Das drohende Auseinanderbrechen der Partei Die Linke in Ost und West, die auf dem gestern beendeten Parteitag wie ein Damoklesschwert über der Partei hing, ist ein Paradebeispiel für die bio-soziologische Charakterologie.
Grob gesagt haben wir es in den neuen Bundesländern mit einer (im übrigen hoffnungslos überalterten) Volkspartei zu tun, die aus einem sozialen Milieu hervorgegangen ist, das nach dem Krieg einem ganzen Land aufgezwungen worden war. Die „DDR“ war offiziell „realsozialistisch“, doch die Menschen, die zufällig auf dem Hoheitsgebiet der „DDR“ lebten, repräsentierten zu einem Gutteil alles andere als eine „sozialistische Charakterstruktur“. Das durchschnittliche SED-Mitglied und sogar (vielleicht sogar erst recht!) Mitglieder der Stasi waren von ihrer Charakterstruktur und den damit einhergehenden alltäglichen Wertvorstellungen vielleicht sogar eher konservativ. Ideologisch mögen sie von „der Sache“ zwar überzeugt gewesen sein und diese „Gesinnung“ auch über die Wende hinaus gerettet und ihren Kindern vermittelt haben, aber charakterstrukturell ähnelten und ähneln sie eher dem rechten SPD-Wähler und sogar dem durchschnittlichen CDU-Wähler in Westdeutschland.
Ganz anders sieht die Sache bei den Mitgliedern von Die Linke in Westdeutschland aus. Hier finden wir fast durchweg Leute, die aus rein charakterologischen Gründen zu Die Linke gefunden haben. Es sind von ihrer Charakterstruktur her Kommunisten. Das und nicht irgendwelche ideologische Auseinandersetzungen, die letztendlich nur Rationalisierungen sind, erklärt auch den Haß von dem Gregor Gysi sprach, als er die Zustände in der Bundestagsfraktion von Die Linke beschrieb.
Hier treffen in ein und derselben Partei soziopolitische Charakterstrukturen aufeinander, die wie Materie und Antimaterie reagieren. Die einen wurden in Zusammenhänge hineingeboren, aus denen sie sich langsam wieder lösen wollen (durch eine Annäherung an die Grünen und die SPD), die anderen wollen sich umgekehrt aus eben diesen „bürgerlichen Zusammenhängen“ befreien und „Fundamentalopposition“ betreiben. Die einen streben letztendlich die Stärkung der bürgerlichen Demokratie an, die immer einen starken linken Flügel braucht, während die Agenda der westdeutschen Sektierer letztendlich die Zerstörung dieses „Ausbeutersystems“ ist.
Zugespitzt könnte man sagen, daß es den ersteren darum geht, die Nachwirkungen des Roten Faschismus zu bewältigen, der ihrer Charakterstruktur an sich fremd ist. Den letzteren geht es ganz im Gegenteil darum, in Befolgung ihres „charakter-strukturellen Zwangs“ ein neues rotfaschistisches System zu errichten, d.h. anderen aufzuzwingen.
Hier noch einmal die Roten Faschisten, die mittlerweile wieder aus dem NRW-Landtag rausgeflogen sind. Eine Sozial-„Wissenschaftlerin“, eine Gymnasiallehrerin (sic!), eine promovierte Sozialarbeiterin, eine Lehrerin (sic!)…


