Mit ‘Krebs’ getaggte Artikel

PA-Bione und das Par-4-Gen

6. Juni 2013

Reich beschreibt die Anfänge seiner Krebsforschung wie folgt:

Die Orgontherapie des Krebses läßt sich historisch auf die erste Beobachtung der tötenden Wirkung zurückführen, die die blauen PA-Bione auf viele Arten von Fäulnis- und anderen Stabbakterien ausübten. Es war nur logisch, daß ich verschiedene Arten blauer PA-Bione mit verschiedenen Formen von Stabbakterien unter dem Mikroskop zusammenbrachte und zusammen Mäusen injizierte. Im Mikroskop konnte man sehen, daß fortbewegte Stäbe in der Nähe kräftiger blauer Bione (…) unruhig wurden, zu flüchten versuchten oder wie gelähmt bewegungslos wurden, wenn sie zu nahe geraten waren. Dasselbe war der Fall, wenn man die rasch und zackig flitzenden T-Bazillen mit blauen PA-Bionen zusammenbrachte. Die T-Bazillen pflegten den blauen Bionen bewegungslos anzuhaften oder um sie herum unbewegte Haufen zu bilden („Agglutination“). (…) Sämtliche mit T injizierten Mäuse starben früher oder später an akuter T-Intoxikation oder an Krebs verschiedener Reifegrade. Sämtliche mit PA allein injizierten Mäuse blieben gesund. Die mit PA und mit T zugleich injizierten Mäuse blieben zum großen Teil gesund. (…) Ich brachte PA-Bione mit Krebszellen unter dem Mikroskop zusammen. Die PA umschwärmten die Krebszellhaufen, drangen schließlich in die Masse ein und zerstörten ihr Gefüge. (Der Krebs, Fischer TB, S. 301)

Heute würde man in diesem Zusammenhang von induziertem „Zelltod“ („Apoptose“) der Krebszellen sprechen. Generell setzte Reich die PA-Bione mit der Immunabwehr gleich.

Etwa gleichzeitig, d.h. in den 1930er zund 40er Jahren, nahm die heutige genetisch geprägte Krebsforschung ihren Anfang.

Vor zehn Jahren ist Zheng Cui von der Wake Forest University (North Carolina) zufällig auf eine krebsresistente Maus gestoßen, die zum Stammvater von hunderten krebsresistenten Tieren wurde. Die Hälfte der Nachkommen aus Kreuzungen mit normalen Weibchen war ebenfalls resistent und vererbte diese Eigenschaft weiter – wahrscheinlich sei ein einzelnes Gen verantwortlich. Bei diesen Mäusen wurden die Krebszellen offenbar durch „aktivierte“ Weiße Blutkörperchen sehr effektiv abgetötet. Bis dahin glaubte man, daß das Krebsrisiko mit dem Alter zunimmt, weil sich Mutationen anhäufen. Die krebsresistenten Mäuse legten nun aber die Vermutung nahe, daß der Grund in der nachlassenden Immunabwehr liegen könnte.

Vivek Rangnekar von der University of Kentucky hat 2008 durch Genmanipulation eine krebsresistente Maus geschaffen. Die Maus wurde so behandelt, daß ein bestimmter Teil des Gens „Par-4“ in den Zellen zum Ausdruck kommt („Genexpression“), der den Zelltod Krebszellen hervorruft.

Die Nähe, ich hätte beinahe geschrieben „funktionelle Identität“, mit Reichs Entdeckung ist offensichtlich. Gene sind nichts weiter als eine Strukturierung (sozusagen „Mechanisierung“) lebendiger Funktionen, die auf diese Weise stabiler und zuverlässiger werden.

PAkrebs

Grundelemente einer orgonomischen Soziologie (Teil 4)

16. Januar 2013

Man kann unsere Beziehung zum gigantischen Organismus der Arbeitsdemokratie über das zentrale Moment der natürlichen Selbststeuerung verstehen: das Ganze und seine Teile existieren in gegenseitiger Abhängigkeit.

Versucht etwa das Ganze auf Kosten einzelner Teile zu leben, wird es sich nur selber schädigen. Das gleiche gilt für das Teil, das nicht überleben könnte, wenn es im Widerspruch zum Ganzen stünde. Dies wiederholt sich auf allen Ebenen:

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Beispiele sind:

  • Deutschland, das Anfang des 20. Jahrhunderts das europäische Gleichgewicht zu zerstören drohte;
  • die Marktwirtschaft kann ohne den „ehrbaren Kaufmann“ nicht existieren, die Demokratie nicht ohne den „gesetzestreuen Bürger“ – „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser“ ist der Beginn von Anarchie und Diktatur;
  • wir alle kennen die Unmöglichkeit eines gedeihlichen Zusammenlebens, wenn es keine Leitkultur gibt, an der sich alle orientieren (beispielsweise ein gewisses Maß an Großmut und Ritterlichkeit im alltäglichen Umgang mit vollkommen Fremden – Dinge die außereuropäischen Kulturen teilweise vollkommen fremd sind);
  • für die organischen und zellulären Ebenen gilt ganz allgemein: Krankheit ist der Zerfall der Ganzheit, der Einheit, des einheitlichen Funktionierens und Reorganisation auf niederen Ebenen. Am Ende steht die Apoptose, der Zerfall der Zellen in ihre Organellen.

So sind weltweites politisches Chaos, Anarchismus, Drogensucht und krebsiger Gewebezerfall in T-Bazillen unvereinbar mit Selbststeuerung, zumal sie ihre ebenfalls anti-arbeitsdemokratischen Gegenteile heraufbeschwören: hegemonistischer Imperialismus, Polizeistaat, Spießertum und bösartige Geschwulste. Auf die Wirtschaft übertragen lehnt deshalb die Orgonomie einen rücksichtslosen „Manchester-Kapitalismus“ des Jeder-gegen-jeden genauso ab wie einen rigiden kollektivistischen Staatskapitalismus.

In Die Massenpsychologie des Faschismus hat Reich diesen Sachverhalt wie folgt beschrieben:

Es ist (…) die politische Zerklüftung der Gesellschaft, die die Staatsidee, und es ist umgekehrt wieder die Staatsidee, die die soziale Zerklüftung erzeugt. Es ist ein circulus vitiosus, aus dem man nur herausspringen kann, wenn man sowohl der Zerklüftung wie der Staatsidee auf den Grund geht und beide auf einen gemeinsamen Nenner zurückführt. Dieser dritte Nenner ist (…) die irrationale Charakterstruktur der Menschenmassen.

Orgonometrisch kann man dies wie folgt fassen:

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Um also den über der Gesellschaft stehenden Staat unnötig zu machen, muß man die Charakterstrukturen der Menschen verändern. Ohne vorher dieses angegangen zu haben, den Staat abschaffen zu wollen, würde nur zu mehr Chaos und von dort zur Gegenreaktion führen, und so weiter im Kreis, bzw. in der Falle. Nur durch eine Änderung des CFPs (Gemeinsamen Funktionsprinzips) ist dem schädlichen Kreis zu entrinnen:

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Ein CFP bestimmt die potentiell unendlichen Variationen, die das ganze System bilden:

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Das CFP ist der eine Zentralpunkt, an dem man alles „aus den Angeln heben kann“. Die Gesellschaft ist nicht durch Manipulationen an den Variationen veränderbar, man verfängt sich nur im Netz, sondern einzig durch eine radikale Veränderung, einen Austausch der Wurzel (radix).

Genau auf diese Weise wurde seit Anfang der 1960er Jahre geradezu systematisch eine autoritäre Gesellschaft in eine anti-autoritäre Gesellschaft umgewandelt: durch eine fundamentale Änderung der Kindererziehung (sozusagen der „Charakterproduktion“) wurde das CFP der Gesellschaft und damit alles verändert. Man frage einen beliebigen Therapeuten: heute gibt es kaum noch die klassischen Neurosen, während alle Arten von „Frühstörungen“, Suchterkrankungen und schrillen Symptomen wuchern. Mit den desorganisierten Menschen hat sich entsprechend die Gesellschaft verändert, die wiederum die Charakterbildung der Kinder bestimmt – und so weiter im Teufelskreis.

Revolutionäre Veränderungen sind möglich! Schließlich umfaßt eine Generation gerade mal lächerliche 30 Jahre! Jeder kann etwas tun, schlicht dadurch, daß er nicht mitmacht bei der gegenwärtigen „Kultur“. Stichworte sind „Straight Edge“, das Hochhalten bürgerlicher Tugenden und das Angehen gegen die „Sentimentalisierung“ („Betroffenheit“) im öffentlichen Diskurs. Ich verweise auf Reichs Schrift Was ist Klassenbewußtsein?.

Nachdem sich innerhalb der Familie die „Charakterproduktion“ verändert hat, funktioniert der Charakter autonom und entwickelt eine Eigendynamik, die vollkommen unabhängig von sozioökonomischen Bedingungen ist. Reich hat das in der Massenpsychologie des Faschismus dargestellt.

Was hat konkret den etwa 1960 beginnenden Umbruch von einer autoritären (triebgehemmten) in eine antiautoritäre (triebhafte) Gesellschaft zunächst in Amerika und dann im gesamten Westen hervorgerufen? Es war der Triumphzug der mechanistischen, „maschinenhaften“ Lebensanschauung, wie Reich ihn in Massenpsychologie des Faschismus beschreibt. Der Mensch verstand sich zunehmend als Maschine, was zu einer Loslösung vom bioenergetischen Kern führte.

Dazu die folgende Stelle beim Doyen der amerikanischen Verhaltenspsychologie, John B. Watson, der 1928 in seinem viel beachteten Buch Psychological Care of Infant and Child die amerikanischen Mütter warnte:

Man kann Kinder auf vernünftige Art und Weise behandeln. Behandeln Sie sie wie junge Erwachsene. Kleiden und baden Sie sie vorsichtig und umsichtig. Verhalten Sie sich selbst stets sachlich und freundlich-streng. Küssen und umarmen Sie sie niemals, und lassen Sie sie auch nicht auf Ihrem Schoß sitzen. Wenn es sich nicht vermeiden läßt, küssen Sie sie auf die Stirn, wenn Sie gute Nacht sagen. Schütteln Sie ihnen morgens die Hand. Geben Sie ihnen einen Klaps auf den Kopf, wenn sie eine schwierige Aufgabe besonders gut gelöst haben. Versuchen Sie es. Innerhalb einer Woche werden Sie feststellen, wie einfach es ist, Ihrem Kind gegenüber vollkommen sachlich und doch freundlich zu sein. Sie werden sich zutiefst dafür schämen, wie rührselig und gefühlsduselig Sie früher mit ihm umgegangen sind (…) Deshalb dürfen Sie nie vergessen, wenn Sie in Versuchung geraten, Ihr Kind zu verwöhnen, daß Mutterliebe ein gefährliches Werkzeug ist. Ein Werkzeug, das eine niemals verheilende Wunde aufreißen kann, welche die Kindheit unglücklich und die Jugend zum Alptraum machen kann, ein Werkzeug, das die berufliche Zukunft Ihres Sohnes oder Ihrer Tochter und ihre Chancen auf Eheglück zunichte machen kann. (z.n. Jeffrey M. Masson: Wenn Väter lieben, München 2000, S. 237)

Hinzu kam der verhängnisvolle Einfluß der Psychoanalyse, man solle durch zu große Nähe nicht den Ödipuskomplex provozieren, und überhaupt die Manie, alles zu „analysieren“. Das Resultat waren haltlose, verunsicherte Menschen, die zwar alles „hinterfragen“, aber niemals zum Kern der Sache vordringen.

Orgasmusforschung an der University of California

9. Juli 2012

Wie bereits vor wenigen Tagen dargelegt, bewegt sich die biomedizinische Forschung nach langer Unterbrechung wieder in ähnlichen Gefilden wie zu Reichs Zeiten, bevor die Genetik alles hoffnungslos überwucherte.

Krebs wird mit der hohen Teilungsrate und der „Unsterblichkeit“ der Krebszellen erklärt, die sich in alle Ewigkeit weiterteilen. Henry Tat Kwong Tse (University of California, Los Angeles) et al. haben überraschend einen weiteren möglichen Faktor identifiziert: Anstatt beim Teilen zwei identische Tochterzellen zu bilden, entstehen bei der Teilung einer einzigen Krebszelle auch drei, vier, sogar fünf neue Zellen.

Die Forscher ließen die Zellen nicht wie herkömmlich in Kulturfläschchen wachsen, sondern in Kammern, die den begrenzten Platz simulieren, der einer Zelle im Körperinneren zur Verfügung steht. Der künstlich erzeugte mechanische Druck, der auf die Zellen von außen einwirkt, führte dazu, daß die Zellen ungleichmäßig geformt waren und paradoxerweise deutlich größer wurden. Bei der Hälfte der Zellteilungen ergaben sich, statt der üblichen zwei identischen Tochterzellen, gleich drei oder vier unterschiedlicher Größe und Form. Teilweise traten sogar fünf Tochterzellen auf. Ein Großteil des Nachwuchses war dabei durchaus lebensfähig und bildete anschließend seinerseits wiederum mehrere Tochterzellen.

Eine Zellteilung sei ein unglaublich komplexer Vorgang, der streng reguliert und kontrolliert werden muß, damit er korrekt ablaufe, kommentieren die Forscher. Gerät dieses empfindliche Ineinanderspielen der verschiedenen Prozesse aus dem Takt, etwa durch erhöhten Druck wie im aktuellen Experiment, führe das zwangsläufig zu Fehlern – beispielsweise beim Kopieren der Erbinformation oder bei der Verteilung der Chromosomen und der anderen Bestandteile einer Zelle. Auf diese Weise entstünden dann wiederum entartete Zellen, die sich ihrerseits nicht normal teilten. Es sei zum Beispiel sehr wahrscheinlich, daß die Nachkommen solcher Zellen nicht die korrekte Zahl an Chromosomen von ihrer Mutterzelle mitbekommen. Das könnte erklären, warum dieses Problem, Aneuploidie genannt, so häufig bei Krebszellen vorkommt, schreiben die Wissenschaftler.

Zur Aneuploidie siehe auch Krebs, Chromosomen und Orgonenergie, wo noch von einer durchgängigen Teilung der Krebszellen in zwei Tochterzellen ausgegangen wird.

Bisher ging es stets um diffizile biochemische und mikrobiologische Prozesse, neuerdings geht es schlicht um primitive Druckverhältnisse und damit um genau das, was in Reichs von der Orgasmusforschung geleiteten Krebstheorie im Mittelpunkt stand.

Reich führt das „wilde Zellwachstum“ bei Krebs auf etwas zurück, was einem „akuten Angstanfall“ entspricht (Der Krebs, Fischer TB, S. 242). Die Krebszellen reagieren ähnlich wie der Gesamtorganismus bei Angst, wenn das Herz wild pocht, der Blutdruck steigt und es „in den Gedärmen rumort“. Beim Menschen mündet das schließlich in wilder Flucht oder einem unkontrollierten Amoklauf. Bei der Krebszelle mündet die Panik in einer „wilden“ Zellteilung.

Bioenergetisch gesehen ist Angst nichts anderes als eine Kontraktion, die gegen eine zugrundeliegende Expansion gerichtet ist. Das unterscheidet die Angst von der Trauer. Dieser Widerspruch zwischen dem nach innen gerichteten und dem nach außen gerichteten Druck macht das Gefühl „Angst“ aus: Beklemmung. In der oben genannten Studie der University of California haben wir genau das gleiche vor uns: auf einen Organismus (die Krebszelle) wird von außen Druck ausgeübt und er reagiert mit Panik.

Ähnlich wie bei Mensch und Tier Angst in vollkommen chaotischen, zutiefst unorganischen Reaktionen münden kann (blinde Flucht oder blinde Aggression), endet auch der „akute Angstanfall“ der Zelle im unorganischen Chaos. Statt zur organischen Bifurkation, die alles lebendige Leben bestimmt, kommt es zu einer chaotischen Wucherung ohne innere Folgerichtigkeit. Alles läuft aus dem Ruder und das Lebendige selbst entartet.

The Journal of Orgonomy (Vol. 26, No. 1, Spring/Summer 1992)

21. Juni 2012

Grundsätzliches über die Endphase der Orgontherapie findet sich bei Charles Konia: „Orgone Therapy: The Application of Functional Thinking in Medical Practice. Part XIII: The Endphase of Therapy“ (S. 115-129).

Am Ende der Orgontherapie können somatische iatrogene Probleme auftreten, wenn die Beckenpanzerung aufgelöst wird. Dabei kann es zu zweierlei Komplikationen kommen: erstens kann die Entpanzerung der oberen Segmente nicht gründlich genug erfolgt sein, sodaß die freigesetzte Energie unvermittelt auf diese alten Panzerungsringe stößt und der Patient sich von neuem und diesmal um so stärker abpanzert; zweitens ist selbst bei bester Vorbereitung der Endphase die Therapie extrem schwierig, da

es neben dem Beckensegment kein anderes Segment gibt, wo die Arbeit mit der Panzerung so eng mit dem rapiden Anstieg des Angstpegels verknüpft ist. Es gibt keine Angst, die so tief ist wie diese Angst. (Morton Herskowitz: „The Physical Dissolution of Armoring“, Annals of the Institute for Orgonomic Science, 5(1), September 1988, S. 31)

Herskowitz erwähnt in diesem Zusammenhang Panikattacken, Fallangst und Todesangst („Therapeutic Procedure“, Annals of the Institute for Orgonomic Science, 7(1), September 1990, S. 25). Es ist die berechtigte Angst des kontrahierten Organismus auseinandergerissen zu werden: so wie ein frischer Grashalm lustig sich im Winde biegt, ein verholzter-verpanzerter aber umgeknickt wird.

Man beginne nicht, so Herskowitz, sich mit dieser „sexuellen Angst“ zu beschäftigen, bevor der Patient „nicht dadurch Energie und emotionale Stärke gewonnen hat, indem er mit den Ängsten sich auseinandergesetzt hat, die mit den höheren Segmenten verbunden sind“ (ebd., S. 17).

Zu dieser Problematik berichtet Elsworth F. Baker das folgende aus Reichs Ausbildungsseminar:

Während der Endphase begegnet man der Hauptgefahr in der Therapie. Es beginnt, wenn alle Blöcke aufgelöst worden sind, so daß der volle Energiefluß ins Becken eindringen kann und der Organismus als eine Einheit zu funktionieren beginnt. Die Gefahr rührt vom plötzlichen Sprung zu einem Energieniveau, an das der Organismus nicht gewöhnt ist. Früher funktionierte der Organismus durch Bindung der Energie. Jetzt ist er dazu nicht mehr in der Lage. (…) den Organismus können körperliche Krankheiten befallen; sogar Krebs kann sich entwickeln. (…) Reich sträubte sich dagegen, die Orgonomen in der Technik der Endphase zu unterrichten, da er glaubte, die meisten von ihnen könnten sie nicht richtig handhaben und daß es für die Mehrheit der Patienten besser sei, die Therapie vor dieser Phase abzubrechen. („My Eleven Years with Wilhelm Reich”, The Journal of Orgonomy, 11(2), November 1977, S. 171f)

Längst überwunden geglaubte Symptome können erneut auftreten und der Patient glaubt, wieder ganz am Anfang zu stehen. Insbesondere Blockaden, die vorher nur schwer nachgegeben hatten, werden wieder aktiv. Wenn die Blockade im Zwerchfell-Segment lag, wo so viele wichtige Organe liegen, ist ganz besonders auf somatische Erkrankungen, wenn nicht sogar den körperlichen Zusammenbruch zu achten (Baker: „Medical Orgonomy“, The Journal of Orgonomy, 11(2), November 1977, S. 193

Bei der Befreiung des Becken-Segments können in diesem Segment selbst (bzw. im darüber liegenden Bauch-Segment) iatrogen schlimme Krankheiten ausbrechen, wie Appendizitis, Eierstockzysten, Fibroide und sogar Krebs (siehe auch Der Krebs, Fischer TB, S. 381). Allein schon deshalb kann die Orgontherapie (die nichts weiter als Orgasmustherapie ist) ausschließlich von ausgebildeten Medizinern praktiziert werden.

Richard A. Blasband beschreibt einen Fall, wo es denkbar ist, daß durch die Freilegung der genitalen Impulse und der dadurch verursachten reaktiven organismischen Kontraktion es zu Brustkrebs gekommen ist.

Von Interesse ist, daß die Krebsdiagnose innerhalb eines Jahres nach der bemerkenswerten Steigerung der genitalen Empfindungen erfolgte. War demnach die Geschwulst Ergebnis der Kontraktion im Brustsegment beim Versuch des Organismus eine unerträgliche Expansion einzudämmen? Baker hat von Fällen berichtet, wo sich somatische Symptome, einschließlich Krebs, im Becken in ähnlichen Situationen entwickelt haben. In einem meiner eigenen Fälle entwickelte die Patientin eine gutartige Eierstockzyste mit einer außergewöhnlichen Wachstumsrate kurz nach einer vorläufigen Öffnung des Beckens. („The Cancer Biopathy – A Case History“, The Journal of Orgonomy, 9(2), November 1975, S. 152)

Einen weiteren Fall beschreibt Norman M. Levy („Hepatitis as a Complication of Therapy“, The Journal of Orgonomy, 4(1), May 1970, S. 91-96). Levy beruft sich dabei ausdrücklich auf das oben erwähnte Seminar Reichs über die Endphase der Orgontherapie. Beispielsweise habe ein Patient eine Tendenz zu Lebererkrankungen, trete sie in dieser Phase der Therapie in der einen oder anderen Form zutage. Siehe auch Emanuel Levine „Treatment of a Hypertensive Biopathy with the Orgone Energy Accumulator“, wo das ganze im Zusammenhang mit der Struktur eines Bluthochdruckpatienten beschrieben wird (Orgone Energy Bulletin, 3(1), January 1951, S. 32).

Überhaupt kann es von Anfang an ratsam sein, gar nicht erst bis zum Beckensegment vorzudringen. Reich sagte seinen Studenten, daß „das Persistieren einer Blockierung, die einfach nicht weichen will, Grund genug ist, die Therapie zu beenden“ („My Eleven Years with Wilhelm Reich”, The Journal of Orgonomy, 11(2), November 1977, S. 171f). Über diese Blockierungen, die Reich auch als „Haken“ bezeichnet hat, schreibt Dew:

Ebenso wie bestimmte (Charakter-) Strukturen vielleicht nicht imstande sind, die Therapie zu tolerieren, ist es genauso wahrscheinlich, daß einige der (somatischen) Biopathien „hakenartige“ Eigenschaften haben. Mit anderen Worten könnte für einige Patienten die Auflösung von Panzerung einen nicht tragbaren medizinischen Zustand auslösen. („The Biopathic Diathesis: Autoimmune Inflammatory Biopathies“, The Journal of Orgonomy, 3(1), March 1969, S. 74)

Herskowitz weist ausdrücklich auf den Schaden hin, den „Reichianische Therapeuten“ verursacht haben, die das Becken vorschnell von Panzerung befreit haben, wodurch in den oberen Segmenten eine starke Panzerung hervorgerufen wird, „die therapeutischen Bemühungen nicht mehr zugänglich ist“ („The Physical Dissolution of Armoring“, Annals of the Institute for Orgonomic Science, 5(1), September 1988, S. S. 32).

Wie eine Fallgeschichte zeigt, die der Orgonom Arthur Nelson aus seiner Praxis beschreibt, kann es selbst bei voll ausgebildeten, voll qualifizierten medizinischen Orgonomen zu derartigen Fehlern kommen, die die Heilungschancen des Patienten praktisch vernichten (Laurence Holt: „Premature Pelvic breakthrough“, The Journal of Orgonomy, 4(2), November 1970, S. 215-218).

Etwa 1949 fragte Reich eine kleine Gruppe von Orgonomen, wie viele von zehn ihrer Patienten die Genitalität erlangen würden. Die Aussagen reichten von sieben bis zu zwei. Wozu Reich anmerkte: „Das ist doppelt so gut wie bei mir. Bei mir schafft es einer” (Myron Sharaf: „Further Remarks of Reich (1946-1949)“, The Journal of Orgonomy, 10(1), May 1976, S. 130). Für Sharaf zeigt diese Anekdote dreierlei auf: Reich bestand darauf, daß orgastische Potenz das wirkliche Ziel der Therapie war, er hielt dieses Ziel auch gegen alle Widerstände und ständigen Enttäuschungen im Auge und er machte sich über die Wirksamkeit der Therapie keinerlei Illusionen. Ganz ähnlich wie Freud! Ich werde mich morgen damit beschäftigen.

Übertreibt es die Orgonomie mit dem Analogieschluß?

7. Juni 2012

Nehmen wir als Beispiel den an Goethe geschulten Ernst Jünger, der Anfang der 1940er in seinem Widerstandsessay Der Friede schrieb:

Die Formen des autoritären Ordnungsstaates sind dort am Platze, wo Menschen und Dinge technisch organisiert sind. Dagegen muß Freiheit herrschen, wo tieferes Wachstum herrscht. So bildet die Natur die Muscheln: mit harter, strahlig ausgeprägter Schale und zartem Innern, in dem die Perlen verborgen sind. In dieser Unterscheidung liegt die Wohlfahrt der Staaten und das Glück des Einzelnen.

Führt es irgendwohin, wenn man derartig grundverschiedene Funktionsbereiche der Natur miteinander vermengt? Die Organisierung der modernen Industriegesellschaft mit – Meeresmuscheln? Soll das allen Ernstes mehr sein als das poetische Bild eines Dichters? Nun, Goethe hat so gedacht und ist dabei zu bis heute anerkannten naturwissenschaftlichen Entdeckungen gekommen. Und nicht zuletzt hat Reich so gedacht, – zum Entsetzen seiner psychoanalytischen Kollegen, die daraufhin schon früh auf einen „psychotischen Prozeß“ schlossen. Bei Reich ging es, ganz so wie bei Jünger, um Amöben, Pseudopodien, Mollusken, „Panzer“, etc.

Wie in Hans Hass und der energetische Funktionalismus ausgeführt muß bei einem derartigen Denkansatz

entgegen der üblichen biologischen Betrachtungsweise beachtet werden, daß sich bestimmte Teile an und Vorgänge in einer Pflanze und einer Fabrik entsprechen, nicht weil sie homolog (entwicklungsgeschichtlich verwandt) oder analog (strukturell ähnlich) sind, sondern, wie Hass sich ausdrückt, weil sie „funktionsverwandt“ sind. Die Teile und Prozesse entsprechen einander, wenn sie dem gleichen Funktionskomplex dienen, etwa der Abwehr von Räubern, wie z.B. die Stacheln einer Rose und der Werkschutz von BAYER.

Trotzdem bleibt die Betrachtungsweise des Zoologen Hass streng evolutionsbiologisch. Es geht um eine Aufgabe im Kampf ums Überleben. Wie diese Aufgabe geleistet wird, ist vollkommen irrelevant. Entsprechend könnte auch Jüngers „absurder Analogieschluß“ durchaus Sinn machen.

Das ist zweifellos eine funktionalistische Herangehensweise. Reich ist in seinem orgonomischen Funktionalismus jedoch einen Schritt weitergegangen. Bei ihm geht es nicht nur um Aufgaben, mit denen sich die Organismen in ihrer Phylogenese und Ontogenese konfrontiert sehen. Derartige Fragen stellten sich auch ohne Lebensenergie und ließen sich auch ohne Lebensenergie beantworten. Anders sieht die Sache aus, wenn man, wie Reich, von der „Libido“ ausgeht und sich mit ihrer „Ökonomie“ beschäftigt („Orgasmusforschung“). Dann geht es auch um Fragen autonomer, spontaner Energiebewegungen, die in unterschiedlichsten Funktionsbereichen identisch sein können.

Entsprechend kann man beispielsweise Krebs und Kommunismus miteinander vergleichen, da die orgonenergetischen Prozesse für beide identisch sind. Durch Energieverlust kommt es zum Zerfall, zur Emanzipation aus dem heterogenen, hochenergetischen Gesamtzusammenhang („Anarchie“), was zu einer Reorganisation auf weitaus primitiverem Niveau mit fast durchgehender niedrigenergetischer Homogenität führt („Normalisierung“). Charles Konia hat diese funktionelle Identität 1986 im Detail ausgeführt in seinem Aufsatz „Cancer and Communism“ (Journal of Orgonomy, Vol. 20):

Siehe auch Funktionelles Denken: Krebs und Kommunismus.

The Journal of Orgonomy (Vol. 24, No. 1, May 1990)

24. Mai 2012

Reichs ursprüngliche Theorie der Leukämie war, daß sich als Antwort auf die krebsige T-Reaktion die Weißen Blutkörperchen im Übermaß entwickeln (Der Krebs, Fischer-TB, S. 246f). Man spricht ja auch von einer „autoimmunen Leukämie“. Nach Reichs neuerer Theorie sind die Leukämie-Zellen genauso Neuschöpfungen wie alle anderen Krebszellen auch („The Leukemia Problem: Approach“, Orgone Energy Bulletin, 3(2), April 1951, S.76-80).

Auf jeden Fall sind zunächst nicht die Weißen Blutkörperchen von der Krankheit betroffen, sondern die Roten, zumal es ja auch eine „aleukämische Leukämie“ gibt, bei der keine Leukämiezellen im Blut nachweißbar sind. Die kranken Roten Blutkörperchen provozieren das kanzeröse Wachstum der Weißen Blutkörperchen. Bei Leukämie sehen die Roten Blutkörperchen extrem überladen aus, so als hätten sie „Fieber“. Sie zerfallen jedoch schnell in T-Bazillen (ebd.). Siehe auch Chester M. Raphael: „DOR Sickness – A Review of Reichs Findings“, CORE, 7(1,2), March 1955, S. 20-28.

Der deutsche Orgonom Walter Hoppe führt zur Leukämie aus:

Die Entstehung des Blutkrebses der Leukämie bedarf noch genauerer Erforschung. Nach orgonomischer Auffassung ist die Leukämie nicht eine Erkrankung des weißen, sondern des roten Blutsystems. Die Leukozytose hat hierbei die Funktion der Abwehr der Erkrankung im roten Blutsystem. Die Erythrozyten erweisen sich als bioenergetisch überladen. Sie zeigen einen stark leuchtenden Rand und sind im Zentrum vielfach rötlich. Beim Autoklavieren werden die Erythrozyten stark geschwächt, was mit der gleichzeitigen bioenergetischen Überladung in einem Widerspruch zu stehen scheint. Doch mag sich dieser Widerspruch auflösen, wenn man an das hohe Fieber bei einer Sepsis oder schweren Infektion denkt. In diesem Zusammenhang mag es von Interesse sein, daß die Hiroshimabombe zahlreiche Leukämien zur Folge hatte. Bei dem sogenannten Oranurexperiment, des Zusammenstoßes von kleinsten Radiummengen mit hochkonzentrierter Orgonenergie, wird die Orgonenergie der Atmosphäre übererregt und läuft Amok. Das Radium der Atombombe ruft offenbar in der Atmosphäre die entsprechenden Wirkungen hervor. Diese Übererregung teilt sich wie beim Oranurexperiment den lebenden Organismen mit und bringt das rote Blutsystem zum Überladen von Bioenergie bei gleichzeitiger Schwächung. Das Entstehen von Leukämien infolge starker Radioaktivität wird damit verständlich. (Biopsychische und biophysische Krebsentstehung im Lichte der Orgonomie & Die Behandlung eines malignen Melanoms mit Orgonenergie, Kurt Nane Jürgenson, Broschüre o.J.)

Richard A. Blasband, Roseann Cappella, Peter A. Crist, Steve Dunlap, Alberto Foglia, Charles Konia, Eva Reich, John Schleining führen in „Radiation Victims and the Reich Blood Test“ (S. 13-25) aus, wie die Roten Blutkörperchen auf ORANUR reagieren:

Oben wird gezeigt, wie das gesunde Rote Blutkörperchen in physiologischer Kochsalzlösung zunächst unter dem Mikroskop aussieht (a) und wie nach einigen Minuten, wenn der bionöse Zerfall einsetzt (b). Das gesunde Rote Blutkörperchen hat ein starkes blaues Orgonenergie-Feld, der Rand ist wohldefiniert und dick, das Zentrum ist bläulich. Insgesamt vermittelt das Rote Blutkörperchen einen dreidimensionalen, „prallen“ Eindruck. Das ORANUR-geschädigte, „leukämie-ähnliche“ Rote Blutkörperchen (c) hingegen ist flach, hat einen verhältnismäßig schmalen Rand, es leuchtet stark und das Zentrum ist rötlich. Energetisch schwache Rote Blutkörperchen (d), wie sie insbesondere bei Krebspatienten anzutreffen sind, zerfallen sehr schnell in Bione und Bion-Bildung findet sich auch im Zentrum des Roten Blutkörperchens.

Reich hatte nach dem ORANUR-Experiment beobachtet, daß infolge der atmosphärischen ORANUR-Reaktion die Bluttests allgemein länger dauerten. Wegen der ORANUR-bedingten unnatürlichen Überladung der Roten Blutkörperchen verlief ihr bionöser Zerfall langsamer. Nach Reichs Tod hat sich dieser Trend generell bestätigt. Was die Forschergruppe nicht bestätigt fand, war die rötliche Färbung der ORANUR-geschädigten Roten Blutkörperchen. Aber das kann damit zusammenhängen, daß Reich die rezente Einwirkung von ORANUR untersuchte, während die Forschergruppe Strahlenopfer vor sich hatte, deren Exposition länger zurücklag.

Insgesamt wurde bei 34 Strahlenopfern, darunter 8, die an Krebs erkrankt waren, und an 21 normalen Testpersonen der Reich-Bluttest durchgeführt. Das Ergebnis zeigt folgende Graphik:

Bei normalen Menschen zerfallen die Roten Blutkörperchen am langsamsten, bei Krebskranken extrem schnell (imgrunde beginnt der Zerfall bereits im Körper!). Man beachte auch, daß bei den ORANUR-Kranken, der Zerfall ungefähr auf dem gleichen Niveau wie bei Normalen beginnt, dann aber rapide ansteigt und sich dem Niveau der Krebskranken angleicht, was Reichs Beschreibung von „Blutkrebs“ (Leukämie) entspricht.

The Journal of Orgonomy (Vol. 23, No. 2, November 1989)

13. Mai 2012

Die Krebs-Biopathie beginnt mit einer chronischen seelischen Resignation, d.h. die Lustfunktion, das Leben selbst wird eingestellt. „Die charakterliche Resignation geht der Schrumpfung des Lebensapparats voraus“ (Der Krebs, Fischer-TB, S. 209).

Resignation ohne offenen oder geheimen Protest gegen die Versagung der Lebensfreude muß als eine der wesentlichen Grundlagen der Schrumpfungsbiopathie angesehen werden. Die biopathische Schrumpfung wäre demnach eine Fortsetzung chronischer charakterlicher Resignation im Bereich der Zellplasmafunktion. (ebd., S. 223f)

Eines der Syndrome, die sich im plasmatischen System zeigen, ist das, was gemeinhin als „funktionelle Lähmung“ bezeichnet wird (ebd., S. 381). Dieser anorgonotische Lähmungszustand ist mit dem kontraktilen autonomen Nervensystem verbunden, d.h. der Motilitätsblock ist funktionell identisch mit einem Rückzug der Nerven (ebd., S. 363). Das autonome Nervensystem selbst zieht sich also zusammen, was wiederum für die typischen Krebsschmerzen verantwortlich ist. Die ziehenden Schmerzen, die

für Krebskranke charakteristisch sind, bezeichnet Reich zum Unterschied von Schmerzen, die durch Tumoren verursacht werden, als „Schrumpfungsschmerz“. Es handelt sich um einen Schmerz, der den Tatbestand widerspiegelt, daß sich die Lebensnerven von der erkrankten Stelle zurückziehen und an den Geweben „zerren“. Der Ausdruck „zerrender“ oder „ziehender“ Schmerz entspricht demnach durchaus dem objektiven Vorgang. (Walter Hoppe: „Zusammenstoß der Orgon- und Radiumtherapie in einem Falle von Hautkrebs“, Internationale Zeitschrift für Orgonomie, Band 1, Heft 4, März 1953)

Reich definierte „Biopathien“ als Erkrankungen der biologischen Pulsation, d.h. konkret eine Pulsationsstörung des autonomen Nervensystems (Sympathikotonie und reaktive Parasympathikotonie). Doch im speziellen Fall der Krebsbiopathie hört die Pulsation praktisch ganz auf und das autonome Nervensystem zieht sich, wie dargelegt, in sich zusammen. Es gibt keine Impulse mehr nach außen, die Energieproduktion wird eingestellt. Bei der Krebsschrumpfungsbiopathie geht es letztendlich nicht, wie in den diversen psychischen und somatischen Biopathien, um das Wechselspiel von Panzerung (gebundener Energie) und ungebundener Energie, sondern um die Pulsation und Nicht-Pulsation des Gesamtenergiesystems selbst (Der Krebs, S. 349).

In „Somatic Biopathies (Part 1)“ (S. 224-236) führt Charles Konia aus, daß bei somatischen Biopathien, die Energien, die die Panzerung nicht mehr binden kann, ins autonome Nervensystem abfließt und dort für die somatischen Symptome sorgt. In der Krebsschrumpfungsbiopathie sei dies jedoch anders: aufgrund der Schrumpfung des autonomen Nervensystems entlade sich die Energie nicht im autonomen Nervensystem, sondern im zweiten Bereich des plasmatischen Systems, d.h. im Gefäßsystem. Das äußert sich in den außergewöhnlich gut mit Blut versorgten malignen Tumoren. Siehe auch Konia: „Somatic Biopathies (Part 2: The Diaphragmatic Segment)“, Journal of Orgonomy, 24(2), November 1990, S. 183f.

Gloria Ramirez im T-Zerfall

6. April 2012

Für Reich war Krebs nicht einfach nur eine maligne Zellwucherung, sondern der Tumor war Ausdruck einer zugrundeliegenden „bösartigen“ bioenergetischen Schrumpfung. Der Organismus hört auf sich bioenergetisch auszustrecken, d.h. zu leben – und zerfällt.

Dies erfolgt nach Reich in drei Stufen:

  1. Kontraktionsphase
    Sie beginnt mit chronischer Unfähigkeit zur (vagotonen) Expansion und drückt sich charakterlich in Resignation aus. Muskulärer Spasmus, Blässe der Haut, Armut an biologischer Ladung der Gewebe, orgastische Impotenz und Anämie des Blutes sind ihre physiologischen Kennzeichen. Diese erste Phase hat die Krebsbiopathie mit allen anderen Biopathien gemeinsam.
  2. Schrumpfungsphase
    Sie ist gekennzeichnet durch Verlust von Körpersubstanz, Schrumpfung der roten Blutkörperchen, Körperschwäche, Eingehen der biologischen Widerstandskraft des Gesamtorganismus, Gewichtsverlust und schließlich allgemeine Kachexie.
  3. Fäulnisphase
    Orgonverlust in den Gewebszellen, Verwandlung der Krebsmasse in faulige Materie, rasche Bildung von Fäulnisbakterien (putrider Zerfall), Zerfall der Fäulnisbakterien in T-Bazillen, allgemeine T-Bazillen-Intoxikation, faulige Liegegeschwüre, fauliger Körpergeruch, Tod. (Der Krebs, Fischer-TB, S. 242f)

Am Ende der Involution steht ein undramatischer Tod, der einem verfrühten „natürlichen“ Alterstod entspricht, bei dem der faulige normalerweise postmortale Zerfall schon zu Lebzeiten eintritt. Während ansonsten erst Leichen zerfallen, setzt Reich zufolge die Körperfäulnis bei Krebskranken bereits bei lebendigem Leibe ein

Der Krebs ist nichts andere als verfrühtes und beschleunigtes, aber „normales“ Absterben des Organismus (ebd., S. 156)

In welchem Ausmaß der Zerfall fortschreiten kann, so daß Krebspatienten sogar „giftiger“ werden als Leichen, zeigt der Fall der 31jährigen Gloria Ramirez. Sie wurde am 19. Februar 1992 in eine kalifornische Notfallaufnahme mit Gebärmutterkrebs im Endstadium eingeliefert. Als eine Krankenschwester der Patientin Blut entnahm, nahm sie einen fauligen Ammoniak-Gestank wahr, der derartig schlimm war, daß 23 Krankhausmitarbeiter, Besucher und Patienten um sie herum nach Luft rangen. Die Notfallaufnahme mußte evakuiert werden. Ein Opfer verbrachte zwei Wochen auf der Intensivstation. Ramirez selbst verstarb 40 Minuten nachdem sie eingeliefert worden war. Die Autopsie mußte in Ganzkörperschutzanzügen durchgeführt werden.

Trotz aufwendiger toxikologischer Untersuchungen konnte der Fall, der sogar als „Massenhysterie“ hingestellt wurde, nie geklärt werden. Es wurden beispielsweise unterschiedlichste Versuche unternommen, über das Postulieren komplizierter chemischer Reaktionen, die die Entwicklung von Nervengasen ermöglicht hätten, das rätselhafte Geschehen zu erklären.

Reich schreibt im Zusammenhang mit Fäulnisprozessen und T-Bazillen:

Hier und dort öffnen sich im T-Bazillenversuch Ausblicke zu einer künftigen chemischen Auffassung. Diese Fragen liegen noch völlig im Dunkel. Eine solche recht interessante Tatsache soll aber hier erwähnt werden: Im fauligen Abbau von Eiweißkörperm ergeben sich wesentlich niedrige Methyl- und Stickstoffverbindungen (Harnstoff, Skotol, Indol), also Bestandteile von Harn und Fäkalien. Alte T-Bazillen-Kulturen riechen faulig, scharf sauer und amoniakal. Der Körpergeruch fortgeschrittener Krebsfälle ist ähnlich und sehr typisch. Die „Fäulnis bei lebendigem Leibe“ ist also kein Gleichnis, sondern ein realer Tatbestand. (S. 292)

T-Bazille zeigten eine Verwandtschaft zu Cyankalium (Zyankali) „und wirken wie eine Erstickung und Atemlähmung“ (S. 265 und 267).

Erklärt das den Fall von Gloria Ramirez? Gut möglich, daß die Anwesenden einfach nicht damit rechneten, daß ein lebender Mensch schlimmere Ausdünstungen haben kann als jeder Leichnam. Ramirez, die bereits sterbend eingeliefert wurde, kann einer jenen seltenen Fälle gewesen sein, wo der Krebspatient nicht frühzeitig an „mechanischen“ Komplikationen, etwa akutem Nierenversagen, stirbt, sondern der Krebsprozeß, das „Verfaulen bei lebendigem Leib“, sich bis zum Ende entfalten und damit alle möglichen Giftstoffe produzieren kann.

Krebs, Chromosomen und Orgonenergie: Nachtrag

26. Januar 2012

Zunächst möchte ich auf meinen alten Blogeintrag Krebs, Chromosomen und Orgonenergie verweisen. Israelische Forscher haben nun ein neues Licht auf die Krebsentstehung geworfen, was an sich schon bemerkenswert ist, da die neuere Krebsforschung zunehmend dazu übergegangen ist, den Unterschied zwischen den einzelnen Krebsarten hervorzuheben, so als seien etwa Lungenkrebs und Nierenkrebs grundsätzlich unterschiedliche Dinge, die man ziemlich laienhaft unter den Oberbegriff „Krebs“ zusammengezwungen hätte.

Die Forscher der Tel Aviv University und des Sheba Medical Center konnten zunächst einmal bestätigen, daß über die unterschiedlichen Krebsarten hinweg die Krebszellen zu wenige oder zu viele Chromosomen haben. Dazu wurden mit Hilfe von Computern und statistischen Methoden 50 000 Chromosomensätze unterschiedlicher Arten von Krebszellen untersucht. Auf diese Weise konnten nicht nur die spezifischen chromosomalen Abweichungen identifiziert werden (beispielsweise werden bei einer besonderen Leukämieart ein kleiner Abschnitt von Chromosom 9 auf das Chromosom 22 übertragen), sondern erstmals ließen sich auch bestimmte Anomalien in den Chromosomensätzen über unterschiedliche Krebsarten hinweg identifizieren.

Für die Forscher bleibt ein Rätsel, wie die Krebszellen mit zu vielen oder zu wenigen Chromosomen überhaupt derartig gut gedeihen können, – besser als normale Zellen. Ansonsten verursachen nämlich selbst kleinste Veränderungen in der chromosomalen Struktur einer Person verheerende Schäden.

Nach Reich nehmen die Zellen das Erlöschen des Energiesystems infolge der chronischen Kontraktion des Organismus (Sympathikotonie) nicht hin. Wie jeder Organismus reagieren sie auf das Ersticken mit Klonismen (Der Krebs, Fischer-TB, S. 222). Resultat dieses Kampfes gegen den Tod auf zellulärer Ebene sind die sich explosionsartig teilenden Krebszellen. Sie sind demnach kein „außergewöhnlich blühendes Leben“, sondern ganz im Gegenteil Leben im chaotischen Todeskampf.

Nicht der Tumor an sich macht die Krebskrankheit aus, sondern eine den ganzen Organismus befallende Tendenz buchstäblich „in seine Einzelteile zu zerfallen“. Gleichzeitig nimmt nach diesem Schema die „Sympathikotonie“ der Krebszellen zu, d.h. die Orgonenergie kontrahiert und konzentriert sich vollkommen auf die Nuklei, die sich nach der Orgasmusformel in zellulären „Erstickungsanfällen“ immer schneller teilen. Da die Kernteilung der Zellteilung vorangeht, erklärt sich so die Malignität der Krebszellen (ebd., S. 235ff).

In diesem Zusammenhang erwähnt Reich die „mitogenetische Strahlung“ von Gurwitsch, die neuerdings durch F.A. Popp bestätigt und zu einer eigenen Krebstheorie ausgebaut wurde. Reich bezieht sich auf die „Kern-Plasma-Relation“ nach Richard Hertwig:

Der Kern bildet das stärkste, d.h. orgonreichste System der Zelle. Es besteht also eine Differenz zwischen der Orgonladung im Kern und der im Plasma. Das können wir mikroskopisch bestätigen. Der Kern zeigt alle orgonotischen Kennzeichen intensiver als das Plasma. Er leuchtet stärker, strahlt also stärker als das Plasma, und er hat eine intensivere blaue Färbung. (ebd., S. 238)

Reich spricht davon, daß, während durch die biopathische Schrumpfung die organismische Orgonstrahlung nachläßt, sich die mitogenetische Strahlung erhöht. „Das wurde z.B. von Klenitzky für das Gebärmutterkarzinom festgestellt“ (ebd., S. 241).

Mit dieser Theorie der Genese des Krebses durch Zellerstickung konnte Reich die Funktion des Orgasmus bis auf die Zellebene hinab aufweisen:

Die betreffenden [Krebs-] Zellkerne versuchen gutzumachen, woran der Gesamtorganismus versagte: Sie übernehmen nun die Funktion der Orgonenergieabgabe, die der Gesamtorganismus infolge der orgastischen Impotenz und Kontraktion des Plasmasystems nicht mehr durchzuführen vermag. An die Stelle der natürlichen orgastischen Konvulsionen des gesamten Plasmasystems tritt die Energieabgabe auf tiefster biologischer Stufe in Form der Kernerstrahlung und Teilung. So wird der Reichtum an Kernteilungsfiguren („Mitosen“) im Krebsgewebe einfach verständlich. Da diese Teilungen nicht mehr physiologisch korrekt ablaufen können, müssen Größenunterschiede in den Kernen entstehen. (ebd., S. 241, Hervorhebungen hinzugefügt)

The Journal of Orgonomy (Vol. 15, No. 2, November 1981)

13. Januar 2012

Courtney F. Baker, Robert A. Dew, Michael Ganz, Louisa Lance: „The Reich Blood Test“ (S. 184-218).

Der Reich-Bluttest untersucht die „biologische Stärke“ des Blutes und besteht aus drei Teilen, wobei sich der erwähnte Artikel auf den ersten Teil konzentriert:

  1. mikroskopischer Bluttest: der bionöse Zerfall in physiologischer Kochsalzlösung wird untersucht;
  2. Autoklavierungs-Bluttest: die Blutprobe wird in Bouillon und Kaliumchlorid autoklaviert, wobei gesünderes Blut besser erhalten bleibt als z.B. Krebsblut;
  3. Kultur-Bluttest: die Blutprobe wird in Bouillon und Kaliumchlorid auf Bakterienkultur geprüft.

Es muß angemerkt werden, daß in einigen Fällen gesundes Blut und schwaches Blut nach außen hin gleich wirken, den gleichen Hämoglobin-Gehalt haben und sich nur in der biologischen Kraft unterscheiden. So konnten mit Hilfe dieses Verfahrens zwei anscheinend identische Blutproben als gesund bzw. krebsartig identifiziert werden. (Doug Marett: „Blood Tests for Biological Vigor and Cancer Determination“, International Journal of Life Energy, Vol. 3, No. 1-2, Spring/Summer 81, S. 85)

Reich hat seinen Bluttest im Zusammenhang mit der Erforschung der Krebsbiopathie entwickelt. Der Krebstumor ist nur das Endsymptom einer zugrundeliegenden Schrumpfungsbiopathie, die bereits lange vor der Tumorbildung im Bluttest sichtbar wird und damit eine gewisse Krebsvorsorge ermöglicht. Am Blut erkennt man die Krebsschrumpfungs-Biopathie des Gesamtorganismus, da das Blut ein Gesamtorgan des Organismus ist (Der Krebs, S. 246).

Bei der Krebserkrankung kann entsprechend auch von der „’Sympathikotonie’ der roten Blutkörperchen“ die Rede sein. Im Vergleich mit normalen Blutkörperchen sind sie eingeschrumpft („Sulfa-Form“) (ebd., S. 245). „Im Blutsystem ist charakteristisch die Schrumpfung der Erythrozyten, die bis zur Poikilozytose führen kann“ (Walter Hoppe: Biopsychische und biophysische Krebsentstehung im Lichte der Orgonomie).

Dieses krebsige Blut zerfällt vollständig in T-Bazillen (Der Krebs, S. 245).

Gesundes Blut gibt keine Kulturen von Bakterien in Bouillon. Krebsiges Blut gibt Fäulnisbakterien und T-Bazillen-Wuchs. Fäulnisstäbe und T-Bazillen kann man im Krebskrankenblut auch mikroskopisch beobachten (nicht unter 2000 x). (ebd, S. 246)

Der T-Typ des Zerfalls, der sich bei Krebs stets findet, kann auch bei anderen biopathischen Zuständen gefunden werden, d.h. Krankheiten, die auf einer Störung der bioenergetischen Pulsation beruhen. (Chester M. Raphael und Helen E. MacDonald: „II. The Reich Blood Test“,Orgonomic Diagnosis of Cancer Biopathy, Rangeley, Maine: The Wilhelm Reich Foundation, 1952, S. 83)

C.F. Baker et al. fanden im ersten Teil des Bluttests generell weitaus längere Zerfallszeiten des Bluts als sie Reich selbst noch beobachtet hatte. Ob dies ein Artefakt aufgrund veränderter Labormaterialien ist oder tatsächlich auf das ORANUR zurückzuführen ist, dem die Menschen seit den 1950er Jahren ausgesetzt sind, ist die Frage. Der eine hat mir gegenüber apodiktisch das eine behauptet, der andere das andere. Kann ein Leser dazu etwas sagen?

Arthur Nelson: „Acute Depression“ (S. 224-228).

Zunächst referiert Nelson kurz die psychoanalytische Sichtweise der Depression, der auch die Orgonomie noch folge, insbesondere was die Rolle der oralen Libido und die Rolle der nach innen gewendeten Wut betrifft. Nelson fährt fort:

Von einem orgonomisch-biophysikalischen Gesichtspunkt aus betrachtet, können wir den Mechanismus der Depression fundamentaler würdigen. Es kommt zu einer massiven Kontraktion (die physiogische Entsprechung der oben genannten unterdrückten Wut), die die Hemmung des Organismus aufrecht erhält. Wenn dies in einem biologisch anfälligen Säugling auftritt, der einer orgonotischen Deprivation unterworfen ist, wird eine starke Intoleranz für Expansion, sowie ein Hang zur Kontraktion hervorgerufen. Das letztere könne das biologische Substrat der anekdotischen Beobachtung sein, daß Depressive „sensibel“, d.h. leicht verletzbar sind. Andererseits vertreten einige die Ansicht, daß ein Hang zur Entwickelung von Depressionen einem Organismus entspricht, der mit einem äußerst „sensiblen“ Nervensystem geboren wurde, d. h. mit einer starken negativen Reaktion auf Streßfaktoren in der Umgebung.

Nelsons Sichtweise der Depression wird durch neuste Forschungen bestätigt. William Copeland (Duke University Medical Center) et al. haben eine zentrale Debatte innerhalb der gegenwärtigen Psychiatrie untersucht: Führen Entzündungen im Körper zu Depressionen oder führen umgekehrt Depressionen zu Entzündungen? Depression wurde nämlich mit dem Entzündungsmarker C-reaktives Protein (CRP), der sich in der Blutbahn findet, in Zusammenhang gebracht. Die Forscher verfolgten die Entwicklung von Kindern ins junge Erwachsensein hinein und glichen die beiden Parameter „Depression“ und „CRP“ miteinander ab. Ergebnis: erhöhte CRP-Werte im Blut sagen keine spätere Depression voraus, jedoch korreliert die Anzahl der aufeinanderfolgenden depressiven Episoden mit einem steigenden CRP-Niveau.


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