Der Nachweis des Kontinuums der Funktion in der Medizin (Teil 1)

Das ärgert mich jetzt total. Ich hatte hier wiederholt behauptet, daß Scheinakupunktur, also das Stechen außerhalb der Akupunkturpunkte, genausogut wirkt wie nach dem Lehrbuch durchgeführte Akupunktur. Nun konnte aber eine Metanalyse von Andrew J. Vickers (Memorial Sloan-Kettering Cancer Center, New York) et al. von insgesamt 17 922 individuellen Patientendaten aus randominsiert-kontrollierten Studien nachweisen, daß es einen zwar kleinen, aber signifikanten Effekt bei der Behandlung von chronischen Schmerzen gibt.

In meinen grausamsten Alpträumen rückt die brutalste Eliteeinheit der chinesischen Volksarmee aus, um meine Ignoranz zu strafen:

[youtube:http://www.youtube.com/watch?v=S4DZQhfrl5Y%5D

Hier ein interessanter Kommentar von Andrew L. Avins, M.D., M.P.H., (Kaiser-Permanente, Northern California Division of Research, Oakland):

Die Beziehung zwischen der konventionellen allopathischen medizinischen Versorgung und der Welt der komplementären und alternativen Medizin bleibt vieldeutig.

Im Endeffekt suchen unsere Patienten unsere Hilfe, um sich besser zu fühlen und um länger und angenehmer zu leben. Es wäre optimal, den Wirkmechanismus zu verstehen, was die Möglichkeit für die Entwicklung von mehr und besseren Interventionen mit sich brächte. Die letztendlich Frage ist jedoch: funktioniert diese Intervention (oder vollständiger, überwiegen ihre Vorteile die Risiken und rechtfertigen ihre Kosten)?

Zumindest im Fall der Akupunktur haben Vickers et al. einige robuste Nachweise dafür geliefert, daß Akupunktur bescheidene Vorteile bietet im Vergleich zur üblichen Versorgung von Patienten mit chronischen Schmerzen unterschiedlichster Ursachen. Vielleicht wäre es zu diesem Zeitpunkt eine produktive Strategie, unseren Patienten Vorteile welcher Art auch immer zu verschaffen, während wir damit fortfahren sorgfältiger allen Heilungsmechanismen nachzugehen.

Ganz langsam löst sich der Panzer der Schulmedizin auf. Wenn den „Heilungsmechanismen“ wirklich sorgfältig nachgegangen wird, wird man schließlich auf die Orgonenergie stoßen. Man betrachte in diesem Zusammenhang die Geschichte des Mediziners Gabriel Stux.

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3 Antworten to “Der Nachweis des Kontinuums der Funktion in der Medizin (Teil 1)”

  1. O. Says:

    Die Medizin ist auch gemeinsam mit der herrschenden Psychotherapie (VT) nur allzu gerne bereit esoterische Methoden des Ostens zu akzeptieren: ChiGong, Thai Chi, Yoga, TCM und westliche Erstarrungstechniken der Entspannung wie PMR nach Jakobsen gehören zum Standardprogramm, ebenso Akupunktur gegen das Rauchen. Man möge also hier einmal den offiziellen Vorschlag machen einen Orgonakkumulator zu benutzen. Die verdutzten Gesichter jener Mediziner möchte ich gerne sehen. Psychologen (-professoren) an Unis reagieren hier mit abfälligen Gebärden, dass dies „unwissenschaftlich“ sei, hingegen ist der o. g. Rest wissenschaftlich?
    Hingegen sind Patienten weit aus eher bereit Orgonenergie zu akzeptieren und wünschen ganz selbstverständlich physikalische oder psychotherapeutische Orgontherapie.

    Heilungsmechanismen interessieren keine Mediziner (die wenigsten), alternative Heilverfahren – wie Kräuterkunde und auch Hömoöpathie – werden weiterhin von Medizinern regelrecht verboten an Kliniken, auch wenn sie auf den „Aushängeschildern“ von Kliniken zu sehen sind.

  2. Jonas Says:

    Wie Psiram (ehemals Esowatch) vermeldet, wurden in der genannten Metanalyse zur Akupunktur keine Doppelblindstudien verwendet, weshalb ein reiner Placebo-Effekt weiterhin nicht auszuschließen sei:

    http://blog.psiram.com/?p=10102

  3. Akupunktur funktioniert… | Nachrichtenbrief Says:

    […] für keine Akupunktur, 42,5% für Schein-Akupunktur und 50% für kunstgerechte Akupunktur ergeben. (An anderer Stelle hatte ich bereits auf eine vorangegangene Studie aus dem Jahre 2012 […]

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