Der Tag, an dem die Erde stillstand

Vor drei Jahren lief in den Kinos das Remake des SciFi-Klassikers The Day The Earth Stood Still. In seinem letzten Buch (Contact with Space), das 1997 unter dem Titel Das ORANUR-Experiment (II) auf deutsch erschienen ist, diskutiert Reich den Film:

Ich glaube, es war 1951, als in Hollywood der Film „The Day the Earth Stood Still“ seine Erstaufführung hatte. In dem Film landet ein Raumschiff auf der Erde; dessen Pilot, der aussieht wie ein ganz normaler, allerdings sehr intelligenter Irdischer, lernt Erdenmenschen kennen. Er verliebt sich in eine Frau und freundet sich mit ihrem kleinen Sohn an. Er versteht wesentlich mehr von Mathematik, als es dem Stand dieser Wissenschaft auf der Erde entspricht. Die Erdbewohner geraten in Panik, weil er in der Lage ist, den Verkehr auf der Erde auf bloßen Knopfdruck zum Stillstand zu bringen. Schließlich tun sie das, was sie in solchen Fällen stets zu tun pflegen: Sie lassen ihn durch ihr Militär jagen und niederschießen. Er wird von einem Roboter zu seinem Raumschiff gebracht, wo er mit Hilfe einer neuen, auf der Erde unbekannten Art von Medizin wiederbelebt wird.

Der Film war hervorragend. Er war geeignet, die Bevölkerung auf bevorstehende ungewöhnliche Geschehnisse vorzubereiten. In ihm kamen die richtigen und nicht die falschen Vorstellungen vom Wirken der kosmischen Energie beim Raumschiffsantrieb zum Ausdruck. Er zeigte den Mann aus dem All als den Erdenmenschen verwandt, aber anders als diese in seiner Haltung gegenüber Frauen, in seinem Umgang mit Kindern und ähnlichen Dingen. Für uns unlösbare mathematische Probleme wurden von ihm mühelos gelöst, weil er die Lebensenergie kannte. Es besteht kein Zweifel daran, daß die Lebensenergie gemeint war: Wenn ein Finger über bestimmte Schalter glitt, gingen im Raumschiff die Lichter an – tatsächlich können Vakuumröhren zum Leuchten gebracht werden, indem man starke Körperenergiefelder in ihre Nähe bringt.

Während des ganzen Films hatte ich das deutliche Gefühl, daß es ein Teil meiner Geschichte war, die dort gezeigt wurde; sogar der Ausdruck und die Erscheinung des Schauspielers erinnerten mich und andere daran, wie ich selbst vor 15 bis 20 Jahren ausgesehen hatte. (S. 24f)

Seltsamerweise hängt ein Photo von Sigmund Freud an der Wand des Physikers, den der Außerirdische besucht, um mit ihm Probleme der Astronomie zu besprechen. Auf YouTube findet sich der entsprechende Filmausschnitt.

Reich war (wenn man mal von Velikovsky absieht) der einzige Wissenschaftler, der sich auf Freud berief und sich gleichzeitig mit den Formeln der Himmelsmechanik beschäftigte.

Ich verweise auf Reichs weiteren Gedanken, daß er selbst der Sohn eines „Spaceman“ sein könnte. Siehe dazu meinen Netztagebucheintrag War Reich ein Außerirdischer?.

Dazu schrieb mir neulich John Wilder aus den USA, dessen Strombrief ich hier in seiner Gesamtheit mit Erlaubnis zitiere:

Reichs Frage, ob er von einer Begegnung zwischen Außerirdischen und Menschen abstamme, könnte schwermütig, spekulativ oder wahnhaft sein. Das gleiche könnte auf die Berichte zutreffen, denen zufolge er dachte, daß Außerirdische ein Auge auf ihn hatten, während er im Gefängnis war. Sicherlich war genügend chronischer Streß vorhanden, um Wahnvorstellungen in einem sensiblen, intelligenten Wesen zu erzeugen. Warum aber nicht die Möglichkeit in Erwägung ziehen, daß diese Gedanken zutreffend waren?

Reich wurde am 24. März 1897 geboren und starb am 3. November 1957. Beide Daten fielen in ausgeprägte UFO-Wellen: die eine Welle 1896-1897 und die andere Ende 1957.

Historiker Mike Dash beschrieb die Serie von „Luftschiff“-Sichtungen von 1896-1897 und faßte sie wie folgt zusammen:

Nicht nur waren [die geheimnisvollen Luftschiffe] größer, schneller und stabiler als alles, was die Flieger der Welt damals produzierten; sie schienen enorme Distanzen zurücklegen zu können, und einige waren ausgestattet mit riesigen Flügeln (…) Die Luftschiff-Welle von 1896-1897 ist wohl die bestuntersuchte von allen historischen Anomalien. Die Dateien von fast 1500 Zeitungen in den Vereinigten Staaten wurden nach Berichten durchforstet, eine erstaunliche Leistung der Forschung. Die allgemeine Schlußfolgerung der Forscher war, daß eine beträchtliche Anzahl von den einfacheren Sichtungen Fehlinterpretationen von Planeten und Sternen und eine Vielzahl der komplexeren das Ergebnis von Scherzen und Streichen waren. Ein kleiner Überrest bleibt verwirrend. (Mike Dash: Borderlands: The Ultimate Exploration of the Unknown, Woodstock: Overlook Press, 2000)

Hier sind drei Berichte aus den USA. Man beachte, daß sie nicht auf Kalifornien oder Texas beschränkt sind. Obwohl diese Welle als eine „amerikanische“ beschrieben wurde, waren die Kommunikationswege zwischen Europa und Amerika noch nicht ausgeprägt. Mir sind jedenfalls keine Hinweise für UFO-Sichtungen in Europa während 1896-1897 begegnet:

Es gab mindestens einen Fall einer versuchten Entführung, von dem in Verbindung mit den geheimnisvollen Luftschiffen des späten 19. Jahrhunderts berichtet wurde. Oberst H.G. Shaws Bericht erschien im Daily Mail von Stockton, Kalifornien im Jahre 1897: Shaw behauptete, daß er und ein Freund von drei großen, schlanken Humanoiden verfolgt worden war, deren Körper mit feinem, flaumigem Haar bedeckt gewesen sei. Die Wesen versuchten Shaw und seinen Freund zu behelligen oder zu kidnappen, doch diese konnten sie abwehren. http://en.wikipedia.org/wiki/History_of_alien_abduction_claims

Am 2. November 1957 brachte die Sowjetunion Sputnik II in eine Umlaufbahn. Innerhalb von Stunden brach, ob Zufall oder nicht, eine UFO-Welle in den Vereinigten Staaten aus.

„Die UFO-Welle von 1957 im Südwesten“ von Antonio F. Rullain:

Im November vor fünfzig Jahren ereignete sich in den Vereinigten Staaten eine große UFO-Welle, die die Zeitungen mit UFO-Geschichten füllte. Diese Welle folgte den klassischen Wellen von 1947 und 1952. Die 1957-Welle war in seiner Brisanz ähnlich der 1947-Welle, hatte aber eine größere Anzahl von gemeldeten Sichtungen.

Diese 1957-Welle erreichte in den USA ihren Höhepunkt zwischen dem 2. und 10 November.

„Die dritte der großen amerikanischen Wellen von UFO-Berichten erreichte in der ersten Woche von November 1957 ihren Höhepunkt…“ (THE UFO BRIEFING DOCUMENT: CASE HISTORIES. 1957: THIRD AMERICAN SIGHTING WAVE)

Project Blue Book erhielt 1006 Berichte über UFO-Sichtungen 1957. Dies war das dritthöchste Jahr für UFO-Sichtungen im Zeitraum der offiziellen Untersuchungen der Luftwaffe zwischen 1947 und 1969. Das Jahr 1957 wurde von den Sichtungen in Levelland, Texas geprägt, die sich im November 1957 zutrugen.

Die Chronologie der Sichtungs-Welle von 1957.

Nach der UFO-Welle von 1952 und Dürre in der Prärie von 1953 gelangte [Reich] zu dem Glauben, daß UFOs nicht nur real seien, sondern daß diese Außerirdischen Orgonenergie anzapften, um ihre Raumfahrzeuge anzutreiben. Auch kam er zu der Überzeugung, daß ein Nebenprodukt dieses Prozesses die Ansammlung von negativem Orgon sei, das die Form von dunklen „DOR“-Wolken (Deadly Orgonenergie) annahm, die sowohl für Dürren als auch für Krankheiten bei jenen verantwortlich seien, die diesen Wolken ausgesetzt waren.

1954 brachte Dr. Reich eine seiner Erfindungen, den Cloudbuster, nicht nur zum Einsatz, um diese zerstörerischen „DOR“-Wolken aufzubrechen, sondern er behauptete auch, zweimal im Jahr 1954 zwei außerirdische Raumschiffe die Energie entzogen zu haben. Er wandte sich dann dem Versuch zu herauszufinden, wie Orgonenergie Raumschiffe antreiben könnte. („The Importance of UFO Waves“ von Joseph W. Ritrovato, MUFON UFO Journal, June 1996)

Siehe auch: „Signals, Noise, and UFO Waves“ von Richard Hall, The International UFO Reporter, Winter 1999.

Soweit John Wilder. Was den schier unfaßbaren Streß betrifft, dem Reich nach dem ORANUR-Experiment ausgesetzt war: Man betrachte den folgenden Film, der für heute das beschreibt, womit Reich auf Orgonon, Little Orgonon und schließlich Washington, DC konfrontiert war.

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21 Antworten to “Der Tag, an dem die Erde stillstand”

  1. War Reich ein Außerirdischer? « Nachrichtenbrief Says:

    […] „Reich als Außerirdischem“ habe ich mich bereits an anderer Stelle beschäftigt. In diesem Zusammenhang kommt Reich auch in einer sehr persönlichen Art und Weise zur […]

  2. Renate Says:

    „Seltsamerweise hängt ein Photo von Sigmund Freud an der Wand des Physikers, den der Außerirdische besucht, um mit ihm Probleme der Astronomie zu besprechen. Auf YouTube findet sich der entsprechende Filmausschnitt.“

    In welcher Minute kommt das vor?

    Der Schauspieler erinnert mich auch in seiner Ausprache und seinem Englisch an die Aufnahme, die Reich auf Orgonon machte, als er allein war.

  3. Renate Says:

    Manchmal kommt es mir so vor, als wäre Reich in seinen letzten Jahren eine Falle gestellt worden mit gefakten Sachen (UFOs), die er dann mit seiner gründlichen Art untersuchte, und gleich konnte man ihn als verrückt darstellen. Aber falls sich wer solche Mühe gemacht hätte, wäre das wieder ein Beweis, wie wichtig Reich war.

    • Peter Nasselstein Says:

      Wohl eher nicht. Manche glauben, dieses Phänomen hat eine Beziehung zu den Beobachtern ähnlich Poltergeistphänomenen.

      • Renate Says:

        Also glauben Sie an UFOs?? *lach*

        • Robert (Berlin) Says:

          Warum schreiben Sie von „Glauben“? Kann man nicht auch Berichte und Augenzeugen wissenschaftlich zur Kenntnis nehmen, ohne von vornherein es abzulehnen?

          • Renate Says:

            Ich nehme sogar vieles zur Kenntnis ohne (Vor-)urteil. Wollte aber noch eine alternative Theorie zur Diskussion stellen und wissen, wie darüber gedacht wird. Die FDA, AMA, Pharma etc konnten ja zB im vorhinein nicht wissen, dass sich Reich vor Gericht so ungeschickt verhalten würde und sich damit selbst ins Gefängnis brachte. Dass da im Vorfeld nicht irgendwelche Aktivitäten im Hintergrund stattfanden?

        • Sebastian Says:

          Ach, komm schon… Es soll ja sogar Leute geben, die „glauben“ an ein übernatürliches Wesen namens „Gott“, obwohl sie das orgonomische Funktionsgesetz der Natur kennen. Und trotzdem lacht sie keiner dafür aus. Oder, Renate?

          • Peter Nasselstein Says:

            Es gibt zwei Arten von gepanzerten Menschen: die einen leben vor allem in ihren Sensationen und haben entsprechend ein unpersönliches Verhältnis zur kosmischen Orgonenergie („Äther“), die anderen leben in ihren Emotionen, ihr Verhältnis ist entsprechend ein „personales“ („Gott“).

          • Renate Says:

            Ich wollte niemand auslachen, vielleicht habe ich auch den Ausdruck „Poltergeistphänomen“ in Bezug zu Reich nicht verstanden.

            Habe inzwischen den Film im Internet angesehen, dass sich Reich mit Klaatu identifizierte, finde ich schon nachvollziehbar.
            Seltsam, dass Hollywood so einen Film gemacht hat.

      • Peter Nasselstein Says:

        Das berühmteste Poltergeistphänomen erlebte Freud (mit Jung):

        http://psionik.blogspot.de/2012/06/freud.html

        In der englischsprachigen Literatur spricht man von „the famous poltergeist in Freud’s bookcase“.

        • Renate Says:

          Danke, das wusste ich nicht. Dzt. gibt es übrigens in einer bekannten öst. Zeitung in der Sonntagsbeilage eine Serie über übersinnliche Phänomene. Es gibt anscheinend sogar eine parapsychologische Abteilung an der Universität Wien.

  4. Robert (Berlin) Says:

    Was soll ein „Strombrief“ sein?

  5. John von Neumann und irdisch-außerirdische Hybride | Nachrichtenbrief Says:

    […] kurzem (hier und hier) haben wir den Gedanken ernstgenommen, Reich könne das Produkt einer Begegnung von […]

  6. Wilhelm Reich im Kampf gegen Fliegende Untertassen (Teil 1) | Nachrichtenbrief Says:

    […] Noch seltsamer ist die folgende Szene: Der Filmheld setzt einen „UFO-Helm“ auf, der es ihm ermöglicht alles zu hören, selbst durch dickste Wände hindurch. Zu einem Militär sagt er: „Ich höre, wie zwei Männer (die sich über Sex unterhalten) über die neusten Entdeckungen der modernen Psychologie diskutieren.“ Es ist ein seltsamer (ein seltsam deplazierter) Verweis auf Reich wie das Porträt Freuds an der Wand in dem Film The Day Earth Stood Still. […]

  7. Peter Nasselstein Says:

    Sehr interessantes Buch zu Thema:

    http://www.amazon.de/Silver-Screen-Saucers-Sorting-Hollywoods/dp/1910121118/ref=sr_1_2?ie=UTF8&qid=1441743508&sr=8-2&keywords=Silver+Screen+Saucers%3A+Sorting+Fact+from+Fantasy+in+Hollywood%27s+UFO+Movies

  8. Invasion von der Wega | Nachrichtenbrief Says:

    […] Wilhelm Reich und Jerome Eden haben uns gewarnt – mittlerweile ist die Inavasion der Außerirdischen soweit fortgeschritten, daß es wahrscheinlich keine Rettung mehr gibt. Interessanterweise geht Jacobs davon aus, daß sie im letzten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts begann… Siehe dazu meinen Beitrag Der Tag, an dem die Erde stillstand. […]

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