Alex Jones soll endgültig mundtot gemacht werden – von genau den gleichen Kräften, die Wilhelm Reich ermordet haben

14. August 2018

Advertisements

Über Panzerung, Krieg und Frieden* (Teil 1)

14. August 2018

von Paul Mathews, M.A.**

Das Problem des Krieges hat die Menschheit im Laufe der Geschichte heimgesucht. Krieg im Sinne von Massen von Individuen, die sich im Kampf auf Leben und Tod gegenüberstehen, entstand wahrscheinlich mit den ersten menschlichen Gemeinschaften, in denen die bloße Familienidentifikation zum Clan, Stamm und Dorf erweitert wurde. In der mesolithischen Periode (8000 v. Chr. – 4000 v. Chr.) wurden bessere Werkzeuge und Waffen entwickelt, was zu Überschüssen an Nahrungsmitteln, Werkzeugen und Schmuck führte. Dies wiederum führte zum Handel mit anderen Gemeinden und Dörfern. Hayes und Hanscom erklären (4): „Zur Verteidigung seines eigenen Besitzes lernte der Mensch Befestigungen anzulegen und bei Angriffen auf die Dörfer seiner Nachbarn verbesserte er seine Kampfmittel und -techniken.“ Das Wachstum von Städten, Staaten und Nationen produzierte Kriegerklassen, deren Funktion sowohl defensiv als auch aggressiv war, abhängig von den Erfordernissen, die mit ihren Loyalitäten und ihren persönlichen Ambitionen verbunden waren. Schließlich ermöglichte die industrielle Revolution eine Technologie, die immer umfangreichere und zerstörerische Kriege mit zunehmender Entpersönlichung hervorbrachte. In diesem Zusammenhang kann die moderne Guerillakriegsführung, abgesehen von ihren psychologischen strategischen Vorteilen, als ein Versuch weniger entwickelter Kräfte angesehen werden, den verheerenden Folgen einer hochentwickelten, technologischen Kriegführung auszuweichen.

In der Frühzeit erfüllten die Kämpfe zwischen einzelnen Männern und Stämmen eher die Kriterien des althergebrachten Totschlags (4). Das heißt, Töten und Krieg wurden von den unmittelbarsten und lebenswichtigsten Anforderungen des Überlebens motiviert. Die Entwicklung von höher entwickelten Mustern des Handelsverkehrs und der menschlichen Organisation fiel mit einer größeren Komplexität von Motivation und Verhalten zusammen, und Krieg wurde, wie Clausewitz (5) sagte, „eine Fortsetzung des politischen Verkehrs mit anderen Mitteln“.a „Politischer Verkehr“ hat jedoch eine viel breitere und tiefere Bedeutung als das bloße explizite Manövrieren für gesellschaftlichen Vorteil und Kontrolle. Freuds Werk macht klar, dass der Krieg aus Mechanismen unbewusster Motivation und aus kompensatorischen Antriebskräften resultiert, die auf Frustrationen der Triebe, insbesondere hinsichtlich sexueller Funktionen, beruhen. Reich legte später die bioenergetische Grundlage dieser Motive und Antriebe bloß. Freuds pessimistische Abhandlung über die Wesensart der Zivilisation (6) kam zu dem Schluss, dass Verdrängung, Sublimierung und Kompensation die notwendigen und sinnvollen Kosten der „Kultur“ seien. Reich widerlegte natürlich dieses Heraufbeschwören der Erbsünde und demonstrierte, dass die menschliche Inhumanität auf sekundäre Triebe zurückzuführen ist, die durch die Repressionen einer neurotischen Zivilisation geschaffen wurden (7). Wie die Dinge freilich liegen, ist politische Macht wahrscheinlich die ultimative Kompensation des Menschen und das Führen von Kriegen seine ultimative Waffe. Das liegt daran, dass sie dem Machthaber die größte Chance bieten, das Leben einer Vielzahl von Menschen zu manipulieren und zu kontrollieren, sowohl zu seiner eigenen Verteidigung als auch als Ventil für den Hass und die Destruktivität seiner unbefriedigten Bedürfnisse. Der emotionale Pestcharakter ist daher am anfälligsten, sich für seine todbringenden Aktivitäten auf dieses unübertreffliche Ventil zu konzentrieren. Expansionistische Kriege werden somit zum Vehikel, durch die zunehmende Kontrolle über immer größere Menschenmassen ausgeübt wurde. Natürlich werden die Gründe für diese Kriege als im Interesse dieses oder jenes Nationalstaates, menschlichen Befindlichkeit oder göttlichen Wesens stehend gut rationalisiert.

 

Fußnoten

* Dies ist der dritte in einer Reihe von Artikeln (1 und 2), die sich mit den Problemen des Menschen aus funktioneller Sicht befassen. Alle diese Artikel basieren auf Wilhelm Reichs Konzept „Der biologische Rechenfehler im menschlichen Freiheitskampf“ (3, S. 269-310).

** Orgonomischer Berater. Außerordentlicher Assistenzprofessor, New York University. Sprechkliniker und Oberschullehrer. Mitglied des American College of Orgonomy. [Anm. d. Übers.: Paul N. Mathews (1924-1986)]

 

Anmerkungen des Übersetzers

a Das Zitat wird von Mathews verkürzt wiedergegeben. Es lautet: „Der Krieg ist nichts als eine Fortsetzung des politischen Verkehrs mit Einmischung anderer Mittel, um damit zugleich zu behaupten, dass dieser politische Verkehr durch den Krieg selbst nicht aufhört, nicht in etwas anderes verwandelt wird, sondern dass er in seinem Wesen fortbesteht, wie auch die Mittel gestaltet sein mögen, deren er sich bedient.“

 

Literatur

1. Mathews, P.: „A Functional Understanding of the Modern Liberal Character“, Journal of Orgonomy, 1:138-48, 1967
2. Mathews, P.: „The Biological Miscalculation and Contemporary Problems of Man“, Journal of Orgonomy, 4:111-25, 1970
3. Reich, W.: The Mass Psychology of Fascism. New York: Orgone Institute Press, 1946. Farrar, Straus & Giroux (Noonday), 1970
4. Hayes, C.J.H. und Hanscom, J.: Ancient Civilizations, New York: Macmillan, 1968
5. Clausewitz, K. von: On War. Harmondsworth, Middlesex, England: Penguin, 1968
6. Freud, S.: Civilization and its Discontents. New York: Norton, 1962
7. Reich, W.: Character Analysis. New York: Orgone Institue Press, 1949

 

Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Charles Konia.
Journal of Orgonomy, Jahrgang 5 (1971), Nr. 2, S. 165-174.
Übersetzt von Robert (Berlin) mit Unterstützung von Peter Nasselstein

Zwei Arten von Humor

13. August 2018

Es gibt die individuelle Panzerung und es gibt die gesellschaftliche Panzerung. Sie erzeugen einander. Gepanzerte Individuen schaffen sich eine entsprechend gepanzerte Gesellschaft, die wiederum Individuen sich abpanzern läßt. Ein Beispiel für individuelle Panzerung ist das maschinenartige Verhalten von Zwangscharakteren, ein entsprechendes Beispiel für gesellschaftliche Panzerung ist das Kafkaesk-maschinenartige Agieren der Finanzbehörden, die absurden Vorschriften folgen, die von absurden Parlamenten, Produkte absurder Wahlen, erlassen und von absurden Gerichten interpretiert werden.

Entsprechend den beiden Arten von Panzerung gibt es zwei Arten von Humor. Da wäre zunächst der „Roboter“. Frei nach Henri Bergson müssen wir über das Lachen, von dem wir erwarten, es würde sich lebendig verhalten, das sich dann aber unbeholfen wie eine Maschine verhält. Mr. Bean ist nur deshalb so komisch, weil sich hier ein Erwachsener wie ein 12jähriger benimmt. Entsprechend lachen wir über Babys, die, da die Koordination noch nicht ausgebildet ist, sich bei ihren ersten Gehversuchen tapsig bewegen. Das erklärt auch, warum wir ausgerechnet Roboter als „niedlich“ empfinden können und über sie lachen. Wie im Film WALL-E ist hier eine Maschine als Lebewesen mit Augen, Händen, etc. angelegt, doch verhält es sich wie – eine Maschine. Daß sie zu allem Überfluß noch etwas vollkommen Absurdes tut, nämlich einen verlassenen Planeten „aufzuräumen“, ist eine weitere Dimension der Komik.

Oder nehmen wir die komischste Fernsehserie, die je gedreht wurde: Fawlty Towers. Der Hotelbesitzer Basil versucht verzweifelt sich gemäß den absurden gesellschaftlichen Vorgaben zu verhalten und stolpert dabei von einer Peinlichkeit in die andere. Das Leben verfängt sich hoffnungslos in eine Maschinerie, die denkbar unlebendigen Gesetzmäßigkeiten folgt. Daß der arme Basil selbst zwangsneurotisch bis zur Halskrause ist, rundet das ganze ab.

Wir können (müssen) über Dinge lachen, die imgrunde tragisch und todtraurig sind, weil es Hoffnung gibt, daß sich das Lebendige gegen den maschinellen Schwachsinn eines Tages doch durchsetzen wird. Das Lachen gefriert, wenn wir realisieren, daß das tapsige Kleinkind behindert ist und niemals seine Gliedmaßen fließend und frei wird koordinieren können. Wir hören auf zu lachen, wenn der „post-apokalyptische Aufräumroboter“ die letzten überlebenden Menschen zerstückelt und auf der Müllhalde entsorgt oder wenn Basil endgültig austickt und seine Hotelgäste massakriert. Wir hören auf über den vollkommen absurden Pseudostaat „Bundesrepublik“ zu lachen, wenn wir realisieren, daß wir mit unseren Steuergeldern unsere eigene Umvolkung finanzieren und wir bereits mit einem Bein im Gefängnis sitzen, wenn wir das Wort „Umvolkung“ nur erwähnen!

Die Komik stirbt aber schon vorher, nämlich dann, wenn die Political Correctness es unterbindet, daß wir über Maschinenhaftes lachen. Wenn die Humorlosigkeit um sich greift, hat die Maschine gewonnen und das Lebendige wird schließlich von Aufräumrobotern entsorgt werden.

Die Linke, die Rechte und die Mitte (1962) (Teil 2)

12. August 2018

von Jerome Eden

Wenn die These richtig ist, daß die politischen Parteien (wie sie von den Extremen „links“ und „rechts“ deutlich gekennzeichnet werden) nichts weiter als gesellschaftliche Projektion biophysikalischer Energien sind, die vom gepanzerten Menschen zum Ausdruck gebracht werden, dann sollten wir in der Lage sein zu zeigen, daß das sich gegenseitig ausschließende, offenbar sich widersprechende Verhalten des Konservativismus contra des Liberalismus seine Wurzeln in einem gleichzeitigen, identischen gemeinsamen Funktionsprinzip hat. Lassen Sie uns dies im Sinne behalten, wenn wir einige allgemeine Kategorien untersuchen.

Genitalität: Da die Blockierung der natürlichen genitalen Äußerung und die Befriedigung bei Kindern und Heranwachsenden die Hauptursache der Panzerung ist, können wir erwarten, daß alle gesellschaftlichen Organisationen des gepanzerten Menschen im Grunde sexualverneinend sind. Beide, „die Linke“ und „die Rechte“, zeigen stets die heftigsten Reaktionen gegen jedwede natürliche Sexualreform. Alle politischen Organisationen widersetzen sich aktiv derartigen Reformen und vereinigen bei diesem Widerstand ihre Kräfte mit dem „politischen Gegner“. Gleichzeitig bedroht die Verteidigung und Bejahung eines natürlichen selbstregulierten genitalen Liebeslebens das eigentliche Fundament des politischen Irrationalismus, da es die Tür für die Entwicklung der rationalen Arbeitsdemokratie öffnet. Entsprechend ist heute das rotfaschistische Rußland in seiner Haltung zur natürlichen Sexualität weit reaktionärer als seine „reaktionären“ Gegner.

Meinungswechsel: Tagtäglich lesen wir vom Übertritt von der extremen „Linken“ zur extremen „Rechten“ und umgekehrt. Dies ist eine direkte Projektion der periodischen biophysikalischen Schwankungen von gepanzerten Äußerungen. Der Zorn des Liberalen zieht sich in die Schuld (Angst) des Konservativen zurück. Der individuelle und der gesellschaftliche Organismus kann jeweils nur ein gewisses Maß an Bewegung in jede Richtung ertragen.

Absolutismus: Beide politischen Extreme gründen ihre Ideologie auf statischen Absolutheiten. Die konservative Ideologie leitet sich vom Glauben an eine allmächtige Gottheit her, welche „unerkennbar“ ist und wissenschaftlich nicht objektiv nachgewiesen werden kann, die aber nichtsdestoweniger bestimmte Dogmen kundtut, welche von einer ausgewählten Gruppe empfangen und interpretiert werden können. Diese auserwählte Gruppe belehrt ihre Untertanen in ihrer autoritären, sexualverneinenden Ideologie, die den Massen das Gefühl von Machtlosigkeit erneut einprägt und so die Verewigung des Status quo sichert.

Im Wesentlichen leitet die liberale Ideologie ihre Autorität aus der gleichen Quelle her, obwohl sie die Existenz jeden Gottes kategorisch bestreitet, aber sie verteidigt fest ihre Position auf der Grundlage einer absoluten historischen Notwendigkeit (d.h. einem Naturgesetz, somit also Gott!). Die Propaganda über die absolute, unfehlbare Natur des „Staates“ (immer im gegenwärtigen Führer personifiziert) wird den sexualverneinenden, unterwürfigen Massen vorgesetzt, deren ruinierte Charakterstrukturen den Aufstand gegen die Tyrannei verhindern, die sie nur im Stillen erdulden können.

Überdies reagiert der statische, absolute Charakter sowohl der „Linken“ als auch der „Rechten“ mit gewalttätigem Haß auf jede Idee oder soziale Bewegung, die die „Ordnung des statischen Absolutismus“ gefährdet. Man darf z.B. reden, schreiben, forschen, Bücher herausgeben oder praktisch aktiv werden, vorausgesetzt, daß diese Tätigkeit die absolute statische Struktur des Staates akzeptiert. Ein Erzieher darf öffentlich das Erziehungssystem kritisieren, was seine Untauglichkeit, die Minderwertigkeit seiner Lehrer, die Unzulänglichkeit seiner Schüler, etc. betrifft. Aber laß ihn öffentlich die patriarchalisch-autoritäre, sexualablehnende Grundlage des Erziehungssystems verurteilen und er kann froh sein, wenn er mit heiler Haut davonkommt. Somit ist ein Maß für die praktische Freiheit, die es in jeder beliebigen Gesellschaft gibt, der Grad bis zu welchem radikale (an die Wurzel gehende) Kritik erlaubt ist und ermutigt wird.

Motive, Mittel und Ziele: Das Handlungsmotiv bestimmt die Wahl der Mittel, mit denen das Motiv zum Ausdruck gebracht wird, was wiederum das Endergebnis bestimmt. Das Motiv (oder die Anregungsenergie) der „Linken“ und „Rechten“ ist ein Ausdruck gepanzerter Organismen. Was zum Beispiel die Sexualmoral betrifft, sind konservative Sitten Kristallisationen von vorwiegend ängstlichen Gefühlen, die im Diktum „Nicht berühren!“ zusammengefaßt sind. Das bedingt die Entwicklung der ängstlichen konservativen Tabus hinsichtlich der natürlichen Sexualität. Da die konservative Motivation nicht auf der primären, natürlichen Energie beruht, folgt daraus, daß die daran anschließenden Mittel und Ziele bei Kindern und Jugendlichen zu einer Reproduktion der gepanzerten Gefühle des Konservativismus führen.

Bei der liberalen „Linken“ ist die Anregungsenergie ebenfalls eine gepanzerte Abweichung, aber in Richtung Zorn. Der Liberale setzt Mittel ein, die Ausdruck der Verachtung für die natürliche, selbstgesteuerte Genitalität sind, was sich in „Freie Liebe für alle!“ zusammenfassen läßt. Die dünn maskierte sexualablehnende Einstellung der „Linken“ wird immer dann offensichtlich, sobald der Liberalismus an die Macht kommt. Hat die Linke erst einmal die Macht erlangt, zeigt sie eine tiefsitzende Unfähigkeit, die Massen zum genitalen Glück zu führen, nach der sie suchen. Dabei offenbart sich die Linke als ein sogar noch strengerer sexueller Tyrann als ihr konservativer Gegenspieler.

Wiederum ist das CFP beider Ideologien die Angst vor der Bewegung der Lebensenergie. Deshalb ist es nicht überraschend, daß wer immer auch diese Bewegung – tiefe, energetische Bewegung – dazu bringt, in den beiden politischen Körpern zu fließen, gewärtigen muß, (von Roten Faschisten) als „Schwarzer Faschist“ oder (von Schwarzen Faschisten) als „Roter Faschist“ bezeichnet zu werden. Nichts legt so deutlich die gemeinsame gepanzerte Wurzel beider Ideologien frei wie die Tatsache, daß beide „sich bekämpfenden“ Gruppen sich stets zu gemeinsamer zerstörerischer Tat zusammengeschlossen haben, um das Wissen vom – und die Bewegung zum – Naturgesetz der Lebensenergie im Menschen zu zertrümmern.

Grundlegende Naturforschung: Da die grundlegende Naturforschung sich mit den Wurzeln der Dinge befaßt, wie sie im Naturgesetz (Gott) zum Ausdruck kommen und demonstriert werden, müssen wir darauf gefaßt sein, dieses lebenswichtige Feld menschlicher Bestrebungen übersät zu finden von Büchern, die verboten wurden, und den hingemordeten Körpern der größten Denker, Entdecker und Forscher der Menschheit – alle in der einen oder anderen Weise gekreuzigt, weil ihre Arbeit den absoluten, statischen Charakter des gepanzerten Menschen und seiner sozialen Projektionen gefährdete. Unglücklicherweise war und ist dies der Fall von Sokrates bis Wilhelm Reich.

Soweit es den gepanzerten Menschen betrifft, haben sich seine Gefühle, Gedanken und Taten in 2000 Jahren nicht um ein Jota geändert. Nur das Bühnenbild wurde umgeändert mit neuen Hintergründen, Stilformen, Kostümen und Bezeichnungen. Doch, egal in welchem Jahrzehnt oder Jahrhundert, bestimmt die Verschiebung der biologischen Energie im gepanzerten Menschen die Schwankungen von irrationaler Angst zu irrationalem Zorn, von „rechts“ nach „links“, vom Schwarzen Faschismus zum Roten Faschismus. Und diese Abweichungen werden solange andauern, bis der Mensch lernt damit aufzuhören, bei seinen Kindern in den natürlichen Fluß der Lebensenergie einzugreifen und dieser Lebensenergie erlaubt, weder nach „rechts“ noch nach „links“, sondern unbehindert den mittleren Weg des genitalen Glücks hinabzuströmen, dem einzigen Weg zu einer friedlichen, schöpferischen menschlichen Gemeinschaft.

Original veröffentlicht in der Zeitschrift Creative Process, Vol. 2, April 1962

nachrichtenbrief121

11. August 2018

Die Linke, die Rechte und die Mitte (1962) (Teil 1)

10. August 2018

von Jerome Eden

Die in der Kindheit und Jugend beginnende Behinderung des natürlichen genitalen Ausdrucks im Menschentier ist ein Hauptfaktor bei der Bildung der chronischen Muskelpanzerung unserer Spezies. Der Muskelpanzer dient der Bindung und Drosselung des gefühlsbetonten Ausdrucks von Angst, Zorn und insbesondere von Liebe. Jedoch sind diese emotionalen Ausdrucksformen im Individuum niemals vollständig gebunden und gedrosselt, sie stellen deshalb die Energie für das Sozialverhalten und die gesellschaftlich Organisation des Menschen zur Verfügung.

Neben der Abtrennung des Menschen vom Kontakt mit seinen einheitlichen Wurzeln in der Natur führt die Panzerung dazu, die Äußerungen des Menschen in, auf den ersten Blick polar entgegengesetzten, unvereinbaren Zweiheiten aufzuspalten. Zum Beispiel ist der gepanzerte Mensch gleichzeitig pornographisch und zwanghaft moralisch. Er organisiert Gesellschaften zur Verhinderung von Grausamkeiten an Tieren, kerkert jedoch „jugendliche Straffällige“ dafür ein, daß sie es gewagt haben ihre naturgegebene genitale Liebe zum Ausdruck zu bringen. Er gesellt sich Suchtrupps bei, um eine verlorengegangene Welpe zu suchen, metzelt dann aber Tausende von Rehen zum „Sport“ nieder. Für „die Entwicklungshilfe“ gibt er Millionen von Dollar aus, um sie dann zu atomarer Asche zu pulverisieren. Er schickt Millionen von Nahrungspaketen nach Übersee, pflügt jedoch hektarweise Weizen unter und bestraft Farmer, wenn sie ihre „Quote“ überschritten haben. Sehnsüchtig schreibt er von „Unabhängigkeit“, „Freiheit“ und „Gleichheit“, zerschlägt aber jeden praktischen Schritt hin zur Verwirklichung dessen, wovon er nur träumen kann. Kurz gesagt, ist der gepanzerte Mensch ein Widerspruch aus verzerrten Lebensäußerungen, irrational, willkürlich und ohne Sinn und Verstand. Wir verdanken der Arbeit von Dr. Wilhelm Reich, daß wir die logische Notwendigkeit dieses Irrsinns verstehen können. Es ist Dr. Reichs funktionelle Denktechnik, eine Denktechnik, deren leitendes Prinzip „die Identität der Variationen in ihrem gemeinsamen Funktionsprinzip (common functioning principle, CFP)“ ist, die es uns ermöglicht, in dieser Unordnung einen Sinn auszumachen.

Schauen wir, ob wir diese Denktechnik auf die gegenwärtigen politischen Aktivitäten anwenden können. Im Bereich der Politik (die Machtorganisation des gepanzerten Menschen) finden wir zwei antagonistische, sich offenbar gegenseitig ausschließende politische Philosophien – Liberalismus und Konservatismus. In der Theorie tritt der Liberale für soziale Reformen ein und arbeitet aktiv darauf hin, derartige Reformen entweder jetzt gleich oder in der nahen Zukunft zu verwirklichen. Auf der anderen Seite befürwortet der Konservative in allen Dingen eine Verewigung des Status quo und der konservative Einfluß macht sich mehr als ein passiver, zurückhaltender Bremsmechanismus gegen jede Bewegung hin zur sozialen Veränderung geltend.

Während Perioden relativer gesellschaftlicher Stabilität hält die eine Gruppe eine Haltung freundlicher Toleranz gegen die andere aufrecht. Ökonomischer und sozialer Druck mobilisiert jedoch diese Gruppen zu immer heftigeren Gefühlsäußerungen von Feindseligkeit. Und Perioden gesellschaftlicher Krisen zwingen die Gruppen, die jeweils andere für nationale und internationale Probleme verantwortlich zu machen.

Immer wenn gesellschaftliche Spannungen zunehmen, zeigen sich die spezifischen Eigenschaften der jeweiligen Gruppe deutlich in ihren Extremen. So finden wir, daß der extreme Liberale („links“) den Roten Faschismus und der extreme Konservative („rechts“) den Schwarzen Faschismus befürwortet. Um die Dynamik dieser Situation zu verstehen, müssen wir zu unserem Wissen über die Panzerung im Menschentier zurückkehren, der Wurzel und Quelle allen irrationalen politischen Lebens.

Die Funktion des Muskelpanzers liegt darin, ein Niveau des Energiemetabolismus aufrechtzuerhalten, den das Individuum von seiner Struktur her aushalten kann. Jedes ungewohnte Ansteigen oder jede ungewohnte Bewegung der biologischen Lebensenergie wird vom gepanzerten Menschen als Angriff gegen seine Struktur empfunden, da diese Bewegung entsprechende Verschiebungen in starren Organismen erfordert, um das autonome Bewegungsvermögen zu blockieren. Selten wird ungebundene Energie als lustvoll empfunden und der gepanzerte Mensch bringt diese bewegliche Energie entweder als Angst oder als Zorn zum Ausdruck. Daraus folgt, daß alle politischen Organisationen, die von gepanzerten Menschen aufgebaut werden, nichts weiter als vergesellschaftete Projektionen biophysikalischer Zustände sind. Derartige gesellschaftliche Strukturen sind notwendig, um sozial akzeptable Ventile für sekundäre ungebundene Energie zur Verfügung zu stellen. Daher ist das konservative („rechte“) Lager die soziale „Heimat“ für die Angst des gepanzerten Menschen, während sein Zorn sich im „linken“ Lager der Liberalen zu verankern sucht.

An diesem Punkt wäre es von Vorteil, wenn wir uns daran erinnern, daß wir es mit den dynamischen Funktionen der Panzerung und damit mit ihren gesellschaftlichen Projektionen zu tun haben. Daher kann jedes Konzept, das derartige bewegliche, sich dauernd ändernde Zustände beschreiben soll, dies bestenfalls näherungsweise leisten. Der gepanzerte Mensch ist nie ein Lebewesen, das entweder vollständig von Zorn oder vollständig von Angst bestimmt wird. In jedem gegebenen Moment bestehen beide sich einander ausschließenden Äußerungen im gepanzerten Lebewesen und beide finden ihr gemeinsames Funktionsprinzip (CFP) in den tiefsten, ursprünglichen Äußerungen des Liebeslebens des Organismus. Diese Faktoren gelten auch bei den Organisationen, welche ihre Existenz aus den gepanzerten Strukturen herleiten.

[Nachbemerkung des Übersetzers: Edens Ausführungen können gewisserweise als Einführung in den Artikel von Paul Mathews gelten, der hier demnächst veröffentlicht werden wird und dessen Illustration umgekehrt erst Edens Ausführungen verständlich machen wird.]

Faszinosum Islam

9. August 2018

Hier soll es um den wahren, will sagen tieferen Grund für die Anziehungskraft des Islam und für die von der Linken forcierte Islamisierung Europas gehen. Meine These ist, daß der Islam ein Faszinosum ist, weil er sich gegen das Gesetz stellt. Um dem Einwand vorzugreifen, der Islam sei doch eine Gesetzesreligion, sei zunächst auf die Dialektik verwiesen: Gegensätze gehen ineinander über, wie ich anhand von Mohammed und seinem Allah beschreiben werde. Chaos führt zu absoluter Herrschaft, absolute Herrschaft ist aber notwendig identisch mit Chaos (– man schaue sich nur die Entstehung, Entwicklung und den Untergang des „Dritten Reichs“ an). Weiterführend ist natürlich die funktionalistische Sichtweise: Gegensätze gehen aus gemeinsamen Funktionsprinzipien hervor, so daß man die Dinge von verschiedenen Funktionsebenen her betrachten muß. Hierher gehört insbesondere die Betrachtung sozialer und religiöse Vorgänge von den drei Schichten der Charakterstruktur her. Es ist ein gewaltiger Unterschied, ob das in der sekundären Schicht verankerte Recht die sekundären Triebe in Schach hält und letztlich den biologischen Kern schützt oder ob es ganz im Gegenteil, wie im Sozialismus und im Islam, die sekundären Triebe zum Ausdruck bringt. Beispielsweise ging das jüdische Recht aus der Abwehr genau jener orientalischen Grausamkeiten hervor, die im Koran und der Scharia ihren letztgültigen Ausdruck gefunden haben. Beispielsweise soll das jüdische „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ die übermäßige Rache einschränken (etwa das Handabhacken bei Diebstahl), die Trennung von Milchigem und Fleischigem soll daran gemahnen nicht „das Kalb im Milch der Mutter zu kochen“, d.h. von lebensverachtender (und damit letztendlich Gott negierender) „satanistischer“ Grausamkeit Abstand zu nehmen, etc.

Allah hat mit dem Gott der Juden und Christen rein gar nichts zu tun! Ausgehend von der Schöpfung der Welt, die er zu bewahren gelobt, über seinen Vertrag mit Israel, bis hin zur Erlösungs-Garantie durch Gottes einzigem eingeborenem Sohn. Juden und Christen leben mit Gott in einer Vertragsbeziehung. Das geht soweit, daß Rabbis in den Vernichtungslagern sogar Gerichtsprozesse (sic!) gegen Gott (sic!) abgehalten haben, weil der sie offensichtlich ohne jeden ersichtlichen Grund verraten, d.h. den geschlossenen Vertrag nicht eingehalten hatte.

Vollkommen anders mit Allah und seinem letzten und letztgültigen Propheten Mohammed. Allah tut und läßt, was er will. Er ist der ultimative absolutistische Souverän, der sich durch nichts und niemanden, nicht mal durch sein eigenes Wort binden läßt. Genauso sein Prophet. Nicht nur, daß Mohammed ständig neue Suren diktierte, die ältere Suren („das letztgültige Wort Gottes“!) ungültig machten – er selbst hielt sich an keinerlei überkommene Gebote, etwa was eine (im arabischen Verständnis) humane Kriegsführung oder Heiratsgesetze betraf, die Inzucht verhindern sollten. Mohammed und sein Allah haben schlichtweg getan, wie ihnen beliebte.

Wegen seiner sekundären Triebe benötigt der gepanzerte Mensch Gesetze, die ihn in Schach halten und so ein einigermaßen reibungsloses Leben ermöglichen. Der Mohammedanismus ist eine vollständig andere Kultur: man identifiziert sich mit der Willkür und würde willkürlich und selbstsüchtig handeln, wenn nicht die Willkür der Nachfolger Mohammeds einen mit brutaler Gewalt Einhalt gebieten würden. Fällt das weg, dann hat man – das heutige Berlin vor sich.

Hier ist auch der tiefere Grund zu suchen, warum sich so viele Menschen, insbesondere aber „emanzipatorische Linke“ so sehr vom Islam angezogen fühlen und diesen geradezu fanatisch verteidigen. In ihrer Kontaktlosigkeit glauben sie untergründig, daß hier das authentische, herrschaftsfreie Leben, das UNGEPANZERTE Leben sein Haupt erhebt. Übrigens fließt das mit einer älteren Faszination in eins: die für die „Gesetzlosen“. Man denke an die Besessenheit mit der ausgerechnet Linke sich für Gangsterfilme a la Der Pate interessieren, wo aus mörderischen feigen Ratten Helden gemacht werden. Das unsere Gefängnisse von Moslems bevölkert sind, rundet das Bild ab.

Die Migrationspolitik ist eine weitere mißlungene biologische Revolution = mißgeleiteter Versuch die Panzerung zu beseitigen.

Der verdrängte Christus: 18. Am Anfang stand der Neuplatonismus

8. August 2018

Ein neuer Artikel auf http://www.orgonomie.net:

DER VERDRÄNGTE CHRISTUS:

18. Am Anfang stand der Neuplatonismus

Emotionen und Politische Diskussion (Teil 2)

7. August 2018

von David Holbrook, M.D.

Ich bin der Meinung, daß, wenn man seine politischen Ansichten auf der Wirklichkeit gründet, man nicht das Bedürfnis verspürt, zu agitieren oder feindselig zu werden, um sie durchzusetzen. Ich benutze das als eine Art Lackmustest, um zu entscheiden, was ich ernst nehmen bzw. weiter untersuchen und was ich ignorieren sollte. Eine ruhig geäußerte Meinung wird viel eher meine Aufmerksamkeit erregen als eine, die mit hysterischer Emotionalität oder Beleidigungen oder Moralisiererei gegenüber den Gegnern vertreten wird. Ich bin absolut für Emotionen und ihren Ausdruck, aber ich bin nicht für Geschrei, buchstäbliches oder metaphorisches, und generell mißtraue ich Emotionen im Bereich der Politik.

Ich mag die Meute nicht, den Mob. Die Art von Dingen, von denen die Meute schreit, basieren selten auf Vernunft oder Tatsachen. Die Meute gehört zu den Dingen, von denen man sich am besten fernhält. Ich nahm an politischen Demonstrationen teil, als ich ein Teenager war, an denen Hunderttausende von Menschen beteiligt waren. Ich kam schließlich zu dem Schluß, daß es sich im Grunde genommen im Wesentlichen um große Partys und im schlimmsten Fall um Unruhen handelte, und daß eine ernsthafte Person sich davon fernhalten sollte.

Im allgemeinen braucht man nicht über Fakten brüllen. Sie verbreiten sich allmählich von selbst, weil sie durch die Wahrheit angetrieben werden. Sie müssen nicht wirklich als Schlagstock benutzt werden, um Leute den Schädel einzuschlagen, das ist kontraproduktiv. Die Wahrheit wird sich schließlich durchsetzen, wenn die Bedingungen stimmen. Es gibt Gründe, warum sich die Wahrheit nicht immer wie ein Lauffeuer ausbreitet. Die Menschen werden auf die Wahrheit hören, wenn sie dazu bereit sind, und man wird die Menschen wahrscheinlich eher überzeugen, wenn man ruhig, großzügig und wohlwollend vorgeht. Das Medium ist die Nachricht. Edle Ziele rechtfertigen keine unwürdigen Mittel.

Was, wenn man die Fakten hat, aber niemand zuhört, könnte man fragen. Meine Antwort lautet, daß es bei Agitation viel weniger wahrscheinlich ist, daß Menschen ein Gehör für die Fakten haben, über die man mit ihnen ins Gespräch kommen will. Je ruhiger die Aussage ist, desto wahrscheinlicher werde ich annehmen, daß sie in der Realität begründet ist und möchte mich weiter damit beschäftigen. Die Tatsache, daß die Person, die die Aussage macht, nicht das Bedürfnis verspürt, etwas anzupreisen oder ihre Meinung jemanden aufzudrängen, beeindruckt mich und vermittelt mir den Eindruck, daß es wahrscheinlicher ist, daß das, worüber gesprochen wird, in der Realität begründet ist, so daß es mein Interesse weckt. Agitation oder Feindseligkeit hat den gegenteiligen Effekt. Je agitierter die Aussage ist, desto eher gehe ich davon aus, daß sie auf Voreingenommenheit beruht, nicht auf Fakten. Voreingenommenheit erfordert definitionsgemäß eine emotionale Investition. Die Aufmerksamkeit auf die Realität zu richten wird hingegen leichter durch einen ruhigen Geisteszustand sowohl im Individuum als auch zwischen den Individuen. Fakten stehen für sich selbst ein, man muß keine Schreierei über sie veranstalten und es ist weniger wahrscheinlich, daß sie Menschen aufgezwungen werden müssen, im Gegensatz zur Voreingenommenheit, die den Einsatz von Gewalt für ihre Durchsetzung erforderlich macht. Wenn man überzeugt ist, die Fakten auf seiner Seite zu haben, aber niemand auf dich zu hören scheint, dann sollte man sich fragen, was die Menschen daran hindert zuzuhören. Das wäre ein vernünftiger Ansatz. Allgemein gesagt, ist es so, daß, wenn man Leute bedrängt, sie sich dessen erwehren, statt zuzuhören. Bedrängen ist demnach generell kontraproduktiv. Wenn du versuchst, jemanden von etwas zu überzeugen, wird das Beleidigen definitiv nicht funktionieren! Wenn sich etwas Faktisches nicht angemessen ausbreitet, bedeutet das, daß es eine andere Tatsache gibt, die seine Verbreitung verhindert, und man sollte versuchen rational herauszufinden, was diese Tatsache ist. Cartoon-hafte Meinungen oder Fantasien über den Gegner lassen dich nur dumm aussehen.

Wann hast du zum letzten Mal gesehen, daß jemand gleichzeitig rational und agitiert war? Agitation ist ein Zeichen von Verwirrung. Menschen, die einen guten Zugang zu den Fakten haben, müssen gemeinhin nicht in Wallung geraten. Wenn sie auf ein Hindernis stoßen, werden sie sich zurückziehen, über die Situation nachdenken und versuchen, einen besseren Weg zu finden, um die Leute zu erreichen.

Dr. Holbrooks Facebook-Seite entnommen, aus dem Amerikanischen übersetzt und hier abgedruckt mit seiner freundlichen Genehmigung.

nachrichtenbrief120

6. August 2018