Mit ‘Hyksos’ getaggte Artikel

Der Nahostkonflikt ist so alt wie Saharasia

23. September 2011

Der gegenwärtige „Nahostkonflikt“, der sich dank der „multikulturellen Idee“ mittlerweile bis in unseren Alltag hinein erstreckt, ist nur die gegenwärtige Ausprägung eines jahrtausendealten Geschehens:

James DeMeo schreibt in seinem Saharasia:

Die Zeit um 4000 v.Chr. markiert den Beginn der fortschreitenden Verwüstung in Arabien. Es scheint, daß die Rub’al-Khali als erstes ausgetrocknet ist, gefolgt von den sie umgebenden Regionen. Der Anfang dieser Trockenphase war gekennzeichnet durch verlassene Ansiedlungen und die allgemeine Ausbreitung von semitischen Völkern aus Arabien in alle Richtungen hinaus. Diese frühen semitischen Völker wurden aus ihrer Seßhaftigkeit getrieben und paßten sich ihrer Umwelt an, indem sie Nomaden wurden. Die frühsten Belege für Überfälle auf Niederlassungen fallen in diese Zeit und ereigneten sich in Gebieten nördlich von Arabien und im Westen, im Niltal. Im 3000 v.Chr. tauchen semitische Elemente in den mesopotamischen und ägyptischen Kulturen auf, was auf nach außen gerichtete Wanderungen und Invasionen hinweist. (The Saharasia Connection, University of Kansas 1986, S. 296f)

Die Rub’al-Khali ist die wahrhaftige Hölle, aus der wahrhaftige Dämonen mit einem wahrhaftigen Teufel an ihrer Spitze in die Welt hinauszogen. Eine Verkörperung dieses Teufels ist der ägyptische Todesgott Seth, der dem kanaanitischen Mot und damit dem jüdisch-christlichen Satan entspricht. Seth tötet Osiris und wird daraufhin von Horus besiegt und verjagt. Er ist der große Widersacher der Isis, die die Personifikation des Landes Ägypten ist. Immanuel Velikovsky hat die These aufgestellt, Seth sei deshalb von den Ägyptern als Verkörperung des Bösen schlechthin, als „Der Böse“ angesehen worden, weil Seth der Gott der semitischen „Hyksos“ war. Seth hatte den alten Pharao (Osiris) gestürzt und das Land Ägypten (Isis) unterdrückt und gepeinigt, um schließlich von einem neuen Pharao (Horus) vertrieben zu werden (Vom Exodus zu König Echnaton, Frankfurt 1983, S. 82).

Der letzte Pharao, den die Hyksos stellten, war Apophis II.

Eine Inschrift des Apophis sagt, daß „sein Vater Seth, der Herr von Auaris [die Hauptfestung der Hyksos], alle fremden Länder unter seine Füße gelegt hatte“. In Auaris war das Heiligtum des Seth, den die Hyksos verehrten und der bis zur Zeit der Ramessiden von den Ägyptern als Verkörperung der bösen Macht angesehen wurde. (ebd.)

Die „Hirtenkönige“ tauchen auch in Ps 78,49 auf. Jedenfalls behauptet Velikovsky (S. 83f) das Wort „Unglücksenegel“ ließe sich besser mit „Hirtenkönige“ übersetzen:

Jahwe entsandte wider sie [die Ägypter] seine Zornglut, Wut und Grimm und Bedrängnis, ein Eindringen der Hirtenkönige.

Die Hyksos, eine kleine primitive Gruppe aus den Wüsten Arabiens, konnten die noch teilweise matriarchal geprägte Hochkultur der Ägypter überrennen, weil sie in einer Hinsicht höher entwickelt waren: in der Kriegstechnik. Allein dies sicherte dem Patriarchat die Weltherrschaft.

Michael Grant zufolge zogen im 18. Jahrhundert zahlreiche Einwanderer durch Kanaan. Einer Gruppe von ihnen, die Grant als „Militäraristokratie“ bezeichnet, gelang es nach dem Durchzug durch Kanaan die Macht in Ägypten zu erobern. Das Herrschaftsgebiet dieser „Hyksos“ habe sich auch auf die Städte Palästinas erstreckt, die sie unter strenger Kontrolle hielten (Das heilige Land, Bergisch Gladbach 1988, S. 26f).

Velikovsky setzt diese Ereignisse einige Jahrhunderte später an, was für unsere Argumentation, die von immer neuen Eroberungswellen aus Arabien ausgeht, kaum von Bedeutung ist. Jedoch gelingt es Velikovsky mit dieser chronologischen Verschiebung, die Hyksos (die man auch „Amu“ nannte) mit den biblischen Amalekitern geichzusetzen. Zum Beispiel ist dann der schon erwähnte Apophis (= Apop = Agog = Agag) identisch mit dem Amalekiter-König Agag, den Saul gefangennahm. Diesem Ereignis ist eine leidvolle jahrhundertelange Geschichte des Kampfes zwischen den Amalekitern, bzw. Hyksos und den Israeliten vorhergegangen, die sich (bis auf die chronologischen Unstimmigkeiten) nahtlos in das von Grant beschriebene Szenario einpaßt.

Velikovsky behauptet, daß die durch Kanaan ziehenden und in Ägypten eindringenden Hyksos mit jenen Amalekitern identisch waren, auf die die Israeliten stießen, als sie in umgekehrter Richtung aus Ägypten zogen, und die den Israeliten schwere Verluste beibrachten (Ex 17,8ff und Num 14,43ff). So wurden die Amalekiter die Hauptfeinde Israels und zwischen dem Gott Israels, Jahwe und den Amalekitern „ist Krieg für alle Zeiten“ (Ex 17,16).

Auch später, als bei Grant die Hyksos über die Städte Palästinas herrschten, wurden die Israeliten von den Amalekitern und deren Vasallen schwerstens bedrängt. Zum Beispiel verbündeten sich die Amalekiter mit den Moabitern und Ammonitern gegen die Israeliten und besiegten sie. „Achtzehn Jahre lang mußten die Israeliten dem Moabiterkönig Tribut zahlen“ (Ri 3,14). Unter der Gewalt der mit den Amalekitern verwandten Midianiter mußte Israel sieben Jahre lang leiden.

Die Israeliten versteckten sich vor ihnen in Höhlen und unzugänglichen Schluchten und verschanzten sich auf den Bergen. Jedesmal, wenn die Israeliten Getreide gesät hatten, fielen die Midianiter zusammen mit den Amalekitern und mit den Beduinen aus dem Osten in das Land ein und verwüsteten die Felder bis hin nach Gaza. Sie ließen nichts Eßbares zurück und raubten alles Vieh – Schafe, Ziegen, Rinder und Esel. Mit ihren Herden und Zelten zogen sie heran, um das Land auszuplündern. Sie waren so zahlreich wie die Heuschrecken; keiner konnte sie und ihre Kamele zählen. (Ri 6,2-5)

Dann wurde Israel durch Gideon von den Midianitern, den Amalekitern und „den Beduinen aus dem Osten“ befreit. Sie hatten die ganze Ebene „wie Heuschrecken“ bedeckt, „und ihre Kamele waren unzählbar wie die Sandkörner am Meeresstrand“ (Ri 7,12). Es war schließlich Saul, der die Amalekiter gänzlich vernichtete. Danach waren die Amalekiter nur noch ein versprengter Haufen von räuberischen Beduinen, die sporadisch ins Südland Palästinas einfielen (1 Sam 30,1).

Velikovsky zufolge hatten die Amalekiter ihren ursprünglichen Sitz in Mekka gehabt und von dieser zentralen Lage aus die anderen Stämme der arabischen Halbinsel beherrscht. Arabia Felix, Arabia Petraea und Arabia Deserta lagen in ihrem Machtbereich (Velikovsky, S. 75). Es ist bezeichnend für die innere Dynamik des Geschehens, daß von Mekka aus 2000 Jahre später eine fast ebenso schlimme Eruption des Patriarchats erfolgen sollte.

Saharasia im Alten Testament (Teil 1)

19. Februar 2010

Robert aus Berlin hat gestern darauf hingewiesen, daß die beiden ersten Hefte von Lois Wyvells Zeitschrift Offshoots of Orgonomy von James DeMeo als pdf-Dateien ins Weltnetz gestellt wurden. Wyvell war Mitarbeiterin in Theodore Wolfes Orgone Institute Press, Anfang der 50er Jahre Reichs Privatsekretärin und zeitweise seine Geliebte. In den ersten beiden Nummern ihrer Zeitschrift präsentiert sie ihren Aufsatz über Orgonomie und Religion im allgemeinen und Orgonomie und Christentum im besonderen, wobei sie selbst in keinster Weise „gläubig“ war.

Das möchte ich zum Anlaß nehmen, mich erneut mit der Bibel auseinanderzusetzen:

Die patriarchalische Entwicklung begann mit dem buchstäblichen „Einbruch des sexuellen Zwangsmoral“. Nämlich damit, daß patriarchalisch organisierte Nomadenvölker aufgrund klimatischer Verschiebungen über die bäuerlichen Matriarchate herfielen. Besonders deutlich kann man diese Vorgänge noch heute am indischen Kastensystem ablesen, mit der züchtigen „arischen Herrenrasse“ oben und den dunkelhäutigen „Unberührbaren“, die nicht mal als menschliche Wesen betrachtet werden, unten. Ähnliche Gesellschaften bildeten sich auch im Nahen Osten aus, als kleine, aber militärisch überlegene Stämme aus dem inneren Arabiens in immer neuen Wellen über die ursprünglich matriarchal geprägten Sumerer, Kanaaniter und Ägypter herfielen.

In Palästina wurde eine Zivilisation nach der anderen durch kriegerische Einfälle und plötzliche Klimawechsel zerstört. Landwirtschaftliche Tätigkeit ging zurück und Viehzucht trat an ihre Stelle. Hinzu kam, daß Israel während seiner ganzen Geschichte zwischen Mesopotamien und Ägypten aufgerieben wurde. Mit den Griechen und Römern drang sogar das zentralasiatische „Saharasia“ bis nach Israel vor. All dies hat sich auch später wiederholt, als um 640 und 1000 n.Chr. islamische Armeen aus Arabien vordrangen, gefolgt von den Kreuzrittern aus Europa. Im Zeitalter der Kreuzzüge begann die Unterdrückung der Juden in Europa, die schließlich im Holocaust gipfeln sollte. Kein Volk wurde schwerer von Saharasia heimgesucht.

Als Paradebeispiel für die Bedrängung Israels kann man die Amalekiter nennen. Mit Num 24,20 behauptet Immanuel Velikovsky, daß die Amalekiter „einst das erste unter den Völkern“ gewesen waren, weshalb sie in Ri 5,14 auch als Maßstab der Stärke benutzt werden. Velikovsky hat sie mit den „Hyksos“ gleichgesetzt (Vom Exodus zu König Echnaton, Frankfurt 1983), die bekannten „Hirtenkönige“ der ägyptischen Geschichte, die über Jahrhunderte hinweg ähnlich wie später die Perser und die Ptolemäer das ägyptische Volk ausplünderten. Mit großen Herden waren sie auf der Suche nach neuen Weidegründen aus dem inneren Arabiens gekommen. Im fruchtbaren Niltal gelang es ihnen, sich als parasitäre Herrscherkaste zu etablieren, „ohne auf Schwierigkeiten zu stoßen oder gar kämpfen zu müssen“ (ebd., S. 70).

Als Beispiel dafür, wie diese ungleiche Auseinandersetzung zwischen buchstäblich ungepanzertem und buchstäblich gepanzertem Leben ablief, mag uns Ri 18,7-10 dienen:

Die Kundschafter zogen weiter und kamen nach Lajisch. Die Leute dort lebten ruhig und sorglos und fühlten sich so sicher wie die Bewohner von Sidon. Es gab keinen Machthaber im Land, der sie bedroht hätte. Sidon war weit entfernt, und sie lebten ganz für sich. Als die Kundschafter nach Zora und Schtaol zurückkehrten, fragte man sie aus: „Wie ist es euch ergangen?“ Sie antworteten: „Macht euch auf den Weg! Wir wollen nach Lajisch ziehen! Es ist ein sehr gutes Land. Zögert nicht, es ist in Besitz zu nehmen. Was legt ihr die Hände in den Schoß? Ihr werdet dort ein Volk finden, das sich in Sicherheit wiegt. Gott hat ihr Land in eure Gewalt gegeben. Es ist ein weites Land, es fehlt dort nichts, was man sich wünschen kann.“

So hat sich die Grausamkeit der Amalekiter auf ihre Feinde übertragen.

Vergeßt nicht, was die Amalekiter euch angetan haben, als ihr von Ägypten kamt. Als ihr von der beschwerlichen Wanderung müde wart, haben sie euch von hinten angegriffen und alle niedergemetzelt, die erschöpft zurückgeblieben waren. Sie handelten wie Menschen, die nicht nach Gott fragen. Wenn ihr das Land in Besitz genommen habt, das der Herr, euer Gott, euch geben will, und er euch Ruhe verschafft hat vor allen Feinden ringsum, dann müßt ihr die Amalekiter so gründlich ausrotten, daß nichts von ihnen übrigbleibt. Vergeßt das nicht! (Dtn 25,17-19)

Wie eine Infektionskrankheit pflanzte sich die Emotionelle Pest fort von Volk zu Volk, von Generation zu Generation bis heute.

Velikovsky zufolge hatten die Amalekiter ihren ursprünglichen Sitz in Mekka gehabt und von dieser zentralen Lage aus die anderen Stämme der arabischen Halbinsel beherrscht. Die ganze Arabia Felix, Arabia Petraea und Arabia Deserta lagen in ihrem Machtbereich (Velikovsky, S. 75). Aus der Schwesterstadt von Mekka, Medina stammte der Bruderstamm der Amalekiter, die Midianiter.

Vergleiche auch den Namen des Hohepriesters der Midianiter in den Tagen Moses – Jethro, auch Reuel oder Chobab genannt – mit Jahtrib, einer alten arabischen Bezeichnung für Mediana. (ebd., S. 88)

Dieser Priester, der Schwiegervater von Moses, mag Moses mit Jahwe bekannt gemacht haben, was einen zu faszinierenden Spekulationen über die Verbindung zwischen Jahwe und dem Mondgott Allah verleiten könnte. Ri 8,21 berichtet von den „goldenen Halbmonden“, die als Amulette an den Hälsen der Kamele der Midianiter hingen.


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