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Der zweite Jesus (Teil 2)

30. Januar 2012

Zur Befreiung vom Gesetz und zum Zusammengehen von Mensch und Gott tritt als Drittes die Rückkehr zur Himmelskönigin hinzu. In der Kabbala wird die Schechina (die Herrlichkeit Gottes) als „Himmelsmutter“ bezeichnet und nimmt eine ganz zentrale Rolle ein. In Sabbatais persönlichem Leben war es Sara, seine Maria Magdalena.

Sara war als Sechsjährige bei den Chmelnizkij-Massakern verwaist, wurde von einem Kloster aufgenommen, floh mit 10 aus den Klostermauern. Sie wurde von Juden nach Amsterdam gebracht, wo sie verkündete, sie wäre als Frau für den Messias bestimmt. Von dort kam sie nach Livorno, um „des Messias Braut zu werden“. Als Zwi davon hörte, ließ er sie zu sich nach Kairo holen und heiratete sie. Es hieß wohl in der jüdischen Gemeinde, sie habe sich als Prostituierte durchgeschlagen, doch Zwi behauptete, gerade dies sei messianische Fügung, daß er wie der Prophet Hosea eine unzüchtige Frau heimführe (Heinrich Graetz: Volkstümliche Geschichte der Juden, Bd. VI, München 1985, S. 57f).

Hier könnte man jetzt nach Manier von Reichs Christusmord Zwi als Genitalen Charakter darstellen. Doch Zwi war (wie auch Jesus?!) nach allem, was wir wissen, ein impotenter, homosexueller und psychotischer Modju mit einer unglaublich charismatischen Ausstrahlung, wie sie dieser Charakterstruktur eigen ist. Abertausende von Juden hat er mit seinen leeren Versprechungen in den Ruin, in die seelische Verzweiflung und in den Tod getrieben und wären nicht ein paar wenige konservative Rabbiner bei Verstand geblieben, hätte er beinahe das durch Inquisition und Chmelnizkij-Aufstand bereits geschwächte Judentum vollends vernichtet. Was sein messianisches Pendant Jesus wohl zu seiner Zeit alles angerichtet hat! Und inwieweit ist Jesus für die Zerstörung Israels durch Titus verantwortlich?! Zwi war der charakterliche Todfeind der Genitalität. Ist dies, wenn man es auf Jesus überträgt, die einfache Lösung des Rätsels, von dem Reich in Christusmord (S. 82) spricht: wieso sich auf der Grundlage des vorgeblich genitalen Lebens Christi eine antigenitale Kirche hat entwickeln können?

Zwis Charakter zeigte sich nicht nur in seinem Verhalten, sondern auch in seiner Lehre, die darauf beruhte, man müsse zuerst ins Böse hinabsteigen, um zu spiritueller Freiheit gelangen zu können. Dieser Abstieg in die Mittlere Schicht erzeugt aber nichts als unheilvolles Chaos, wie ja die Geschichte des Sabbatianismus gezeigt hat, ebenso auch alle folgenden revolutionären Bewegungen insbesondere der Marxismus, die pervertierte säkulare Form jüdisch-christlichen Messianismus.

Besonders schlimm trieb es Jakob Frank (1726-1791) aus Ostgalizien, wo 150 Jahre später Reich geboren werden sollte. Frank stammte aus einer Sabbatianischen Familie und begründete als „Reinkarnation“ Sabbatai Zwis eine abgewandelte Form des Sabbatianismus. Er lebte ein noch verruchteres, noch lügnerisches Leben als Zwi, da eine verruchte Zeit der messianischen Zeit vorangehen sollte.

Beide wollten das rabbinische Judentum auflösen und den Talmud vernichten. Frank nihilierte das gesamte Judentum durch Übertretung aller guten Sitten, aller Gebote und Verbote, selbst der Inzestschranke.

Dabei mischten sich uralte vorderasiatische, matriarchalische Kultkomponenten mit hinein. Die Anhänger Jakob Franks umtanzten bei ihren Sexorgien auf der Basis der Promiskuität zugleich ein nacktes Frauenzimmer, das sie für die weibliche Hypostase der Gottheit hielten. (Salicia Landmann Jesus und die Juden, München 1987, S. 207)

Aus der Schechina Gottes wurde die lebendige „Matronita“, Franks Tochter Eva, die die Frankisten bei ihren Riten anbeteten.

Frank erklärte das Gesetz für tot und stattdessen die „Heiligkeit der Sünde“. Nach alter gnostischer Theorie waren die „Heiligen Funken“ in der Welt verschüttet worden und nun gelte es, sie wieder einzusammeln, indem man sich der Verderbnis ganz hingebe und sie so dialektisch aufhebe. „Durch die Sünde würde die Errettung kommen. Aus dem großen Sünden würde eine Welt hervorgehen, in der es keine Sünde mehr gäbe“ (David Bakan: Sigmund Freud and the Jewish Mystical Tradition, Princeton 1958, S. 107). Dies ist natürlich die Theorie aller modernen religiösen oder säkularen terroristischen Ideologien.

Als die Rabbiner sich gegen Jakob Frank wandten, den Bann aussprachen und sogar erfolgreich versuchten, die katholische Inquisition auf diese „neue Sekte“ aufmerksam zu machen, diente sich Frank in Notwehr der Katholischen Kirche an und rächte sich blutig, indem er Greuelmärchen über den Inhalt des Talmuds verbreitete. Es würde Christenmord und der Gebrauch von Christenblut vorgeschrieben. Im übrigen seien er und seine Anhänger mit ihrem sabbatianischen Glauben beinahe auch schon Christen, – was ja stimmte. Sie behaupteten, der Sohar lehre die Dreieinigkeit und daß eine Person der Gottheit Fleisch geworden sei. Schließlich nahmen sie 1759 den christlichen Glauben ganz an. Als besondere Vergünstigung für getaufte Juden wurden sie vom polnischen Adel adoptiert und übernahmen so adlige Familiennamen. Heimlich glaubten sie aber weiter, daß sich die besagte Person der Gottheit in allen Messiasanwärtern, also nicht nur in Jesus verkörpert habe und daß nun Frank der „Heilige Herr“ sei. Nach der Taufe blieben sie eine geschlossene Gruppe und heirateten nur untereinander.

Dabei handelte Frank nach dem Vorbild von Zwi, der als jüdischer Messias aus Angst vor dem vom türkischen Sultan angedrohten Foltertod zum Islam übergetreten war. Die islamischen Nachfolger der Sabbatianer, die selbst diese Charakterlosigkeit als messianisch akzeptierten, waren die 1683 in Saloniki formierten jüdischen Moslems „Dönmeh“, die eine geschlossene Gruppe bildeten, da sie nur untereinander heirateten. So lebten die Ideen Zwis in einer moslemischen Sekte fort.

Aus den katholischen Frankisten ging z.B. als Nachkomme der polnische Nationaldichter Adam Mickiewicz hervor, der das geteilte Polen mit dem leidenden Christus gleichsetzte. Landmann:

Ich zweifle daran, daß man an polnischen Schulen diese Wurzeln des polnischen Nationalismus in einer ketzerischen, pseudomessianischen jüdischen Bewegung der Jugend offenbart. Aber trotzdem beschäftigt man sich im heutigen sozialistischen Polen intensiv mit dem Frankismus. Als nämlich die Französische Revolution losbrach, kamen etliche von Franks Adepten zur Überzeugung, in Paris breche die eigentliche und wahre Welterlösung an, sie zogen nach Frankreich, nahmen an den revolutionären Auseinandersetzungen auf Seiten der Aufständischen teil, und einer von ihnen starb, gleichzeitig und zusammen mit Robespierre, auf der Guillotine. (S. 215)

Landmann weiter:

Im heutigen sozialistischen Polen zelebriert man aber etliche Frankisten, die den religiösen Background der Lehre ihres Meisters preisgaben, zur Überzeugung gelangten, daß die Französische Revolution die Welterlösung einleite, und für sie kämpften und starben. Durchaus richtig erkennen die polnischen sozialistischen Ideologen in diesen revolutionären Frankisten Vorläufer von Karl Marx, der von der Weltrevolution unter sozialistischem Vorzeichen das endzeitliche Paradies auf Erden erwartete. (S. 216)

Die religionsgeschichtliche Forschung hat gezeigt, daß Sabbatai Zwi und Jakob Frank als Vorläufer von Theodor Herzl große Bedeutung haben. Frank und seine Anhänger vollzogen eine äußerliche Massenkonversion zum Katholizismus in der Hoffnung, im Bunde mit Rom das messianische Reich aufzurichten. Und Zwi suchte die religiöse und nationale Wiedergeburt von Israel zu fördern, indem er seine Anhänger dazu aufforderte, durch äußerlichen Übertritt zum Islam die Sultanswürde in jüdische Hand zu bringen, um dann ein neues Israel errichten zu können. Aus den Reihen der Dönmeh ging um die Jahrhundertwende der türkische Minister Dschawid Bey hervor. Er war in der türkischen Regierung, mit der die Zionisten erfolgreich über erste Niederlassungen in Palästina verhandelten. So schloß sich der Kreis.

Die Funktion der Religion

22. Januar 2012

In den letzten Jahren haben mich immer wieder Studien insbesondere aus dem tiefreligiösen Amerika irritiert, die gezeigt haben, daß religiöse Menschen seelisch gefestigter und glücklicher sind und auch in physischer Hinsicht gesünder. Derartige Erhebungen werden voll Begeisterung von der religiösen Rechten in Amerika hochgehalten. Das ist nicht gerade das, was man als „Reichianer“ hören will, hatte doch Reich vom Gegensatz von (sexuellem) Lebensglück und Mystik gesprochen.

Nun haben drei Forscher der Humboldt-Universität zu Berlin, der University of Southampton und von eDarling die anonymisierten Daten von über 200 000 Mitgliedern der besagten Partnervermittlung aus elf europäischen Ländern analysiert

Es stimme zwar, daß religiöse Menschen sich wohler in ihrer Haut fühlen, ein höheres Selbstwertgefühl zeigen und sich besser in ihr Umfeld integrieren als Nichtgläubige, aber dies träfe nur auf Länder zu, in denen die Religion gesellschaftliche Wertschätzung erfährt. In religiös gleichgültigen Ländern wie Deutschland, Frankreich und Schweden gäbe es deshalb praktisch keinerlei Unterschied im psychischen Wohlbefinden zwischen Atheisten und Gläubigen. Ganz anders sähe es hingegen in tiefreligiösen Ländern wie der Türkei, Polen und (so die Studie) Rußland aus. Jochen Gebauer, Mitautor der Studie:

Möglicherweise entsteht der positive Effekt des Glaubens auf unsere Gesundheit durch die Wertschätzung, die man als religiöser Mensch von seiner sozialen Umwelt erfährt. Eine hohe Wertschätzung von den Mitmenschen fördert das psychische Wohlergehen. Dieser Effekt bleibt natürlich aus, wenn Religiosität in der jeweiligen Gesellschaft keine besondere Bedeutung hat.

Gebauer drückt sich sicherlich so vorsichtig aus, weil die positive Wirkung der Religion bisher weitgehend zum wissenschaftlichen Konsens gehörte.

In einem Land wie Polen wird man unglücklich, wenn man nicht an Gott glaubt, während in einem religiös vollkommen gleichgültigen Land wie Schweden, der Glaube so gut wie keine psychischen Folgen hat. Es geht hier um die alles durchdringende gesellschaftliche Atmosphäre, die Nichtgläubige in Ländern wie Polen stigmatisiert und sich schlecht fühlen läßt, selbst wenn kein sichtbarer Druck ausgeübt wird.

Die nächste Frage sollte sein, ob die Menschen im weitgehend atheistischen Schweden weniger „ethisch“ miteinander umgehen als im ultrakatholischen Polen. Wohl kaum… Richard Dawkins hat in dieser Hinsicht auf klassische Weise einen Moslem zurechtgewiesen:

Ich kann mich noch gut an den brennenden Haß meines Vaters auf den überkommenen Katholizismus der Familie Nasselstein erinnern. Seine anhaltende Empörung, wie eine Cousine in seiner Jugend von der Verwandtschaft drangsaliert wurde, weil sie, da unehelich, ein „Kind der Sünde“ sei. Geradezu die Braut Satans! – Genau so müssen sich, wenn auch in homöopathischen Dosen, „Ungläubige“ in religiös verseuchten Ländern fühlen!

Gibt es denn wirklich nichts, was das Phänomen „Religion“ rechtfertigt? Zunächst einmal gab es bis zur Neuzeit niemals irgendwo auf dem Planeten eine religionslose Gesellschaft. Selbst anhand der kläglichen Überreste der sprichwörtlichen Neandertaler hat man überzeugende Hinweise für ein religiöses Leben ausmachen können. Es ist deshalb illusorisch Religion einfach so, a la Richard Dawkins, abschütteln zu wollen. Zweifellos ist die Religion tief in uns verankert und hat eine rationale Funktion.

Reich hat die heutige Religion als Ausdruck unbefriedigter Sexualität betrachtet. Deshalb sei sie von der Sexualunterdrückung abhängig. Sie sei aus einer Art „Urreligion“ hervorgegangen, in der das sexuelle und das religiöse Erleben eins gewesen seien. Später änderte sich Reichs Perspektive und er betrachtete insbesondere das Christentum als (durch die Panzerung verzerrten) Ausdruck des Erlebens der Orgonenergie im inneren des Organismus und im Kosmos. Atheisten würde dieser „kosmische Kontakt“ abgehen.

Das bedeutet offensichtlich nicht, daß dadurch beispielsweise Polen glücklicher und ethischer werden, es bedeutet jedoch, daß sie, wenn man das so ausdrücken kann, „besser im Raum verankert sind“. Religiöse Menschen kann man im wahrsten Sinne des Wortes nicht so einfach „herumschubsen“. Entsprechend war es den Russen unmöglich Polen zu „sowjetisieren“. Schließlich hat der polnische Katholizismus das Kartenhaus des Ostblocks zum Einsturz gebracht. Ähnlich sieht es mit dem Verhältnis des Westens zur islamischen Welt aus. Statt, daß wir sie verwestlichen, fangen sie ganz im Gegenteil an uns zu islamisieren. So war das nicht gedacht!

Das weitgehend atheistische Europa ist „haltlos verloren“.

Rassismus

3. November 2010

Dieser Blog wird von einem „I‘m a proud friend of Israel“ geziert. Dazu neulich auf der Achse des Guten: wenn Leute wie ich herausfänden, daß Israel von auf die Nerven gehenden lauten Orientalen, eben Juden, bevölkert ist, würde sich unser schleimiger Philosemitismus sehr schnell ins Gegenteil umkehren!

Klingt überzeugend, der Autor vergißt jedoch, daß dieser Bruch auch mitten durch die israelische Gesellschaft geht, wo orientalische Juden die europäischen Juden schon mal als „Nazis“ titulieren, weil sie sich von oben herab behandelt fühlen. Da wird von säkularen Juden alles getan, damit keine orthodoxen Juden in die Nachbarschaft ziehen, die, wenn sie eine kritische Masse erreicht haben, den Rest der Einwohner mit ihren Forderungen nach Sabbatruhe und ähnlichem terrorisieren. Die sprechen dann von „Antisemitismus“ mitten in Israel!

Bleiben wir beim richtigen Nazi – heute ist das der „Israelkritiker“:

Er leugnet zwar nicht den Holocaust, stellt ihn aber mit der israelischen Behandlung der Palästinenser gleich und reduziert ihn damit auf ein unwesentliches Maß. Er spricht nicht vom jüdischen Blutmordritual, stellt aber israelische Soldaten dar, die genüßlich palästinensische Kinder bei lebendigem Leibe verspeisen. Er wirft den Juden keine volksfeindliche Illoyalität vor, nennt aber den Zentralrat das Sprachrohr Israels. Er grölt nicht „kauft nicht bei Juden! “, fordert aber den Boykott israelischer Waren und Firmen. Er schreit nicht „Juden raus“, bestreitet aber ihr Niederlassungsrecht in ihrem Heimatland Israel. Er sagt nicht, „die Juden sind unser Unglück“, geißelt aber Israel als größtes Hindernis zum Weltfrieden.

Dieser „antizionistische“ Abschaum dominiert heute die öffentliche Meinung, auch die „philosemitische“!

„Rassismus“ ist tief in uns verankert. Selbst bei Reich finden sich schier unglaubliche Sätze wie:

Ich liebe meine Vögel und Rehe und Wiesel, die den Negern nahe sind! Ich meine die Neger aus dem Busch, nicht die Neger aus Harlem in steifen Kragen und Zoot-Zoot-Anzügen! Ich meine nicht die fetten Negerinnen mit Ohrgehängen, denen die behinderte Lust in Fett der Hüften überhing, deren Lust Jesus entdeckte. Ich meine die schlanken, weichen, biegsamen Körper der Mädchen der Südsee, die du, sexuelles Schwein dieser oder jener Armee, bevögelst; die Mädchen, die nicht wissen, daß du ihre reine Liebe wie in einem Bordell in Denver nimmst. (Rede an den Kleinen Mann, S. 94)

Ich glaube nicht, daß in unserer Familie jemals das Wort „Pole“ gefallen ist. Ich kann mich auch sonst nicht erinnern, daß mir von irgendjemanden eine „anti-polnische“ Haltung nahegebracht wurde, trotzdem steckt es in mir. Beispielsweise, daß ich Polen und Aussiedler dezidiert unfreundlich behandele – und mich danach über mich selbst wundere, teilweise über mich selbst entsetzt bin.

Was offenbar stört, wenn ich mich denn selbst verstehen kann, ist ihr serviles Gehabe, das „Unwestliche“, fast schon „Unzivilisierte“, das „Unpreußische“ oder, wenn man so will, „Unhanseatische“.

In dieser Hinsicht fängt mein „Rassismus“ schon bei Süddeutschen, insbesondere Bayern an.

Neulich hat mir ein Mann aus dem Ruhrgebiet, den es nach Hamburg verschlagen hat, gesagt, wie schrecklich kalt und abweisend doch die Menschen hier seien.

Gerade in diesem Moment gehen Berliner, die in Hamburg zu Besuch sind, unter meinem Fenster lang, laut berlinernd, große Show; die Frauen (irgendwo zwischen 50 und 70) grell rot gefärbte Haare und angezogen wie Transvestiten. Ich spüre geradezu wie sich, von mir unkontrollierbar, alles voller Widerwillen in mir zusammenzieht. Ein genuin rassistischer Affekt. „Ich hasse Berlin!“

Es geht beim Rassismus immer nur um das eine: darum, um Reichs Massenpsychologie des Faschismus zu paraphrasieren, „das Nicht-Tiersein, das grundsätzliche Anders-als-das-Tier-sein, immer wieder zu betonen“. Ich bin etwas besseres, ich habe mich unter Kontrolle, ich gebe mich nicht meinen Impulsen hin, bin nicht laut und vulgär – ich bin Hanseat. Oder mit anderen Worten: ich bin asexuell! („Ich bin kein Tier!“)

So schauen wir auf die mediterranen „heißblütigen“ Türken herab – und so schauen sie auf uns „zügellose Schweinefleischfresser“ herab. Diese Haltung ist untrennbar mit Verachtung verbunden, die daraus resultiert,

daß wir Energie vom Becken zum Gesicht hinaufziehen, so daß wir uns überlegen fühlen. Verachtung ist imgrunde eine Ablehnung des Genitale und wird gegenüber einem Objekt ausgedrückt, das wir für sexueller als uns selber halten, oder gegenüber jenen, die sich in sexueller Hinsicht von uns unterscheiden. Das gilt immer, ganz gleich, was oberflächlich der Grund für die Verachtung zu sein scheint. (Elsworth F. Baker: Der Mensch in der Falle, München 1980)

Solange die weit überwiegende Mehrheit der Menschen gepanzert ist und damit unter einer verheerenden Sexualstörung leidet (orgastische Impotenz), wird dieser im wahrsten Sinne des Wortes „hochnäsige“ Rassismus weiter grassieren und Träume von Völkerverständigung, internationaler Solidarität und Multikulturalismus immer wieder in blutige Alpträume umkippen lassen.

Hier ist gleichzeitig auch die Ursache für den „Klassenhaß“ zu finden, etwa die Verachtung eines sauberen, gradlinigen Proletarierkindes wie mich für das halt- und disziplinlose Bürgertum (das sich am verlotterten, inzuchtgeschädigten Adel orientierte) – und umgekehrt, deren Verachtung für einen „ungehobelten Klotz“ wie mich. Dazu gehört auch mein „viszeraler“ Haß auf das stinkende, ungewaschene „Lumpenproletariat“. Siehe dazu meine – Peter, Du alter Wichtigtuer! – Ausführungen in Der politische Irrationalismus aus Sicht der Orgonomie.

Man schaue auf das 20. Jahrhundert zurück: jederzeit können sich die Pforten der Hölle öffnen – Jugoslawien und Ruanda sind jederzeit möglich.

Man muß bei der Bundeswehr gewesen sein, um auch nur erahnen zu können, was für ein viehischer Haß auf Frauen, Schwule und Behinderte in der Seele „normaler“ Männer schlummert. Von ihrem Haß auf „Schwarze“ ganz zu schweigen!


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