Peters Entfremdung

Das Leben hat sich in den letzten Jahrzehnten verändert. Manches zum Besseren, vor allem was den phantastischen technischen Fortschritt betrifft (Quantität), manches zum Schlechteren, insbesondere was das menschliche Miteinander betrifft (Qualität).

Manchmal mag man bestimmte Dinge nicht thematisieren aus Angst sich zum Idioten zu machen. So geht es mir mit dem Blickkontakt auf Hamburgs Straßen. Wenn ich mich recht erinnere, muß es 1981 gewesen sein, als ich das erste Mal dieses Problem hatte. Ich ging spät abends durch eine weite menschenleere U-Bahn-Halle in der Innenstadt. Am anderen Ende der Halle saß ein junger Türke auf dem Geländer und schaute mich an, als hätte ich seinen Herrschaftsbereich verletzt. So etwas hatte ich noch nie erlebt. Seitdem habe ich vermehrt diesen typischen herausfordernden Blick erfahren.

Zum Glück lebe ich im ziemlich türkenfreien Norden Hamburgs. Je südlicher man kommt, desto unwohler fühlt man sich. Eine zunehmende Atmosphäre der „Unfreundlichkeit“, Übellaunigkeit und sogar Bedrohung. In seiner eigenen Stadt kommt man sich fehl am Platz vor und auch verunsichert, weil die Bedrohung nie verbalisiert wird und untergründig bleibt. Diese Blicke! Man sagt zu sich selbst: komm, das bildest du dir nur ein. Zumal es keinerlei nachvollziehbaren Anlaß gibt.

Es ist definitiv stressig und teilweise bizarr durch den Süden Hamburgs zu gehen. Wie neulich als ich am frühen Nachmittag bester Laune durch das vollkommen türkisierte Harburg ging. In der fast menschenleeren Fußgängerzone kam mir ein Türke oder Araber mittleren Alters mit Gebetskette in der Hand entgegen – und fixierte mich unentwegt, böse, fast wütend, so als hätte ich mich verlaufen und würde ungefragt durch seinen Privatgarten gehen und seine Blumen niedertrampeln oder so. Eine vollkommen absurde Situation, die ich im Laufe der Jahre häufiger durchlebt habe. Etwa neulich, als ich mit dem Fahrrad quer durch die halbe Stadt gefahren bin. Zig indigene Hamburger kamen mir auf der Strecke mit dem Fahrrad entgegen. Das einzige Bemerkenswerte war dieser ebenfalls fahrradfahrende Südländer, der mich im Vorüberfahren aggressiv fixierte, so als hätte ich ihn persönlich beleidigt, und in dessen Augen so etwas wie „Psychose“ aufflackerte, als ich ihm zurück direkt in die Augen blickte. Das ganze dauerte kaum eine Sekunde, doch danach fühlte ich mich für eine halbe Stunde unwohl und „emotional kontaminiert“. – Wie gesagt, man mag so etwas gar nicht erzählen, weil man sich unweigerlich zum Idioten macht… Schließlich wüßte ich gar nicht, womit ich beim Inländerbeauftragten eigentlich konkret vorstellig werden sollte!

Ich traue mich, das hier trotzdem zu erwähnen, weil ich auf der Website Politically Incorrect auf einen Erfahrungsbericht gestoßen bin, wo ähnliche Erfahrungen mit (meist arbeitslosen) Gastarbeitern und Gastarbeiterkindern beschrieben werden:

Oft kommt man in der Bahn oder im sonstigen öffentlichen Leben mit fremden Leuten in Augenkontakt. Manchmal neutral, oft freundlich, ab und an entsteht schon mal ein Flirt für den Augenblick. Guckt man jedoch den „Falschen“ an… erntet man im günstigsten Fall böse Blicke. Früher habe ich tatsächlich auf Fragen wie: „Was guckst Du?“ „Hast Du ein Problem?“ geantwortet mit: „Hey, wenn Du doch gesehen hast, daß ich Dich angeguckt habe, dann hast Du mich ja auch angeguckt.“ Meist war dann das Problem weitestgehend beendet. Heute traue ich mich nicht mehr. Die Gewaltbereitschaft hat deutlich zugenommen. Ich empfinde einen Anflug von Unbehagen, wenn ich den „falschen“ angucke.

Irgendwie kann man nachempfinden, wie sich die Juden im „Dritten Reich“ und die „Schwarzen“ in den Südstaaten gefühlt haben. Man hat den Blick zu senken, in der Gosse zu gehen, hat auf dem Bürgersteig nichts zu suchen, der für die Herrenmenschen reserviert ist.

Es ist schon eine unverzeihliche Provokation aufrecht und ohne gesenkten Kopf durch die Stadt zu gehen!

Allenthalben wird behauptet, der Lebensstandard sei in den letzten Jahren gesunken. Alle arbeiten sich zu Tode und kommen trotzdem auf keinen grünen Zweig. Dazu ein beliebiger Kommentar aus dem Netz, demzufolge dieses Lamentieren unsere Kontaktlosigkeit zeigt:

Wie bitte? Der Lebensstandard ist gesunken? Die Lebenserwartung in den 70/80ern lag bei 70 Jahren und nun liegt er bei über 80 Jahren. Man wird nicht älter, wenn der Lebensstandard sinkt. Urlaubsanspruch in den 70ern lag bei 18 Tagen. Die Wochen-Arbeitszeit lag bei 45 Stunden. Von Ölkrise rede ich noch gar nicht. Hinzu kommt die Wiedervereinigung und die Kosten, die wir hervorragend gestemmt haben. So viel Produkte und so günstige Waren wie heute, davon konnte man in den 70/80er nur träumen. Eine Jeans für 10 Euro und ein T-Shirt für 2 Euro? Undenkbar. Täglich Fleisch? An jeder Ecke ein Restaurant oder Schnellimbiß? Gab es nicht. Und damals flog man auch nicht 2 mal im Jahr in Urlaub nach Spanien, sondern machte alle 3 Jahre mal Urlaub in Italien oder Jugoslawien mit dem Auto. Eine Tortur war das im unklimatisierten Auto. Wer hatte damals mehrere Fernseher, Stereoanlage, PCs, Laptop, Smartphone, Telefon, Mikrowelle, Backofen, usw. in der Wohnung? Niemand. Damals hatte man 1 Telefon, das war‘s. Wer hatte Internet und die Zeit hier zu schreiben/kommentieren? Niemand. Der Lebensstandard ist stetig gestiegen und es ging uns noch niemals so gut wie heute. Aber der Realitätsverlust hat drastisch zugenommen. Und das Gejammere einer übersättigten Gesellschaft, die sich nicht daran erinnern kann, wie es in den 70/80ern war. Wenn du zu jung bist, dich daran zu erinnern, frag deine Großeltern und Eltern. Der Lebensstandard gesunken, …der Witz des Tages.

Daraufhin beklagt ein anderer Leser seinerseits die Lebensfremdheit des obigen Kommentators:

In welcher Welt leben Sie? Sagen Ihnen die folgenden Begriffe etwas? Altersarmut, Niedriglohn, Leiharbeit, Pflegenotstand, steigende Energiekosten, steigende Mieten, Massenentlassungen, Produktionsverlagerung, marode Infrastruktur, Steuererhöhungen??? Wie kann man nur so naiv sein und sich mit Gewalt alles schönreden. Ich bin fassungslos! Vor 30 Jahren konnten Sie mit einem Facharbeitergehalt z.B. eine Familie ernähren. Heute undenkbar. Sagen Ihnen die Begriffe Niedriglohn, befristete Beschäftigung und Leiharbeit etwas? Damals auch kein Thema. Einen Job suchen mit über 40? In den 80igern gute Chancen. Versuchen Sie das mal heutzutage. Sie benötigen eine Kur durch die Krankenkasse? Damals kein Problem. Und heute? Mußten Sie in den 70igern etwas zu Ihrem Zahnersatz dazuzahlen? Na!? Und wie sieht es heute aus? Konnten Sie damals von Ihrer Rente leben? Na und heute? Denken Sie doch einfach mal nach…

Dazu wiederum die Entgegnung:

Können Sie heute auch noch, ohne Probleme. Nur hat früher halt nicht jeder ein eigenes Smartphone plus eine Flatrate, ein eigenes Laptop, einen eigenen Fernseher, eine Playstation, ein eigenes Auto, usw. gebraucht… Da gab es ein Auto, ein Fernseher, ein Telefon für ALLE. Und es ging nicht 4 mal die Woche zum Essen und auch nicht 2 mal im Jahr in Urlaub. Und zu Weihnachten gab es nicht Geschenke für 300 Euro. Und Niedriglohn gab es früher schon. Ebenso befristete Beschäftigung, z.B. in der Landwirtschaft. Im übrigen gab es damals nicht solche guten Arbeitsbedingungen wie heute. Job über 40? Als Facharbeiter kein Problem. Hier suchen wir händeringend und finden nicht mal Putzfrauen oder Friseurinnen. Haben Sie in den 70ern auch technisch solche Zahnärzte gehabt wie heute? Da wurde gerissen und fertig. Ebenso mit der medizinischen Versorgung. Und von der Rente leben ist kein Problem. Was meinen Sie eigentlich, warum die Leute 10 Jahre älter werden, als in den 70/80ern? Weil alles schlechter geworden ist bestimmt nicht. Allein die Medizin hat unglaubliche Fortschritte gemacht.

So verlaufen Diskussionen immer. Ich kann darauf verweisen, daß für Alltagsgüter die Deutsche Mark einfach in Euro umgeschrieben wurde, während sich das Gehalt halbiert hat. Und mein Gegenüber kann auf mein lächerlich billiges Notebook zeigen, mit dem ich Dinge tun kann, die vor 20 Jahren noch Science Fiction waren. Ich verweise dann auf die minderwertige Qualität meiner neuen Badezimmerarmaturen, im Vergleich zur gußeisernen Qualitätsarbeit, die dort vor 50 Jahren installiert worden war.

Was derartigen Diskussionen abgeht, ist die richtige Gewichtung der vorgebrachten Tatsachen. Ich bin sehr dankbar für die Fortschritte in der Zahnheilkunde und in der Elektronik, aber diese Fortschritte sind rein quantitativer Natur. Der Fortschritt hängt hier nicht von den Menschen ab, sondern ist ein rein maschineller. Die Maschine bestimmt den Menschen statt umgekehrt. Die Frage ist, ob auf dieser Grundlage der Fortschritt wirklich dauerhaft weiterlaufen kann! Vor 50 Jahren waren Badezimmerarmaturen Produkte hochqualifizierter Handwerker und Facharbeiter, heute sind sie Plastikmüll, der von Angelernten in Übersee zusammengepfuscht wird und auch dem heimischen Handwerker macht seine Arbeit sichtlich keine Freude mehr.

Wer Länder wie Deutschland, Japan oder Korea betrachtet und mit anderen vergleicht, wird bald einsehen, daß ihr hoher Lebensstandard einzig und allein auf der Charakterstruktur ihrer Völker beruht. Es geht um die „Sekundärtugenden“, insbesondere Fleiß und Gewissenhaftigkeit, über die man sich so gerne lustig gemacht hat.

In Deutschland wurden diese Tugenden seit Anfang der 1970er Jahre systematisch untergraben und zerstört und zwar auf allen Ebenen. Es fehlt die Bereitschaft etwas zu lernen, d.h. sich selbst erst einmal zurückzunehmen, es fehlt die Opferbereitschaft, stattdessen sucht jeder rücksichtslos nach seinem eigenen Vorteil, nicht ohne unrealistische und sozial destruktive moralische Anforderungen an „die Gesellschaft“ zu stellen. Der „ehrbare Kaufmann“ ist zu einem Objekt des Spottes geworden und eigene Untaten werden mit Verweis auf die Untaten von „denen da oben“ so klein, daß sie gar keine mehr sind. Mit anderen Worten: wir befinden uns in der anti-autoritären Gesellschaft. Eine Gesellschaft, die die Axt an ihre eigenen Grundlagen gelegt hat.

Das, was wir heute als Fortschritt genießen, ist einfach nur Ergebnis des blinden „Auslaufens“ von Maschinen, deren Eigendynamik vor Jahrzehnten in Gang gesetzt worden ist. Und das, was wir heute beklagen und dabei sehnsuchtsvoll auf die gute alte Zeit zurückblicken, ist unmittelbarer Ausdruck einer alles entscheidenden qualitativen Veränderung: die Charakterstruktur der Menschen hat sich verändert.

Schon bald werden nur noch eingebildete Idioten an den Computern sitzen und uns mit perfekten Zähnen angrinsen, doch wenn sich einmal die technische Eigendynamik, von der sie leben, zu Tode gelaufen hat, dann Gnade uns Gott.

Reich hat gesagt, daß, hätte sich die Sexpol Anfang der 1930er Jahre durchgesetzt (eine denkbar abwegige Vorstellung, aber ein interessantes Gedankenspiel!), dies eine der größten Katastrophen der Menschheitsgeschichte eingeleitet hätte (Christusmord, Freiburg 1978, S. 358). Der Mensch wäre aller seiner „Sekundärtugenden“ ledig geworden und die Familienstruktur wäre zugunsten einer Krippenerziehung aufgelöst worden. Und dies alles ohne ein tieferes Verständnis der bioenergetischen Bedürfnisse und der Panzerstruktur des Menschen, das Reich im Anschluß entwickelte. Diese Katastrophe läuft nun nach Reichs Tod mit 30jähriger Zeitverzögerung seit Anfang der 1960er Jahre ab und hat mittlerweile den Stand einer karikaturhaften Überspitzung erreicht. Man lese dazu den hervorragenden Artikel „Mit gutem Gewissen gewissenlos“ von Thomas Rietzschel.

Der sozialistische Charakter und der pseudoliberale modern liberal Charakter, beide in Der politische Irrationalismus aus Sicht der Orgonomie beschrieben, sind von ihrem Kern, buchstäblich den „eigenen Ressourcen“, abgetrennt. Sie sehnen sich nach einem Utopia, in dem sie genährt und versorgt werden. Dem „herzlosen Establishment“ stehen sie mit einem „subversiven“, d.h. infantilen Haß gegenüber. Deshalb sind sie geborene Verräter. Als solche laufen sie Ersatzvätern, faschistischen Führern, hinterher, die ihnen die Last abnehmen, selbstverantwortliche Individuen sein zu müssen.

Derartige Kindsköpfe dominieren die „Bewußtseinsindustrie“. In den Unterhaltungsformaten wird eine rebellische „Umwertung aller Werte“ gepredigt und Autoritäten als debile Schwachköpfe, die gleichzeitig machiavellistische Teufel sind, gezeichnet. In den als „Nachrichtensendungen“ getarnten Propagandaveranstaltungen geht die Tendenz immer dahin, daß „die da oben“ (Amerika, „der Westen“) Schweine sind, die mit allen Mitteln gestoppt werden müssen. So war es einst bei der „Berichterstattung“ über Vietnam und die weltweite kommunistische Infiltration, so ist es nun bei der „Berichterstattung“ über Israel und den Kampf gegen den Terror. Bezeichnend ist auch, daß in dieser Hinsicht sich linke Obskurantisten kaum von rechten Obskurantisten („Neonazis“) unterscheiden. Siehe auch dazu Der politische Irrationalismus aus Sicht der Orgonomie.

Ich kann mich erinnern, wie ich vor Wut weinte, als die Tagesschau über den Pinochet-Putsch in Chile berichtete. Dermaßen zugerichtet war ich von den Medien, die während des Vietnam-Krieges zunehmend zu kommunistischen Propagandamühlen umgeformt worden waren. – Bei der Gelegenheit hier zum wiederholten Male das wichtigste Video zum Thema im Internet. Yuri Bezmeno:

Mit Grausen denke ich daran, wie ich verblendeter Idiot meinen Vater belehrte, wenn der beispielsweise über die Entwicklungshilfe herzog. Der Witz war, daß ich schon damals wußte, daß er Recht hatte, aber ich unterdrückte meine eigenen Empfindungen. Warum? Weil ich, ähnlich wie ein Hitler-Junge, der die eigenen Eltern denunziert, „dazugehören wollte“. Es lag einfach in der Luft, daß man links und „progressiv“ zu sein hatte.

Über die Jahre kristallisierte sich bei mir dergestalt ein schier maßloser Haß gegen linke „Gutmenschen“ heraus. Denn je mehr ich wieder zu mir selbst kam, desto mehr fühlte ich mich betrogen und vergewaltigt, zumal diese abscheuliche Ideologie auf fatale Weise zentrale Punkte meiner ganz persönlichen Neurose unterstützt, verstärkt und perpetuiert hat.

In Deutschland sind zwei Bücher erschienen: Götz Aly Unser Kampf: 1968 – ein irritierter Blick zurück und Jan Fleischhauer Unter Linken: Von einem, der aus Versehen konservativ wurde, über das rot-braune Gesindel der „68er“.

Wer trotz des staatlichen Schulsystems Englisch kann: Kaum wurde jemals so eloquent dargestellt, wie im folgenden, mittlerweile legendären Vortrag, warum der modern liberal, der Linksliberale, Grüne, Sozialdemokrat, der Todfeind des Lebendigen ist. Evan Sayet war selbst ein Linksliberaler, bis er nach dem „9. September“ lernen mußte, daß seine Gesinnungsgenossen den freien Westen tatsächlich aus innerster Überzeugung hassen und deshalb auf der Seite der Terroristen stehen. Ganz abgesehen davon haben wir es hier mit einem wahren Wunder der freien Rede zu tun. So hört sich klares Denken an:

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13 Antworten to “Peters Entfremdung”

  1. Martin Says:

    Gut, dass das Thema hier mal angesprochen wurde. Ich glaube viele empfinden da ganz ähnlich.

  2. Robert Says:

    Ich war jetzt 3 Tage in Hamburg und habe dasselbe asoziale Benehmen der Türken/Araber wie in Berlin erlebt, wie Türe aufhalten, wenn die U-Bahn schon abfahren möchte, damit die Kumpels ihre „Diskussion“ am Bahnsteig noch beenden können. Fast schon putzig dagegen ein türkischer Grossvater mit langem Bart, der seine Enkelkinder zu richtigem Benehmen erzog und relativ streng war (das geschah ein andermal im Bus). Das kam mir dann schon richtig angenehm als Kontrastprogramm vor. Irgendwie schäme ich mich für die vielen freien Nordeuropäer, wenn die als Touristen hierherkommen und solche Zustände vorfinden.
    Es ist wie eine „fünfte Kolonne“, die sich überall breitmacht und das freie Leben zerstört.
    Als mir vor 10 Jahren ein Bekannter aus Berlin-Wedding, einem stark türkisierten Bezirk, davon erzählte, dass er beim Gehen nur noch auf dem Boden starre, hielt ich ihn für Geisteskrank. Jetzt kann ich ihn verstehen und muss es leider schon selber in diesen Situationen tun!

  3. Saharasia im Alltag « Nachrichtenbrief Says:

    […] ich auf Sparflamme und sozusagen subkutan bei Lidl oder wenn ich in den Süden Hamburgs fahre. Wie ich bereits an anderer Stelle sagte: Man macht sich zwar zum Idioten, wenn man so etwas schreibt, aber es ist die Realität jedes […]

  4. Denis Roller Says:

    Puh, da schreibt sich jemand den Frust von der Seele- und spricht vielen aus der Seele, wa? … Ich glaube, dass ein Teil der ganzen links-liberalen-rot-braunen-Misere darin besteht, dass sich soviele Faschisten für gesund und glücklich halten und nicht merken, wie erbärmlich ihr emotionales Leben ist, bzw. ihr unterschwelliges Angst- und Leeregefühl „gruseliger“ Kontaktlosigkeit nicht einordnen können und deswegen „im Plenum“ erfolgreich verdrängen und wegrationalisieren mit einheitlichen Gefühls- Schablonen und politisch-korrekten Statements, wie die Uhren, die schon Nietzsche beschrieb- und dass sich viele konservativ gesinnte „Simpel“, „Fachmänner“ („Handwerksmeister“), „Weich-Eier“ („Schmuse- Rocker“, „Kirchenchor- Sänger“ und „Künstler- Philosophen“), „Schrullen“ („Nerds“ und „Studentenverbindungsbrüder“) oder wie die gutmenschlichen und ach so „hippen“, „gehypten“ (sprich: nervösen, also kern-kontaktlosen) Rot-Routine-Uhrwerks-Nazis das Lebendige in seinen Ausprägungen auch immer beleidigen mögen, viel, viel glücklicher sind, als sie es sich dessen bewusst sind, auch und gerade weil sie wahrnehmen und erleiden können und davor nicht fliehen, was leblosere ausblenden. So wollen sie ihren Untergang… Und so liebe ich sie als Untergehende… Und wegen den „Wüsten- Aasfressern“ Saharasias und ihrem ewigen „Was guckst Du?“ Wie hab ich als Kind schon in der Kirche gesungen? „Pass auf kleines Auge, was Du siehst, denn der Vater im Himmel hat ein Auge auf Dich, pass auf, kleines Auge, was Du siehst.“ …Klar, der common sense kommt jetzt wieder mit seinem ewigen „Über- Ich“- Angeprangere der „ach so bösen Kirche“ (auch hier wieder die roten Nazis am Werk), gemeint ist aber was ganz anderes: Selbstregulation! Achte darauf, was Du „siehst“! Was Du dir „reinziehst“. Dass Du „sehen kannst“, was der Vater im Himmel Dir zeigen will. Und schau um deiner selbst willen weg, wenn diese Dreckschleudern in deiner Sicht rumstehen… Gilt auch für pornografische Gefahren aller Art, siehe Bergpredigt… Man unterschätze seine eigenen Augen nicht!

  5. Sebastian Says:

    Ich bin in Harburg groß geworden und kann jedes Wort unterstreichen. Ich lebe seit exakt 9 Jahren in Göttingen. Immer, wenn ich in Harburg bei meiner Familie zu Besuch bin, versuche ich so schnell wie möglich nach Marmstorf – ein Stadtteil von Harburg, in dem es nahezu keine Türken gibt – zu kommen. Die Busfahrt schnürt einem bis zu einer gewissen Haltestelle den Hals zu. Danach kann man durchatmen.

    Ich werde oft gefragt, warum ich in Göttingen studierte und noch nicht zurückgekehrt bin. Darauf antworte ich, dass man, um mich zu verstehen, nur mal durch die Harburger Innenstadt gehen bräuchte. Alte Menschen und Anti-Deutsche mit Migrationshintergrund. Aggression, Angst und üble Laune – das ist Harburg. Göttingen wirkt dagegen als Studentenstadt geradezu jungfräulich. Die Türken wirken hier eher schwul bzw. metrosexuell, anstatt aggressiv. Liegt das daran, weil Göttingen eine linke Hochburg ist und daher eher liberale Muslime anzieht? Ich habe keine Ahnung.

    Als ich noch in Harburg lebte, wurden wir von kleinen Pissnelken angespuckt, die sich hinter ihrem großen Bruder verstecken konnten. Wir konnten zu Zweit nichts ausrichten, weil sonst eine Horde von Türken über uns hergefallen wäre. Der Judenvergleich trifft somit auch hier zu.

    • Sebastian Says:

      Das hier ist Marmstorf. Das ist fast wie ein kleines Abbild von Saharasia. Wo die Hochhäuser und die wenigsten Bäume sind, leben überdurchschnittlich viele Menschen mit Migrationshintergrund, aber auch viele indigene Arbeitslose und noch mehr Rentner. Es ist der soziale Brennpunkt von Marmstorf. Wenn man das überhaupt so sagen kann, weil viel passiert in diesem überalterten Stadtteil nicht. Nördlich, östlich, südlich und westlich von den Hochhäusern ist alles deutsch. Ich bin östlich davon im Wald groß geworden. In meiner Kindheit wurde ich einmal von 5 Jugendlichen mit einer Kette verfolgt. Das war’s aber auch. Sie kamen aus dem Hochhäuserkomplex und waren Deutsche.

      Ich erinnere mich noch gut an die Fußballspiele gegen Türgücü – eine türkische Mannschaft aus Harburg. Es war immer ein Genuss gegen sie zu spielen. Sie durften nicht 5 gegen 1 spielen, sondern 11 gegen 11 und mussten sich an die Regeln halten. Talentiert, aber taktisch undiszipliniert und impulsiv. Wir haben IMMER gegen sie gewonnen. 🙂

    • Sebastian Says:

      Eine aktuelle Geschichte (gestern) meiner Mutter aus Saharaburg. Sie möchte aus der Tiefgarage herausfahren, während neben ihr ein Türke mit seiner Freundin fährt. Die Spuren führen zusammen, so dass einer den anderen vorlassen muss. Meine Mutter blinkt und schlägt ein. Der Türke lässt sie nicht rein, fährt vor und stoppt das Auto.

      Der Türke steigt aus seinem Fahrzeug, baut sich vor dem Auto meiner Mutter auf, brüllt immer wieder „Fotze“ und schlägt auf die Haube, weil sie nicht geblinkt hätte. Sie verteidigt sich verbal, dreht das Fenster herunter und gestikuliert mit der Hand. Der Türke brüllt sie nieder, schlägt ihr die Hand weg und tritt gegen den Seitenspiegel. Meine Mutter zittert vor Aufregung am ganzen Leib.

      Daraufhin ruft der Türke grenzdebiler Weise die Polizei. Als diese ankommt, brüllt er wieder los, so dass der Polizist ihn beruhigen muss. Meine Mutter schildert, was passiert ist, während der Türke sagt, dass das alles gelogen sei. Er selbst verweigere die Aussage.

      Meine Mutter hat jetzt zum einen Angst wieder in die Tiefgarage zu fahren und auf den Türken zu treffen. Zum anderen, dass er aufgrund der Anzeige irgendwie herausbekommt, wo sie wohnt und sich an ihr rächt.

  6. Peter Nasselstein Says:

    Dndstadium von Peters Entfremdung. WAS FÜR EIN ALPTRAUM!!!

    http://www.contra-magazin.com/2014/10/akif-pirincci-anklage-wegen-volksverhetzung/

  7. David Says:

    … in dessen Augen so etwas wie „Psychose“ aufflackerte, als ich ihm zurück direkt in die Augen blickte.

    Ich blicke derartigen Leuten, ob es sich nun um „Südländer“, oder etwa um Russlanddeutsche oder um ethnisch deutsche Neonazis handelt, niemals direkt in die Augen.

    Weil mir klar ist, dass ich sehr wahrscheinlich dafür sofort Prügel beziehen könnte!

    Also wenn mir jemand hart und selbstherrlich begegnet: Kopf runter. Oder zumindest den Blick senken.

  8. Für PEGIDA, wider das Ferkel! | Nachrichtenbrief Says:

    […] und sozusagen subkutan bei Lidl oder wenn ich in den Süden Hamburgs fahre. Wie ich bereits an anderer Stelle sagte: Man macht sich zwar zum Idioten, wenn man so etwas schreibt, aber es ist die Realität jedes […]

  9. Mein Kopf! (Teil 1) | Nachrichtenbrief Says:

    […] Es ist einer der seltenen schwülheißen Tage in Hamburg. Ich sitze in der U-Bahn – und ein junger Mann in den 20ern zieht meine Blicke magisch auf sich! Ich kann einfach meine Augen nicht von seiner Kopfbedeckung lösen: eine bis über die Ohren gezogene Pudelmütze – während mir der Schweiß die Schläfen runterrinnt. Er wirkt intelligent und ganz und gar nicht so, als hätte die Irrenanstalt heute Ausgang. Trotzdem: obwohl seine nackten Füße in Jesus-Sandalen stecken, er Boxershorts und ein luftiges kurzärmeliges Hemd an hat, trägt er eine Kopfbedeckung, die ich selbst im Winter allenfalls anziehen würde, wenn ich bei Minustemperaturen mit dem Fahrrad unterwegs wäre. Nicht nur, daß sich der junge Mann vollkommen absurd verhält – beim Gang durch die Hamburger Innenstadt begegnen mir viele Jugendliche und junge Männer, die ganz genauso weihnachtlich kostümiert sind. Da finde ich mich wieder in meiner Entfremdung […]

  10. Invasion von der Wega | Nachrichtenbrief Says:

    […] Die ganze Folge, imgrunde die ganze (in Amerika 43teilige, in Deutschland leider nur 20teilige) Reihe, illustriert die Ausführungen des KGB-Offiziers Yuri Bezmeno, die ich in älteren Blogs so häufig erwähnt habe. […]

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