Mit ‘Gehirn’ getaggte Artikel

The Journal of Orgonomy (Vol. 26, No. 2, Fall/Winter 1992)

11. Juli 2012

Da die Augen integraler Bestandteil des Gehirns sind, kann man die entsprechenden biopathischen Erkrankungen direkt am Augenausdruck ablesen.

Die Beobachtung einer Immobilität der Augen bei Schizophrenie ist medizinisches Allgemeingut. Stephen S. Nagy zitiert Studien aus den 1970er und 1980er Jahren denen zufolge, unabhängig von der Medikation, 50 bis 85 Prozent von schizophrenen Patienten, 40 Prozent von bipolaren bzw. manisch-depressiven Patienten, aber nur 8 Prozent der Normalbevölkerung Störungen beim Verfolgen von Gegenständen mit den Augen aufweisen („Eye Movement Disorders”, Annals of the Institute for Orgonomic Science, 2(1), September 1985, S. 58f).

Ähnliches läßt sich über Epileptiker sagen. So schreibt der Orgonom Morton Herskowitz, daß „jeder Patient mit idiopathischer Epilepsie, (…) den ich jemals untersucht habe, schwerwiegende Probleme mit Augenpanzerung gehabt hat“ („The Segmental Armoring“, Annals of the Institute for Orgonomic Science, 4(1), September 1987, S. 70).

Charles Konia hat sich in „Schizophrenia and Epilepsy are Functional Variants of the Ocular Repressed Character“ (S. 301-307) eingehend mit dem Verhältnis der beiden Erkrankungen auseinandergesetzt.

Sowohl der Schizophrene als auch der Epileptiker haben, Elsworth F. Baker zufolge, eine „okular unterdrückte Charakterstruktur“. Das klingt im Amerikanischen schon schief, im Deutschen sperrt sich dieser Ausdruck jedoch vollends dem Sprachgefühl. Also sollte man sagen: Es handelt sich um Charaktere, die durch eine Panzerung bestimmt werden, die die Erregung im okularen Segment fast vollständig unterdrückt. Da bleibe ich lieber bei Bakers Ausdruck ;-)

Obwohl diese beiden Biopathien, also Schizophrenie und Epilepsie, demnach eng miteinander verwandt sind, sind sie in anderer Hinsicht auch gegensätzlich: ein Öffnen der Augen und eine entsprechende starke Erregung in diesem Segment führt beim Schizophrenen zur Abspaltung der Wahrnehmung von der Erregung, während es beim Epileptiker zum körperlichen Anfall führt.

Konia erklärt diesen Unterschied mit Hilfe des Viertakts der Orgasmusformel:

Er argumentiert, daß sich im Gehirn des Schizophrenen entweder keine mechanische Spannung aufbauen kann, aus der sich eine orgonotische Ladung entwickeln würde oder daß, wenn sich eine mechanische Spannung entwickelt, der Übergang zur orgonotischen Ladung unterbunden wird. Das geschehe, weil das Gehirn des Schizophrenen keine orgonotische Ladung ertragen könne und sich deshalb akut abpanzert, was zur erwähnten Spaltung führt.

Beim Epileptiker hingegen wird die Ladung zwar anfänglich ertragen, dann aber in Gestalt eines „extragenitalen Orgasmus“ (Reich) vorschnell entladen, d.h. es kommt zum epileptischen Anfall.

Die beiden Biopathien trennt, daß sich beim Schizophrenen die Ladung nicht aufbauen kann, während der Epileptiker die aufgebaute Ladung nicht halten kann. Gemeinsam ist ihnen, daß sowohl der Schizophrene als auch der Epileptiker keine orgonotische Ladung im Gehirn ertragen kann.

Beides, das Trennende und das Gemeinsame, findet sich in der psychiatrischen Literatur dokumentiert, ohne daß die Psychiater ahnen, daß sie es mit orgonotischen Phänomenen zu tun haben, die nur mit Hilfe der Orgasmusformel erklärbar sind, nämlich einer Störung im Bereich der Wahrnehmung bei der Schizophrenie (Spannung → Ladung) und einer Störung im Bereich der Motorik bei der Epilepsie (Entladung → Entspannung), beides aufgrund von „unterdrückter okularer Panzerung“.

In seinem Buch Der Gesundheitsbegriff im Werk des Arztes Wilhelm Reich (Marburg 1995) hat Stefan Müschenich darauf hingewiesen, daß sich, wie heute als gesichert angenommen werde, „produktive psychotische Symptomatik und konvulsorische (zerebralinduzierte motorische) Energieentladung wechselseitig ausschließen“. Das stehe wiederum in Einklang mit Reichs Formulierung der Funktion des Orgasmus in der psychischen Gesundheit. In diesem Zusammenhang zitiert Müschenich aus dem berühmten Psychiatrie-Lehrbuch von Rainer Tölle:

Während einer psychotischen Episode treten meist keine Anfälle auf, und bei einem Teil der Patienten gehen die zuvor bestehenden Krampfströme im EEG zurück oder sie verschwinden sogar ganz. Diese Beobachtungen haben auf die Vermutung hingelenkt, daß anscheinend ein Antagonismus zwischen Krampfgeschehen und psychotischer Episode besteht (…) Pharmakologisch interessant ist, (…) das affektive und schizophrene Psychosen durch Auslösung epileptischer Anfälle in vielen Fällen wirksam bekämpft werden.

Müschenich führt dazu weiter aus, „daß die zur Behandlung von Schizophrenien verwendeten Neuroleptika zu Störungen der Sexualfunktion führen und die Krampfbereitschaft des Organismus erhöhen, während umgekehrt eine typische Nebenwirkung der Anti-Epileptika in der Induktion psychotiformer Verwirrtheitszustände besteht“ (Müschenich, S. 52f).

Andererseits wird seit vielen Jahren darüber diskutiert, ob Schizophrenie und Epilepsie nicht viel gemeinsam haben. Clare J. Wotton und Michael J. Goldacre konnten nun anhand sehr weit zurückreichender Aufnahmebefunde einer großen Anzahl von Patienten nachweisen, daß Schizophrene eine zwei- bis dreifach erhöhte Wahrscheinlichkeit haben, später an einer Epilepsie zu erkranken. Bei Epileptikern lag die Wahrscheinlichkeit später an Schizophrenie zu erkranken sogar um das Vier- bis Fünffache höher.

Man kann spekulieren, daß im ersteren Fall die okulare Panzerung schwächer wird und sich deshalb, frei nach Konia, der Spannungs-Ladungs-Viertakt zumindest bis zur zweiten (motorischen) Phase fortsetzen kann, während im letzteren (und offensichtlich weitaus häufiger auftretenden) Fall sich die Panzerung verschlimmert und der vorher noch mögliche Ladungsaufbau ganz unterbunden wird.

Zum Thema siehe auch die entsprechenden Überlegungen von Robert A. Dew in The Journal of Orgonomy (Vol. 8, No. 2, November 1974).

Die Großhirnrinde als Struktur gewordene Orgonometrie

18. Mai 2012

Bis vor kurzem nahm man an, daß die Großhirnrinde auf mikroskopischer Ebene vertikal organisiert ist, sozusagen in „Säulen“, d.h. vor allem übereinanderliegende Neuronen würden auf denselben Reiz reagieren, untereinander kommunizieren und so „funktionelle Einheiten“ bilden. Nun konnten Clemens Boucsein und seine Kollegen der Bernstein Center Freiburg und Berlin mit Hilfe verfeinerter Meßmethoden zeigen (die ganze Arbeit hier), daß die horizontale Kommunikation zwischen den Nervenzellen, sozusagen „über den Säulenrand hinaus“, weit wichtiger ist als bisher angenommen. Tatsächlich scheint es so zu sein, daß weniger als die Hälfte der Eingänge in ein Neuron von den Partnern innerhalb seiner „Säule“ stammt. Weit mehr Verbindungen kommen horizontal von Nervenzellen aus der näheren und weiteren Umgebung.

Zunächst einmal muß gesagt werden, daß bioenergetische Gesetzmäßigkeiten auf allen Größenebenen gleich sind. Beispielsweise haben eine Cumuluswolke am Firmament und eine Amöbe unter dem Mikroskop aus Sicht der Chemie und der Physik wenig bis nichts miteinander zu tun, doch als Orgonenergie-Einheiten sind sie in vieler Hinsicht funktionell identisch. Es macht also Sinn, die unsichtbaren bzw. nur mit extrem großen Aufwand in Speziallaboren sichtbar gemachten Vorgänge auf der zellulären Ebene der Großhirnrinde von dem her zu betrachten, was wir vom menschlichen Körper über das vertikale und horizontale Funktionieren der organismischen Orgonenergie wissen.

Von dieser bioenergetischen Warte aus betrachtet, besteht die Großhirnrinde weder aus nebeneinander liegenden „Säulen“, noch aus übereinander gestapelten „dicht gewebten Teppichen“ sondern sie hat eine funktionelle Struktur wie der menschliche Gesamtkörper, der sich bioenergetisch aus dem „energetischen Orgonom“ zusammensetzt, in dem die organismische Energie vertikal fließt, und dem mehr horizontal organisierten „orgonotischen System“ mit einer Bewegung der Energie hin zur Umwelt und zurück zum Kern.

Auf einer abstrakten Ebene findet sich diese Einheit von „Vertikalität“ und „Horizontalität“ in der Orgonometrie wieder. Sie ist in der Großhirnrinde Struktur geworden.

Alzheimer, eine Schrumpfungsbiopathie?

25. März 2012

Gemäß einer Studie von Konrad Talbot (University of Pennsylvania) et al. ist Insulinresistenz im Gehirn eine entscheidende Ursache von Alzheimer. Das ist die erste Studie, die direkt zeigen konnte, daß im Gehirn von Alzheimerkranken Insulinresistenz vorliegt. Die Forscher hatten bei Nichtdiabetikern, die mit Alzheimer verstorben waren, Hirngewebe entnommen und mit Insulin stimuliert. Sie fanden Störungen bei zwei Hauptsignalpfaden für Insulin und des insulinartigen Wachstumsfaktors.

Das Insulin steuert im Gehirn nicht nur die Glukose-Aufnahme, sondern ermöglicht, da Insulin im Gehirn anders als im Rest des Körpers funktioniert, auch unabhängig davon das normale Funktionieren der Hirnzellen.

Mit diesem Thema habe ich mich bereits in Schizophrenie als „Schrumpfungsbiopathie“ und die Atrophie des Gehirns beschäftigt, wo es um die funktionellen Identität von Alzheimer und Diabetes ging. Hier ein entsprechender Bericht bereits von 2007:

Diabetes wird hier als Schrumpfunsbiopathie beschrieben. Das Hauptsymptom von Diabetes ist Hyperglykämie, „Zucker im Blut“, es gibt jedoch keinen Hinweis darauf, daß bei Alzheimer das Gehirn hyperglykäm ist. Gleichzeitig ist bei Zuckerkranken das Risiko an Alzheimer zu erkranken um 50 Prozent höher als bei Normalen.

Kifferalzheimer

3. März 2012

Pressemitteilung des American College of Orgonomy.

“Marijuana is harmless because it’s just a plant. It’s natural.” “You can’t get addicted to pot.” “Alcohol is much more dangerous than marijuana.” These and other common misconceptions about marijuana use will be discussed on Saturday, March 31, 2012 by nationally recognized substance abuse expert Richard Ryan and psychologist Dee Apple at the presentation, “Clearing the Air: Facts & Fictions about Marijuana” at the Paul Robeson Center for the Arts, 102 Witherspoon Street, Princeton, NJ from 4:00PM to 6:00PM.

With daily marijuana use among high school seniors at a 30-year high, and students experimenting with its use at younger and younger ages, this presentation is a must for young people, concerned parents and anyone who cares about the future of our country. The talk is part of a series of social orgonomy talks sponsored by the American College of Orgonomy (ACO).

Richard J.T. Ryan, M.A. co-founded Creative Drug Education, in Middlesex County, Massachusetts in 1981, which is now based in Colorado. Having written and implemented a successful curriculum on substance use and abuse issues in the state of Maine, Creative Drug Education quickly expanded into the private sector of education, focusing on providing alcohol (and other drug) use and abuse awareness and prevention programs to schools throughout the United States.

Dr. Apple is a clinical psychologist in private practice in Princeton and is the director of psychological services at the Lawrenceville School. He graduated from the University of North Carolina with a B.A.in psychology, received his M.A. and Ph.D. degrees from the University of South Dakota, and completed his training at the Medical College of Virginia. He is a Member of the Board of Regents and Clinical Associate of the ACO, a member of the college’s social orgonomy committee, Director of both the College’s CORE research group and of the ACO’s Introductory Laboratory Workshop in Orgonomic Science. Dr. Apple has authored articles on a wide range of topics in the Journal of Orgonomy. He is available for interviews prior to the event.

Cannabis schränkt die orgonotische Erstrahlung des Organismus ein. Die „Aura“ des Körpers wird schwächer, verliert an Kohärenz und wird „schmutzig“(DOR), die Augen hören auf zu „strahlen“.

Ich will hier auf zwei Folgen des Kiffens eingehen, die unmittelbar mit der Einschränkung der Erstrahlung zusammenhängen: die menschlichen Vermögen des „Aufrechtstehes“, das, was man im Amerikanischen so schön umfassend als „being square“ beschreibt, und des „Erinnerns“ (Gedächtnis).

Daß diese drei Funktionen zusammengehören, sieht man unmittelbar am gewöhnlichen Alterungsvorgang, der sich primär in zwei Phänomenen zeigt: der Körper fällt in sich zusammen und die geistigen Funktionen, insbesondere das Kurzzeitgedächtnis, lassen nach:

Funktionen der „Erstrahlung“ lassen sich mit heterogenen orgonometrischen Gleichungen darstellen (im Funktionsbereich „Bewegung“ würde das anders aussehen!), die das Verhältnis von Raum und Zeit beschreiben:

Kiffer werden träge und „sacken in sich zusammen“. Es ist als könnten sie mangels eigener orgonotischer Ladung („Antischwerkraft“) nicht mehr dem Zug der Schwerkraft widerstehen.

Gravitation läßt sich, da sie eine Funktion der Erstrahlung ist, orgonometrisch wie folgt beschreiben:

Es geht hier um die Aufhebung der räumlichen Trennung („Länge L wird in Zeit t überführt“), was wiederum (u.a.) die Grundlage der Gravitation ist.

Das Gedächtnis hat seine primordiale Grundlage in folgender orgonometrischer Gleichung:

„Zeit t wird in Länge L“ überführt, d.h. speziell hier, daß Information gespeichert wird.

Wie gesagt sind diese beiden Funktionen von der tieferliegenden und umfassenderen Funktion Erstrahlung abhängig.

Cannabis hat verheerende Auswirkungen auf das „Arbeitsgedächtnis“, das man beispielsweise braucht, um einen Satz zu verstehen und komplizierte Sachverhalte nachzuvollziehen. Nun haben der Franzose Giovanni Marsicano vom INSERM und die Kanadierin Xia Zhang (University of Ottawa) herausgefunden, daß das Arbeitsgedächtnis überraschenderweise nicht etwa dadurch gestört wird, daß das THC direkt auf die Nervenzellen wirkt, sondern auf die spinnenförmig verzweigten und untereinander ein enges Netzwerk bildenden „Astrozyten“. Das sind die Zellen, die die Neuronen ernähren und unterstützen, indem sie eine vermittelnde Rolle zwischen der Blut-Hirn-Schranke und den Nervenzellen einnehmen.

„Wir haben jetzt den ersten Beweis erbracht, daß Astrozyten das Arbeitsgedächtnis direkt beeinflussen“, sagt Xia Zhang (…). „Daß die unterstützenden Zellen in Wirklichkeit eine führende Rolle einnehmen, ist die größte Entdeckung unserer Forschung. Das ist einfach unglaublich“, freut sich Zhang. Ob die lange unterschätzten Astrozyten auch in anderen Bereichen des Gedächtnisses eine Rolle spielen, muß noch untersucht werden.

Aus orgonomischer Sicht deutet dies darauf hin, daß das Gedächtnis nicht mechanisch auf einer Art „Festplatte“ (die Neuronen) gespeicherte Information ist, sondern tiefer im Körper verankert ist. Oder anders ausgedrückt: diese Forschungsergebnisse verweisen nicht auf den (wie auch immer aufgefaßten) „Geist“, sondern auf die Bioenergie!

The Journal of Orgonomy (Vol. 17, No. 1, May 1983)

25. Januar 2012

In „Orgonotic Functions of the Brain (Part 3)“ führt Charles Konia aus, daß Parkinson möglicherweise eine biopathische Erkrankung ist. Zunächst fällt natürlich die Störung der einheitlichen pulsatorischen Bewegungen, etwa der Gang, der Tremor, etc. ins Auge. Die Krankheit scheint mit einer tiefreichenden okularen und auch oralen Panzerung, die das Gehirn selbst erfassen kann, einherzugehen. Die unaufhaltsame Zerstörung der Substantia nigra im Mittelhirn und eine Senkung des Dopamin-Pegels hat sicherlich etwas mit der chronischen Anorgonie von tiefliegenden Hirnarealen zu tun. Insgesamt deutet das äußere Erscheinungsbild des Parkinson-Kranken auf eine schwere Kontraktion hin und einen Ladungsabfall des gesamten Organismus.

Die Häufigkeit mit der Parkinson mit depressiven Zuständen verbunden ist, d.h. mit Individuen, die eine orale Panzerung vorweisen, und die Ähnlichkeit der klinischen Bilder dieser beiden Störungen ist ein weiterer Hinweis darauf, daß Parkinson eine biopathische Störung kein könnte. Wenn die Anorgonie tiefer vordringt, als es bei einfacher Depression der Fall ist, also bis zu den Basalganglien, kann Parkinson die Folge sein.

Man denke nur an die geradezu gruselige Starre und Unbeweglichkeit, die von Schwerdepressiven ausgeht!

Die typische Schüttellähmung geht darauf zurück, daß es im subthalamischen Kern zu einer Überaktivität von Nervenzellen kommt (als verzweifelte „Erstickungsreaktion“ auf die Anorgonie?), die wiederum die Bewegungszentren in der Hirnrinde bremsen. Darauf beruht auch die Behandlung von Parkinson mit „Tiefer Hirnstimulation“, die seit den 1980er Jahren entwickelt wurde und die beispielsweise auch zur Behandlung von Major Depression angewendet wird. Dabei werden die genannten Neuronen mit hochfrequenten elektrischen Impulsen sozusagen ausgeschaltet (weshalb auch der Begriff „tiefe Hirnstimulation“ irreführend ist).

Ich finde schon, daß das ganze frappant an Reichs Vorstellung von der Sympathikotonie erinnert: sympathische Überstimulation im Kern (Kontraktion), Erstarrung an der Peripherie. Hört bei Krebs, ganz entsprechend einer „tiefen Hirnstimulation“, der bioenergetische Kern auf zu „feuern“, kommt es zu einer wundersamen Entspannung des Körpers, die Körperpanzerung löst sich auf, der Orgasmusreflex ist leicht herstellbar.

Wahnsinn Psychiatrie

4. Oktober 2011

Das erste Psychopharmakon, das weite Verbreitung fand, war der 1955 auf den Markt gekommene Tranquilizer „Miltown“. Dieses Datum hat eine tiefere Bedeutung, denn spätestens zu diesem Zeitpunkt hatte die American Psychiatric Association (APA) im Verbund mit dem Amt für Arzneimittelsicherheit (FDA) und der Pharmaindustrie den (nicht nur) damals einzig gangbaren Weg der Psychiatrie, die Reichsche Orgontherapie, endgültig ins Abseits gestellt. Innerhalb eines Jahrzehnts war dann auch die ohnehin wirkungslose psychoanalytische Therapie aus den psychiatrischen Kliniken verdrängt. (Die Psychoanalyse war, wenn sie denn mehr sein wollte als „Hören mit dem Dritten Ohr“, bloße Verballhornung der Charakteranalyse!)

Heute sind Psychiater kaum mehr als „Pillenverteiler“. Psychiatrische Kliniken sind berüchtigt dafür, daß sie Patienten mit absurd hohen Dosen und exotischen Pillenkombinationen als „gebessert“ entlassen. Tatsächlich sind die „geheilten“ Patienten einfach nur „high“. Hauptsache die Statistik stimmt! Die „adjuvante“ Psychotherapie wird zunehmend auf Psychologen abgeschoben. Diese Zusammenarbeit von Ärzten und Psychologen ist ein perfektes Gleichnis für den psycho-physischen Parallelismus, der als Kernideologie hinter dem ganzen Zauber der modernen Medizin steht. Es wird einfach nicht begriffen, daß angeblich „psychische“ Störungen in Wirklichkeit emotionale Störungen sind und Emotionen ein bioenergetisches Phänomen darstellen.

Reich konnte „psychische“ Krankheiten heilen, weil er eine bahnbrechende Entdeckung gemacht hatte. Die kranke „Psyche“ schlägt sich in chronischen, der willentlichen Kontrolle und dem Bewußtsein weitgehend unzugänglichen Muskelkontraktionen nieder. Damit stand erstmalig Medizinern ein Weg offen, die „Psyche“ quasi „chirurgisch“ zu behandeln. (Reich bezeichnete die Orgontherapie als „biophysische Chirurgie“, die deshalb Ärzten vorbehalten sein sollte.)

Bezeichnenderweise lautete der Werbeslogan des eingangs erwähnten Tranquilizers „Miltown relaxes both mind and muscles“. Das Mittel entspanne sowohl die „Psyche“ als auch die Muskeln! Heute wird der Wirkstoff ausschließlich als „Muskelrelaxans“ vermarktet. (Übrigens kann das Zeugs einen körperlich abhängig machen!)

Die Sache mit der angeblich gestörten „Hirnchemie“ kam später auf. Man ging daran, „gezielt“ in den Serotonin-, Dopamin-, Melatonin- etc. Haushalt einzugreifen. Und auch hier ist ein Fünkchen Wahrheit auszumachen, denn tatsächlich ist unser Gehirn (genauer gesagt das „retikuläre Aktivierungssystem“) der Schnittpunkt zwischen der objektiven Welt und der subjektiven Welt. Hier fließen alle separaten Wahrnehmungen und Impulse, die außerhalb unseres Kopfes nichts miteinander zu tun haben, zu einer Einheit zusammen, nehmen miteinander Kontakt auf und erzeugen dadurch das, was man „Bewußtsein“ nennt. So kommt das zustande, was Hans Hass als „inneren Projektionsschirm“ bezeichnet hat.

Das ändert jedoch nichts daran, daß irgendwelche Auffälligkeiten in der „Psyche“ Ausdruck des Körpers in seiner Gesamtheit sind, d.h. des bioenergetischen Feldes, das uns durchdringt und umgibt. Man setze sich beispielsweise im Schneidersitz hin und ahme die indischen Handstellungen, die Mudras, nach, etwa die Hände auf die Knie legen. Es ist ein dramatischer Unterschied für unser Bewußtsein bzw. unsere „Stimmung“, ob die Handinnenflächen nach oben oder nach unten gerichtet sind. Oder man halte die Hände wie in der Zen-Meditation, etc.pp.

Jetzt überlege man sich, was es für das Bewußtsein bedeuten muß, wenn eine Körperhaltung, etwa hochgezogene Schultern, über Jahre, Jahrzehnte, festgehalten wird. Nicht nur eine Hand einige Sekunden, sondern ganze Körperpartien über Jahrzehnte hinweg! Hier sind die „psychischen“ Leiden verankert und nirgendwo sonst. (Daß sich das gleichzeitig auch in der „Hirnchemie“ niederschlägt, – wie sollte es anders sein?!)

Ein rigider Körper spiegelt sich in einem rigiden, „mechanischen“ Bewußtsein wider. Das Leben des Neurotikers ist unendlich kompliziert und alles ist „sinnlos“ – und so verhält er sich auch. Ihm dann in der Psychotherapie mit der „Sinnfrage“ zu kommen, versöhnt ihn vielleicht mit dem Elend, doch dieses bleibt bestehen. Gleichzeitig nimmt er begierig die absurde, imgrunde mystischen, Vorstellung auf, Ort der „Psyche“ sei das Hirngewebe und Störungen der „Hirnchemie“ seien für sein Unglück verantwortlich. Er verändere sich mit entsprechenden Glückspillen, – ohne sich und seine Umgebung verändern zu müssen.

Die „Psyche“ spiegelt nicht nur den Körper wider, sondern ist auch untrennbar mit dem „sozialen Raum“ verbunden. Wir können uns beispielsweise den anderen nur öffnen, wenn wir auch unsere Körperhaltung öffnen. Neurotiker laufen ihr ganzes Leben mit einer „abweisenden“ Körperhaltung herum. Wir panzern uns nicht in erster Linie wegen der Umwelt, sondern wegen unserer Mitmenschen ab. Nicht nur die Sprache, das Bewußtsein an sich, sind ein soziales Phänomen. Wären wir keine Herdentiere, gäbe es beides gar nicht, da Sprache und Bewußtsein vollkommen überflüssig wären.

Es ist offensichtlich, Reich hat seit 1928 immer wieder vehement darauf hingewiesen, daß die Charakteranalyse bzw. später die Orgontherapie stets auch eine soziale, soziologische, „politische“ Komponente hat (Stichwort „Arbeitsdemokratie“), die, wie er sukzessive herausfand, wiederum in der Biologie und weiter in der Biophysik und Kosmologie fußt.

Manche Psychiater erfassen das intuitiv, engagieren sich sozial, landen gar in der sozialistischen Politik. Manche entwickeln sich weiter und wenden sich schließlich der „Spiritualität“ und „Esoterik“ zu. Da sie aber im mechano-mystischen Denken gefangen bleiben, trägt das alles nur zum allgemeinen Chaos bei.

Die an Patienten gerichteten Ratgeberbroschüren der Pharmakonzerne, mit denen sie ihre Glückspillen im Markt langfristig verankern wollen, machen typischerweise für Selbsthilfegruppen, „Atemübungen“, Meditation und Yoga Werbung. Selbst die schlimmsten Mechanisten vertreten heute einen „integrativen Ansatz“. Hier und da werden sogar „körpertherapeutische“ Maßnahmen für Patienten angeboten. Alles wirr und ohne Verstand, da das funktionelle Denken fehlt.

Übrigens werden auch in einer zukünftigen funktionellen Psychiatrie Psychopharmaka ihren Platz in besonderen Fällen haben, – nachdem man die „hirnchemischen“ Zusammenhänge wirklich verstanden hat, ähnlich wie Reich es Anfang der 1930er Jahre für das Autonome Nervensystem geleistet hat.

Ron beantwortet die Frage, was „Mechano-Mystizismus“ ist

22. April 2011

Für den „Mechano-Mystizismus“ fällt mir kein besseres Beispiel ein als die Scientology. Als L. Ron Hubbard Ende der 1940er Jahre seine „Wissenschaft“ aus Versatzstücken der Psychoanalyse, der „Magick“ von Aleister Crowley und den damals neusten Hypnosetechniken zusammenschusterte, war im Originalmanuskript zunächst vom „Gehirn“ die Rede, das es zu beeinflussen galt, das änderte er sehr schnell in Geist/Verstand (mind), um schließlich in das punkförmige, bzw. ausdehnungslose Wesen „Thetan“ zu münden. Der an sich allmächtige „Thetan“ ist im Körper gefangen und impotent gemacht wie ein Schwert in seiner Scheide. Scientology will sozusagen dieses Schwert aus seiner Scheide wieder herausziehen, auf daß es seines wahren Wesens gewahr wird: seine Unabhängigkeit von Materie, Energie, Raum und Zeit. Mit seinen drei Eigenschaften Affinität, Realität und Kommunikation schuf der Thetan im Verbund mit anderen Thetanen dieses Universum, das nichts anderes darstellt als eine Übereinkunft zwischen den Thetanen über das, was „die Realität“ konstituiert. Im Verlauf von Quadrillionen von Jahren vergaßen die Thetane ihr wahres allmächtiges Wesen, bis schließlich der Erlöser L. Ron Hubbard erschien – die einzige Chance, die diesem Universum geblieben ist, um dem ständigen Niedergang zu entgehen. Da Thetane allmächtig sind, können sie auch andere Thetane erzeugen, so daß letztendlich alles auf einen „Urthetan“ zurückgeht: L. Ron Hubbard, „den besten Freund, den die Menschheit je hatte“.

In der Orgonomie ist „Mechanismus“ als Auffassung definiert, in der Mensch und Natur nicht mehr sind als eine seelenlose „Maschine“. „Mystizismus“ ist im Kern die Vorstellung, die „Seele“ könne unabhängig vom Körper existieren. „Mechano-Mystizismus“ ist dann so etwas wie „der Geist in der Maschine“. Tatsächlich muß der Mechanismus zwangsläufig zum Mystizismus führen und umgekehrt.

In der Scientology zeigte sich das darin, daß die Auffassung des Körpers als Maschine, die von einer „Kommandozentrale“ (dem Gehirn) aus gesteuert wird, über kurz oder lang zur Frage nach dem „Kommandanten“ führte, der die „Hebel und Knöpfe“ bedient. Umgekehrt muß eine vollkommen „vergeistigte“ Weltanschauung, in der alles durch „Postulate“ dieses Kommandanten hervorging, in reiner Mechanik enden. Hier gibt es kein autonomes Funktionieren mehr, sondern nur Befehl und Gehorsam. Entsprechend sieht auch die Praxis der Scientology aus: die „Therapie“ (das „Auditieren“) ist so etwas wie Computerprogrammieren, bei dem Datenspeicher gelöscht und neu bespielt werden, und die Management-Technik ist nichts anderes als Militärdrill, die „Mitarbeiter“ sind uniformierte Roboter. Thetane selbst sind eine Art von „Dingen“ oder „Sachen“, die man, wie es vor 75 Millionen Jahren Xenu, der Herrscher der Galaktischen Föderation, tatsächlich mit Billionen von ihnen getan hat, in einer Mischung aus Glykol und Alkohol einfrieren, mit Atombomben wegsprengen und mit Hilfe von elektrisch geladenen Netzen wieder einfangen kann, um sie schließlich auf Kinosessel zu setzen, so daß man ihnen Filme vorspielen kann, die ihre Datenspeicher mit Mißinformationen füllen. Diese Thetane kleben heute zu Abertausenden an unseren Körpern wie Zecken und sind für all unser Unbill verantwortlich. Entsprechend ist die hochgeheime Scientology für Fortgeschrittene so etwas wie Dämonenaustreibung.

Das alles entworfen von einen kontaktlosen paranoid-schizophrenen Charakter:

Das Traurige ist, daß wir generell in einer total bekloppten „scientologischen“ Welt leben. Einer Welt, in der Mechanisten die abstrusesten „geistigen“ Konzepte vertreten, während Vertreter der vorgeblichen „Esoterik“ mit dem Lebendigen umgehen, als würde es nach einem „Schaltplan“ funktionieren. Psychiater und Neurologen behandeln Menschen immer noch so, als seien diese ein bloßes Anhängsel ihres Gehirns. Akupunkteure, Astrologen, Anthroposophen, usf. richten sich nach detaillierten Plänen, als ginge es darum einen Computer zu reparieren. Die Seele wird betrachtet als sei sie ein „Objekt“. Der Mensch nochmals en miniatur.

Mechanik geht immer mit Mystik einher und umgekehrt. Meist überwiegt aber das eine Element.

Man nehme den extrem mechanistischen Marxismus, der aus dem Hegelschen Idealismus hervorgegangen ist und im absurd voluntaristischen Trotzkismus, Stalinismus und Maoismus mündete. Ideologie, die alle materiellen Zwänge außer Kraft setzt! Oder den Katholizismus, der mit einem Mann anfing, „der nicht von dieser Welt war“, um in einer grotesk „materialistischen“ Welt aus blutenden Hostien und weinenden Madonnen-Statuen zu enden. Die Mystik ist im Marxismus so schwer auszumachen, weil in ihm der Seelenbegriff keinerlei Rolle spielt, während im Katholizismus die Mechanik so schwer zu erkennen ist, weil alles „durchseelt“ ist. Schaut man jedoch genauer hin, ist die ganze „Heilsökonomie“ von einer erschreckend seelenlosen Mechanik geprägt. Der berüchtigte Ablaßhandel zu Zeiten Luthers hat nur sichtbar gemacht, was alle Religion prägt: eine tumbe Mechanik.

Man nehme die Physik, die im 19. Jahrhundert alles mit Mechanik erklären wollte (die Welt als ein Legobaukasten!), um heute die Welt auf platonische Ideen zu reduzieren. Und man nehme die platonische Ideenwelt selbst, die nichts anderes ist als das „idealisierte“ Spiegelbild der Welt der toten Dinge. Für das Lebendige, die Orgonenergie, bleibt in dieser geisteskranken Welt kein Platz.

Alkohol, Junkfood und die Emotionale Wüste

17. März 2011

Der Mystiker sieht, ähnlich einem Schizophrenen, überall Zusammenhänge, auch da, wo gar keine bestehen. „Es gibt keine Zufälle!“ Ein schönes Beispiel sind Verschwörungstheorien. Demgegenüber ist der Mechanist, ganz der neurotische Erbsenzähler und „Skeptiker“, wie blind für auch die offensichtlichsten Beziehungen. „Man darf keine voreiligen Schlüsse ziehen!“ Der Funktionalist hingegen betrachtet die Welt in erster Linie von den energetischen Prozessen her, die sich in den unterschiedlichsten Bereichen manifestieren können.

Beispielsweise zeigt sich die moderne Lebensfeindlichkeit (d.h. die Eindämmung der Lebensenergie) in der Konditionierung der Kinder auf McDonald-Fraß (Zucker und Fett) genauso wie in der „Emanzipation“ der Frau (d.h. der Zerstörung des Frauseins) und in vielen anderen Dingen, die oberflächlich betrachtet „nichts miteinander zu tun haben“.

In der Märzausgabe der Neuro-Depesche (Schnellinformationen für Neurologen und Psychiater) finden sich gleich drei Berichte über Substanzmißbrauch und Fehlernährung und deren teilweise verheerenden Auswirkungen.

Es beginnt im Bauch der Mutter. Eben wieder, als ich mir das Abendbrot gekauft habe: es ist jedesmal ein Stich ins Herz, wenn ich junge Mädchen und junge Frauen sehe, die mit einem dieser neumodischen Alkopops (oder wie auch immer das Zeugs sich nennt) in der Hand angeheitert um die Häuser ziehen. Gesellige Fröhlichkeit ist wohl nur noch unter Drogeneinfluß möglich! Ich könnte diesen dummen Gänsen, die zu allem Überfluß auch noch ständig paffen, jedesmal eine scheuern. Wissen sie nicht, daß in diesem Augenblick neues Leben in ihnen heranwachsen könnte; Leben, das sie mit Alkohol (und auch Nikotin) irreparabel schädigen?!

Die Neuro-Depesche kommentiert eine entsprechende Untersuchung einer US-amerikanischen Psychiater- und Pädiater-Gruppe (Wedekind D et al.) wie folgt:

Die toxische Wirkung einer Alkoholexposition in utero hat also auf die Struktur des sich entwickelnden Gehirns einen verheerenden Einfluß und kann sich in alltagsrelevanten kognitiven Beeinträchtigungen manifestieren. Sogar Personen, die keine groben Verhaltensauffälligkeiten zeigten, schnitten gegenüber den nicht-exponierten Teilnehmern nicht nur in den Tests schlechter ab, sie wiesen auch diverse hirnstrukturelle Veränderungen auf.

Konkret haben Menschen, die während der Schwangerschaft Alkohol ausgesetzt waren, ein signifikant geringeres Gesamthirnvolumen. Die Verringerung der Volumina betrafen insbesondere mediale Temporallappen-Strukturen und den Hippokampus.

Und die Tortur geht weiter: mit Fastfood, Fertiggerichten aus der Mikrowelle, Chips und Süßigkeiten. Northstone K et al. (University of Bristol) fanden in einer bevölkerungsbasierten Kohortenstudie, daß es einen kleinen aber hoch signifikanten Unterschied für die zukünftige Intelligenz ausmacht, wie Kinder ernährt werden.

Der IQ wurde im Alter von 8,5 und 14 Jahren erhoben und mit der Ernährung im Alter von 3 Jahren abgeglichen. Nahrungsmittel mit einem hohen Zucker- bzw. Fettgehalt korrelierten mit einer Verringerung des IQ um 1,67 Punkte. Eine gesundheitsbewußte Ernährung korrelierte hingegen mit einer Erhöhung des IQ um 1,20 Punkte.

Die Menschen werden nicht nur dumm, sondern auch traurig: Die israelischen Forscher German L et al. untersuchten in einer Querschnittstudie ältere Menschen im Alter von 60 bis 92 mit einem sozialökonomisch niedrigen Status dahingehend, ob sich eine Fehlernährung auf das Risiko auswirke an Depression zu erkranken.

Die Regressionsanalyse ergab, daß insbesondere jede zusätzliche Zufuhr von 1 mg Vitamin E und 1 g mehrfach ungesättigter Fettsäuren mit einem signifikant niedrigeren Depressionsrisiko einherging.

In diesem Blog habe ich wiederholt auf die Bedeutung von Omega-3 für unsere „Psyche“ (d.h. unsere Emotionen), unsere Intelligenz und nicht zuletzt für die Entwicklung im Mutterleib hingewiesen.

Aber zurück zum Alkohol – das zunehmende Komasaufen:

Wer als Jugendlicher Alkohol in großen Mengen trinkt, dem drohen einer französischen Studie zufolge dauerhafte Hirnschäden. Trinken bremst oder blockiert demnach in einigen Bereichen des Gehirns das vollständige Reifen der grauen Zellen, die üblicherweise erst zum Ende der Jugendzeit ganz ausgewachsen sind. Nahe der Stirn zeigten Kernspintomographien Betroffener teilweise bis zu 20 Prozent weniger graue Zellen. Zusätzlich vorgenommene Geschicklichkeitstests zeigten eine Schädigung bestimmter kognitiver Funktionen, etwa beim Planen von Aufgaben oder der Lösung von Problemen. Bestätigt wird das in einer Untersuchung von Chitra Mandyam (Kalifornien) an Primaten, in der vier Tiere über einen Zeitraum von elf Monaten täglich eine Stunde lang ein alkoholhaltiges Getränk mit Zitronengeschmack trinken durften, wobei Bluttests zeigten, daß die Tiere sich bis zu einem Alkoholspiegel betranken, der etwa 2,5 Promille beim Menschen entspricht. Nach einer zweimonatigen Abstinenzphase entdeckt man im Vergleich zu Tieren, die keinen Alkohol getrunken hatten, nach wie vor deutliche Veränderungen in der Struktur des Hippokampus. Man kann daher annehmen, daß regelmäßiger Alkoholkonsum auch bei Menschen langandauernde Effekte auf die Funktionen des Hippokampus zeigen.

Es ist beklemmend, wenn man miterleben muß, wie im Supermarkt Jugendliche mit Kennerblick die Spirituosenabteilung durchstöbern und sich Kinder von vielleicht 12 oder 13 in den Sommermonaten schon am Nachmittag auf öffentlichen Plätzen zusammenfinden, um sich bis in den Morgen hinein volllaufen zu lassen. Hier löst sich die Zukunft unseres Landes in Luft auf, aber niemanden scheint es zu kümmern.

Es geht nicht um zusätzliche „Jugendeinrichtungen“, Sozialarbeiter und ähnlichen Unsinn. Langeweile, innere Leere und die Unfähigkeit sich dem Gruppendruck zu widersetzen haben biophysische Ursachen, d.h. der Schaden ist schon längst angerichtet, ist Teil der biologischen Struktur geworden. Es sind Kinder, die in einer Umgebung herangewachsen sind, in der sie nur Störfaktoren für die „Selbstentfaltung“ der Eltern waren. Kinder, die emotional nicht ausreichend genährt wurden und innerlich verödeten, weil ihren Eltern die lächerliche „Karriere“ und alle möglichen Abwechslungen wichtiger waren, als ein heranreifendes Leben.

Eva Herman hatte recht wie kaum ein anderer Mensch in diesem sterbenden Land.

Was seit ungefähr 1960 vor sich geht ist die umfassende Zerstörung der biologischen Grundlagen unserer Zivilisation.

Hier ein kleiner Ausschnitt aus dem neuen Kulturkampf: Leben gegen Tod, der Konservative gegen den pestilenten modern liberal, gegen Satan in Menschengestalt.

Aus purer Neugier habe ich mir am vergangenen Montag zu mittag einen „1955er“ von McDonalds zugeführt – und mich den Rest des Tages beschissen gefühlt. Als nähme man pures DOR zu sich! Dieses Zeugs ist genauso ungenießbar und schlichtweg ekelhaft, wie das gesamte Paket der amerikanischen Unterschichten-„Kultur“: der süßliche Dreck, der aus den Radios quillt, die hirnzerfressenden Seifenopern im Fernsehen, die „Architektur“, die blasierten, vollkommen charakterlosen, von keinen tieferen Gedanken entstellten Puppengesichter der Menschen – einfach alles.

Es hat Zeiten gegeben, da haben sich die „einfachen Menschen“ mit Volksliedern unterhalten, Hering- und sogar Lachs waren „Arme-Leute-Essen“ und die Abende verbrachte man mit Geschichtenerzählen, wenn man nicht in den Arbeiterbildungsverein ging.

Ich will nichts idealisieren, es gab auch Rachitis, Suff und Elend (etwas ganz anderes als bloße Armut), aber trotzdem – es gab auch so etwas wie Würde und Tiefe. Und genau das wird heute zerstört. Auf allen Ebenen und in jeder Hinsicht.

Leben in der Falle

10. März 2011

Wie der Informationsdienst für Neurologen und Psychiater neuro aktuell vom 1. März 2011 berichtet, ist die subjektive Lebensqualität bei sogenannten „Locked-in-Patienten“ besser, als man bisher vermutet hat.

Das Locked-in-Syndrom („Eingeschlossensein“) liegt bei vollständiger Lähmung der Muskulatur vor, wobei das Bewußtsein erhalten bleibt. Die Patienten können nur noch die Augen bewegen. Dank der Computertechnik haben sich aber in letzter Zeit die Kommunikationsmöglichkeiten verbessert, da die Betroffenen nun entsprechende Geräte mit ihrer Hirnaktivität steuern können.

Prof. Dr. Niels Birbaumer von der Universität Tübigen zufolge beurteilen Locked-in-Patienten selbst ihre Lebensqualität als gut, in krassem Gegensatz zum Pflegepersonal und Familienmitgliedern, die die Lebensqualität als extrem schlecht einschätzen.

Tatsächlich seien die betreffenden Patienten, wie neuro aktuell berichtet, sehr positiv gestimmt.

Bei Messungen von Reaktionen auf positive und negative emotionale Reize ermittelten die Forscher bei den Gelähmten eine deutlich bessere Stimmung als bei Gesunden. Im Gehirn der Patienten steigt nämlich im Laufe der Zeit die Aktivität in den Hirnarealen, die mit positiver sozialer Interaktion zu tun haben.

Wie bereits im Zusammenhang mit Wachkomapatienten diskutiert: Es gibt keine Rechtfertigung Menschen abzuschreiben. „Euthanasie“ ist nicht zum besten des Patienten, sondern zum besten der Pfleger – es ist Töten aus niederen Beweggründen.

Wir müssen zum Respekt vor dem Lebendigen zurückfinden, das unserem Lebenshaß schutzlos ausgeliefert ist. Sei es als Fötus, als Neugeborenes, das auf Gedeih und Verderb von uns abhängig ist, oder sei es bei den Gebrechlichen oder Behinderten.

Berichte, wie der über das erstaunlich hohe Wohlbefinden von Locked-in-Patienten, zeigen immerhin, daß sich das Lebendige auch in der verzweifelsten Situation immer wieder neuorganisiert und sozusagen „aufersteht“. Auch uns sollte es deshalb gelingen können zu Mitmenschlichkeit und genuinem Mitgefühl zurückzufinden.

Buddha und die beiden Mandelkerne

6. Februar 2011

Neulich hat Klaus gefragt, wie genau Meditation und okulare Panzerung zusammenhängen.

Der Weg zur Gesundheit (d.h. zur orgastischen Potenz) bedeutet immer mehr Angst ertragen zu können. Man traut sich mehr, wodurch sich der Organismus zunehmend öffnet und es kommt entsprechend zu weniger „Rückstau“ (= Angst). In der Meditation wird diese Angstbewältigung umgangen und durch eine Scheinexpansion ersetzt. Das wird beispielsweise in diesem Aufsatz beschrieben.

Angst bedeutet, daß aus dem Kern Energie nach außen strömt, die bei „ängstlicher“ Kontraktion zurückgestaut wird („Stauungsangst“). Wenn die Expansion langsam aber sicher nachläßt, verschwindet auch die Angst. Die „Angstlosigkeit“ wird dann als Scheinexpansion empfunden. Beispielsweise sind Krebspatienten im Endstadium erstaunlich „gut gelaunt“. Für die indischen „Weisheitslehrer“ ist Leid schlichtweg inexistent. Beispielsweise habe der „Gottmensch“ Christus niemals gelitten.

Neuste Forschungen zeigen, daß es bereits nach achtwöchiger regelmäßiger Meditationspraxis zu strukturellen Veränderungen im Gehirn kommt. Während sich bei den Versuchsteilnehmern die Dichte der Grauen Substanz im Hippokampus und anderen Hirnregionen vergrößerte, nahm sie in der Amygdala ab. Die Zunahme der Dichte betrifft Hirnregionen, die mit „Re-Flektion“ zu tun haben: Erinnerung („re-mind“, „re-member“), Selbst-Beobachtung und Rück-Sichtnahme. Die Abnahme der Dichte betrifft die beiden Mandelkerne (Amygdala).

Die Amygdala ist wesentlich an der Entstehung der Angst beteiligt und spielt allgemein eine wichtige Rolle bei der emotionalen Bewertung und Wiedererkennung von Situationen sowie der Analyse möglicher Gefahren: sie verarbeitet externe Impulse und leitet die vegetativen Reaktionen dazu ein. Eine Zerstörung beider Amygdalae führt zum Verlust von Furcht- und Aggressionsempfinden und so zum Zusammenbruch der mitunter lebenswichtigen Warn- und Abwehrreaktionen. Forschungsergebnisse aus dem Jahr 2004 deuten darauf hin, daß die Amygdala an der Wahrnehmung jeglicher Form von Erregung, also affekt- oder lustbetonter Empfindungen, einschließlich des Sexualtriebes beteiligt sein könnte.

Nun, wirklich jede längere Tätigkeit verändert das Gehirn, beispielsweise haben Taxifahrer einen ausgesprochen großen Hippokampus, weil sie sich ständig erinnern und im Raum orientieren müssen. Entsprechend weisen die oben erwähnten hirnstrukturellen Veränderungen darauf hin, daß die Meditation zu genau dem führt, was ihre Vertreter von jeher behauptet haben: zu größerer Selbstkontrolle und weniger „Triebhaftigkeit“.

Dies wird auf ähnliche Art und Weise erreicht, wie der Schizophrene mit seinen anstürmenden Erregungen fertigwird: durch Augenpanzerung. Beim Schizophrenen ist die okulare Panzerung der letzte Rückzugspunkt des Organismus vor dem endgültigen Abgleiten in die Psychose, der letzte Damm, der vor der „Überschwemmung“ des Organismus mit alles zerstörender Angst schützt. Der Meditierende nutzt einen ähnlichen Mechanismus, um seine existentielle Angst zu überwinden und „Ruhe zu finden“.

Dieses Festklammern hat der indische Meditationslehrer Ramana Maharshi sehr schön beschrieben:

Während einer elementaren Todesangst habe er sich [im Alter von 16 Jahren] mit der Frage beschäftigt, was im Tod stirbt. Er sei zu der Antwort gekommen, daß zwar der Körper sterben möge, jedoch nicht der Geist bzw. das Bewußtsein. Später sagte er zu dem Erlebnis: „Das Selbst war etwas sehr Reales, das einzige Reale in meinem derzeitigen Zustand, und die gesamte bewußte Aktivität meines Körpers konzentrierte sich auf dieses Selbst. Seither ist die faszinierende Kraft dieses Selbst im Mittelpunkt meiner Aufmerksamkeit geblieben [...] Das Aufgesaugt-Sein in das Selbst dauert seitdem ohne Unterbrechung an. Andere Gedanken erscheinen und verschwinden wieder, ähnlich wie die Noten eines Musikstücks, aber das Selbst ist wie ein Grundton unter den anderen Noten stets vorhanden und mischt sich mit diesen. Auch wenn mein Körper vom Reden, Lesen oder was auch immer eingenommen ist, ist mein ganzes Sein nicht minder auf das Selbst zentriert. Vor dieser Krise vermochte ich das Selbst nicht klar wahrzunehmen, und ich fühlte mich nicht bewußt vom Selbst angezogen.“

Das ganze kann man wie folgt funktionell beschreiben:

Charakteristischerweise ist Ramana Maharshi der „Berufskrankheit“ der indischen Heiligen erlegen: Krebs! Irgendwann war die somatische Erregung derartig kompromittiert, daß der Mann bei lebendigem Leibe verfault und mit dem milden Lächeln Buddhas krepiert ist.

Zu diesen Ausführungen paßt auch folgender Hinweis aus dem oben zitierten Wikipedia-Beitrag:

Primaten, denen die Amygdala zu Testzwecken entfernt wurde, können zwar Gegenstände sehen, sind aber nicht mehr in der Lage, deren gefühlsmäßige Bedeutung zu erkennen. Zudem verändert sich ihr Verhalten grundlegend und sie verlieren jegliche Aggression.

Ich erinnere an meine Ausführungen über die funktionelle Transformation von Emotion (Lust, Angst, Wut, Sehnsucht, Trauer) in Sensation (Sinneswahrnehmungen und das Wahrnehmen von „Zuständen“), die den „östlichen Weisheitslehren“ zugrundeliegt. Es verschwinden die Emotionen, was bleibt sind „Eindrücke“. Das wird von „meditativer Kunst“ und „meditativer Musik“ sehr gut vermittelt.

Man brauch sich nur den schier unerträglichen „scheinexpansiven“ Eckart Tolle anzuschauen, um den durch Meditation hervorgerufenen Geisteszustand verkörpert zu finden. Erschreckend wie dieser perverse Murx, das diametrale Gegenteil der Orgontherapie, Millionen immer tiefer in die Falle verstrickt.

Om Shanti!


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