Der orgasmische Affe (Teil 3)

Betrachten wir Homo sapiens‘ Sexualleben im Rahmen der etwa 200 anderen Primatenarten. Bärenmakaken-Männchen vollziehen durchschnittlich zehn Kopulationen pro Tag. Rhesusaffen und Paviane benötigen eine Serie von Kopulation, bevor es zur Ejakulation kommt. Interessant ist, daß dies nur die ranghöchsten Männchen tun, während rangniedere nur jeweils einmal kopulieren können, so daß es bei ihnen gar nicht zur Ejakulation kommt. Und wie wir im zweiten Teil gesehen haben, haben auch die ständig unter Streß stehenden höchsten Männchen alles andere als ein gesundes sexualökonomisches Leben.

Die gewaltigen Gorillas haben einen 2 Zentimeter langen Penis, sodaß es kaum zu einem energetischen Kontakt kommen kann. Schimpansen haben wohl 7 Zentimeter zur Verfügung, aber von der Intromission bis zur Ejakulation bleiben nur 7 oder 8 Sekunden mit 15 hektischen Friktionen, so daß auch hier jeder energetische Kontakt wohl unmöglich ist.

Was nun im Vergleich dazu den Primaten Homo sapiens betrifft (der mit dem Schimpansen so nah verwandt ist, daß man direkt von einer „Schimpansenunterart“ sprechen könnte) nimmt merkwürdigerweise die Dauer des Geschlechtsakts mit dem Ausmaß einer unnatürlichen Einstellung zur Sexualität ab: Spitzenreiter ist Dänemark mit 15 Minuten, im Mittelfeld liegen Länder wie Frankreich mit 7 Minuten und am Endpunkt liegt China mit 2 Minuten – und in wirklich pathologischen Weltgegenden wie Arabien kann man solche Erhebungen erst gar nicht anstellen. Man fragt sich nun, was hier denn „natürlich“ ist. Ganz kraß gesagt, ist nämlich, im Vergleich mit unseren nächsten Verwandten im Tierreich, der Araber in seinem Sexualverhalten weit „natürlicher“ als z.B. der Trobriander! Und umgekehrt sind „nach menschlichen Maßstäben“ unsere nächsten tierischen Verwandten die gleichen „phallischen Narzißten“ wie die Araber. Sie beide kompensieren ihr Ejaculatio praecox-Problem durch Vielweiberei und ständiges exhibitionistisches Zurschaustellen ihrer Männlichkeit.

Beim Affen kann man die ganze pathologische Palette des Mißbrauchs von „Sex“ für Machtzwecke finden: Schimpansen reiten als Zeichen des Unterwerfens oder der passiven Unterwerfung ohne Penetration auf, auch bei Gleichgeschlechtlichen (sogar Weibchen gegenüber rangniederen Weibchen). Bei manchen Affenarten imitieren die männlichen Tiere die genitalen Brunstschwellungen und -färbungen der Weibchen. Bei anderen Affenarten entwickelte sich die Klitoris der Weibchen zu einem Pseudopenis, so daß man die Geschlechter kaum unterscheiden kann, zumal sich bei einigen Arten zusätzlich auch ein Pseudohodensack entwickelt hat. Das Präsentieren des Hinterteils bei Weibchen und Männchen zur Beschwichtigung des Höhergestellten und umgekehrt das Präsentieren des erigierten Penis, das der Drohung gegen gruppenfremde Individuen und zur Demonstration des Ranges innerhalb der Gruppe dient, findet sich bei allen Affen. Der Penis ist hier neben Lustorgan in erster Linie Drohorgan.

Exhibitionisten, ob sie nun psychisch krank sind oder nur enge Jeans tragen, sind typische Rückkehrer zu atavistischem Primatenverhalten. Ähnliches gilt auch für die Weibchen, auch wenn es denen weniger um Macht und Ansehen, als vielmehr ums Fressen geht: Bei den allernächsten Verwandten des Menschen, den Bonobo-Zwergschimpansen hat man beobachtet, daß die Frauen für sich und ihre Kinder das notwendige tierische Eiweiß bei den jagenden Männern gegen Sex tauschen. Prostitution, aus der sich die menschliche Ehe entwickelt hat. Die sekundären Triebe sind so gewissermaßen die „primären“.

Zwischen den Schimpansenhorden gibt es unglaublich brutale Kriege, bei denen schon ganze Gruppen von ihren Gegnern ausgerottet wurden. Schnappt eine Gruppe von Männchen bei der Pirsch ein einzelnes männliches Mitglied einer verfeindeten Gruppe, wird dieses Männchen langsam zu Tode gequält, die Glieder verrenkt, das Fleisch von den Knochen gerissen und das Blut getrunken. Hier erwischt es sogar ein Weibchen:

Man sieht, dieser Aufsatz ist nichts für vegetarische Naturfreunde und Rousseauistische Wilhelm-Reich-Freaks! Nur Wahnsinnige können sich einen Schimpansen halten!

Hans Hass schließt aus der Beobachtung von Tieren, daß aggressive Stimmungen die sexuelle Bereitschaft des Männchens verstärken, jene des Weibchens jedoch abschwächen. Andererseits vermögen Angstzustände beim Weibchen sexuelle Gestimmtheit erheblich zu steigern, während sie diese beim Männchen mindern. Daß Angst (Kontraktion) positiv mit weiblicher Sexualität (Expansion) korreliert sein soll, wirft für die Orgonomie schwer zu beantwortende Fragen auf, denn diese tierischen „natürlichen“ Zustände lassen sich nicht auf den gesunden Menschen übertragen. Beim gesunden Mann verschwindet die Erektion bzw. kommt gar nicht erst zustande, wenn er gegen seine Partnerin wütend wird. Genauso bleibt jede Frau unerregt, sollte sie Angst vor ihrem Partner haben. Man kann eben nicht die tierische und die genitale Sexualität gleichsetzen.

Es ist offensichtlich, daß sich infolge eines Energiestaus neurotische Mechanismen beim Mann „sadistisch“ (phallisch), bei der Frau „masochistisch“ (hysterisch) festsetzen können, die dann Humanethologen wie Hass als natürlich imponieren. Was sie gewissermaßen auch sind! Aber… – immer, wenn sich der Mensch wie ein Affe benimmt, verhält er sich krankhaft. Es ist aus Sicht der Primaten „natürlich“, daß man Kinder auf den Bauch legt und nicht, wie es die Orgonomie fordert, auf den Rücken. Es ist „natürlich“, daß der Erwachsene neurotisch-depressiv gebückt und hängend „wie ein Affe“ durch das Leben schlurft, demgegenüber ist Aufrechtgehen vollkommen „unnatürlich“. Die „natürliche“ a tergo-Stellung im Geschlechtsakt, ist, wenn sie beim Menschen zur Regel wird, pathologisch (Vermeidung von Kontakt).

Evolutionsbiologen behaupten, die Überbevölkerung wäre biologisch vorgegeben, da das alte Genom darauf programmiert sei, möglichst viele Nachkommen gegen die hohe Sterberate hervorzubringen. Dies ist Blödsinn, denn die Überbevölkerung kam nachweislich mit dem Patriarchat, das altes Wissen über Verhütung verdrängte. Naturvölker leiden nicht an einem Bevölkerungsüberschuß, da sie eben kein „natürliches“ Sexualleben führen. Zum Beispiel entsprechen die Affenhorden mit ihrem „Harem“, dem ein „Pascha“ vorsteht, doch durchaus der Freudschen „Urhorde“, aber eben, wie Reich feststellte, nicht der („)natürlichen(“) Urgesellschaft.

Von jeher haben Dichter aus allen Kulturen in ihren Fabeln neurotisches Verhalten gerne anhand von Tieren verdeutlicht. Übrigens hat auch Reich, mit Tieren neurotische Charakterzüge illustriert: schleichender Fuchs, watschelnde Ente, schnurrende Katze, trampelnder Elefant (vgl. Offshoots of Orgonomy, No. 3, S. 6). Der körperliche Gesamtausdruck des Patienten drängt von allein zu einem zusammenfassenden Begriff. „Es sind merkwürdigerweise meist Formeln und Bezeichnungen aus dem Tierreiche wie ‚Fuchs‘, ‚Schwein‘, ‚Schlange‘, ‚Wurm‘ u.ä.“ (Funktion des Orgasmus, S. 228). Entsprechend empfanden sich natürliche, matristische Völker nicht als Tiere (Hans Biedermann: Die Großen Mütter, München 1989, S. 38). Die Trobriander entfernen künstlich alle „äffische“ Körperbehaarung und ihr ganzes Schönheitsideal, ihr „züchtender Gedanke“ (Nietzsche), ist eindeutig eine Verneinung des Schimpansenvetters im bzw. am Menschen.

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20 Antworten to “Der orgasmische Affe (Teil 3)”

  1. Klaus Says:

    Diese Herausforderung Reichistisch-Rousseauistischer Verklärungen gefällt mir.

  2. Peter Nasselstein Says:

    Die Sexualität Saharasias: auf Politically Incorrect habe ich gerade das entdeckt:

    Ein Haufen S……….

    • Robert (Berlin) Says:

      Die verblödeten Weiber müssen erst ihre Lektion lernen, um zu begreifen, was ein Araber wirklich ist. Wieso hat es eine Millionärstochter nötig, so einen Schwachmaten kennenzulernen?
      Jedenfalls hat sie genau die Lehrstunde bekommen, die sie offenbar weder in Schule noch Elternhaus erfahren hat.

    • Robert (Berlin) Says:

      @Christian
      Wieso du soviel in mein Statement hineininterpretierst, verstehe ich nicht.
      Du kannst mir nicht weismachen, dass Österreicher soviel anders als Deutsche sind. Außerdem begreifst du nicht, wie politische Unterdrückung („Tätervolk“) impotent machen kann.
      Hier werden Moslems in allen Aspekten bevorzugt!
      Diese Millionärstochter hätte jedenfalls genügend andere Möglichkeiten, einen geeigneten Mann kennenzulernen, nicht solch einen Spinner. Sie hat mit Sicherheit eine kleine Mattscheibe, aber jetzt ist sie klüger.

      • Robert (Berlin) Says:

        „Doch.“

        Nein!
        Österreich wird immer als Opfer Deutschland dargestellt.
        Ihr habt wenigstens einen Strache, der zu seinem Volk steht.
        Bei uns in der BRD gibt es nur Volksverräter in der Regierung, die ihr eigenes Volk an die muselmanische Besatzungsmacht ausliefern und für über 300 Jahre Schulden aufgehäuft haben.
        Euch geht es wesentlich besser!

    • Peter Nasselstein Says:

      Muslim rape gangs in England: http://europenews.dk/en/node/49393

    • O. Says:

      was willste von einem drogensüchtgien berliner ghetto kind NDH anderes erwarten? herz, das kennt er nur als wort oder lebkuchen. der typ iss en weichei, kann nur kleinere verkloppen. der acht eine auf hart und seine homis (nicht homos!) lachen über ihn. seine musik ist langweilig, kein text kein beat – eben „affenorgastisch“ – so jetzt haman gedisst.

  3. O. Says:

    Nun was Heiraten mit Liebe zu tun hat, war mir immer ein Rätzel: Aber Barbie und Ken haben ja auch geheiratet, das haben wir ja in der Kindheit so gelernt und jedes Märchen endet glücklich mit einer Hochzeit …. im übrigen sind Barbie und Ken wohl mittlerweile wieder geschieden 🙂
    Vielleicht geht es ja mehr um den Besitzanspruch des einen über den anderen.Oder dass die Frau nicht mit anderen Männern fremd geht, was Männer so machen, braucht ja wohl kaum erörtert zu werden.
    Wäre hier eine Frau im Blog würde sie wohl aufklären, das Frauen eben auch ihre Liebschaften nebenher haben, nur eben geschickter im Verheimlichen sind. Hat noch jemand Lust zu heiraten? Ich kann es auch noch etwas genauer ausschmücken 😉

    Die Orgonomie kann hier bezogen auf die „Liebe“ und die wahre Ehe vor Staat und Kirche (Gott als Orgon lassen wir mal außen vor) nur eine neues Märchen schaffen. Die wahre Ehe mit zwei orgastisch potenten Partnern (ich nenne mal modern-liberal keine Geschlechter) führt zur Liebe und umgekehrt.

    • O. Says:

      Das „Besitzdenken“ betrifft ja gerade auch die Frau, Männer würden vermurlich durchaus weniger heiraten, wenn sie nicht von der Frau „überzeugt“ würden. Selten heiratet Mann, weil er „blind“ vor Liebe ist … aus solchen „Wahnvorstellungen“ und psychischen Ausnahmezuständen entsehen natürlich auch kurz entschlossene Ehen. Außerdem wird die Familie fordern, dass Mann heiraten soll.
      Romantik ist doch ein schönes Kopfkino, das gebe ich zu, so oft könnt ich mich gar nicht scheiden lassen, wie ich dann verheiratet wäre. 🙂
      Ich empfehle mal die Sehnsuchtstexte von weiblichen Lovesongs zu hören, was da Frauen alles und für immer und mein Ein-und-Alles und du bist mein Einzigster usw. über die Lippen bringen, auch nach der fünften Ehe, die nicht die letzte gewesen sein wird.Oder jene dauerverheitateten Damen, die in jedem Lied einen anderen Mann anzusprechen scheinen, um mit ihm glücklich oder unglücklich oder gar emanzipiert rüberkommen wollen. Eine Frau ist meist eine Hysterikerin, ist sie es nicht, wird sich auch kaum ein Mann dafür interessieren. 😉 Think about it. Als Wiener dürfte dies zu verstehen sein.

      • Sebastian Says:

        Du hast doch nicht mehr alle Latten am Zaun.

      • O. Says:

        ich nehme das gar nicht persönlich. Die Verallgemeinerungen über deutsche oder österreichische Männer sind ja nur „Mittelwerts“ Beschreibungen, die Variation vom Mittelwert weg können vielfältig sein, so dass jeder einzelne eine andere „Liebesfähigkeit“ mitbringt.
        Innerhalb von Deutschland gibt es auch regionale Unterschiede (im Mittelwert) und Östereich hat einfach mehr Sonne und da würde ich etwas mehr Temperament und Gelassenheit vermuten. Vermutlich bringen solche Vergleich im Einzelfall wenig oder gar nichts und jeder sucht sich ja einen passende/n Partner/in aus. Bei allen unterschieden, gefallen mir jedoch die Partnerinnen aus der eigenen Region, wo ich aufgewachsen bin am besten, vielleicht ist dies auch das Geheimnis, warum Sie Wiener Damen den Vorzug geben würden und die Wiener Herren als romantischer betrachten.

      • O. Says:

        Wer verkehrt denn unter anderem auch im Wiener W.R.Institut? Da würde ich mir mal die Kongress-Vorträge genau ansehen, das ist kein nationales Problem.

        Für Kinder sollten die leiblichen Eltern auf jeden Fall gemeinsam sorgen, alles andere wäre nur zweite Wahl, wenn die Eltern nicht als sozialpädagogische Problemfälle auffallen.

      • O. Says:

        „unser dt.“ Führer war ein Österreicher. Aber das ist nebensächlich. Und die ersten Forscher zur Hysterie waren Freud und Breuer aus Wien und Charcot in Frankreich. Und Reich kann man wohl eher zu Österreich-Ungarn zählen, obwohl er eigentlich kosmopolitisch eingestellt war, finde ich.

        Frauen, die heiraten, sind nicht alle „hysterisch“, das will ich nicht gesagt haben, sie sind für Männer trotz und wegen ihrer hysterischen Art (hysterischer Charakter, nicht hysterisches Verhalten!) attraktiv -(er). Die Hochzeit gilt wohl als romantische Vorstellung, die Ehe hingegen sollte doch ernüchternd sein, wenn man die seiner Eltern mal kritisch betrachtet. Sie ist zweifellos nützlich für die Gründung einer Familie und erspart dem Kinde Fragen in der Schule, warum die Eltern nicht verheiratet sind. Ein Ehevertrag ist aber nicht unbedingt notwendig und wird glücklicherweise auch nicht mehr überbewertet. Das Eheversprechen ist für mich der Beginn einer Lüge – das meine ich nicht von meiner Person aus betrachtet, sondern aus Sicht der Menschen, die einen Eheversprechen geben, dass aber allgemein nicht von großer Dauer ist. Wenn man es als temporär begrenzte Verbindung betrachtet, dann kommt mir das Ewigkeitsversprechen „bis dass der Tod euch scheide“ verlogen und weniger romantisch vor. Romantisch ist vielleicht der Moment der Vorstellung, aber dann würde der Bedeutungsgehalt nicht im Vordergrund stehen und dann ist es auch wenig romantisch. Aber die Interpretation des Ehevertrages bleibt ja jedem selbst überlassen und eine Scheidung ist ja auch gesetzlich möglich.
        Für mich gibt es nach dem ersten Eheversprechen kein zweites, das ist meine Romantik.

  4. Peter Nasselstein Says:

    Die „Morgengabe“ ist eine anthropologische Konstante, die exakt der „Proteingabe“ (von Männern erlegtes Wild) bei Schimpansen entspricht.

  5. O. Says:

    Bei Wilhelm Reich kommt man schnell auf den Gedanken, dass es eine „richtige“ oder „normative“ orgastische Potenz geben würde. Ich halte das für zu eng betrachtet, es geht nicht um die Bildung einer neuen „potenten Rasse“, sondern um ein tendenzielles Richtungsziel lediglich zur Orientierung von Gesundheit. Quantitative Faktoren spielen hier keine Rolle. Es sollte demnach auch keine neue Norm für „Glückseligkeit“ aufgestellt werden, sondern ein Prozess in Gang gebracht werden.

  6. O. Says:

    Ich fang mal wieder hier oben an, sonst kann man nichts mehr lesen.

    „Kongresse“ ist vielleicht übertrieben, Kaffeekränzchen passt da wohl eher. Die Berliner haben mit genausoviel „Charme“ angefangen und noch vor dem Bukumutula war Davis im Ströme-Rundbrief zu lesen. Die Geschehnisse in Wien werden genauso mit der WRG abgestimmt und beeinflusst wie anderswo. (siehe die damalige ORAC-Studie, supervidiert durch eine Berlinerin). Da würde ich mir keine falschen Hoffnungen machen, eben weil die Wiener „gastfreundlich“ sind, was man auch als gewisse Naivität (oder liberale Haltung) interpretieren kann, über die Sie schon lange hinaus sind. Aber man könnte ja in Wien auch etwas neues starten …

  7. O. Says:

    Ich sehe es ähnlich, aber der „Ausrutscher“ wird generell von der WRG (und darüber hinaus) getragen und unterstützt, er war nur der Exponent der Szene. Mit denen wird man allgemein nicht glücklich werden, sondern es wird sich ewig wiederholen, wenn man sich nicht klar distanziert (oder distanzieren kann)

  8. Nietzsche und die Entwicklung des Menschen « Nachrichtenbrief Says:

    […] Der natürliche Mensch empfindet sich nicht als zu den Tieren gehörig. Was übrigens schon 1870 Nietzsche aufgefallen ist (Studienausgabe, Bd. 7, S. 102). Nietzsche fügt aber auch hinzu, der Mensch müsse sich durch die Illusion des Nichttierseins dem „Gesamtzweck des Weltwillens“ entziehen, denn nur im Wahn seiner Überweltlichkeit könne er Frieden finden. Diesen Wahn des gepanzerten Menschen hat Reich denn ja auch angegriffen und die Rückkehr zur Natur gepredigt. Nietzsche sagte 18 Jahre später aber auch: „Auch ich rede von ‘Rückkehr zur Natur’, obwohl es eigentlich nicht ein Zurückgehen, sondern ein Hinaufkommen ist“ (Götzendämmerung, Streifzüge eines Unzeitgemäßen, A 48). Wie nahe Nietzsche der Vorstellung der Orgonomie kommt und wie gleichzeitig unendlich fern er ihr steht (da er primäre und sekundäre Triebe nicht ausreichend trennt), zeigt folgende Stelle aus Der Antichrist (A 3): Nicht was die Menschen ablösen soll in der Reihenfolge der Wesen ist das Problem … (– der Mensch ist ein Ende –): sondern welchen Typus Mensch man züchten soll, wollen soll, als den höherwertigeren, lebenswürdigeren, zukunftsgewisseren. Dieser höherwertigere Typus ist oft genug schon dagewesen, aber als ein Glücksfall, als eine Ausnahme, niemals als gewollt. Vielmehr ist er gerade am besten gefürchtet worden, er war bisher beinahe das Furchtbare – und aus der Furcht heraus wurde der umgekehrte Typus gewollt, gezüchtet, erreicht: das Haustier, das Herdentier, das kranke Tier Mensch, – der Christ… […]

  9. Augenpanzer und Neurologie « Nachrichtenbrief Says:

    […] das Wesentliche erfahren kann, wenn man ihn nur beim Gehen zuschaut. Es sind Menschen, die sich wie eine fremde Spezies bewegen. Das Gesicht kann verhüllt sein, man kann ihn nur von hinten sehen, trotzdem reicht ein Blick und […]

  10. claus Says:

    Thema war hier schon mal irgendwo der Gedanke, dass beim Menschen ‚das Orgonom‘ mehr ausgeprägt ist als bei seinen phylogenetischen Verwandten. Das scheint sich z.B. in der merkwürdig belanglosen Bonobo-Sexualität zu zeigen, die offenbar kaum eine orgonotische Rolle spielt. Ist die Rolle von Augenkontakt ebenfalls ein Zeichen für die jeweilige Ausprägung des Orgonoms?
    “It is sometimes reported that while human children look often into the eyes of those with whom they interact, great apes engage in eye contact comparatively rarely. For example, in a comparative imitation task, Carpenter et al. (1995) found that chimpanzees looked less often to the face of a human experimenter, and for shorter periods of time, than did human children of 18 months.” (Richard Moore: “Meaning and ostension in great ape gestural communication“. Anim Cogn DOI 10.1007/s10071-015-0905-x).

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