In den USA bewarb sich der Multimillionär John Edwards 2004 und 2008 als demokratischer Kandidat für die Präsidentschaft. Sein Geld hatte der aus armen Verhältnissen stammende Rechtsanwalt mit einer cleveren Geschäftsidee gemacht. Er suchte sich Leute, die Babys mit einer zerebralen Kinderlähmung zur Welt gebracht hatten. Deren Ärzte verklagte er auf Schadenersatz. Als Folge der Klageflut werden nun von den US-Gynäkologen zur juristischen Absicherung viermal mehr Kaiserschnitte vorgenommen als vor Edwards „Tätigkeit“. Und das, obwohl gar kein Zusammenhang zwischen der Behinderung und dem Geburtsvorgang besteht!
Neben der juristischen Absicherung gegen die „Edwards“ dieser Welt und aus Angst vor möglichen Komplikationen bei der Geburt ist ein weiterer Grund für die Zunahme des Kaiserschnitts eine Profitgier, die der „Edwardschen“ in nichts nachsteht:
Anläßlich des Internationalen Hebammentages am 2004 wies der Bund Deutscher Hebammen darauf hin, daß in Kliniken immer weniger Kinder auf natürliche Weise zur Welt kommen. Da sich die normale Geburt nicht mehr rechnet, würden immer mehr Frauen zu künstlichen Einleitungen der Geburt gedrängt. Sie läge bei fast 20 %. Die Dammschnittrate sei auf fast 60 % gestiegen. Jedes fünfte bis vierte Kind werde per Kaiserschnitt entbunden.
Die Pharmaindustrie und die Medizintechnik haben ein finanzielles Interesse an der pathologisierten und medikalisierten Geburt.
Selbst die vaginale Geburt artet zunehmend in Genitalverstümmelung aus – die es demnach nicht nur in Afrika gibt…
Ein Forscherteam der University of North Carolina unter Leitung von Katherine Hartmann wertete 45 Studien der vergangenen 50 Jahren aus. Durch den Dammschnitt werde das Risiko eines Dammrisses nicht etwa reduziert, sondern eher erhöht. Die Gefahr von Fäkalinkontinenz in den ersten drei Monaten nach der Geburt verdoppelt sich. Der Anteil der Frauen, die nach der Geburt über Schmerzen beim Geschlechtsverkehr klagten, lag bei denen mit Dammschnitt um 53 % höher.
Verständlich, daß trotz der vorliegenden Studien am Dammschnitt festgehalten wird…
Im British Medical Journal berichten Kenneth Johnson vom kanadischen Center for Chronic Disease Prevention and Control und Betty-Anne Daviss von der International Federation of Gynecology and Obstetrics über ihre Studie zu Hausgeburten. Es ist die bisher umfangreichste Untersuchung zum Thema überhaupt. Bei gut vorbereiteten Hausgeburten waren weder die Frau noch ihr Kind gefährdeter als bei der Geburt im Kreissaal. Ganz im Gegenteil: die Rate medizinischer Interventionen war deutlich niedriger. An der Studie nahmen fast alle Hebammen teil, die Mitglied im North American Registry of Midwives (NARM) sind. Bei den Hausgeburten lag die Dammschnitt-Rate bei 2,1 % gegen 33 % bei den Geburten im Krankenhaus. Ähnlich das Bild beim Kaiserschnitt (3,7 % gegen 19 %) und der Vakuumextraktion (0,6 % gegen 5,5 %).
In Großbritannien kommen etwa 21.5 % der Babys durch Kaiserschnitt auf die Welt. Einer Studie der Liverpool University und des Liverpool Women’s Hospital zufolge, könnten etwa ein Viertel dieser Eingriffe vermieden werden. Nämlich jene, die durchgeführt werden, weil sich die Gebärmutter nicht in einem ausreichenden Maße zusammenzieht und deshalb die Geburt nicht voranschreiten will. Die Verabreichung von Oxytozin, um den Geburtsprozeß zu beschleunigen, würde oft nicht helfen und das Problem nur verschlimmern: Ermüdung der Gebärmutter-Muskulatur aufgrund von Sauerstoffmangel und damit einhergehenden hohen Milchsäure-Konzentrationen. Stattdessen schlagen die Mediziner vor, daß ein Verzicht auf „Behandlung“ der ermüdeten Gebärmutter-Muskulatur erlauben würde, sich auszuruhen und genug Kraft für eine natürliche Geburt zu schöpfen.
Eine Geburt per Kaiserschnitt verläuft keineswegs schmerzfrei. Die Schmerzen treten nur später auf und bleiben zudem stärker im Gedächtnis haften, weil keine natürlichen schmerzdämpfenden Hormone ausgeschüttet werden. Deshalb ist es kein Zufall, daß viele Frauen nach einem Kaiserschnitt kein weiteres Kind mehr wollen. Die bei der physiologischen Geburt produzierten Hormone fördern zudem die Bindung zwischen Mutter und Kind.
Tatsächlich hat die physiologische Geburt eine ähnliche Bedeutung wie der Orgasmus. Nicht nur, daß beide die einzigen Möglichkeiten sind, wie das Metazoon seine gesamte überschüssige Energie entladen kann, beide führen auch zur Überschüttung des Gehirns mit „Glückshormonen“ und binden die Partner dauerhaft aneinander. Dergestalt ist die Orgasmusfunktion die Grundlage des Zusammenhalts der Gesellschaft.
Zur Mutter-Kind-Bindung aufgrund von „Glückshormonen“ siehe auch Aspekte des Stillens.
Schlagwörter: Babys, Dammriß, Dammschnitt, Fäkalinkontinenz, Gebärmutter, Geburt, Genitalverstümmelung, Glückshormone, Gynäkologie, Hausgeburt, Hebammen, John Edwards, Kaiserschnitte, Medizintechnik, natürliche Geburt, Orgasmus, Oxytozin, Pharmaindustrie, Vakuumextraktion, zerebrale Kinderlähmung

1. Mai 2013 um 05:24 |
[...] Kein Wunder, daß im Werbefernsehen so häufig von weiblicher Verstopfung die Rede ist und der Kaiserschnitt fast zur Regel wird. Kaum ein junges Mädchen fühlt sich noch in ihrem Körper wohl, denn der [...]
10. August 2012 um 05:16 |
[...] diesem blutigen Schlachtfest freiwillig ausliefert bzw. es ohne zwingenden Grund ausführt. Siehe Das blutige Grauen der Geburt, das hier verfilmt [...]
26. Juni 2010 um 05:15 |
[...] (eine drastische Operation wie aus einem Horrorfilm!) auf sich, nur um ihrer Vagina zu entgehen. Sie schaden damit sich selbst und nicht zuletzt dem [...]
6. Februar 2010 um 08:57 |
Ein Arbeitskollege erzählte mir kürzlich, dass seine Frau leider keine Wehen bekäme und sie deswegen auch ihr zweites Kind per Kaiserschnitt entbünden müssten. Dazu erzählte er mir, dass bei normaler Geburt die Schmerzen innerhalb 24h verschwänden, es beim Kaiserschnitt jedoch Monate dauern würde, weil es ein richtiger operativer Eingriff wäre und die Bauchmuskulatur massiv gedehnt würde.
Natürlich ist doch am besten!