Die Orgasmusfunktion im Pflanzenreich?

Wie Hans Hass ausgeführt hat, kann man die Organismen in zwei Gruppen einteilen:

  1. die Pflanzen als „Parasiten der Sonne“ und Nahrung der Tiere;
  2. die Tiere als Parasiten der Pflanzen (auch Raubtiere leben in letzter Konsequenz von Pflanzen!)

Bei „fleischfressenden“ Pflanzen geht es um Nährstoffzufuhr und nicht um Energiezufuhr. Mit Pilzen, die weder Pflanzen noch Tiere sind, müßte man sich gesondert befassen. Das gilt auch für Lebensgemeinschaften auf dem Meeresgrund und in den Tiefen der Erde, die vollkommen unabhängig von der Sonne vom Vulkanismus und der Erdradioaktivität leben.

In meinem Aufsatz über Die biologische, psychologische und soziologische Struktur des Menschen habe ich mich eingehend damit befaßt, wie sich die Orgasmusfunktion im Tierreich kundtut. In den Kommentaren zu Hiob und die Orgonomiehabe ich neulich mit Klaus über die Stellung der Pflanzen in der „sexualökonomischen Lebensforschung“ diskutiert: wo ist da der Orgasmusreflex, die Funktion des Orgasmus, etc.? Ich antwortete Klaus mit dem Verweis, daß man vielleicht fragen sollte, welche orgon-energetischen Funktionen sich denn in den Pflanzen kundtun.

Heute möchte ich dieses Problem mit Hilfe einer orgonometrischen Gleichung aufarbeiten, die auf Charles Konias Artikelserie über „Orgonotic Contact“ aus dem Journal of Orgonomy (Vol. 34, No. 2) zurückgeht. Nirgends werden von Konia in diesem Zusammenhang Pflanzen erwähnt, wie überhaupt das Reich der Pflanzen in der Orgonomie kaum je Thema ist, wie Klaus mit recht kritisch angemerkt hat.

Die Unterschiede zwischen Tieren und Pflanzen sind offensichtlich, weshalb es auch kaum Sinn macht, darauf hinzuweisen, daß „in letzter Konsequenz“ doch auch die Tiere Parasiten der Sonne sind. Tiere bewegen sich (mit wenigen „pflanzenartigen“ Ausnahmen, etwa Seeanemonen) aggressiv auf ihre Energiequelle (Nahrung) zu, während Pflanzen sich passiv der Sonnenstrahlung aussetzen. Entsprechend sehen sie vollkommen unterschiedlich aus: Tiere haben fast durchweg eine Orgonomform, während Pflanzen sich „auffächern“:

Konia zufolge spaltet sich die orgonotische Erregung, die allen Lebensvorgängen zugrunde liegt, in zwei Funktionsbereiche auf: Bewegung und Nichtlokalität.

Ich spekuliere nun, daß die weitere Auffächerung der beiden mittleren Funktionen jeweils das Tier- und das Pflanzenreich beschreibt.

Die Bewegung kommt vor allem im Tierreich zum Ausdruck. Der funktionelle Gegensatz von Kreiselwelle und Pulsation zeigt sich im Verhältnis von Zentralem Nervensystem (Orgonom) und Vegetativen Nervensystem (orgonotisches System), wie ich es in Die biologische, psychologische und soziologische Struktur des Menschen beschrieben habe.

Die Nichtlokalität kommt hingegen in erster Linie im Reich der Pflanzen zum tragen. Die Funktionen Erstrahlung und Anziehung hat Reich bei den Bionen beobachtet mit ihren Strahlungsbrücken und der gegenseitigen Anziehung. Siehe Der Krebs.

Bei den Pflanzen stehen also nicht die beiden grundlegenden Bewegungsarten der Orgonenergie im Vordergrund, die Kreiselwelle und die Pulsation, und damit eben nicht die Orgasmusfunktion, wie sie das Tier Mensch kennt, sondern Funktionen, die mehr mit der Orgonenergie als Medium oder „Feld“ („Äther“) zu tun haben. Konkret ist es das Strahlungsfeld der Sonne und die Ausrichtung auf die Sonne (was die Blätter betrifft) bzw. auf den Erdmittelpunkt (was die Wurzeln betrifft). Daß das nicht eine rein mechanische Funktion ist, zeigt das Phänomen des „Orgonotropismus“, d.h. die Ausrichtung von Pflanzen hin zu einer höheren Orgonenergie-Konzentration (L. Wyvell/J. Strick: „Orgonotropism“, Offshoots of Orgonomy, No. 9, Autumn 1984, S. 7-12).

Die entscheidende Frage bei dieser Theorie ist natürlich die nach der Nichtlokalität, die das Grundwesen der Pflanzen ausmachen muß, genauso wie es die Bewegung bei Tieren ist. Tatsächlich spricht man vom „Wood Wide Web“.

Es gibt Forscher, die davon ausgehen, daß die Wurzeln der Pflanzen unter der Erde ein riesiges, erdumspannendes Kommunikationsnetz bilden. Dabei helfen ihnen Pilzfäden, die die Wurzeln untereinander vernetzen.

Obwohl es Überschneidungen gibt ist es doch so, daß in den beiden Lebensbereichen Fauna und Flora die orgonotische Erregung jeweils überwiegend anders zum Ausdruck kommt. Erstrahlungs- und Anziehungsphänomene spielen natürlich auch im Tierreich eine gewichtige Rolle und die Orgonomform findet sich in den Blättern und Früchten der Bäume. Auch kann man in der Blüten- und Fruchtbildung sicherlich die Orgasmusformel finden, wenngleich sie, wie bereits gesagt, nicht die zentrale Rolle spielt wie bei den Tieren im allgemeinen und dem Menschen im besonderen.

Inwiefern man auf diese Weise beispielsweise den Fall des indischen Yogi Prahlad Jani, der vor kurzem durch die Presse ging, erklären kann, wird abzuwarten sein. Ich möchte in diesem Zusammenhang nochmals auf meine Diskussion mit Klaus über „orgonomische Mönche“ erinnern, die auf eine merkwürdige Weise mit der Frage nach der Orgasmusfunktion bei Pflanzen verknüpft war.

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4 Antworten zu „Die Orgasmusfunktion im Pflanzenreich?“

  1. Die Orgonenergie « Nachrichtenbrief sagt:

    [...] sondern auch Präsenz unabhängig von räumlicher Trennung („Nichtlokalität“). Siehe dazu Die Orgasmusfunktion im Pflanzenreich?. Teilen Sie dies mit:E-MailDruckenFacebookGefällt mir:LikeSei der Erste, dem dieser post [...]

  2. Was sind die Beweggründe der Kernkraftgegner? « Nachrichtenbrief sagt:

    [...] Bäume nehmen die Energie der Sonne auf und halten so das „Wood Wide Web“ aufrecht, das ich in Die Orgasmusfunktion im Pflanzenreich? erwähnt habe. Das Individuum erwirtschaftet einen Überschuß, kann essen (= Aufnahme von [...]

  3. Orgonomie im Schnelldurchlauf « Nachrichtenbrief sagt:

    [...] Die funktionelle Identität subjektiver (qualitativer) und objektiver (quantitativer) Gegebenheiten hat Reich mit Hilfe der „Orgonometrie“ beschrieben, die wiederum mit den nichtlokalen sozusagen „geistigen“ Eigenschaften der Orgonenergie zusammenhängen. Siehe dazu meine Ausführungen in Die Orgasmusfunktion im Pflanzenreich?. [...]

  4. Der Kleine Mann im Kopf ist tot! « Nachrichtenbrief sagt:

    [...] erinnere an meinen Blogeintrag über orgonotische Funktionen im Pflanzenreich und die Rolle der Nichtlokalität, die durch das Netzwerk aus Pilzfäden verkörpert wird, welche [...]

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