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Künstlich induzierte okulare Panzerung

3. März 2013

Sekten und Kulte funktionieren auf der Grundlage von künstlich induzierter Augenpanzerung, d.h. Panzerung, die nicht aus der Kindheit stammt, sondern im Erwachsenenalter der bereits bestehenden „anerzogenen“ Panzerung hinzugefügt wird.

Beispielsweise konnte sich der Marxismus nur deshalb ausbreiten (tatsächlich sah es in den 1970er Jahren so aus, als würde er den gesamten Planeten übernehmen!), weil seine Theorie derartig unbestimmt ist, daß man automatisch „in den Augen weggeht“, wenn man sich mit diesem „dialektischen“ Unsinn beschäftigt, wobei immer das Gefühl bleibt, man habe das ganze nicht wirklich verstanden. Ähnlich sieht es bei christlichen Sekten mit ihren Bibelstudien aus. Es ist schlichtweg unmöglich (außerhalb des kirchlichen Lehramtes) irgendeinen Sinn im „Wort Gottes“ zu finden. Was bleibt ist ein „dissoziativer“ Geisteszustand, in dem man buchstäblich „neben sich selbst steht“. Biophysikalisch ist das die Trennung von Wahrnehmung und Erregung („schizophrene Spaltung“), wie Reich sie im Schlußkapitel der Charakteranalyse beschrieben hat.

Am gefährlichsten sind Sekten, in denen diese „okulare Spaltung“ direkt durch Übungen induziert und verankert wird. Man denke nur an die verschiedenen Techniken (Yantras, Mantras, Evokation von Gottheiten, etc.) im indischen Guruismus oder tibetischen Lamaismus. Am effektivsten sind aber wohl die Techniken von Scientology, die ganz spezifisch (geradezu explizit) darauf ausgerichtet sind, eine Augenpanzerung zu induzieren. Den Effekt sieht man am durchschnittlichen Scientologen mit seinem charakteristischen Ausgenausdruck.

In den folgenden vier Videos werden die „Grundtechniken der Augenpanzerung“ im einzelnen beschrieben. Nachdem die Scientology-Interessierten dergestalt hergerichtet sind, geht es an das Studium der Schriften von L. Ron Hubbard – die ein normal empfindender und denkender Mensch bereits nach dem ersten Durchblättern gelangweilt zur Seite legte. Es ist eben die ganze Unsinnigkeit dieser Ergüsse, die, wie im Marxismus und evangelikalen Christentum, die okulare Panzerung weiter verschlimmert und aufrechterhält.

Es gehört zur Aufgabe der Orgonomie die Bevölkerung über diese Mechanismen aufzuklären und den Faschismus Schritt für Schritt weiter zurückzudrängen. Vernichtet alle Kulte und Sekten, alle Institutionen, die die Autonomie der Individuen und das klare Fühlen und kritische Denken untergraben!

Betrachten wir, womit ein Student von Scientology am Anfang der Indoktrination konfrontiert ist:

Bei TR-0 (training routine zero) geht es darum, ohne jede Regung (nicht mal ein Blinken der Augenlieder ist erlaubt!) dem Instrukteur 120 Minuten in die Augen zu starren. Nach jeder Körperregung wird abgebrochen und die Zeit wird von vorne gezählt, bis der Student schließlich nach schier endlosen Sitzungen es schafft, die 120 Minuten in einem Stück durchzustehen. Das kann ein Mensch nur schaffen, wenn er buchstäblich „seinen Körper verläßt“, d.h. sich die Wahrnehmung von der Erregung abspaltet. Man gerät in einen hypnotischen Zustand, den manche Scientologen ihr Leben lang nie wieder verlassen, sondern höchstens noch vertiefen werden! Dieses TR ist die Grundlage der folgenden TRs und wird in diesen fortgeführt. Deshalb steht jeweils ein „0“ vor der Numerierung.

Bei TR-01 liest der Student dem Instrukteur Satz für Satz Stellen aus der krankhaften, wahrscheinlich drogeninduzierten Pädophilengeschichte Alice im Wunderland von Lewis Carroll vor. Es geht darum, trotz der ganzen Absurdität der Sätze, nicht zu lachen oder sonst eine Regung zu zeigen. Damit wird die eigene Kritikfähigkeit lahmgelegt.

Bei TR-02 liest der Instrukteur umgekehrt dem Studenten aus Alice im Wunderland vor und es geht darum, ohne jede Regung diesen Unsinn hinzunehmen. Es wird ein Geisteszustand induziert, in dem man jeden Unsinn L. Ron Hubbards akzeptiert und niemals angesichts des Grotesken lacht. Humor und Lachen würden einen nämlich aus der Trance aufschrecken lassen.

Bei TR-03 frägt der Student seinen Instrukteur immer wieder und wieder zwei Fragen. Entweder „Fliegen Vögel?“ oder „Schwimmen Fische?“ Der Instrukteur gibt alle möglichen Antworten. Kommt schließlich die richtige Antwort, stellt der Student die zweite Frage. Wird die richtig beantwortet, kommt wieder die erste Frage dran. Man darf auf diese blödsinnige eigene Fragerei nicht reagieren, etwa lächeln und unsicher werden, sondern immer wieder und wieder die gleiche Frage stellen. Auf diese Weise wird man selbst zu einem Scientologen, d.h. einem roboter-artigen Menschen, der davon lebt, daß er seine Mitmenschen verunsichert und in einen hypnose-artigen Trancezustand versetzt.

TR-04 ist identisch mit TR-03 mit dem Unterschied, daß der Instrukteur alle möglichen vernünftigen Einwände gegen diese ganze Prozedur vorbringt, die der Student (immer ohne jede emotionale oder körperliche Regung) so beantworten soll, daß das Gegenüber weitermacht. Auf diese Weise soll man lernen, nicht nur die eigenen spontanen Gefühle und den eigenen rationalen Geist zu kontrollieren, sondern auch die des Gegenübers: man wird zum Scientologen.

Mit TR-05 soll man lernen mit Widerständen fertigzuwerden, etwa wenn das Gegenüber partout nicht kooperieren will. Man sagt dem Instrukteur, der die Session verlassen will, daß er „diesen Körper im Stuhl sitzen lassen soll“. Ein Phrase, die man ständig wiederholt, wenn das Gegenüber aufstehen will. Der Student wird dergestalt trainiert, stets als Herr der Situation aufzutreten, d.h. ein guter Scientologe zu sein: sich von oben kontrollieren zu lassen und nach unten (d.h. die Nicht-Scientologen) zu kontrollieren. Gleichzeitig lernt er das Gegenüber (und damit sich selbst) als „Geistwesen“ zu betrachten, das einen Körper hat: eine weitere Spaltung zwischen Wahrnehmung („Geist“) und Erregung („Körper“).

TR-6 ist die logische Fortsetzung von TR-05: der Student führt den sich wehrenden und protestierenden Instrukteur durch den Raum, hält an, ändert die Richtung, führt den Instrukteur, hält an, ändert die Richtung, etc. Der Student wird buchstäblich zu einem „Führer“ und verinnerlicht dabei gleichzeitig das Grundkonzept der Scientology: der Körper ist das ausführende sterbliche Organ des unsterblichen Geistes.

Bei TR-8 geht es darum, die Spaltung zwischen Geist und Körper zu zementieren, indem man einem unbelebten Objekt, etwa einem Aschenbecher, den Befehl gibt, sich zu erheben. Wenn der Student dann den Aschenbecher mit der eigenen Hand hebt, wird diese Muskelaktion schließlich irrelevant im Vergleich zu der „Tatsache“, daß der Aschenbecher tatsächlich unserem Willen folgt und sich erhebt – der eigene Körper wird irrelevant im Vergleich zum allmächtigen Geist. Jeder Furz wird zu einem übernatürlichen Ereignis!

Schließlich geht es in der Scientology darum, den eigenen Körper ganz zu verlassen, etwa indem man zunächst sich selbst anfaßt, dann die Wand, sich selbst, die Wand, sich selbst, die Wand, etc. Macht man das häufig genug und im Zustand der bereits induzierten Spaltung, hat man schließlich tatsächlich das Gefühl den Körper zu verlassen. Die Depersonalisation und Derealisation ist vollendet!

Im Zustand der induzierten Spaltung kann man „audiert“ werden und selbst „audieren“, d.h. mit Hilfe von Fragebögen zu (meist fiktiven!) traumatischen Ereignissen in diesem Leben und in früheren Leben geführt werden, sogar in zukünftigen Leben, da die „Zeitlinie“ des Geistes eine ganz andere ist als die des materiellen Universums (wieder Spaltung).

In höheren Stufen der Scientology wird deine Seele dann vollends zerschreddert, wenn du lernst, daß du von Myriaden fremder Seelen bevölkert bist, die jede ihre eigenen Probleme hat. Es gibt Leute, die ihr gesamtes Erspartes und das Ersparte von Familie und Freunden für diese Dämonenaustreibung ausgegeben haben.

Bei aller künstlich herbeigeführten Psychose ist Scientology imgrunde nur die verschärfte Version des ganz normalen Wahnsinns. Wir alle arbeiten ein ganzes Leben daran, eine Gesellschaft aufrechtzuerhalten, die uns, unsere Familie und unsere Freunde zerstört. Also macht euch nicht über diese Idioten lustig. Wir sind alle miteinander Idioten. Der zentrale Moment dieser Idiotie ist die Augenpanzerung, die von all dem Schwachsinn um uns herum ständig erzeugt und aufrechterhalten wird. Der alltägliche Wahnwitz!

InSekten

4. Juli 2012

Sekten sind für die Orgonomie von besonderem Interesse, weil sie sozusagen „die gepanzerte Menschheit im Reagenzglas“ darstellen. Sekten wie Universelles Leben, die Zeugen Jehovas oder die Zwölf Stämme sind die Falle, die Reich in Christusmord beschrieben hat, im Kleinformat.

Wolfgang Behnk, Sektenbeauftragter der Evangelischen Kirche Bayerns, sagt: „Die Sekte [Zwölf Stämme] bedient sich der Mittel geistiger Bevormundung, kollektiver Vereinnahmung, hierarchisch-autoritärer Unterwerfung, sozialer Isolation und disziplinarischer Repression.“

Die Disziplinierung beginnt bereits im Babyalter. Mit Hilfe von Sicherheitsnadeln, erzählen die Aussteiger unisono, werden Säuglinge so eng in Tücher gewickelt, daß sie sich nicht mehr bewegen können. „Irgendwann hört das Zappeln und Schreien dann auf – das Baby fügt sich“, erklärt Benaja, der vor wenigen Jahren noch eine Führungsposition bei den „Zwölf Stämmen“ bekleidete.

Das sogenannte „Restrain“ (deutsch: zurückhalten) kann aber auch bedeuten, daß die Eltern die Arme und Beine des Babys festhalten, bis es jegliche Gegenwehr erschöpft aufgibt.

Wenn man so etwas liest (und ich kann nur jedem anraten, sich intensiv mit dem Thema Sekten und Sektenaussteiger auseinandersetzen!), begreift man, daß die gepanzerte Menschheit kaum mehr ist als eine Art „Großsekte“. Trotzdem sollte man nicht alles über einen Kamm scheren. Beispielsweise wird evangelischen Sektenbeauftragten gerne entgegengehalten, daß ja auch das Christentum ein irrationaler Kult sei, der sich imgrunde kaum von zerstörerischen Sekten wie etwa Scientology unterscheide. Ein geübter Blick reicht jedoch, um sofort zu erkennen, daß das einfach nicht stimmt.

Das, was allgemeinhin als Unterscheidungskriterien angeführt wird, sind Funktionen der Schwere der okularen Panzerung. Kriterien wie blinder Führerkult, magische Allmachtphantasien, unrealistisches Elitebewußtsein, Aufgabe der eigenen Individualität und Identität, Abblocken jeder Kritik an irgendeinem Aspekt des Kults, etc. sind zwar richtig und wichtig, doch ohne Verständnis ihres biologischen Fundaments letztendlich willkürlich. Es ist ein gewichtiger Unterschied, ob Religion nur ein neurotisches Symptom ist oder einer manifesten Psychose entspricht. Im ersten Fall entspringt es der Wahrnehmung der Körperpanzerung, die ein „Jenseits des Körperpanzers“ konstituiert. Im zweiten Fall geht es, wie man so schön sagt, um einen „veritablen Dachschaden“. Im ersten Fall wird die Orgonenergie, die von der Panzerung blockiert wird, wahrgenommen. Das entspricht einem verzerrten Kontakt. Im zweiten Fall kommt es, da die okulare Panzerung dominiert, zu einer Trennung von bioenergetischer Erregung und Wahrnehmung. Das entspricht einer zunehmenden Kontaktlosigkeit, welche unmittelbar an den „glasigen Augen“ sichtbar wird, die für Kultanhänger so charakteristisch sind.

Für Religionen sind Rituale typisch, die sich von klassischen Konzerten oder Theateraufführungen kaum unterscheiden. Ohnehin sind beide Sphären, Religion und „höhere Kultur“, gemeinsam aus den griechischen Mysterienspielen hervorgegangen. Man denke nur an das Gesamtkunstwerk „katholische Messe“. Es werden unsere Emotionen (Sehnsucht, Hingabe) und Sensationen („mystischen Ahnungen“) angesprochen, letztendlich primäre genitale Strebungen („Spiritualität“). Man kommt in tieferen Kontakt mit sich selbst und der Umwelt.

Ganz anders ist es bei Kulten. Hier ist alles darauf ausgerichtet einen kontaktlosen Trancezustand herzustellen. Wie das gemacht wird, kann man in jedem NLP-Lehrbuch nachlesen. Beispielsweise wird ein permanenter Ausnahmezustand hergestellt: „Wir gegen alle anderen!“ Die Doktrinen sind nicht etwa einfach und volkstümlich, sondern bewußt wirr und widersprüchlich gehalten, was einen ständigen Zustand der Entfremdung aufrechterhält. Alles ist darauf abgestimmt, daß die Kultanhänger „in den Augen weggehen“.

Religiöse Menschen unterscheiden sich in ihrem Augenausdruck kaum vom Rest der Bevölkerung. Vielleicht sind ihre Augen sogar lebendiger! Was hingegen die Augen von Kultisten betrifft: siehe dazu meine Ausführungen in Beispiele für okulare Panzerung.

Verliert man seinen religiösen Glauben. Ist man ähnlich traurig und verunsichert wie bei einer schweren Enttäuschung in der Liebe. Löst man sich jedoch von einem Kult fühlt man sich befreit. Der Panzer bricht auf!

In diesem Zusammenhang ist es aufschlußreich die Zeugnisse von Leuten zu betrachten, die sich aus solchen Kulten befreit haben. Hier ein Beispiel:

Diese Ex-Mormonin beschreibt zwar nur, wie sich ihr Blickfeld im übertragenen Sinne geweitet hat, als sie sich aufgrund neuer Informationen vom Kult trennte, doch kann man diese Weitung des Blickfeldes sicherlich auch wörtlich nehmen. Sie hat sich vom doktrinären „Tunnelblick“ befreit:

Menschen lösen sich aus Kulten genauso, wie sie sich auch sonst von Panzerung befreien: sie werden sich bewußt, daß sie gepanzert sind, d.h. sich in einem Kult (in einer „Falle“) befinden. Daß ist der erste Schritt im orgontherapeutischen Prozeß: sich des Panzers gewahr werden – spüren, daß man gepanzert ist. Dies ist im übrigen der Kern jedweder „Aufklärung“, soweit sie denn diesen Namen verdient.

Der Weg der Orgonomie

14. Mai 2012

Reich war stolz darauf, daß sich die Nachricht von der Entdeckung des Orgons langsam und organisch verbreitet hat, im Gegensatz zu anderen wissenschaftlichen Entdeckungen, die jeweils wie eine Bombe eingeschlagen haben. Als dann doch die Pressekampagnen, zunächst in Norwegen, später dann in den USA, Reichs Forschungen zum Tagesgespräch gemacht haben, hat das die Orgonomie an den Rand der Zerstörung gebracht.

Die Orgonomie verträgt keine allzugroße Öffentlichkeit, einfach weil die Erregung zu groß ist und praktisch instantan in Haß und Verachtung umschlägt. Ich kann jedenfalls nur mit dem Kopf schütteln, wenn manche ganz begeistert sind, daß „jetzt endlich wieder über Reich geredet wird“. Man kann nur beten, daß der bald erscheinende Reich-Film mit Klaus Maria Brandauer sang- und klanglos in der Versenkung verschwindet!

Die Orgonomie muß sich langsam und organisch in Übereinstimmung mit dem „Weicherwerden“ der Charakterstruktur der Menschen ausbreiten. „Schocktherapie“ wird nicht etwa zur „Erleuchtung“ führen, sondern zu pestilenten Reaktionen, die die Orgonomie endgültig vernichten wird. Und, mit Verlaub, ich weiß, daß das die wahre Intention der falschen Freunde der Orgonomie ist!

In diesem Zusammenhang ist es interessant, die Orgontherapie mit „esoterischen Wegen“ zu vergleichen, bei denen das Publikum ebenfalls die Lösung seiner „psychischen“ (emotionalen) Probleme sucht.

Die Leute werden und bleiben Anhänger von Scientology, irgendwelchen Wunderheilern oder „Reichianischen“ Therapeuten, weil es zu spektakulären Initiationserlebnissen kommt, die sie ein für allemal von der Richtigkeit der Sache überzeugen. Beispielsweise berichten Scientology-Aussteiger übereinstimmend, wie ungemein ihnen die Anfangskurse geholfen haben; daß sie nie zuvor in ihrem Leben so viel und so intensiv gespürt haben, etc. Deshalb bleiben sie im Kult und geben ein Vermögen dafür aus immer höher und höher zu kommen. Es ist wie beim Drogenkonsum, insbesondere Cannabis: die ersten Highs sind welterschütternd und augenöffnend und man gibt ein Vermögen dafür aus, dies immer wieder und wieder und wenn möglich intensiver und intensiver zu erleben, tatsächlich geht es aber nach der anfänglichen Erleuchtung immer mehr abwärts und man fühlt sich am Ende schlechter als zuvor. Ich habe versucht das in der ersten Kurve unten graphisch darzustellen.

In der Orgontherapie ist es grundsätzlich anders. Es ist ein langsamer, aber dafür stetiger Prozeß einer immer größeren Integration der einzelnen Körperpulsationen bis der Körper als ein Ganzes pulsieren kann (orgastische Potenz). Siehe dazu die zweite Kurve unten.

Nur genau so kann sich auch die Orgonomie entwickeln: nicht durch Propaganda und großartige „Initialzündungen“, sondern nur als langsamer, organischer arbeitsdemokratischer Prozeß bis der gesunde Normalzustand erreicht ist.

Nikolai Levashov (Teil 1)

4. Mai 2012

Seit 2007 habe ich gezögert von folgendem zu berichten und meine damalige Einsicht immer wieder verdrängt. Aber irgendwann kommt alles Verdrängte an die Oberfläche.

Zunächst einmal wird dem aufmerksamen Leser aufgefallen sein, daß ich in meiner Besprechung des skandalösen Begleitbandes zu OROP Wüste den zweiten Teil des Büchleins, der von Richard Blasband zu verantworten ist, unterschlagen habe. Die Erklärung ist einfach. Wenn ich Blasbands Aufsatz lese, vergehe ich am Anfang des Berichtes in maßloser Bewunderung für diesen Orgonomen, – um am Ende, nachdem er den russischen Wunderheiler und „Seher“ Nikolai Levashov eingeführt hat, einfach nur traurig den Kopf zu schütteln, weil er Arnim Bechmanns Glauben an eine quasi „anthroposophische“ „Weiterentwicklung“ der Orgonomie die „orgonomische“ Beglaubigung verleiht. Blasband präsentiert den Okkultisten Levashov als Autorität, die abschließend über Reich urteilen kann. Levashov sei geistig mit vielen Millionen außerirdischen Zivilisationen und „hunderten anderen Universen“ in Kontakt! Das ganze gehört zum Abgefahrensten, was ich jemals gelesen habe – und ich kenne mich wirklich in der okkulten und angeblich „esoterischen“ Literatur aus. So wollte Heiko Lassek, der das damalige Buchprojekt zu verantworten hatte, dem deutschen Publikum Reich nahebringen!

Siehe auch meine Ausführungen in Der Mythus des 21. Jahrhunderts. Aber kommen wir zu Levashov selbst:

Jahrgang 1961 gehörte Levashov nach einer Karriere beim Militär zu den zahllosen Wunderheilern, die die Fernsehkanäle des untergehenden rotfaschistischen (mechanistischen) Sowjetreichs bevölkerten und den Übergang zum schwarzen Faschismus (Mystizismus) in Rußland augenfällig machten. (Siehe dazu meine Ausführungen in Der blaue Faschismus.) Im desorientierten Rußland machten sich schwarzfaschistische Sekten wie Scientology, die Osho-Bewegung, Hare Krishna und nicht zuletzt autochthone Bewegungen breit, die Okkultismus, Antisemitismus und „Eurasiertum“ miteinander verbanden. Ganz ähnliches trug sich in China mit der faschistischen Sekte Falun Gong zu. Genau das ist der Grund dafür, daß Reich seine ehemaligen kommunistischen Genossen so abgrundtief hassen lernte: sie haben die Massen, die sie doch angeblich befreien wollten, freiheitsunfähiger und dümmer gemacht als je zuvor.

James Demeo hat sich eingehend mit dem Fall Levashov auseinandergesetzt. In seinem in Rußland wegen Verbreitung von Antisemitismus und Rassenhaß verbotenen Buch Russian History Viewed Through Distorted Mirrors beschreibt Levashov auf Grundlage der „slawisch-arischen Veden“ die außerirdische Herkunft der Menschenrassen. Levashov klingt dabei wie Helena Blavatsky, die Urmutter aller Nazi-Esoterik. Das jüdische Alte Testament stelle die gleiche Geschichte aber aus Sicht der feindlichen anti-arischen Kräfte dar, d.h. aus der Perspektive der schwarzen Magier. Dabei ginge es um den kosmischen Kampf zwischen Licht und Finsternis, zwischen evolutionärem Fortschritt und Niedergang. Entweder befreie sich die Erde von den „jüdischen Parasiten“ oder die Menschheit werde untergehen. Unter anderem würden, so Levashov, die Juden mit den von ihnen kontrollierten Massenmedien die Gesellschaft sexualisieren und so die Evolution sabotieren. Die „evolutionäre Tür“, um über das Tiersein hinauszugelangen, schließe sich bei jedem Menschen zwischen dem 16. und 18. Lebensjahr. Wenn zu dieser Zeit die psychischen Energien für Sex verschwendet würden, bleibe nicht genug für die spirituelle Entwicklung übrig.

2009 verkündete Levashov bei einem Treffen mit Lesern seines Buches, daß in den letzten Jahrtausenden die Feinde der Menschheit, die „sozialen Parasiten“ (d.h. die Juden) alles getan hätten, um die Slawo-Arier zu versklaven und zumindest teilweise zu vernichten. Das Weltjudentum würde die ganze Menschheit versklaven und zu einen Zustand bloßen Tierseins degradieren. Sie würden jährlich Hunderte Millionen Menschen zerstören durch giftige Nahrung und Medizin, verschmutztes Wasser und verschmutzte Luft, Krieg und Terror. Levashov rufe aber nicht zur Gewalt gegen Juden auf, denn Kriege und Revolutionen seien das Hobby der Feinde, die gelernt hätten, bei solchen Auseinandersetzungen die besten der besten Slawo-Arier zu töten. Der einzige Weg sei, die Wahrheit zu verbreiten. Die Feinde hätten Todesangst davor, daß wir erkennen, wer wir selbst und wer sie sind; wir begreifen, daß wir keine Sklaven sind und unsere Sklaventreiber weit wegschicken könnten.

Mit diesem Nazi-Programm wollte Levashov an der letzten Präsidentschaftswahl in Rußland teilnehmen, scheiterte aber daran, daß er, der zwischen 1991 und 2006 in den USA weilte, nicht lange genug in Rußland gelebt hatte, um antreten zu dürfen. Seinen Wahlaufruf kann man nur würdigen, wenn man weiß, daß, Levashov zufolge die „Mischrasse“ der Juden von außerirdischen Parasiten befallen wurde und seit Jahrtausenden damit beschäftigt sei, die arische Rasse insbesondere aber das „vedisch-arische Rußland“ zu zerstören. Dazu diente die Christianisierung Rußlands, Ivan der Schreckliche, Peter der Große und die von jüdischen Finanzkapitalisten in Amerika finanzierte Russische Revolution und der ebenfalls von diesen Kreisen finanzierte Hitlerismus. Heute würden die Juden (natürlich im Verbund mit den Freimaurern) das russische Volk mit genmanipulierter Nahrung, Impfprogrammen, Drogen, etc. auszuradieren suchen. Auch gäbe es einen geheimen Krieg Amerikas gegen Rußland, beispielsweise gingen, wie der „Wissenschaftler“ Levashov ausführt, die verheerenden Brände in Rußland 2010 auf HAARP zurück:

Romney Antichrist

3. Mai 2012

Die USA haben sich in eine ausweglose Lage gebracht. Man kann schon fast hoffen, daß der sozialistische Alptraum Obama die Präsidentschaftswahl gewinnt, woran sich dann unmittelbar und unumgehbar eine Präsidentschaft Hillary Clintons anschlösse. Die Alternative ist Mitt Romney. Er ist nicht nur Mormone, wie Kennedy Katholik war, sondern die Familie Romney gehört zum Mormonenadel und Romney war Bischof der Mormonenkirche und stand als Bezirksleiter zwölf Mormonengemeinden vor. Es wäre ungefähr so als wenn der Erzbischof von Köln Bundeskanzler werden würde!

Die Mormonen sind nicht nur eine weitere der zahlreichen christlichen Kirchen, sondern es handelt sich um einen Kult ähnlich den Zeugen Jehovas oder Scientology. Tatsächlich kann man das Mormonentum als „Scientology des 19. Jahrhunderts“ bezeichnen, zumal die Kirche aufgrund der Zwangsabgaben der Mitglieder unglaublich reich ist.

Es begann alles Anfang des 19. Jahrhunderts mit dem Okkultisten, Wünschelrutengänger und „Schatzsucher“ Joseph Smith, dem eines Tages im Wald in einer Erscheinung, die man heute als „UFO-Kontakt“ beschreiben würde, Gott und Christus höchstpersönlich erschienen sind, um ihm zu sagen, daß er die einzig wahre Kirche begründen werde. Gründungsdokument ist das Buch Mormon, das Smith mit Hilfe der „Sehersteine“, mit denen er sonst auf Schatzsuche gegangen war, von mit „neuägyptischen“ Schriftzeichen beschriebenen Goldplatten übersetzt haben will, die ihm vom Engel Moroni übergeben worden seien. Jeder kann selbst schnell und bequem die absurde Geschichte von Smith, dem Buch Mormon, dem Mormonen-Staat in Utah, etc. im Internet nachlesen.

Das Buches Mormon ist ein leidlich erbauliches christliches Traktat, das sich um eine absurde und schlichtweg lächerliche Räuberpistole über Juden und Christus im alten Amerika (inklusive Pferden, Elefanten, Geld, Schwertern, Rädern, etc.) rankt. Erhellend ist der Vergleich mit dem Alten Testament, das in einer Hinsicht absolut erstaunlich ist: die zentralen Helden Abraham, Moses und David werden alles andere als idealisierend gezeichnet, ganz im Gegenteil, und die Feinde Israels sind nicht etwa nur „böse Mächte“, sondern Werkzeuge Gottes, um Israel zu strafen. Das Buch Mormon hingegen ist ein stinklangweiliger Comic, in dem es nur absolut gute Helden und absolut böse Schurken ohne jede psychologische Tiefe gibt.

Im übrigen taucht im Buch Mormon nicht eines der Doktrin auf, für das das Mormonentum bekannt wurde: keine pseudo-freimaurerischen Riten, keine Blutrache, keine Vielehe und vor allem nicht die zentrale Doktrin, die das Mormonentum so sehr in die Nähe von Scientology rückt: Der Kosmos wurde nicht von Gott erschaffen, sondern die Materie und die „göttlichen Gesetze“ sind ewig. Jene Menschen, die diesen Gesetzen perfekt folgen, werden zu Göttern. Beispielsweise war auch Elohim, also der Gott zu dem wir beten, einst ein Mensch. Ziel des Mormonen ist es eines Tages so ein Gott wie Elohim zu werden, Seelen durch himmlischen Sex mit zahllosen Frauen zu „zeugen“ und sie dann auf einem Planeten, der wie unsere Erde aussieht, mit Leibern zu versehen und mit göttlichen Offenbarungen zu versorgen.

Der normale Mormone folgt dem amerikanisierten Mickey-Mouse-Christentum des Buch Mormon, doch die Elite, zu der auch Romney gehört, hat sich ganz dem besagten Projekt der Selbsterhöhung verschrieben.

Ein solcher Mann, und Romney ist ohne jede Frage fanatischer Mormone, darf einfach nicht Führer der freien Welt werden und „den Finger am Knopf haben“! Es ist schlicht eine Frage der geistigen Normalität! Absolut bezeichnend ist auch die spontane Antwort nach seinem Lieblingsbuch:

L. Ron Hubbard und Karl Marx

20. August 2011

Der berühmte Scientologe Joe Feshbach ist gestern im Alter von 55 Jahren an einem Herzanfall gestorben. Er war ein „OT8“ (die höchste „spirituelle“ Stufe, die ein Scientologe erreichen kann) und er war ein Vertreter dessen, was den gegenwärtigen Kapitalismus so hassenswert macht. Feshbach hat mit sogenannten „Leerverkäufen“ an der Börse ein Milliardenvermögen gemacht. Dabei geht es darum, durch entsprechende Spekulationen Gewinn daraus zu schöpfen, daß bestimmte Aktien nicht etwa steigen, sondern fallen. Man leiht sich dazu (als nachvollziehbares Beispiel) eine Aktie im Wert von EUR 100 für eine geringe Gebühr von EUR 2 und verkauft dann diese Aktie ebenfalls für EUR 100, braucht dann aber nach einem dramatischen Kursverfall nur EUR 60 ausgeben, um sie zurückzukaufen und dem ursprünglichen Eigentümer der Aktie zurückzugeben. Gewinn innerhalb von ein paar Tagen: EUR 38. Mit der entsprechenden Anzahl von Aktien kann man jede Menge Nullen dranhängen! Beim gewinnbringenden Kursverfall kann man natürlich mit dem streuen entsprechender Gerüchte und mafiösen Methoden nachhelfen und so das eigene Risiko minimieren. Es ist die schiere Boshaftigkeit, Niedertracht und Destruktivität – mit der Feshbach zum Milliardär wurde und die organsierte Emotionelle Pest mit Riesensummen unterstützen konnte; Scientology, wo er derartiges Verhalten gelernt hat.

Neulich war ich Zeuge, wie ein Vertreter für Büroartikel mit einem Neuling spricht: Wenn er das Produkt an den Kunden verkauft, erhält er eine Provision von gerade mal EUR 150. Wenn er dem Kunden jedoch zusätzlich noch ein „B-Scan“ (was immer das auch ist) andrehe, würde die Provision sich auf EUR 450 verdreifachen. „Die Kunden brauchen das zwar gar nicht, aber Du mußt geschickt vorgehen und ihnen sagen, Du würdest dich für sie einsetzen und dafür sorgen, daß sie zusätzlich noch einen B-Scan erhalten. Mein Gott, wir werden doch auch ständig beschissen!“

Es geht hier nicht nur um schlichten Betrug. Nein, diese Vertreter geben sogar vor einen selbstlosen Freundschaftsdienst zu leisten; sich extra für den Kunden ins Zeug zu legen, weil ihnen der Kunde ja persönlich so sympathisch sei!

Daß so die Arbeitsdemokratie im Kern ausgehöhlt wird, braucht nicht näher ausgeführt zu werden. Es ist aber auch so, daß sich diese neunmalklugen Vertreter selbst Schaden zufügen.

Das haben neulich ausgerechnet Mark Fisher und Mike Rinder beschrieben. Fisher war zeitweise Sicherheitschef der geheimen Zentrale von Scientology (ein veritables Gefangenenlager hinter Stacheldraht!) und Rinder war bis vor wenigen Jahren Sprecher von Scientology und Leiter des scientologischen Nachrichtendienstes OSA. Das „Office of Special Affairs“ ist das Nonplusultra von Emotioneller Pest.

Rinder stand an der Spitze dieses Systems und konnte sich trotzdem befreien, weil er noch nicht vollständig von seinem bioenergetischen Kern abgetrennt war. Eine Abtrennung, die die beiden anfangs erwähnten Vertreter mit Macht für sich selbst bewerkstelligen wollen! Nachdem Fisher und Rinder den Kult verlassen hatten, in dem sie ihr ganzes Leben verbracht hatten, ohne Ausbildung, ohne Beruf, fanden sie schließlich eine Beschäftigung als Autoverkäufer. Anläßlich dem öffentlichen Hype um einen scientologischen „Verkaufsguru“, der die anfangs beschriebenen Tricks der Emotionellen Pest als Verkaufsrezept für Vertreter und Verkäufer – verkauft, schreibt Fisher in einem Leserkommentar:

Es ist wahrlich nicht verwunderlich, daß dieser Typ ein Anhänger von DM ist (David Miscavige, der gegenwärtige Führer des Kults). Er paßt zum Rollenmuster für Verkäufer, die Leute dazu bringen etwas zu kaufen und Geld für etwas auszugeben, das sie gar nicht benötigen. (…)

Meiner Erfahrung als Verkäufer nach ist die Kommunikation mit dem Kunden der Schlüssel, um herauszufinden, was sie BENÖTIGEN und WOLLEN und ihnen dann das passende Produkt anzubieten, das zu ihren Bedürfnissen UND zu ihren finanziellen Möglichkeiten paßt.

Das beinhaltet auch Ehrlichkeit gegenüber dem Kunden und den Gebrauch von ARC (Scientology-Sprech für Herstellung von Kontakt) zum gegenseitigen Verständnis und daß der Kunde kauft und darüber hinaus zurückkommen wird und seine Freunde vorbeigeschickt.

Der Verkäufer muß auch selbst an das Produkt, das er verkauft, glauben und das Gefühl haben, daß er etwas verkauft, was einen guten Tausch zwischen der Firma und dem Kunden darstellt und keine Abzocke. Auch muß er das Produkt und seine Vorteile aus dem Effeff kennen.

Die Art des Verkaufens in diesem Video ist die Verkaufsart, die ich hasse.

Ich war im letzten Jahr vielleicht nicht die Nummer 1 der Verkäufer in meiner Firma, aber ich gehörte zu den Top 5 und einige jener, die besser als ich abschnitten, hatten mehr Auftragsstornierungen und Beschwerden, weil es ihnen um die schnelle Mark ging, statt das Produkt korrekt zu verkaufen und sicherzustellen, daß der Kunde zufrieden war.

Dieser Typ mag die Abschlüsse dieser Verkäufer ansteigen lassen, ich würde aber gerne entsprechende Erhebungen sehen, die zeigen, wie zufrieden ihre Kunden wirklich waren.

Ich bin nicht überrascht, daß Mike Rinder die Nummer 1 in seinem Autohaus war. Ich wette, er tat mehr von dem, was ich oben beschrieben habe und weniger von dem, was dieser Typ pusht.

Darauf Rinder:

Mark – ich stimme Dir zu 100 Prozent zu. Der gesamte scheiß Müll in der Welt, den Motivationsvortragende verbreiten, ist kein Ersatz für einen comm cycle (Scientology-Sprech für den Austausch zwischen zwei Individuen), für wirkliches Interesse und Menschen aufrichtig helfen zu wollen. Ich habe vielen Leuten gesagt, daß es von ihnen eine schlechte Entscheidung wäre einen Wagen zu kaufen, der, den sie hatten, war OK und sie hatten nicht das Geld für einen neuen. Ich würde niemandem ein Auto verkaufen, wenn ich nicht glaube, daß es die richtige Entscheidung für ihn ist. Cardone (der Typ aus dem obigen Video) und all die anderen versuchen den Leuten einzubleuen, daß du jedem etwas andrehen kannst, wenn du ihn überzeugst mit gespielter Begeisterung, zustimmendem Nicken, ihn dazu bringst mit dir übereinzustimmen (du hörst wie oft er sagt: „Sie stimmen mir zu, nicht wahr?“) und den anderen „Tricks“, die alle zum Einsatz bringen.

Auch Menschen, die bis über beide Ohren in die Organisierte Emotionelle Pest verstrickt sind, können sich wieder aus ihr befreien. Fisher und Rinder kamen buchstäblich aus der Hölle („Haß, Zerstörung und Verblendung“) und wissen deshalb „Liebe, Arbeit und Wissen“ zu schätzen. Durch den starken Kontrast haben sie ein Gefühl für die Arbeitsdemokratie, ähnlich wie Menschen, die während des Kalten Krieges dem Realsozialismus entkommen sind. Der eingangs erwähnte Vertreter, der sein Leben lang die Vorteile der Arbeitsdemokratie genossen hat, tut hingegen alles, um die Quellen unseres Lebens zu vergiften. „Es bescheißen doch alle!“ Genau diese Einstellung, die von Gleichgültigkeit, Verantwortungslosigkeit, Bitterkeit und Defätismus geprägt ist, verwandelt unsere Gesellschaft langsam aber sicher in jene Hölle, aus der Fisher und Rinder entflohen sind.

Dieses Beispiel über das Verhältnis von Arbeitsdemokratie und Emotionelle Pest zeigt dreierlei:

  1. Ideologie ist weit mächtiger als Realität. Obwohl Fisher und Rinder wie kaum jemand ermessen können, wie zerstörerisch die scientologische Ideologie ist, hängen sie ihr doch weiterhin an. Im Vergleich zu dem, was in den Köpfen der Menschen vorgeht, sind ihre tatsächlichen Lebensumstände und Erfahrungen fast bedeutungslos.
  2. Es stimmt einfach nicht, daß sich im Kapitalismus die besonders Skrupellosen durchsetzen. Jemand, der seinen Kunden übers Ohr haut, mag kurzfristig einen besonders hohen Profit aus seiner Skrupellosigkeit schlagen, aber er hat diesen Kunden und dessen Freunde für immer verloren, gleichzeitig wird er deshalb für seine Geschäftspartner zunehmend unprofitabel. Was natürlich voraussetzt, daß die Kunden nicht vollkommen verblendet sind → Punkt 1.
  3. Marxistisch verbildete Menschen reagieren auf derartige Aussagen nur mit Verachtung: Es gelte alle Umstände zu ändern, in denen der Mensch bla bla bla… Hört mit eurem pseudo-materialistischen Geschwafel auf! Wir selbst bestimmen unsere „Umstände“ → Punkt 2.

Das zeigt mal wieder wie vollkommen inkompatibel Orgonomie und Marxismus sind. Doch Reich hat sich bis zuletzt zu Marx bekannt. Man lese Menschen im Staat und die Aussage des Orgonomen Victor Sobey, daß Reich ihm in seinem letzten Gespräch vor seinem Gang ins Gefängnis bekundet habe, er, Reich, sei noch immer ein Marxist. Reichs Biograph Myron Sharaf hat einem Freund von mir berichtet, daß Reich ihm in deren letzten Gespräch genau das gleiche gesagt habe: „Remember, I am still a Marxist!“

Mich erinnert diese absurde Selbsteinschätzung an das Bekenntnis von Fisher und Rinder zu L. Ron Hubbard, dem Begründer der Scientology. Reichs Selbstverortung ist absurd, weil sie (außer ein paar sektiererischen „Reichianern“) von wirklich keinem einzigen ernstzunehmenden Marxisten bestätigt wird. Und das nicht etwa nur „wegen dem Orgon“, sondern von der Analyse der unrevidierten angeblich „Marxistischen“ Schriften Reichs her. Man siehe etwa die Marxistisch versierte Darstellung in Christiane Rothländers Buch Karl Motesiczky 1904-1943.

Reich glaubte naiv an die proto-Stalinistische Einordnung von Marx in die Geistesgeschichte, an die geschönte Marx-Biographie und manipulierte Geschichte der Arbeiterbewegung, wie man sie etwa bei dem Marx-Hagiographen Franz Mehring findet. Ideologische Märchen wie die, die sich um L. Ron Hubbard ranken!

Die wahren Verschwörungen, die wahren Verschwörer

4. Mai 2011

Die Pathologie fängt im Kleinen mit absurdem Klatsch an. In unserem Haus raunte man über einen „Knastologen“, der im ersten Stock wohnt – schließlich, nach langer Zeit, stellte sich heraus, daß es ein ehemaliger Justizvollzugsbeamter ist. In anderen Zusammenhängen, bei denen es um gemeinsam zu meisternde Aufgaben oder einfach um gemeinsame Interessen geht, etwa Vereinen, wuchern wilde Spekulationen über Beziehungen in denen bestimmte Personen angeblich stehen. Beispielsweise wurde mir in den 1980er Jahren angedichtet, ich sei ein Anhänger von Charles Kelly. Als ich zwanzig Jahre später davon erfuhr, bin ich aus allen Wolken gefallen. Es ist wirklich unglaublich, was für ein vollkommen abwegiger Schwachsinn, der aus Mißverständnissen und einer verqueren Logik zusammengeschustert wurde, mit geradezu heiligem Ernst verbreitet wird und weite Kreise zieht. Manche Leute scheinen in einer vollständig fiktiven Welt zu leben, die kaum Berührungspunkte zur Realität hat!

Ein Schritt weiter und wir sind bei den abstrusesten Weltverschwörungstheorien, von denen das Internet nur so wimmelt. Angesichts des 11. September und aktuell der Tötung von Osama treten massenhaft Verschwörungstheoretiker an die Öffentlichkeit, die nach jedem Ereignis praktisch instantan weitreichende Theorien über die „wahren Hintergründe“ zum Besten geben. Sie wissen, daß Osama seit 2001 tot ist und fragen sich, was die Inszenierung bedeuten soll. Natürlich wissen diese „Infokrieger“ auch alles über Libyen und Syrien. Stets sind die Amerikaner und die Israelis, kurz die Juuuuuuuuden, die wahren Schuldigen.

Diese Pathologie ist einfach nur als tragikomisch zu bezeichnen, da sie stets irgendwelche „Machenschaften“ aufdecken will, jedoch selbst die größte, imgrunde die einzige „Verschwörung“ darstellt. Diese emotionale Verschwörung beruht erstens auf der individuellen Charakterstruktur und zweitens auf der soziopolitischen Charakterstruktur.

Siehe dazu die neuste Notiz des amerikanische Orgonomen Charles Konia auf seinem Blog.

Da sind etwa jene angeblichen „Studenten der Orgonomie“, die mir stundenlang ein Ohr abgekaut haben, über Dr. xya und dessen Beziehung zu xyb und was Dr. xyc darüber zu xyd gesagt hat und was ich denn in diesem Zusammenhang von xye halte, das wegen xyf Dr. xyg ausgeschlossen habe, obwohl Dr. xyh toleriert wird, der wiederum anscheinend eng mit Dr. xya befreundet ist, obwohl dieser doch zu xyi gehört und… Und so weiter – stundenlang. Das alles hat nur eine einzige Aufgabe: Energie im Gehirn zu binden, die anderenfalls frei im Körper flotieren und Angst erzeugen würde. Eine wirkliche Auseinandersetzung mit der Wissenschaft von der Lebensenergie würde diese Leute schlichtweg zerreißen. Entsprechend verschwinden sie auch sehr schnell oder sie werden gar zu bitteren „Skeptikern“.

Bei anderen sind Klatsch, Tratsch und „Theorien“ Ausdruck ihrer Zwanghaftigkeit. Sie können das Schwebende, Ungewisse und sich ständig Verändernde nicht ertragen und bändigen daher die beunruhigende Wirklichkeit, indem sie „Grenzen“ ziehen. „xya gehört zu xyz!“ In diese Kategorie gehören auch die Minigeopolitiker. Liest man Bücher oder sieht Fernsehberichte etwa über das Mongolenreich oder z.B. über Napoleon, ist auffallend, wie durchweg alle Autoren angesichts sich begradigender Grenzen und weltumfassender Perspektiven förmlich in Ekstase geraten. Es läßt sich nachweisen, daß z.B. Hitler in seiner Kindheit und Jugend von derartigen Heldensagen geprägt wurde. Leute, die über Weltkarten brüten und für die entsprechend die Menschen nichts weiter als unsichtbare Mikroben sind. Diese Begeisterung und diese Kontaktlosigkeit zum wirklichen Leben – das ist die faschistische Emotionelle Pest. In jeder Generation werden damit Abermillionen träumerischer, frustrierter kleiner Jungen infiziert. Und auch Erwachsene werden heute von den ach so aufklärerischen Intellektuellen angestachelt doch endlich geopolitisch und in globalen Zusammenhängen zu denken und die Erde sozusagen vom Weltraum aus zu betrachten. Ich möchte nicht wissen, was in den Köpfen mancher Zeitgenossen vor sich geht, wenn man sie mit der Saharasia-These bekanntmacht!

Für manche ist die Beschäftigung mit, das Eintauchen in, die fiktive Welt untergründiger, geheimnisvoller Zusammenhänge schlicht Ersatzkontakt, ohne den sie in tiefe Depressionen verfallen würden. Das ganze ist eine Art World of Warcraft. Ganze Verlage leben davon, diese bedauernswerten Kreaturen mit immer neuem Phantasiestoff über Chemtrails, Bilderberger, geheime Symbole, die wahren Hintergründe des Dritten Reichs, etc. zu versorgen. Das schlimme dabei ist, daß etwa Science Fiction-Freunde wissen, daß sie Eskapisten sind (und in Maßen ist das ja nichts schlimmes!), während die Verschwörungstheoretiker ganz im Gegenteil überzeugt sind, sie würden fester in der Wirklichkeit stehen als wir Deppen, die wir nicht mal ahnen, daß das englische Königshaus die Welt regiert und aus reptiloiden Formwandlern besteht, die sich an Menschenopfern laben.

Wirklich ernst wird es jedoch, wenn sich die „emotionalen Verschwörungen“ um den soziopolitischen Charakter kristallisieren. Hier betreten wir den eigentlichen Bereich der Emotionellen Pest. Das beginnt mit den politischen Parteien, in denen sich spontan Menschen zusammenfinden, die mit ihrer bioenergetischen Erregung so umgehen, daß sie die „Erreger“ in ihrer Umwelt ausschalten. Die Konservativen finden sich zusammen, um für „Recht und Ordnung“ zu sorgen. Und die Linken finden sich zusammen, um dagegen zu protestieren. Dabei geht es stets um den Umgang mit der eigenen Erregung, nie um die wirklichen Probleme in dieser Welt.

Fokalpunkte der Erregung lösen ganze Kreuzzüge aus. Man denke etwa an die Verschwörung gegen Reich von Kommunisten und Menschen mit einer ähnlichen Charakterstruktur. Sein Insistieren darauf, daß soziologische Probleme eine letztendlich biologische (besser gesagt bioenergetische) Ursache haben, entzog ihrer gesamten neurotischen Abwehr die Grundlage – deshalb mußte Reich vernichtet werden.

Oder man denke daran, daß bekennende Homosexuelle stets mit einem viehischen Haß von Konservativen verfolgt wurden. In afrikanischen, arabischen und karibischen Ländern bedeutet es schlichtweg den sicheren Tod, sich zu seiner Homosexualität zu bekennen. Dazu bedarf es nicht einmal des Eingreifens einer schwulenfeindlichen Obrigkeit. Der Mob erledigt das! Das „Gay-Sein“ stellt wirklich die gesamte Existenz des Konservativen infrage: Selbstkontrolle, Triebverzicht, festgelegte Rollen. Ähnlich gefährlich sind „Zigeuner“ und „Wilde“. Das wird in dem wunderschönen französischen Film Chocolade sehr plastisch dargestellt.

Die große Weltliteratur und große Filmwerke stellen die emotionale Verschwörung in all ihren Variationen und Einzelheiten dar. Die üblichen Verschwörungstheorien sind selbst Teil dieser emotionalen Verschwörungen.

Siehe zum Thema auch Verschwörungswichser.

Nachtrag: Das, was dem nahekommt, was „Infokrieger“ als „Verschwörungen“ bezeichnen, findet sich in Organisationen verkörpert, die von extrem pestilenten Charakteren („Modjus“) gegründet wurden. Etwa Scientology. Man lese Jesse Prince’ Blog. Wie kaum ein anderer beschreibt er, was und wie das ist: die organisierte Emotionelle Pest. Prince weiß wovon er spricht. Zeitweise war er der zweite Mann der Scientology. Er konnte soweit aufsteigen, weil er vielleicht der einzige Mensch war und ist, der im Gegensatz zu „all diesen Idioten“ (Prince) wirklich in L. Ron Hubbards wirren Gedankensystem eingetaucht ist und es verstanden hat. Heute ist er einer der ganz wenigen Menschen, die verstanden haben, was die Emotionelle Pest wirklich ist, warum und wie sie Menschen seelisch und körperlich tötet und daß man gegen sie kämpfen muß. Das ist ein Mann. Verschwörungstheoretiker sind obszöne infantile Jammerlappen.

Die Emotionelle Pest (Teil 2)

2. Mai 2011

Auf Grundlage des im ersten Teil gesagten, folgt hier ein „EP-Index“ (Emotionelle Pest). Null Punkte bedeuten vollständige EP-Freiheit, zehn Punkte absolute Modjuhaftigkeit, dabei folge ich der Einteilung:

  1. Energiepegel: unangemessene Aggressivität entsprechend der starken Beckenpanzerung und dem hohen Energieniveau: beides zusammen macht die Menschen zu „stacheligen“ Sadisten. Der Pestilente Charakter ist typischerweise ein Aktivist mit einem buchstäblich hohen Potential.
  2. Sozialverhalten: Hang zur üblen Nachrede und „Mobbing“, wozu auch allgemeine Unverträglichkeit und die Zerstörung von Arbeitsbeziehungen gehört. Gleichzeitig versteht sich der Pestilente Charakter aber immer wieder lieb Kind zu machen. Er ist ein Parasit, der von den Arbeitsleistungen anderer lebt.
  3. Persönlicher Umgang: Hang andere zu „Hypnotisieren“, „stechender, bohrender, hypnotisierender Blick á la Hitler“ und der allgemeine Hang andere mit seiner vermeintlich „bezwingenden Persönlichkeit“ zu manipulieren.
  4. Ideologie: Freiheits- und Wahrheitskrämerei, worunter auch der vermeintliche „Kampf gegen die Emotionelle Pest“ gehört. Dieses Predigen ist verbunden mit einer vollständigen Uneinsichtigkeit in die eigene Pathologie, fehlende Selbstkritik.
  5. Sexualität: pornographisches Verhältnis zur Sexualität, wobei ich hier Pornographie mit einer verächtlichen Haltung gegenüber der Sexualität gleichsetze, im Unterschied zur passiven Verklemmtheit, die nicht pestilent ist.

Betrachten wir nun konkrete Beispiele:

  1. unangemessene Aggressivität:
    sehr stark 2
    mittel stark 1
    sehr schwach 0
  2. Hang zur üblen Nachrede:
    sehr stark 2
    mittel stark 1
    sehr schwach 0
  3. Hang, andere zu „hypnotisieren“:
    sehr stark 2
    mittel stark 1
    sehr schwach 0
  4. Freiheits- und Wahrheitskrämerei:
    sehr stark 2
    mittel stark 1
    sehr schwach 0
  5. pornographisches Verhältnis zur Sexualität:
    sehr stark 2
    mittel stark 1
    sehr schwach 0

L. Ron Hubbard ist das Paradebeispiel eines „10-Punkte“-Modju. Er war extrem energetisch, kriminell, diktatorisch und ein Perverser, der seine Umgebung mit einer rigiden Sexualmoral malträtiert hat. Ein moderner Mohammed oder Joseph Smith!

Sein System beruhte darauf seine Mitmenschen durch Hypnosetechniken gefügig zu machen, ihnen ihre Seele zu stehlen – und sie dafür, d.h. für die eigene Zerstörung, ein Vermögen zahlen zu lassen.

Hier ein typisches Beispiel wie die Opfer aussehen – und das ist jemand, der die „Kirche“ verlassen hat, aber immer noch an den ganzen Unsinn glaubt. Was sie sagt, ist vollkommen gleichgültig, wichtig sind nur die Augen und die Ausstrahlung. Was Modju hinterläßt, ist eine leere Hülle:

Die gleiche Glut, der gleiche Irrsinn, die gleiche chronische Überexpansion, die gleiche krankhafte Erregung, der gleiche dauerhypnotisierte, dabei untergründig tief verzweifelt, depersonalisierte Zustand wie bei den Halbirren, die Stalin, Hitler und Mao zugejubelt haben.

Hier ein Beispiel, wozu solche Menschen in der Lage sind:

Reich, Rambo und Eden

23. April 2011

Es gehört zum innersten Wesen des Orgonomischen Funktionalismus mit „paradigmenbrechenden Fakten“ zu arbeiten. Dergestalt hat Reich gearbeitet: die Wirklichkeit, die seinen Theorien widersprach, hat ihn gezwungen funktionell (d.h. an der Wirklichkeit orientiert) zu denken und sich jeweils vollkommen neu zu orientieren. So hat sich die Orgonomie entwickelt. Entsprechend habe auch mich bemüht Dingen offen gegenüberzutreten, die meiner Einstellung kraß entgegenlaufen. Beispielsweise war ich, als ich von den Boot Camps in Amerika hörte, einfach nur schockiert, entsetzt und angewidert. Doch als ich Fernsehberichte sah und Artikel darüber las, änderte sich meine Meinung grundlegend, zumal ich sie nachträglich mit meinen eigenen persönlichen Erfahrungen im „Boot Camp“ Bundeswehr abglich.

In Amerika gibt es ein Programm für jugendliche Straftäter: entweder geht’s für lange Zeit ins Gefängnis oder für ein paar Wochen in ein Millitärlager mit einer ultraharten Ausbildung, die darauf gerichtet ist den Rekruten physisch und psychisch bis an die Belastungsgrenze zu bringen und ihn danach neu aufzubauen. Teufelskreise werden aufgebrochen. Ich finde diese Art der Therapie sehr gut, denn sie richtet eine unordentliche, willensschwache Panzerung aus; macht aus impulsiven perversen Monstern, die keine Sekunde Triebstau aushalten können ohne Amok zu laufen, ordentliche in jedem Sinne sparsame Bürger. Und nur als solche haben sie überhaupt eine Chance langfristig einigermaßen gesund zu werden.

„Rambo“ ist ein typisches Produkt eines Bootcamps. Ich habe mich darüber in Der triebhafte Charakter heute ausgelassen.

Und ist es nicht tatsächlich so, daß vieles am jugendlichen Protestverhalten unbewußt darauf gerichtet ist: „Oh, bitte, steckt uns in ein Boot Camp!“? Über kurz oder lang werden sie sich sowieso freiwillig irgendwelchen Regimen unterwerfen, die ihnen ihre innere Unordnung meistern helfen. Seien dies nun links- oder rechtsradikale Kaderorganisationen, militärisch organisierte Gangsterbanden, Drückerkolonnen, mystische Sekten wie Scientology oder was auch immer. Früher fanden sich solche Leute in der Fremdenlegion. Beispielsweise waren auch die SA und die SS von derartigen „psychopathischen“ Typen durchsetzt.

Hierher gehören auch Süchtige, die ganz einfach keinerlei Frust ertragen und sofort zur Flasche, Pille oder Nadel greifen müssen. Was ihnen fehlt ist Zucht und Ordnung und nicht das liberale Geseiere vom „Recht zum Rausch“! Wenn ich das schon höre: „Sucht ist eine Krankheit“. Als in China die Kommunisten die Macht übernahmen, stellten sie die Opiumsüchtigen vor die Wahl: entweder clean werden oder an die Wand. Und, oh Wunder, über Nacht war das Drogenproblem gelöst und keiner mußte sterben. Heroinabhängige bleiben in der Hölle, weil sie sich einreden (und einreden lassen), daß der Entzug unerträglich sein wird. In Wirklichkeit ist er kaum schlimmer als eine Magendarm-Grippe, die wir schon alle mal durchmachen mußten. Oder mit anderen Worten: die gesamte Drogenpolitik ist ein Haufen Müll! Lügen, Lügen und nochmals Lügen!

Das ist das ganze Problem, daß niemand mehr Leid, Schmerz, Triebverzicht, etc. ertragen kann und alle der allgemeinen Pseudo-Reichianischen „neuen Weinerlichkeit“ folgen, die nur den Interessen der Reaktion dient. So vertiert der Mensch langsam wieder. Nach Nietzsche und Reich ist aber die Fähigkeit zur Selbstüberwindung das wichtigste am Menschen. Wie Reich in sein Tagebuch schrieb: „Ich liebe meine Liebe! Ich liebe mein Leidenkönnen, ohne zu flüchten! Was liegt daran? Das Leben entdeckt zu haben ist groß“ (Jenseits der Psychologie, S. 224).

Als ich zum Bund kam, war ich beunruhigt über mein eigenes vollkommen unmilitärisches Wesen, meine geradezu physische Unfähigkeit zu gehorchen, mich einzuordnen oder auch nur den Spint ordentlich zu halten. Ich wundere mich bis heute, daß ich keinen Offizier zusammengeschlagen habe. Umgekehrt war etwa A.S. Neill schockiert, als er erfuhr, daß sich seine Summerhill-Abgänger hervorragend in die britische Militärmaschinerie einordneten. Es ist so vollkommen „unreichianisch“, daß ungepanzertes Leben sich gut in eine Armee einordnen kann, während neurotische Krüppel wie ich (die voller Trotz und Protest stecken), in militärischer Hinsicht einfach nicht anpassungsfähig sind. (Was wiederum ein neues Licht auf Reichs späte Militärbegeisterung wirft, aber das ist ein anderes Thema…)

Mir geht es nicht darum nun Jugendgefängnisse (die ich im übrigen insbesondere aus rein sexualökonomischer Sicht für weitaus unmenschlicher halte als die schnell absolvierten Boot Camps) durch „Straflager“ zu ersetzen – mich reizt einfach das „Un-Reichianische“.

Ich habe mit der Frage angefangen, was funktionelles Denken ist. Wichtiger ist die Frage nach dem „funktionellen Leben“. Wie Jerome Eden ausgeführt hat, zwingt uns das Leben selbst dazu funktionell zu leben. Kümmern wir uns nicht um unseren Körper, finden wir keinen Partner und werden krank. Sorgen wir nicht für genügend Schlaf und Entspannung, werden wir unaufmerksam, werden wir verunglücken, vielleicht dabei sterben. Passen wir uns nicht den Gegebenheiten an, werden wir schlichtweg verhungern. Das Leben selbst ist ein Boot Camp! Brutaler und erbarmungsloser als jedes Militärlager.

Eden hat Anfang der 60er Jahre unsere bequeme Zivilisation verlassen, die uns ein falsches Gefühl der Sicherheit und Geborgenheit gibt, uns tatsächlich aber innerlich aushöhlt und schwach macht. Er ist in das damals noch wilde Alaska, später in den amerikanischen Nordwesten gezogen, um dort wie die einstigen Pioniere zu leben. Warum nimmt man so etwas freiwillig auf sich? Weil man das zurückbekommt, was das kostbarste überhaupt ist: Kontakt zum Leben. Leben!

Siehe dazu das Interview mit ihm.

Ron beantwortet die Frage, was „Mechano-Mystizismus“ ist

22. April 2011

Für den „Mechano-Mystizismus“ fällt mir kein besseres Beispiel ein als die Scientology. Als L. Ron Hubbard Ende der 1940er Jahre seine „Wissenschaft“ aus Versatzstücken der Psychoanalyse, der „Magick“ von Aleister Crowley und den damals neusten Hypnosetechniken zusammenschusterte, war im Originalmanuskript zunächst vom „Gehirn“ die Rede, das es zu beeinflussen galt, das änderte er sehr schnell in Geist/Verstand (mind), um schließlich in das punkförmige, bzw. ausdehnungslose Wesen „Thetan“ zu münden. Der an sich allmächtige „Thetan“ ist im Körper gefangen und impotent gemacht wie ein Schwert in seiner Scheide. Scientology will sozusagen dieses Schwert aus seiner Scheide wieder herausziehen, auf daß es seines wahren Wesens gewahr wird: seine Unabhängigkeit von Materie, Energie, Raum und Zeit. Mit seinen drei Eigenschaften Affinität, Realität und Kommunikation schuf der Thetan im Verbund mit anderen Thetanen dieses Universum, das nichts anderes darstellt als eine Übereinkunft zwischen den Thetanen über das, was „die Realität“ konstituiert. Im Verlauf von Quadrillionen von Jahren vergaßen die Thetane ihr wahres allmächtiges Wesen, bis schließlich der Erlöser L. Ron Hubbard erschien – die einzige Chance, die diesem Universum geblieben ist, um dem ständigen Niedergang zu entgehen. Da Thetane allmächtig sind, können sie auch andere Thetane erzeugen, so daß letztendlich alles auf einen „Urthetan“ zurückgeht: L. Ron Hubbard, „den besten Freund, den die Menschheit je hatte“.

In der Orgonomie ist „Mechanismus“ als Auffassung definiert, in der Mensch und Natur nicht mehr sind als eine seelenlose „Maschine“. „Mystizismus“ ist im Kern die Vorstellung, die „Seele“ könne unabhängig vom Körper existieren. „Mechano-Mystizismus“ ist dann so etwas wie „der Geist in der Maschine“. Tatsächlich muß der Mechanismus zwangsläufig zum Mystizismus führen und umgekehrt.

In der Scientology zeigte sich das darin, daß die Auffassung des Körpers als Maschine, die von einer „Kommandozentrale“ (dem Gehirn) aus gesteuert wird, über kurz oder lang zur Frage nach dem „Kommandanten“ führte, der die „Hebel und Knöpfe“ bedient. Umgekehrt muß eine vollkommen „vergeistigte“ Weltanschauung, in der alles durch „Postulate“ dieses Kommandanten hervorging, in reiner Mechanik enden. Hier gibt es kein autonomes Funktionieren mehr, sondern nur Befehl und Gehorsam. Entsprechend sieht auch die Praxis der Scientology aus: die „Therapie“ (das „Auditieren“) ist so etwas wie Computerprogrammieren, bei dem Datenspeicher gelöscht und neu bespielt werden, und die Management-Technik ist nichts anderes als Militärdrill, die „Mitarbeiter“ sind uniformierte Roboter. Thetane selbst sind eine Art von „Dingen“ oder „Sachen“, die man, wie es vor 75 Millionen Jahren Xenu, der Herrscher der Galaktischen Föderation, tatsächlich mit Billionen von ihnen getan hat, in einer Mischung aus Glykol und Alkohol einfrieren, mit Atombomben wegsprengen und mit Hilfe von elektrisch geladenen Netzen wieder einfangen kann, um sie schließlich auf Kinosessel zu setzen, so daß man ihnen Filme vorspielen kann, die ihre Datenspeicher mit Mißinformationen füllen. Diese Thetane kleben heute zu Abertausenden an unseren Körpern wie Zecken und sind für all unser Unbill verantwortlich. Entsprechend ist die hochgeheime Scientology für Fortgeschrittene so etwas wie Dämonenaustreibung.

Das alles entworfen von einen kontaktlosen paranoid-schizophrenen Charakter:

Das Traurige ist, daß wir generell in einer total bekloppten „scientologischen“ Welt leben. Einer Welt, in der Mechanisten die abstrusesten „geistigen“ Konzepte vertreten, während Vertreter der vorgeblichen „Esoterik“ mit dem Lebendigen umgehen, als würde es nach einem „Schaltplan“ funktionieren. Psychiater und Neurologen behandeln Menschen immer noch so, als seien diese ein bloßes Anhängsel ihres Gehirns. Akupunkteure, Astrologen, Anthroposophen, usf. richten sich nach detaillierten Plänen, als ginge es darum einen Computer zu reparieren. Die Seele wird betrachtet als sei sie ein „Objekt“. Der Mensch nochmals en miniatur.

Mechanik geht immer mit Mystik einher und umgekehrt. Meist überwiegt aber das eine Element.

Man nehme den extrem mechanistischen Marxismus, der aus dem Hegelschen Idealismus hervorgegangen ist und im absurd voluntaristischen Trotzkismus, Stalinismus und Maoismus mündete. Ideologie, die alle materiellen Zwänge außer Kraft setzt! Oder den Katholizismus, der mit einem Mann anfing, „der nicht von dieser Welt war“, um in einer grotesk „materialistischen“ Welt aus blutenden Hostien und weinenden Madonnen-Statuen zu enden. Die Mystik ist im Marxismus so schwer auszumachen, weil in ihm der Seelenbegriff keinerlei Rolle spielt, während im Katholizismus die Mechanik so schwer zu erkennen ist, weil alles „durchseelt“ ist. Schaut man jedoch genauer hin, ist die ganze „Heilsökonomie“ von einer erschreckend seelenlosen Mechanik geprägt. Der berüchtigte Ablaßhandel zu Zeiten Luthers hat nur sichtbar gemacht, was alle Religion prägt: eine tumbe Mechanik.

Man nehme die Physik, die im 19. Jahrhundert alles mit Mechanik erklären wollte (die Welt als ein Legobaukasten!), um heute die Welt auf platonische Ideen zu reduzieren. Und man nehme die platonische Ideenwelt selbst, die nichts anderes ist als das „idealisierte“ Spiegelbild der Welt der toten Dinge. Für das Lebendige, die Orgonenergie, bleibt in dieser geisteskranken Welt kein Platz.


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