Mit ‘Christentum’ getaggte Artikel

Die anthroposophische Pest

19. Mai 2013

Hier eine sehr gute Einführung in die Anthroposophie durch einen evangelikalen Christen. Schon des öfteren habe ich in diesem Blog dargelegt, daß man der Urteilskraft von gläubigen Christen noch am ehesten vertrauen kann. Durch ihren (verzerrten) Kernkontakt kommen sie der Wahrheit fast immer sehr nahe und sie haben als Schüler von Jesus ein sehr gutes Gespür für die Emotionelle Pest, wie sie etwa von der Anthroposophie und dem pestilenten Charakter Rudolf Steiner verkörpert wird. Sie sind auf ihre Weise Todfeinde des Mystizismus und haben zumeist kein Problem mit der wissenschaftlichen Herangehensweise an Probleme. Deutlich wird auch der Unterschied zwischen wahrem Glauben und wahrer Wissenschaft, die immer einfach und direkt sind, auf der einen Seite und pseudowissenschaftlichen „spirituellen“ Unsinn, der immer extrem verwickelt und verworren ist.

Emotionelle Pest? Hier ein Beitrag über Waldorfschulen aus Titel, Thesen, Temperamente. Jedenfalls sollte er im sonntäglichen Kulturmagazin der ARD erscheinen, wurde aber nie gesendet. Er lief dann am darauffolgenden Donnerstag in grotesk kastrierter Form im MDR in der Sendung artour:

Alles im Grünen ;-) Bereich? Man lese dazu meinen Aufsatz Anti-Summerhill, in dem Bücher von abtrünnigen Waldorflehrern zitiert werden.

Ich habe zu meinen Aufsätzen über Steiners Geheimlehre immer wieder positive Rückmeldungen erhalten. So schrieb mir aus Amerika ein orgonomisch orientierter Homöopath, daß er nun nach der Lektüre eine Antwort auf ein Rätsel gefunden habe, vor dem er seit Jahren stünde. Er hatte seinen Sohn probeweise für einen Tag in eine Waldorf-Schule geschickt, weil er annahm, es handele sich dabei um eine „freie Schule“ im Sinne von Neills Summerhill. Er konnte gar nicht recht nachvollziehen, warum ihm sein Sohn am Abend inständig bat, nie mehr in die betreffende Waldorf-Schule zu müssen, denn diese sei „wie ein KZ“. Was für ein aufgewecktes, sehendes Kind!

Ich bin immer wieder überrascht, daß diese auf einem absurden Obskurantismus gründenden Schulen in Deutschland überhaupt erlaubt sind!

Wider das liberale Pseudochristentum!

27. April 2013

Friedensbewegte, gutmenschliche Christen gefallen sich vor allem in drei Dikta, die mit äußerster moralischer Verve vertreten werden:

  • Du sollst nicht töten!
  • So dir jemand auf die rechte Wange schlägt, halte ihm auch die linke hin!
  • Liebe deine Feinde!

Pazifismus wird bis auf die selbstverleugnende Spitze getrieben, Idiotie zur Tugend. Nur leider hat das nicht das geringste mit der Botschaft vom Berg Sinai und der Bergpredigt zu tun!

„Du sollst nicht töten!“, ist schlichtweg eine Fehlübersetzung des „Du sollst nicht morden!“ Selbstverständlich kann ein Jude oder Christ im Krieg einen gegnerischen Kombattanten oder einen zum Tode verurteilten töten, ohne irgendeine Sünde zu begehen!

Jemand auf die rechte Wange schlagen, bedeutet ihn mit dem Handrücken der rechten Hand zu schlagen, was in der Antike Ausdruck äußerster Verachtung war. So wurde Sklaven signalisiert, daß sie der letzte subhumane Dreck sind, mit denen man sich buchstäblich nicht die Hände (die Handflächen) dreckig macht. Jemanden „auch die linke Wange hinhalten“, ist also nicht Ausdruck masochistischer Unterwerfung (eine Todsünde für ein Geschöpf Gottes!), sondern ganz im Gegenteil die Aufforderung einem auf Augenhöhe zu begegnen.

Und was schließlich die Feindesliebe betrifft, ist das eine Aufforderung zur Selbstdisziplin, denn seine Freunde zu lieben, ist wahrhaftig keine große Kunst! Es ist die Aufforderung, innerlich stark, objektiv und klar im Kopf zu bleiben und nicht vom Gegner innerlich „besessen“ zu sein.

Man sieht sofort, daß sich hier ein ganz andersgeartetes Christentum herausschält, als das, was uns die liberalen Pseudochristen verkaufen wollen, die den Glauben an Gott mit dem Glauben an eine humanistische Moral vertauscht haben.

Tatsächlich sind sie nicht mal „liberal“. Es sind Pseudo-Liberale, deren Ziel es ist, dem Feind, d.h. dem Teufel, zum Sieg zu verhelfen, sei dies nun in Gestalt des Kommunismus oder des Islamismus. Sie treten hyperchristlich auf, sind aber in Wirklichkeit Wölfe im Schafspelz. Ich habe mich mit dieser Thematik bereits an anderer Stelle beschäftigt.

Zum Schluß ein sehr interessantes Zitat aus einer Arbeit des Theologen Karl Dienst über Das Ende des Protestantismus: Moral als Religionsersatz?:

Die durch [den Moralismus] produzierte kollektive Vorstellung der Wertlosigkeit, ja der Gefährlichkeit der Werteprinzipien der solchermaßen beschädigten Personen und auch ihrer nationalen Gemeinschaft erzeugt und fördert eine masochistische Moral, den Selbsthaß. Ihre Modalitäten sind unaufhörliche Schuldbekenntnisse und Bußrituale, die persönliche und auch nationale Selbsterniedrigung und die Bereitschaft zu unbegrenzten Wiedergutmachungsangeboten. Der Kriegsgeneration bleibt dann nur noch die Alternative, als Verbrecher oder als politische Dummköpfe zu erscheinen, die schleunigst Buße zu tun hat. Der Frankfurter Psychologieprofessor Fritz Süllwold spricht als Folgen von solchen Schuldkomplexen und Selbsthaß „affektive Denkhemmungen“ an, die eine „drastische Reduktion des Aufmerksamkeits- und Auffassungsumfangs und dementsprechend erhebliche Einbußen bei der Informationsaufnahme und Informationsintegration“ bewirken und wie „kollektive Verblödungen“ erscheinen.

Was hier beschrieben wird, ist nichts anderes als die künstliche Erzeugung okularer Panzerung durch Sprachregelungen.

Was wir mit den Grünen, „Kirche von unten“ und anderen derartigen Bewegungen erleben, erlebten unsere Vorväter in den 1930er Jahren angesichts der politischen Religion Nationalsozialismus und einem vor moralischer Inbrunst innerlich brennenden Hitler:

In der antiautoritären Gesellschaft (und der Nationalsozialismus war in vieler Hinsicht ein Vorläufer der antiautoritären Gesellschaft!) wird Religion politisiert und Politik wird zum sinnstiftenden Religionsersatz.

Der Familienroman der Menschheit

21. April 2013

Zu einem bestimmten Zeitpunkt, als sich der Mensch von der übrigen Natur abspaltete, begann er mit der Niederschrift seiner Geschichte. Aber warum traf das Niederschreiben der Geschichte mit dieser Abspaltung zusammen? Jetzt beginnt der Mensch mit einer Bewegung zurück zur Natur, obgleich er sich dessen nicht bewußt ist… Es ist ein enormes Problem – dieses zeitliche Zusammentreffen von Geschichtsschreibung und dem Abwenden von der Natur. (Wilhelm Reich, 1948 zu Myron Sharaf, Journal of Orgonomy, March 1969, S. 118f)

Für Freud war der Ödipus-Komplex das zentrale Geschehen. Er schlägt sich beispielsweise im „Familienroman der Neurotiker“ (1909) nieder, demzufolge der im realen Leben enttäuschende Vater tatsächlich ein ganz anderer ist, ein Held, ein König, etc. Für Reich war der zentrale Mythos der Menschheit geradezu gegensätzlich geartet: nicht der Sohn opfert in seiner Phantasie den Vater, sondern umgekehrt der Vater opfert ganz real den Sohn – der „Christusmord“. Für Reich war in dieser Hinsicht Christus und der Mord an ihm in der Tat „das Alpha oder das Omega“, ähnlich wie in der Psychoanalyse der Ödipus-Komplex das A und O ist.

Betrachtet man nun die Geschichte und die Mythen der Völker, stößt man auf eine Illustration von Reichs Buch Christusmord nach der anderen. Der zentrale Mythos des Christentums ist derartig in die Geschichte eingezeichnet, daß manche sogar davon ausgehen, die gesamte Weltgeschichte sei von Christen geschrieben, also kaum mehr als „der Familienroman der Menschheit“. Siehe dazu beispielsweise die Arbeit des russischen Mathematikers Anatolij T. Fomenko.

Vor einigen Jahren habe ich folgende Rezension eines Buches eines dieser Chronologiekritiker auf meine Netzseite plaziert, später dann aber wieder zurückgezogen, weil mir die Sache denn doch zu wenig zum Thema Orgonomie zu passen schien:

Christoph Pfister: DIE MATRIX DER ALTEN GESCHICHTE

Bei seinem geschichtskritischen Ansatz geht der promovierte Historiker Pfister von der folgenden persönlichen Beobachtung aus: In der Nähe von Bern fand man die Fundamente von drei „gallorömischen Vierecktempeln”, die angeblich im 3. Jahrhundert zerstört wurden. Über einem dieser Sakralbauten wurde, wieder angeblich, 1000 Jahre später (ca. 1340) eine Kapelle errichtet, die dann in der Reformationszeit zerstört wurde. Pfister fragte sich, wie um alles in der Welt man nach 1000 Jahren noch wissen konnte, wo ein Kultbau der Kelten oder Römer gestanden hatte. Das wäre für uns Heutige das Jahr 1003!

Wir haben es mit dem Gegensatz zwischen einer funktionalistischen Geschichtsforschung zu tun, die sich am archäologischen Befund, am eigenen Augenschein, am vorurteilsfreien, unverbildeten Menschenverstand, „an der Natur” orientiert und einer mechano-mystischen „Geschichtswissenschaft”, die sich an Bücher hält, die ein „Wissenschaftler” vom anderen abgeschrieben hat. Diese Kette beginnt mit den antiken und mittelalterlichen Schriftquellen, – die durchweg aus dem 16. oder 17. Jahrhundert stammen bzw. zu dieser Zeit „aufgetaucht” sind.

Die Grundaussage von Pfisters Buch lautet, daß einigermaßen gesicherte geschichtliche Kenntnisse bereits ausfransen, wenn man nur 400 Jahre zurückgeht. Mit jedweder Gewißheit ist endgültig Schluß ab etwa dem Jahr 1500 und Geschichte geht über in Geschichtsdichtung, die sich in ihrer Substanz kaum von den Romanen Tolkiens unterscheidet. Das einzige, was einer seriösen Geschichtsforschung bleibt, ist das Herausarbeiten der Konstruktionsmerkmale der beiden Perioden, „Mittelalter” und „Altertum”, die im 16. Jahrhundert erfunden wurden.

Damals ging man wohl so ähnlich vor wie heutigentags bei den diversen Star Trek-Fernsehserien und -Kinofilmen. Ausgehend von den Abenteuern von Captain Kirk, dem Vulkanier Spock und den anderen Crewmitgliedern von „Raumschiff Enterprise” wurde innerhalb von knapp vier Jahrzehnten eine facettenreiche zukünftige Geschichte der Menschheit kreiert, wobei man sich bei jeder Produktion jeweils an den vorangegangenen Machwerken orientierte. Das mußte natürlich immer wieder zu schmerzlichen Ungereimtheiten führen, die bei einer einheitlichen Planung nicht aufgetreten wären.

In der alten Geschichte findet man eine solche auffällige Verwerfung im Mittelalter, das, weil viel zu lang (1000 Jahre!), als daß man es durch einfache Verlängerung der Neuzeit in die Vergangenheit und Dehnung der Antike hätte schließen können, mehr schlecht als recht durch die Hilfskonstruktion „karolingische Zeit” aufgefüllt wurde. Entsprechend ist bei „Karl dem Großen” die Fiktionalität der alten Geschichte am augenfälligsten. Insbesondere Heribert Illig hat sich mit der Bloßlegung dieser grotesken Geschichtsfälschung hervorgetan. (Es ist traurig, daß er von Pfister mit keinem Wort erwähnt wird!)

In der Zeit der „Reformation” wurde der nicht näher bestimmbare und nur lokal organisierte synkretistische „Arianismus” – wie wir ihn vielleicht noch heute in der schiitisch-schamanistischen Mischreligion des anatolischen Alevismus vor uns haben? – durch die dogmatischen Religionen der Lutheraner, Calvinisten, Katholiken, Orthodoxen, Juden und nicht zuletzt auch der Sunniten und Schiiten mit Hilfe von Glaubenskriegen, Inquisition und „Hexenverbrennungen” ausgerottet. Um die alte Religion vergessen zu machen, wurde, ähnlich wie später in den Kolonialgebieten, die Erinnerung an die Vergangenheit von der organisierten und schwerbewaffneten Emotionellen Pest ausgelöscht und „Geschichte geschrieben”.

Wie die Blaupause der alten Geschichte geartet war und mit welcher Technik diese „Matrix” ausgefüllt wurde, kann man sich sehr schön anhand des besagten „Arianismus” vergegenwärtigen. Benannt wurde er nach Arianus, der im Jahre 325 unter KONSTANTIN zum Erzhäretiker erklärt wurde. Arianus entspricht ein Jahrtausend später (1415) dem fast namensgleichen Jan Hus, der auf dem Konzil in KONSTANZ inhaftiert und dann verbrannt wurde. Dieses fiktive Konzil wird auch im Buch Esra des Alten Testaments beschrieben, wo Jan Hus als Johanan (die hebräische Namensform von Johannes = Jan) auftritt, – der in einer „Tempelzelle” eingesperrt ist.

Dergestalt wurden die Epochen mit Variationen immer der gleichen Geschichten aufgefüllt, die der religiösen Erbauung dienten. Zum Beispiel: wer vom Glauben abfällt, den bestrafen die Ostgoten, Vandalen und Alemannen als Geißel Gottes, und da diese arianischen, bzw. heidnischen Völkerschaften in ihrem Unglauben verstockt blieben, verschwanden sie, im Gegensatz zu den katholischen Franken, schließlich aus der Geschichte. Mit Variationen und mit einem fiktiven Zeitkolorit verfremdet hat das Alte Testament den gleichen Inhalt. Wobei es natürlich die Ostgoten, Vandalen und Alemannen genausowenig gegeben hat, wie etwa Philister, Samaritaner oder Midianiter.

Allein schon die Zeitrechnung „ab Christi Geburt” ist ein zynischer Scherz! Sie wurde angeblich im Jahre 525 von dem in Rom wirkenden „skythischen (sic!) Mönch” Dionysius Exiguus eingeführt. Die Schrift aus dem 6. Jahrhundert, die diese Geschichte enthält, wurde aber erst im 17. Jahrhundert in Frankreich „entdeckt”. Zu einer Zeit, als das Zahlengerüst der alten Geschichte, an dem sich noch heute die Historiker orientieren, von dem Franzosen Denis Pétau, latinisiert Dionysius Petavius (1583-1652), ausgearbeitet wurde. In Pétau steckt das französische Wort „petit”, klein. Und was bedeutet das lateinische Wort „exiguus”? „Klein, schmächtig”!

Daß die gesamte Geschichtsschreibung wirklich nichts anderes ist als Dichtung im Dienste der Theologie, wird z.B. auch an der einzigen Quelle für das frühe Rom deutlich: Titus Livius, der angeblich im 1. Jahrhundert v.Chr. schrieb – und dessen Schriften im 16. Jahrhundert „entdeckt” wurden. Auffällig sind die vielen Parallelen zu den Erzählungen des zur gleichen Zeit (16. Jahrhundert!) verfaßten Alten Testaments. So entsprechen z.B. die sieben Könige Roms (die wiederum Alter Egos bei den spätrömischen Kaisern haben) den alttestamentarischen Königen.

Ein Hauptelement der Geschichte, die Livius zu erzählen hat, ist die Emanzipation der Plebejer (= Christen) gegenüber den Patriziern (= Heiden) während der sage und schreibe 400 Jahre andauernden römischen Republik. Die Plebejer ziehen dreimal in der Geschichte der Republik protestierend aus der Stadt (= Ägypten) auf einen von Livius nicht näher lokalisierten „heiligen Berg”, um für ihre Bürgerrechte zu demonstrieren. Schließlich erhalten sie den geforderten gesetzlichen Schutz, z.B. das „Zwölftafelgesetz”. Der heilige Berg der Plebejer = Christen, bzw. der Juden = „Judices” (die Richter, die das lateinische Recht, „Jus”, vertreten, „das Volk des Gesetzes”), ist der Vesuv = der Sinai. Der Auszug der Juden aus Ägypten ist in Wirklichkeit der Auszug aus der ägyptischen Religion. (Dazu muß man wissen, daß Rom wahrscheinlich einst eine ägyptische Provinz war.) Das Heilige Land „Kanaan” ist die Region Kampanien am Fuße des Vesuvs. Jerusalem ist das himmlische Rom.

Auch in der Figur des Jesus Christus finden sich viele römische Elemente, etwa die des Sklaven Spartakus (sozusagen ein Super-Plebejer), der gekreuzigt wurde, und die des armen Mönches Hildebrand, der zur Zeit der Ottonen, also tausend Jahre „nach Christus” nach Rom pilgerte und zum Papst Gregor VII. gewählt wurde. Auf ihn geht der weltliche Machtanspruch der Kirche, die strenge Hierarchie und nicht zuletzt das Zölibat zurück. (Die ins Auge springende schizoide Doppelgesichtigkeit Jesu – Spartakus/Cäsar, Mönch/Pontifex Maximus, Pazifist/herrschsüchtiger Gewaltmensch – wird von mit in Der verdrängte Christus thematisiert.)

Pfiester zufolge gehört das „antike Griechenland” ins 15. Jahrhundert und ist ein Produkt der Landnahme, die Spaniens, Frankreichs und Italiens, die von Griechenland, Kleinasien und die Levante bis hinunter nach Ägypten und weiter nach Tunis reichte. Diese Eroberungen zeigen sich, Pfister zufolge, in den vollendet spät-gotischen Prachtbauten im Nahen Osten, die zur Zeit der angeblichen Kreuzzüge vollkommen undenkbar sind, – und nicht zuletzt in den durchweg iberischen, gallischen und italischen Orts- und Landschaftsnamen dieser Gebiete. Auch erklärt sich mit der religiösen Rechtfertigung der imperialistischen Landnahme zwanglos, warum das Heilige Land Kampanien vom Fuße des Vesuvs in die Levante versetzt wurde („Kanaan”) und warum aus dem Höhenheiligtum Präneste, dem heutigen Palestrina in der Nähe Roms, das Land der Höhenheiligtümer „Palästina” wurde.

Die Expansion nach Osten, dieser Kampf zwischen dem Gallier („de Gaulle”!) Goliath und dem einheimischen „Palästinenser” David, war m.E. die Initialzündung für die Ausbildung des Islams. Ähnlich wie im 20. Jahrhundert der Marxismus in Osteuropa und der Dritten Welt war im 16. Jahrhundert der sich formierende Islam eine antiwestliche „Befreiungstheologie”, die vom Westen inspiriert und inhaltlich geformt wurde – bis zur „kulturrevolutionären” Auslöschung der eigenen Kultur des Mittleren Ostens, die konsequent nach westlich-christlichen Muster „arabisiert” wurde (ein Prozeß, der bis heute andauert!).

Was hat die Humanisten des 16. und 17. Jahrhunderts, also Leute wie den erwähnten Denis Pétau oder etwa seinen Vorläufer Joseph Justus Scaliger (der Begründer der „wissenschaftlichen Chronologie”), zu ihrer verheerenden Fälschungsaktion bewegt? Aus dem „reformatorischen” Geist der Zeit heraus konnte Geschichte nichts anderes sein als Heilsgeschichte. Offenbar wollte man den Kult um die mythische Christus-Figur sichern und zum alleinigen Glauben machen, indem man bis in die kleinsten Einzelheiten hinein eine mehrtausendjährige angeblich profane Geschichte um diese sozialrevolutionäre Erlösergestalt herum konstruierte. Eine Geschichte, die die christliche Theologie perfekt illustriert und „konkretisiert”. Dagegen hatten die anderen Kulte, etwa der des Mithras, nichts aufzubringen: Kopf schlägt Bauch! Geschichte schlägt Mythos! Der Appell an die asozialen „kulturrevolutionären” Entwurzelten schlägt gewachsene Strukturen! Oder mit anderen Worten: das Christentum ist die Urform des Roten Faschismus. (Wie schon Nietzsche feststellte, vgl. Der verdrängte Nietzsche.)

Hinter der Matrix standen „modern liberals” (siehe Der politische Irrationalismus aus orgonomischer Sicht). Das vollständig vom bioenergetischen Kern abgetrennte Denken zeigt sich in ihren im wahrsten Sinne des Wortes „abgehobenen” Konstruktionen und dem von ihnen geschaffenen Alp eines impotenten, verbitterten Intellektuellen-Gottes, der wirre Bücher voll Frauenverachtung, abartiger Gewaltphantasien und das „Jüngste Gericht” schreibt. Ein harter und rachsüchtiger Gott, der, wie Nietzsche in Also sprach Zarathustra anmerkt, sich eine Hölle zum Ergötzen seiner Lieblinge erbaute. (Zum [sexual-]ökonomischen Hintergrund der Vorliebe für die „unterdrückten Massen” im 16. Jahrhundert siehe Ökonomie und Sexualökonomie.)

Leider durchschaut Pfister den charakterologischen Hintergrund der Matrix nicht. Aber immerhin scheint ihre quasi „marxistische” Natur durch, wenn er z.B. im Zusammenhang mit dem fiktiven Spartakus-Aufstand schreibt: „Die Sklaven sind im Grunde immer siegreich, was beweist, daß das Christentum siegen wird. Nur die Zeit ist noch nicht reif für die religiöse Wende” (S. 92). Hier wird förmlich greifbar, daß später der Marxismus (der moderne „Spartakismus”, der zwangsläufig siegen wird, wenn „die Zeit reif ist”!) an der erfundenen christlich-humanistischen Heilsgeschichte weitergestrickt hat. Auf S. 390 sieht Pfister eine Parallele zwischen der einstigen dem Untergang geweihten Sowjetideologie und der heutigen theologisch inspirierten „Geschichtswissenschaft” – die ebenfalls dem Untergang geweiht ist. (Es ist sicherlich kein Zufall, daß Pfisters Hauptquelle, ohne die sein Buch undenkbar wäre, Fomenko ist. Russen wissen aus erster Hand, daß ganze Gesellschaften in einer „Matrix” leben können – in einem Gespinst aus Lüge und Manipulation.)

Was mich im Nachhinein skeptisch gemacht hat, ist beispielsweise die Aufarbeitung der Hexenprozesse. Mit den exakt datierten Gerichtsakten, die den Alltag, den religiösen Glauben und die politischen Verhältnisse dokumentieren, haben Historiker die „schwarze Legende“ widerlegt. Die Inquisition war schlimm, aber kein „Holocaust“, dem Millionen zum Opfer gefallen sind. Wer hätte all diese Geschichtsdokumente fälschen sollen? Und dann auch noch so, daß sie der offiziellen Geschichtschreibung widersprechen!

Chronologiekritiker sehen, wie einst Schopenhauer, daß ganz entgegen den Behauptungen Hegels sich die Geschichte in einer „ewigen Wiederkehr des Gleichen“ zu erschöpfen scheint. Daraufhin fassen sie den Geschichtsverlauf so zusammen, daß sie uns schließlich eine konzise „Geschichte“ vorlegen können. Kann es nicht aber auch so sein, daß die Menschheit auf neurotische Weise immer und immer wieder das gleiche Christusmord-Geschehen durchexerzieren muß und daß dieser „Wiederholungszwang“ die Menschheitsgeschichte zu einer derartig öden und unlogischen Geschehensabfolge machte?

christusallber

Die wahre Bedeutung von „Christus starb für unsere Sünden“

29. März 2013

Der amerikanische Orgonom Dr. Charles Konia zum Karfreitag:

Die wahre Bedeutung von „Christus starb für unsere Sünden“

Nachtrag zu „Der Rote Faden: Eva Reich“

15. November 2012

Ein Grundmotiv des Eintrags über Eva Reich war der „christliche Sozialismus“ und ein christlich geprägter Mystizismus. Es geht um das Verschmelzen mit etwas Größerem, das Aufgehen in etwas Umfassenderen.

In traditionellen Gesellschaften, wie etwa dem europäischen Mittelalter, gingen die Menschen ganz in der Gemeinschaft, etwa den Gilden, auf. Ein „Ich“ gab es kaum. Literaturwissenschaftlich läßt sich das „Ich“ im heutigen Sinne erstmals bei Michel de Montaigne (1533-1592) nachweisen. Als „Massenphänomen“ trat das Ich erst im Gefolge der Aufklärung des 18. Jahrhunderts in Erscheinung. Man denke etwa an die klassische Musik, die zunehmend individuelle „Seelenlandschaften“ abbildete, bis sich im Verlauf der Romantik die alten „objektiven“ Kompositionsstrukturen vollständig zugunsten des rein subjektiven „individuellen Ausdrucks“ auflösten. Ähnliches ereignete sich in der Malerei, die ebenfalls zunehmend subjektive „Seelenlandschaften“ darstellte.

Gleichzeitig kam es zur Entwicklung der Massengesellschaft und des Kollektivismus. Ausgerechnet mit der Emanzipation des Ichs in der Aufklärung soll der Kollektivismus seinen Anfang genommen haben? Das Problem taucht schon früher auf, nämlich in der Reformation, die das kritische Bibelstudium, die individuelle Meinungsbildung förderte. Aber mit der Befreiung von der menschlichen Autorität ist eine viel erdrückendere Autorität aufgekommen: die unbedingte Autorität „der Schrift“. Luther hat sozusagen eine „lslamisierung“ des Christentums eingeleitet und das Walten des Heiligen Geistes durch das tote „Wort Gottes“ ersetzt. Thomas von Aquin hatte noch sagen können: „Die Wahrheit ist immer die Wahrheit. Sie kommt vom Heiligen Geist, egal wer sie ausspricht.“ An die Stelle der strukturierten Ständegesellschaft trat eine Massengesellschaft aus „Individuen“.

Luther war ein Unglück für das Christentum, u.a. auch deshalb, weil er die Gegenreformation verursacht hat, die zu einer Erstarrung des Katholizismus geführt hat, aus der sie sich erst heute langsam löst. Und genauso war die „Aufklärung ein Unglück für die Aufklärung“ weil das Individuum nur befreit wurde, um erst recht Knecht des „Volkes“, der „Nation“, gar der „Vernunft“ zu werden. Dezentrale Autoritäten wurden „antiautoritär“ durch eine zentrale Autorität ersetzt. Besonders schön sieht man das heute in Afrika, wo die „Ureinwohner“ von ihren feudalen Strukturen „befreit” werden, nur um einem diktatorischen Regime in die Hände zu fallen, das sie restlos knechtet und ihnen doch keine emotionelle Heimat liefert.

Der Kollektivismus geht ideologisch davon aus, daß alle Menschen gleich sind (einige sind sogar noch gleicher als andere!). Im Katholizismus ist das anders. Der eine ist zum Priesteramt berufen, der andere nicht, der eine zum Klosterleben, der andere zum Leben in der Welt, der eine zum dienen, der andere zum herrschen, etc. Das ist ungefähr so wie in einer Armee, die man auch nicht gerade kollektivistisch nennen kann.

Vielleicht kann man den Kollektivismus am besten am Problem der Kreativität fassen. Beispielsweise fiel Besuchern von DDR-Kindergärten immer wieder auf, daß den Kindern ein „richtiges“ Zeichnen beigebracht wurde und daß man sie davon abhielt sich selbst kreativ zum Ausdruck zu bringen. Das gleiche ist mir selber auch Mitte der 70er Jahre passiert, als Lehrer die frisch von den linken Universitäten kamen mir ernsthaft vorwarfen, ich wäre „krankhaft originell“ und würde mich nicht in die Gemeinschaft einpassen. Und das ging über den ganz gewöhnlichen Druck von neurotischen Lehrern in neurotischen Schulen hinaus – das war geradezu ein religiöser bzw. ideologischer Verfolgungswahn. Baker zitiert in seinem Buch Der Mensch in der Falle Nietzsche: die modernen Liberalen seien „allesamt Menschen ohne Einsamkeit, ohne eigene Einsamkeit“ – ohne Originalität. Das mag mit ihrer Rebellion gegen die Vaterautorität zusammenhängen und mit einer existentiellen Angst: ihre Trennung vom eigenen Wesenskern macht sie wurzellos und das erzeugt eine Todesangst vor dem „existentiellen Schock“ der eigenen „Geworfenheit in die Welt“.

Vielleicht kann man das so ausdrücken: der moderne Liberale ist oberflächlich ein Kollektivist, weil er innerlich ein von allem abgetrennter Existentialist ist (Prototyp Sartre). Der Konservative ist demgegenüber äußerlich ein bis ins Extrem gehender aristokratischer Individualist, weil er innerlich fest verankert ist.

Wie verträgt sich unsere Identität mit der kosmischen Orgonenergie damit, daß wir unverwechselbare Individuen sind? Woher kommt die Eigenheit, das, was unser „Ich“ ausmacht? Aus früheren Leben? Unsinn! Aus dem pränatalen Leben? Nun gut, das ist ein früheres Leben und trägt sicherlich zur Eigenheit bei. Aber ist auch nur eine Verlagerung des Problems, denn selbst Embryos haben von Anfang an ihre „Eigenheiten“! Von den Genen? Unsinn! Eineiige Zwillinge haben mit Sicherheit ganz unterschiedliche Naturen! Woher dann?

Die Frage ist falsch gestellt! Kann es überhaupt Wesen ohne „Eigenheit“ geben? Genauso wie sich nicht zwei Schneeflocken gleichen, obwohl sie alle aus ein und derselben Substanz kommen, können sich auch nicht zwei identische „Seelen“ aus dem Orgonenergie-Ozean herauskristallisieren. In den unendlich vielen Eigenheiten spiegelt sich schlicht und ergreifend eine Grundcharakteristik der Orgonenergie wider. Orgonometrisch lautet die Antwort:

Reich geht darauf (sogar sich direkt auf „Seelen“ beziehend) im Zusammenhang mit Giordano Bruno ein:

Er (Bruno) bewegte sich in dem Hauptstrom des menschlichen Denkens, der vierhundert Jahre später zur konkreten Formulierung der funktionellen orgonometrischen Gleichungen führte. Sein orgonotischer Sinn ließ ihn viele Eigenschaften der atmosphärischen Orgonenergie erkennen, die der Entdecker der Lebensenergie im zwanzigsten Jahrhundert sichtbar und für praktische, bioenergetische Zwecke nutzbar gemacht hat. Für Bruno hatten das Universum und seine Teile Eigenschaften, die identisch waren mit Leben. In seinem System gab es keinen unüberbrückbaren Gegensatz zwischen Individualismus und Universalismus, da das Individuum für ihn integraler Bestandteil eines allumfassenden Ganzen war, und nicht nur Nummer eines Teils in einer Summe von Teilen, wie in der mechanischen Mathematik. Die „Weltseele“ wirkte in allem, als individuelle Seele und zugleich auch als integraler Bestandteil der universellen Seele. Diese Ansichten stimmen trotz der astrophysikalischen Formulierung mit dem modernen orgonomischen Funktionalismus überein. Bruno hatte den Weg entdeckt, der zur Erkenntnis Gottes führt und deshalb mußte er sterben. (Christusmord, Freiburg 1978, S. 200)

Hinter den „Roten Fäden“ der Individuen tun sich die kosmischen Abgründe auf, in denen die unauslotbare Eigenheit, von der Max Stirner sprach, jedes Individuums ruht. Die Gesellschaft tut in ihrem Kampf gegen das Orgon alles, um diese Eigenheit (die eine direkte Manifestation der kosmischen Orgonenergie ist) zu zerstören.

Die funktionelle Einheit von kosmischem Orgonenergie-Ozean („Gott“) und individueller Eigenheit („Ich“) wird in der gepanzerten Gesellschaft aufgerissen und es kommt zu verwirrenden Begriffsverwirrungen und weltanschaulichen Komplikationen.

Der moderne Nationalsozialist

3. November 2012

Der Kampf gegen Neonazis ist gut und schön, aber letztendlich illusorisch, da der Nationalsozialismus nichts weiter als der brutale Kern des Christentums, d.h. jeder Religion, ist (vgl. Der verdrängte Christus). Solange es einen religiösen Erlösungsglauben gibt, solange wird der Faschismus immer wieder von neuem sein häßliches Haupt erheben. Die Menschen sind gepanzert, haben eine vage Vorstellung vom bioenergetischen Kern (dem „Jenseits“) und versuchen zur „Erlösung“ „durchzubrechen“: das ist der Kern des rechten Faschismus.

Ohne dieses Wissen ist der „Antifaschismus“ einfach nur verlogen, da er sich genau auf jene Strukturen stützt, die er doch angeblich bekämpfen will, oder weil er gar nicht begreift, womit er es zu tun hat. Entsprechend ist der „Antifaschist“ vollkommen hilflos, wenn er mit echten Faschisten („Nazis“) konfrontiert ist.

Man nehme etwa den Prozeß gegen die „Holocaust-Leugner“ Ernst Zündel von vor sechs Jahren. Zündel hatte das gleiche getan wie vor kurzem die russischen Fotzen („Pussy Riot“): das Heiligste des Heiligen beschmutzt. Um die lebendigen Juden in Israel kümmern wir uns zwar einen Dreck, aber die sechs Millionen grausam ermordeten Juden sind uns lieb und teuer geworden…

Als Zündels Anwältin, die über das Vegetariertum und den Tierschutz zum Neonationalsozialismus gekommen war, entsprechende Beweisanträge stellte, machte sie sich prompt des gleichen Vergehens wie Zündel schuldig. „Antifaschisten“ sind da unerbittlich! Einen Brief an das Oberlandesgericht Karlsruhe in nunmehr eigener Sache unterschrieb sie mit „Heil Hitler“ und verherrlichte Hitler als „Erlöser, der auferstehen wird – weltweit“.

Horst Mahler, mittlerweile ihr Lebensgefährte, argumentierte folgerichtig im Sinne der Religionsfreiheit: der Nationalsozialismus sei ein Glaubensbekenntnis wie das Christentum bzw. die germanisierte, d.h. vergeistige Form des Christentums… (Naja, manche behaupten ja sogar, der Islam sei eine Religion!)

So sehr ich Zündel und dieses bizarre Nazi-Pärchen auch verabscheue; wie verabscheuungswürdig ist es religiös wahnhafte Menschen, ja auch Horst Mahler ist immer noch ein Mensch, wegen ihrer irrwitzigen Meinungen und symbolischen Taten (Zeigen des „Hitlergrußes“) über viele Jahre ins Gefängnis zu werfen. Im übrigen kann ich meine Verachtung für Politik und Medien in diesem Land gar nicht genug zum Ausdruck bringen, die verblödete Fotzen wie „Pussy Riot“ als Freiheitskämpferinnen hinstellen, – während sich keiner seiner ehemaligen Genossen (Schröder, Schily und Konsorten) um Mahler kümmert, der wegen bloßer Worte und Gesten als alter Mann im Gefängnis vermodert. Warum? Man kann es nicht oft genug sagen: Er hat, genau wie die russischen Fotzen, das Heiligste des Heiligen befleckt. Hexenverfolgung, Bannung böser Geister, der Selbstmord der Aufklärung.

Reich hat in Die Massenpsychologie des Faschismus alles Notwendige über den Nationalsozialismus gesagt. Es hat sich nichts geändert. Man nehme die von Mahler über allen Klee gelobte Programmschrift des „modernen Nationalsozialismus“: Komm heim ins Reich! von Michael Birthelm (2008). Fast 1000 Seiten Mein Kampf für Gebildete. Der moderne Nationalsozialist zieht übelst über Reich her: Zersetzung der germanischen Ehe- und Sexualmoral! Der „Jude“ Reich sei 1957 inhaftiert worden „wegen Drogenbesitz, Betrug und Sexualverbrechen an Minderjährigen“!

Wie gesagt, es ist gut und schön gegen „Neonazis“ vorzugehen (solange wir dabei nicht Wortlaut und vor allem Geist des Grundgesetzes mit Füßen treten!), doch sollten wir, die westliche demokratisch regierte Welt, auch dann die Nase nicht allzu hoch tragen: In Science setzte sich der Anthropologe Scott Atran nicht lange nach den Ereignissen mit dem Hintergrund des „11. September“ auseinander. Die Selbstmordattentäter wären weder verrückt, noch sei ihr Hintergrund durch mangelnde Bildung, materielle Not oder kaputte Familienstrukturen geprägt. Stattdessen wies Atran in einem Interview mit Reuters (6.3.2003) auf uns Vertrautes hin:

Ich glaube, daß diese Gruppen in der Lage sind angeborene Gefühle zu manipulieren (…) ähnlich dem, wie die Fast-Food- und Porno-Industrie angeborenes Verlangen manipuliert.

1942, also mitten im Krieg gegen Hitler und den Tenno, widersprach Reich dem rassistischen (antideutschen und antijapanischen) Zeitgeist, der im Faschismus eine Nationaleigenschaft der Deutschen oder Japaner sehen wollte. Vielmehr sei der Faschismus „eine internationale Erscheinung, die sämtliche Körperschaften der menschlichen Gesellschaft alle Nationen durchsetzt“ (Massenpsychologie des Faschismus, Fischer TB, S. 13).

Eine Gesellschaft, die menschenfeindliche Organisationen wie „Peta“ nicht nur toleriert, sondern hofiert; eine Gesellschaft, die sich mit geschmacklosen und vollkommen inhaltsleeren „Mahnmahlen“ selbst beweihräuchert, zum Überlebenskampf des jüdischen Staates aber nur „Kritik“ beitragen kann… Ich muß hier abbrechen, weil ich kotzen muß!

Da bin ich wieder: Ratet mal, warum die Leugnung des Völkermordes an den Armeniern in Deutschland nicht unter Strafe steht?! – Oh nein, buäahhhhhhhhhhhhhhh…

Lebenshilfe im NACHRICHTENBRIEF (Teil 2)

30. Oktober 2012

Hinter dem Krach der Gedanken und dem Gewirr der Gefühle, die unser Inneres beherrschen, findet sich unser wahres Wesen, das mit dem wahren Wesen des Universums eins ist: die Stille. – Das beschreibt in etwa den Kerngehalt der „Weisheiten“, mit denen uns Osho, Sai Baba, Da Free John, Eckhart Tolle, der Dalai Lama, Zen-Meister, die Gurus der Hare Krishna-Bewegung, etc. pp. beglücken. Es besteht kein Anlaß, diese „Lehre“ per se in Frage zu stellen. Offensichtlich macht sie Menschen glücklich, die ansonsten kaum Glück finden könnten.

Wir alle kennen das befreiende Gefühl, wenn wir uns voller Sorgen wegen einer Nichtigkeit abhetzen, plötzlich inne werden und uns selbst sagen: „Was mache ich hier eigentlich!“ Die „Weisheitslehren“ sind dasselbe sozusagen „im Großen“ und auf das gesamte Leben bezogen.

Das Problem bei der Sache ist nur, daß, was im Kleinen gesund und wahr ist, zu einer gewaltigen Lüge entartet, wenn es zur Lebensmaxime wird. Das Leben geht weiter, egal wie sehr wir uns bemühen, „Ruhe“ herzustellen. Die vermeintlichen „Dämonen“, d.h. Gedanken und Gefühle, insbesondere sexueller Natur, überfluten ein System, in dem alles eingeebnet wurde. Es ist kein Zufall, daß so gut wie jeder „Meister“ schließlich als Monster enttarnt wird, das kleine Jungs vergewaltigt und andere Scheußlichkeiten begeht.

Geisteskranke erkennt man u.a. daran, daß sie mit sich selbst reden. Sie sind nie im Hier und Jetzt, sondern in einer ständigen Reflexion gefangen. Genauso geht es uns: ständig reden wir mit uns selbst, „sind in unserem Kopf“. Es ist geradezu ein Wunder, daß wir bei diesem ständigen Abwägen und „Krach in unserem Kopf“ überhaupt etwas zuwege bringen. Die gesamte „östliche Weisheitslehre“ dreht sich darum, „innere Stille“ herzustellen. Das wird dadurch erreicht, indem dem Ersatzkontakt „innerer Dialog“ durch – vollendete Kontaktlosigkeit ein Ende gesetzt wird.

Warum dem „inneren Dialog“ nicht ein Ende setzen, indem er durch einen wirklichen Dialog ersetzt wird, d.h. durch Hinwendung zum Mitmenschen? Wie auch das Christentum lehrt: der Mitmensch ist die eine und einzige Weg der Erlösung. Die Liebe ist die Antwort auf alle Fragen, die Erlösung aus aller Bedrängnis. Das ist der Kern des Christentums: Gott ist Mensch geworden. Es gibt keinen anderen Weg zu Gott.

The Journal of Orgonomy (Vol. 31, No. 1, Spring/Summer 1997)

19. August 2012

In „Circumcision From an Orgonomic Perspective“ (S. 91-96) diskutierten der medizinische Orgonom Richard Schwartzman und seine Tochter Rebecca Schwartzman vor 15 Jahren jenes Thema, das die Republik seit Wochen umtreibt: die Beschneidung. Dazu muß man wissen, daß das in Amerika ein seit jeher virulentes Thema ist, weil aufgrund pseudomedizinischer Propaganda im 19. Jahrhundert die Beschneidung gleich nach der Geburt praktisch jedem amerikanischen Jungen widerfährt. Den wunderlichen Gesundheitsaposteln des 19. Jahrhunderts ging es um Eindämmung der „gesundheitsschädlichen Masturbation“. Man denke nur an den klismaphilen Adventisten John Harvey Kellogg, Erfinder der Kellogg‘s Cornflakes.

Sicherlich spielte auch die „bibelfeste“ amerikanische Variante des Christentums, man denke nur an den Adventismus, eine Rolle, die sich insbesondere am Alten Testament und seinen Geboten orientiert. Mittlerweile gehört das Beschnittensein einfach zum „Amerikanertum“.

Die Schwartzmans schreiben über die amerikanische Praxis, bei der die Beschneidung sozusagen zur „Erstversorgung des Babys“ gehört:

Die Geburt und die ersten Tage bilden den wichtigsten, die entscheidendsten Entwicklungsabschnitt. Die frühsten Traumen rufen den schwersten Schaden hervor. Das ist so, weil dem Neugeborenen noch keinerlei Möglichkeiten zur Verfügung steht, sich gegen die schockartige Verletzung zu wehren. Das Beschneidungstrauma ruft eine schwere körperliche Kontraktion hervor, die sich auf die Stelle der Verletzung konzentriert. Ohne bereits Mechanismen entwickelt zu haben, um sich gegen die entsetzlichen Schmerzen zu wehren, kann der Säugling nur schreien und sich in sich selbst zurückziehen.

Erwachsene erinnern sich während des Verlaufs einer medizinischen Orgontherapie regelmäßig an vergangene Traumen, wenn sich die Panzerung auflöst. Es mag zwar unmöglich erscheinen, aber manchmal erlebt ein Patient seine Beschneidung erneut. Es ist eine entsetzliche Erfahrung für den Patienten und sehr beunruhigend für den Arzt. Wenn die Leute sehen könnten wie Beschneidung wiedererlebt wird, mit all dem Schmerz und dem Schrecken, der mit ihr verbunden ist, würde sich die Frage nicht stellen, daß sogar die frühsten kindlichen Erfahrungen im Erwachsenen lebendig bleiben und ganz und gar nicht „vergessen“ sind.

Die so überaus schmerzhafte und grauenerregende Beschneidung ruft spezifisch eine Beckenpanzerung hervor, was die ganze Körperregion gefühllos und energetisch tot macht. Entsprechend suchen, wie klinische Studien gezeigt haben, beschnittene Männer starke, „unzärtliche“ Reize und wenden sich überdurchschnittlich Praktiken wie Masturbation (bei einer zur Verfügung stehenden Partnerin), Oral- und Analverkehr zu. Dadurch soll die physische und auch emotionale Gefühllosigkeit kompensiert werden. Es braucht stärkerer Reize!

Die Schwartzmans weisen darauf hin, daß Moses Maimonides zufolge die Beschneidung im Judentum dafür sorgen sollte die sexuelle Leidenschaft einzudämmen. Sie zitieren Rabbi Elie Munk, der in seinem Kommentar zu Maimonides schrieb:

So wird der Jude, kaum hat er die Welt betreten, auf den Pfad der Selbstkontrolle gesetzt. Es ist der erste einer langen Reihe von religiösen und moralischen Schritten, die alle von einer moralischen Reinheit durchgedrungen sind, ihn in einer Atmosphäre von Keuschheit und menschlicher Würde einhüllen und ihn davor bewahren auf die Ebene eines Tieres zu fallen.

Unter anderem wegen solcher schrecklichen Rabbis wollte der „Jude“ Reich nichts, aber auch rein gar nichts mit dem Judentum zu tun haben! Es sei auch darauf hingewiesen, daß die Schwartzmans, wie so viele Orgonomen, „Juden“ sind. In der gleichen Ausgabe des Journal of Orgonomy (S. 97-99) bespricht Richard Schwartzman das Buch Circumcision – The Hidden Trauma von Ronald Goldman, ebenfalls ein „Jude“. Von ihm stammt auch das Buch Questioning Circumcision – A Jewish Perspective. Soviel zu einem ganz bestimmten Todschlagargument, mit dem man versucht die Debatte in Deutschland abzuwürgen! Ich glaube es hackt! Geht’s noch?!

Rebecca Schwartzman (heute Rebecca Wand) betreibt heute einen eigenen Blog zum Thema.

Weitaus wichtiger ist natürlich die Beschneidung bei den Millionen Moslems, insbesondere Türken und Kurden, die in Deutschland leben. Hier kommt einer zu Wort. Unbedingt anschauen!

Zum Schluß gestatte man mir eine eigenständige Überlegung. Schwartzman wirft Goldman vor, die Sache etwas zu übertreiben, wenn dieser Gewalt, Krieg und Vergewaltigung einseitig der Beschneidung zur Last legt. Natürlich ist dieser Einwand berechtigt, wenn man etwa daran denkt, wie die „unbeschnittenen“ Perser, Griechen und Römer in Israel gewütet haben. Aber auf tieferer, sozusagen „feinstofflicher“ Ebene ist die Beschneidung wirklich ein Eingriff, der Menschen zu Seelenkrüppeln macht. Das Herz wird beschnitten:

Zum Volk Gottes gehört nicht, wer äußerlich ein Jude ist, sondern wer es innerlich ist. Es kommt nicht darauf an, daß er an seinem Körper beschnitten wurde, sondern daß sein Herz es ist. (Röm 2,28)

Die Vorhaut des Mannes ist mit seinem Herzchakra verbunden. Das bewirkt, daß er ähnlich zärtlich und „herzlich“ fühlen kann wie eine Frau. Empfindsame Männer wissen das, Arschlöcher grinsen jetzt nur fies und voll Verachtung.

Zum Thema siehe auch meinen Blogeintrag Die Beschneidung.

Und schließlich Dr. George C. Dennistons Artikel über Die Zirkumzisions-Psychopathologie.

Das Neue Zeitalter (Teil 2)

5. August 2012

Neben Botschaften sind direkte materielle „Wunder“ der Außerirdischen ein weiterer Anlaß der Religionsbildung, wie es heute am augenscheinlichsten in den Marienerscheinungen wie der von Fátima der Fall ist. Die Grundlage von Judentum, Christentum und Islam sind die Wunder, die der ägyptische Magier Moses mit der Bundeslade den unbedarften Hebräern vorzauberte. Stand dahinter und überhaupt hinter dem ganzen Exodus eine außerirdische Technologie? Wie dergestalt Religionen entstehen können, kann man ganz konkret am „Cargo-Kult“ von Südsee-Insulanern studieren, die während des Zweiten Weltkrieges Armee-Rationen aus der Luft erhielten. An den Fundplätzen errichteten sie Kultstätten und beteten dort zu den unbekannten Vogelgöttern um die Wiederkehr der himmlischen Bescherung.

Wie wir schon beim „esoterischen Hitlerismus“ gesehen haben (siehe Der Blaue Faschismus), gehört es zur theosophischen Tradition, daß der Mensch aus dem Weltall stammt. Der Anthroposophie zufolge waren es zumindest seine geistigen Anteile, die durch ihre Herabkunft aus der „Höheren Welt“ den unbehaarten Affen zum Menschen gemacht haben. Wir sind, so die Theosophie, auf diesen Planeten verbannt und nur Gast auf der Erde, in Wirklichkeit gehören wir aber zu einer wandernden, interplanetarischen Zivilisation. Wir müssen das verlorene Wissen wiedererlangen, um auf unsere eigentliche, höhere Ebene zurückkehren zu können. Unsere außerirdischen Brüder, bzw. „die Hierarchie der Engel in der Geistigen Welt“, können uns dabei helfen, z.B. durch „gechannelte“ Botschaften.

Es gibt eine ganze „UFO-Esoterik“, wonach wir durch Inkarnation mit den anderen galaktischen Zivilisationen zutiefst verbunden sind. Nur, daß wir „Terraner“ noch etwas tumbe sind. Die Insassen der UFOs, unsere esoterischen Brüder kommen jedoch, um unser Bewußtsein so zu erweitern, daß wir endlich in die kosmische Familie aufgenommen werden können. Nur ein Prozent der „Terraner“ müßte ein „höheres Bewußtsein“ erlangen, um die restlichen 99 Prozent nachzuziehen. Dann sei der Tag des Heils gekommen, die Außerirdischen würden ganz offen landen – und den Planeten übernehmen.

Aber nicht nur die UFO-Religion, sondern die Religion an sich, insbesondere aber das was wir heute „New Age“ nennen, ist, wie erwähnt, Einfallstor der außerirdischen („jenseitigen“) Intelligenz. Es ist sehr wahrscheinlich, daß die Anbetung von Göttern auf die Anbetung der Außerirdischen zurückgeht. Beim Propheten Ezechiel, 1. Kapitel, wo er die „Herrlichkeit Gottes“ schaut, wird dies ganz deutlich. Das absolut Erschreckende speziell an der biblischen Religion ist aber der eschatologische Aspekt, der auf die Vernichtung der Menschheit zugunsten der „Heerscharen des Himmels“ abzielt.

Konstituierend für die New Age-Bewegung ist die Vorstellung, daß ein neuer Schritt in der Evolution des Menschen bevorsteht. Dies war natürlich der Traum aller faschistischen Bewegungen hinsichtlich Rasse und Klasse, doch jetzt überschreitet es perfekte Körper und altruistische Hirne, obwohl diese zwei Faktoren Teil davon sind – es geht um die menschliche Natur selbst: strukturell und energetisch. Der Mensch wird „spirituell“, aufgrund der Blockierung seines okularen Segments, die ihn aus der dreidimensionalen Wirklichkeit herausreißt, und seine organismische Orgonenergie wird sich entsprechend verändern.

Das „New Age“, das die Einheit der Menschheit und eine neue Weltreligion mit sich bringen werde, wurde nach dem Zweiten Weltkrieg von der Chef-Theosophin Alice Ann Bailey verkündet. 10 Jahre später hat C.G. Jung in seinem Buch über UFOs (Ein moderner Mythos – Von Dingen, die am Himmel gesehen werden) die Weltenwende des Aquarius vorausgesagt: „Wir nähern uns jetzt der großen Veränderung, die mit dem Eintritt des Frühlingspunktes in Aquarius erwartet werden kann.“ Bereits 1914 hatte Peter Danov (1864-1944), der in vielem an Gurdjieff erinnert, das Zeitalter des Wassermanns proklamiert. Er war der „Begründer der ‘Weißen Bruderschaft’, einer Bewegung in Bulgarien, die mit einer Art Eurhythmie die ‘Entfaltung der Seele’ fördern wollte. Anhänger bezeichnen Danov als Propheten, der vom Stern ‘Alfeola’ zur Erde gekommen sei“ (Werner F. Bonin: Lexikon der Parapsychologie, Bern 1976, S. 120).

Die Esoterik lehrt, daß dieser Planet in eine neue Ära „höherer und schnellerer Schwingungen“ eingeht und nur jene überleben werden, die energetisch auf diese neue Umwelt eingestellt sind – die energetisch zu toxisch für lebendiges Leben ist. Man nehme den Anthroposophen Peter von Siemens, der den Kernkrafthandel des Hauses Siemens folgendermaßen verteidigt hat:

Der Weltenplan, von dem Rudolf Steiner gesprochen hat, vollzieht sich unerbittlich. In der Mitte des vierten Jahrtausends (…) wird die Erde beginnen, sich zu astralisieren, das heißt, sie wird in eine Form der Schwerelosigkeit übergehen. Wenn wir jetzt in sehr vorsichtiger Form gewisse erste Stufen der Radioaktivität, also der Dritten Kraft für Energiezwecke verwenden, so vermag ich darin nichts Verwerfliches zu sehen. (z.n. Peter Brügge: Die Anthroposophen, Hamburg 1984, S. 19)

Das New Age preist genau das, was wir den außerirdischen DOR-Wesen zuschreiben: die energetische Vergiftung dieses Planeten. Das schwache „lebensunwerte Leben“ wird den Kampf ums Dasein verlieren und an seine Stelle wird der Gott-Mensch treten, dessen Struktur der DOR-Energie angepaßt ist. Es wird offensichtlich, daß Religion nur ein spezifischer Ausdruck der „Massenpsychologie des Faschismus“ ist, wobei die aufgesetzte Ethik und gar der Pazifismus (z.B. bei den Zeugen Jehovas) nur ein besonders perfider Ausdruck des tiefsitzenden Sadismus dieser Leute ist. (Der Zeuge Jehovas hat ständig den von Jehova inszenierten zukünftigen sadistischen Mord durch Jehova an allen Ungläubigen im Hinterkopf.)

Daß wir es beim „Neuen Zeitalter“ wirklich mit reinem Faschismus zu tun haben, beweist folgendes Aussage des New Age-Propheten John White (International Cooperation Council Directory, 1979):

Was heute erfolgt, ist nicht ein Bruch der Generationen oder der menschlichen Beziehungen, sondern es ist ein Bruch der gesamten Menschenrasse. Eine neue Rasse betritt den Planeten. Die herrschende Rasse ist eine sterbende Rasse. Das zunehmende Interesse an Psychotechnologien, geistigen Übungen und heiligen Traditionen ist die Offenbarung einer neuen, intelligenten Rasse, die sich unter dem Widerstand der herrschenden Rasse formiert und eine einheitliche planetarische Kultur entwickelt. (z.n. Hans-Jürgen Ruppert: New Age, Wiesbaden 1985)

„DAS NEUE ZEITALTER IST DA“ – unter dieser Überschrift veröffentlichte ein Vertreiber von „UFO-Detektoren“ 1989 eine Anzeige in amerikanischen UFO-Zeitschriften. Mit Hilfe dieser Detektoren könnte man mit den „seltenen blonden UFO-Insassen“ in Kontakt treten. Das Erschreckende an dieser Anzeige war die Abbildung zweier markig nordischer Skulpturen des bekannten deutschen Nazi-Bildhauers Georg Kolbe (1877-1947) aus dem Jahre 1937. Ganz im Stil der Zeit sieht man hier die hehren nackten Körper eines herb kühlen Mannes und einer züchtig kühlen Frau.

Sie glauben an den Himmel, doch uns allen steht die Hölle bevor:

Am Ende des Videos wird übrigens etwas gezeigt, was auch Reich widerfahren ist: das Gebiet wird wieder und wieder von Militärflugzeugen überflogen.

Leben nach dem Tod? (Teil 2)

8. Juli 2012

Daß, was Reich „DOR“ nannte, entspricht bei den Trobriandern dem „bwaulo“. Es bezeichnet, so Bronislaw Malinowski,

eine Art stofflicher Ausdünstung (…), die dem Körper des Toten entströmt und die Luft vergiftet. (…) dieser Ausdruck bezeichnet auch die Rauchwolke, die eine Siedlung besonders an dunstigen, stillen Tagen umgibt. Das todbringende bwaulo ist für gewöhnliche Augen unsichtbar, erscheint aber Hexen und Zauberern als eine schwarze, das Dorf umhüllende Wolke. (Das Geschlechtsleben der Wilden in Nordwest-Melanesien, Frankfurt 1983)

An anderer Stelle schreibt Malinowski:

Böse Hexen (mulukwausi) sollen einen exkrementähnlichen Geruch ausströmen, der sehr gefürchtet ist, besonders von Leuten auf hoher See – denn Hexen sind auf dem Wasser besonders gefährlich. Ganz im allgemeinen gilt der Geruch von Kot und verwesendem Zeug als gesundheitsschädlich. Nach dem Glauben der Eingeborenen entströmt dem Körper eines Toten ein besonderer Stoff, der zwar für das gewöhnliche Auge unsichtbar ist, aber von Zauberern wahrgenommen wird und ihnen etwa wie die Rauchwolke (bwaulo) über einem Dorf erscheint. (ebd.)

Der Hades der Griechen und die schattenhafte Totenwelt der altisraelitischen Religion sind solche DOR-Sphären. Sie sind m.E. das metaphysische Korrelat zur Trockenheit und Wüste, was sich im Christentum dann bis zur Gluthitze der Hölle steigerte. Im Alten Testament ist der Abgrund noch wertneutral der Aufenthaltsort der Toten, während im Neuen Testament daraus das Gefängnis des Teufels und der abtrünnigen Geister wird oder einfach die „Hölle“. Der Altphilologe Nietzsche sah im Hades die nochmalige Steigerung des Greisenalters, „auch mit der unwürdigen Gier nach Leben wie sie alte Leute haben“ (Studienausgabe, Bd. 9, S. 41). Aus dieser Ecke Europas kommt ja auch die Vorstellung von den „untoten“ Vampiren.

Im Vergleich fiel Malinowski bei den Trobriandern das vollständige Fehlen jeder Furcht vor Gespenstern auf. Danach kennen sie kaum

jene unheimlichen Empfindungen, mit denen wir der Vorstellung einer möglichen Rückkehr der Toten gegenüberstehen. Alle Ängste und aller Schrecken der Eingeborenen sind der schwarzen Magie, den fliegenden Hexen, boshaften und krankheitsbringenden Wesen, vor allem aber den Zauberern und Hexen vorbehalten. (Argonauten des westlichen Pazifik, Frankfurt 1984)

Hinter dem Spiritismus, der sich mit dem beschäftigt, was den Toten entströmt, verbirgt sich eine tiefsitzende Nekrophilie. Genauso wie der dröge Historiker das Leben in sich abtöten und den Tod nachahmen muß, um in das Reich der Toten eintreten zu können, muß erst recht auch der Spiritist sich abtöten, um in die andere Welt überzuwechseln. Man schaue sich nur die Spiritisten, Theosophen, Thanatologen und Leute an, die sich mit Geistererscheinungen beschäftigen: man bekommt das kalte Grausen. Nicht nur die Sache, auch die Menschen ekeln: sie haben stets etwas von Verwesung und „Mumie“ an sich. Erich Fromm hat dies in seiner Anatomie der menschlichen Destruktivität am Beispiel von C.G. Jung und anderen nekrophilen Spökenkiekern analysiert.

Heutzutage geriert sich diese Nekrophilie sogar als Aufklärung gegen unsere irrationale Verdrängung des Todes, wogegen man mit Nietzsche ausrufen möchte:

Es macht mich glücklich, zu sehen, daß die Menschen den Gedanken an den Tod durchaus nicht denken wollen! Ich möchte gern Etwas dazu tun, ihnen den Gedanken an das Leben noch hundertmal denkenswerter zu machen. (Fröhliche Wissenschaft, A 278)

Leben ist die Apotheose der kosmischen Orgonenergie und die Religionen des bewußten Lebens sollten nichts anderes als die Apotheose des Lebens sein. Religion hat die Funktion, Stimulanz des Lebens zu sein, die wie das Pinup Girl im Spind des Soldaten hilft, „den Traum vom Leben aufrechtzuerhalten“ (Christusmord, Freiburg 1978, S. 302). Reich hat zugegeben, geirrt zu haben, als er die Religion für das menschliche Elend verantwortlich machte. „Ich wußte nicht, daß der religiöse Irrtum ein Symptom und nicht die Ursache der menschlichen Biopathie ist“ (Äther, Gott und Teufel, S. 48). Und, wie dargelegt, sind wir zu Illusion, „Idealismus“ und Lüge verdammt und werden deshalb niemals in der Lage sein, vollkommen frei von Religion zu leben. Wobei natürlich nicht vergessen werden darf, daß im Glauben selbst die Seligkeit liegt, während sein Objekt an sich gleichgültig ist.

Religion entdeckt keine Realität, wie sie von sich selber behauptet, sondern sie produziert Realität. Es ist eine Fortführung der schöpferischen Funktion der kosmischen Orgonenergie. Der Glaube, z.B. an ein „Leben nach dem Tod“, ist möglicherweise in der Lage, ein entsprechendes „Feld“ (oder so) zu simulieren, das einer gewissen funktionellen Realität entspricht, die sogar meßbare Daten hervorrufen kann, z.B. auf Videobändern dokumentierte „Erscheinungen“ und Tonbandstimmen „aus dem Reich der Toten“.

Michael Shallis berichtet über ein parapsychologisches Experiment, bei dem ein Geist, dem man den Namen „Phillip“ gab, erschaffen wurde. Die Teilnehmer des Experiments erdachten zunächst seine Geschichte und seine Persönlichkeit und versuchten dann, diese rein fiktive Wesenheit in Séancen heraufzubeschwören. Nach einem Jahr erhielten sie die ersten Botschaften von Phillip und er war schließlich in der Lage, seine Anwesenheit auch durch physikalische Effekte zu zeigen. Shallis schreibt dazu, daß dies Experiment die Möglichkeit verdeutliche, jenseits bloßer Imagination, wenn auch aus Imagination, eine „höhere“ Wesenheit zu erschaffen. Einerseits könne man nun schlußfolgern, daß bei Séancen nur Gedanken und Gefühle externalisiert werden, also keine äußere Realität offenbar wird, andererseits könne der Fall Phillip aber auch der Idee Glaubwürdigkeit verleihen, daß man etwas durch bloße Willenskraft materialisieren kann (Elektroschock, Frankfurt 1992, S. 247). Und wenn eine Milliarde Menschen an den lebendigen Christus Jesus glaubt, erzeugt dieses Kraftfeld sicherlich eine entsprechende Realität, die sich vielleicht sogar autonom machen kann. Jesus lebt! Aber wenn sie an Donald Duck glauben würden, könnte auch Donald Duck leben!

So verfehlt die Frage, ob die Glaubensobjekte „wirklich“ existieren, vollkommen den Punkt. Und, was das betrifft, ist der „wissenschaftliche“ Atheismus, der vorgibt, über das absolute Wissen zu verfügen, zumindest so lächerlich wie der religiöse Glaube. Ein schönes Beispiel sind die professionellen „Skeptiker“, wenn sie ihre Heiligen Schriften hervorkramen. Wissenschaftliche „Wahrheit“ oder vielmehr „Wahrheitskrämerei“ ist nicht alles und ich will religiöse Konzepte nicht einfach rationalistisch wegerklären – denn man kann schlechtweg alles wegerklären. Auf der anderen Seite ist es jedoch absurd, die Religiösen allzu ernst zu nehmen, und vollkommen sinnlos mit diesen „Wirklichkeitskrämern“ zu diskutieren, da ihr Funktionsbereich (verglichen mit dem Bereich der Wissenschaft) so weit vom Gemeinsamen Funktionsprinzip (CFP) der Natur entfernt und auf diese Weise so vielgestaltig in seinen zahllosen Ausdrücken ist (all die Religionen und Weltanschauungen, während es nur eine Wissenschaft gibt), daß es uns nur noch weiter vom wirklichen Kontakt mit dem kosmischen Orgonenergie-Ozean wegführt – d.h. von Gott.

Das abgrundtief Böse an diesen „Wirklichkeitskrämern“ ist, daß sie für ihre krankhafte Ersatzbefriedigung Himmel und Hölle mobilisieren und so bereits unendliches Leid über die Welt gebracht haben. Prinzipiell sind sie Sozialschädlinge wie Heroinabhängige – nur daß ihre Beschaffungskriminalität diffiziler ist. Anstatt unser Leben zu bereichern, verwandeln die von ihnen propagierten höheren und oberflächlicheren Wirklichkeitsebenen das lebendige Leben in eine Hölle, indem sie wie bei Süchten ein parasitäres Eigenleben entwickeln und sich anmaßen in die tiefere Ebene des lebendigen Lebens einzugreifen. Der Geist wird zum Vampir, der vom Lebendigen lebt. Dergestalt nimmt der Mystizismus Rache am Leben. Ketzer wie Giordano Bruno werden verbrannt, die Seelen von Kindern mit lächerlichen Horrorgeschichten zerstört oder ihre Gefühle mit Ritualen und Meditation abgetötet.

So ist Religion zumeist alles andere als Apotheose des Lebens, sondern ganz im Gegenteil eine schwarze DOR-Wolke, die über dem Lebenden hängt. Insbesondere das Christentum ist mit einem dezenten Leichengeruch durchsättigt. Hinzu kommt diese pestilente Gehässigkeit, die z.B. auch den Buddhismus auszeichnet: „Der Zufall ist um seine Unschuld gebracht; das Unglück mit dem Begriff ‘Sünde’ beschmutzt“ (Nietzsche Der Antichrist, A 25). Man kann sich einfach nichts Widerwärtigeres, Gemeineres vorstellen als diesen Schandfleck der Menschheitsgeschichte.


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