Mit ‘Antisemitismus’ getaggte Artikel

Zweierlei Verschwörungstheorien

24. Mai 2013

Mit der bekanntesten Verschwörungstheorie habe ich mich neulich in Lee Harvey Oswald beschäftigt. Neuerdings gibt es praktisch kein größeres Ereignis mehr, um das sich keine Verschwörungstheorien spinnen, seien das nun Schulmassaker oder Terroranschläge. Ich warte auf die Erklärung, daß das Schlachten des englischen Soldaten auf offener Straße in London vorgestern sich ganz anders zugetragen hat, „als uns die Massenmedien glauben machen wollen“. Dieser Irrsinn hat mit dem Wesen der antiautoritären Gesellschaft zu tun, die immer mehr von Zweifel an wirklich jedweder noch so rationaler Autorität geprägt ist.

Man nehme die Sache mit der „NSU“ und etwa folgenden unrühmlichen Artikel bei Politically Incorrect, in dem genüßlich irgendwelche angeblichen „Ungereimtheiten“ vorgestellt werden. Das reicht von lächerlichen bzw. schlichtweg blöööödsinnigen Bemerkungen, wie etwa die drei Terroristen hätten ihren kostspieligen Lebensstil niemals nur mit Bankrauben finanzieren können, bis zu Spekulationen, was einen Wohnungsbrand und einen Wohnmobilbrand nicht überstehen kann. Wer so etwas schreibt, hat sich nie mit dem Thema wirklich befaßt. Man suche im Netz unter dem Begriff „Wohnungsbrand“ oder ähnlichem nach Bildern. Fast auf jedem Photo wird man unmittelbar neben vollkommen verkohlten Gegenständen leicht entflammbare Dinge liegen sehen, die wie unberührt wirken. Jeder, der mal im Garten etwas verbrannt hat, weiß, daß es gar nicht so einfach ist, wirklich alles zu verbrennen – man muß das Feuer durch Herumstochern und Umverteilen geradezu zwingen, auch wirklich seine Arbeit zu tun. Und was das widersprüchliche Verhalten der Täter anbetrifft: bei faßt jedem Fall in xy-ungelöst stellt sich diese Frage dem fassungslosen Zuschauer! Bei ganz normalen Unfällen im Autoverkehr zeigt sich, daß sich Zeugenaussagen teilweise kraß widersprechen können. Wie soll es da erst bei Schießereien aussehen, bei denen sich wirklich jeder in einem psychischen Ausnahmezustand befindet!

Kurz, der Artikel bei Politically Incorrect ist, wie Dutzende anderer derartiger Ergüsse, ein elendiges Gesülze, über kriminaltechnischen und kriminalpsychologischen Kleinkram einerseits und obskure Machenschaften von irgendwelchen „Seilschaften“ andererseits. Das Perfide dabei ist, daß derartige imgrunde inhaltslose Diskussionen ihrem Wesen nach wirklich in alle Ewigkeit so fortgeführt werden können. Währenddessen beschäftigt sich keiner mit der eigentlichen Verschwörung, die etwas mit den bio-sozialen bzw. „sozio-charakterologischen“ Zuständen in diesem Land zu tun haben. Es geht um eine gewisse Schieflage, die Vera Lengsfeld auf der Achse des Guten sehr schön auf den Punkt bringt.

Es gibt zweierlei Arten von Verschwörungstheorien: die mechano-mystischen und die funktionellen. Die ersteren sind davon geprägt, daß es um komplizierte Einzelfragen der Ballistik, Statik, Elektrotechnik, des Flugzeugbaus, der Verwaltungsarbeit, etc.pp. geht. Typischerweise verzettelt sich der „investigative“ Verschwörungstheoretiker vollkommen in diesen Einzelheiten. Dieses mechanistische Sichverzetteln wird flankiert durch die mystische Vorstellung einer alle Fäden in den Händen haltenden „verborgenen Macht“ im Hintergrund. Implizit wird sie als allwissend und allgegenwärtig angesehen, – obwohl sie ungreifbar ist.

Funktionelle Verschwörungstheoretiker schauen dem hingegen nach der – Funktion. Beispielsweise sind beim Thema „Überwachungsstaat“ („1984“) weniger irgendwelche Enthüllungen über wirkliche oder angebliche Machenschaften beispielsweise der NSA von Interesse, sondern die massenpsychologischen Zusammenhänge in einer mechano-mystischen Welt.

Charles Konia führt dazu aus:

Die Vorstellung, daß Menschen fähig zur Selbstregulierung sind, fähig mit ihrem Leben alleine fertigzuwerden, steht außerhalb des Rahmens des mechanistischen Denkens. Stattdessen werden Unerfahrenheit und törichte oder unmoralische Entscheidungen als Ursache der Probleme der Menschen betrachtet. Zu diesem Glauben gehört, daß es „Sozialwissenschaftler“ und „Weise“ gäbe, „kultivierte Geister“ jenseits des durchschnittlichen Bürgers. Daher seien sie am besten in der Lage, positive Lösungen für die enormen Probleme der Menschheit herbeizuführen. Dieses spezielle Wissen, über das die wenigen Erleuchteten verfügten, müsse umsichtig angewendet werden, um die Handlungen der weniger Bevorzugten zu leiten.

Dementsprechend müßte Macht in die Hände von Einzelpersonen aus den oberen Gesellschaftsetagen gelegt werden, die über die Fähigkeit verfügen, die notwendigen Änderungen vorzunehmen. Dies müßten hochrangige Politiker und andere sein, die am besten wissen, was die Massen brauchen. Sie müßten die Kontrolle ausüben und die Verantwortung tragen für Regierungsprogramme, Unternehmen, Gesundheitswesen, Bildung, Medien und so weiter. Daher müsse die Regierung hierarchisch von oben nach unten aufgebaut sein, damit dieses erweiterte Wissen und die damit verbundenen Sozialleistungen und der Reichtum, der daraus abgeleitet wird, richtig durch die genannten Personen von oben nach unten weitergeleitet werden kann. Da angenommen wird, daß alle Menschen gleich sind und identische Bedürfnisse haben, geht es beim Social Engineering von oben darum, einheitliche soziale Bedingungen und Codes des politisch korrekten Verhaltens bereitzustellen, denen die Massen folgen sollen. Auf der Grundlage dieses neuen moralistischen Ansatzes, der einen Code des politisch korrekten Denkens und Verhaltens auferlegt, ist es relativ einfach die Menschen zu manipulieren und zu kontrollieren.

In dieser neuen klassenlosen Gesellschaft gibt es keine individuellen Unterschiede zwischen Menschen. Auf maschinenhafte Weise wird den Menschen gesagt, was sie denken sollen; sie werden emotional programmiert und abgestumpft durch wohlorganisierte Medienkampagnen, um im Denken, Fühlen und Verhalten gleich zu sein, während, was auch immer von ihrer Arbeitsfunktion geblieben ist, mechanisch auf das niedrigste mögliche Niveau degradiert wird. Was Orwell in 1984 vorhergesagt hat, wird zunehmend zur politisch korrekten Realität von heute. (Neither Left Nor Right, S. 115f)

Man sieht, hier wird weitgehend das gleiche ausgeführt, was heute die meisten Verschwörungstheoretiker verbreiten. Konia beschreibt, wie in der mechano-mystischen Gesellschaft die Energie gemäß dem „mechanischen Potential“ von oben nach unten fließt und sie sich dergestalt tatsächlich zunehmend so organisiert, wie Verschwörungstheoretiker von jeher vermutet haben. Statt sich selbst zu organisieren („orgonomisches Potential“), wird die Gesellschaft zu einer Maschine mit einem zentralen Steuermodul.

Diese Zusammenhänge kann man aber nicht verstehen, wenn man selbst dieser mechano-mystischen Geistesverfassung anheimgefallen ist. Alles, was man dann tun kann, ist eine Karikatur der Wirklichkeit zu liefern. Der mechano-mystische Verschwörungstheoretiker geht beispielsweise von den oberflächlichen Symptomen des „Überwachungsstaates“ aus und versucht dann eine „ganzheitliche“ Erklärung für diese Vorgänge zu finden, wobei er stets bei mystischen Vorstellungen über „Geheimgesellschaften“ und anderes in jeder Hinsicht okkultes Zeugs landet. Vorstellungen, die nirgends hinführen und nie zu irgendwelchen praktischen Konsequenzen führen, außer daß die entsprechenden Verschwörungstheorien in einem heillosen Durcheinander versanden. Dazu trägt auch das komplementäre Verzetteln in technischen Details bei, die mit schier unglaublicher Akribie auseinanderklabüstert werden, ohne daß es je zu einem überzeugenden Ergebnis kommt. Das ist so, weil die funktionellen Zusammenhänge, insbesondere aber die charakterologischen Determinanten menschlichen Verhaltens, nicht gesehen werden.

Gegen dieses mechano-mystische Denken hat Reich bereits 1933 in seiner massenpsychologischen Studie über den Faschismus angeschrieben, als er den Kommunisten vorhielt, sie sollten endlich aufhören Hitler als „bloßen Agenten des Finanzkapitals“ zu sehen, der die Massen wie ein Varietémagier „betrügt“, sondern erkennen, wie die Entwicklung hin zum Faschismus in der autoritätshörigen und freiheitsängstlichen durchschnittlichen Charakterstruktur des Massenindividuums gründet. Hieraus schöpfe das Finanzkapital seine Macht, nicht primär aus ökonomischen Mechanismen und akribisch geplanten „Verschwörungen“, in denen ein Hitler auch nur die Marionette „verborgener Drahtzieher“ ist. Die Nazis selbst hingen natürlich entsprechen Verschwörungstheorien an!

Auch heute stehen am „logischen“ Ende der Verschwörungstheorien schiere Wahnsysteme, die meistens antisemitisch ausgerichtet sind, etwa hier.

Die gesellschaftlichen Zusammenhänge sind an sich sehr simpel und einfach zu durchschauen, sei es nun 1933 oder 2013, aber durch die Panzerung wird alles dermaßen verzerrt, zerrissen, wirr und selbstblockierend, daß schließlich jeder jeden anderen als Teil der Verschwörung ansieht, – was auf gewisse Art der Wirklichkeit sehr nahe kommt. Das Problem ist nur, daß sich auf diese Weise nicht nur nichts ändert, sondern das Elend noch weiter zementiert wird. Es ist, als hätte Reich seine Massenpsychologie des Faschismus nie geschrieben!

Die Vernebelung der Orgonomie

26. Januar 2013

Heutzutage gilt man allenfalls als Antisemit, wenn man Taten wie Mengele oder Befehle wie Hitler zu verantworten hat oder sie zumindest ausgesprochen rechtfertigt. Ansonsten kann man über die Gefährdung des „Weltfriedens“ durch das klitzekleine Israel (so groß wie Hessen!) oder über den angeblichen „Völkermord“ an den bevölkerungs-explodierenden „Palästinensern“ räsonieren und trotzdem frech behaupten, man wäre kein Antisemit. Entsprechend dürfen „Israelkritiker“ in diesem Land auf keinen Fall als das bezeichnet werden, was sie angesichts derartiger Äußerungen ohne Zweifel sind: Antisemiten vom Schlage eines Julius Steichers!

Wer die einzige Demokratie im Nahen Osten „kritisiert“ (wie es so schön beschönigend heißt), stellt sich außerhalb jedes zivilisierten Diskurses. Wenn man so etwas durchgehen läßt, dann gehen alle Maßstäbe verloren, Israel wird weiter delegitimiert und am Ende steht das, was doch angeblich alle verhindern wollten: ein zweiter und diesmal finaler Holocaust. Der Anfang dieser abschüssigen Straße in den Untergang des jüdischen Volkes ist gemacht, wenn alle darauf bestehen, daß man doch wohl Israel „kritisieren“ dürfe. Wehe jedoch man nimmt sich heraus die Antisemiten zu kritisieren, dann ist plötzlich ein Ende mit der verlangten „Liberalität“. Das Lebendige darf verfolgt werden, doch es darf nicht verteidigt werden!

Überhaupt darf man nichts mehr beim Namen nennen. Wenn ich etwa Präsident Obama als pestilenten Charakter bezeichne, stehe ich als Extremist da, den man nicht ernst nehmen kann. Bei fast allen Lesern scheint die Emotionelle Pest erst bei Adolf Hitler und Josef Stalin anzufangen. Obama habe doch so viel persönlichen Charme, könne Lachen, habe eine glückliche Familie, etc. Nun, Hitler und Stalin konnten auch ausgesprochen charmant sein. Hitler war ein ausgenommen angenehmer Chef, während beispielsweise für Churchill seine Sekretärinnen etwa den gleichen emotionalen Wert hatten wie Zimmerpflanzen, nur daß er die letzteren besser behandelte.

Es geht nicht darum eine Checkliste durchzuarbeiten, um zu ergründen, wer als pestilenter Charakter bezeichnet werden kann und wer nicht, sondern um das Gewichten von Indizien. Die Parallelen zwischen etwa Hitler und Obama sind in dieser Hinsicht einfach unübersehbar und können von keinem ernsthaften Menschen in Abrede gestellt werden.

Natürlich wird dann immer gleich von der „Banalisierung des Bösen“ gesprochen, was doch nur darauf hinausläuft, daß man einen „Hitler“ nur dann erkennen kann, nachdem 50 000 000 Tote zu beklagen sind. Nein, es reichen schon Dinge, wie, daß Obama nie in seinem Leben wirklich gearbeitet hat, daß er eindeutig an einer narzißtischen Persönlichkeitsstörung leidet, daß er wirklich alle seine Wahlkämpfe mit miesen Tricks gewonnen hat, daß seine Politik wie keine zuvor Amerika polarisiert hat, daß er von jeher zum äußersten linken Rand der Democratic Party gehörte, daß er ein Adept von Saul Alinsky ist, etc. Eines der Hauptindizien ist aber eine gewisse Angstfreiheit und „Parasympathikotonie“, die die verängstigten Massen fasziniert: der „coole“ Obama im Gegensatz zum unbeholfenen Bush. Tatsächlich ist die angstfreie „Parasympathikotonie“ nur Schein, denn innerlich sind pestilente Charaktere wie tot.

Das beste Beispiel für solch einen Modju ist der überaus charmante und geradezu charismatische Ted Bundy, ein echter Frauentyp und Traum jeder Schwiegermutter:

Das ganze erinnert mich an meine Lektüre der Protokolle der Ausbildungsseminare mit Elsworth F. Baker. Ein Fall wird vorgestellt, die angehenden Orgontherapeuten sind verwirrt, weil der vorgestellte Patient (wie fast immer) keinem der von Reich und Baker beschriebenen Charakterstrukturen eindeutig zuzuordnen ist und so wird vielleicht eine halbe Stunde hin und her diskutiert, bis Baker auf die funktionell wichtigsten Züge hinweist und entsprechend zu einer eindeutigen Diagnose kommt.

Es geht schlicht darum, daß der gepanzerte Mensch eine Todesangst vor Kontakt hat und sich deshalb nur im Nebeligen und Ungefähren wohl fühlt, wenn es um energetische Phänomene geht. Das läßt sich entsprechend auf jeden Bereich der Orgonomie übertragen. Etwa die Schwärzung von alten Gemäuern: Es sieht nicht nur so aus wie Melanor, es ist Melanor! Die zerfaserte grauschwarze Wolke am Himmel ist tatsächlich eine DOR-Wolke! Das Flimmern vor den Augen ist tatsächlich Orgon! Die „kleinen Dinger“ unter dem Mikroskop sind Bione! Das mit Metall ausgeschlagene Behältnis akkumuliert tatsächlich Orgon! Das schlechte Gefühl ist ORANUR!

Es geht auch darum, daß manchem offensichtlich Charles Konias Blogeinträge zu einfach und „grobschlächtig“ sind. Es ist eine Sache, in gewundenen Sätzen und mit langatmigen Umschreibungen das „Peinliche“ (Schmerzhafte) zu umgehen – oder es direkt und unverblümt auszusprechen. Man denke auch an die Orgontherapie, wo man ellenlang seine ach so komplizierten Gefühle beschreibt und der Therapeut einfach antwortet: „Sie haben Angst!“ Bis man schließlich nach viel Geschwafel endlich erkennt, daß es tatsächlich so einfach, „primitiv“ und eindeutig ist. Wenn es kompliziert wird, ist es die Panzerung, die alles zerhackt. Wenn es nebulös wird, ist insbesondere Augenpanzerung involviert. Der Neurotiker hat eine Todesangst vor Eindeutigkeit. Es ist ihm in jeder Hinsicht, wie es im Deutschen so schön heißt, pein-lich.

abstraktorgo

Das Geheimnis der Rothschilds

25. Mai 2012

In dem Film Little Big Man gibt es einen lustigen Nebenplot, in dem ein Indianer, Younger Bear, zu Tode beleidigt ist, weil ihm der Titelheld das Leben gerettet hat. Younger Bear ist jetzt nämlich auf ewig in dessen Schuld. Younger Bear schuldet ihm ein Leben!

Das Leben der „Naturmenschen“ war tatsächlich alles andere als streßfrei, denn innerhalb der Clans, vor allem aber zwischen den Clans und Stämmen, wurde der soziale Zusammenhalt durch Geschenke aufrechterhalten, die nach einer größeren Gegengabe in absehbarer Zukunft verlangten.

Noch heute kennt jeder das Gefühl der Beschämung, wenn man von Leuten beschenkt wird, für die man alles andere als freundschaftliche Gefühle hegt. Trotzdem wurde mit dem Geschenk ein Band etabliert, dem man sich kaum mehr entziehen kann. Genau auf diese Weise werden Gesellschaften zusammengehalten. Keine Gesellschaft, selbst wenn sie ungepanzert wäre, könnte nach dem Prinzip „Seid nett zueinander!“ lange bestehen, denn Antipathie ist die natürlichste Sache der Welt. Man braucht sich nur das Verhalten unter Pferden im Stall und auf der Weide ansehen: spontan bilden sich lebenslange Freundschaften und Feindschaften. Auf derartige unkontrollierbare Gefühle können Menschen keine Arbeitsdemokratie aufbauen!

Was die Arbeitsdemokratie zusammenhält wird durch folgende Gleichung dargestellt:

Schon vor Jahrtausenden hat dieser Herzschlag arbeitsdemokratische Beziehungen über ganze Kontinente hinweg zusammengehalten. Ein gigantisches, ständig von neuem geflochtenes Gewebe aus Beziehungen zwischen Leuten, die sich teilweise nur vom Namen her kannten.

Bis heute durchdringt dieser Pulsschlag unser Leben. Am klarsten und grundlegendsten im Kreditwesen. Vom Kreditgeber erhalten jene Geld, die es nach menschlichem Ermessen mit Kredit zurückzahlen können. Es kann in diesem Zusammenhang nichts Destruktiveres geben, als Geld auf Grund von Sympathie, gar „Liebe“, zu verleihen. Nicht nur, daß es dem Kreditnehmer extrem schadet, wenn er Geld aufnimmt, daß er nie zurückzahlen kann, – geschädigt werden auch die, die genau diesen Kredit beantragt hatten, aber zurückgewiesen wurden, weil dem Kreditgeber ihre Nase nicht gepaßt hat. Im Kreditwesen geht es wirklich nur um eins: Kann der Kreditnehmer den Kredit plus den Zins abarbeiten? Der kluge Kreditgeber wird ihn in dieser Hinsicht beraten und unterstützen.

Drei Aspekte sind bemerkenswert:

  1. Arbeitsdemokratie ist inhärent internationalistisch. Sie sprengt die familiären und nationalen Bande, sieht vollkommen von der Person ab. Beispielsweise ist es heute so, daß Rotchina, in jeder Hinsicht der Todfeind der USA, als Kreditgeber alles daran setzen muß, daß sich Amerika wirtschaftlich gut entwickelt. Ideologien und irgendwelche „geopolitischen“ Überlegungen (Stammesdenken) werden so bis zur Bedeutungslosigkeit zurückgedrängt. Die beiden Weltkriege und der Kalte Krieg waren nur möglich, weil sich Deutschland und Rußland dem kapitalistischen Weltsystem entziehen wollten.
  2. Wie Robert Harman dargelegt hat, ist das Wesen der physikalischen Größe „Zeit“ für die Ökonomie von alles entscheidender Bedeutung („Practical Functional Economics (Part II)“, Journal of Orgonomy, 44/2, Fall 2010/Winter 2011). Man nehme einen Bauern, der Feldfrüchte gegen Fische tauscht, die ein Nachbar geangelt hat. In diesem einfachen Tausch spielt der Faktor Zeit so gut wie gar keine Rolle. Ähnlich ist es, wenn wir im Laden etwas einkaufen. Ganz anders ist es bei Kreditgeschäften. Hier wird eine Beziehung gebildet, die theoretisch über Jahrzehnte, ja sogar über Generationen hinweg, andauern kann. Es kommen Aspekte ins Spiel wie wachsende bioenergetische Erregung und vor allem die Grundeigenschaft der Orgonenergie: das orgonomische Potential. Durch die Kreditvergabe werden Dinge, orgonotische Funktionen, in Bewegung gesetzt, die beim einfachen Tauschhandel nie und nimmer aufgekommen wären. Und genau das rechtfertigt letztendlich den Zins.
  3. Der Orgonenergie-Metabolismus im Kapitalismus ist funktionell identisch mit der Funktion des Orgasmus:

Das Brechreiz erregende Geschwafel über „Judenbanken“, „internationales Finanzjudentum“ und „Zinsknechtschaft“ entspricht einem krankhaft verzerrten Erahnen dieser Zusammenhänge. Die religiös bedingte Ausgrenzung der Juden, die sie zu Fremden im eigenen Land machte, das Fernhalten vom unmittelbaren Austausch („Feldfrucht gegen Fisch“), ihre Abdrängen in den überregionalen Handel (Beispielsweise der Handel mit Pferden) und nicht zuletzt das Zinsverbot für Christen, dem sie nicht unterlagen, machten sie zu idealen Wegbereitern des modernen Kapitalismus.

Der fiese Judenhaß bei Nationalsozialisten und anderen Sozialisten geht auf einen tiefsitzenden Horror vor bioenergetischer Erregung zurück. Die fast schon sprichwörtlichen „Rothschilds“ sollten statt dessen als Menschheitsheroen verehrt werden, denn ohne visionäre Bankiers wie sie, könnten wir heute nicht sieben Milliarden Menschen auf einem vor nicht allzulanger Zeit undenkbar hohen Niveau am Leben erhalten.

Siehe auch meine Ausführungen über den Antisemitismus (drei Teile).

Das Antisemiten-Problem

22. Mai 2012

Es wird immer gruseliger: zunächst belästigt mich die Antifa und jetzt schleimen sich eklige Antisemiten mit Kommentaren wie dem folgenden ein. Ich habe Levashov bei deutschen Nazis bekannt gemacht :-(

Nikolai Levashov scheint ein kluger Kopf mit guten Geschichtskenntnissen zu sein.
Vielleicht hat er ja das Buch des Historikers Eustace Mullins mit Titel New History of the Jews gelesen? Ist auf jeden Fall sehr lesenswert, allerdings in Englisch!

DOR pur.

Es gibt keinen Antisemitismus ohne verschwörungstheoretischen Hintergrund. Dabei geht es immer um einen Punkt: Antisemiten sind mit einer Gruppe von Menschen konfrontiert, denen es im Durchschnitt weitaus besser geht, als es ihnen nach Meinung der Antisemiten gehen sollte. Messerscharfe Schlußfolgerung der Antisemiten: diese Gruppe arbeitet mit unlauteren Mitteln und ist von Grund auf böse.

Ich habe an anderer Stelle Werner Maser zitiert, der ausführt, daß die Juden von alters her eines auszeichnete: eine hohe Arbeitsethik und damit einhergehend ein hohes ethisches Niveau, was beispielsweise Vertragstreue betrifft. Ihr Erfolg ist entsprechend mit dem überproportionalen Erfolg der Parsen, Jainas und Sikhs in Indien oder der Chinesen in Malaysia und Indonesien vergleichbar.

Der Antisemit ist jemand dessen eigene Arbeitskapazität sehr niedrig ist und der entsprechend auch ein sehr niedriges ethisches Niveau besitzt. Solche Leute haben immer das Gefühl, daß ihnen Dinge zustehen, die sie nicht selbst erarbeitet haben! Diese alles andere als schönen Charaktereigenschaften projiziert der Antisemit auf die Juden, um so sein Selbstwertgefühl aufrechtzuerhalten. Aus einem verachtenswerten antisemitischen Wicht wird dergestalt ein moralischer Ankläger!

Der Antisemitismus wird erst dann verschwunden sein, wenn die Massen lernen, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen. Der Sozialismus hingegen, d.h. die systematische Zerstörung des der Arbeitsfähigkeit der Massen, ist ein veritables Zuchtprogramm für Antisemiten.

Da die Probleme der Arbeitsdemokratie untrennbar mit denen der Sexualökonomie verzahnt sind, ist es kein Wunder, daß der typische Antisemit ein ziemlich ekliger Zeitgenosse ist, der seine bioenergetische Anspannung vor allem mit pornographisch gefärbten Gewaltphantasien zu bewältigen trachtet. Siehe dazu auch Jerome Edens Ausführungen über „Die energetische Grundlage des Faschismus“ in Die kosmische Revolution, wo sich Eden auch mit dem eingangs im Leserkommentar erwähnten Machwerk auseinandersetzt. Was bleibt ist ein ekliges Gefühl.

Reich schreibt zum Antisemitismus:

Der Jude wird im allgemeinen, besonders unter dem Druck so konsequenter Propaganda wie der des Banditen Streicher, als „Schächtjude“ erlebt, also als ein Mensch mit einem langen Messer, der christliche und deutsche Kinder zum Pessachfest abschlachtet. Da er kleine Kinder am Glied beschneidet, untermauert sich die Angst vor ihm durch die uralte Kastrationsangst, die in allen sitzt. Solche Dinge tut nur ein Wesen, das selbst alle Lust, speziell Sexuallust für sich rauben will. Der Jude nimmt also dem Arier die Mädchen weg, nachdem er die Männer kastriert hat. Der Jude nimmt immer etwas weg. Da er zudem das Unglück hat, durch frühere Judenverfolgungen dem Handel zu frönen, raubt er Geld. Nur ein Schritt noch, und er ist der Inbegriff des „Kapitalisten“ geworden. So kann sich unter geschicktester Ausnützung der Sexualangst vor dem Schächtjuden der gesamte Gefühlshaß der Massenmenschen gegen den Geldwucherer, mit anderen Worten, den „Kapitalisten“, auf den Juden verlagern. Der Jude zieht somit sowohl den sozialistischen Kapitalistenhaß wie die erworbene Sexualangst auf sich. (Menschen im Staat)

Reich hat den „pestilenten Charakter“ als jemanden gekennzeichnet, „der mit Schwung und Hingabe etwas vermeintlich Gutes tut“ (Christusmord, Freiburg 1978, S. 191). Desgleichen Nietzsche:

Es ist nicht auszurechnen, was sich alles unter dem Anscheine eines Kampfes gegen das Böse von schlechten, von rachsüchtigen, von gänzlich rücksichtslosen Instinkten versteckt. Selbst schmutzige Antisemiten wie Eugen Dühring nehmen in Anspruch, die Sache des Guten zu vertreten… (Kritische Studienausgabe, Bd. 14, S. 496)

Nietzsches Beschreibung der Emotionellen Pest und des pestilenten Charakters, etwa des besagten „Berliner Rache-Apostels Eugen Dühring“, dessen Sozialismus und Antisemitismus in ihrer Untrennbarkeit sich wie eine Vorwegnahme des Nationalsozialismus ausnehmen, ist perfekt (KSA, Bd. 5, S. 368-375). Nietzsche hat das Wesen der Pest durchschaut: von „bösen Gedanken, Vorsätzen, Schurkereien“ ist der „ekle Quell so häufig der Unterleib“ (KSA, Bd. 2, S. 203).

Die „Verschwörung der Leidenden“ gegen jene, denen es besser geht: aus ihrem „Ressentiment“ heraus vergiften sie alles mit ihrem ständigen Argwohn:

das Grübeln über Schlechtigkeiten und scheinbare Beeinträchtigungen, sie durchwühlen die Eingeweide ihrer Vergangenheit und Gegenwart nach dunklen fragwürdigen Geschichten, wo es ihnen freisteht, in einem quälerischen Verdachte zu schwelgen und am eignen Gifte der Bosheit sich zu berauschen – sie reißen die ältesten Wunden auf, sie verbluten sich an längst ausgeheilten Narben, sie machen Übeltäter aus Freund, Weib, Kind und was sonst ihnen am nächsten steht. (KSA, Bd. 5, S. 374f)

Besser kann man den antisemitischen Modju gar nicht beschreiben! Es fängt bei der Kindererziehung und der Ehemisere an und endet im Holocaust.

Nikolai Levashov (Teil 2)

5. Mai 2012

In seinem Nazi-Wahlprogramm stellt sich der „russische Wissenschaftler“ Nikolai Levashov als jemand vor, der sich in den letzten 20 Jahren selbstlos fürs Vaterland aufgeopfert und gefochten habe. Rußland mache jetzt die schwierigste Phase seiner Geschichte durch. Die Feinde seien stark und zahlreich. In den letzten Jahrtausenden hätten sie erfolglos versucht, Rußland mit Waffengewalt zu unterwerfen. In den letzten Jahrhunderten sei es jedoch zu einem geheimen, hinterhältigen Krieg gekommen, den die Russen nicht rechtzeitig wahrnahmen und gegen den sie sich nicht entsprechend schützen konnten. Das Ergebnis dieser geheimen Machenschaften sei heute überall evident: die Bevölkerung Rußlands nehme rapide ab, die Geburtenrate falle, die Industrie sei fast zerstört, die Armee geschwächt, die Reichtümer des Landes würden erbarmungslos ausgeplündert. Geblieben sei ein Leben, in dem die Russen zu lebenslanger Sklaverei verurteilt seien. In wenigen Jahren sei der Punkt erreicht, an dem der Feind den endgültigen Vernichtungsschlag ausführen könne. Die einzige Rettung, die geblieben sei: Levashov.

Über die Rolle Israels in der modernen Welt hat Levashov folgendes zu sagen: Kurz vor Beginn einer Demonstration im Dezember 2011 sei in Rußland ein 200 Mann starke israelische Sondereinheit eingetroffen. Sie sollten in die Menge und auf Polizeibeamte schießen, um so ein Blutbad zu provozieren. Levashov erinnert in diesem Zusammenhang seine Zuhörer daran, daß auch im Herbst 1993 „jüdische Sondertruppen“ eingesetzt worden waren, als Präsident Jelzin das damalige Parlament stürmen ließ. Damals seien 1500 Menschen umgekommen. Levashov verweist auf den Ausbruch der arabischen Revolutionen im vergangenen Jahr, in denen es anfangs auch „unbekannte Scharfschützen“ gegeben habe, die in die demonstrierende Menge und auf Sicherheitsbeamte geschossen haben. Danach hätten die „demokratischen Massenmedien“ des Westens hysterisch nach humanitären Interventionen gerufen. Nun sei von den Zionisten etwas ähnliches wie in Muammar Gaddafis Libyen in Rußland geplant. Die Ankunft der israelischen Sondertruppen in Rußland mit der Aufgabe Terrorakte zu begehen, sei allein schon ein gigantisches Verbrechen, aber Levashov weist auf noch weiterreichende Pläne der „Weltregierung“ hin: Die sich versammelnden Massen würden von Satelliten aus mit psychotronischen Strahlen beschossen. Dadurch solle eine Massenpsychose wie während des „arabischen Frühlings“ hervorgerufen werden.

Levashov zufolge wollen die Juden („die Parasiten“) den Dritten Weltkrieg inszenieren, indem sie die islamische Welt provozieren:

Bereits Hitler hat die Juden sowohl für den Ersten Weltkrieg als auch für den Ausbruch des Zweiten Weltkrieges verantwortlich gemacht… Übrigens hat es, Levashov zufolge, den Holocaust nie gegeben. Er sei, so Levashov, eine „dreckige Lüge“:

Der schleichende Genozid am vedisch-arischen Volk Rußlands, die angeblichen Geheimaktionen des Mossad und die jüdische Holocaust-Propaganda seien alles Teil eines kosmischen Kampfes der Mächte des Bösen gegen das Licht. Einer der Opfer dieses Kampfes sei Levashovs Frau Svetlana gewesen, die in einem schloßartigen Anwesen in Frankreich lebte. Die dunklen kabbalistischen Kräfte hätten diese Seherin ständig auf okkulter Ebene angegriffen und versucht ihr Gedächtnis, das über die Äonen zurückreichte und die Machenschaften der dunklen Mächte in der Geschichte kannte, ihr Augenlicht, sowie ihr Herz zu zerstören. Glücklicherweise konnte Levashov durch Fernheilung die schwarzen Kabbalisten immer wieder in ihre Schranken weisen und beispielsweise Svetlanas Herzgewebe neu wachsen lassen, doch schließlich erlag Svetlana den okkulten Angriffen: ihr Herz explodierte von innen.

Man kann sich unschwer ausmalen, was für Theorien in die Welt gesetzt werden, wenn Levashov bald seiner wirklich monströsen Fettleibigkeit zum Opfer fallen wird!

Hier das Beileidsschreiben der ehemaligen Orgonomin und heutigen Lavashov-Anhängerin Barbara Koopman:

Lieber Nicolai – geschätzter Lehrer und Mentor. Mein Herz ist voller Mitgefühl für Dich und Svetlana in dieser Zeit des unbeschreiblichen Verlustes. In der Geschichte dieses Planeten stechen Du und die strahlende Svetlana als Bollwerke gegen die lebensnegativen Kräfte des Bösen hervor, die die Menschheit bedrohen. Eure Opfer und Euer Mut sind nicht in Worte zu fassen und was die Menschheit Euch beiden schuldet ist unermeßlich. Ich habe wunderbare Erinnerungen an Svetlana, daran, wie ich durch ihre magnetische Präsenz wie geblendet war und wie mich ihr Mitgefühl und ihr Liebreiz bewegt haben. Unsere Begegnungen waren meist kurz, aber es war immer ein Privileg, wenn sich unsere Pfade kreuzten und wir in einer gemeinsamen Sache zusammenfanden. Für diejenigen von uns, die das Privileg besitzen Dich zu kennen und zu schätzen, wäre es im Sinne des Gedächtnisses an Svetlana angebracht, sich aus den Tiefen unseres Kummers zu erheben und unsere Unterstützung für den kosmischen Kampf nochmals zu bekräftigen, den Du und sie so selbstlos gefochten habt. Mit Liebe, Barbara Koopman, 21.11.2010

Die selbstlose Svetlana, die, bevor sie sich während der Perestroika der einträglicheren Spökenkiekerei zuwandte, als Schlagersängerin durch die UdSSR getingelt war, hatte insbesondere von den Tempelrittern geschwärmt. Sie wären die ersten gewesen, die die Strategien und die Taktiken der „sozialen Parasiten“ durchschaut und ihr eigenes Finanzsystem dagegengesetzt hätten. Doch die „sozialen Parasiten“ hätten ihre unterwürfigen Sklaven, den französischen König und den Papst, benutzt, um den Templerorden zu zerschlagen und dann dessen Finanzsystem übernommen. Mit anderen Worten: „Wenn es dem internationalen Finanzjudentum noch einmal gelingen sollte…“ (siehe oben).

Juden sind, so Levashov, „soziale Parasiten“. Wie das im einzelnen aussieht, kann man hier und hier nachlesen.

Übrigens ließ sich Svetlana als „Svetlana de Rohan Levashova“ nach ihrem französischen Landsitz titulieren. Ihre welterschütternden Offenbarungen über Kreuzritter, Katharer, etc. schrieb sie unter teilweise unmenschlichen Bedingungen. Die „sozialen Parasiten“ ließen sie in ihrem Schloß nämlich fast erfrieren. Ich nehme eher an, daß die hohe Frau die Rechnung der Stadtwerke nicht rechtzeitig beglichen hatte… Eine große, huldvolle Dame! Auch Nikolai hat es mit dem Adel: er ist „Prinz Levashov“, hat u.a. den Orden „Pride of Russia“ und jede Menge akademischer Titel und Ehren, die ebenfalls zweifelhaft sind.

Im letzten Link wird beschrieben, wie die „Geistheilungen“ Levashovs und seiner Schüler auf dessen kosmologischen Vorstellungen beruhen, d.h. der Anisotropie des Raumes. Aber auch seine politischen, d.h. antisemitischen Vorstellungen beruhen auf der Anisotropie des Raumes. Die Erde bewege sich gerade durch einen Abschnitt des Raumes, der von Dämonen bevölkert ist und jenes Volk, das, Levashov zufolge, wegen seiner materialistischen Grundhaltung dafür besonders anfällig ist, wurde Werkzeug dieser Dämonen. So wurden die Juden für Levashov zu „sozialen Parasiten“ und zum Feind der Menschheit schlechthin.

Nikolai Levashov (Teil 1)

4. Mai 2012

Seit 2007 habe ich gezögert von folgendem zu berichten und meine damalige Einsicht immer wieder verdrängt. Aber irgendwann kommt alles Verdrängte an die Oberfläche.

Zunächst einmal wird dem aufmerksamen Leser aufgefallen sein, daß ich in meiner Besprechung des skandalösen Begleitbandes zu OROP Wüste den zweiten Teil des Büchleins, der von Richard Blasband zu verantworten ist, unterschlagen habe. Die Erklärung ist einfach. Wenn ich Blasbands Aufsatz lese, vergehe ich am Anfang des Berichtes in maßloser Bewunderung für diesen Orgonomen, – um am Ende, nachdem er den russischen Wunderheiler und „Seher“ Nikolai Levashov eingeführt hat, einfach nur traurig den Kopf zu schütteln, weil er Arnim Bechmanns Glauben an eine quasi „anthroposophische“ „Weiterentwicklung“ der Orgonomie die „orgonomische“ Beglaubigung verleiht. Blasband präsentiert den Okkultisten Levashov als Autorität, die abschließend über Reich urteilen kann. Levashov sei geistig mit vielen Millionen außerirdischen Zivilisationen und „hunderten anderen Universen“ in Kontakt! Das ganze gehört zum Abgefahrensten, was ich jemals gelesen habe – und ich kenne mich wirklich in der okkulten und angeblich „esoterischen“ Literatur aus. So wollte Heiko Lassek, der das damalige Buchprojekt zu verantworten hatte, dem deutschen Publikum Reich nahebringen!

Siehe auch meine Ausführungen in Der Mythus des 21. Jahrhunderts. Aber kommen wir zu Levashov selbst:

Jahrgang 1961 gehörte Levashov nach einer Karriere beim Militär zu den zahllosen Wunderheilern, die die Fernsehkanäle des untergehenden rotfaschistischen (mechanistischen) Sowjetreichs bevölkerten und den Übergang zum schwarzen Faschismus (Mystizismus) in Rußland augenfällig machten. (Siehe dazu meine Ausführungen in Der blaue Faschismus.) Im desorientierten Rußland machten sich schwarzfaschistische Sekten wie Scientology, die Osho-Bewegung, Hare Krishna und nicht zuletzt autochthone Bewegungen breit, die Okkultismus, Antisemitismus und „Eurasiertum“ miteinander verbanden. Ganz ähnliches trug sich in China mit der faschistischen Sekte Falun Gong zu. Genau das ist der Grund dafür, daß Reich seine ehemaligen kommunistischen Genossen so abgrundtief hassen lernte: sie haben die Massen, die sie doch angeblich befreien wollten, freiheitsunfähiger und dümmer gemacht als je zuvor.

James Demeo hat sich eingehend mit dem Fall Levashov auseinandergesetzt. In seinem in Rußland wegen Verbreitung von Antisemitismus und Rassenhaß verbotenen Buch Russian History Viewed Through Distorted Mirrors beschreibt Levashov auf Grundlage der „slawisch-arischen Veden“ die außerirdische Herkunft der Menschenrassen. Levashov klingt dabei wie Helena Blavatsky, die Urmutter aller Nazi-Esoterik. Das jüdische Alte Testament stelle die gleiche Geschichte aber aus Sicht der feindlichen anti-arischen Kräfte dar, d.h. aus der Perspektive der schwarzen Magier. Dabei ginge es um den kosmischen Kampf zwischen Licht und Finsternis, zwischen evolutionärem Fortschritt und Niedergang. Entweder befreie sich die Erde von den „jüdischen Parasiten“ oder die Menschheit werde untergehen. Unter anderem würden, so Levashov, die Juden mit den von ihnen kontrollierten Massenmedien die Gesellschaft sexualisieren und so die Evolution sabotieren. Die „evolutionäre Tür“, um über das Tiersein hinauszugelangen, schließe sich bei jedem Menschen zwischen dem 16. und 18. Lebensjahr. Wenn zu dieser Zeit die psychischen Energien für Sex verschwendet würden, bleibe nicht genug für die spirituelle Entwicklung übrig.

2009 verkündete Levashov bei einem Treffen mit Lesern seines Buches, daß in den letzten Jahrtausenden die Feinde der Menschheit, die „sozialen Parasiten“ (d.h. die Juden) alles getan hätten, um die Slawo-Arier zu versklaven und zumindest teilweise zu vernichten. Das Weltjudentum würde die ganze Menschheit versklaven und zu einen Zustand bloßen Tierseins degradieren. Sie würden jährlich Hunderte Millionen Menschen zerstören durch giftige Nahrung und Medizin, verschmutztes Wasser und verschmutzte Luft, Krieg und Terror. Levashov rufe aber nicht zur Gewalt gegen Juden auf, denn Kriege und Revolutionen seien das Hobby der Feinde, die gelernt hätten, bei solchen Auseinandersetzungen die besten der besten Slawo-Arier zu töten. Der einzige Weg sei, die Wahrheit zu verbreiten. Die Feinde hätten Todesangst davor, daß wir erkennen, wer wir selbst und wer sie sind; wir begreifen, daß wir keine Sklaven sind und unsere Sklaventreiber weit wegschicken könnten.

Mit diesem Nazi-Programm wollte Levashov an der letzten Präsidentschaftswahl in Rußland teilnehmen, scheiterte aber daran, daß er, der zwischen 1991 und 2006 in den USA weilte, nicht lange genug in Rußland gelebt hatte, um antreten zu dürfen. Seinen Wahlaufruf kann man nur würdigen, wenn man weiß, daß, Levashov zufolge die „Mischrasse“ der Juden von außerirdischen Parasiten befallen wurde und seit Jahrtausenden damit beschäftigt sei, die arische Rasse insbesondere aber das „vedisch-arische Rußland“ zu zerstören. Dazu diente die Christianisierung Rußlands, Ivan der Schreckliche, Peter der Große und die von jüdischen Finanzkapitalisten in Amerika finanzierte Russische Revolution und der ebenfalls von diesen Kreisen finanzierte Hitlerismus. Heute würden die Juden (natürlich im Verbund mit den Freimaurern) das russische Volk mit genmanipulierter Nahrung, Impfprogrammen, Drogen, etc. auszuradieren suchen. Auch gäbe es einen geheimen Krieg Amerikas gegen Rußland, beispielsweise gingen, wie der „Wissenschaftler“ Levashov ausführt, die verheerenden Brände in Rußland 2010 auf HAARP zurück:

Der Irrsinn regiert die Welt

21. März 2012

Hitler hat, ganz Darwinist, einfach darauf vertraut, daß sich das (Starke und deshalb) Gute durchsetzt. Am Ende wollte er ja den überlegenen Slawen ein plattgemachtes Germanien überlassen. Und über die Juden schrieb er in Mein Kampf, ob nicht das „unerforschliche Schicksal“, also für Hitler Gott selber, „den Endsieg dieses kleinen Volkes in ewig unabänderlichem Beschlusse wünsche“.

Antisemit war er, weil er, wieder ganz Darwinist, in den Juden sozusagen das „biologische Substrat“ jener jüdisch-christlich-marxistischen Weltanschauung ausmachte, die den ewigen Kampf ums Überleben des Stärkeren hintertreibe, deshalb lebensfeindlich sei – und deshalb ausgemerzt gehöre.

Aber hat er jemals wirklich im wortwörtlichen Sinne an die jüdische Weltverschwörung geglaubt? Bei Himmler ist das absolut sicher. Am Ende hat er mit Vertretern des jüdischen Weltbundes verhandelt, weil er allen Ernstes fest davon überzeugt war, daß die im Hintergrund die Fäden ziehen. (Genauso wie es heute Millionen glauben, die dem „antizionistischen“ „Zeitgeist“ folgen!) Den besagten Vertretern hat er natürlich auch erzählt, daß er persönlich gar nichts gegen Juden habe. Ich bin geneigt ihm zu glauben.

Vor zehn Jahren hat der deutsch-syrische Islam-Experte Bassam Tibi eine schöne Anekdote im Radio erzählt: In einer Live-Diskussion im ägyptischen Fernsehen wurde er gefragt, ob es stimme, daß in Deutschland Moslems verbrannt werden. Total perplex und verwirrt hat Tibi das natürlich verneint. Nach der Fernsehsendung wurde er vom Chefredakteur zur Seite genommen. Er könne ihm doch nun unter vier Augen eingestehen, daß er von der deutschen Regierung bezahlt werde, um solche offensichtlichen Lügenmärchen („Moslems werden in Deutschland nicht verbrannt!“) zu verbreiten. – Große Teile der Weltbevölkerung scheinen genauso total irre und wahnhaft zu sein, wie es Himmler war. Total meschugge.

Und es sind nicht nur absurde, d.h. islamische Länder wie Ägypten oder Pakistan! Millionen, zig Millionen, Deutsche hängen den allerwirrsten Verschwörungstheorien an. Man schaue sich das Internet an! Beispielsweise Blogs, meine „Kollegen“: manche sind dermaßen irre, wirklich psychotisch, daß man es kaum glauben kann. Channeling, Botschaften von UFO-Kommandanten vom Planeten Venus, etc.pp. Und das ist kein Randphänomen, sondern derartige Blogs sind ein großer Erfolg, was man am leichtesten anhand der zahlreichen Kommentare ablesen kann. Bei anderen sehr erfolgreichen Blogs kann ich beim besten Willen nicht ausmachen, ob ich es mit Nationalsozialisten oder gewöhnlichen Bolschewisten zu tun habe. Und man glaube nicht, daß sich die Auswüchse des Darwinismus seit Hitler viel gebessert haben.

Ähnlich wie einst die Nationalsozialisten im einzelnen Menschen primär nur den Träger des Erbgutes seiner Rasse sahen, definiert auch der Vorreiter der neuen Gottlosen, der Engländer Richard Dawkins, den Menschen als „Verpackung der allein wichtigen Gene“, deren Erhaltung der vorrangige Zweck unseres Daseins sei.

Ich stimme, wie fast immer, mit dieser Aussage Kardinal Meisners vollkommen überein.

„Peter, ist dieser Blogeintrag nicht etwas wirr?“ Ähhh, es geht darum, daß ich keinen großen Unterschied zwischen Leuten sehe, die abends vom Meditationskreis heimkehren und feststellen, daß der Mond gekippt ist, und Wissenschaftlern, die uns gegen den „Klimawandel“ (sic!) gentechnisch Katzenaugen verpassen wollen.

Die Welten der Wissenschaft und hohen Politik auf der einen und des schieren Irreseins auf der anderen Seite scheinen weit voneinander getrennt zu sein, doch Reich hat in Werken wie Die Massenpsychologie des Faschismus und Äther, Gott und Teufel gezeigt, daß überall der gleiche Wahnsinn Methode hat:

Das geschieht in allen gepanzerten Menschen, unabhängig davon wie „rational“ sie sich auch immer gerieren mögen.

Julius Streicher in Münster

7. März 2012

Die Menschheit war über Jahrtausende Opfer von Epidemien, ohne deren Ursache auch nur zu erahnen. Die Schleimhäute schwollen an, die Haut wurde von Pusteln entstellt, etc. pp. – und niemand ahnte, daß das auf Viren oder Bakterien zurückzuführen war. Ganz genauso ist es mit dem geartet, was Reich als Emotionelle Pest bezeichnet hat: ganze Gesellschaften werden von Irrationalität zerrissen, man denke etwa an den Holocaust an den Armeniern in der Türkei und später auch an den der Juden in Deutschland, ohne daß die wahren Hintergründe jemals offengelegt wurden.

Was ist der „Virus“, der hinter der heutigen Christenverfolgung in der mohammedanischen Welt und der jahrhundertelangen Judenverfolgung in der christlichen Welt steht? Die traditionelle Weisheit reicht immerhin soweit, daß es „die Angst vor dem Anderen“ ist. Toleranz sei deshalb das höchste Gut. – Das ist eine rationalistische Vorstellung, die außer acht läßt, daß wir es hier mit Emotionen zu tun haben und daß das, was als Grund für die Verfolgung der jeweiligen Minderheiten angegeben wird, nur vorgeschoben ist. Es wird vorgegeben, daß man sie bekämpfe, weil für den Feind arbeiteten, eine „fünfte Kolonne“ seien, doch tatsächlich geht es darum, daß sie unbewußt für etwas stehen, was den von der Emotionellen Pest infizierten in die Raserei treibt: jenes Lebensglück, das ihm selbst versagt ist. Entsprechend spielen immer sexuelle Untertöne mit: die Juden, die Christen, die „fremde Rasse“, die „fremde Volksgruppe“, etc. – sie seien „sexuell haltlos“.

Das ist der verborgene Kern, der „unsichtbare Virus“, der hinter der Emotionellen Pest steckt: man leidet an einem Energiestau und statt sich seinen neurotischen Symptomen (= vergebliche Versuche der psychischen und somatischen Energieentladung) resignativ anheimzugeben, tut man alles, um die vermeintliche Ursache des Energiestaus, d.h. die vermeintliche Quelle der Erregung auszuschalten. Der Leitspruch der Emotionellen Pest lautet entsprechend: „Ich finde das unerträglich!“

Die Emotionelle Pest ist derartig ansteckend, weil wir alle unter einem Energiestau leiden, d.h. orgastisch impotent sind.

Diese allgemeine, allgegenwärtige Malaise liegt üblicherweise brach und es kommt nur vereinzelt zu kleineren, engbegrenzten Ausbrüchen der Emotionellen Pest, die schnell wieder verebben.

Man nehme die Juden in Deutschland: der Antisemitismus war allgegenwärtig und für die Betroffenen ein ewiges Ärgernis, aber man konnte sich mit der Situation arrangieren. Bis Leute wie Julius Streicher kamen, die die in den Massen brachliegende Emotionelle Pest künstlich angefacht haben, sodaß es für die Opfer kein Entrinnen mehr gab. Der Holocaust wurde erst dadurch möglich, daß Streicher (und andere seines Schlages) die in den Deutschen (wie in allen anderen Völkern) sozusagen auf Sparflamme glimmende Emotionelle Pest angefacht hat. Ohne einen derartigen „pestilenten Charakter“ (Modju) auf der einen und die neurotischen Massen auf der anderen Seite, hätte es keinen Holocaust gegeben.

Es müssen immer beide Elemente vorhanden sein, bevor es zu katastrophalen Ausbrüchen der Pest kommen kann. Es bedarf nur des richtigen Umfeldes, meist eine wirtschaftliche Krise, die die Massen emotional destabilisiert und zugänglich für die Sprüche Modjus macht:

In der heutigen, der antiautoritären Gesellschaft hat sich an all dem nichts geändert. Der einzige Unterschied ist, daß der Auslöser der pestilenten Attacke ein anderer ist. In der autoritären Gesellschaft ging es letztendlich immer darum, daß das Opfer real oder phantasiert unerträgliche sexuelle Gefühle ausgelöst hat und deshalb beseitigt werden mußte, „damit Ruhe ist“. Heute macht dieses „Ruhebedürfnis“ sich an jenen fest, die die irrationale Grundlage der antiautoritären Gesellschaft gefährden: die alles durchdringende und beherrschende Kontaktlosigkeit. Was früher in Städten wie Münster die Hetze gegen und die schließliche Verfolgung von Juden war, das ist heute „der Aufstand der Anständigen“. Ziel der Hetze sind „Neonazis“ (vermeintliche oder richtige ist in diesem Zusammenhang gleichgültig). Sie gefährden die allgegenwärtige Permissivität und müssen deshalb ausgemerzt werden. Die Hetze ist erbarmungslos eliminatorisch. Sogar die Größenverhältnisse sind identisch. Beispielsweise stellten sich am letzten Wochenende 7 000 fanatisierte Antifanten 250 Neonazis entgegen. Die Antifanten empfanden sich dabei ebenso als heroische „Widerstandskämpfer“, wie einst die eifrigen Leser von Julius Streichers Der Stürmer, die eingeschüchterte Juden auf der Straße bedrängten.

Man erinnere sich an die Sarrazin-Debatte, dem irrationalen Haß, den Unterstellungen und Verdrehungen, dem der Mann ausgesetzt war. Er konnte tun und lassen, was er wollte, aus seiner Rolle als „der Leibhaftige“ kam er einfach nicht heraus. Es ging gar nicht um ihn, noch nicht einmal um das, was er wirklich geschrieben hatte, sondern einzig darum, daß er die Ruhe gestört, die Kontaktlosigkeit gefährdet hat, die die Grundlage der „bunten Republik“ ist. Genauso ging es früher nie um die Juden als solche, sondern um ihre Stellung als Minderheit, die die Bewegungslosigkeit der monolithischen „Volksgemeinschaft“ gefährdete. Die Opfer waren nicht besser oder schlechter als der Rest der Bevölkerung. Heute ist es nicht anders: wer zur verhaßten und letztendlich auszumerzenden Gruppe der „Neonazis“ gehört, bestimmen die Gutmenschen. Münster soll nazirein werden.

Das vorgeschobene Motiv dieser entmenschten Hetze ist der „Antifaschismus“, der unsichtbare „Virus“ ist jedoch die Todesangst vor Kontakt. Daß es einen Unterschied zwischen primären und sekundären Trieben gibt, daß die Wirklichkeit autonom funktioniert und sich nicht nach den eigenen „Idealen“ richtet, daß die menschliche Natur nicht beliebig formbar ist, daß es beispielsweise zwei biologische Geschlechter gibt – derartige Einsichten treibt die heutige Ausformung der Emotionellen Pest in die Raserei. Man denke nur an die ungeheuerliche Aussage von Sigmar Gabriel, daß die moderne Genetik nicht in Übereinstimmung mit dem Parteiprogramm der SPD steht. Daß der Intelligenzquotient größtenteils auf Vererbung beruht und deshalb die „bunte Ideologie“ Makulatur ist, daß die Welt tatsächlich nicht so konturlos ist, wie sie durch die Milchglasscheine der antifantischen Ideologie aussieht, sondern Strukturen und Kontur hat – wer so etwas sagt und damit den Zustand der Kontaktlosigkeit gefährdet, wird für vogelfrei erklärt. Man darf ihm straffrei die größten Ungeheuerlichkeiten an den Kopf werfen. Wenn er sich wehrt, macht er sich der „Volksverhetzung“ schuldig. Die Emotionelle Pest, deren Ziel es ist, jede bioenergetische Bewegung und Erregung zu unterbinden, erklärt das Opfer zum Täter, dem nur widerfährt, was ihm ohnehin zusteht.

Die heutige Ausformung der Emotionellen Pest ist in vieler Hinsicht sogar schlimmer als früher, denn es war nur allzu offensichtlich, daß Streicher ein Schwein war. Sogar viele Nazis ekelten sich vor ihm. Die heutigen Modjus sind unsichtbar, stehen sie doch für „Antifaschismus“, Völkerverständigung und sogar für die „Kultur des Dialogs“. Was sollte am Widerstand gegen Nazis verwerflich sein?

Am nächsten Wochenende geht in Münster der „Aufstand der Anständigen“ weiter, denn wieder müssen „Nazis“ gestoppt werden.

Das halten Antifanten von der Demonstrationsfreiheit. Wenn sie nur könnten: sie würden uns alle an die Wand stellen – und Ruhe ist.

Hatte Adolf Hitler einen Führerschein?

18. Februar 2012

Anläßlich des Rücktritts von Christian Wulff, der in seiner Charakterstruktur in jeder Beziehung die Bevölkerung widergespiegelt hat, blicke ich auf einen seinen Vorgänger zurück:

Wohl kaum ein Mann hat sich jemals weniger zum „Führen“ eines Landes geeignet als Adolf Hitler. Er ist an die Macht gekommen, weil sich der einfache Michel mit ihm vollkommen identifizieren konnte. Er war genauso entscheidungsschwach, kriecherisch, zaghaft, kleingeistig, rachsüchtig und ressentiment-beladen wie der durchschnittliche deutsche Untertan.

Sigurd Hoel hat Reichs Einschätzung der Person Hitler von 1933 wie folgt zusammengefaßt:

Hitler habe mit verblüffender Aufrichtigkeit seiner Verachtung für die Massen Ausdruck gegeben.

Er hat wieder und wieder die Massen als „formbaren Lehm“ bezeichnet, von Natur passiv und weibisch, außer Stand zu denken, aber wohl geeignet zu fühlen, und mit einem unbewußten Wunsch in sich, brutalisiert, kommandiert, am Nacken gefaßt und geleitet zu werden.

Wobei, so Hoel, anzumerken sei, daß Hitler selbst gefühlsmäßig in hohem Grad ein „Massenmensch“ ist („Kulturkampf und Literatur“, Zeitschrift für politische Psychologie und Sexualökonomie, 1936, S. 89).

Im Zweiten Weltkrieg mußte Hitler zu seinen Siegen geradezu getragen werden. Er war baß erstaunt, als er mit seinem kleinen Feldzug gegen Polen einen europaweiten Krieg vom Zaun brach, auf den Deutschland in keinster Weise vorbreitet war. Als ihm dann das militärische Genie Manstein, das sich vollkommen zufällig bei der chaotischen Entscheidungsfindung mit seinem militärstrategisch revolutionären Angriffskonzept durchgesetzt hatte, trotz allem den triumphalen Sieg über den „Erbfeind Frankreich“ schenkte, verhinderte Hitler höchstpersönlich die Vernichtung des britischen Expeditionsheeres in Dünkirchen, die ihm mit einem Schlag die Weltherrschaft beschert hätte.

Nach großem Zaudern entschloß er sich dann schließlich doch England anzugreifen. Erste Voraussetzung war die Erringung der Luftherrschaft, doch kaum war die zum Greifen nahe, entschloß sich Hitler, militärisch vollkommen sinnlos, die Ressourcen der Luftwaffe für die Bombardierung englischer Städte einzusetzen. Rache dafür, daß die RAF ein paar Bomben auf Hamburg und Berlin geworfen hatte. Das nutzte die RAF, um sich von den verheerenden Schlägen zu erholen und die „Luftschlacht um England“ war für Deutschland verloren.

Um Großbritanniens letzten potentiellen Verbündeten auf dem Kontinent zu beseitigen und so die Insel doch noch in die Knie zu zwingen, entschloß sich Hitler mal so eben die Sowjetunion anzugreifen. Der Vormarsch verlief glatt. Mir hat einmal ein Lehrer beschrieben, wie seine Einheit von den Ukrainern voller echter Begeisterung als Befreier empfangen wurde. Moskau war in Reichweite, dessen Fall das stalinistische Regime unter keinen Umständen hätte überleben können. Und was tat Hitler? Er befahl die Zweiteilung der siegreichen Armee in zwei Heeresgruppen und den Zug Richtung Kaspisches Meer, um, logisch schlichtweg nicht nachvollziehbar, „Territorium zu erobern“… Gleichzeitig wurde auf Befehl Hitlers die durch und durch deutschenfreundliche Bevölkerung derartig drangsaliert, daß den stalinistischen Kommissaren ob des unerwarteten Propagandaerfolgs die Freudentränen in die Augen schossen.

Nach dem Desaster von Stalingrad, das wieder ganz alleine Hitler persönlich zu verantworten hatte, bot sich eine allerletzte Möglichkeit, den Ostfeldzug, wieder unter Manstein, doch noch zu einem für Deutschland akzeptablen Ende zu bringen: die gigantische Panzerschlacht im Kursker Bogen. Eine Niederlage hätte das definitive Ende der Roten Armee bedeutet. Und tatsächlich stand ein deutscher Sieg so gut wie fest, hätte Hitler nicht den Angriffsbefehl drei Monate hinausgezögert, bis die Russen ihre Verteidigungsstellungen bis zur Perfektion ausgebaut hatten. Resultat war ein Remise – von dem sich die Wehrmacht nie wieder erholt hat.

Die allerletzte Chance für Deutschland waren die „Wunderwaffen“. Deutschland hatte den ersten einsatzfähigen Düsenjäger, was dem Reich die Lufthoheit über den europäischen Kontinent selbst noch nach der Landung der Alliierten zurückgegeben hätte. Dresden würde noch heute in alter Pracht stehen. Und es ist nicht ganz auszuschließen, daß die Amerikaner eine welthistorische Niederlage erlitten hätten. Stattdessen befahl Hitler, daß die verzweifelt knappen Ressourcen für die militärisch vollkommen sinnlosen „Vergeltungswaffen“ V1 und V2 verschwendet wurden.

Nicht zuletzt hat Hitlers Antisemitismus Deutschland den Rest gegeben. Für fast alle anderen Nazigrößen, etwa Goebbels und Göring, war der Antisemitismus, dieser „Sozialismus der Dummen“ (Bebel), nur ein Mittel zum Zweck, d.h. der einzige Kleister, der die heterogene „Bewegung“ einigermaßen zusammenhalten konnte. Für Hitler war es jedoch eine „Herzensangelegenheit“. Man muß nur die Liste der Nobelpreisträger, fast durchweg Amerikaner und Israelis, durchgehen, um anhand all der aschkenasischen Namen zu sehen, was Deutschland dank Hitler an geistigem Kapital verlorengegangen ist. Nicht zuletzt die Atombombe, die Hitler hintertrieben hat, weil für ihn die Atomphysik eine „jüdische Wissenschaft“ war.

Reich hätte diese ganze Katastrophe bereits 1933 vorhersagen können, als er in Die Massenpsychologie des Faschismus über „Führer und Massenstruktur“ schrieb:

Nur dann, wenn die Struktur einer Führerpersönlichkeit mit massenindividuellen Strukturen breiter Kreise zusammenklingt, kann ein „Führer“ Geschichte machen.

Hitler konnte Geschichte machen, weil er die Verkörperung des kriecherischen, „lehmigen“, „femininen“ „Massenindividuums“ war. Hitler war die Verkörperung von Entscheidungsschwäche, ängstlichem Zaudern, ängstlicher Fremdenfeindlichkeit, kindischer Rachsucht und kindischer Großmannssucht. Die Verkörperung des Kleinen Mannes, der dem deutschen Volk die Ehre genommen hat. Oder wie es auf dem Grabstein von Johann Friedrich Adolf von der Marwitz heißt: „Sah Friedrichs Heldenzeit und kämpfte mit ihm in all seinen Kriegen. Wählte Ungnade, wo Gehorsam nicht Ehre brachte.“ Worte, die sich einzig Graf Stauffenberg zu Herzen nahm…

Das, was Hitler an die Macht brachte, hat gleichzeitig Deutschland vernichtet. „Das“ war der kleine Michel, den Hitler verkörpert hat wie sonst niemand. Das Hitler wirklich „Deutschland war“, zeigen die Reaktionen auf das Stauffenberg-Attentat etwa in Feldpostbriefen. Der deutsche Michel hat seine kongeniale Verkörperung wirklich über alles geliebt!

Die Massenpsychologie der antiautoritären Gesellschaft

8. Januar 2012

Ich schreibe diesen Blogeintrag im IC auf dem Weg nach Hamburg. Neben mir an den mittleren Tischen im Großraumwagen sitzt ein Vater mit seinen beiden Söhnen im Vorschulalter. Der ältere „singt“ entnervend, der Vater bittet ihn immer wieder und wieder und nochmals, daß er doch endlich aufhören solle. Keinerlei Reaktion, wenn man von einem hämischen Gelächter des Jungen absieht. Desgleichen bittet der Vater, daß er sich doch nicht ständig weit über den Platz der jungen Frau, die neben ihm sitzt, lümmeln solle, ebenfalls keine Reaktion. So die ganze Fahrt über. Schließlich, ist der Vater so genervt, daß er ihn wegen einer Nichtigkeit schmerzhaft anstubst – und sich wortreich rechtfertigen muß. Das ganze erinnert fatal an ein sadomasochistisches Spiel. Der kleine Bruder, eindeutig kein Säugling mehr, hat ständig einen Schnuller im Mund, auch während er spricht. Am Ende der Fahrt fängt er herzzerreißend zu schreien an. Seine Verzweiflung ist grenzenlos. Ich denke, er hat sich schwer verletzt, irgendwo eingeklemmt oder so, tatsächlich ist er mit seiner linken Hacke beim Anziehen nicht richtig in den Schuh gekommen. Eine für ihn scheinbar unaufhebbare mißliche Lage.

In meiner Kindheit wären der trottelig-gutmütige Vater, der sadistische ältere Bruder und der schnullernde kleine Bruder schlichtweg undenkbar gewesen, allein schon, weil niemand das jeweilige Verhalten der drei toleriert hätte. Das verpeilte Trio hat die Mutter besucht. Kaum eine Szene beschreibt besser das, was man treffend als „antiautoritäre Gesellschaft“ bezeichnen kann. Noch Anfang der 1970er Jahre hätten die drei wie Aliens aus dem Weltall gewirkt!

Gepanzerte Gesellschaften kann man wie folgt beschreiben:

Die obige Gleichung beschreibt die „ödipale“ Struktur der gepanzerten Gesellschaft, in der der von Rationalität und Kalkül geprägte Staat, dem man Gehorsam und Gefolgschaft schuldig ist, den Vater verkörpert („Recht und Ordnung“) und die damit nicht unbedingt identische Nation, die sich vor allem durch sentimentale Gefühlsbindungen konstituiert, die Mutter („Blut und Boden“).

Wie Reich in der Massenpsychologie des Faschismus ausgeführt hat, ist die alte autoritäre Gesellschaft von zwei Triebkräften geprägt:

  1. Angst vor dem Vater Staat
  2. Sehnsucht nach der Mutter Nation

Beides kommt im Nationalismus zum Ausdruck. In Deutschland zeigte sich das im Kampf gegen den „jüdischen Bolschewismus“, der sich rebellisch dem gefürchteten Vater entgegenstellt und die Mutter „nimmt“, – und im gleichzeitigen Kampf gegen den „jüdischen Kapitalismus“, der die geliebte Mutter „fickt“, sie mit seinem „Mammonismus“ „entehrt“. (Zu letzterem siehe meine Ausführungen über die sozusagen „nicht-völkischen“ und gleichzeitig „sexuellen Ursprünge“ des Kapitalismus.)

Natürlich war die Begründung für den besagten Kampf, d.h. „die Reaktion“, nicht ganz aus der Luft gegriffen, wenn man mal vom Antisemitismus absieht, denn zweifellos waren in den 1920er und 30er Jahren sowohl durch die antikapitalistischen als auch die kapitalistischen Kräfte die traditionellen Einrichtungen, angefangen bei der Familie, bedroht. Beide zerstörten die autoritäre Familie, den autoritären Staat, und machten die Nation bedeutungslos („Globalisierung“). Das mündete, wie in Die antiautoritäre Gesellschaft beschrieben, schließlich in der antiautoritären Gesellschaft, die das genaue Gegenteil der autoritären Gesellschaft ist:

  1. Sehnsucht nach dem Vater Staat
  2. Angst vor der Mutter Nation

Die logische Konsequenz dieser beiden Bestrebungen ist der Internationalismus, der heute jede Facette des gesellschaftlichen Denkens durchdringt.

Die ödipale Rebellion gegen alles, wofür der Vater steht, war auf allen Ebenen erfolgreich: der Vater wurde zum „Freund der Kinder“, eine im Grunde verachtete Witzfigur, die männlichen „Sekundärtugenden“ wurden durch weibliche Gefühlsduselei ersetzt und der Staat wurde der Inbegriff von impotenter Ineffizienz, weil er für alles und jedes zuständig wurde („Sozialpolitik“). Heute bestimmt fast ausschließlich die Mutter bzw. weibliche „Bezugspersonen“, „Betreuerinnen“ und Lehrerinnen das Leben der Kinder.

Früher führte die Angst vor dem Staat und die Sehnsucht nach der „Volksgemeinschaft“ tendenziell zu einer Art „Selbstorganisation“: die autoritäre Familie war selbst eine Art Kleinstaat und die gefürchtete Obrigkeit brauchte kaum einzugreifen. Heute ist es genau umgekehrt: die „Volksgemeinschaft“ wurde zum Horror schlechthin, zur alles verschlingenden bösen Mutter, und der „Idealstaat“ (man denke nur an den absurden Begriff „Verfassungspatriotismus“!) wurde zur alleinigen Orientierung. Der „Nazi“ wird folgerichtig zum Leibhaftigen, zur Verkörperung des apokalyptisch Bösen, zum „(Anti-) Juden“. Europakritiker, Patrioten, Konservative, „neoliberale Raubtierkapitalisten“, geistig gesunde Menschen – alles nichts als „Nazis“!

Der einzige Halt, der den Menschen bleibt, ist der Staat, der sich ineffizient, wie er gemacht wurde, immer mehr zu einer Art religiösen Utopie verflüchtigt und zusehends in ein imgrunde mystisches Jenseits versetzt wird: die „Überwindung der föderalen Kleinstaaterei“, Europa, die UN bringen das Glück. Die Nation wird hingegen erbarmungslos „dekonstruiert“. Waren früher die phantasmagorischen „Juden“ der Feind, sind es nun nicht minder phantasmagorische „Nazis“. Genauso wie die „Juden“ früher auf phantasmagorische Weise Mutter Germania „verkauften“, schänden heute die „Nazis“ die Idee des Internationalismus.

Früher führte die Angst vor dem Vater dazu, daß, wie gesagt, die Menschen sozusagen selbst „Vater spielten“: „Selbstdisziplin“. Heute führt die Angst vor der immer mehr dominierenden Mutter dazu, daß die Gesellschaft in lauter voneinander isolierte „Kleinnationen“ zerfällt: „Tribalismus“ (etwas grundsätzlich anderes als „Kleinstaaterei“!). Alles dreht sich um die „Identität“, die etwa durch die Perversion, der man zufällig frönt, definiert wird. Das größte Verbrechen ist es, die „Gefühle“ eines dieser bizarren Gestalten zu verletzen. Es ist eine Welt, die genauso irre ist, wie es die Welt des Nationalsozialismus war, als sich alles um die „Nationalehre“ drehte. Siehe dazu meine Ausführungen in Linker Obskurantismus.

Zusammengefaßt haben wir:

Die von Reich beschriebene autoritäre Gesellschaft mit ihrer Unterdrückung der Sexualität durch den Vater, die den ödipalen Drang zur Mutter verstärkt (Mystizismus):

Angst vor Vater Staat → Sehnsucht nach Mutter Nation

Seit etwa 1960 tritt an Stelle der alten Gesellschaft, die neue antiautoritäre Gesellschaft, die von Charles Konia in The Emotional Plague beschrieben wurde. Hier führt die Vereinnahmung durch die Mutter zur ressentiment-besetzten Ablehnung aller natürlich gewachsenen „mütterlichen“ Strukturen, zur Flucht in künstlich konstruierte „väterliche“ Strukturen, d.h. zum Multikulturalismus, der eigentlich „Exokulturalismus“ heißen sollte (Mechanismus):

Angst vor Mutter Nation → Sehnsucht nach Vater Staat

Selbstverständlich gilt das hier gesagte ausschließlich für „Biodeutsche“. Türken und andere „Migranten“ leben weiterhin in autoritären Parallelgesellschaften – die mit der antiautoritären Gesellschaft nach Belieben spielen, da sie durch den erwähnten „Tribalismus“ geschützt werden, sakrosankt sind.

Als Ergänzung dieser Ausführungen empfehle ich Die Blase wird platzen von Bernhard Lassahn.


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