Der amerikanische Orgonom Dr. Charles Konia über die dmokratische Umgestaltung des Nahen Ostens:
Antiquierter Liberalismus ist nicht die Antwort auf den arabischen Rassismus
Der amerikanische Orgonom Dr. Charles Konia über die dmokratische Umgestaltung des Nahen Ostens:
Antiquierter Liberalismus ist nicht die Antwort auf den arabischen Rassismus
In vieler Hinsicht waren die in Baathistischer und Nasseristischer Tradition stehenden Regime in Algerien, Tunesien, Libyen, Ägypten, Syrien und Irak vom Nationalsozialismus geprägt. Das reicht von den tiefsitzenden Sympathien für die Rommel-Armee in Nordafrika, über den ganz offenen „Nationalsozialismus“ der jungen Offiziere Ägyptens, aus deren Reihen Nasser und Sadat hervorgegangen sind, bis zur Baath-Partei in Syrien und Irak, die sich nach dem Vorbild der NSDAP gebildet hat.
Die Ideologie war weitgehend identisch: ein in „Großräumen“ denkender Nationalismus („arabische Nation“), ein paternalistischer „Sozialismus“, gepaart mit an Anarchie grenzender Willkür, „der Führer“ und natürlich der Antisemitismus. Wie in Hitler-Deutschland bekannte man sich zwar oberflächlich zur traditionellen Religion, doch hatte sie dem Staat zu dienen, statt umgekehrt. Trotz aller opportunistischen Lippenbekenntnisse, um die Massen zu beruhigen, stand sie zur Disposition.
Die Befreiung vom Nationalsozialismus in (West-) Deutschland war in vielerlei Hinsicht ein Rückschritt. Unter Adenauer wurde in weiten Teilen die Hegemonie der Kirche über die Kindererziehung und große Bereiche des öffentlichen Lebens wiederhergestellt, bzw. war weit strenger als in der Weimarer Republik vor Hitlers Machtergreifung. Erstaunlich offenherzige Unterhaltungsfilme wie unter Goebbels und Umzüge mit barbusigen Tusneldas wie dem folgenden waren plötzlich schlichtweg undenkbar (selbst der heutige Kommentator des Films kann kaum glauben, was er sieht):
Deutschland suchte nach dem Untergang des Reichs sein Heil in „traditionellen Werten“, das Land erstickte im klerikalen Mief. (Eine Rückkehr Reichs nach Deutschland kann man sich gar nicht vorstellen! Seine Bücher wären anders als in Amerika wegen seiner sexualökonomischen Aussagen verboten worden.)
Ähnliches beobachten wir heute in der arabischen Welt. Das künstliche, nur mit extremer Gewalt aufrechtzuerhaltende nationalsozialistische Regime wird (mehr oder weniger direkt) von den Amerikanern hinweggefegt, doch statt einer „liberalen Aufhellung“, kommt es im Land zu einer „klerikalen Verfinsterung“. Ist diese reaktionäre Rückkehr zur Tradition ein Wunder, angesichts der „liberalen“ Elemente des alten Regimes; angesichts des bizarren, von Willkür und schierem Wahnsinn geprägten Verhaltens der alten Machthaber; angesichts ihres „gottlosen Zynismus“? Es ist nur natürlich, daß sich die arabische Welt nach dem unsäglichen Voluntarismus ihrer „Führer“ nach rechts wendet und geradezu versteinert.
Es ist naiv zu glauben, daß die nationalsozialistischen Regime in Arabien weiter aufrechtzuerhalten waren. Allein schon das Ende der grausigen Willkürherrschaft Gaddafis, die sich in nichts von der eines Mafiabosses unterschied, ist ein unbedingter Segen. Wer auch nur einen Gedanken an seine Folterung und extralegale Exekution und das kaum weniger grausige Schicksal seiner Söhne verschwendet… – hat der auch nur eine Sekunde jener gedacht, die in den Folterkellern des Regimes verstümmelt und vergewaltigt wurden?! Ist er wirklich so naiv, daß er glaubt, die Alliierten hätten sich viel anders verhalten, wenn sie an abgelegener Stelle eines SS-Schergen habhaft wurden?
Die Aufbauarbeit, die vor diesen arabischen Ländern steht, ist nur mit der Deutschlands nach dem Krieg zu vergleichen. In Libyen beispielsweise durften Menschen aus dem Osten des Landes nicht studieren, an den Schulen wurden keine europäischen Sprachen gelehrt („Antikolonialismus“), das Land hat praktisch keine funktionierenden staatlichen Strukturen, die Planung des an sich reichen Landes war ein einziges Chaos mit einer gigantischen Verschwendung, etc.pp.
Die Frage ist, ob diese Länder sich aus der konservativen Erstarrung eines Tages wieder lösen können. Sie hat nämlich vor allem eine Funktion: durch Arbeit das Land wieder voranzubringen. Das heißt für Arabien endlich Anschluß an Amerika, Europa und Asien zu gewinnen. Dafür fehlt aber jede Tradition in einer islamischen Gesellschaft, die von jeher von Raub und Sklaverei lebte.
Es ist wohl nicht ganz ausgeschlossen, daß sich das „türkische Modell“ durchsetzt, aber erstens hassen und verachten die Araber ihre ehemalige osmanische Kolonialmacht, die sich schon im 19. Jahrhundert zu „europäisieren“ begann, und zweitens: im Gegensatz zur restlichen moslemischen Welt verstehen die Araber den Koran und die übrigen kanonischen Schriften – und richten sich danach… Es ist deshalb eher eine „Talibanisierung“ zu befürchten und damit ein nicht enden wollendes Ringen um den „wahren Islam“.
Andererseits kann man sich auch eine solche Entwicklung angesichts der neuen Informationsmedien nur schwer vorstellen. Wie will man das Mittelalter angesichts einer geradezu absurd jungen Bevölkerung aufrechterhalten? Was in der vorgeht, zeigt schlaglichtartig diese krankhaft-groteske Meldung.
Wenn Arabien für irgendetwas steht, dann die enge Verzahnung von Sexualökonomie und „Arbeitsökonomie“: wenn das eine nicht funktioniert, kann das andere auch nicht funktionieren.
Tiefe Gottgläubigkeit hat es immer nur in den Wüstengebieten gegeben, einschließlich den Emotionellen Wüsten. Über dieser Landschaft liegt Gott wie eine DOR-Schicht. Gott als DOR läßt das Meer austrocknen, die Ströme versiegen, die üppigen Weiden verdorren, die Bäume absterben und die Blütenpracht verwelken (Nah 1,4).
Man lese aber auch Jes 58,6-12, wo sich Gottes Herrlichkeit als wohltuendes OR erweist.
Die dritte Gestalt des „dreieinigen“ Gottes der Wüste rächt sich als OR (bzw. ORANUR) an jenen, die den Libanon abgeholzt, sein Wild ausgerottet und eine Blut- und Schreckensherrschaft über Stadt und Land ausgeübt haben. DOR-sequestrierendes OR ist Gott in Jes 59,3-8.
Später in der biblischen Tradition spaltet sich der „dreieinheitliche“ Gott des Alten Testaments in den dualistischen Gegensatz, der sich schließlich im Neuen Testament niederschlägt: Gott und Teufel.
Israel ist das Zwischenreich am Rande der Wüste zwischen Reinheit und Unreinheit. Aufgabe der Juden als „Priestervolk“ ist es, das Unreine immer weiter zurückzudrängen. (Übrigens ganz ähnlich den Zarathustra-Gläubigen in Persien, die bei der gewaltsamen Islamisierung, einer regelrechten Schlammflut, fast ausgerottet wurden.) Das gesamte jüdische Gesetz diente einer Art DOR-Sequestration: die schmutzigen DORigen sekundären Triebe in Schach zu halten. Der Pentateuch ist kurz zusammengefaßt „Wüstenwanderung plus Gesetz“. Moderne Rabbiner verbinden diese beiden Elemente logisch so, daß das Gesetz als rettender Wegweiser dem Menschen bei seinem Weg durch die Wüste (die Emotionelle Wüste) helfen solle.
Die Emotionelle Wüste, in der Israel leben mußte, zeigt sich z.B. in 2 Kön 8,12, wo der Syrer Hasael (845-801) nach Israel eindringt, Israels Männer tötet, Kinder zerschmettert und schwangeren Frauen die Leiber aufschneidet. Unter dem Stichwort „Kemosch, Stammesgott der Moabiter“ erwähnt die Einheitsübersetzung die Inschrift eines moabitischen Königs, „in der er beschreibt, wieviel israelitische Ortschaften er für Kemosch mit dem Bann belegt, d.h. ausgerottet hat“. Ständig war Israel von Philistern und Arabern bedroht (siehe 2 Chr 21,16f), ganz zu schweigen von den Großmächten Ägypten, Assur, Babylon, Persien, Griechenland und schließlich Rom, das fast die „Endlösung“ brachte. Ganz Saharasia gegen ein Volk.
Der Antisemitismus im „arischen“ Saharasia Osteuropas gehört ebenfalls hierher. Man empfand die im ausgehenden Mittelalter von Westen kommenden deutschen Juden als Gefahr, da sie das Leben symbolisierten, das die Stammvölker Saharasias (Zentralasiaten einschließlich „Ariern“, Slawen, etc.) nicht ertragen konnten. Die Kosaken unter Bodyan Chmelnizkij haben 400 000 Juden im Jahrzehnt nach 1648 umgebracht, von da geht eine gerade Linie zu den Pogromen der russischen Schwarzhemden und direkt weiter zu den Nationalsozialisten und den heutigen sozialistischen und antisemitischen Parteien Die Linke und NPD.
Saddam Hussein sah sich als Nachfahren Nebukadnezzars, der vor den Augen Zidkijas dessen kleine Kinder abschlachtete, um ihm dann die Augen auszustechen. „Nase und Ohren werden sie dir abschneiden und deine Kinder mit dem Schwert umbringen“ (Ez 23,25). Es ist eine Kontinuität über die Jahrtausende hinweg, z.B. spricht das Buch Ester (3,1) von Haman, dem großen Judenfeind im Persischen Reich als vom „Sohn Hammedathas, dem Agagiter vom Samen Agags, dem Amalekiter“ – dem Todfeind Israels und die Verkörperung Saharasias vom Exodus bis hin zu den Nazis und Hamas: Amalek.
Unter den Griechen, die ja den humanistischen Fans der Antike zufolge um so viel besser waren als die späteren Christen, ließ der hellenistische König dem Wortführer des jüdischen Volkes
vor den Augen seiner Mutter und seiner Brüder die Zunge abschneiden, nach Skythenart die Kopfhaut abziehen, Nase und Ohren abschneiden und schließlich noch Hände und Füße abhacken. Dann ließ er den verstümmelten, der immer noch lebte, in die Pfanne werfen und braten. (2 Makk 7,4f)
Darauf folgte die noch schlimmere römische Zivilisation –
entstellt durch entwürdigende Sklaverei, Kindermord, Menschenopfer, gerichtlich angeordnete Folterung, Grausamkeit gegen Tiere – Züge, die aus der jüdischen Kultur verbannt worden waren. (Hyam Maccoby: König Jesus, Tübingen 1982, S. 56f)
Im 5. Jahrhundert v.Chr. bildete sich in Nordarabien das Königreich Dedan, das, so Michael Grant, bis zur Sinai-Halbinsel und ins Niltal expandierte. Es war ein Gegenspieler Israels.
Das sollte sich auch in hellenistischer und römischer Zeit nicht ändern. Im Grunde lebt diese alte Gegnerschaft auch in den Kriegen unserer Zeit mit all ihren entsetzlichen und unkorrigierbaren Folgen wieder auf. (Das heilige Land, Bergisch Gladbach 1988, S. 298f)
Heute steht das ganze Saharasia, ohne eine einzige Ausnahme, geschlossen gegen das kleine Israel, das nicht größer ist als Schleswig-Holstein, während die arabischen Staaten ein Gebiet umfassen, daß zweimal so groß ist wie die USA – wahrhaftig eine Landfrage. 5 Millionen Juden in einem explosionsartig anwachsenden Meer von 200 Millionen fanatisierten und entmenschten Arabern. Selbst hier im Naziland gibt es besonders geschmackvolle Zeitgenossen, die zwar keine Braunhemden mehr dafür aber Palästinensertücher tragen – aus Solidarität mit den unterdrückten Arabern…
Apropos Saharasia und Solidarität mit den armen und deshalb zwangsläufig guten Menschen aus der „Dritten Welt“: Sowjetische Afghanistan-Veteranen haben von den Mudschahedin berichtet, diese würden ausschließlich unter Rauschgift kämpfen, als Trophäen in ihren Taschen die abgeschnittenen Ohren und Penisse ihrer Feinde bei sich tragen und als Trinkgefäße abgetrennte weibliche Brüste benutzen. Und aus den Gefängnissen des damaligen sowjetischen Marionetten-Regimes in Kabul kommt folgender Bericht:
Die schlimmste Nacht war die, in der ich seelisch gefoltert wurde. Sie brachten mich in eine Zelle, die sehr dunkel, lang und eng war. Stellen Sie sich das Grauen vor: Nur ein widerlicher Geruch und überhaupt keine Chance zu entkommen! Diese Situation war wirklich sehr schlimm, sehr unheimlich, grausam und entsetzlich. In einer Ecke gab es ein ganz schwaches Licht. Überall sah ich herausgerissene Haare, abgeschnittene Brüste und einzelne Gliedmaßen. In der hintersten Ecke lag eine Leiche. Es war unerträglich. Dort sagten sie zu mir: „Hier wirst du auch enden!“ Und: „Hier siehst du eure Hurensöhne in Einzelteilen. Die waren wie du.“ (eine Afghanin im Flüchtlingslager aus dem am 19.12.89 in der ARD ausgestrahlten Fernsehbericht Tschadai und Buzkaschi – Afghanische Frauen heute von Elke Jonigkeit)
Das Judentum ist ein einziger großer Aufstand gegen diese seit 6000 Jahren andauernde Hölle auf Erden.
Hier ein Bericht darüber, was vor wenigen Jahren die Buddhisten in Sri Lanka den Tamilen angetan haben – da keine Juden und sogenannten „Palästinenser“ involviert waren, hat es keinen unserer grandiosen Friedensfreunde auch nur eine Sekunde interessiert. Die „Betroffenheit“ geht gegen Null!
Eines der Merkwürdigkeiten der politischen Landschaft ist die persönliche Haltung auffällig vieler „Libertärer“, die den Staat in einem fast schon als anarchistisch zu bezeichnenden Umfang auf ein Kleinstmaß zurechtstutzen wollen. Die Gesellschaft soll fast ausschließlich vom Markt beherrscht werden. Dies gilt auch für harte Drogen und andere unchristliche Schrecklichkeiten, die dem Leser jetzt vielleicht einfallen. Man sollte annehmen, daß eine solche Ideologie fast ausschließlich von Atheisten und „Leuten wie Frank Zappa“ vertreten wird, tatsächlich finden sich unter den führenden Köpfen der libertären Gedankenwelt strenggläubige Christen. Man denke nur an Ron Paul in Amerika oder den Unternehmer und Autor Roland Baader hier in Deutschland. Die libertäre Denkfabrik Ludwig von Mises Institute wurde beispielsweise von dem selbst manchen Libertären zu extremen und radikalen Llewellyn H. Rockwell, Jr gegründet, – einem fundamentalistischen Katholiken.
Warum sollten ausgerechnet von der Charakterstruktur her zweifellos „Rechte“ eine Weltanschauung vertreten, bei der im Vergleich selbst Anarchisten und „Autonome“ geradezu gemäßigt wirken? Zunächst einmal trügt der Schein! Wenn man etwa auf Max Stirner verweist werden diese Libertären merkwürdig still, wenn nicht sogar aggressiv abweisend. Ihre Struktur ist von „Moral und Ethik“ geradezu gesättigt. Auch wenn sie die „Freiheit“ ständig im Munde führen, geht es ihnen in Wirklichkeit gar nicht um „freie Entfaltung“, sondern darum den Staat als Institution zu vernichten. Und dies aus dem einen Grunde, daß der Staat die Verkörperung der mechanistischen, „linken“ Lebensauffassung ist.
Dies ist ein Kampf, der bis in die Anfänge der Panzerung des Menschentiers zurückreicht. Man denke etwa an die Auseinandersetzung zwischen den Propheten und den Königen im Alten Testament, an den ständig schwelenden Konflikt zwischen der Priesterkaste und dem Pharao im alten Ägypten (Stichwort Echnaton), an die Auseinandersetzung zwischen Taoismus/Buddhismus und Konfuzianismus im alten China und die zwischen der Falun Gong und dem Staat im modernen China, an den Investiturstreit im Mittelalter oder etwa den Kirchenkampf unter Bismarck. Es war stets der Widerstreit zwischen zwei letztendlich unvereinbaren Charakterstrukturen. (Siehe dazu meine Ausführungen in Der politische Irrationalismus aus orgonomischer Sicht.)
Diese Grundstruktur der gepanzerten Gesellschaft ist dem mechano-mystischen Denken so gut wie unzugänglich, weil es nicht die bioenergetischen Grundlagen der gesellschaftlichen Prozesse sieht, sondern an der Oberfläche hängenbleibt.
Beispielsweise können extreme Vertreter der jeweiligen Strömungen in bestimmten Momenten der gesellschaftlichen Entwicklung identische Ideologien vertreten – aus diametral entgegengesetzten Gründen. Die einen sind extrem libertär mit allen (manchmal verheerenden Konsequenzen), weil sie von ihrem geradezu eschatologischen „mystischen“ Haß gegen den „mechanistischen“ Staat getrieben werden. Die anderen vertreten genauso fanatisch exakt die gleichen Ansichten, weil sie auf den Trümmern der alten Ordnung ein neues, ein gerechtes System aufbauen wollen. In diesem Sinne sind sie die konsequentesten Vertreter des „mechanistischen“ Staatsgedankens.
So rational, vernünftig, ja „funktionell“ die libertäre Idee auch wirken mag, wird sie doch scheitern. Sie wird scheitern, weil sie den bioenergetischen Zwängen einer gepanzerten Gesellschaft genauso ausgesetzt ist, wie alle anderen Ideen, denen man ihre Irrationalität sofort ansieht.
Solange nicht die Panzerung selbst angegangen wird, ist dem gesellschaftlichen Elend nicht abzuhelfen. Was tun? Ein erster Schritt wäre die um sich greifende Einsicht, daß es den Panzer überhaupt gibt!
Der gegenwärtige „Nahostkonflikt“, der sich dank der „multikulturellen Idee“ mittlerweile bis in unseren Alltag hinein erstreckt, ist nur die gegenwärtige Ausprägung eines jahrtausendealten Geschehens:
James DeMeo schreibt in seinem Saharasia:
Die Zeit um 4000 v.Chr. markiert den Beginn der fortschreitenden Verwüstung in Arabien. Es scheint, daß die Rub’al-Khali als erstes ausgetrocknet ist, gefolgt von den sie umgebenden Regionen. Der Anfang dieser Trockenphase war gekennzeichnet durch verlassene Ansiedlungen und die allgemeine Ausbreitung von semitischen Völkern aus Arabien in alle Richtungen hinaus. Diese frühen semitischen Völker wurden aus ihrer Seßhaftigkeit getrieben und paßten sich ihrer Umwelt an, indem sie Nomaden wurden. Die frühsten Belege für Überfälle auf Niederlassungen fallen in diese Zeit und ereigneten sich in Gebieten nördlich von Arabien und im Westen, im Niltal. Im 3000 v.Chr. tauchen semitische Elemente in den mesopotamischen und ägyptischen Kulturen auf, was auf nach außen gerichtete Wanderungen und Invasionen hinweist. (The Saharasia Connection, University of Kansas 1986, S. 296f)
Die Rub’al-Khali ist die wahrhaftige Hölle, aus der wahrhaftige Dämonen mit einem wahrhaftigen Teufel an ihrer Spitze in die Welt hinauszogen. Eine Verkörperung dieses Teufels ist der ägyptische Todesgott Seth, der dem kanaanitischen Mot und damit dem jüdisch-christlichen Satan entspricht. Seth tötet Osiris und wird daraufhin von Horus besiegt und verjagt. Er ist der große Widersacher der Isis, die die Personifikation des Landes Ägypten ist. Immanuel Velikovsky hat die These aufgestellt, Seth sei deshalb von den Ägyptern als Verkörperung des Bösen schlechthin, als „Der Böse“ angesehen worden, weil Seth der Gott der semitischen „Hyksos“ war. Seth hatte den alten Pharao (Osiris) gestürzt und das Land Ägypten (Isis) unterdrückt und gepeinigt, um schließlich von einem neuen Pharao (Horus) vertrieben zu werden (Vom Exodus zu König Echnaton, Frankfurt 1983, S. 82).
Der letzte Pharao, den die Hyksos stellten, war Apophis II.
Eine Inschrift des Apophis sagt, daß „sein Vater Seth, der Herr von Auaris [die Hauptfestung der Hyksos], alle fremden Länder unter seine Füße gelegt hatte“. In Auaris war das Heiligtum des Seth, den die Hyksos verehrten und der bis zur Zeit der Ramessiden von den Ägyptern als Verkörperung der bösen Macht angesehen wurde. (ebd.)
Die „Hirtenkönige“ tauchen auch in Ps 78,49 auf. Jedenfalls behauptet Velikovsky (S. 83f) das Wort „Unglücksenegel“ ließe sich besser mit „Hirtenkönige“ übersetzen:
Jahwe entsandte wider sie [die Ägypter] seine Zornglut, Wut und Grimm und Bedrängnis, ein Eindringen der Hirtenkönige.
Die Hyksos, eine kleine primitive Gruppe aus den Wüsten Arabiens, konnten die noch teilweise matriarchal geprägte Hochkultur der Ägypter überrennen, weil sie in einer Hinsicht höher entwickelt waren: in der Kriegstechnik. Allein dies sicherte dem Patriarchat die Weltherrschaft.
Michael Grant zufolge zogen im 18. Jahrhundert zahlreiche Einwanderer durch Kanaan. Einer Gruppe von ihnen, die Grant als „Militäraristokratie“ bezeichnet, gelang es nach dem Durchzug durch Kanaan die Macht in Ägypten zu erobern. Das Herrschaftsgebiet dieser „Hyksos“ habe sich auch auf die Städte Palästinas erstreckt, die sie unter strenger Kontrolle hielten (Das heilige Land, Bergisch Gladbach 1988, S. 26f).
Velikovsky setzt diese Ereignisse einige Jahrhunderte später an, was für unsere Argumentation, die von immer neuen Eroberungswellen aus Arabien ausgeht, kaum von Bedeutung ist. Jedoch gelingt es Velikovsky mit dieser chronologischen Verschiebung, die Hyksos (die man auch „Amu“ nannte) mit den biblischen Amalekitern geichzusetzen. Zum Beispiel ist dann der schon erwähnte Apophis (= Apop = Agog = Agag) identisch mit dem Amalekiter-König Agag, den Saul gefangennahm. Diesem Ereignis ist eine leidvolle jahrhundertelange Geschichte des Kampfes zwischen den Amalekitern, bzw. Hyksos und den Israeliten vorhergegangen, die sich (bis auf die chronologischen Unstimmigkeiten) nahtlos in das von Grant beschriebene Szenario einpaßt.
Velikovsky behauptet, daß die durch Kanaan ziehenden und in Ägypten eindringenden Hyksos mit jenen Amalekitern identisch waren, auf die die Israeliten stießen, als sie in umgekehrter Richtung aus Ägypten zogen, und die den Israeliten schwere Verluste beibrachten (Ex 17,8ff und Num 14,43ff). So wurden die Amalekiter die Hauptfeinde Israels und zwischen dem Gott Israels, Jahwe und den Amalekitern „ist Krieg für alle Zeiten“ (Ex 17,16).
Auch später, als bei Grant die Hyksos über die Städte Palästinas herrschten, wurden die Israeliten von den Amalekitern und deren Vasallen schwerstens bedrängt. Zum Beispiel verbündeten sich die Amalekiter mit den Moabitern und Ammonitern gegen die Israeliten und besiegten sie. „Achtzehn Jahre lang mußten die Israeliten dem Moabiterkönig Tribut zahlen“ (Ri 3,14). Unter der Gewalt der mit den Amalekitern verwandten Midianiter mußte Israel sieben Jahre lang leiden.
Die Israeliten versteckten sich vor ihnen in Höhlen und unzugänglichen Schluchten und verschanzten sich auf den Bergen. Jedesmal, wenn die Israeliten Getreide gesät hatten, fielen die Midianiter zusammen mit den Amalekitern und mit den Beduinen aus dem Osten in das Land ein und verwüsteten die Felder bis hin nach Gaza. Sie ließen nichts Eßbares zurück und raubten alles Vieh – Schafe, Ziegen, Rinder und Esel. Mit ihren Herden und Zelten zogen sie heran, um das Land auszuplündern. Sie waren so zahlreich wie die Heuschrecken; keiner konnte sie und ihre Kamele zählen. (Ri 6,2-5)
Dann wurde Israel durch Gideon von den Midianitern, den Amalekitern und „den Beduinen aus dem Osten“ befreit. Sie hatten die ganze Ebene „wie Heuschrecken“ bedeckt, „und ihre Kamele waren unzählbar wie die Sandkörner am Meeresstrand“ (Ri 7,12). Es war schließlich Saul, der die Amalekiter gänzlich vernichtete. Danach waren die Amalekiter nur noch ein versprengter Haufen von räuberischen Beduinen, die sporadisch ins Südland Palästinas einfielen (1 Sam 30,1).
Velikovsky zufolge hatten die Amalekiter ihren ursprünglichen Sitz in Mekka gehabt und von dieser zentralen Lage aus die anderen Stämme der arabischen Halbinsel beherrscht. Arabia Felix, Arabia Petraea und Arabia Deserta lagen in ihrem Machtbereich (Velikovsky, S. 75). Es ist bezeichnend für die innere Dynamik des Geschehens, daß von Mekka aus 2000 Jahre später eine fast ebenso schlimme Eruption des Patriarchats erfolgen sollte.
Die patriarchale Entwicklung begann mit dem buchstäblichen „Einbruch der sexuellen Zwangsmoral“. Nämlich damit, daß patriarchalisch organisierte Nomadenvölker aufgrund klimatischer Verschiebungen über die bäuerlichen Matriarchate herfielen und sich als „Herrenrasse“ über die bäuerliche Urbevölkerung setzten. Besonders deutlich kann man diese Vorgänge noch heute am indischen Kastensystem ablesen, mit der züchtigen „arischen Herrenrasse“ am Kopf und den dunkelhäutigen „Unberührbaren“ buchstäblich in der Scheiße. Man denke auch an Ägypten, wo die Ureinwohner, die koptischen Christen, wie der letzte Dreck behandelt werden.
Ähnliche Gesellschaften bildeten sich im Nahen Osten aus, als kleine, aber militärisch überlegene (kulturell waren sie um so primitiver – was sie dann später mit ihrem Hochmut reichlich überkompensierten) Stämme aus dem inneren Arabiens über die Sumerer, Kanaaniter und Ägypter herfielen. Diese immer neuen Wellen von Eroberern und „Migranten“ änderten langsam aber sicher das Wertesystem dieser einst matriarchalen Gesellschaften. Das Alte Testament beschreibt in dieser Hinsicht ein Geschehen, das sich genauso heute in Europa abspielt, wo sich die Ureinwohner immer mehr an den Lebensstil und die Werte der „Migranten“ aus dem Maghreb und Kleinasien anpassen. Die „militärischen Auseinandersetzungen“ spielen sich im Alltag ab: Beamte der Polizei, der Ausländerbehörde, des Bauamts, des Finanzamts, etc. können ein Lied davon singen.
Es findet langsam aber sicher eine Veränderung der gesellschaftlichen Atmosphäre statt. Gewalt wird endtabuisiert, während die „unschuldigsten“ Handlungen plötzlich mit einem Tabu besetzt werden. Der matriarchale (bzw. der relativ „matriarchalere“) Mensch wird zum verachteten „Unterleibsmenschen“. In der Bibel werden die ortsansässigen Kanaaniter als sexuell haltlos beschrieben. Ham, der biblische Urvater der Kanaaniter (Gen 9,19), wird vom Urvater der Menschheit, Noach verstoßen, weil er Noachs Geschlechtsteil gesehen hat: „Fluch über Kanaan! Er wird seinen Brüdern als der letzte ihrer Knechte dienen müssen“ (Gen 9,25).
In ihrem Buch über „Das verborgene Matriarchat im Alten Testament“ schreibt Gerda Weiler zu diesem Komplex:
Die Kanaanäer, die „Heiden“ (…) – die Völker, von denen „Israel“ herkam, genauso wie diejenigen, mit denen es verschmolzen ist – werden zu Projektionsträgern des Bösen. Israel verleugnet seinen Mutterschoß – religionsgeschichtlich und stammesgeschichtlich – es verdrängt seinen Ursprung, beraubt sich seiner Wurzeln – es „war von Anfang an patriarchal“! Wo immer Israel die matriarchale Gesellschaftspraxis nicht verleugnen kann, sind es die „Weiber“, von denen es verführt wird: Eva, die der Schlange gehorcht, Isebel, die bedeutende Priesterkönigin, die Herrin über „vierhundert Propheten der Aschera, die von der Isebel Tische essen“ (1 Kön 18,19), deren „Abgötterei und Zauberei immer größer wird“ (2 Kön 9,22). Und selbstverständlich sind es „die Frauen, die den Tammuz beweinen“ am Tempel zu Jerusalem (Ez 8,14). (Ich verwerfe im Lande die Kriege, München 1984, S. 59)
In seiner Studie über den Ursprung und die Entwicklung des Patriarchats schreibt James DeMeo, daß die Zeit der alttestamentarischen Patriarchen und Propheten eine Übergangsperiode war, von der sich sowohl ökologisch als auch sozial („emotionale Wüste“ nach Reich) die Wüste immer weiter in die Levante hineinfraß oder, wie DeMeo es ausdrückt, „Saharasia“ sich ausbreitete. Für die damit verbundenen Umwälzungen führt DeMeo folgende Beispiele aus der Bibel an (The Saharasia Connection, University of Kansas 1986, S. 311f):
Die hier ganz grob skizzierte „Umwälzung“ ist wörtlich zu nehmen, denn die ganze biblische Geschichte von Abraham über Moses und die Propheten bis Paulus ist nichts weiter als das Protokoll der Umwandlung eines Matriarchats in ein Patriarchat. In einer gigantischen Umwertung aller Werte wurde alles auf den Kopf gestellt.
Wie der Prophet Jesaja 5,20 mahnt:
Weh denen, die Böses gut und Gutes böse nennen, die aus Schwarz Weiß und aus Weiß Schwarz machen, aus Sauer Süß und aus Süß Sauer!
Oder wie Nietzsche sagt:
So weit der Theologen-Einfluß reicht, ist das Wert-Urteil auf den Kopf gestellt, sind die Begriffe „wahr“ und „falsch“ notwendig umgekehrt: was dem Leben am schädlichsten ist, das heißt hier „wahr“, was es hebt, steigert, bejaht, rechtfertigt und triumphieren macht, das heißt „falsch“ … (Der Antichrist 9)
Wieder: das erfahren wir heute ganz aktuell anhand der Ausbreitung des Islam in Europa. In den Debatten zum Thema sind die einfachsten Regeln der Logik und Objektivität wie ausgelöscht. Die bloße Meinung, d.h. die „korrekte Meinung“, tritt an die Stelle der Fakten. Die „heiligsten Werte“ von gestern, werden heute zu bloßer Makulatur.
Zu biblischen Zeiten wurden die Werte auf den Kopf gestellt, bis die späten Propheten Amos und Hosea und schließlich Jesus sich wieder auf die alte „ursprüngliche Schöpfungsordnung“ bezogen. Die Unterdrückten haben in ihrer sozialen Not sich immer auf die Propheten Amos und Hosea berufen können. Diese neueren Propheten waren weit menschlicher als die alten haßzerfressenen Jahwe-Fanatiker aus der Wüste wie z.B. Elischa, der kleine Kinder von Bären zerreißen ließ, nur weil sie ihn verspottet hatten (2 Kön 2,23f).
Während Elischas Zorn den Anhängern der bodenständigen Kulte galt, griff schon 100 Jahre später Amos umgekehrt den moralischen Zerfall der eingedrungenen Anhängerschaft Jahwes an. Elischa pries die Blutströme, die von König Jehu ausgingen, als er seine religiösen und politischen Säuberungen durchführte (2 Kön 9f), doch Hosea 1,4 droht gerade wegen dieser grausamen Bluttat als Strafe das Ende des israelischen Königtums an. Hier sieht man die grausame patriarchalische Welle aus der Wüste (Elischa), die in den folgenden Generationen jeweils durch die bodenständigen matriarchalen Traditionen gemildert wird (Amos und Hosea).
Die gesamte Entwicklung vom „Garten Eden“ bis heute kann man viel folgt funktionell zusammenfassen:
Da es nicht nur eine zeitliche, sondern vor allem eine funktionelle Entwicklung ist, beschreibt dieses Diagramm nicht nur den Gesamtprozeß, sondern auch das einzelne Geschehen, beispielsweise die gegenwärtige Islamisierung Deutschlands (Geschlechter-Apartheid, Gewalt gegen Frauen, Einschränkung der Meinungsfreiheit, etc.pp.).
Wenn ich irgendjemandem den Tod wünsche, dann Muammar al-Gaddafi und mit ihm seiner gesamten gottverfluchten Brut. Und das nicht nur wegen Lockerbie 1988, sondern auch wegen des Ustica-Blutbades von 1980 und dem Anschlag von Bologna ebenfalls 1980. Aus Opportunitätsgründen (Erdöl, Angst vor einem Krieg) wurden die beiden Verbrechen in Italien auf das Konto irgendwelcher rechtsradikaler „Logen“ und der NATO geschrieben.
Wie jeder anständige Mensch stehe ich auf Seiten des Volkes gegen ein Regime, das typisch ist für die gesamte saharasische Kernregion zwischen Marokko und China, Sudan und Rußland. Es gibt bei der ganzen Angelegenheit nur ein kleines Problem: die Alternative ist teilweise noch schrecklicher. Wie gestern die Zeitung Wenweipo aus Hongkong kommentierte:
Während man auf aktuellen Pressefotos sehen kann, daß die Anhänger Gaddafis in den Straßen von Tripolis westlich gekleidet und die Frauen nahezu alle unverschleiert sind, bietet sich bei den oppositionellen Kräften ein anderes Bild. Die Frauen, die in Bengasi den Vereinten Nationen für die Verhängung der Flugverbotszone dankten, trugen allesamt ein Kopftuch, auf anderen Fotos sind auch Burka tragende Frauen zu sehen. Vor dem Hintergrund der in den vergangenen zwei Jahrzehnten stetig erstarkenden religiösen Kräfte des Islam im Nahen Osten und Nordafrika stellt sich die Frage, ob sich die Länder des Westens wirklich bewußt sind, wem sie eigentlich in die Hände spielen, wenn sie mit Rufen nach Demokratie und Humanismus in der Region militärisch einschreiten.
Innerhalb der gepanzerten Gesellschaft scheint es kein Entkommen zu geben. Was tun? Der Status quo kann keine Option sein, bzw. sich gegen die Entwicklung stemmen, wäre reine Idiotie!
Reichs Antwort war einfach: Man muß aufhören, rigide, d.h. mechano-mystisch, in absoluten Gegensätzen zu denken, sondern funktionell. Dieses ominöse „funktionell“ bedeutet in diesem Fall, daß man jene Strömungen in der jeweiligen Partei unterstützt, die vorwärtsgerichtet sind und eine Zukunft haben.
Beispielsweise wäre eine „anti-autoritäre“ Erziehung, wie sie gegenwärtig im Westen gang und gäbe ist zweifellos vorwärtsgerichtet, aber sie hätte keine Zukunft, weil sie zum vollständigen Kollaps des gesamten Erziehungssystems führen würde. Man denke nur einmal daran, wie die Kinder der Gasthartzvierler aus dem islamischen Kulturkreis auf unser Schulsystem reagieren! Freiheit, die nicht durch ein den Umständen entsprechendes Maß an Verantwortung aufgewogen wird, muß im Chaos münden.
Genauso illusorisch wird eine wirkliche Demokratie sein. Was aber nicht illusorisch ist, wäre eine „Scheindemokratie“, in der wenigstens für einen geregelten Machtwechsel und dafür gesorgt wäre, daß keine vollständig ungeeigneten „Visionäre“ a la Gaddafi an die Macht kommen. Eine Scheindemokratie mit Gewaltenteilung und einer freien Presse. Es ist nicht einzusehen, daß so etwas in Nordafrika und dem Nahen Osten keine Zukunft hätte.
Was unbedingt Zukunft hat, ist eine freie Wirtschaft. Auslöser der gegenwärtigen Unruhen in der arabischen Welt war die demonstrative Selbstverbrennung eines jungen Mannes in Tunesien, dem es ein korruptes und ineffizientes Verwaltungssystem, dessen Hauptaufgabe zu sein schien, jede freie wirtschaftliche Aktivität im Keim zu ersticken, unmöglich machte eine unabhängige, d.h. menschenwürdige Existenz zu führen. Und das in einem Kulturkreis, der von jeher durch Handel und den sprichwörtlichen „Basar“ geprägt war. Mohammed selbst war ein Kaufmann.
Was schließlich den Islamismus betrifft, d.h. die organisierte Emotionelle Pest: Hier hat die Linke ebenso Schuld an der Situation wie zuvor an der sozialistischen Verkrustung der arabischen Gesellschaften. Gerne wird vergessen, daß Tunesien, Algerien, Ägypten, Syrien, Irak und nicht zuletzt Libyen durchweg sozialistische Länder waren. Die Staatspartei Tunesiens gehörte bis vor kurzem sogar der gleichen Internationalen an wie die SPD! Aber was nun den Islamismus betrifft: Bis zur, von den Sozialisten herbeigesehnten, „Revolution“ im Iran war der Islam in Nordafrika auf dem Rückmarsch, die Moslembrüder eine Kraft, die nicht aus der Mitte der Gesellschaft heraus agieren konnte. Das islamische Kopftuch oder gar die Vollverschleierung war eine Ausnahme. Wie jede Form der organisierten Emotionellen Pest entfaltete sich der Islamismus erst, als er Oberwasser gewonnen hatte und er auf jene Art und Weise „bekämpft“ wurde, wie zu genuiner Aggression strukturell unfähige Linksliberale so etwas „bekämpfen“: mit „Dialog“, Verständnis und immer neuen Zugeständnissen.
Die organisierte Emotionelle Pest löst sich sehr schnell in nichts auf, verpufft geradezu, wenn sie sich mit einem kompromißlosen „Nein“ und einer unüberwindlichen Barriere konfrontiert sieht. Beispielsweise ist Hitler an einem einzigen Mann gescheitert: an Churchill. In seiner Verzweiflung hat Hitler sogar die Sowjetunion angegriffen, um „dem wahnsinnigen Churchill“ dessen letzte Trumpfkarte auf dem europäischen Kontinent aus der Hand zu schlagen. Ähnlich ist die Rote Flut, die sich seit 1917 unaufhaltsam ausgebreitet hatte, an Reagan zerborsten, der erstmals mit dem Kalten Krieg wirklich ernstgemacht hatte.
Der Islamismus würde sich schnell zu seiner ursprünglichen Nichtigkeit verflüchtigen, würde man mit ihm umgehen, wie es Israel mit seinem Kampf gegen den palästinensischen Extremismus vorexerziert.
Die religiösen Fanatiker begreifen die Zusammenhänge weitaus besser als all die ach so klugen Analysten im Westen. Für den archaischen Geist handelt es sich nämlich um den Kampf zwischen zwei Göttern und es geht darum, welcher Gott sich durchsetzen kann. Es geht um ein Gottesgericht. Der durch den linksliberalen Ungeist durchseuchte Westen beweist tagtäglich, daß „Gott“ eine impotente Schwuchtel ist und Allah über ihn triumphieren wird.
Also: tötet Muammar mitsamt seiner Höllenbrut, stützt soweit wie möglich Demokratie und freie Marktwirtschaft und stellt euch dem Islamismus mit „unmenschlicher“ Härte entgegen!
Bei Paulus findet man sowohl Anspielungen auf das Grabopfer für den König (Röm 6,8) als auch das Opfer des Königs für sein Volk (Röm 5,6). In Kol 2,12f heißt es:
Ihr seid durch die Taufe mit Christus begraben worden, und ihr seid auch schon mit ihm zusammen zum neuen Leben gelangt. Denn durch den Glauben habt ihr euch der Macht Gottes anvertraut, der Christus vom Tod erweckt hat.
Dies könnte unmittelbar aus der Liturgie des Dumuzi-Kultes stammen. Und da in der antiken Kirche die Taufe im Sinne einer Auferstehung von den Toten im Frühjahr stattfand, ist der Gleichklang fast perfekt. Auch sonst haben die Christen im Verlauf ihrer zweitausendjährigen Geschichte die Wiederbelebung der Natur nach der Trocken- oder Winterzeit immer als Symbol der Auferstehung Christi betrachtet. Man denke nur an Ostern und die mit diesem Fest verbundenen heidnischen Fruchtbarkeitssymbole.
Erinnert sei auch an das Jul-Fest zur Wintersonnenwende, bei der der Triumph der Sonne über die Finsternis des Winters, ihre Wiedergeburt gefeiert wurde. Wie Inannas Nachfolgerinnen Demeter ihren Iakchos (Dionysos) oder Isis ihren Har-Siesis (Horus) bringt auch Maria ihr Kind zur Wintersonnenwende in der Weihnacht zur Welt.
Wie Iakchos und Attis [ebenfalls ein Nachfolger Dumuzis] und der kretische Zeus wird das Kind von Schafhirten enthusiastisch begrüßt. Dabei trägt es selbst die Züge eines Kindgottes und als junger Mann die Züge des göttlichen Hirten (Sumer, Ägypten, Palästina). Denn Jesus, dessen Name dem Isissohn Har-Siesis sehr ähnlich ist, kommt als sanfmütiger „guter Hirte“ daher, und seine Bischöfe tragen lange, gebogene, ägyptische Hirtenstäbe. Natürlich wird mit der Geburt dieses Kindes der aus den Fugen geratene Kosmos in seine Ordnung gerückt, dies war auch bei den anderen neugeborenen Kindgöttern so. Denn seit dem Tod des Heros-Gottes war diese Ordnung gefährdet, die Vegetation zerstört und das Leben der Menschen in Gefahr. (Heide Göttner-Abendroth: Die Göttin und ihr Heros, München 1984, S. 129)
So läßt sich religionsgeschichtlich eine grade Linie vom sumerischen Inanna-Dumuzi-Mythos bis zum Christentum ziehen. Im semitischen Babylonien wurde daraus der fast identische Ischtar-Tammuz-Kult und in Palästina der Anat-Baal-Kult, der bis in christliche Zeit sich in Syrien, Phönizien und in Jesu Heimat, dem „heidnischen Galiläa“ (Mt 4,15), hielt. Von Ägypten aus wurde darüber hinaus noch das gesamte hellenische und später römische Mittelmeer vom gleichgerichteten Isis-Osiris-Kult beeinflußt. So stoßen wir auch
in der christlichen Religion auf das Tod- und Wiederauferstehungs-Muster der matriarchalen Religionen: der Gottessohn stirbt einen Opfertod und ersteht wieder auf. Diesem Ereignis wird dieselbe Bedeutung zugeschrieben wie dem Opfertod des matriarchalen Heros, nämlich das Weiterleben der Menschen zu sichern. Das Weiterleben ist jedoch keins mehr im Diesseits, sondern im Jenseits, im elysischen Obstgarten-Paradies. Die Wiederauferstehung jedes einzelnen wird dort verewigt wie bereits in der hellenistischen Osiris-Religion. Und wie bei Osiris gibt es zuvor ein „Jüngstes Gericht“ mit einem milden, gerechten Richter. (Göttner-Abendroth, S. 127ff)
Aber dieser matriarchale Vorstellungskomplex hat nicht erst mit Christus in der Bibel Eingang gefunden. Schon das Buch Ijob ist vollständig nach dem Schicksal des kanaanitischen Fruchtbarkeitsheros Baal geformt, der am Anfang der Trockenzeit sterben muß. Auch das Denken der Psalmisten ist ganz eindeutig von diesem Fruchtbarkeitskult durchdrungen, was die Psalmen so ungemein christlich macht! Und selbst im Buch Kohelet, das vor Frauen warnt „die noch bitterer sind als der Tod“ (Koh 7,26), finden wir Anklänge an die endlose zyklische Wiederholung, die Fruchtbarkeitskulte kennzeichnet. Hier verwandelte sich jedoch der lustvolle Fruchtbarkeitszyklus des Matriarchats, in die „sinnlose Mühle“ des Patriarchats (man denke auch an das Samsara, den „ewigen leidvollen Kreislauf der Widergeburten in Indien“). Denn wer sich wie die emotional toten Jahwe-Gläubigen, die sich von den Naturzyklen getrennt haben, nicht der Himmelskönigin hingibt, verfehlt die Wiedergeburt: „Wer sein Leben festhalten will, wird es verlieren“ (Mt 10,39).
Der Prophet Ezechiel (8,14) berichtet wie Frauen im Tempelvorhof von Jerusalem saßen und über Tod und Unterweltsfahrt des Tammuz weinten, dem babylonischen Nachfolger des sumerischen Dumuzi. Daniel (11,37) nennt Tammuz „den Lieblingsgott der Frauen.“ Und was Daniels prophetische Aussage über den „Menschensohn“ betrifft sagt Michael Grant:
Fast könnte man meinen wieder zur Vorstellungswelt der kanaanäischen Religion zurückgekehrt zu sein, in der ein Gott (Baal) einen anderen (El) entthront. Sind hier schon Verbindungen von der Urreligion Kanaans zum christlichen Mythos zu finden, der ganz entscheidend auf das Daniel-Buch zurückgeht, wird dies bei Hosea erst recht deutlich. (Das Heilige Land, Bergisch Gladbach 1988, S. 252)
In einem Bußlied (Hos 6,1-3) sagt er den Nachkommen Israels eine „Auferstehung am dritten Tag“ voraus.
Diese Äußerung ist nicht frei von Ideen, welche aus den kanaanäischen Fruchtbarkeitskulten stammen; in den Ohren gläubiger Christen allerdings klingen sie wie eine Vorwegnahme neutestamentarischer Äußerungen über Jesu Auferstehung. (Grant, S. 207)
Die ganze Gottesvorstellung der Propheten war noch teilweise von matriarchalen Mustern geprägt. So sprechen sie vom Land Israel als der Braut Jahwes. Dies ist die patriarchale Umformung, bzw. Umkehr des alten matriarchalen Mythos der Sumerer, wo der König und damit sein ganzes Land Sohn und Gatte der Himmelskönigin Inanna war. In Babylon wurde daraus später die Göttin Ischtar, deren Namen wir im biblischen Buch Esther wiederfinden („Esther“ ist die aramäische Form von „Ischtar“), wo das Volk Israel, wie so oft in der Bibel, von einer Frau gerettet wird.
Gerda Weiler zufolge sind die Propheten von alten Kultfesten ausgegangen (Ich verwerfe im Lande die Kriege, München 1984, S. 363). Einige biblische Jahwe-Lieder stimmen wörtlich mit „heidnischen“ Baal-Liedern überein (ebd., S. 37). So verbergen sich hinter dem alttestamentarischen Text unmittelbar matriarchale Kultmythen, aus denen man nur die Himmelskönigin eliminiert hat. Das literarisch und philosophisch höchststehende Buch der Bibel, Ijob, ist z.B. auch nichts weiter als ein überarbeiteter matriarchaler Kulttext. In den ursprünglichen Kultfesten wurde in erster Linie die Heilige Hochzeit gefeiert. Die Propheten hätten, so Weiler, diese sexuellen Bezüge nachträglich spiritualisiert.
Indem sie die Sprache der Liebe als allegorische Bildsprache benutzen, entziehen sie ihr den erotischen Charakter. Jahwe ist der Liebhaber der „Jungfrau Israel“, der Gatte der „Tochter Zion“, aber seine „Liebe“ bleibt im luftleeren Raum, sie wird niemals konkret. Niemals wird er sich in einem Kultträger der Priesterin nahen. Gerade das soll überwunden werden.
Israel wird als Braut Jahwes dargestellt, der davon spricht, mit Israel die Ehe zu schließen und es so aus seiner Schande zu erretten (Jes 54,5). Dann wird man dich Jerusalem
nicht länger „die Verstoßene“ nennen oder dein Land „die verlassene Frau“. Nein, du wirst „Gottes Liebling“ heißen und dein Land „die glücklich Vermählte“! Denn der Herr wendet dir seine Liebe wieder zu und vermählt sich mit deinem Land. Wie ein junger Mann sich mit seinem Mädchen verbindet, so werden deine Bewohner für immer mit dir verbunden sein. Wie ein Bräutigam sich an seiner Braut freut, so hat dann dein Gott Freude an dir. (Jes 62,4f)
Schon in Ägypten hätten sich Gottes Bräute (Samaria und Jerusalem) den Männern hingegeben „und ließen ihre jugendlichen Brüste tätscheln“, bevor sie schließlich die alleinigen Frauen Gottes wurden (Ez 23,2ff).
Aber es rächt sich, daß Jahwe großzügig über den unzüchtigen Charakter seiner Braut hinwegging, denn sie vergißt ihren Jahwe schon bald wieder, der klagt: „In der Jagd nach Liebhabern bist du unübertrefflich“ (Jer 2,32f). Die „Liebhaber“ sind hier natürlich die anderen Kulte und Götter (vgl. Jer 3,1-5 und Hos 2,4-10). Hurerei ist jedoch nicht nur symbolisch mit Götzendienst identisch:
Hast du gesehen, was Israel, diese treulose Frau, getan hat? Sie hat sich von mir abgewandt, ist auf jede Anhöhe gestiegen und hat sich unter jeden grünen Baum gelegt, um (in der Heiligen Hochzeit) Unzucht zu treiben.