Wenn sich die Natur gegen sich selbst richtet

Nach der Orgonomie 1.0 (Entdeckung der Funktion des Orgasmus) und der Orgonomie 2.0 (Entdeckung der Orgonenergie), kam es mit dem ORANUR-Experiment zur Orgonomie 3.0. Siehe dazu Orgonomie 4.0. Der Unterschied zwischen der zweiten und dritten Orgonomie kann man anhand von zwei Funktionsschemata festmachen.

Am Ende seines Artikels „The Evasiveness of Homo Normalis“ von 1947 befaßt sich Reich mit dem Wahrheitskern der irrationalen Aussage, der Mensch stehe über dem Tierreich. Dieser Kern sei die Panzerung, die den Menschen von den übrigen Tieren trenne. Der Mensch sei das einzige Tier, das nicht dem Gemeinsamen Funktionsprinzip allen tierischen Lebens folge: die Entladung aufgestauter Energie durch aufeinanderfolgende Kontraktionen des gesamten Organismus. Nur der Mensch verhindere durch seine Panzerung die Abfuhr der in allen Lebewesen ständig generierten Energie. Nur beim Menschen würde der einheitliche Impuls, der nach außen will, in zwei Bestandteile gespalten: in den ursprünglichen Impuls und dem aus ihm abgeleiteten aufstauenden Gegenimpuls. Der Impuls kämpft gegen sich selbst. So etwas fände sich nirgends sonst in der gesamten Natur. Die Bifurkation von Funktionen sei normal und überall in der Natur zu beobachten, doch daß sich eine Funktion aufspaltet, um sich gegen sich selbst zu wenden, würde man nur in der Pathologie des Homo normalis finden (Orgonomic Functionalism, Summer 1991, S. 86-91):

Diese Betrachtungsweise, die dem Menschen eine imgrunde unbegreifliche Sonderstellung in der Natur einräumte, änderte sich drastisch vier Jahre später mit dem ORANUR-Experiment und der damit verbundenen Entdeckung der giftigen Variante der Orgonenegie, Deadly ORgone energy (DOR). Reich hatte in der unbelebten Natur eine energetische Funktion entdeckt, die sich gegen die kosmische Lebensenergie stellt, aus der sie hervorgegangen ist.

Hier die entsprechende Gleichung aus Reichs Aufsatz „Die emotionale Wüste“ von 1955 (Ausgewählte Schriften, Köln 1976):

Diese Gleichung hatte sich bereits Ende der 1930er Jahre angekündigt, als Reich den bionösen Zerfall in der Krebsbiopathie untersuchte und auf den Gegensatz von PA-Bionen und T-Bazillen stieß, die beide aus dem bionösen Zerfall hervorgehen, dem Gemeinsamen Funktionsprinzip (CFP) der beiden todfeindlichen Variationen PA und T (Der Krebs).

Genauso zeichnete sich die Orgonomie 2.0 in der Orgonomie 1.0 ab, denn die Funktion des Orgasmus macht nur Sinn, wenn die Libido eine reale Energie ist, d.h. die Lebendenergie, die wiederum schwer vorstellbar ist, wenn sich ihre Existenz auf lebende Organismen beschränke. Die gegenwärtige Orgonomie 4.0, die auf den orgonometrischen Analysen von Charles Konia und Robert A. Harman beruht, kündigte sich in der Orgonomie 3.0 an, da ORANUR in erster Linie ein „nicht-lokales“ Erstrahlungsphänomen ist und entsprechend von gemeinhin als „paranormal“ bezeichneten Erscheinungen begleitet wird.

About these ads

Schlagwörter: , , ,

Eine Antwort to “Wenn sich die Natur gegen sich selbst richtet”

  1. Wenn alles Natur ist, wie kann es dann Widernatur geben? « Nachrichtenbrief Says:

    [...] folgende ist eine Ergänzung zu Wenn sich die Natur gegen sich selbst richtet und geht auf eine Anfrage aus meiner schier unüberschaubar großen Leserschaft [...]

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ photo

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s


Follow

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.

Schließe dich 38 Followern an

%d Bloggern gefällt das: