Mit ‘Kommunismus’ getaggte Artikel

Der Rote Faden: Henry Wallace

22. Mai 2013

Es wird eingewendet, insbesondere was den Blog von Charles Konia betrifft, die Orgonomie wäre viel zu parteipolitisch, beispielsweise hinsichtlich des US-Präsidenten Barack Obama, und würde zu sehr in „weltanschaulichen Fragen“ Partei ergreifen, insbesondere was die „Spiritualität“ angeht. Wir haben es also wieder mit zwei der drei Tabus jeder gepanzerten Gesellschaft zu tun: Politik, Religion und Sexualität. (Selbst mit dem dritten Tabu muß sich Orgonomie herumschlagen! Hier geht es vorzugsweise um ihre Haltung zur Homosexualität.)

Henry Wallace ist die politische Figur, die zu Reichs Zeiten Obama noch am nächsten kommt. Reich äußerte sich 1948 gegenüber seinem Mitarbeiter Myron R. Sharaf wie folgt über Wallace und die Progressive Party:

Reiner Faschismus! Sie versprechen das Blaue vom Himmel, sagen aber nicht, wie sie es zu geben gedenken. Mir ist das aus Deutschland alles wohlbekannt. (M.R. Sharaf: „Some Remarks of Reich: Summer 1948“, Journal of Orgonomy, 2(2), November 1968, S. 215-224)

Wer bzw. was waren Henry Wallace und die Progressive Party? Die Antwort erspare ich mir und verweise auf den entsprechenden Artikel auf Wikipedia. Siehe auch meine eigenen Ausführungen hier. Obama ist aus fast identischen Zusammenhängen hervorgegangen, d.h. Bemühungen aus der Demokratischen Partei der USA eine Partei zu machen, die in etwa der deutschen Die Linke entspricht. Den Leuten wird Friede, Freude, Eierkuchen vor allem aber „Bürgerrechte“ versprochen, wenn sie denn nur ihr Leben den Bürokraten anvertrauten.

Und was die Sache mit der Religion betrifft: Es geht nicht darum, daß jeder glauben kann, was er will. Wer sollte ihm das verbieten? Es geht schlicht darum, daß Glaubenssysteme nicht außerhalb der Kritik stehen können. Es ist konstitutiv für die Orgonomie dieses gesellschaftliche Tabu nicht zu beachten. Das hysterische: „Der wagt es meinen Glauben zu kritisieren!“, ist einfach nur erbärmlich. Wir werden dem Faschismus keine Rückzugsräume gewähren, auch wenn die Linke etwa die „Islamkritik“ in, ausgerechnet, die braune Ecke schieben will.

In diesem Zusammenhang ist es von Interesse, daß Wallace tief im Okkultismus theosophischer Provenienz verstrickt war. Und das zu einer Zeit als jenseits des Atlantik eine ganze Nation, das „Dritte Reich“, sich dem Okkultismus Blavatskys ergeben hatte. Heute feiert diese Scheiße in Gestalt von David Icke fröhliche Auferstehung.

Ich verweise auf das Kapitel über Nicholas Roerich und das Kalachakra-Tantra im Buch Der Schatten des Dalai Lama von Viktor und Viktoria Trimondi (Düsseldorf 1999). Den russischen Maler Nicholas Roerich (1874-1947) führte sein Interesse am Okkultismus zum Buddhismus. Er war mit dem zaristischen Kalachakra-Tempel in St. Petersburg unter Leitung des russischen Lama Agvan Dorzhiev verbunden. 1924-29 kam es zu Roerichs berühmter Suche nach Shambhala in Innerasien. 1929 begann Roerich eine sehr erfolgreiche internationale Kampagne mit seinem „Banner des Friedens“ und dem „Roerich-Pakt“ zum Schutz kultureller Besitztümer in Kriegszeiten. 1935 wurde dieser Vertrag von 21 Ländern im Weißen Haus unterzeichnet. Roosevelt selbst war anwesend. Roerich hatte Zugang zu höchsten Kreisen, weil Landwirtschaftsminister Henry Wallace, Roerich zu seinem persönlichen Guru auserkoren hatte. Wie Blavatsky haßten Roerich und seine Frau Sexualität und predigten Abstinenz und „Reinheit“. Ihr theosophisches System, eine Parallelentwicklung zu Rudolf Steiners Anthroposophie, nannten sie „Agni-Yoga“. Sie glaubten, die Welt werde im Verborgenen von einer „interplanetaren Regierung“ im Himalaya regiert, die das Kommen des zukünftigen Buddha Maitreya den Weg ebne. Der rechtskonservative Kolumnist Westbrook Pegler wollte die Guru-Story während Roosevelts letztem Wahlkampf offenlegen, wurde aber durch die Drohung der Demokraten in seine Schranken verwiesen, die Affäre des republikanischen Kandidaten mit einer jungen Frau offenzulegen. 1947 starb Roerich im nördlichen indischen Himalaya-Gebirge.

Hier Roerichs Vision über die Verbindung von Buddhismus und Kommunismus: Red Shambhala.

 

 

Der Rote Faden: Der rote Reich

15. Mai 2013

Nach dem Krieg gab es in Wien Unruhen und „Revolution“. Zum Beispiel kam es am 15. Juni 1919 zu einem kommunistischen Putsch-Versuch, der sich vor allem um die Wiener Universität zentrierte, da die KPÖ mehr oder weniger eine „Studentenpartei“ war. Viele später sehr prominente Kommunisten wie die Eisler-Geschwister, Karl Frank und William Schlamm begannen damals ihrer Karriere. Wie aus Reichs autobiographischen Aufzeichnungen Leidenschaft der Jugend abzulesen ist, war er mit vielen von ihnen befreundet und kokettierte zu dieser Zeit mit dem Kommunismus, er schloß sich aber nicht an, weil er zu sehr vom radikalen Individualismus Max Stirners und dem Psychologismus Freuds beeinflußt war.

Viele, wenn nicht die meisten, der Psychoanalytiker waren Sozialdemokraten. Beispielsweise war Paul Federn sehr aktiv. Und auch Freud selbst war der Sozialdemokratie freundlich gesonnen (obwohl er in den 1930er Jahren mit den Dollfuß-Faschisten sympathisierte). Circa 1924 (m.W. konnte bisher niemand das genaue Datum bestimmen) trat auch Reich der SDAP, der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Österreichs, bei und engagierte sich in der Jugendarbeit (vgl. Myron Sharaf: Fury on Earth). Wien war „rot“, d.h. von der SDAP geprägt, während der Rest des Landes durch die konservativen Christsozialen kontrolliert wurde. Die KPÖ blieb eine Randerscheinung. Mittlerweile war sie zur Partei einiger Intellektueller geworden, um die sich desillusionierte arbeitslose Arbeiter und Lumpenproletarier scharrten; eine Bande von Desperados, die nichts zu verlieren hatten. Die Rhetorik der SDAP war zwar sehr radikal, aber ihre tatsächliche Handlungsweise blieb extrem defensiv und kompromißlerisch bis zur Selbstaufgabe.

Im März 1925 tötete ein junger Nazi namens Otto Rothstock den jüdischen Journalisten und Schriftsteller Hugo Bettauer. Bettauer gab ein sehr populäres Magazin über Fragen des Lebens, insbesondere aber des Sexuallebens heraus. Ein Großteil der Patienten von Reichs Psychoanalytischem Ambulatorium für Arme kam durch Bettauers Publikation. Reichs Freund Bettauer wurde im Namen der Moral getötet. Die nationalistischen Christsozialen und sogar einige Stimmen der bürgerlich-liberalen Presse feierten den Mordanschlag als Akt der moralischen Selbstverteidigung des Volkes. Und im angeblich „Roten Wien“ war es möglich, daß der Attentäter zwar verurteilt, dann aber als verrückt eingestuft und in ein psychiatrisches Krankenhaus eingewiesen wurde, wo er prompt als geistig normal diagnostiziert wurde. Nach nur eineinhalb Jahren war er wieder ein freier Mann. Es war offensichtlich, daß der Staatsanwalt und der Richter Rothstocks Tat verstanden, dessen moralischen Furor teilten und ihm sehr gewogen waren.

Später verteidigte Rothstocks Anwalt auch die Nationalisten, die in eine Ansammlungen von Sozialdemokraten geschossen hatten (siehe Menschen im Staat). Die Verteidigung hatte einen ähnlichen Erfolg wie bei Rothstock. Das war der letzte Tropfen, es kam angesichts dieser „Klassenjustiz“ zu Unruhen und das städtische Gerichtsgebäude wurde von empörten Demonstranten abgefackelt. Auch Reich muß über diese beiden Fälle empört gewesen sein. Zufällig wurde er Zeuge des Aufstandes und sah, daß im „Roten Wien“ die sozialdemokratische Polizei in die Menge schoß, um vorsätzlich Arbeiter zu töten. Das trieb ihn in die Arme der Kommunisten.

Dabei wurde er von der kommunistischen Ärztin Marie Frischauf-Pappenheim angeleitet. Ende 1928 gründeten beide die „Sozialistische Gesellschaft für Sexualberatung und Sexualforschung“. Nach außen hin war sie „sozialistisch“, aber nur Kommunisten waren in ihr aktiv und nur das kommunistische Organ Die Rote Fahne machte für die Gesellschaft Werbung. Die Gesellschaft war der Hintergrund, der es Reich ein Jahr später ermöglichte die Gruppierung „Revolutionäre Sozialdemokraten“ zu begründen. Reich wurde daraufhin aus der SDAP ausgeschlossen, da dies eindeutig einen Versuch darstellte, eine kommunistische Fraktion innerhalb der SDAP zu bilden. Reich setzte jedoch seine Aktivitäten „innerhalb“ der SDAP fort und schließlich traten die „Revolutionären Sozialdemokraten“, einschließlich Reich, im April 1930 offiziell der KPÖ bei. Reich brachte neue Mitglieder in die Partei, aber schon bald wurde dieser Erfolg durch Stalinistische Säuberungen wieder zunichte gemacht.

Enttäuscht ging Reich im Herbst 1930 nach Berlin, wo die KP tatsächlich eine echte Massenbewegung war. Doch auch dort sollte ihm ähnliches widerfahren. Er übernahm die Leitung der kommunistischen Unterwanderung der hauptsächlich sozialdemokratisch geprägten Sexualreformbewegung. Wieder war der Erfolg eher mäßig und die Partei war lediglich daran interessiert, neue Mitglieder für ihre Frontorganisationen zu gewinnen, während Reich wirklich an der Sexualreform interessiert war und dies vor allem auch innerhalb der KPD. Das zu einer Zeit, als die Führung der Partei gegen die moralischen, d.h. endmoralisierenden Auswirkungen der „Wilden 20er“ und für revolutionäre und militärische Disziplin und Moral kämpfte.

1932 versuchte Reich sogar mit Hilfe seines Sexpol-Zentrums in Berlin die Partei zu demokratisieren: die Funktionäre sollten keine Anordnungen erteilen, sondern zunächst einmal auf die Arbeiter mit ihren täglichen Bedürfnissen und Erfahrungen hören. Reich und seine Schriften wurden verboten und Anfang 1933 war klar, daß Reich an die Wand gestellt worden wäre, wenn statt der Nationalsozialisten die Kommunisten an die Macht gekommen wären. Trotzdem glaubte Reich nach wie vor, daß er noch einigen Einfluß in der Partei habe. So schrieb er beispielsweise im Oktober 1933 an Trotzki:

Ich bin noch Mitglied der KPD, stehe jedoch in schwerster Opposition und bin nur deshalb noch nicht ausgeschlossen worden, weil erstens sich kein Kompetenter findet, der meine sexualpolitische Theorie kritisieren kann, und zweitens, weil mein Einfluß zu groß ist. Die Sache soll sich demnächst entscheiden.

Wenige Wochen später wurde er aus der dänischen KP ausgeschlossen. Er war noch nicht aus der deutschen KP ausgeschlossen worden, weil diese fast vollständig zerstört worden war und alles im Chaos lag. Wie zur Zeit des Untergangs der „DDR“ hatten die deutschen Kommunisten keine Vorbereitungen für die Zeit nach ihrer Niederlage getroffen, – da eine Niederlage dem Historischen Materialismus gemäß ausgeschlossen war.

In Dänemark lernte Reich die Kommunisten zu hassen. Die kommunistische „Rote Hilfe“ war nur für Parteimitglieder tätig. Diejenigen, die kein Mitgliedsbuch vorzeigen konnten, wurden abgewiesen. Aber welcher Narr würde sein Mitgliedsbuch bei sich tragen, wenn er von der Gestapo verfolgt wird? Noch grotesker war die Frage, ob die Partei dem jeweiligen Genossen gestattet hatte, Deutschland zu verlassen! „Ach, Du bist von der revolutionären Front fahnenflüchtig, während Deine Genossen in den Konzentrationslagern zu Tode gefoltert werden!“ Reich war einfach schockiert über diese unmenschliche, kontaktlose und verächtlich Bürokratie (vgl. Menschen im Staat). So wurde er zum „Trotzkisten“. Natürlich, trat er nicht der Trotzkistischen Vierten Internationale bei und sicherlich war Reich Trotzki nicht orthodox genug, aber dennoch war Reich für die Stalinisten ein Trotzkistischer Feind und Verräter. Reich erwog sogar die Idee eine neue KP zu formieren. Sozusagen erneut „Revolutionäre Sozialdemokraten“, aber diesmal gegen die Stalinisten gerichtet.

Während dieser Zeit, siehe z.B. seine Korrespondenz mit Sergej Eisenstein, hatte Reich noch Kontakte innerhalb der Sowjetunion. Oder wie er später in sein Tagebuch notierte: „1934, als ich noch in engen Kontakt mit den Menschen Rußlands, seinen Institutionen und seiner Literatur stand” (American Odyssey, S. 236). Ende 1935 verbreitete er seine Schrift Masse und Staat: Zur Frage der Rolle der Massenstruktur in der sozialistischen Bewegung. Circa 100 Exemplare wurden verbreitet und gingen, neben „ausgewählten Genossen“ in der kapitalistischen Ländern, in die Sowjetunion „an die wichtigsten führenden Stellen“. Dergestalt schickte er Stalin, was später Kapitel 9 der Mass-psychology of Fascism werden sollte! (Die von Higgins zu verantwortenden Ausgaben sind konfus in ihrer Kapitel-Einteilung.) Dasselbe Kapitel, welches zehn Jahre später die Redaktion der Stalinistischen Zeitschrift New Republic dermaßen empörte und Auslöser der Brady-Kampagne war.

In einem Brief an A.S. Neill vom 19. Oktober 1950 sollte Reich sagen: „Ich selbst habe schon in Europa Angst vor dem Kommunismus gehabt (…).“

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Wider das liberale Pseudochristentum!

27. April 2013

Friedensbewegte, gutmenschliche Christen gefallen sich vor allem in drei Dikta, die mit äußerster moralischer Verve vertreten werden:

  • Du sollst nicht töten!
  • So dir jemand auf die rechte Wange schlägt, halte ihm auch die linke hin!
  • Liebe deine Feinde!

Pazifismus wird bis auf die selbstverleugnende Spitze getrieben, Idiotie zur Tugend. Nur leider hat das nicht das geringste mit der Botschaft vom Berg Sinai und der Bergpredigt zu tun!

„Du sollst nicht töten!“, ist schlichtweg eine Fehlübersetzung des „Du sollst nicht morden!“ Selbstverständlich kann ein Jude oder Christ im Krieg einen gegnerischen Kombattanten oder einen zum Tode verurteilten töten, ohne irgendeine Sünde zu begehen!

Jemand auf die rechte Wange schlagen, bedeutet ihn mit dem Handrücken der rechten Hand zu schlagen, was in der Antike Ausdruck äußerster Verachtung war. So wurde Sklaven signalisiert, daß sie der letzte subhumane Dreck sind, mit denen man sich buchstäblich nicht die Hände (die Handflächen) dreckig macht. Jemanden „auch die linke Wange hinhalten“, ist also nicht Ausdruck masochistischer Unterwerfung (eine Todsünde für ein Geschöpf Gottes!), sondern ganz im Gegenteil die Aufforderung einem auf Augenhöhe zu begegnen.

Und was schließlich die Feindesliebe betrifft, ist das eine Aufforderung zur Selbstdisziplin, denn seine Freunde zu lieben, ist wahrhaftig keine große Kunst! Es ist die Aufforderung, innerlich stark, objektiv und klar im Kopf zu bleiben und nicht vom Gegner innerlich „besessen“ zu sein.

Man sieht sofort, daß sich hier ein ganz andersgeartetes Christentum herausschält, als das, was uns die liberalen Pseudochristen verkaufen wollen, die den Glauben an Gott mit dem Glauben an eine humanistische Moral vertauscht haben.

Tatsächlich sind sie nicht mal „liberal“. Es sind Pseudo-Liberale, deren Ziel es ist, dem Feind, d.h. dem Teufel, zum Sieg zu verhelfen, sei dies nun in Gestalt des Kommunismus oder des Islamismus. Sie treten hyperchristlich auf, sind aber in Wirklichkeit Wölfe im Schafspelz. Ich habe mich mit dieser Thematik bereits an anderer Stelle beschäftigt.

Zum Schluß ein sehr interessantes Zitat aus einer Arbeit des Theologen Karl Dienst über Das Ende des Protestantismus: Moral als Religionsersatz?:

Die durch [den Moralismus] produzierte kollektive Vorstellung der Wertlosigkeit, ja der Gefährlichkeit der Werteprinzipien der solchermaßen beschädigten Personen und auch ihrer nationalen Gemeinschaft erzeugt und fördert eine masochistische Moral, den Selbsthaß. Ihre Modalitäten sind unaufhörliche Schuldbekenntnisse und Bußrituale, die persönliche und auch nationale Selbsterniedrigung und die Bereitschaft zu unbegrenzten Wiedergutmachungsangeboten. Der Kriegsgeneration bleibt dann nur noch die Alternative, als Verbrecher oder als politische Dummköpfe zu erscheinen, die schleunigst Buße zu tun hat. Der Frankfurter Psychologieprofessor Fritz Süllwold spricht als Folgen von solchen Schuldkomplexen und Selbsthaß „affektive Denkhemmungen“ an, die eine „drastische Reduktion des Aufmerksamkeits- und Auffassungsumfangs und dementsprechend erhebliche Einbußen bei der Informationsaufnahme und Informationsintegration“ bewirken und wie „kollektive Verblödungen“ erscheinen.

Was hier beschrieben wird, ist nichts anderes als die künstliche Erzeugung okularer Panzerung durch Sprachregelungen.

Was wir mit den Grünen, „Kirche von unten“ und anderen derartigen Bewegungen erleben, erlebten unsere Vorväter in den 1930er Jahren angesichts der politischen Religion Nationalsozialismus und einem vor moralischer Inbrunst innerlich brennenden Hitler:

In der antiautoritären Gesellschaft (und der Nationalsozialismus war in vieler Hinsicht ein Vorläufer der antiautoritären Gesellschaft!) wird Religion politisiert und Politik wird zum sinnstiftenden Religionsersatz.

The Journal of Orgonomy (Vol. 45, No. 2, Fall 2011/Winter 2012)

13. März 2013

Das Editorial von Charles Konia (S. 1f) ist weitgehend identisch mit Die politische Strategie der linken Ideologen.

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Die Exposition des amerikanischen Volks gegenüber der kommunistischen Pest

18. Februar 2013

Der amerikanische Orgonom Dr. Charles Konia beschreibt, wie der rote Faschist Obama und seine Genossen, den amerikanischen Way of Life instrumentalisieren, um Amerika von innen heraus zu zerstören:

Die Exposition des amerikanischen Volks gegenüber der kommunistischen Pest

The Journal of Orgonomy (Vol. 42, No. 2, Fall 2008/Winter2009)

20. Januar 2013

Peter A. Crists Aufsatz „What is the Emotional Plague? A Brief Introduction“ (S. 70-77) wurde in deutscher Übersetzung auf Dr. Vittorio Nicolas Netzseite veröffentlicht.

Hier die beiden Filme, bzw. die TV-Serie, die im Aufsatz eine Rolle spielen:

 

Politisch korrekte „Arbeitsdemokratie“

10. Januar 2013

Reich sah den Realsozialismus schließlich als nichts anderes als „Roten Faschismus“, der mit dem ursprünglichen Intentionen von Marx, Engels und Lenin nichts mehr zu tun habe. Ein „feministisch“ reformierter Marxismus tritt uns in Marc Rackelmanns Diplomarbeit Der Konflikt des „Reichsverbandes für Proletarische Sexualpolitik“ (Sexpol) mit der KPD Anfang der dreißiger Jahre (Freie Universität Berlin, 1992) entgegen.

Rackelmann hat das gegensätzliche Politikverständnis von KP und Reich gut herausgearbeitet:

(…) dem Konflikt zwischen der straffen kommunistischen Organisationspolitik, für die Inhalte zweitrangig waren und dem Politikverständnis Reichs, das „von den Bedürfnissen zur Wirtschaft“ (Menschen im Staat, Frankfurt 1982, S. 127) gehen wollte, wobei Reich als pflichtgetreuer Leninist zunächst bereit gewesen ist, diese Organisationspolitik aktiv mitzutragen. Die unterschiedlichen Zielsetzungen von Reich und der KPD wurden erst im Verlauf der praktischen Arbeit offenbar und führten schließlich zum Bruch und zum Ausschluß Reichs aus der KPD. (S. 8)

Reichs

Vorgehensweise ist induktiv – von den, in seinem Verständnis, grundlegenden menschlichen Bedürfnissen ausgehend, kritisiert er die Gesellschaft dort, wo sie eine Befriedigung dieser Bedürfnisse verhindert und damit krank macht. Seine Zielgruppe sind damit die Menschen als sexuelle Wesen, letztlich also alle, und nicht als lohnabhängig warenproduzierende. Er kritisiert den Kapitalismus nicht als die Wurzel allen Übels, sondern als besondere Form des Patriarchats mit seinen Auswirkungen auf das Verhältnis von Mann und Frau und das Verhältnis der Menschen zu ihren Körpern. (S. 23)

Reich fand

Zugang zur Arbeiterbewegung und zum Marxismus über die Frage der menschlichen Grundbedürfnisse, deren Befriedigung er durch die kapitalistische Produktionsweise verhindert sah. Im Gegensatz zur traditionellen kommunistischen Politik interessierte ihn dabei weniger der Mensch (genauer: der Mann) als Warenproduzent – sondern die Auswirkungen dieser Wirtschaftsweise auf das alltägliche Leben. (S. 27)

Rackelmann hinterfragt auf der Grundlage einer feministischen Kritik das bis auf Marx zurückgehende patriarchalische Grundwesen der Arbeiterbewegung. Von den Marxisten sei rein verstandesmäßig vom Kopf her an den ganzheitlich körperlichen Menschen vorbei und von ihren Bedürfnissen abstrahierend geplant und alles Weibliche verdrängt und unterdrückt worden. Dabei kommt es bei Rackelmann zu einer ziemlich kitschigen Gleichsetzung: Frau = Familie = Masse = orgastische Hingabe = Körperlichkeit = dunkle Erdhaftigkeit = unberührte Natur, etc. Einerseits ist dieses fast schon Primärprozeßdenken Rackelmanns für jede selbstbewußte Frau eine sexistische Beleidigung und andererseits präsentiert hier Rackelmann eine romantische Verkleisterung der wahren Zustände.

Reich selbst mußte nach einer anfänglichen Idealisierung des Proletariats feststellen, daß „die Massen“ genauso, wenn nicht sogar mehr, gepanzert sind wie ihre „Unterdrücker“ – und genauso steht es mit den Frauen. Die Arbeitsdemokratie setzt weder auf bestimmte Ideologien („Feminismus“), noch auf bestimmte Gruppen der Gesellschaft („Basisdemokratie“), sondern auf jene Kern-Funktionen, die von der Panzerung nicht betroffen werden (die logischen und die Naturgesetze, die lebenserhaltenden Instinkte und die lebensnotwendige Arbeit), und jene rationalen Menschen, die diese Kernfunktionen verkörpern (also alle Menschen, die nicht oder nur minimal an der Emotionellen Pest erkrankt sind, d.h. dem Drang, der Lebensentfaltung aus Frustration einen Knüppel zwischen die Beine zu werfen).

Arbeitsdemokratie bedeutet nicht, den Menschen die Verantwortung zu nehmen, indem man sie als Opfer hinstellt, sondern ihnen die Verantwortung aufzubürden. Und als solche naturwissenschaftlich-„medizinische“ Herangehensweise hat die Arbeitsdemokratie praktisch nichts zu tun mit Rackelmanns „feministischer“ Ideologie, die sogar noch oberflächlicher ist als die gängige irrationale Machtpolitik (sekundäre Schicht). Diese „intellektuelle“ Kontaktlosigkeit wird deutlich, wenn Rackelmann allen Ernstes behauptet, Reichs Konzept der Arbeitsdemokratie sei ein Vorläufer der „basisdemokratischen Organisationsformen der neuen sozialen Bewegungen“ gewesen (S. 23). Rackelmann vertritt die politisch korrekte Fassade. Bezeichnend ist, daß seine Arbeit mit einem Motto ausgerechnet von Erich Fromm beginnt, dessen gesamtes System auf der sozusagen „Entkernung“ der Reichschen Gedanken beruht!

Bernd Guggenberger sagt zu den „basisdemokratischen Organisationsformen der neuen sozialen Bewegungen“: Die

moralische Selbstaufrüstung durch Inanspruchnahme einer imaginären „Allgemeinheit“ und „Eigentlichkeit“ hat die Neue Linke zu einem virtuos gehandhabten Instrumentarium systematischer Verunsicherung erweitert.

So

erfüllt die Berufung auf die „Basis“ für die Strategen der Systemüberwindung vor allem die Funktion, die fehlende Eigen-Legitimität auch für eine Position sicherzustellen, welche sich nicht auf die Zustimmung der Mehrheit der Bevölkerung berufen kann. (…) Die „Basisdemokratisierung“ (…) verkommt zum bloßen Instrument der Selbstversicherung der neuen Elite. (Weltflucht und Geschichtsgläubigkeit. Strukturelemente des Linksradikalismus, Mainz 1974)

Guggenberger fährt fort:

Die subkulturelle Version des Modells der Basisgruppen orientiert sich vor allem an Wilhelm Reichs Feststellung, das Klassenbewußtsein werde keineswegs allein durch die großen Kämpfe der Arbeiterklasse, durch Haupt- und Staatsaktionen der großen Politik bestimmt, sondern ganz wesentlich durch verinnerlichte Werte der Werbe-, Konsum- und Freizeitwelt, des sexuellen Bereichs, der Alltagsphäre. (Was ist Klassenbewußtsein?) Die bewußte Organisierung von „Basisprozessen“ auch außerhalb des direkten Machtkampfes war daher auch eine zentrale Forderung der Kommune 2.

Zur Untermauerung seiner Kritik am Marxismus verwendet Rackelmann Reichs Dreischichtenmodell der Charakterstruktur (S. 19). Die oberste Schicht, die soziale Fassade ist für Rackelmann die „bürgerliche Fassade“, z.B. des „konservativen Politikers im Bordell“. Daß damit aber auch Rackelmanns „feministisches“ Getue gemeint sein könnte, kommt gar nicht erst über den Horizont des Bewußtseins, denn schließlich ist man (und frau) ja authentisch. Er erfaßt zwar anhand der Marxistischen „Biologismus“-Kritik an Reich, daß die Kommunisten vom biologischen Kern getrennt sind, verleugnet aber gleich darauf selbst den bioenergetischen Kern, wenn er anprangert, „wie Menschenkörper zu faschistischen Männerkörpern zugerichtet werden“ (S. 22). Was um alles in der Welt ist ein „Menschenkörper“? Es gibt (wenn man mal von Hermaphroditen absieht) nur „Frauenkörper“ und nur „Männerkörper“! Der „Menschenkörper“ ist ein antibiologisches („faschistischer Männerkörper“!), verkopftes Konstrukt linker Theoretiker, die vollständig von ihrem Kern abgeschnitten sind.

Es geht hier nicht um Rackelmann, sondern um die Lebenslüge des gesamten politisch korrekten „Reichianismus“ in Deutschland, der im Namen des Lebendigen aus der Orgonomie eine linke Ideologie macht, die in ihrer Lebensfeindlichkeit dem Stalinismus in nichts nachsteht – nur, daß man sich noch weniger gegen sie wehren kann. Man denke nur daran, was feministische Kinderschutzgruppen oder extremistische Tierschützer, „Veganer“ und andere derartige Gruppen organisierter „Eigentlichkeit“ anrichten.

Zur Zeit der Sexpol wurde Reich von der KPD zur Mitgliederwerbung mißbraucht. Heute nimmt z.B. entsprechend die „neue“ Linke buchstäblich alles Wahre, Gute und Schöne mitsamt ihrer Vertreter in Beschlag. Diese Grundtendenz zum Mißbrauch des Lebendigen ist keine Stalinistische Entstellung, sondern gehört zum falschen, verlogenen Grundwesen des Marxismus („die soziale Fassade“). Deshalb sind Marxisten, gerade wenn sie sich Reich positiv zuwenden, die Todfeinde der Orgonomie. Diese „rote Faschisierung“ der Orgonomie ist ein umfassendes charakterologisches Problem, weniger eines der bewußten Marxistischen Ideologie.

Die „neuen sozialen Bewegungen“, insbesondere die Partei Die Grünen, haben gezeigt, worum es geht: Man gibt vor, den bioenergetischen Kern zu vertreten („Eigentlichkeit“ im Gegensatz zur „verlogenen bürgerlichen Gesellschaft“), tatsächlich vertritt man aber selbst nur die oberflächliche Fassade, die, wie Guggenberger ausgeführt hat, in den Dienst der Sekundären Schicht tritt. Auf diese Weise wird aus Reichs Konzept „Arbeitsdemokratie“ nichts andere als guter alter Roter Faschismus.

arbeitsrot

Das Ziel von Präsident Obamas Politik verstehen

9. Januar 2013

Der amerikanische Orgonom Dr. Charles Konia befaßt sich mit Obama, dem Todfeind Amerikas:

Das Ziel von Präsident Obamas Politik verstehen

Die sozio-politische Charakterologie Elsworth F. Bakers am Beispiel der Bundestagsparteien

3. Dezember 2012

Die von Elsworth F. Baker 1967 vorgestellte sozio-politische Charakterologie bzw. deren leichte Modifikation durch Charles Konia (The Emotional Plague, 2008) sieht wie folgt aus:

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Nach links hin von einer hypothetischen „gesunden Mitte“ haben wir der Reihe nach den Liberalen, den Sozialisten, den Pseudo-Liberalen und den Kommunisten. Es ist kaum bis gar kein Kernkontakt vorhanden und die Fassade dient der Abwehr gegen die mittlere Schicht, um beim Kommunisten zu kippen, d.h. in den Dienst der mittleren Schicht zu treten. Man denke nur an die unterschiedlichen Funktionen des Pazifismus bei der westlichen Linken in den 1980er Jahren („atomfreie Zonen“) und des damaligen „Pazifismus“ der nuklear aufrüstenden UdSSR.

Nach rechts hin haben wir den Konservativen, den Erzkonservativen, den Reaktionär und den Schwarzen Faschisten. Hier ist mehr Kernkontakt vorhanden, wenn auch zu einem Gutteil mystisch verzerrt. Die Fassade drückt nach rechts hin immer prominenter und nackter die mittlere Schicht aus. Das macht etwa das berühmte „Faszinosum“ des Nationalsozialismus aus: „es wird die Sau rausgelassen“.

Es bringt wenig bis nichts, diese Aufstellung auf die deutsche Parteienlandschaft zu übertragen, da diese generell nach links verschoben ist und da jede Partei „eine Welt für sich ist“ mit einer jeweils komplexen Geschichte. Gehen wir die Parteien deshalb nacheinander durch:

Die Grünen waren eine Sammlungsbewegung aus den Erben Rudi Dutschkes, liberal gesinnten „Bürgerrechtlern“ und echten Ökologen, d.h. „Konservativen“ im eigentlichen Sinne des Wortes. Die beiden Extreme der Partei, echte charakterologische Kommunisten wie Jutta Ditfurth auf der einen und Menschen des „rechten Spektrums“ auf der anderen Seite, wurden sehr schnell aus den Reihen der Partei weggegrault bzw. verließen sie enttäuscht, weil diese eine „FDP mit grünem Anstrich“ geworden sei oder, auf der anderen Seite, sich als „Wassermelone“ entpuppt habe: außen grün, innen rot. Was blieb, waren vollkommen kontaktlose „pazifistische Liberale“, die von Pseudoliberalen, die so taten, als wären sie selbst ebenfalls genuine Liberale, mißbraucht wurden.

Nachdem Kommunisten erst einmal mit Hilfe der Liberalen und Sozialisten an die Macht gekommen sind, sind nicht etwa wie vorher die Konservativen ihr Hauptfeind, sondern ihre ehemaligen liberalen und sozialistischen Bundesgenossen. Nichts kann eine kommunistische Herrschaft weniger brauchen als „subversive“, „kritische“ Geister und Leute, die nach „Solidarität“ („Fraktionsbildung“!!) rufen. Was sie braucht sind willfährige Untertanen, die sich nicht viel um Politik scheren bzw. tun, was ihnen gesagt wird. Wenn die Kommunisten diesen „konservativen“ Bevölkerungsanteil mit Versatzstücken der kommunistischen Ideologie indoktrinieren können, um so besser! Beim Untergang des Kommunismus fand man entsprechend Liberale und Sozialisten eher bei den Regimegegnern als bei den Parteimitgliedern der SED/PDS. Zwar stirbt langsam das alte konservative Milieu der DDR weg, doch sind wohl immer noch weite Kreise der Parteimitglieder und Wähler der Linken in Ostdeutschland eher konservative Charaktere. In Westdeutschland ist das vollkommen anders, was die Partei Die Linke immer wieder an den Rand der Spaltung führt, denn hier dominiert das charakterologisch extrem linke Spektrum die Partei.

Die SPD war in den Industriezentren und Metropolen Westdeutschlands so etwas wie die „SED des Westens“. Noch heute kontrolliert sie in weiten Teilen den gesamten Staatsapparat und die Medien, in NRW praktisch flächendeckend. Wie im Fall der SED war auch hier ein Großteil der Mitglieder, erst recht aber der Wähler, eher konservativ strukturiert. Das änderte sich spätestens in den 1970er Jahren, als die ehemalige Arbeiterpartei zunehmend eine Partei der Pseudointellektuellen wurde. Zentrum der Partei war natürlich stets die sozialistische Ideologie von „Gerechtigkeit“ und „sozialem Ausgleich“. Entsprechend findet die SPD erst seit kurzem zu sich selbst, da nun die sozialdemokratische Ideologie besser zur durchschnittlichen Charakterstruktur der Parteimitglieder paßt.

Am authentischsten waren seit jeher die beiden „bürgerlichen Parteien“ CDU/CSU und FDP, denn hier stimmte die offizielle konservative bzw. liberale Ideologie stets mit der jeweiligen Charakterstruktur der Parteianhänger überein. Wenn man mal von manchen sozialistischen Absonderlichkeiten am Anfang der Parteigeschichte der CDU absieht und davon, daß ausgerechnet die FDP lange Zeit geradezu ein Auffangbecken für „alte Kameraden“ war. Durch die Verschiebung des soziopolitischen Spektrums nach links ist von der genannten „Authentizität“ wenig geblieben. Nicht von ungefähr spricht man von der zunehmenden „Sozialdemokratisierung“ der CDU.

Die FDP hätte die Chance gehabt, als „Partei der Freiheit“ zu überleben, hat aber Selbstmord verübt, weil der Liberale bei all seinen hehren „Prinzipien“ wankelmütig ist. Wegen seiner Struktur und der ihr inhärenten Kontaktlosigkeit kann er sich dem Linkstrend nicht entgegenstellen. Der Konservative ist den Linken ebenfalls ausgeliefert, weil er an Werte wie Fairneß und „Jeder soll nach seiner Fasson glücklich werden!“ glaubt. Werte, auf die die extreme Linke, insbesondere der Kommunist, spuckt!

Wo sind all die Kommunisten hin?

20. November 2012

Der amerikanische Orgonom Dr. Charles Konia wird kritisiert, weil er die Orgonomie „politisiere“. Tatsächlich geht es ihm aber nicht um eine Parteinahme in der politischen Auseinandersetzung zwischen Sozialliberalen und Konservativen, sondern um den kompromißlosen Kampf gegen die organisierte Emotionelle Pest in Gestalt des Roten Faschismus. Jene, die sich diesem Kampf verweigern, tun dies aus politischen, d.h. irrationalen Gründen:

Wo sind all die Kommunisten hin?


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