Träge Masse, die wir experimentell über den Widerstand gegen Beschleunigung bestimmen, d.h. das Beharrungsvermögen („Trägheit“) des gegebenen Körpers, geht auf die Überlagerung von Orgonenergie-Strömen zurück, d.h. auf das Abbremsen der freien Bewegung der Orgonenergie (Die kosmische Überlagerung, S. 33f).
Reichs Konzept der Entwicklung der gravitativen Massen, die durch ihr Gewicht bestimmt wird, ähnelt sehr dem von DesCartes’ mit seinem dynamischen Wirbelmodell der Schwerkraft, das zwar von Newtons statischer Theorie der Schwerkraft abgelöst wurde, aber noch im 19. Jahrhundert im schwange war, wie z.B. diese Stelle aus Nietzsches Notizbuch zeigt:
Die Schwere vielleicht aus dem bewegten „Äther“ zu erklären, der um ein ungeheueres Gestirn, mit dem gesamten Sonnensystem rotiert. (Nachgelassene Fragmente 1869-1874, München 1988, S. 458)
Newtons Theorie beruht (zumindest implizit) auf der Vorstellung von Konzentrationsunterschieden des „Äthers“ im Raum, die nach dem Mechanischen Potential ausgeglichen werden, während die „orgonomisch-kartesianische“ Theorie neben der Überlagerung auf dem Orgonomischen Potential beruht (Äther, Gott und Teufel, S. 153f).
Newtons Theorie erklärt nicht, wieso die träge und die schwere Masse gleich groß sind. Diese, wie wir im vierten Teil sehen werden, ganz und gar nicht so genaue Gleichheit war der Ausgangspunkt von Einsteins Allgemeiner Relativitätstheorie und wurde von ihr erklärt. Aber die Erklärung der Gravitation durch die „gekrümmte“ Raumzeit funktionierte nur auf der Grundlage der Kreisfunktion, da die Gravitation das Ergebnis der Überlagerung jener Orgonenergie-Ströme ist, aus denen ursprünglich die trägen Massen hervorgingen (Die kosmische Überlagerung, S. 121).
Die dritte Art von Masse, die anziehende Masse, die wir durch die Kalkulationen der Himmelsmechanik bestimmen, ist rein fiktiv (ebd., S. 120), da die Sonne nicht die Planeten anzieht, sondern alle Körper im Sonnensystem, und alle anderen Sonnensysteme, sich im selben Galaktischen Orgonenergie-Strom bewegen, wobei ihre wechselseitigen Bewegungen von ihm harmonisch koordiniert werden (ebd., S. 38). Dies steht natürlich im Widerspruch mit Cavendishs 1798 erfolgten experimentellen Bestimmung von Newtons Gravitationskonstante (G), mit der man das Gewicht des Planeten Erde messen kann.
Wie bereits im ersten Teil erwähnt, entdeckte Reich mit einem „klassischen“ Instrument, dem mathematischen Pendel, das unabhängig von der Masse des Pendelkörpers schwingt und trotzdem die Gravitationsstärke (g) mißt, einen Weg m aus Schwerkraft-Gleichungen zu eliminieren und g als das auszudrücken, was Reich mathematisch „eine Kreisfunktion“ nannte („Kr“ von Kreisfunktion, π ist bei Reich bespielsweise „2rKr“) (Das ORANUR-Experiment II, S. 136-141):

Des weiteren drückte Reich die enge funktionelle Beziehung zwischen g und dem „Äther“, der sich um einen Planeten dreht, in einer zweiten „Kreisgleichung“ für g aus, indem er die Gewichtskraft mit der „Kraft, die nötig ist, eine Drehbewegung hervorzurufen oder zu beenden“, d.h. dem Drehimpuls gleichsetzte und m eliminierte (ebd., S. 143f):

Diese Gleichung ist dimensional nur teilweise richtig, aber immerhin hat die Planck-Konstante h hat die gleiche Dimension wie der Drehimpuls und Reich legt eine „vollständige funktionelle Zuordnung“ von „Keplers makrokosmischem und Plancks Quantengesetz“ vor (ebd., S. 133). Keplers „makrokosmisches Gesetz“ hat Reich wie folgt ausgedrückt (ebd., S. 134):

Es ist entscheidend, daß Newton seine Massengleichung der Gravitation aus dieser massefreien Gleichung ableitete – und darauf die ganze weitere Physik aufgebaut wurde. So sind Masse und Gravitation nur sekundäre Funktionen von Keplers vis animalis, „die den Himmel ebenso regiert, wie den lebendigen Organismus“ (Die kosmische Überlagerung, S. 13). Als Reich über die Verbindung zwischen der Orgasmusformel und dem Pendel-Experiment befragt wurde, antwortete er:
Die ganze Sache ist eine Symphonie, eine wunderbare Symphonie. (Sharaf, M.R.: „Some Remarks of Reich: Summer 1948“,Journal of Orgonomy, Vol. 2, Nov. 1968, S. 221)