Die biosoziale Grundlage der Familien- und Paartherapie (Teil 11)

DIE ZEITSCHRIFT FÜR ORGONOMIE

Peter Crist: Die biosoziale Grundlage der Familien- und Paartherapie (Teil 11)

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5 Antworten to “Die biosoziale Grundlage der Familien- und Paartherapie (Teil 11)”

  1. Robert (Berlin) Says:

    Ich verstehe den Artikel, aber gäbe es keine weitere Lösung, wie der Tochter einen gleichalten Jungen für genitale Aktivitäten zuzuführen; ungeachtet der Notwendigkeit, die Augenblockade zu behandeln.
    Was meint ihr?

    • Peter Nasselstein Says:

      Ja!!! Aber das ist Amerika: isolierte Familien in den Vorstädten, Puritanismus und der rechtliche Druck auf Psychiater und Eltern. Und selbst wenn: Würde sie sich dem Jungen zuwenden?

  2. David Says:

    … der Tochter einen gleichalten Jungen für genitale Aktivitäten zuzuführen

    Zuzuführen.

    Wie sonst in den extrem-patriarchalischen Kulturen – ich übertreibe etwas, aber eine gewisse Gemeinsamkeit Amerikas mit seinen muslim-fundamentalistischen Todfeinden ist schon erkennbar, yem>oder?

    Warum sind spontane Begenungen zwischen Kindern des besagten Alters, also etwa vier Jahre, nicht möglich?

    Bei mir war das auch so.

    Ich war vom ersten bis siebten Lebensjahr überhaupt nicht in der Vorstadt.

    München, die heutigen U-Bahn-Stationen Giselastraße und Josephsplatz in der Nähe.

    Also nicht ganz, aber noch fast Innenstadt. Und nicht Amerika sondern die BRD der 60er Jahre.

    Was hat bewirkt, dass ich ein zummindest Halb-Gefangener war, der nicht ohne weiteres ein anderes Kind besuchen durfte?

    Der Autoverkehr.

    Ich durfte – zwecks Schutz vor dem Autoverkehr – nicht aus dem Haus. Ausnahme war der Weg zum Kindergarten weil das am gleichen Block war. Wir an einer Ecke und der Kindergarten ebenfalls an der Ecke.

    Als ich mit sechs vom Kindergarten in den „Schulkindergarten“ – der war für die die später eingeschult wurden – kam, durfte ich den Weg nicht mehr alleine gehen. Denn der war weiter, war ohne Überqueren von Straßen nicht möglich, und die Verkehrs-Erziehung kommt bekanntermaßen später.

    Und was führt noch dazu, dass Familien isoliert sind?

    Einschub:

    OffTopic: Leipzig

    Das ist nicht in Amerika. Aber in Deutschland. Im Osten.

    Neulich machte ich eine Zugfahrt, mit der S5X, also Express S-Bahn von Zwickau kommend, durch mehrere unterirdische Stationen nach Leipzig Hbf (tief), Weiterfahrt mit einem anderen Zug, der bald darauf im Hbf (oben) abfuhr.

    Abends um neun. Unten: Leer. Auch der Hbf oben: fast leer; halbwegs besucht der McDonalds.

    Wo sind die Leute alle?

    Eine Stadt wo groß wie Stuttgart.

    In Stuttgart abends um neun mindestens zwei bis drei mal so viele Leute am Bahnhof unterwegs. Die an den östlichen Bodensee (Friedrichshafen, Lindau) fahrenden IRE bis gegen zehn Uhr gut voll. Dagegen die IRE der Franken-Sachsen-Magistrale ab 20 Uhr: leer. Ab 21 Uhr fährt sie – sinnvollerweise – nicht mehr.

    Wo sind sie alle?

    Fast alles Wochenendpendler am Arbeitsort in Süddeutschland, Österreich, Schweiz?

    Alle zu Hause in der Kernfamilie sitzend, Stütze kassierend und dauerfernsehend?

    Oder: noch Arbeit habend, durch die Angst vor Jobverlust motiviert im Hamsterrad, danach erschöpft zu Hause in der Kernfamilie sitzend?

    Oder Angst habend vor Kriminalität und Straßengangs (arabische und türkische gibt es im Osten weniger, also vielleicht andere)?

    Einschub Ende.

    Isolation der Familie auch durch die kaputte Gesellschaft und Wirtschaft mit der immer größer werdenden Angst vor Jobverlust und dem immer härter werdenden „Jeder gegen Jeden“?

    Wer steuert die Gesellschaft in diese Richtung? Und wenn wer: dann kommt die noch wichtigere Frage.

    Wie geht dieses Manipulieren und das Steuern dieser gesellschaftlichen Fehlentwicklung genau vor sich?

    Ohne genaue Analyse wird man eine Umkehr nicht herbeiführen können.

    Und die Behauptungen von Konia und Peter etc. es liege an der „antiautoritären“ Gesellschaft – die im übrigen gegenüber den Schwachen ganz besonders autoritär und hart ist – im Gegensatz zu früheren durch das Christentum geprägten Zeiten – sind viel zu unpräzise.

    Zurück zum Thema:

    Wo können Kinder im Alter von vier Jahren sich noch spontan und natürlich begegnen?

    Wo gibt es das noch?

    So dass sie nicht einander „zugeführt“ werden müssen.

    In Großfamilien mit vielen Geschwistern, Cousins, und Cousinen?

    Das haben wir heute vorwiegend bei unseren arabischen und türkischen Mitbürgern.

    Wo noch?

    Bei den Trobriandern? Bei den – wegen der Sprache – von Pfarrer Everett untersuchten Piraha-Indios?

    In der modernen Zeit in den Slums von Port-au-Prince?

    Wo wegen extremer Armut und wegen fehlender bzw. unpassierbarer Straßen kein Autoverkehr die Bewegungsfreiheit der Kinder einschränkt?

    Mangel an Eiweiß und Vitaminen sowie vor allem von „Bildung“ wie sie vom linksliberalen Charakter verstanden wird, mögen die dort schon haben, aber Mangel an Bewegung und an Begegnung?

    Wohl weniger.

    Und fehlende Fähigkeit, durch Hanndeln in Selbständigkeit für sein eigenes Überleben zu sorgen, fehlende Möglichkeit, dieses zu erlernen?

    Wohl nicht.

    Eine gewisse Kreatvität, eine gewisse Energie, die immer da ist wie die der Sonne, steckt in den Menschen – auch in den Erwachsenen dort in den armen Ländern – drin.

    Sagt Muhammad Yunus.

    Erinnert mich, wie ich schon sagte, an das was Wilhelm Reich sagt.

  3. David Says:

    In Großfamilien mit vielen Geschwistern, Cousins, und Cousinen?

    Das haben wir heute vorwiegend bei unseren arabischen und türkischen Mitbürgern.

    Selbstverständlich will ich die extrem-patriarchalen Kulturen hier nicht loben oder gar als vorbildlich hinstellen. Bekanntermaßen unterdrücken sie die Sexualität, und auch die Frau.

    Besser sind sie nur in diesem einen, einzigen Punkt. „Sie“ sind sozial besser vernetzt als die derzeitigen Einheimischen des Abendlandes. Was auch in Kürze zu dessen Untergang führen könnte.

    Besser sind sie nur in diesem einen, einzigen Punkt, sagte ich. Sonst nicht.

    Und: ich übersiedle ja auch nicht nach Nordkorea (DDR gibts nicht mehr), weil dort das System vielleicht in einem einzigen Punkt besser sein könnte. Sonst ist es schlechter.

    Und noch eine ganz wichtige, persönliche Bemerkung:

    Alle Migranten und Migranten-Nachkommen aus den Ländern des arabisch-türkischen Raumes, mit denen ich persönlich bekannt bin,

    praktizieren die Religion nicht besonders streng,

    sprechen flüssig und die meisten auch akzentfrei deutsch,

    leben – auch als Frau – relativ freizügig und

    sind nette, meist relativ gemütliche Leute. Es gibt da keinen und keine, die ich irgendwie ins Herkunftsland zurück wünsche.

  4. David Says:

    … und der rechtliche Druck auf Psychiater und Eltern

    OffTopic: Rechtlicher Druck in Deutschland auch auf Hebammen

    Sechs Jahre und neun Monate wegen einer nicht gelungenen Hausgeburt

    Zitat:

    Über die skandalöse Verurteilung einer Hebamme 11Min.Radio vor dem Urteil: http://www.wdr5.de/sendungen/neugiergenuegt/freiflaeche/florianvonstetten100.html 3Min. Film zum Urteil 1.10.14: http://www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/lokalzeit/lokalzeit-aus-dortmund/videourteilimhebammenprozess100.html Landgericht Dortmund hat Hebamme Anna zu einer Haftstrafe von über 6 Jahren wegen Totschlags durch Unterlassen verurteilt. … Gericht zu der Überzeugung gelangt ist, dass das Kind Greta aufgrund Sauerstoffmangels während der Geburt verstorben ist. Nach Auffassung des Gerichts hätte der Tod von Greta verhindert werden können, wenn die Hebamme Anna die außerklinische Geburt abgebrochen und die als Nebenklägerin auftretende Mutter frühzeitig auch gegen ihren erklärten Willen in eine Klinik eingewiesen hätte.

    … Gerichtsverfahren nicht fair verlaufen, einseitige Gutachter bestellt und Anträgen der Staatsanwaltschaft eher stattgegeben und Anträge der Verteidigung eher abgewiesen. Wir hatten versucht, einen urteilsfreien Artikel über das Handeln der Hebamme Anna zu verfassen, da wir ihr Handeln während der Geburt nicht bewerten können. Und es war uns wichtig, so, wie wir Anna nicht vorverurteilt sehen wollten, auch das Verhalten der Richter nicht vorzuverurteilen und Anna damit als Opfer der Justiz darzustellen. Und ich muss gestehen, dass ich bis zuletzt davon ausgegangen bin, dass das Gericht der Anklage wegen Totschlag nicht folgen wird.

    Nachdem ich die sehr ausführlichen und aus meiner Sicht sehr neutralen Gerichtsreportagen der Journalistin, Filmemacherin und Hebamme Katja Baumgarten verfolgt hatte, die u.a. über die sehr unterschiedlichen Sichtweisen der einzelnen Gutachter berichtet hatte, war für mich klar, dass die endgültigen Ursachen, die zum Tod von Greta geführt haben, letztendlich nicht mehr zweifelsfrei festgestellt werden können. Und damit stand für mich fest, dass es im Fall von Anna „in dubio pro reo“, also im Zweifel für die Angeklagte heißen muss.

    Und selbst wenn Anna an einer Stelle der Geburt falsch gehandelt hat, selbst wenn Greta durch die Einweisung in eine Klinik gerettet hätte werden können, so kann ich mir, ohne Anna zu kennen, nicht vorstellen, wie das Gericht zweifelsfrei nachweisen will, dass sie den Tod von Greta vorsätzlich (und der Tatbestand des Totschlags beinhaltet immer auch den Vorsatz) in Kauf genommen hat. Und auch hier müsste dann im Zweifel für den Angeklagten… Doch diese Zweifel lässt das Landgericht Dortmund nicht zu und so stehen wir sprach- und fassungslos vor diesem Urteil. Anna hat nun die Möglichkeit, vor dem Bundesgerichtshof Revision einzulegen und ich hoffe sehr, dass sie dies tun wird. Und ich hoffe, dass der BGH die Revision zulässt und der anschließende Prozess anders verläuft. Ich hoffe dies für uns alle.

    Denn wenn Geburtshelfer in Zukunft Angst haben müssen, dass ihre Entscheidungen, die oftmals in einem enormen Spannungsfeld getroffen werden müssen, ihnen als vorsätzlich falsches Handeln ausgelegt werden, wird dies die Geburtskultur in unserem Land nachhaltig verändern.

    Es wird bedeuten, dass jedes Zu- und Vertrauen in die weibliche Kraft und in die natürlichen Prozesse einer Geburt an die Technik abgegeben werden. Und dies wird ganz sicher nicht nur die ohnehin schon immer weniger werdenden Hebammen in der außerklinischen Geburtshilfe betreffen, sondern auch das Handeln der Hebammen und Ärzten in den Geburtskliniken beeinflussen. Quelle: https://www.happybirthday-deutschland.de/2014/10/ueber-die-verurteilung-einer-hebamme/ gekürzt +Hervorh. von KH Unterstützung für Hebamme Anna: Konto „Artabana Unna und Teilhaber GbR“ IBAN: DE58 4306 0967 4023 6333 00 „Spende für Anna“ http://www.hausgeburtsforum.de/viewforum.php?f=129

    Zitat Ende, Hervorhebung von mir.

    Quelle ist der Gemeinschaften-Rundbrief vom Ökodorf-Institut.

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