Tornados und Orgonenergie

9. Dezember 2016

In Jerome Edens Die kosmische Revolution findet sich eine wenig zufriedenstellende Tabelle, die die Zunahme von Tornados im 20. Jahrhundert zeigen soll. Tornados entstehen, wenn die atmosphärische Orgonenergie DOR sequestriert, so daß vermehrte Tornados auf eine Zunehmende DOR-Verschmutzung hinweisen.

Tatsächlich scheint jedoch die Zahl der Ausbrüche von Tornados Jahr für Jahr konstant zu sein, doch die Anzahl der einzelnen Tornados pro Ausbruch („Tornado-Cluster“) hat stark zugenommen. Ein Tornado-Cluster ist eine Abfolge von sechs oder mehr Tornados innerhalb weniger Tage. Die folgende Grafik zeigt, wie die Zahl von gefährlichen Tornado-Clustern mit einer großen Anzahl von einzelnen Tornados im Laufe der Zeit angestiegen ist:

tornado-outbreak

Zwischen 1965 und 2015 haben sich extreme Tornado-Ausbrüche (Cluster mit 12 oder mehr Tornados) etwa verdoppelt, von 40 im Jahr 1965 auf fast 80 im Jahr 2015. Warum das so ist, weiß niemand. Deshalb glichen Michael Tippett (Columbia University) et al. diese Ereignisse mit meteorologischen Faktoren ab. Überraschenderweise zeigten die Veränderungen dieser Faktoren jedoch nicht die erwartete Signatur einer vermeintlichen „globalen Erwärmung“.

Mit steigender Erderwärmung würde man erwarten, daß die „konvektive verfügbare potentielle Energie“ (CAPE) und damit die vertikale Windgeschwindigkeit ansteigt. Tatsächlich hat sich CAPE aber kaum verändert. Was nichts mit der angeblichen Erwärmung zu tun hat, aber trotzdem angestiegen ist, ist die „Schraubenhaftigkeit“ (Gewittersturm relative Helizität, SRH) der Winde. Um was es also wirklich geht, ist die Heftigkeit der Sequestration des DOR durch Überlagerung.

Erdrotation und Orgonenergie

8. Dezember 2016

Unsere Erde dreht sich im Laufe der Zeit immer langsamer, weil unter anderem der Einfluß des Mondes sie abbremst. Bisher galt dabei eine Verlängerung der Tageslänge von rund 2,3 Millisekunden pro Jahrhundert als Richtwert. Doch wie britische Forscher ermittelt haben, ist die Verlangsamung der Erdrotation offenbar um 0,5 Millisekunden geringer als bisher angenommen. Es muß daher Prozesse geben, die dem Bremseffekt des Mondes entgegenwirken.

Catherine Hohenkerk vom Königlich britischen Nautical Almanac Office in Taunton und ihre Kollegen könnten hier ein Problem der Orgonphysik gelöst haben. Die gängige Physik nimmt nämlich an, daß die Erdrotation auf die Bildung des Sonnensystems zurückgeht, damit rein mechanischer Natur sei und sie aufgrund der vom Mond ausgehenden Gezeitenkräfte, also imgrunde wegen Reibung, immer mehr abnimmt. Reich hingegen glaubte, daß die Erdrotation auf die Bewegung der atmosphärischen Orgonenergie von West nach Ost beruht.

Hohenkerk et al. gehen nun aufgrund ihrer Auswertung historischer astronomischer Daten davon aus, daß es einen zusätzlichen, leicht beschleunigenden Prozeß geben muß, der die Verlangsamung durch den Mond teilweise aufhebt. Die Orgonenergie? Die Forscher selbst vermuten rein mechanische Veränderungen der Dynamik des Erdinneren oder weil die Pole seit der letzten Eiszeit immer kleiner werden und sich damit die Gestalt der Erde verändert.

Donald Trump und die Libidotheorie

7. Dezember 2016

Die Schulpsychiatrie stellt Trump als perfektes Beispiel der „narzißtischen Persönlichkeitsstörung“ hin (die u.a. zu Depressionen neigen kann), für die Orgonomie ist Trump ein „oral unbefriedigter phallisch-narzißtischer Charakter“, d.h. ein Phallischer Narzißt mit einer oralen Blockierung aufgrund von Nichtbefriedigung. Er ist ein Mensch mit einer schwerwiegenden Blockierung der oralen Libido. Zwar konnte er trotzdem eine frühe Ausprägung der Genitalität erreichen, den phallischen Narzißmus, doch wird diese von unbefriedigten oralen Strebungen überlagert. Beide Diagnosen, die gängige und die orgonomische, gehen auf Reichs Arbeit zurück, die erstere modifiziert in den 1960er Jahren durch Otto F. Kernberg und Heinz Kohut, die letztere zur gleichen Zeit durch Elsworth F. Baker.

Der Unterschied ist, daß die gängige Diagnostik rein deskriptiv ist, sowie zu allgemein und gleichzeitig zu spezifisch. Was verlorenging war eine Betrachtung von der Libido her, in diesem Fall die phallische und die orale Libido. Das führt dazu, daß willkürlich alles „selbstbewußte Verhalten“ als „narzißtisch“ pathologisiert werden kann und gleichzeitig nur sehr starke Ausprägungen von Narzißmus überhaupt diagnostiziert werden. Man muß schon schrille Symptome zeigen, um die Diagnose einer Persönlichkeitsstörung zu erhalten. Die Diagnose wird von den Symptomen abhängig und verliert dadurch jeden therapeutischen Wert, da derjenige, der nicht auffällig ist, als „gesund“ eingeschätzt wird – und Gesunde als pathologisch. Eine bio-psychiatrische Diagnostik im Sinne Reichs hingegen sagt zukünftiges Verhalten voraus, da sie die Psychodynamik erfaßt, während die gängige Diagnostik nur eine statische und denkbar oberflächliche Klassifikation darstellt und kein Kriterium für Gesundheit hat.

Man betrachte eine beliebige „Tunte“ mit ihrem affektierten Manierismen, identifiziere sich mit ihr und verhalte sich genau wie sie. Unmittelbar wird man die „klebrige“ anale Abwehr gegen das bedrohliche („kastrierende“) Phallische spüren. Sodann übertreibe man das gängige männliche Verhalten, „zackig“, dominant und aggressiv. Man wird unmittelbar spüren, was „Abwehr der analen Unterwerfung“ bedeutet. Bei Menschen wie Trump wird diese phallische Position, die ständig mit entsprechendem großspurigem Auftreten aufrechterhalten werden muß, von oralen Strebungen überlagert. Wurden diese in der libidinösen Entwicklung unterdrückt, entwickelt sich ein chronisch depressiver Zug mit einer entsprechenden asketischen und buchstäblich „maulfaulen“ Grundhaltung. Kam es zu einer nur teilweisen Unterdrückung, entwickelt sich eine „manisch-depressive“ Symptomatik mit einer Tendenz zu Suchtverhalten und einem „haltlosen Mundwerk“. Das Suchtverhalten hat Trump zeitlebens mit strenger Disziplin und einem schier unmenschlichen Arbeitspensum stets unter Kontrolle gehalten. Aber unbedachte Äußerungen und ein Hang zu unüberlegten Handlungen hätten ihm beinahe seine Präsidentschaft gekostet. Die ungenügende orale Panzerung kann, wenn sie plötzlich nachgibt, zur sporadischen Überflutung des okularen Segments mit Energie und entsprechend irrationalem Verhalten führen („Manie“).

Die gängige Diagnostik („narzißtische Persönlichkeitsstörung“) ist abstrakt und kaum mehr als eine Denunziation. Die auf der Libidotheorie gründende Diagnostik ist unmittelbar nachvollziehbar und praktikabel: man weiß unmittelbar, wo es bei Trump problematisch wird. Es dreht sich alles um die brüchige Männlichkeit des Phallischen Narzißten und um Sprunghaftigkeit aufgrund einer oralen Panzerung, in der die Nichtbefriedigung des Säuglings bis heute fortwirkt.

Die Ausdruckssprache des Lebendigen und die Linguistik

6. Dezember 2016

In Charakteranalyse behauptet Reich, „daß das Lebendige über eine eigene Ausdruckssprache vor, jenseits und unabhängig von aller Wortsprache verfügt“ (KiWi, S. 476). Dabei stellt sich die Frage, ob es eine „Ursprache“ gegeben hat, in der diese orgonbiophysikalische Ebene beim noch ungepanzerten Menschen unmittelbar in die Lautsprache übergegangen war. Die Suche nach dieser Ursprache haben die Linguisten schon vor langem aufgegeben bzw. das Konzept einer „Ursprache“ überhaupt grundsätzlich verworfen. Nun sind aber Damián Blasi (Max-Planck-Institut für Mathematik in den Naturwissenschaften, Leipzig) et al. mit Hilfe der Statistik auf eine vollständig unerwartete und für sie unerklärliche weltumspannende Struktur in der Zuordnung von Laut und Bedeutung in den unterschiedlichsten Sprachen gestoßen.

Diese Zuordnung galt bisher als vollkommen zufällig mit einigen wenigen interessanten Ausnahmen. Allgemein bekannt ist etwa das weltweite Auftreten des Wortes „Mama“ für Mutter. Jedenfalls kommt in sehr vielen Sprachen im Wort für „Mutter“ ein „m“ vor. Außerdem werden bestimmte Klänge praktisch überall mit groß (a und o) und klein (e und i) assoziiert. Aber derartige Beziehungen galten bisher als sehr selten.

Nun wurden in 4000 Sprachen, d.h. bei zwei Drittel aller bekannten Sprachen und 85 Prozent der sprachlichen Verwandtschaftsgruppen, 40 grundlegende Begriffe untersucht. Man fand, daß die Zuordnung von Laut und Bedeutung doch nicht rein zufällig zu sein scheint.

Für bestimmte Begriffe und Konzepte werden in den meisten Sprachen einige Laute häufiger benutzt als andere – und diese Laute stimmen selbst bei vollkommen verschiedenen Sprachen auffällig oft überein. „Gerade in den Begriffen für Körperteile tauchen manche Laute in besonders vielen Sprachen auf, andere in besonders wenigen“, sagt Blasi. So ist die Nase in sehr vielen Sprachen mit einem „N“ oder „Neh“-Laut verknüpft oder mit einem „u“. Ein „a“ wie im Deutschen ist dagegen eher die Ausnahme. In Wörtern für das Knie kommen überproportional häufig die Buchstaben o, u, p, k und q vor. Der Ausdruck für die Zunge enthält dagegen in vielen Sprachen ein „l“. Ebenfalls auffällig: Der Begriff für „Sand“ enthält oft einen „s“-Laut und ein „a“, „Stein“ dagegen einen „t“-Laut. Bei insgesamt 30 der 40 untersuchten Begriffe fanden die Forscher solche sprachübergreifenden Ähnlichkeiten

„Unserer Analyse zufolge werden bestimmte Laute bei einem großen Teil aller Begriffe über Kontinente und Sprachfamilien hinweg bevorzugt oder vermieden““, resümiert Blasi. Und das gelte für Menschen, die kulturell, historisch und geographisch sehr verschieden seien. „Das Ergebnis ist gerade in Anbetracht der enormen Variationsmöglichkeiten in den weltweiten Sprachen erstaunlich und verändert unser Verständnis der Randbedingungen, unter denen Menschen kommunizieren.“ Warum Menschen weltweit bestimmte Laute für bestimmte Konzepte bevorzugen, ist bisher nicht klar. Die Ähnlichkeiten lassen sich nach Angaben der Forscher weder durch Verwandtschaften zwischen den Sprachen erklären, noch durch den Einfluß einer hypothetischen Ursprache, der sich möglicherweise noch in vielen heutigen Sprachen bemerkbar macht.

Die Sprache schwebt nicht frei in der Luft, sondern ist in den Tiefen unserer orgonbiophysikalischen Struktur verankert.

Die okulare Panzerung an den Rändern

5. Dezember 2016

Je weiter man zu den beiden extremen des soziopolitischen Spektrums geht, desto schwerwiegender wird die okulare Panzerung. Man schaue sich etwa das Geschwafel von Holocaust-Leugnern an, die einfach nicht sehen, daß „Zyklon B“ (Blausäure) ein sehr schlechtes Insektenvernichtungsmittel ist, aber bei Säugetieren schnell und sicher zum Tod führt. Es wurde nur deshalb als Insektenvernichtungsmittel benutzt, weil es sich rückstandlos verflüchtigt und deshalb problemlos etwa in Getreidesilos angewendet werden konnte, auch wenn diese über viele Stunden begast werden mußten, damit tatsächlich alle Insekten starben. Das Mittel war leicht, und ohne großes Aufsehen zu erregen, verfügbar und ideal für den Massenmord an Menschen, ohne etwa mit Kontaminierungen kämpfen oder „Industrieunfälle“ befürchten zu müssen. Liest man dazu Neo-Nazi-Seiten im Internet, wird einem nicht nur speiübel, sondern man bekommt auch Kopfschmerzen angesichts der verqueren Logik dieser Leute. Es ist nicht nur Propaganda – sie sind wirklich nicht in der Lage klar zu denken. Eine Diskussion ist vollkommen sinnlos.

Genauso sieht es bei der extremen Linken aus, die wie selbstverständlich mit den schlimmsten Neo-Nazis „Aktionsbündnisse“ eingehen, etwa den türkischen „Grauen Wölfen“, nur weil diese keine „weißen Männer“ sind. Sie würden auch Hitler toll finden, wenn der nur brauner, gelber oder schwarzer Hautfarbe gewesen wäre! Ich kann mich noch allzugut an ihre überbordende Begeisterung für „nationale Befreiungsbewegungen“ erinnern – und wie buchstäblich keinem von ihnen die ganze Ironie dieses Begriffes aufgegangen ist! Erinnert sich noch jemand, mit welchem Haß und welcher Verachtung sie auf die „Refugees“ der 1970er Jahre, die vietnamesischen „Boat People“, reagiert haben?

Auf beiden Seiten hat man es schlichtweg mit Irren zu tun. Daß sie zunehmend ernstgenommen werden, ist der generellen Zunahme an okularer Panzerung in der Bevölkerung zu schulden.

Die Guten…

4. Dezember 2016

Ich habe mich eingehend mit der „Widerstandsarbeit“ der Sozialisten und Kommunisten gegen das Dritte Reich auseinandergesetzt. Am Ende fragt man sich, was das eigentlich alles sollte, welchen Sinn die teilweise lebensgefährlichen Unternehmungen hatten. All das Gezänk zwischen den verschiedenen Fraktionen und Parteien „des Widerstands“, das sich in ganzen Bibliotheken voller leerem politischen Geschwafel und tödlich langweilig ausgewalzten Parteiinterna niedergeschlagen hat. Schließlich ist mir aber doch der Sinn in diesem Nonsens aufgegangen, als ich von der Rechtfertigung von Jacob Walcher, Vorsitzender der Sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands (SAPD) im Ausland erfuhr. Bei Kriegsende, „wertete er den Erfolg vor allem darin, daß die Gastländer durch die Presse-, Publikations- und Öffentlichkeitsarbeit der SAP über die nationalsozialistische Diktatur aufgeklärt wurde, die es dem englischen Premierminister Neville Chamberlain und dem französischen Premier Eduard Daladier unmöglich gemacht habe, vollends vor Hitler zu kapitulieren, was sie letztlich gezwungen habe, Deutschland den Krieg zu erklären“ (Gertrud Lenz: Gertrud Meyer, Paderborn 2013, S. 110).

Angesichts der zig Millionen Kriegsopfer und der vielleicht 3000 Toten, die auf das Konto des Nationalsozialismus vor dem Krieg gingen, hält sich meine Begeisterung für die Aufklärungsarbeit in Grenzen. (Der Ku-Klux-Klan, ein Organ der Demokratischen Partei, hat genausoviel Menschen ermordert.) Oder mit anderen Worten: an den Händen dieser „Öffentlichkeitsarbeiter“ klebt Blut und hat seit jeher Blut geklebt. Sie haben den Sieg der Bolschewiki herbeigeschrieben, genauso wie den von Mao Tse Tung oder Fidel Castro, drei der mörderischten Regime der Weltgeschichte. Sie haben den Sieg Nordvietnams herbeigeschrieben (bzw. „herbeigesendet“) und standen knapp davor, den Sieg des Weltkommunismus im Kalten Krieg zu erreichen. Beinahe hätten sie Hillary Clinton an die Macht gebracht und damit den Dritten Weltkrieg zu verantworten. Die Exemplare der New York Times kann man, nachdem sie sich 100 Jahre mit dem Blut der 100 Millionen Opfer vollgesogen hat, auswringen.

Reich hat sich 1937, mit der Entwicklung seines Konzepts der Arbeitsdemokratie, spätestens aber 1947, mit dem Angriff Mildred Bradys, von diesem „antifaschistischen“ Milieu losgesagt und es schließlich aktiv bekämpft.

emotion (Teil 3: Spiritualität)

3. Dezember 2016

Bücherlogo

Ein neuer Artikel auf http://www.orgonomie.net:

emotion (Teil 3: Spiritualität)

Peters Hähjt Spietsch

2. Dezember 2016

In der Merkelschen Postdemokratie ist regierungsamtlich viel von „Haß“ die Rede. Etwas ganz Schreckliches, was ausgemerzt werden müsse. Dabei gehört Haß, neben Liebe und Angst, zu den drei Grundemotionen. Phylogenetisch steht sie mit dem Mesoderm und damit der Muskulatur im Zusammenhang: Hindernisse werden beseitigt. Die dazugehörige Emotion ist der Haß. Er ist sowohl eine Antwort auf die Angst (Kontraktion), die das Hindernis hervorruft, hat aber gleichzeitig auch eine expansive, in die Umwelt ausgreifende Komponente. Haß ist dementsprechend etwas Lebensförderndes, Positives.

Der Haß hat einen so schlechten Leumund, weil es ein sozusagen „inneres Hindernis“ gibt: die Panzerung. Alle expansiven, liebevollen Impulse, die vom bioenergetischen Kern aus nach außen streben, müssen dieses Hindernis überwinden und verwandeln sich dabei in Haß. Dementsprechend gibt es einen „rationalen Haß“, der sich gegen reale äußere Hindernisse richtet, und einen „irrationalen Haß“, der eine Funktion unserer gepanzerten Charakterstruktur ist und nicht der Wirklichkeit. Wenn ich mich etwa gegen die Vernichtung des deutschen Volkes durch Umvolkung, die sich ganz konkret in der Vergiftung meines Alltags zeigt, der immer anstrengender und gefährlicher wird, wende, dann ist das rational. Die blinde Niedertracht gegen Ausländer und Fremdrassige („Rassismus“) ist stets irrational (Emotionelle Pest). Das Gesindel, das uns regiert, vermischt das heillos, um darauf sein politisches Süppchen zu kochen. Widerliches Pack!

Ekstase, sexuelle Zwangsmoral und Gott

1. Dezember 2016

Reich zufolge ist Religion eine Art Ersatzbefriedigung, ein Ersatz für sexuelle Erfüllung. Das wird offensichtlich in der religiösen Imagination, ob diese nun in der Musik oder der bildenden Kunst zum Ausdruck kommt. Die „Liebe“ zu Gott hat sexuelle Konnotationen, das Paradies; religiöse Ekstase ist ununterscheidbar von sexueller. Die Religion sorge, so Reich, gleichzeitig aber auch dafür, daß die Menschen sexuell gehemmt werden, sich jede natürliche Lust als sündhaft versagen und „Disziplin lernen“.

Michael Ferguson et al. (University of Utah) konnte jetzt zeigen, daß das Glücksgefühl in Phasen intensiver religiöser Gefühle vom Belohnungszentrum im Gehirn hervorgerufen wird. „Bei der spirituellen Erfahrung feuern ähnliche Neuronen wie bei Liebe, Sex, Glücksspiel oder auch Sucht.“ An die Stelle der Selbstregulierung auf der Grundlage sexueller Befriedigung tritt ein sadomasochistisches Seelendrama.

Die jungen Mormonen, die die Forscher mit Hilfe der funktionellen Magnetresonanz-Tomographie während ihrer religiösen Hingabe untersuchten, beschrieben „ein Gefühl des Friedens und der Wärme, viele waren sogar so bewegt, daß sie Tränen in den Augen hatten (…). Auch im Gehirn der Gläubigen tat sich einiges: Während der Phasen starker spiritueller Gefühle registrierte der Hirnscanner eine deutliche Aktivierung des Nucleus accumbens – einem wichtigen Teil des Belohnungs-Schaltkreises im Gehirn. Dieses Hirnzentrum trägt unter anderem dazu bei, daß wir bei Liebe, Sex, Musik, aber auch Glücksspiel und Drogen intensive Befriedigung verspüren. Offenbar hat auch das Glücksgefühl bei der religiösen Praxis der Mormonen in diesem Schaltkreis seinen Ursprung.“

Gleichzeitig „löste die religiöse Praxis bei den gläubigen Probanden aber noch weitere Hirnveränderungen aus: Auch Zentren für die Aufmerksamkeit und der mediale präfrontale Cortex waren in den Phasen starker spiritueller Empfindungen besonders aktiv. Dieses Hirnareal ist unter anderem für Bewertungen, die Einschätzung von Situationen und moralische Überlegungen zuständig. Demnach hat die religiöse Verzückung bei den frommen Mormonen durchaus auch eine rationale Komponente und ist kein reines, diffuses Gefühl.“

Blogeinträge März/April 2011

30. November 2016

Im März und April stellte Dr. Konia folgende Blogeinträge ins Netz, auf die hier erneut hingewiesen wird, damit sie nicht verlorengehen:

Blogeinträge März/April 2011

  • Die arabische Rebellion und die Emotionelle Pest
  • Die Ausbreitung der anti-autoritären Gesellschaftsordnung auf die moslemische Welt
  • Der Niedergang der modernen Psychiatrie
  • Was ist zur Demokratisierung der islamischen Ländern erforderlich
  • Natürliche Autorität, Zwangs-Autorität und Anti-Autorität
  • Das Gehirn ist nicht der Geist: Was von der neuen Landkarte des Gehirns erwartet werden kann und was nicht
  • Verschwörungstheorien und die Wirkungsweise der Emotionellen Pest
  • Die zunehmende Anzahl von Kindern und Jugendlichen die psychiatrische Betreuung benötigen

 

 
Kommentar zu „Die Ausbreitung der anti-autoritären Gesellschaftsordnung auf die moslemische Welt”

Peter 2013: Beim zweiten Blick paßt das zu Konias Ausführungen:
http://www.bild.de/unterhaltung/leute/justin-bieber/fans-tun-alles-fuer-tickets-konvertieren-in-tv-show-zum-islam-30114444.bild.html

Zu „Der Niedergang der modernen Psychiatrie“

Robert (Berlin) Says: Aus der Frühzeit der Psychiatrie
http://einestages.spiegel.de/external/ShowTopicAlbumBackgroundXXL/a26903/l0/l0/F.html#featuredEntry

O.: Hier die Kurzfassung, da eben mein Text im Äther verschwunden ist (Pech, wenn ich ihn vorhernicht kopiere) …
Die Hysterie gibt es nach wie vor mit fast all ihren Symptomen nur unter anderen Namen im ICD. Sie ist keine Einbildung von Charcot, Freud oder Reich gewesen.
Die fiesen Methoden der Psychiatrie gibt es auch zum Teil noch: EKT, Fixierungen, Zwangsjacken und Psychopharmaka, die schlecht eingestellt sind.
Bei entsprechend „dämlicher“ Behandlung gibt es auch Todesfälle in der Psychiatrie, wie zu Charcots Zeiten, entsprechende Statistiken sind mir nicht bekannt und werden wohl auch nicht veröffentlicht. Beispielweise verstarb meine Großmutter nach wenigen Wochen aufgrund von Dauerfixierung, Bewegungsmangel und künstlicher Ernährung.
Nach dem die Psychiatriereform alle Dauerpateinten plötzlich entlassen hatte, die Betten reduziert wurden, ist die psychiatrische Bahndlung in Deutschland sichtbar besser geworden und ähnelt nicht mehr einem „Zuchthaus“. Dennoch sind EKT (Elektroshocktherapien) und Fixierungen gängige Praxis und werden an Universitäten umworben und gelehrt.

O.: Ein anderer Spiegelartikel (vermutlich von dieser Woche) unterstellt die Zunhame von psychischen Erkrankungen würde durch das DSM 5 und das kommende ICD begünstigt. Die APA, in der auch Psychopharma-Vertreter mitwirken, würde Diagnosen „erfinden“, um ihre Medikamente in großem Stil verkaufen zu können. Eine sehr plakative These, wie ich finde. Man würde einenGroßteil von psychisch „normalen“ Patienten jetzt Diagnosen verpassen und sie medikamentös behandeln wollen.
Hier wird nicht reflektiert, was die neue Arbeitswelt mit den Menschen gemacht hat. Leider gibt es auch immer mehr Menschen, die nicht mehr bis zur Rente arbeiten wollen, da sie keine adequate Arbeit für sich finden oder die zu schlecht bezahlt wird. Das Heraufsetzen des Rentenalters bewirkt außerdem, dass immer mehr Leute ihre positive Arbeitshaltung verlieren und sich dem Arbeitsmarkt innerlich verweigern. Ab 50 wird vermehrt an die Rente gedacht. Ab 60 ist kaum einer noch zu motivieren. Diesem Beispiel folgen auch schon jüngere. Die Angebote des Arbeitamtes sind völlig inakzeptabel, eine Vermittlung findet hier quasi nicht statt. Das Arbeitsamt kann man im Grunde schließen. Und Jugendliche ohne Abitur beginnen gleich mit Hartz IV Jobs wie Kranken- und Altenpfleger.
Viele Menschen sehen sich eben nicht mehr nur als körperlich leidend an, sondern fordern psychische professionelle Hilfe durch Psychologen. Sie warten hierfür bis zu einem Jahr auf die Therapie und bekomen dafür nur VT oder Tiefenpsychologie in der Kurzform.
Eine Verbesserung dieser Situation ist nicht in Sicht, von daher sollen wohl doch die Pillen alles richten, was sie nicht tun. Die Rehabilitaionseinrichtungen der Rentenversicherungen rüsten nun auf: weg von der Psyche, hin zur Arbeitswelt orientierten Medizin.

Robert: Du solltest nicht das Arbeitsamt mit dem Jobcenter verwechseln. Das Jobcenter kann jeden Ausbeuterjob aufzwingen, egal was und welche Bezahlung. Anders beim Arbeitsamt, das Strafen für Nichtvermittlung Zahlen muss.

Robert 2014: Psychiater bezeichnen Non-Konformität als Geisteskrankheit: Nur die Herdenmenschen sind »vernünftig«
Die moderne Psychiatrie ist zur Brutstätte der Korruption geworden, insbesondere die Strömung, die jeden verteufeln und für geisteskrank erklären will, der von der allgemein anerkannten Norm abweicht. Das geht eindeutig aus der neuesten Ausgabe des Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders [Diagnostisches und Statistisches Handbuch Psychischer Störungen, ein Klassifikationssystem der Amerikanischen Psychiater-Vereinigung] oder kurz DSM hervor, in der Menschen, die nicht konform gehen mit dem, was die Verantwortlichen für normal erklären, als geisteskrank eingestuft werden
http://info.kopp-verlag.de/medizin-und-gesundheit/was-aerzte-ihnen-nicht-erzaehlen/jonathan-benson/psychiater-bezeichnen-non-konformitaet-als-geisteskrankheit-nur-die-herdenmenschen-sind-vernuenfti.html

Peter 2015: In der NEW YORK TIMES wird der Niedergang der Psychiatrie diskutiert, die immer noch mit den Mitteln, die Ende der 50er/Anfang der 60er Jahre entdeckt wurden, hantiert, auf der Stelle tritt und die Psychotherapie und deren Weiterentwicklung sträflich vernachlässigt.

In Deutschland ist es, was die psychtherapeutische Ausbildung der Psychiater betrifft, vielleicht etwas besser bestellt, doch die neuen Psychiater lernen jetzt fast immer VT, während die Psychodynamik als „unwissenschaftlich“ mehr und mehr verpönt ist. Bald wird der Ödipuskomplex wieder ein großes Geheimnis sein.

Zu „Was ist zur Demokratisierung der islamischen Ländern erforderlich“

Robert 2013: Zu Tony Blairs Agenda
http://islamnixgut.blogspot.de/2012/07/warum-grobritannien-millionen-muslime.html

Zu „Natürliche Autorität, Zwangs-Autorität und Anti-Autorität“

Peter: Ein Aspekt der antiautoritären Entwicklung ist die Vertuntung der Männerwelt:
http://echtlustig.com/3205/filmhelden-damals-und-heute

Zu „Das Gehirn ist nicht der Geist: Was von der neuen Landkarte des Gehirns erwartet werden kann und was nicht“

Robert 2012: Wie ich schon öfters schrieb, die Psychiatrie ist wieder vor Freud zurückgefallen. Am besten, sie lesen wieder Charcot, Bernheim und Liebault.

Klaus: Worin ‚das Leib-Seele-Problem‘ eher besteht:
http://www.denkabende.de/kognition/bieri.rtf
Ja, die ‚Gehirn-Landkarten‘ entsprechen wohl einer recht naiven Vorstellung.

Peter 2015: Die Bewegung des Körpers macht das Gehirn fexibler: http://www.wissenschaft.de/leben-umwelt/hirnforschung/-/journal_content/56/12054/9088897/Bewegung-macht-das-Gehirn-flexibler/

Zu „Verschwörungstheorien und die Wirkungsweise der Emotionellen Pest“

Robert 2012: http://www.wissensmanufaktur.net/verschwoerungstheorie

Peter: Eine auf den Kopf gestellte Welt!
Verschwörungsleugnung:
„Behauptung, dass ein Ereignis nicht das Resultat einer Verschwörung ist“

Neben den sogenannten Verschwörungstheoretikern gibt es auch eine ganze Branche von Verschwörungsleugnern. Ein Verschwörungsleugner ist jemand, der behauptet, dass ein Ereignis nicht das Resultat einer Verschwörung ist. Eine Beweisführung, daß es etwas nicht gibt, ist allerdings grundsätzlich schwer bis unmöglich. Diese Branche hat sich offenbar in der vom Mainstream geprägten journalistischen Zunft entwickelt, die somit eher wenig zur Transparenz der tatsächlichen Sachverhalte beiträgt, sondern stattdessen die gelegten Nebelkerzen der Verwirrung energetisch versorgt.
Wenn mir jemand so einen Mist vorsetzen würde, würde ich schweigend den Raum verlassen, denn mit solchen Leuten kann man einfach nicht mehr diskutieren.

Robert: „Die Zusammenarbeit von Hugo Chavez in Venezuela, auf der extremen Linken, und Mahmud Ahmadineschad aus dem Iran, auf der extremen Rechten, zeigt die Tendenz von pestkranken Individuen sich spontan gegen ihren gemeinsamen Feind zu organisieren, der freien Welt (besonders Amerika),…“
Der Mann hat eine extreme Augenblockierung. Jeder Trottel kann sich zusammenreimen, warum diese Staaten zusammenarbeiten. Weil die Freie Welt, d.h. die imperialistische USA und ihre Vasallen jedes Land überfallen, was gegen ihre wirtschaftlichen Interessen vorgeht, außer es hat Atombomben. Menschenrechte und Demokratie spielen dabei nicht die geringste Rolle. Und diese Staaten sind auf der Abschussliste.
Chavez ist übrigens durch freie Wahlen an die Macht gekommen.

Peter: Immer langsam mit den Pferden! Erstmal weiß hier kaum jemand, wie eng die freundschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden „frei gewählten“ Regierungen ist (http://latina-press.com/news/136708-iran-venezuela-ahmadinejad-gratuliert-seinem-bruder-hugo-chavez/). Und zweitens sind die wirtschaftlichen Interessen den „ideologischen“ (charakterologischen!) Interessen nachgeordnet, denn ansonsten hätten sich diese beiden Länder nicht praktisch aus der Weltwirtschaft ausgeklinkt und würden nicht offenen Auges dem wirtschaftlichen Ruin entgegentaumeln.

Robert: Na so doof sind deine Leser auch wieder nicht. Gegen die Beiden wird doch ständig gestänkert.
Komisch ist nur, dass immer nur die Gegner der Imperialisten als kranke Psychopathen hingestellt werden, während die Imperialisten sich mit jedem brutalen Diktator verbinden dürfen, ohne dass Konia seine verlogene Klappe aufreißt.

Klaus: Gefällt mir, wie hier die Weise nach dem alten ‚antiimperialistischen‘ Muster und Konias Weise, die Stellungen Irans und Venezuelas verständlich zu machen, gegenübergestellt werden. Es ist schon so, dass Konias Panzerungserklärung etwas Totschlagargumenthaftes an sich hat. Aber: die linke Masche auch. Und: Wer nicht völlig blnd ist, kennt die linken Maschen und … Charaktere. Erkennbar z. B. eben an Gewichtungen, wie sie in pi kommentiert werden:
“ ‚Sorge bereitet uns auch die Gewalt: in U-Bahnhöfen oder auf Straßen, wo Menschen auch deshalb angegriffen werden, weil sie schwarze Haare und eine dunkle Haut haben.‘ Da bleibt einem die Spucke weg! Wo lebt eigentlich dieser Ignorant von Bundespräsident? Es ist nicht zu fassen! Laufend schlagen Leute mit dunkler Haut und schwarzen Haaren Deutsche zusammen und dann das!“

Robert 2013: »Verschwörungstheorie«: Grundlagen eines »Totschlagarguments«
James F. Tracy
Der Begriff der »Verschwörungstheorie« löst bei den meisten in der Öffentlichkeit stehenden Menschen und insbesondere bei Journalisten und Akademikern Angstgefühle und Beunruhigung aus. Seit den 1960er Jahren wurde diese Etikettierung zu einem Disziplinierungsmittel, das sich als überwältigend effektiv erwies, wenn es darum ging, zu verhindern, dass bestimmte Ereignisse untersucht oder kritisch hinterfragt wurden. Vor allem in den USA gilt es als schweres Gedankenverbrechen Orwellscher Prägung, die offizielle Darstellung zu bestimmten Ereignissen oder Einstellungen, die darauf abzielt, die öffentliche Meinung (und damit die öffentliche Ordnung) zu beeinflussen, berechtigterweise infrage zu stellen. Und von einem solchen Verbrechen muss das öffentliche Bewusstsein mit allen Mitteln abgehalten werden.
http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/geostrategie/james-f-tracy/-verschwoerungstheorie-grundlagen-eines-totschlagarguments-.html

Zu „Die zunehmende Anzahl von Kindern und Jugendlichen die psychiatrische Betreuung benötigen“

Robert: Vermutlich spielt auch noch die Nahrung eine Rolle im asozialen Verhalten der Minderjährigen. Heutzutage essen sie viel mehr industriell denaturierte Nahrungsmittel, die besonders in den USA genetisch zerstört und mit chemischen Zusätzen angereichert und verfälscht sind. Einige dieser Zusätze lösen aggressives Verhalten aus.
Etwas anderes: die hier einwandernden autoritär strukturierten Menschen sind sicherlich zurecht entsetzt, wenn sie das Verhalten der antiautoritären Einheimischen erleben, das aus Rebellion gegenüber der traditionellen Autorität besteht.
In den Achtzigern fragte mich mal ein türkischer Kollege, ob ich sauer sei, dass er in den Ferien geheiratet hätte, weil er den Eindruck bekommen hatte, die Deutschen wären gegen das heiraten.

Jean: „Wenn man ihr Verhalten betrachtet, sind Eltern emotional nicht fähig, für das Aufziehen ihrer Kinder die Verantwortung zu tragen. Die Gesellschaft ist zerrissen.“
Ich fange allmählich an zu glauben, dass dies in „autoritären“ Zeiten wirklich anders war, so wie hier immer wieder argumentiert wird (konservativer Kernkontakt). Heute müssen Eltern zu allem einen eigenen Standpunkt finden, und wenn man nicht mit seinen Gefühlen verbunden ist, wird das ein stressiges Unterfangen. Die Fülle von Dingen, die man falsch machen kann, die widersprechenden „Experten“-Empfehlungen, und die belastenden Ergebnisse von schlechtem Kontakt zu den Kindern treiben einen geradezu in die Überforderung. Da war es früher vermutlich tatsächlich leichter, seinen Kindern mit Gefühl zu begegnen.

O.: Mit wie viel Gefühl Eltern ihren Kindern früher begegnet sind – vor, während und nach dem Krieg – läßt sich doch aus der Literatur autoritärer Zeiten ablesen: 1933 „Massenpsychologie des Faschismus“ und „Charakteranalyse“, beide Bücher so aktuell wie damals. Wer glaubt denn, dass wir heute wesentlich besser erziehen würden oder eine Gesellschaft (Schule, TV) die Kinder nicht charakterlich verbiegt, ängstigt und in die Abpanzerung zwingt? Diese Prozesse geschehen auch, wenn Eltern ihren Kindern gegenüber weitestgehend positiv gegenüberstehen, da sie ihre Kinder eben nicht (ausreichend) vor dem Umfeld schützen können.

Jean: Guter Einwand. Ich kenne ältere Menschen aus „autoritären Zeiten“, die ich als sehr herzlich erlebe. Es gibt aber auch viele andere.
„Diese Prozesse geschehen auch, wenn Eltern ihren Kindern gegenüber weitestgehend positiv gegenüberstehen, da sie ihre Kinder eben nicht (ausreichend) vor dem Umfeld schützen können.“
Ich erlebe eher, dass sich Eltern zwischen ihre Kinder und Schule stellen und nach beiden Seiten „gut Wetter“ machen wollen, was natürlich nicht klappen kann. Wenn sich viele Eltern mehr /ganz auf die Seite ihrer Kinder stellen würden, hätten sie vielleicht eine Menge Ärger mit den Schulen, würden aber auch etwas bewirken. Die Konflikte werden aber oft aus Angst vor Nachteilen für die Kinder nicht angegangen. Es ist wie immer: das Gestrüpp der vermuteten und angedrohten Gefahren hemmt eine klare Parteinahme für die Kinder.

O.: Es ist für Eltern absolut schwer sich in den Schulen (trotz Elternbeirat etc.) einzubringen, ohne sich emotional auch zu verwickeln und sich unverstanden zu fühlen. „Unabhängige“ Schulsozialarbeiter, die die Interessen der Schüler (in absolut erster Linie) und Eltern gegenüber der Schule moderieren oder (gemeinsam) vertreten, sind in jeder Schule zu fordern und in einigen auch schon vorhanden. Die emotionale Einmischung der Eltern kann dann besser auf der Sachebene diskutiert und gelöst werden. Als Elternteil sagt man evtl. einmal etwas oder bleibt eine kurze Zeit am Thema dran, dann muss aber darauf vertraut werden, dass eine Lösung gefunden wird. Schüler ohne (professionelle) Unterstützung in einer Schule laufen zu lassen, ist nicht nur nicht mehr zeitgemäß, sondern kontraproduktiv. Das ganze Arsenal der Sozial-Pädagogik ist absolut nowendig neben dem Unterricht, da es um Erziehung und nicht um „Bildung“ geht. Bleibt zu hoffen, dass die Fachkräfte sich klar für die Interessen der Kinder einsetzen. Die Nöte in den Familien sind häufig doch sehr gravierend, so dass man von den Eltern nicht so viel erwarten darf. (Das bezieht sich nicht nur auf die Finanzen.) Von daher hat sich charakterneurotisch nichts verändert, ob wir es autoritär oder antiautoritär nennen, evtl. sind durch eine gewisse (falsch verstandene) anitautoritäre Haltung die Eltern für Gespräche zugänglicher geworden und sind bereiter zum Wohl ihres Kindes etwas zu tun, wenn sie nur wüßten, was und wie.
Man überlege sich auch, wie sehr der normale Mensch – jeden Alters – heute nur allzugerne einen Psychologen/ Psychotherapeuten hätte, wenn die (wenigen) Praxen der VT oder PA nicht so überlaufen wären.
Was hier an therapeutischer Methodik in Germany als „Psychotherapie“ noch gelten darf (mit Kassenzulassung), ist ein anderes Kapitel und verdient dessen Bezeichnung kaum.

Jean: „Das ganze Arsenal der Sozial-Pädagogik ist absolut nowendig neben dem Unterricht, da es um Erziehung und nicht um “Bildung” geht. “
Zur Schule gehört auch für mich die Anerkennung der Tatsache, dass wir Erwachsenen immer erziehen, wenn wir mit Kindern und Jugendlichen zusammen sind, und uns damit nicht aus der Verantwortung nehmen können. Leider ist davon bisher sehr wenig zu sehen, ca. 1 Schulpsychologe auf 1500 Kinder, die Lehrerausbildung hauptsächlich fachwissenschaftlich orientiert, Kinder werden als Problem gesehen, dem viele Lehrer mit Ordnungsmaßnahmen zu Leibe rücken, anstatt sich oder ihre Anstalt zu reflektieren.
Ich weiß auch nicht, ob die Schule als „professionelles Umfeld“ alles richten kann und soll. Die Eltern sind doch auch in der Pflicht, ihren Anteil am Geschehen zum Guten der Kinder zu gestalten. Im Prinzip sollte es den Kindern sowohl in den Familien als auch an den Schulen so gut gehen, so dass nicht eine Seite die andere ausgleichen muss.

O.: Auf 150 Schüler sollte eine Vollzeitstelle eines Psychologen kommen, mit festgelegter Frauen- u. Männerquote: Psychologen müssten mindestens 50% der Stellen besetzen, da Männer in Schulen unterrepräsentiert sind in Schulen und im Umgang einen ganz anderen Umgang haben.
Da Eltern für den Lebensunterhalt beide arbeiten müssen, bleibt nur das Wochenende noch für die elterliche Erziehung. Ich denke, das sowohl Eltern als auch Lehrer so sehr in ihren Charakterstrukturen verhaftet sind, dass psychologisch-pädagogische Beratung die geleistete „Erziehungsarbeit“ von außen teilweise begleiten könnten.
Ebenso müssen andere helfende Systeme, wie Kinder- und Jugendclubs, wieder etabliert werden, statt sie abzuschaffen. Kinder brauchen Räume und Plätze, die geschützt sind, auch ohne Massenabfertigunng. – Ein Traum für unser Land.