Das Matriarchat im Judentum und Christentum

In unserer Kultur ist zutiefst verankert, daß das Weibliche die passive Rolle einnimmt. Selbst radikale „Feministinnen“ stellen Gegensatzpaare auf wie: „Erde und Himmel, Mond und Sonne, Nacht und Tag, Frau und Mann“ (Göttner-Abendroth: Für die Musen, Frankfurt 1988, S. 24). Dabei merken sie gar nicht, daß sie einem uralten patriarchalischen, wenn nicht sogar dem faschistischen Mythos schlechthin huldigen. Es ist der lichte Mann, der „Sonnenheros“, der in die dunkle Frau eindringt, als Lichtbringer die „Mond- und Erdgöttin“ befruchtet. Er, das lichte Yang; sie, das dunkle Yin.

Der patriarchale „Mann“ kann es nicht ertragen, daß die Frau über ihm ist, daß sie nicht die Erde, sondern der Himmel ist: nicht der Mond, sondern die (!) Sonne. Er bildet sich ein, wie ein Bauer mit seinem Pflug die Erde zu befruchten, von oben her wie der Regen Fruchtbarkeit zu bescheren. Er ist das Oben, sie das Unten. Alles deutet jedoch darauf hin, daß die patriarchale Welt die verkehrte Welt ist. Im Megalithikum herrschte die Vorstellung vor,

bei der das Weib den Himmel und der Mann die Erde verkörperte. Dieses Bild ist uns etwa in der sehr altertümlichen ägyptischen Vorstellung des Paares Geb (Erdmann) und Nout (Himmelsweib) erhalten geblieben. Es gibt in der Tat ikonographische Darstellungen aus alten Epochen, in denen anscheinend das Weib über dem passiv liegenden Mann kauert, sein Glied in den Körper aufnehmend und beim Koitus den „aktiven Part“ ausübend, wobei die Frau den Zeitpunkt des Orgasmus bestimmt. (Hans Biedermann: Die Großen Mütter, München 1989, S. 210)

Biedermann bringt die entsprechende bildliche Darstellung mit der „Heiligen Hochzeit“ in Verbindung, bei der das segenspendende Verhältnis zwischen der Himmelsfrau und dem Erdmann nachvollzogen wurde. Mit dem Übergang zum Patriarchat habe sich dann die Konfiguration umgekehrt und die Großen Göttinnen „wurden bloß zum Nährboden des männlichen Aktes“ (ebd., S. 212).

Mir will es aber eher so scheinen, daß die Heilige Hochzeit an sich, auch die in der matriarchalen Variante, eine Verfallsform darstellt. Von einer mit Sex nur so gesättigten Mythologie darf man nicht auf eine sexualbejahende Gesellschaft schließen – ganz im Gegenteil. So fand denn z.B. auch Malinowski in der Mythologie der Trobriander so gut wie keine sexuellen Anspielungen. Nur sexuell frustrierte Gesellschaften sind vom Sex derartig besessen, daß er sogar in ihre religiösen Vorstellungen Eingang findet.

Die Sexualität wurde kultisch gegen Verfall und Tod mobilisiert, der langsam aus den sich bildenden Wüsten die Kulturvölker bedrängte. Bis zum endgültigen Abwürgen, bzw. „Sublimieren“ aller Sexualität durch die Moral der Großreligionen war es die Heilige Hochzeit, die den Bestand des Lebens sichern sollte; die durch Fruchtbarkeit den um sich greifenden Tod in Schach halten sollte. Es war die oberste Priesterin und der König, die durch den Vollzug des Geschlechtsaktes auf magische Weise das Land befruchten sollten. Später degenerierte das ganze zur Tempelprostitution und schließlich zur gewerblichen Prostitution.

Bei der himmlischen Zeugung Jesu wurde es dann vollends zur Karikatur:

(…) du hast Gnade bei Gott gefunden! Du wirst schwanger werden und einen Sohn zur Welt bringen. (…) Gottes Geist wird über dich kommen, seine Kraft wird es bewirken. (Lk 1,30f.35)

So wie Gabriel Maria heterosexuell den Christus brachte, brachte er später Mohammed den Koran, diesmal mit homoerotischen Untertönen, wie Salman Rushdie in seinen Satanischen Versen gezeigt hat.

Im 6. Jahrhundert beschrieb der christlich-lateinische Dichter und Bischof Fortunas Venantius die Affäre zwischen Gott und Maria, und allen Frauen, die ihr nachtun, als Heilige Hochzeit:

Wie selig ist die Jungfräulichkeit, die würdig befunden wurde, Gott ein Kind zu gebären. Die keuschen Jungfrauen sind Gottes Tempel schlechthin. Dort fühlt er sich heimisch. Mit großer Freude betritt er die Pfade, die von keinem anderen [Mann] begangen wurden. Ihre Gliedmaßen sind sein Eigentum, unbesudelt und ungeteilt mit irgendeinem [anderen] Mann. Voll Zuneigung küßt er ihre Brust. Nur in einem Haus mit Jungfrauen will er verweilen. Dort ist er König.

Maria wird mit der Gemeinde gleichgesetzt. Genauso wie der Heilige Geist einst über Maria kam, wird zu Pfingsten der Heilige Geist ausgeschüttet (Apg 2,1-13), um die Gemeinde in „Verzückung“ zu versetzen. So schmierig und degoutant das religiöse Leben im allgemeinen und der Marienkult im besonderen auch sein mag, scheint doch verborgen die alte, ursprüngliche matriarchale Rangordnung wieder durch.

Es besteht kein Anlaß aufgrund einer oberflächlich männlich dominierten Welt auf die Postulierung eines allgemeingültigen Matriarchats zu verzichten. Zumal man mit Reich einräumen muß, daß,

wo immer Mutterrecht in Vaterrecht überging, es langer Zeiträume der Überleitung aller ökonomischen und sozialen Institutionen und Gebräuche bedurfte. (Der Einbruch der sexuellen Zwangsmoral)

„Graue“ Übergänge können aber nie Grundlage einer Klassifikation sein.

Wörtlich bedeutet Matriarchat „Herrschaft der Mütter“. Der Standardeinwand gegen die Existenz eines historischen Matriarchats ist nun, daß eine solche Herrschaft nicht allgemein belegbar sei und fast immer die Männer, immer die Könige im Vordergrund standen. Es läßt sich aber nachweisen, daß überall hinter diesen im Vordergrund stehenden Männern Frauen wirkten, die den Männern die Macht entlehnten, so daß die Männer nur sozusagen Exekutivorgan einer weiblichen Legislative waren, unter deren Würde es war sich auf die Ebene der Politik hinabzubegeben, beispielsweise in der Neuzeit „Weiße“ zu empfangen. Infolge mußte der betreffende Stamm als patriarchal organisiert erscheinen.

Entsprechend gab es im alten Israel das Amt der „Gebira“ (siehe Gerda Weiler: Das Matriarchat im Alten Israel, Stuttgart 1989). Das wird mit „Königsmutter“ übersetzt, doch die Gebira konnte Tochter, Ehefrau, Mutter oder Großmutter des herrschenden Königs sein, bis nach ihrem Tod (bzw. noch zu ihren Lebzeiten, für die Heilige Hochzeit) eine neue Gebira eingesetzt wurde. Hanna scheint eine solche Gebira gewesen zu sein. Hanna war ursprünglich Priesterin in Silo. Sie war nicht Mutter von Samuel, sondern von Saul, d.h. „dem Erbetenen“ (vgl. 1 Sam 1,20). Die Geschichte seiner himmlischen Empfängnis diente nicht ohne Grund zur Vorlage der entsprechenden Empfängnis Christi durch den Heiligen Geist. Saul war (über Hanna) der Christus, der Gesalbte der Rahel (vgl. 1 Sam 10,1f), so wie Christus der Gesalbte der Frauen war (Mk 14,3-9). Bezeichnenderweise wird im Koran (z.B. Sure 5) Jesus nicht als „Sohn Gottes“, sondern als „Sohn der Maria“ bezeichnet. In Mk 6,3 wird er nicht wie damals (und noch heute in Israel) üblich als Sohn seines Vaters, sondern für damalige Verhältnisse ungeheuerlicherweise als Sohn Marias bezeichnet.

Mit Sicherheit war auch Jesu angeblicher Stammvater David (1004-965) nicht Sohn Gottes (2 Sam 7,14), sondern Sohn der Himmelskönigin, was dann natürlich das Christentum in seinen Grundlagen verändert. Der Usurpator David legitimierte seine Macht quasi matriarchal, weniger durch seine militärischen Erfolge, sondern erst durch die so möglich gemachten Heiraten mit Königinnen und Töchtern aus den Herrschaftshäusern der eroberten Gebiete, die ihm als Königsmütter die Macht verleihten. Mit nur zwei Ausnahmen werden alle Namen der späteren judäisch-davidischen Könige aus dem Hause Davids zusammen mit ihren „Königsmüttern“ überliefert.

Davids Sohn Abschalom „besteigt“ den Thron des Vaters, indem er mit dessen Frauen öffentlich die Heilige Hochzeit ausführt (2 Sam 16,22). Auf Davids Sohn Salomo (965-926) bezieht sich der Satz:

Ihr Frauen von Zion, kommt her, den König zu sehen und die Krone, mit der seine Mutter ihn schmückte. (Hld 3,11)

Beim Regieren stand die Königsmutter zur Rechten des Königs (Ps 45,10; siehe insbesondere auch Jer 13,18). Wenn Jesus vom Kreuz herab seiner Mutter Johannes übergibt, klingt die Königsmutter-Tradition an: „Er ist jetzt dein Sohn!“ (Joh 19,26).

Das Christentum konnte sich u.a. deshalb so schnell ausbreiten, weil es perfekt in die matriarchale Matrix der antiken Welt hineinpaßte. Der Katholizismus bewältigte und integrierte die noch teilweise spätmatriarchalen Kulte Europas, indem er die Große Muttergöttin mit Maria gleichsetzte und ihr die diversen Götter als „fürsprechende Heilige“ beigesellte. Womit an sich die Kirche wieder die ursprünglichen matriarchalen Proportionen hergestellt hatte!

Die Vergöttlichung Marias begann schon sehr früh und auf mannigfache Weise. So wurde Maria z.B. mit dem Erzengel Michael gleichgesetzt. Er wird eines Tages als Schutzengel zu Gunsten Israels eingreifen und es erretten (Dan 12,1). Eine Vorstellung, die auch ins Christentum eingegangen ist (Jud 9, Offb 12,7). Dem judenchristlich-gnostischen Hebräerevangelium zufolge, ist nun aber Michael mit Maria identisch:

Als Christus auf die Erde zu den Menschen kommen wollte, erwählte der Vatergott eine gewaltige Kraft im Himmel, welche Michael hieß, und vertraute Christus ihrer Fürsorge an. Und die Kraft kam in die Welt, und sie wurde Maria genannt, und Christus war sieben Monate in ihrem Leib.

Läßt man den „Vatergott“ weg, gewinnt Maria wieder den Status der souveränen matriarchalen Himmelskönigin, der ein Heros (Christus) zugeordnet ist. Im Hebräerevangelium findet sich auch folgende Stelle, wo Christus ganz in diesem Sinne spricht:

Sogleich ergriff mich meine Mutter, der Heilige Geist (vgl. Mt 4,1) an meinen Haaren und trug mich weg (vgl. Ez 8,3) auf einen großen Berg Tabor (vgl. Mt 4,8).

In der volkskirchlichen Form der Trinität als Vater-Gott, Mutter-Maria und Sohn-Jesus ist eine Rückkehr zur kanaanitischen Vorstellung gegeben mit dem Hauptgott El, seiner Gattin Anat und derem Bruder (-Gatten-Sohn) Baal. Die kanaanitische Göttertrias findet sich noch nach dem 6. Jh.v.Chr. im Judentum. In dieser Zeit besiedelten israelitische Kolonisten das ägyptische Elefantine. Sie verehrten die Göttertrias Jahu (Jahwe), Anat-Bethel, die kanaanitische Liebes- und Kriegsgöttin, und ihren Sohn Aschim-Bethel. „Dennoch bestand eine kultische Abhängigkeit von Jerusalem“ (Reclams Bibellexikon). Was natürlich die Frage aufwirft, wie alt der strenge jüdische Monotheismus, der ausschließlich den Vatergott kennt, wirklich ist!

Auch im Koran gibt es Hinweise auf eine „familiäre Dreieinigkeit“, denn Mohammed glaubte anscheinend, die christliche Dreieinigkeit würde sich aus Gott, Maria und Jesus zusammensetzen. Diese Vorstellung Mohammeds entspricht

zweifellos der Ansicht einiger schlecht unterrichteter Christen, die darauf beruhte, daß das Wort für „Geist“ in einigen Sprachen des Nahen Ostens ein Femininum ist. (Watt/Wech: Der Islam, Bd. 1, Stuttgart 1980, S. 127)

Viel eher wird sich Mohammed jedoch ganz spezifisch auf die christliche Sekte der „Kollyridianerinnen“ bezogen haben. Der letzte direkte Hinweis auf diese somit noch im siebten Jahrhundert bestehende Mariensekte könnte tatsächlich die Sure 5,116f darstellen, in der Allah seinen Propheten Jesus fragt, ob dieser gesagt habe: „Nehmt euch außer Gott mich und meine Mutter zu Göttern!“ Entsprechend direkte Hinweise auf Marianiten aus christlichen Quellen fallen in die erste Hälfte des sechsten Jahrhunderts. Später wurde in kirchlichen Annalen behauptet, schon auf dem Konzil in Nicäa (325) hätte es Bischöfe gegeben, „die behaupteten, Christus und seine Mutter seien zwei Götter neben Gott: das waren Barbaren, und man nannte sie Marianiten“ (z.n. F.J. Dölger: Antike und Christentum, Bd. 1 (1929), 1974, S. 116).

Bereits im Alten Testament taucht diese weibliche Opposition gegen den rein männlichen Vatergott auf. Am prägnantesten ist hier die Stelle Jer 44,16-19, wo die Verehrerinnen der Himmelskönigin zu Worte kommen. Als diese noch allgemein verehrt wurde, hätten sie nicht unter Mangel gelitten und es hätte Brot genug gegeben, da man der Himmelskönigin Brot und Trankspenden dargebracht habe. Dölger zufolge waren auch sonst Brot- und Kuchenopfer für die Verehrung des Großen Göttin in der Antike gang und gäbe. So versöhnte man z.B. die römische Weisheitsgöttin Minerva durch Brotbereitung und Brotopfer. Auch in den griechischen Kulten der Artemis, Hekate, Selene, Demeter und Persephone wurden Kuchenopfer dargebracht (ebd., S. 107).

In Juda zur Zeit Jeremias, der von 627 bis 587 v.Chr. wirkte, „kneteten die Frauen Teig und backten Kuchen als Opfer für die Himmelskönigin“ (Jer 7,18). Zu Jeremia sagten sie:

Unsere Männer sind ganz damit einverstanden, daß wir der Himmelskönigin Räucheropfer und Trankopfer darbringen und ihr die Opferkuchen backen, die nach ihrem Bild geformt sind. (Jer 44,19)

Ende des 4. Jh.n.Chr. ist belegt, daß die Kollyridianerinnen genau dasselbe Brotopfer (kollyris) zu Ehren Marias ausführten! (Übrigens bedeutet „Bethlehem“ übersetzt „Haus des Brotes“.) Sie setzten, wie 367 der zypriotische Bischof Epiphanius schrieb, Maria „an Stelle Gottes“.

Diese Frauen erneuern wieder der Glücksgöttin den Mischtrank und bereitem dem Dämon, nicht aber Gott den (Altar-) Tisch (…). Nicht sollen sie sagen: Wir verehren die Himmelskönigin. (z.n. Dölger, S. 108f)

Des weiteren schreibt Dölger:

Die Kollyrianerinnen werden von Arabien her gemeldet. In Arabien aber wurde von alten Zeiten her die Urania, die Himmelskönigin verehrt. Es wäre daher sehr wohl möglich, daß die genannten Marienverehrer gerade in Arabien sich einem bodenständigen alten heidnischen Brauch anbequemt hätten. Das war aber der gleiche Kult, der sogar in dem benachbarten Palästina bei Juden Eingang gefunden hat.

Wie man aus der betreffenden Stelle bei Jeremia ersehen könne (ebd., S. 135).

Wie verzweifelt noch die triumphierenden Christen gegen diese altertümlichen Vorstellungen ankämpfen mußten, zeigt Epiphanius:

Dieser (Christus) hat wie ein Bildner und Herr des Geschehens sich aus der Jungfrau wie von der Erde gebildet, indem er als Gott vom Himmel herab kam und als Logos aus der heiligen Jungfrau Fleisch annahm; sicherlich aber nicht, damit die Jungfrau angebetet würde, nicht damit er sie zu Gott mache, nicht damit wir auf ihren Namen opfern, nicht damit er Weiber nach so vielen Generationen zu Priesterinnen mache.

So „hurte“ das Volk über die Jahrhunderte weiter und bekannte sich zu alten matriarchalen Religionsformen. In dem betreffenden Bekenntnis Jer 44,17f ist auch von den Königen die Rede. Die Fruchtbarkeitskulte waren so verbreitet, daß die Könige aus staatspolitischen Gründen diese Kulte tolerierten, wenn sie nicht selbst, wie noch Saul, an ihnen teilhatten. Deshalb kommen die Könige in der Bibel fast durchweg schlecht weg. Asa von Juda (908-868) war einer der wenigen Könige, der von der Bibel nicht kritisiert wird. Er beseitigte die matriarchale Opposition und ging dabei soweit, ein ungeheuerliches Sakrileg zu begehen, nämlich seine Großmutter, die Königsmutter Maacha, abzusetzen, „weil sie ein verabscheuungswürdiges Götzenbild der Göttin Aschera aufgestellt hatte“ (1 Kön 15,13). So emanzipierten sich die Könige gegenüber den Königsmüttern langsam mit Hilfe eines patriarchalen Kults: „Steig von deinem Thron herunter (…) du feine Dame.“ (Jes 47,1)

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8 Antworten to “Das Matriarchat im Judentum und Christentum”

  1. David Says:

    Das Christentum konnte sich u.a. deshalb so schnell ausbreiten, weil es perfekt in die matriarchale Matrix der antiken Welt hineinpaßte …

    Ähnliches behauptet auch Hans-Joachim Zillmer in seinem Buch „Kolumbus kam als Letzter“, Herbig, München, 2009 (2004), ISBN: 978-3-7766-5026-6

    Gegenstand des Buches sind Kontakte über den Pazifik und Atlantik hinweg in der Zeit vor Kolumbus.

    Derartige Kontakte werden auch von der Saharasia-Theorie angenommen, DeMeo weist auf einiges hin und zeichnet entsprechende Pfeile in Kartenskizzen in seinem Buch Saharasia. Aber die allerersten interkontinentalen Reisenden waren noch nicht besonders patriarchalisch.

    Zillmer behandelt ausführlich die geschichtlich-kulturellen Hintergründe zur Zeit der Fahrten der Wikinger – und noch vorher der Kelten – nach Amerika. Er behauptet, die allererste christliche Missionierung in Europa, nämlich die durch die „iro-schottischen Mönche“ sei anders gewesen als die spätere, im engeren Sinne katholische Missionierung Europas.

    Diese Mönche hätten – von Irland und Schottland aus – ein Christentum nach Skandinavien, Deutschland, Gallien etc. gebracht, welches mit der alten Naturreligion bzw. Druiden-Religion verträglich gewesen sei. Denn wie die Druiden sahen auch die iro-schottischen Mönche Gott als ein der Natur zugrunde liegendes Prinzip und nicht als einen persönlichen Gott.

    In der späteren „katholischen“ Missionierung sei ein persönlicher, patriarchalischer (er sagt das aber mit anderen Worten) Gott propagiert worden und es sei viel Gewalt dabei angewendet worden.

    Selbstverständlich sind die alten Kelten wie ich glaube, keine matriarchalische Gesellschaft, sondern eine „intermediate culture“, genau so wie deren Erben, der moderne so genannte „Westen“, nämlich wir.

  2. David Says:

    Eine andere These Zillmers scheint mir allerdings ein wenig hanebüchen: die katholische Kirche habe die Geschichte gefälscht und den Zeitraum des 7. bis 9. Jahrhunderts einfach erfunden und eingefügt. Dies lässt sich wie ich glaube, leicht widerlegen durch Abgleich mit der arabisch-islamischen Geschichtsschreibung.

    Denn die Araber hatten in jener Zeit gerade ihre größten militärischen Erfolge und haben mit Sicherheit diese Fälschung nicht gemacht, denn sie haben nicht das geringste Interesse daran an der Zeit etwas zu verändern.

  3. Der Ursprung des Abendmahls (Teil 1) « Nachrichtenbrief Says:

    […] in Das Matriarchat im Judentum und Christentum (Teil 3) dargelegt, entwickelte sich zu Beginn des Christentums ein geradezu matriarchaler Kult um Maria. […]

  4. David Says:

    Auch von der Geschichte des getöteten und wieder gekommenen Gottes,

    beispielsweise Osiris oder Jesus

    ist offenbar in der frühesten Variante dieser Geschichte Gott eine Frau:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Inannas_Gang_in_die_Unterwelt

    Der ihr hilft, zurück zu kommen, ist Enki – der Wasser- und Erd-Mann.

    Interessant?

    • David Says:

      Enki, der Wasser- und Erd-Mann, verfügt über das Wasser des Lebens.

      Er ist also auch der erste Arzt und Alchemist.

      Ist er nicht auch – im „Gilgamesch“ der erste Schmied?

  5. David Says:

    Maria wird mit der Gemeinde gleichgesetzt …

    Da ist es dann nicht mehr weit bis zu dem – das Reden vor der „weibischen“ Masse sehr genießenden – Hitler.

    Diese Art von Religiosität kann mir gestohlen bleiben.

  6. Warum sie uns hassen und verachten | Nachrichtenbrief Says:

    […] Himmelskönigin. Und auch das hebräische Wort für Heiliger Geist, ruach ist ein Femininum. Wie in Das Matriarchat im Judentum und Christentum erwähnt, bezeichnete Jesus den Heiligen Geist als seine Mutter. Im apokryphen Philippusevangelium […]

  7. Der Ursprung des Abendmahls | Nachrichtenbrief Says:

    […] in Das Matriarchat im Judentum und Christentum dargelegt, entwickelte sich zu Beginn des Christentums ein geradezu matriarchaler Kult um Maria. […]

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