Mit ‘Antiautoritarismus’ getaggte Artikel

The Journal of Orgonomy (Vol. 42, No. 1, Spring/Summer 2008)

14. Januar 2013

In seinem Aufsatz „Social Factors Impacting Child and Adolescent Development (Part 1)“ (S. 61-78) beschäftigt sich der orgonomische Psychologe Dee Apple u.a. mit dem Unterschied zwischen der autoritären und der anti-autoritären Gesellschaft.

Die autoritäre Gesellschaft, wie Reich sie beispielsweise in Die Massenpsychologie des Faschismus beschrieben hat, erlaubte ein gewisses Maß an Ausdruck von Kernimpulsen, unterdrückte sie aber weitgehend, jedoch vor allem Impulse sekundärer Natur. Sekundäre Impulse wurden auf eine rigide und moralistische Weise in Schach gehalten.

Seit etwa 1960 mit dem Aufkommen der anti-autoritären Gesellschaft wachsen Kinder in einer Art Mischkultur aus autoritären und anti-autoritären Elementen auf. Der anti-autoritäre Erziehungsstil trägt zur Orientierungslosigkeit bei, indem nicht mehr zwischen primären und sekundären Impulsen unterschieden wird.

Reich hatte, zitiert von Apple, die autoritäre Gesellschaft wie folgt beschrieben:

Wir fanden die Institution, in der sich die sexuellen und die wirtschaftlichen Interessen des autoritären Systems verknüpfen [– die Familie]. Wir müssen nun fragen, wie diese Verknüpfung erfolgt und wie ihr Mechanismus ist. Auch darauf gibt die Analyse der typischen Charakterstruktur des reaktionären Menschen (des Arbeiters eingeschlossen) eine Antwort, freilich nur dann, wenn man sich solche Fragen in der Charakteranalyse überhaupt vorlegt. Die moralische Hemmung der natürlichen Geschlechtlichkeit des Kindes, deren letzte Etappe die schwere Beeinträchtigung der genitalen Sexualität des Kleinkindes ist, macht ängstlich, scheu, autoritätsfürchtig, gehorsam, im autoritären Sinne „brav“ und „erziehbar“; sie lähmt, weil nunmehr jede lebendig-freiheitliche Regung mit schwerer Angst besetzt ist, die auflehnenden Kräfte im Menschen, setzt durch das sexuelle Denkverbot eine allgemeine Denkhemmung und Kritikunfähigkeit; kurz, ihr Ziel ist die Herstellung des an die autoritäre Ordnung angepaßten, trotz Not und Erniedrigung sie duldenden Untertans. Als Vorstufe dazu durchläuft das Kind den autoritären Miniaturstaat der Familie, an deren Struktur sich das Kind zunächst anpassen muß, um später dem allgemeinen gesellschaftlichen Rahmen einordnungsfähig zu sein. Die autoritäre Strukturierung des Menschen erfolgt – das muß genau festgehalten werden – zentral durch Verankerung sexueller Hemmung und Angst am lebendigen Material der sexuellen Antriebe. (Die Massenpsychologie des Faschismus, Fischer TB, S. 49)

Apple beschreibt das anti-autoritäre Pendant so:

Wie autoritäre reproduzieren sich auch anti-autoritäre Gesellschaften die Charakterstruktur der Individuen durch soziale Panzerung und Institutionen, vor allem wieder durch die Eltern in der Familie. Hier ist die Struktur der Familie nicht offen sexualablehnend, sondern vielmehr chronisch permissiv. Lebensfeindliche und anti-sexuelle Botschaften werden von der allgemeinen Haltung des Just do it! verdeckt. Dem Kind jeden Wunsch von den Lippen ablesen, Laissez-faire und mangelnde Orientierungshilfe durch die Eltern haben die Repression abgelöst. Dies führt zu Impulsivität. Die Eltern, die auf diese Weise ihre rationale Autorität aufgeben, geben pauschal allen Trieben des Kindes einen Freibrief, primären gesunden Impulsen, wenn überhaupt welche auftreten, aber öfter den sekundären destruktiven Impulsen, von denen es viele gibt. Dadurch kommen im Kind Verwirrung und Angst auf sowie die Unfähigkeit, emotionale Ladung aufrechtzuerhalten oder Angst zu tolerieren.

Der Wegfall der autoritären Restriktionen führte zu einer Schwächung der muskulären und zu einer entsprechenden Stärkung der okularen Panzerung. Das führt dazu, daß die Gesellschaft vermehrt von Wahrnehmungs- und Denkstörungen geprägt ist. Man denke etwa an das unkontrollierte Wuchern von abstrusen Verschwörungstheorien, das jeden rationalen gesellschaftlichen Diskurs zunehmend schlichtweg unmöglich macht. Um die durch den Augenpanzer bedingte Kontaktlosigkeit zu überwinden, wenden sich die Menschen vermehrt Ersatzkontakten zu wie ständigem Reden, übermäßigem Essen, Drogen- und Alkoholexzessen, „Fun“, insbesondere im Bereich der Unterhaltungselektronik, vor allem aber dem Konsum und „Materialismus“, der heute mit dem Begriff „Amerika“ synonym geworden ist. Außerdem „gibt es mit einer verstärkten Augenpanzerung einen verstärkten Intellektualismus, freche Unverschämtheiten und besserwisserische Rationalisierungen, mit denen destruktives Verhalten gerechtfertigt werden“.

Wie zuvor autoritäre Eltern autoritäre Kinder erzogen und sich die autoritäre Gesellschaft über Jahrhunderte und Jahrtausende selbst fortpflanzte, pflanzt sich heute die anti-autoritäre Gesellschaft fort. Wie sie ihren Anfang nahm, nämlich durch die restlos gescheiterte „sexuelle Revolution“, wird in dieser Dokumentation beschrieben. Kinder waren nur ein Störfaktoren der „sexuellen Befreiung“ der Erwachsenen. Die Orgonomie hat nichts, aber auch rein gar nichts mit dieser Art von „sexueller Revolution“ zu tun:

Die Grenzen des politischen Konservatismus

22. November 2012

Der amerikanische Orgonom Dr. Charles Konia erläutert, warum der politische Konservatismus keine Lösung unserer gesellschaftlichen Probleme ist und was man stattdessen tun muß:

Die Grenzen des politischen Konservatismus

Warum wird Amerika zunehmend gehaßt?

10. November 2012

Der amerikanische Orgonom Dr. Charles Konia über den Zusammenhang von sexueller Revolution und Antiamerikanismus:

Warum wird Amerika zunehmend gehaßt?

Wilhelm Reichs Zwischenkiefer (Teil 2)

9. September 2012

Eines der größten Mißverständnisse im Bereich der Orgonomie kreist um den Begriff der „Freiheit“. Wie mir mal einer der führenden „Reichianer“ Deutschlands sagte: „Noch hat die Orgonomie keinen Papst!“ Damit wollte er zum Ausdruck bringen, daß er nicht gedenke sich den amerikanischen Orgonomen „unterzuordnen“. Er wolle als freier Mensch die Gedanken Reichs so weiterentwickeln, wie er es für gut befinde.

Klingt gut und „selbstregulatorisch“, gar „arbeitsdemokratisch“, ist aber vollkommener Unsinn. Die Orgonomie ist eine Wissenschaft und wie in jeder anderen Wissenschaft auch sind diejenigen, die sich mit ihr beschäftigen, dazu verdammt sich der Disziplin ihres Faches zu unterwerfen. Praktisch keinem Physiker, Biologen, etc. ist es vergönnt irgendwelche grundlegenden „Neuerungen“ einzubringen oder gar nach freiem Ermessen die bisherigen Grundlagen des Fachs neu zu arrangieren.

Was manche Leute als „orgonomischen Funktionalismus“ verbreiten, ist teilweise nicht nachvollziehbar. Kommt man ihnen mit Zitaten Reichs und seiner Nachfolger und versucht man ihnen die inhärente Logik des Funktionalismus auseinanderzusetzen, beharren sie arrogant auf ihrer Meinung: „Ich sehe das anders!“ Das ist ihr gutes Recht, aber sie haben nicht das Recht ihre „originellen Gedanken“ mit „Wilhelm Reich“ und der „Orgonomie“ zu verbinden. Kein Mensch braucht eine weitere Vortragsreihe mit dem Titel „Meine Annäherung an das Werk Wilhelm Reichs“! Was für eine Vermessenheit!

Kurioserweise sehen beide Parteien in der jeweils anderen exakt dasselbe: Kleine Männer! Die „Reichianer“ sehen eine Ansammlung verbiesterter Dogmatiker, die seit 60 Jahren nichts Originelles beigetragen haben. Die Orgonomen ihrerseits sehen eine Bande von wichtigtuerischen Idioten, von denen, um mit Goethe zu reden, „jeder einzelne sich das Ganze wieder kopf- und sinnrecht machen will, [da] es schmeichelhafter ist, irrend Original zu sein, als, die Wahrheit anerkennend, sich einer höheren Art und Weise unterzuordnen“.

Natürlich beruht diese destruktive Haltung auf Narzißmus, wichtiger und spezifischer scheint mir aber ein ganz anderer Faktor zu sein: Antiautoritarismus. Man will sich partout keiner Disziplin unterwerfen und empfindet das Einfordern von Disziplin gar als eklatanten Verrat an der „emanzipatorischen“ Intention des Reichschen Lebenswerks.

Hier liegt ein grandioses Mißverständnis vor, denn die Orgonomie dient nicht der Selbstverwirklichung ihrer Protagonisten, vielmehr haben diese sich, wie schon Reich selbst es getan hat, der „funktionellen Logik“ zu unterwerfen, sind sozusagen bloße Werkzeuge einer, mystisch ausgedrückt, „höheren Macht“. Und zweitens ist dieses Persistieren auf dem „Emanzipatorischen“ eine Funktion der eigenen rebellischen Charakterstruktur, die sich partout nicht einordnen will und diese Rebellion auf die gesamte Gesellschaft projiziert. Letztendlich wird hier die Orgonomie zu einem Werkzeug der eigenen Neurose. Man nehme in diesem Zusammenhang bitte den Briefwechsel zwischen Reich und Neill Zeugnisse einer Freundschaft zur Hand und lese mit Hilfe des Registers nach, was Reich entsprechendes über Paul Ritter geschrieben hat.

All das bedeutet natürlich nicht, daß man immer nur Reich widerkauen soll und nur noch in schablonenhaften Sätzen sprechen darf. Es bedeutet nur, daß man verdammt noch mal funktionell denken soll. Konkret: frei im Rahmen, der vom CFP (dem Gemeinsamen Funktionsprinzip) gesetzt wird. Hält man sich an diese Vorgabe, wird die Überlebensfähigkeit der Orgonomie gestärkt. Werden jedoch „rebellisch“ Funktionen eingebracht, die dem CFP fremd sind, besteht die Gefahr, daß man das CFP und damit das gesamte System verändert. Das ist wie bei der Ernährung: ernähre ich mich gesund, halte ich den Organismus aufrecht und unterstütze die grundlegenden orgonotischen Funktionen, beispielsweise die orgonotische Pulsation. Fange ich aber an, mich ständig ungesund zu ernähren, dann gefährde ich das ganze System, das schließlich kippen kann, d.h. das CFP verändert sich – ich bin tot.

Genauso mit der Orgonomie, in die von Reichianern a la Paul Ritter wieder und wieder „orginelle Ideen“ hineingetragen werden, die in keinem organischen Zusammenhang mit dem CFP der Orgonomie stehen. So etwas kann auf Dauer keine Wissenschaft überleben! Das besagte CFP läßt sich am ehesten mit den drei Grundlagen der Orgonomie umschreiben:

1. die Funktion des Orgasmus,
2. die Entdeckung des Orgons, und
3. der Orgonomische Funktionalismus.

Die Emotionelle Pest in der antiautoritären Gesellschaft

23. Januar 2012

Die Emotionelle Pest läßt sich mit den folgenden vier Punkten umreißen:

  1. Die Handlung und das behauptete Motiv für diese Handlung stimmen nicht überein. Beispielsweise wird Kindern gesagt, daß es nur „zu ihrem Besten“ wäre, wenn sie mißhandelt und mißbraucht werden.
  2. Trotzdem ist der, der von der Krankheit „Emotionelle Pest“ angesteckt wurde, hundertprozentig von seiner Sache überzeugt und verfolgt sie mit fanatischer Entschlossenheit. Man denke nur daran, wie die katholische Heimerziehung über Generationen hinweg für jeden sichtbar Seelenkrüppel hinterlassen hat. Das hat die Täter niemals auch nur im entferntesten innehalten lassen.
  3. Das zeigt, daß das Denken des Pestkranken nicht dem rationalen Abwägen von Pro und Kontra dient, sondern die Schlußfolgerung von vornherein feststeht und erst im nachhinein „logisch“ untermauert wird. Das ist Ideologie bzw. „religiöse Überzeugung“.
  4. Etwas, was nie fehlt, da es sich mit dem einzig wirklichen Motiv des Pestkranken deckt, ist die sexuelle Diffamierung, genauer die Diffamierung der Genitalität. Beispielsweise beruhte die katholische Heimerziehung auf nichts anderem.

Ein naheliegenderes, aktuelles Beispiel ist das Kopftuch bei moslemischen Mädchen in unseren Städten:

  1. Das Kopftuchtragen diene der kulturellen und religiösen Identität der Mädchen, die es ohnehin freiwillig und aus innerer Überzeugung tragen. Es sei damit Ausdruck ihrer Autonomie, tatsächlich wird mit dem Kopftuch jedoch signalisiert, daß sie Eigentum, Besitz der Familie sind, die damit gleichzeitig ihren Machtanspruch über den öffentlichen Raum kundtut.
  2. Die Sache wird durch alle Instanzen bis zu den höchsten nationalen und internationalen Gerichten durchgefochten, als ginge es beim häßlichen Mummenschanz um ein zentrales Menschenrecht.
  3. Mit Verweis auf die Scharia (der Koran ist in dieser Hinsicht alles andere als eindeutig!) werden alle Diskussionen abgebügelt.
  4. Tatsächlich geht es darum, die „Schamhaare“ zu verhüllen, denn für den Islam ist die Frau nichts anderes als eine wandelnde, ständig notgeile Vagina. Unverschleiert ist sie „naked meat“, wie sich einmal ein Australischer Imam ausgedrückt hat.

Dieses Beispiel bringt uns dazu, wie die Emotionelle Pest in der heutigen vom Multikulturalismus und der Political Correctness geprägten antiautoritären Gesellschaft funktioniert.

Zunächst einmal legen die Gutmenschen zwei verschieden Maß an. Was die Sache mit der katholischen Heimerziehung betrifft, würden sie uns in jeder Hinsicht zustimmen. Der eine oder andere unter ihnen ist vielleicht sogar „Reichianer“! Ganz anders sieht es mit dem Kopftuch aus. In diesem Fall wird uns der Vorwurf des Rassismus an den Kopf geworfen. Man sieht daran sofort, daß es ihnen ganz und gar nicht um die Emotionelle Pest zu tun ist, sondern um ihren Antiautoritarismus, für den das Establishment, insbesondere aber die Katholische Kirche, per se schlecht ist, während Minderheiten per se gut sind, insbesondere, wenn sie (vermeintliche) Opfer des Establishment sind, etwa moslemische „Kolonialvölker“.

Die antiautoritäre Geisteshaltung mag auf den ersten Blick weitaus sympathischer und „lebenspositiver“ erscheinen als die alte autoritäre, die Reich in Die Massenpsychologie des Faschismus so meisterlich beschrieben hat, tatsächlich steht sie der Emotionellen Pest jedoch weitaus näher:

  1. Das was gesagt und getan wird, erweckt oberflächlich den Eindruck, als sei es gegen die Emotionelle Pest gerichtet, tatsächlich zielen die antiautoritären Reden und Handlungen aber ganz im Gegenteil darauf ab Liebe, Arbeit und Wissen zu vernichten. Das wird beispielsweise am Sexualkundeunterricht und den diversen Schulreformen deutlich. Es sei zum Wohle der Kinder, doch tatsächlich weisen alle Indikatoren seit den 1970er Jahren auf eine immer weiter zunehmende seelische Verwahrlosung und auf genau jenen „Bildungsnotstand“ hin, den zu bekämpfen die Reformer doch angeblich in Angriff nehmen wollten. In Wirklichkeit ging es ihnen nur um eins: um die Überwindung des „Biologismus“. Nichts sei angeboren, weder „Gender“, noch Intelligenz, noch Talent und alle überkommenen Hierarchien gelte es mit Hilfe der Erziehung aufzubrechen.
  2. Wie gesagt: trotz aller Evidenz und trotz der als Monstranz vorangetragenen Rationalität und „Diskussionskultur“, kann nichts die Bildungsreformer von ihrem Tun abhalten. Jetzt wird sogar die Schreibschrift abgeschafft und die Kinder sollen die Rechtschreibung „antiautoritär“ nach eigenem Gutdünken lernen. Nur nicht korrigieren, denn das könnte die armen Geschöpfe von der Lust am Lernen abhalten! Wirklich alles deutet darauf hin, daß dergestalt eine Generation von Analphabeten herangezogen wird, deren Gekrickel kein Mensch wird entziffern können, – doch die Bildungsreformer machen mit wachsendem Bekennerelan weiter. Man denke auch an die großartige Rechtschreibreform, – nach deren Einführung die Rechtschreibleistungen dramatisch abgesackt sind!
  3. Die „Diskursethik“ frei nach Habermas ist nichts anderes als moralischer Terror, der mit Denkverboten arbeitet. Man versuche doch einmal logisch und mit Verweis auf nachweisbare Fakten mit diesen sozialdemokratischen „Denkern“ zu diskutieren! Wie das aussieht und ausgeht, haben wir bei der Sarrazin-Debatte gesehen: moralistischer Terror und, wenn die Roten Nazis doch nur könnten wie sie wollten, der Polizeiknüppel.
  4. Dieser Kampf gegen den „Biologismus“ hat einen Kern, der geradezu selbstevident ist. Er ist der Kern jeder lebensfeindlichen Ideologie, sei sie autoritär oder antiautoritär: der Mensch sei kein Tier, sei nicht sexuell, die Genitalien spielten keine Rolle. Beim Antiautoritarismus ist das besonders perfide, weil diese Sexualfeindlichkeit im Gewande der Aufklärung und der Befreiung daherkommt. Ihre höchste Ausprägung findet diese Quintessenz der Emotionellen Pest in den postmodernen Theorien, denen zufolge das Geschlecht eines Menschen ein bloßes gesellschaftliches Konstrukt ist. Womit wir wieder beim Sexualkundeunterricht wären.

Sexpol 2012 (Teil 2)

18. Januar 2012

Eines der Hauptprobleme bei der Vermittlung des Reichschen Werkes ist die Mär, daß „mehr Ficken“, die Menschen „befreie“. Diese Sichtweise wurde etwa von Christopher Turner in seiner leider sehr einflußreichen Reich-Biographie Adventures in the Orgasmatron vertreten. Angesichts der Zustände in der permissiven Gesellschaft sei Reich definitiv widerlegt. Reich diese Vorstellung unterzuschieben ist natürlich vollkommen absurd, da er ausführlichst gezeigt hat, daß die Menschen aufgrund ihrer Panzerung orgastisch impotent sind. Ebensogut könnte man einem Farbblinden raten, er solle in einer farbenfrohen Umgebung leben, um zu gesunden!

Wie fast immer ist in diesen falschen Anschauungen ein Körnchen Wahrheit enthalten, – das sie am Leben erhält. In diesem Fall: partielle sexuelle Entspannung ist natürlich immer noch besser als gar keine. Wie Richard A. Blasband ausgeführt hat, gilt das sowohl für Masturbation, selbst wenn man dabei Schuldgefühle hat („Q & A: Masturbation and Guilt“, Journal of Orgonomy, 11(1), May 1977, S. 116), als auch für sexuelle Perversionen, die einer sexuellen Abstinenz vorzuziehen sind („Q & A: Neurotic Sexual Relations and Abstinence“, Journal of Orgonomy, 14(1), May 1980, S. 114). Der Neurotiker kann immer einen Höhepunkt erleben, der die sexuelle Spannung reduziert, wenn auch keinen Orgasmus, der sie vollkommen beseitigt (Elsworth F. Baker: „Sexual Theories of Wilhelm Reich“, Journal of Orgonomy, 20(2), November 1986, S. 176). Dies heißt natürlich nicht, daß man Sex als Heilmittel verschreiben kann (ebd., S. 183), jedoch kann man seine Triebe frei leben, solange sie andere nicht verletzen.

Für Freud war „die Sublimierung das einzige Mittel (…), ohne Verdrängung oder Perversionsbildung die Konflikte zwischen Ich und Sexualität zu lösen“ („Trieb- und Libidobegriffe von Forel bis Jung“, Frühe Schriften, S. 131). Reich hingegen war der Ansicht, die sexuelle, d.h. genitale Befriedigung ermögliche erst die Sublimierung von prägenitalen Strebungen.

Reich unterscheidet zwischen der genitalorgastischen Befriedigung und Sublimierung auf der einen und der prägenitalen Befriedigung und Reaktionsbildung auf der anderen Seite.

Dieser qualitative Unterschied drückt sich dann auch in einem quantitativen aus: Der neurotische Charakter leidet unter einer sich ständig steigernden Libidostauung, (…) weil seine Befriedigungsmittel den Bedürfnissen des Triebapparats nicht adäquat sind; der andere, der genitale Charakter, steht unter dem Einfluß eines ständigen Wechsels von Libidospannung und ädaquater Libidobefriedigung, verfügt also über einen geordneten Libidohaushalt. (Charakteranalyse, KiWi, S. 225f)

Beim genitalen Charakter stehen Ich-Libido („Selbsterhaltung“) und Objekt-Libido („Sexualität“) in keinerlei Widerspruch, sondern bestärken einander.

In der autoritären Gesellschaft hingegen werden mit Hilfe von Drohungen, die die Selbstliebe aktiviert (Angst um das eigene Selbst, etwa infolge mehr oder weniger direkter Kastrationsdrohungen), die sexuellen Objektstrebungen in Schach gehalten. Sie kommen dann nur mehr als „Idealismus“ zum Ausdruck. Aus Sexualität wird „Altruismus“. Diese Reaktionsbildung ist beispielsweise die Grundlage des Christentums („selbstlose Liebe“).

Seit 1960 haben sich die Charakterstrukturen der Massenindividuen zusehends verändert. Im antiautoritären Individuum ist von Drohungen und Sexualunterdrückung keine Rede mehr. An ihre Stelle tritt der Terror der „Political Correctness“, etwa in Bezug auf die „Gender-Problematik“. Als Kompensation der frustrierten Selbstliebe wird die Umwelt nur noch mit der Brille des Egoismus betrachtet und entsprechend opportunistisch ausgebeutet.

Der ungepanzerte, genitale Charakter ist orgastisch potent und deshalb fähig imgrund antisoziale prägenitale Strebungen zu sublimieren, d.h. sozial fruchtbar zu machen.

Der gehemmte Charakter der autoritären Gesellschaft ist orgastisch impotent und nur zu einer Karikatur des Sublimierens fähig: aus Selbstliebe wird heuchlerische „Nächstenliebe“. Derartige Reaktionsbildungen sind, so Reich, „krampfhaft und zwangsartig“, während die Sublimierung „frei strömt“.

Es ist, als ob hier das Es in Einklag mit Ich und Ich-Ideal direkt mit der Realität in Verbindung stünde, dort hingegen bekommt man den Eindruck, als ob alle Leistungen von einem strengen Über-Ich einem sich sträubenden Es aufdiktiert würden. (ebd., S. 238f)

Beim gehemmten, „idealistischen“ Charakter kommt es zu einer krampfartigen „Stärkung der Ich-Formation in Form chronischer Abpanzerung gegen Es und Außenwelt“, während beim ungehemmten, „opportunistischen“ Charakter das Ich zu schwach ist, um antisozialen libidinösen Regungen Herr zu werden. Entsprechend ist er Spielball zahlloser neurotischer Strebungen (ebd., S. 252).

Der ungehemmte Charakter der antiautoritären Gesellschaft gibt sich ganz seinem Egoismus hin und „lebt sich aus“. Baker hat 1970 dieses prägenitale Paradies anläßlich der ersten Welle des Antiautoritarismus, d.h. der Hippie-Bewegung, folgendermaßen analysiert:

Eine solche um das Vergnügen kreisende Kultur, würde allmählich verfallen und schließlich dem Nichts anheimfallen, wie es in der Zeit der alten Griechen und Römer geschah oder wie H.G. Wells es in Die Zeitmaschine für die Zukunft visualisierte. Es stimmt, daß man dazu fähig sein muß Lust, sogar Ekstase, zu erleben, um so Spannung entladenden zu können, aber das Leben findet Erfüllung in sinnhafter und schöpferischer Arbeit, nicht indem man sich auf künstlich hinausgezögerte Weise mit seiner Partnerin bzw. seinem Partner herumrekelt. Derartige Liebesspiele sind kein Ausdruck von Genitalität, vielmehr sind sie infantil mit oralen und masochistischen Komponenten. (Leserbrief an den „Playboy“, Journal of Orgonomy, 5(1), S. 116f)

Horrorvision „Kinder der Zukunft“

27. Oktober 2010

Hundert Jahre bevor Reich sein Konzept „Kinder der Zukunft“ formulierte, hatte der Orthopäde und Pädagoge Moritz Schreber eine formal ganz ähnliche psychophysische, medizinisch greifbare Utopie: Kinder zu graden Charakteren in graden gesunden Körpern zu machen, um die Welt mit einer neuen Rasse aus „freien“ Gottmenschen zu bevölkern, die souverän über ihre Triebe herrschen. Hitler hatte später einen ganz ähnlichen Plan: hart wie Kruppstahl, zäh wie Leder. Diese Lebensauffassung hat sich im Leistungssport bewahrt, für den schon Kinder erbarmungslos gedrillt werden.

Reich erwähnt 1948 die schädlichen Säuglingspflegearten, die, so Reich damals, bereits aus der Welt geschafft seien. Tatsächlich feiern sie immer wieder fröhliche Urstände. Es gibt mir stets einen Stich ins Herz, wenn ich (häufig genug) sehe, wie Mütter ihre Säuglinge im Kinderwagen auf den Bauch gelegt haben. Irrwitzigerweise ist sogar das Pucken wieder in!

(…) die strenge Einteilung der Nahrungsmenge und der Nahrungszeiten à la Pirquet, gewaltsame Streckung der Beinchen durch festes Wickeln wie vor 30 Jahren, Verweigerung der Brust in den ersten 24 Stunden in manchen Hospitälern, Überhitzung der Säuglingsräume, die Routinebehandlung von Säuglingen in großen Anstalten, das „Ausschreienlassen“ etc. Solche Zwangsmaßnahmen sind Ausdruck lebensfeindlicher Einstellungen von Eltern und Ärzten. Sie schädigen die biologische Selbststeuerung des Organismus sofort nach der Geburt und legen die Grundlage zur späteren Biopathie, die dann als hereditäre Belastung verkannt wird. (Der Krebs, S. 384)

Freud reiht sich bruchlos in diese von Reich beschriebene „Schrebersche“ Gesinnung ein. Beispielsweise diente Freud 1917 die Erkenntnisse der Psychoanalyse wie folgt an, um Kinder effektiver, d.h. möglichst von Beginn an zu beeinflussen:

Auch hat die Erziehbarkeit einer jugendlichen Person in der Regel ein Ende, wenn ihre Sexualbedürfnisse in endgültiger Stärke erwachen. Das wissen die Erzieher und handeln danach; aber vielleicht lassen sie sich durch die Ergebnisse der Psychoanalyse noch dazu bewegen, den Hauptnachdruck der Erziehung auf die ersten Kinderjahre, vom Säuglingsalter an, zu verlegen. Der kleine Mensch ist oft mit dem vierten oder fünften Jahr schon fertig und bringt später nur allmählich zum Vorschein, was bereits in ihm steckt. (Vorlesungen zur Einführung in die Psychoanalyse, Fischer Taschenbuch, Frankfurt 1992, S. 340)

Mit dieser Anregung, mit der Dressur so früh wie nur irgend möglich anzufangen, zeigt sich, daß Freud das Negativ von dem propagierte, was Reichs Programm „Kinder der Zukunft“ ausmachte.

Noch verheerender waren die Auswirkungen der Wendung vom Autoritarismus zum Antiautoritarismus seit Anfang der 1960er Jahre. 1973 hat das die Orgonomin Barbara G. Koopman in dem Aufsatz „The Rise of the Psychopath“ erstmals behandelt (Journal of Orgonomy, Vol. 7, No. 1, S. 40-58). Elsworth F. Baker faßte diese neuen Einsichten der Orgonomie 1977 wie folgt zusammen:

(…) der permissive Erziehungstil, der in den letzten ein oder zwei Jahrzehnten üblich wurde, kommt dem Verzicht auf jedwede Rolle der Eltern beim Anleiten und Disziplinieren gleich und ruft eine intensive Angst im Kind hervor, mit dem Festhalten vieler infantiler Züge, kombiniert mit Ichbezogenheit, Rücksichtslosigkeit anderen gegenüber und Haß auf die Eltern. Es führt zu sogar noch größeren Schäden, als wenn alles auf Unterdrückung beruhte. („Medical Orgonomy“, Journal of Orgonomy, Vol. 11, No. 2, S. 188-194)

Aber auch die Orgonomie selbst kann sich in ein Horrorszenario für Kinder verwandeln, wenn sie in die Hände von Mechanisten und Mystikern fällt, d.h. wenn „Gesundheit“ zu einer Ideologie der Perfektion wird. Es sei, so Reich, ein Mißverständnis anzunehmen, daß das gesunde Kind perfekt ist. Er schreibt den „orgonomischen“ Menschheitserrettern ins Stammbuch:

Es stimmt (…) einfach nicht, daß das gesunde Kind keine Angst kennt oder keine destruktiven Antriebe hat, nie aufsässig wird und nie Erwachsene absichtlich ärgert. Wie alle anderen Kinder hat es das ganze Potential für „gute“ oder „schlechte“ Einstellungen. Der Unterschied zwischen ihm und anderen Kindern, die innerhalb dieser falschen Gedankensysteme aufwachsen, liegt darin, daß es nicht in diesen Reaktionsweisen bzw. Einstellungen gefangen bleibt. Es kann vorkommen, daß ein gesundes Kind nachts Angst vor Wölfen hat. Jedoch reicht ein einfaches Gespräch, um diese Angst zu beseitigen. Es entwickelt keine Phobie, die sein gesamtes Leben andauert. Es kommt vor, daß ein gesundes Kind, ob durch Zufall oder mit Absicht, ein Glas zerbricht, aber die Zerstörung von Dingen entwickelt sich nicht zu einem chronischen Charakterzug. Die Struktur des Kindes enthält keine zerstörerische Wut, die im Charakter verankert ist und von der sich das Kind nicht selbst befreien kann. Ein gesundes Kind kennt Angst, weint, haßt, ist aufsässig, „benimmt sich daneben“, aber nichts davon ist strukturell verankert. („The Biological Revolution from Homo Normalis to the Child of the Future“,Orgonomic Functionalism, Vol. 1, Spring 1990, S. 30-74).

In seinem Projekt „Kinder der Zukunft“ konnten, so Reich, „keine Absolutheiten im Sinne von ‚Gesundheit‘ Anwendung finden“ („Armoring in a Newborn Infant“, Orgone Energy Bulletin, Vol. 3, No. 3, July 1951, S. 121-138).

Alexander Neill war solch ein idealistischer Kinderfreund. Reich: „Ich hatte ziemliche Auseinandersetzungen mit Neill. Er glaubt, daß das gesunde Kind keine Konflikte kennt, daß alles schön und perfekt wäre“ („Some Remarks of Reich: Summer and Autumn 1948“, Journal of Orgonomy, Vol. 5, No. 1, May 1971, S. 97-106).

„Reichianische Kapitalisten“ (Nachtrag)

5. Juli 2010

Ende der 20er und Anfang der 30er Jahre setzte sich Reich im Rahmen einer „Marxistischen“ „politischen Sexualökonomie“ fast ausschließlich mit der Pathologie des rechten Spektrums auseinander. Dabei wollte er insbesondere erklären, warum die „Massen“ nicht die Ideologie der „herrschenden Klasse“, die zur Ideologie der gesamten Gesellschaft geworden war, spontan von sich abtaten, „der wirtschaftlichen Entwicklung gemäß ein revolutionäres Klassenbewußtsein entwickelten“ und die „Ausbeuterklasse“ aus ihrer Machtstellung beseitigten.

Reich konnte das Ausbleiben dieser revolutionären Umwälzung damit erklären, daß wohl die ökonomische Unterdrückung in die Rebellion führe, die damit aber verbundene sexuelle Unterdrückung das genau gegenteilige Ergebnis zeitigen würde. Die sexuelle Unterdrückung würde autoritätshörige Menschen erzeugen, die aktiv die Interessen ihrer Unterdrücker verfechten. Die Agentur dieser charakterlichen Verformung durch sexuelle Unterdrückung ist die Familie, deren Erhalt deshalb der Kern jedweder konservativen Gesellschaftsdoktrin sei. Darüber hinaus sei erst der sexuell verkrüppelte Mensch überhaupt in der Lage, die entfremdete Fabrikarbeit zu leisten. Daß diese strukturelle Umformung auch weitere neurotische Symptome bedingt, die durchaus ungewollt sind, da sie die Arbeitsfähigkeit letztlich doch untergraben, ist ein nicht zu vermeidendes Nebenprodukt.

Eben wegen dieses letzten Punktes ist Reichs Kritik am Kapitalismus hinfällig geworden und hat sich in eine des Sozialismus verwandelt. Der entwickelte Kapitalismus benötigt kreative, innovative Mitarbeiter, keine menschlichen Automaten, die stur einen festgesetzten Plan erfüllen. Demgemäß war ja auch die sexuelle Unterdrückung in sozialistischen Wirtschaftssystemen weit größer als in kapitalistischen.

In seiner Schrift Die natürliche Organisation der Arbeit zeichnete sich 1939 Reichs Bruch mit der sozialistischen Bewegung ab, um sich in Weitere Probleme der Arbeitsdemokratie 1941 ganz zu vollenden. Am 7. November 1940 schrieb Reich an Neill, er fühle sich, was seine bisherigen sozialistischen Ansichten beträfe, „völlig verunsichert“ und er tendiere dazu,

das meiste zu revidieren, was ich je in Europa darüber gelernt habe, was Sozialismus sein könnte oder sollte. Ich kann nur hoffen, daß die Grundlagen meiner fachlichen Arbeit mich davor schützen, reaktionär zu werden. Wenn man Sozialisten und Kommunisten, die hier herübergekommen sind, sagen hört, daß Roosevelt ein Diktator oder Faschist sei, dann dreht sich einem einfach der Magen um. Ich fange an, sie zu hassen. Sie erscheinen mir ausgesprochen schädlich mit ihrer völligen Unfähigkeit, einen Gedanken zu Ende zu denken oder irgendeine Arbeit zu tun. Aber es kann sein, daß dies Gefühl zum Teil nichts als Enttäuschung ist.“ (Hervorhebungen hinzugefügt)

Doch schon 1942 sollte Reich im Vorwort zur Massenpsychologie des Faschismus die Grundlage für die objektive Bewertung linker Politik schaffen, indem er den falschen Liberalismus auf die oberflächliche, verlogene Charakterschicht zurückführte.

Heute, 70 Jahre später, geht es schlicht darum, was den Zielen der Orgonomie (= die individuelle und gesellschaftliche Selbststeuerung) näher steht: die libertär-kapitalistische eigentümlich frei oder all die krypto-kommunistischen Medien, die in einem Land gegen „die Auswüchse des Neo-Liberalismus“ wettern, dessen Staatsquote und Sozialleistungen (in denen Deutschland ungeschlagen Weltspitze ist) es zu einem de facto sozialistischen Land machen.

Was soll ich tun? Für noch mehr „Arbeitnehmerrechte“ eintreten? Damit noch weniger Leute Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben! Für mehr Mieterrechte? Damit der Wohnungsmarkt weiter schrumpft! Für mehr Konsumentenrechte? Damit unser aller Leben noch komplizierter und bürokratisierter wird! Mehr Mitbestimmungsrechte im Betrieb? Damit die politische Pest weiter um sich greift! Höhere Besteuerung der Reichen? Um die Kapitalflucht und das Auswandern der Leistungsträger zu fördern! Soll ich gegen die Ausgrenzung älterer Arbeitnehmer wettern? Damit würde ich für noch mehr Antidiskriminierungsgesetze eintreten! Soll ich in den allgegenwärtigen „Antiautoritarismus“ einstimmen und „gegen die da oben“ wettern? Also das tun, was ohnehin alle tun! Soll ich (gegen meine Überzeugungen) gegen die „Zinsknechtschaft“ anschreiben oder Marx Mehrwerttheorie vertreten?

Nein, ich ziehe es vor mit „Libertär-Kapitalisten“ wie Hayek, Mises und Rothbard gegen das planwirtschaftliche System der Zentralbanken und die politische Korruption der Großindustrie „anzugehen“.

Dabei bin ich mir mit Adam Smith durchaus bewußt, daß es der Natur des Kapitalismus entspricht wirklich aus allem „Kapital zu schlagen“ und seien es Heroin oder Kinderpornos. Deshalb war Smith durchaus für einen starken und schlagkräftigen Staat, der gegen das vorgeht, was Reich später als „Emotionelle Pest“ bezeichnet hat. Je mehr der Staat in dieser Hinsicht überflüssig wird, desto mehr nähern wir uns einer Arbeitsdemokratie an.


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