaxie anzusteigen.

Die gleiche Beziehung kann man auch zwischen Galaxien beobachten, wobei die Galaxie mit der größeren Rotverschiebung stets das weitaus kleinere Objekt ist. Tatsächlich scheinen die kleinen rotverschobenen Begleitgalaxien in vieler Hinsicht Quasaren zu gleichen. Arp zufolge könnte es sich bei ihnen um eine spätere Entwicklungsform von Quasaren handeln. Quasare werden von aktiven Galaxien ausgestoßen, entwickeln sich schrittweise zu Galaxien und so organisiert sich das Universum.

Bevor wir uns Charles Konias an Arp anknüpfende Theorie der Quasar-Rotverschiebung zuwenden, ist es angebracht das entsprechende Konzept der „Steady-State-Theorie“ zu beschreiben. Bis zur Entdeckung der Hintergrundstrahlung gab es zwei gleichberechtigte kosmologische Theorien: die Urknalltheorie und als Alternative dazu die besagte Steady-State-Theorie, die Ende der 1940er Jahre von Fred Hoyle formuliert worden war. Hoyle zufolge wird die Materie noch heute kontinuierlich erzeugt, um die Leere aufzufüllen, die von der ständigen Expansion des Weltalls erzeugt wird. In diesem Zusammenhang erklären Hoyle und Jayant V. Narlikar im Anschluß an ihre 1964 ausgearbeitete Gravitationstheorie die Rotverschiebung der Quasare dadurch, daß die Quasare tatsächlich so etwas wie Urmaterie darstellen, nur daß sie nicht aus dem Urknall hervorgegangen sind, sondern noch heute von Galaxien in einem „Schöpfungsakt“, bzw. „Mini-Urknall“ ausgestoßen werden (daher auch die erwähnten Filamente). Da es sich um vollkommen neue Materie handelt, besitze sie keine Trägheit (d.h. sie bewegt sich wie masselose Orgonenergie!). Trägheit entstehe erst, gemäß dem Machschen Prinzip, mit zunehmendem Alter der Quasare durch Wechselwirkung mit immer mehr Teilchen im übrigen Universum.

Zusammenfassend kann man sagen:

  1. Anders als bei Galaxien gibt es bei Quasaren keine eindeutige Relation zwischen Rotverschiebung und Leuchtkraft, d.h. Quasare mit größerer Rotverschiebung müssen nicht unbedingt schwächer leuchten.
  2. Quasare sind relativ selten, so daß es nur eine verschwindend kleine Wahrscheinlichkeit gibt, daß sie unserer Blickrichtung gemäß dicht neben eine Galaxie projiziert wurden, was wahrscheinlich macht, daß sich die Quasare wirklich in der Nähe der betreffenden Galaxien befinden – trotz nicht zusammenpassender Rotverschiebung.
  3. Auch untereinander können Quasare z.B. durch gerade Linien verbunden sein, was extrem unwahrscheinlich ist.
  4. Es gibt Beobachtungen, wo Objekte mit weit voneinander abweichenden Rotverschiebungen ganz offensichtlich durch „Nebelfäden“ miteinander verbunden sind.
  5. Eine intrinsische Rotverschiebung erklärt zwanglos die „superluminalen“ Bewegungen, die man bei Quasaren beobachtet hat (Narlikar: Die sieben Wunder des Universums, Frankfurt 2001, S. 332-337).

Ein praktisch identischer orgonomischer Erklärungsansatz wurde von Konia in die Diskussion eingebracht. Wie bei Hoyle und Narlikar tritt auch in Konias Theorie beim Prozeß der Erschaffung von Materie, an dem die Quasare Anteil haben, das erste Mal in der funktionellen Entwicklung Schwerkraft auf (Charles Konia: „The Creation of Matter in Galaxies: Part 1“, Journal of Orgonomy, Nov. 1988).

Um Konias Argumentation nachvollziehen zu können, muß man sich Reichs Beschreibung der Erzeugung von Massepartikeln aus der Überlagerung von masselosen Orgonenergie-Strömen vergegenwärtigen, wie er sie in Die kosmische Überlagerung beschrieben hat. In der Überlagerung verwandelt sich die Vorwärtsbewegung der Orgonenergie in eine immer enger werdende Kreisbewegung. Entsprechend bewegen sich die Elektronen, solange die Kondensation der Materie aus der masselosen Orgonenergie noch nicht ganz abgeschlossen ist, in größeren Radien um den Atomkern als bei fertiger Materie, was in einer entsprechenden Rotverschiebung der Spektrallinien zum Ausdruck kommt (Konia: „The Creation of Matter in Galaxies: Part 5“, Journal of Orgonomy, Nov. 1990).

Der Orgonom Robert Harman hat die These aufgestellt, daß die Ausstoßung von Quasaren durch aktive Galaxien offenbar Gesetzmäßigkeiten folgen: sie werden nicht chaotisch, sondern geordnet in Richtung anderer aktiver Galaxien ausgestoßen („Functional Cosmology, Prt IV: The Arp Hazard Triplets and NGC5985“, The Journal of Orgonomy, 38(1), Spring/Summer 2004). Seine Theorie faßt er mit folgenden drei orgonometrischen Gleichungen zusammen:

harmenejekt1

harmenejekt2

Was eine verblüffende Ahnlichkeit mit der folgenden Grundgleichung der Orgonomie habe:

harmenejekt3

Die Astronomen Damien Hutsemékers (Université de Liège) et al. sind nun unerwarteterweise auf etwas gestoßen, was diese Vorstellung unterstützt. Ihre Beobachtungen weisen darauf hin, daß sich Quasare „aneinander und an den Großstrukturen des Kosmos (…) orientieren – und das über gewaltige Entfernungen hinweg“.

Hutsemékers und seine Kollegen wollten einer alten Beobachtung der Astronomie nachgehen: daß das Licht einiger Quasare übereinstimmend polarisiert ist, was offenbar nicht von ihrer Umgebung abhängt, sondern intrinsisch ist. Dazu betrachtete man nun das Licht von 93 weit entfernten Quasaren genauer und stellten fest, daß die Rotationsachsen einiger Quasare aneinander ausgerichtet schienen.

Die Strahlung wies bei diesen Quasaren in die gleiche Richtung – und das, obwohl sie Milliarden Lichtjahren voneinander entfernt lagen. Aber warum? Um das zu klären, untersuchten die Astronomen als nächstes, ob die Quasare möglicherweise auch an der Struktur des sie umgebenden Kosmos orientiert waren. (…)

Und tatsächlich: Die Auswertungen ergaben, daß die Achsen vieler Quasare an den großräumigen kosmischen Strukturen orientiert waren: „Die Polarisationsrichtung der Quasare ist entweder parallel oder senkrecht zu den Strukturen, zu denen sie gehören“, berichten die Forscher. In den langgestreckten Filamenten des kosmischen Netzes zeigten die Quasarachsen beispielsweise vorwiegend entlang dieser Äste. (…) Das Besondere an dieser Entdeckung ist aber vor allem ihre Größenordnung: Für Galaxien ist schon länger bekannt, daß ihr Umfeld auch ihre Ausrichtung beeinflussen kann. Aber die jetzt beobachtete Gleichrichtung der Quasare läßt sich über mehr als 500 Megaparsec hinweg beobachten und ist damit mindestens eine Größenordnung größer, wie die Forscher berichten.

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