Posts Tagged ‘Gedächtnis’

Freuds Verdrängung

8. Juni 2014

Seit vielen Jahren wird Freud und die Psychoanalyse grundlegend infrage gestellt. Dazu gehört insbesondere sein Konzept der Verdrängung. Jahrelang habe ich diese Kritik abgetan, bis ich auf folgendes stieß:

Ein von Harrison Pope (Harvard Medical School in Boston) zusammengestelltes Forschungsteam aus Psychologen und Literaturwissenschaftlern hat vor der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert kein einziges Indiz dafür gefunden, daß es so etwas wie „ins Unbewußte abgeschobene Traumata“ gab. Dazu wurde sowohl die Fach- und Sachliteratur als auch Romane, Erzählungen und Gedichte untersucht. Tatsächlich findet sich eines der frühsten Beispiele erst 1859 in einem Roman von Charles Dickens. Das Verdrängen von Erinnerungen sei, so vermutet Pope, kein biologisch-neuropsychologischer Mechanismus, sondern ein Produkt der modernen westlichen Kultur.

Wie soll man dann Reichs Entdeckung erklären, daß mit Auflösung der Panzerung typischerweise (aber nicht notwendigerweise) verdrängte Erinnerungen ins Bewußtsein treten, die mit der Genese der Panzerung in Zusammenhang stehen?

Beispielsweise könnte man spekulieren, daß seit der Aufklärung des 18. Jahrhunderts die „gesellschaftliche Panzerung“ immer brüchiger wurde, was dann in den entsprechenden „revolutionären“ Theorien, beispielsweise jenen Freuds, zum Ausdruck gekommen ist. Diese These hat Reich ansatzweise bereits 1929 in seinem Aufsatz Dialektischer Materialismus und Psychoanalyse formuliert. Die Gesellschaft war vor 1800 schlicht zu gepanzert, als daß der Verdrängungs-Mechanismus hätte erfaßt werden können.

Ohnehin ging es Reich primär um die Verdrängung im Zusammenhang von Gefühlen.

James Gross (Stanford University, California) und Jane Richards (University of Texas, Austin) zeigten anhand von 57 Freiwilligen, denen ein aufregender Film über eine OP vorgeführt wurde, daß sich diejenigen am besten erinnern, die während eines besonderen Erlebnisses mit ihren Gefühlen dabei sind und sie nicht unterdrücken.

Aus Sicht der Orgonomie kann man davon ausgehen, daß bei den „Gefühllosen“ die Bilder zurückkehren, wenn sich der Krampf löst, der die Gefühle zurückhält.

Doch wirklich überzeugend sind diese Argumente kaum. In einem Beitrag der Süddeutschen Zeitung von 2007 hieß es beispielsweise:

Tatsächlich gibt es für die Theorie der Verdrängung keine stichhaltigen Belege. So müßte Freud zufolge das Ausmaß des Vergessens bei jenen Menschen besonders groß sein, die Schlimmes erlebt haben und deshalb gewillt sind, das Erlebte aus ihrem Gedächtnis zu tilgen. Das Gegenteil ist der Fall: Sogar jene Erwachsene, die in ihrer Kindheit sexuell mißbraucht wurden, können sich gedanklich nicht von den Inhalten lösen, die an das Trauma erinnern (Behaviour Research and Therapy, Bd. 44, S. 1129, 006). Das Problem ist nicht das Verdrängen, sondern das Nicht-Verdrängen-Können.

Aus eigener Erfahrung mit der Orgontherapie kann ich sagen, daß es gar nicht um die Erinnerung per se geht, sondern um Einsichten hinsichtlich der eigenen Entwicklung. Ob und an welche „Geschichten“ (angebliche „Erinnerungen“) diese sich festmachen, bzw. sozusagen „illustriert werden“, ist sekundär. Ob diese „Erinnerungen“ irgendeiner Realität entsprechen ist gleichgültig, solange mit ihrer Hilfe, die entscheidende therapeutisch wirksame Einsicht vermittelt wird.

Dies wird wohl auch die Grundlage der ja zweifellos vorhandenen Heilungserfolge durch das Freudsche „Bewußtmachen des Verdrängten“ sein. Es geht um die Veränderung stereotyper Sicht-, Denk- und Verhaltensweisen. Es geht um das Wegbrechen von okularer Panzerung durch Gespräche, die zu neuen „Einsichten“ führen. Die „Erinnerungen“, die dabei aus der „Verdrängung“ auftauchen, sind nur eine mehr oder weniger poetische Einkleidung der bioenergetischen Veränderungen im Körper. Sie ähneln darin den Träumen.

Das Tragische bei der ganzen Angelegenheit ist, daß durch den „Freudianischen“ Kult unzählige Leben kaputt gemacht worden sind. All die Familien, die zerstört wurden, weil sich jemand in der Therapie urplötzlich an sexuellen Mißbrauch „erinnert“ hat. Aufgrund dieses Schwachsinns sind vollkommen unschuldige Menschen für viele Jahre ins Gefängnis gewandert!

Es stimmt, daß in seiner Arbeit in der psychoanalytischen Ambulanz für die Armen Reich einer der ersten Psychoanalytiker war, der die Wahrhaftigkeit des sexuellen Kindesmißbrauchs bestätigte. Man siehe die beiden letzten Kapitel von Frühe Schriften und seinen Aufsatz „Eltern als Erzieher“ (Zeitschrift für Psychoanalytische Pädagogik, 1926 und 1927). Aber trotzdem hat sich Reich nie gegen Freuds „Verführungstheorie“ ausgesprochen. Er hat stets die Freudsche Vorstellung verteidigt, daß Kinder sexuelle Wesen sind, die an ihren Eltern sexuelles Interesse zeigen (solange man ihnen kein kindsgerechtes Sexualleben mit Gleichaltrigen ermöglicht). Und was angebliche Erinnerungen an sexuellen Mißbrauch betrifft, verweise auf Reichs Charakteranalyse, wo er sich vehement gegen die Ansicht wendet, der Therapeut ginge in die Zeit zurück, als ob unser Geist wie eine Diskette funktioniere, auf der etwas unveränderlich und abrufbereit gebrannt ist. Es ist alles Panzerung im hier und jetzt.

Wenn bestimmte Körperregionen entpanzert werden, scheint so etwas wie ein „plasmatisches Gedächtnis“ aktiviert zu werden. Erinnerungen an die Geburt oder gar das intrauterine Leben bedeuten nicht, daß es damals bereits ein „Ich“ gab, das sich nun erinnert (die besagte „Diskette“). Nicht mein „Ich“, sondern mein Selbst, d.h. mein Körper war dabei, als ich geboren wurde. Es ist naiv zu glauben, damals wäre etwas abgespeichert worden, was sich später wieder abrufen läßt. Erinnerungen sind, streng orgonomisch betrachtet, nur eine aktuelle Folgeerscheinung der Art, wie in der Vergangenheit sich die bioenergetische und physische Grundlage des aktuellen Ich formierte. Die Erinnerungen sind in der Muskelpanzerung eingeschlossen, weshalb es Sinn macht, wenn sich „ungepanzerte“ Schizophrene verhältnismäßig gut erinnern, diese Gabe aber verlorengeht, wenn sie sich im Verlauf der Therapie abpanzern.

Als Medizinstudent wurde Reich von R.W. Semon beeinflußt, nach dem Sinneseindrücke zu permanenten Veränderungen in den Nerven führen. Diese Engramme (Spuren) ermöglichen nach Semon die Assoziation und Erinnerung und sie gehen ins Erbgut ein. Alle Engramme zusammen bilden die Mneme, d.h. das biologische Gedächtnis. Später glaubte Reich im Anschluß an Freud, daß der „Wiederholungszwang“, Lust immer wieder erfahren zu wollen, „ein wesentliches Stück des Problems des Gedächtnisses ausmachen (dürfte)“ (Charakteranalyse, Fischer TB, S. 288). Schließlich, 1950, mußte er nach dem Gedächtnis gefragt jedoch kleinmütig einräumen: „Ich muß ehrlich zugeben, daß ich nichts darüber weiß“ („Processes of Integration in the Newborn and the Schizophrenic”, Orgonomic Functionalism, Vol. 6, 1996, S. 63).

Charles Konia geht davon aus, daß die Wahrnehmungsfunktion entsteht, wenn sich die organismische Orgonenergie vom kosmischen Orgonenergie-Ozean mittels einer Membran trennt. Die „Innenwelt“ nimmt Kontakt mit der „Außenwelt“ auf, wobei sich die Wahrnehmung (und die mit ihr verbundene Erregung) bionartig in subzellularen Gebilden organisiert, die Zentren „plasmatischer ‘Erinnerung’“ bilden. Das Protoplasma kann sich dann auf der einen Seite zu Genen organisieren (DNA), auf der anderen Seite zum Gehirn (Nervenzellen) („The Perceptual Function“, Journal of Orgonomy, 18(1), 1984, S. 80-98), primär ist jedoch das „plasmatische Gedächtnis“.

protomemory

Gekreuzigt schon im Mutterleib

21. Mai 2014

In seinem Interview mit Kurt Eissler (Reich Speaks of Freud) sagt Reich 1952 über die Beschneidung:

Nehme den armen Penis, nimm ein Messer und fange an zu schneiden. Und jeder sagt, „es tut nicht weh“. Verstehen Sie? Alle sagen nein, es tut nicht weh. Das ist eine Entschuldigung, klar, eine Ausrede: daß die Nervenenden sich noch nicht entwickelt hätten, weshalb sich die Wahrnehmung in den Nerven noch nicht entwickelt hätte und deshalb das Kind nichts spüren würde. Nun, das ist Mord.

In dem Übersichtsartikel Wie Ungeborene auf Schmerzen reagieren berichtet Erich Lederer beispielsweise über die Forschungen zum kindlichen Schmerzgedächtnis von Anna Taddio (University of Toronto):

Viele Jungen – in Deutschland sind es rund 15 Prozent – werden beschnitten. Wie die Kinderärztin herausfand, schreien Babys bei einer späteren Impfung viel länger, wenn man sie bei der Entfernung der Vorhaut nicht mit einer schmerzstillenden Creme behandelt. Ängste und Depressionen oder Abstumpfung beobachten Kinderärzte immer wieder bei Kindern, die ganz früh unvorbereitet gepiekst, geschnitten oder intubiert wurden.

Lederer fährt fort:

Möglicherweise reicht dieses Schmerzgedächtnis noch weiter in die Entwicklung des ungeborenen Kindes zurück in eine Zeit, in der ein Fötus den Schmerz zwar noch nicht spürt aber dennoch darauf reagiert. Sunny Anand vermutet, dass entsprechende Eindrücke schon vor der 20. Woche zu fehlerhaften Nervenverbindungen und damit zu einer Überreaktion bei späteren Reizen führen.

Man lese den gesamten Artikel! Bemerkenswerterweise wird dort zwar die Folter von Föten besprochen, mit keinem Wort jedoch der millionenfache Massenmord an ihnen. Undenkbar, das das in einem „fortschrittlichen“ Blatt wie dem Spiegel thematisiert wird.

Wiederholt habe ich mich damit befaßt, daß Tiere, die von ihrer Gehirnkapazität dazu eigentlich nicht in der Lage sein sollten, zu erstaunlichen „kognitiven“ Leistungen fähig sind. Das zeigt sich auch in der Ontogenese. Auf einer primitiven Entwicklungsstufe, d.h. noch im Mutterleib, wenn das Gehirn kaum ausgereift ist, zeigt der Mensch erstaunliche Gaben, die an sich nur mit einem voll entwickeltem Gehirn möglich sind.

Jan Nijhuis und seine Kollegen vom medizinischen Zentrum der Universität in Maastricht et al. konnten zeigen, daß bereits 30 Wochen alte Föten ein Kurzzeitgedächtnis besitzen. Sie können sich mindestens zehn Minuten lang Ereignisse merken.

Als Maß für das Kurzzeitgedächtnis diente den Forschern der sogenannte „Habituationseffekt“. Es wurde gemessen, wie lange die Föten brauchten, um nicht mehr auf einen Reiz aus Vibrationen und Tönen zu reagieren, weil sie ihn als ungefährlich erkannt hatten.

Dergestalt untersuchten die Forscher Föten in der 30, 32, 34, 36 und 38 Schwangerschaftswoche. 34wöchige Föten schienen sich an das erinnern zu können, was sie vier Wochen zuvor gelernt hatten.

Wir kommen nicht als weiße Blätter auf die Welt, vielmehr hat die Umwelt (in diesem Fall die Gebärmutter) bereits tiefe Spuren in uns hinterlassen. Für Reich begann das Projekt „Kinder der Zukunft“ entsprechend nicht erst mit der Geburt, sondern bereits mit dem Zeitpunkt der Empfängnis. Es geht hier nicht nur um stoffliche schädliche Einflüsse, etwa durch Alkohol und andere toxische Chemikalien, wie sie die Medizin seit langem kennt, sondern vor allem um Einflüsse auf die rudimentäre „Psyche“ des sich entwickelnden Menschen.

Agens dieser Beeinflussung ist die organismische Orgonenergie, deren primordiale Wahrnehmungsfunktion sich im entwickelnden Gehirn organisiert und strukturiert.

beschneidung

Die Kinder der Zukunft und die Genetik (Teil 2)

29. November 2013

Reichs Alternative zur Genetik, war die „transgenerationale Epigenetik“, d.h. er wollte die Frage der Vererbung durch die Erfahrungen des Embryos im Uterus erklären. Siehe den Abschnitt „Eine Bemerkung zur Vererbungsfrage“ in Der Krebs.

Junko Arai (Tufts University, Boston) et al. ist der definitive Nachweis dieser Art der Vererbung gelungen. Sie konnten zeigen, daß Mäuse mit einem genetisch bedingten Gedächtnisdefekt nicht nur diesen Fehler in der DNA erben, sondern auch, was die Eltern gelernt haben. Der Effekt zeigte sich sowohl im Verhalten der Tiere als auch in physiologischen Untersuchungen ihrer Gehirnzellen:

Die untersuchten Mäuse hatten einen Defekt in einem Gen namens Ras-GFR1, der ihr Erinnerungsvermögen beeinträchtigte. Sie zeigten nach 24 Stunden keine Angst mehr vor Orten, an denen sie zuvor Stromschläge erhalten hatten – gesunde Artgenossen erinnerten sich dagegen nur zu gut daran. Die Gedächtnisschwäche wurde jedoch vollständig geheilt, wenn die Forscher die Mäuse kurz nach Geburt für zwei Wochen einer besonderen Umgebung aussetzten: Bunte Spielsachen, Bewegung und der Kontakt mit anderen Mäusen regten die Gedächtnistätigkeit an. Auch die gemessene Aktivität in der betroffenen Hirnregion normalisierte sich dadurch vollständig.

Die US-Forscher waren nun einigermaßen konsterniert, als sie feststellen mußten, daß auch Jungtiere von der Therapie profitierten, die nicht sie selbst, sondern ihre Mütter Monate zuvor erfahren hatten.

Obwohl die Tiere denselben Gendefekt trugen und direkt nach Geburt von ihrer Mutter getrennt wurden, wiesen sie für über einen Monat eine normale Gedächtnisaktivität auf. Das von der Mutter Erlernte wurde also während der Schwangerschaft auf die Nachkommen übertragen.

Die (1.) individuelle Erinnerung, (2.) die kulturelle Erinnerung (Mneme), (3.) die oben beschriebene epigenetische Vererbung und schließlich (4.) die genetische Vererbung sind in einer Hinsicht funktionell identisch:

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Siehe dazu meine Ausführungen in Biopathien und die Gene.

Um das Projekt „Kinder der Zukunft“ erfolgreich bewältigen zu können, müssen alle vier Ebenen bewältigt werden. Das umfaßt (1.) die Psychotherapie des Einzelnen, (2.) die Aufklärung der Gesellschaft, (3.) eine umfassende perinatale Betreuung und (4.) eine individuelle Betrachtung des „Stoffes“ aus dem jeder Einzelne von uns gemacht ist (diesen Punkt habe ich in Teil 1 ausgeführt).

Der Schlüssel zur angewandten Magie

11. März 2013

Der Antichrist, Aleister Crowley, wurde einmal gefragt, was denn nun die Magie eigentlich ausmache, für die er so berühmt sei. Man erwartete sicherlich irgendwelche Zauberkunststücke oder okkulten Firlefanz. Vielmehr nahm Crowley die hochnäsigen Skeptiker mit zu einem Spaziergang durch den Finanzdistrikt von London. Er folgte einem distinguierten Banker, einem echten englischen Gentleman, durch die Straßen, wobei Crowley dessen Schritt, Gesten, Gehabe peinlich genau kopierte. Unvermittelt stauchelte Crowley willentlich und stürzte auf den Gehweg. Gleichzeitig geschah mit dem Banker, der gar nicht sehen konnte, was hinter ihm geschah, exakt dasselbe. Das ist Magie!

Es geht darum aus zwei Objekten eines zu machen. Wenn ich etwa die Voodoo-Puppe mit der Nadel steche, spürt das die Person, die mit dieser Puppe – identisch ist. Die Frage ist natürlich, was in diesem Zusammenhang „Identität“ konkret bedeutet.

Magie beruht auf der quasi Platonistischen Vorstellung, daß die materielle Welt, die von Raum (das „Nebeneinander“) und Zeit (das „Nacheinander“) bestimmt wird, ein „feinstoffliches“ Doppel hat. Eine „Hinterwelt“; in der es keine räumlichen und zeitlichen (und damit auch keine logischen) Beschränkungen gibt, ähnlich dem Freudschen Unbewußten, das eine Jungsche Wendung genommen hat. Der Mensch könne in diesen Bereich durch seinen Willen oder besser gesagt durch seine Intention hineinwirken: durch Postulate. Also so, wie wir auch sonst mit „Feinstofflichen“, etwa unseren eigenen Gedanken umgehen. Crowleys oben beschriebenes Kunststück wird also nur dem gelingen, der willensstark genug ist, um gottgleich „postulieren“ zu können. „Und Gott sprach: Es werde Licht!“ (Das erklärt auch den „satanistischen“ Aspekt, den Magie stets unweigerlich annimmt: das Geschöpf stellt sich an die Stelle des Schöpfers. Es erklärt damit auch, warum Leute wie Crowley „die Widernatur“, etwa die Homosexualität, extreme Antimoral oder Drogenmißbrauch, derartig zelebrierten.)

Wie das ganze erklären, wenn man es nicht „skeptisch“ als Blödsinn abtun will, was mit gutem Gewissen nur jener weltfremde Ignorant tun kann, der derartiges nie gesehen oder gar selbst erlebt hat?

Aus orgonometrischer Sicht gibt es neben der Funktion „Bewegung“, die durch die Größen Raum und Zeit vollständig beschrieben werden kann, die Funktion „koexistierende Wirkung“, die sich außerhalb des Nebeneinander und Nacheinander befindet.

harmanmagie

Diese Entwicklungsgleichung läßt sich mit Hilfe dreier Funktionsgleichungen beschreiben, einer homogenen und zwei heterogenen:

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transtl

translt

Im Bereich der Bewegung sind t (Zeit) und L (Länge, Raum) zwei einfache Variationen: v = L/t

Im Bereich der koexistierenden Wirkung hingegen handelt es sich um heterogene Funktionen, die ineinander übergehen können. Wie das praktisch aussieht, kann man sich an den folgenden beiden Beispielen vergegenwärtigen:

  • Jede Art von „Gedächtnis“ ist ein Übergang von einem Nacheinander in ein Nebeneinander.
  • Galaxien, die Tausende von Lichtjahren umfassen, funktionieren einheitlich, weil es zu einem Übergang von einem Nebeneinander zu einem Nacheinander kommt.

Das wirkt als gäbe es „unterhalb“ (oder „oberhalb“?) der Welt der Bewegung eine zweite Welt, in der Raum und Zeit nicht trennen. Das ganze wird in dem Augenblick zum Mystizismus, wenn geglaubt wird, daß der Wille oder die Intention hier so wirken, wie im mechanischen Bereich Gegenstände aufeinander wirken. Wir haben es in diesem Bereich jedoch tatsächlich mit einer Welt zu tun, in dem der Wille nur wirken kann, wenn er in die autonomen Funktionen nicht eingreift. Diese „Magie“ habe ich vor kurzem beschrieben. Genau aus diesem Grund wird die Magie aber auch nie so funktionieren, wie etwa Nikolai Levashov behauptet hat. Und genau das ist das Problem: Man wird durch beeindruckende Vorführungen wie die Crowleys überzeugt, wenn man sich aber darauf verläßt, daß die Methode funktioniert, ist man verraten und verkauft. Im Bereich der „Geistheilung“ haben für diese Erkenntnis viele mit ihrem Leben bezahlt. Crowley selbst konnte die Geister nicht mehr kontrollieren, die er gerufen hatte und ist verarmt und verzweifelt als Drogenwrack gestorben.

Kifferalzheimer

3. März 2012

Pressemitteilung des American College of Orgonomy.

“Marijuana is harmless because it’s just a plant. It’s natural.” “You can’t get addicted to pot.” “Alcohol is much more dangerous than marijuana.” These and other common misconceptions about marijuana use will be discussed on Saturday, March 31, 2012 by nationally recognized substance abuse expert Richard Ryan and psychologist Dee Apple at the presentation, “Clearing the Air: Facts & Fictions about Marijuana” at the Paul Robeson Center for the Arts, 102 Witherspoon Street, Princeton, NJ from 4:00PM to 6:00PM.

With daily marijuana use among high school seniors at a 30-year high, and students experimenting with its use at younger and younger ages, this presentation is a must for young people, concerned parents and anyone who cares about the future of our country. The talk is part of a series of social orgonomy talks sponsored by the American College of Orgonomy (ACO).

Richard J.T. Ryan, M.A. co-founded Creative Drug Education, in Middlesex County, Massachusetts in 1981, which is now based in Colorado. Having written and implemented a successful curriculum on substance use and abuse issues in the state of Maine, Creative Drug Education quickly expanded into the private sector of education, focusing on providing alcohol (and other drug) use and abuse awareness and prevention programs to schools throughout the United States.

Dr. Apple is a clinical psychologist in private practice in Princeton and is the director of psychological services at the Lawrenceville School. He graduated from the University of North Carolina with a B.A.in psychology, received his M.A. and Ph.D. degrees from the University of South Dakota, and completed his training at the Medical College of Virginia. He is a Member of the Board of Regents and Clinical Associate of the ACO, a member of the college’s social orgonomy committee, Director of both the College’s CORE research group and of the ACO’s Introductory Laboratory Workshop in Orgonomic Science. Dr. Apple has authored articles on a wide range of topics in the Journal of Orgonomy. He is available for interviews prior to the event.

Cannabis schränkt die orgonotische Erstrahlung des Organismus ein. Die „Aura“ des Körpers wird schwächer, verliert an Kohärenz und wird „schmutzig“(DOR), die Augen hören auf zu „strahlen“.

Ich will hier auf zwei Folgen des Kiffens eingehen, die unmittelbar mit der Einschränkung der Erstrahlung zusammenhängen: die menschlichen Vermögen des „Aufrechtstehes“, das, was man im Amerikanischen so schön umfassend als „being square“ beschreibt, und des „Erinnerns“ (Gedächtnis).

Daß diese drei Funktionen zusammengehören, sieht man unmittelbar am gewöhnlichen Alterungsvorgang, der sich primär in zwei Phänomenen zeigt: der Körper fällt in sich zusammen und die geistigen Funktionen, insbesondere das Kurzzeitgedächtnis, lassen nach:

Funktionen der „Erstrahlung“ lassen sich mit heterogenen orgonometrischen Gleichungen darstellen (im Funktionsbereich „Bewegung“ würde das anders aussehen!), die das Verhältnis von Raum und Zeit beschreiben:

Kiffer werden träge und „sacken in sich zusammen“. Es ist als könnten sie mangels eigener orgonotischer Ladung („Antischwerkraft“) nicht mehr dem Zug der Schwerkraft widerstehen.

Gravitation läßt sich, da sie eine Funktion der Erstrahlung ist, orgonometrisch wie folgt beschreiben:

Es geht hier um die Aufhebung der räumlichen Trennung („Länge L wird in Zeit t überführt“), was wiederum (u.a.) die Grundlage der Gravitation ist.

Das Gedächtnis hat seine primordiale Grundlage in folgender orgonometrischer Gleichung:

„Zeit t wird in Länge L“ überführt, d.h. speziell hier, daß Information gespeichert wird.

Wie gesagt sind diese beiden Funktionen von der tieferliegenden und umfassenderen Funktion Erstrahlung abhängig.

Cannabis hat verheerende Auswirkungen auf das „Arbeitsgedächtnis“, das man beispielsweise braucht, um einen Satz zu verstehen und komplizierte Sachverhalte nachzuvollziehen. Nun haben der Franzose Giovanni Marsicano vom INSERM und die Kanadierin Xia Zhang (University of Ottawa) herausgefunden, daß das Arbeitsgedächtnis überraschenderweise nicht etwa dadurch gestört wird, daß das THC direkt auf die Nervenzellen wirkt, sondern auf die spinnenförmig verzweigten und untereinander ein enges Netzwerk bildenden „Astrozyten“. Das sind die Zellen, die die Neuronen ernähren und unterstützen, indem sie eine vermittelnde Rolle zwischen der Blut-Hirn-Schranke und den Nervenzellen einnehmen.

„Wir haben jetzt den ersten Beweis erbracht, daß Astrozyten das Arbeitsgedächtnis direkt beeinflussen“, sagt Xia Zhang (…). „Daß die unterstützenden Zellen in Wirklichkeit eine führende Rolle einnehmen, ist die größte Entdeckung unserer Forschung. Das ist einfach unglaublich“, freut sich Zhang. Ob die lange unterschätzten Astrozyten auch in anderen Bereichen des Gedächtnisses eine Rolle spielen, muß noch untersucht werden.

Aus orgonomischer Sicht deutet dies darauf hin, daß das Gedächtnis nicht mechanisch auf einer Art „Festplatte“ (die Neuronen) gespeicherte Information ist, sondern tiefer im Körper verankert ist. Oder anders ausgedrückt: diese Forschungsergebnisse verweisen nicht auf den (wie auch immer aufgefaßten) „Geist“, sondern auf die Bioenergie!

Lamarck, Kammerer und Reich (Teil 1)

17. Oktober 2009

Mancher wird sich an die Aufregung um das „Human Genom Projekt“ erinnern, die Entschlüsselung des „genetischen Codes“ des Menschen, und was für ungeheure Folgen es haben würde: wir würden beginnen so gut wie alles zu verstehen. Die Euphorie hat sich schnell verflüchtigt.

Nun wird berichtet, daß die Entschlüsselung des menschlichen „Epigenoms“ gelungen sei. Thema der Epigenetik ist die Steuerung der Genexpression. Schließlich sind die Gene in jeder Körperzelle, etwa in einer Nierenzelle oder einer Netzhautzelle, identisch und außerdem werden nicht alle Gene von der Zelle gleichzeitig benötigt. Was steuert also die Gene – die doch angeblich den menschlichen Organismen steuern?

Die Wissenschaft erklärt dies heute insbesondere durch Verweis auf die „Methylierung“, mit der wir uns bereits in Genetik und die Kinder der Zukunft Teil 3 und Teil 6 beschäftigt haben:

An einige DNA-Bausteine hängt der Körper kleine chemische Schalter, Methylgruppen genannt, an und schaltet damit dahinterliegende Gene aus.

methyl

Man sieht, die mechanistische Wissenschaft verlagert das Problem lediglich, denn was steuert nun wiederum die „Methylgruppen“?

Wir sind gerade Zeugen einer Revolution in der Biowissenschaften, durch die Reich von neuem im Wesentlichen Recht gegeben wird. Das Ende der erdrückenden Dominanz der Genetik ist nah.

Reich zufolge werden durch das Energiesystem neugeborenes Kind „einige elementare kosmische Funktionsgesetze in den Bereich menschlichen Handelns gebracht.“ Es bilden „sich die Spermatozoen und Eier in den Metazoen (…) durch Kondensation von Orgonenergie im Keimgewebe“ (Die kosmische Überlagerung). Reich fragt „worin konkret sich die Vererbung kundgibt, an welchen biologischen Funktionen sie abläuft.“ und glaubte die, damals noch hypothetischen Gene wären „eigens dazu erdacht die Frage des lebendigen Funktionierens“ zu verhüllen und den Zugang zur formbildenden lebendige Kraft zu verrammeln (Der Krebs).

Und tatsächlich war es zu Reichs Lebzeiten „alles andere als klar, daß diese Einheiten [die Gene] Moleküle in Begriffen der strukturellen Chemie waren.“ (Max Delbrück z.n. J. Herbig: Die Geningenieure, München 1978) Heute sind wir immerhin weiter und kennen die Struktur der Gene genau. Zwar kann man heute noch immer nicht erklären, wie sich neue Arten entwickeln, aber die Konstanz der Arten ist mit Hilfe der Gene erstmals verständlich geworden!

Wissenschaft findet nicht im luftleeren Raum statt, sondern ist wie jedes menschliche Handeln durch die Charakterstrukturen bestimmt und es will so scheinen, daß die wissenschaftlichen Erfolge bezüglich dieses „konstanten Faktors“ mit der Panzerung der Wissenschaftler zusammenhängen. Man dringt wohl ins Innere der Körperzellen und sogar in die Atomkerne vor, aber die Orgonenergie wird übersehen. Der gepanzerte Mensch nimmt nur das für wahr, was seiner Panzerung entspricht – er nimmt nur das Unbewegliche, das „Unbedingte“ wahr. So ist ihm das Wesentliche bei der Vererbungsfrage durch die Hände geglitten.

Henri Bergson hat in seiner Einführung in die Metaphysik diesen Grundirrtum wie folgt in der Geschichte der Philosophie festgemacht, die unsere Naturwissenschaft geprägt hat: Der Irrtum der antiken Philosophien lag darin,

daß sie immer aus dem menschlichen Geiste so natürlichen Glauben schöpfen, eine Veränderung könne nur Unveränderlichkeiten ausdrücken und entwickeln. Hieraus ergab sich, daß die Aktivität eine abgeschwächte Kontemplation, die Dauer ein trügerisches und bewegliches Bild der unbeweglichen Ewigkeit, die Seele ein Sturz der Idee war. Diese ganze Philosophie, die mit Plato beginnt, um bei Plotin anzulangen, ist die Entwicklung eines Prinzips, das wir folgendermaßen formulieren würden: „Im Unbeweglichen ist mehr enthalten als im Beweglichen, und man gelangt vom Stabilen zum Unstabilen durch eine einfache Verminderung.“ Das Gegenteil aber ist die Wahrheit.

Diese Tradition führte in der Biologie schließlich zur Genetik, die eben keine „reine“ Wissenschaft ist. Eine solche kann es (in einer gepanzerten Gesellschaft) gar nicht geben, da Wissenschaft immer mehr ist als die Ansammlung von Fakten. Die Charakterstruktur filtert diese zwiefach: erstens wird die Faktenauswahl beschränkt, man sucht das Statische, und zweitens wird ohnehin alles im Sinne des Statischen interpretiert, – weil man selber „statisch“ ist, gepanzert.

In seinem Buch Die Selbstorganisation des Universums (München 1982) führt Erich Jantsch aus, daß Bergson sich seinerzeit u.a. gegen die Meinung wandte, menschliches Gedächtnis habe seinen Sitz ausschließlich im Gehirn:

Gedächtnis ist ihm zufolge eine Funktion des Gesamtorganismus. Die Unterscheidung zwischen metabolischem und neuralem Gedächtnis, je nach Art der beteiligten Kommunikationsprozesse, bringt hier Klärung. Die Existenz eines metabolischen Gedächtnisses im Menschen bestätigte sich, als Wilhelm Reich in der ersten Hälfte unseres Jahrhunderts nachwies, daß sich traumatische Erlebnisse nicht nur in der Psyche, sondern auch in Muskelkontraktionen niederschlagen.

Es wäre interessant hier auch den Einfluß des deutschen Zoologen Richard Wolfgang Semon (1859-1918) auf Reich näher zu analysieren, denn wie in der Chronik der Orgonomie erwähnt, gehörte, neben Bergson, auch Semon zu Reichs frühsten wissenschaftlichen Prägungen. Semon hatte angenommen, daß Sinneseindrücke zu permanenten Veränderungen in den Nerven führen. Diese Engramme (Spuren) ermöglichen Semon zufolge die Assoziation und Erinnerung und sie gehen ins Erbgut ein. Alle Engramme zusammen bilden die Mneme, d.h. das biologische Gedächtnis.


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