Die biosoziale Grundlage der Familien- und Paartherapie (Teil 3)

1. September 2014

DIE ZEITSCHRIFT FÜR ORGONOMIE

Peter Crist: Die biosoziale Grundlage der Familien- und Paartherapie (Teil 3)

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Das Saul-Syndrom (Teil 1)

31. August 2014

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Jerome Eden: Das Saul-Syndrom

Die Funktion von Terroristen und Terrorismus verstehen

30. August 2014

Der amerikanische Orgonom Dr. Charles Konia über den Islamischen Staat:

Die Funktion von Terroristen und Terrorismus verstehen

Die Falle verlassen!

29. August 2014

Panzerung kann man durchaus mit einer Art „Amputation“ vergleichen: wir haben ganze Bereiche unseres Körpers abgespalten, entsprechend erstarrt und zerstückelt ist unser Innenleben. Das spiegelt sich zweifellos auch in der neuronalen Struktur unseres Gehirns wider. Wir sind, mechanistisch ausgedrückt, sozusagen hoffnungslos „falsch verdrahtet“.

Neurologen aus den USA berichten jedoch über den Fall eines 56jährigen Mannes, dem vor 35 Jahren die rechte Hand amputiert worden war. Während dieser dreieinhalb Jahrzehnte wurde die betreffende Hirnregion anderweitig genutzt, doch offenbar kann sich dieses Areal nach der Transplantation einer neuen Hand seiner alten Funktion erinnern und von neuem beispielsweise dem Tastsinn dienen.

Schon allein die Erkenntnis, daß das Gehirn die Umstrukturierung während all der Zeit ohne Hand wieder rückgängig zu machen scheint, ist bemerkenswert, erklärt [Scott Frey von der Universität von Oregon in Eugene]. Für noch erstaunlicher hält er indes die Tatsache, daß dieser Vorgang eintritt, obwohl das Gehirn des Patienten zum Unfallzeitpunkt schon voll entwickelt war. Die Ergebnisse seien somit sehr bedeutsam für das Verständnis der Flexibilität des Gehirns bei Erwachsenen und in der Neurorehabilitation.

Das menschliche Protoplasma erstarrt nicht unwiderruflich, sondern bleibt bis ins hohe Alter erstaunlich flexibel und anpassungsfähig. Das ist ein weiterer Hinweis darauf, daß wir bis zum Zeitpunkt unseres Todes die Möglichkeit haben, uns mit Hilfe der Orgontherapie zu verändern und zu erneuern: wir sind durch die Panzerung nicht unwiderruflich verstümmelt.

Eine Fallstudie der Johns Hopkins University (Daniel Dilks et al.) über einen Patienten, der infolge eines Schlaganfalls teilweise erblindet war, deutet darauf hin, daß das Gehirn von Erwachsenen genauso formbar ist, d.h. neue Nervenbahnen bilden kann, wie das von Kindern.

Der Schlaganfall hatte einige Nervenbahnen geschädigt, die die Information von den Augen zum visuellen Cortex im hinteren Teil des Gehirns übertragen. Als Folge war im oberen linken Teil des Gesichtsfeldes ein blinder Fleck entstanden. Tests zeigten jedoch, daß der vom Auge abgeschnittene Teil des visuellen Cortex auf Bildinformationen anspricht, die vom unteren linken Gesichtsfeld kommen. Etwas, was bei Erwachsenen nach der gängigen Theorie gar nicht auftreten kann, weil alles sozusagen bereits fest und unveränderbar „verschaltet“ ist. Schon vorher hatten Forscher berichtet, daß bei „erwachsenen“ Mäusen Neuronen im Gehirn nachwachsen können.

Diese Forschungsergebnisse deuten erneut darauf hin, daß die orgontherapeutische „Umstrukturierung“ des Charakters mit dem Ziel einen neurotischen, d.h. „unveränderbar verschalteten“, Charakter in einen lebendigen, einen Genitalen Charakter umzuwandeln, eine reale Möglichkeit ist. Es besteht keinerlei Grund für einen therapeutischen Nihilismus, der sich teilweise auf Reich beruft („Krumm gewachsene Bäume kann man nicht wieder geraderichten!“), der aber nichts anderes ist als Ausdruck von Lebensfeindlichkeit. Wer nicht an die eigene Veränderung glaubt, soll von den „Kindern der Zukunft“ gefälligst schweigen!

Die biosoziale Grundlage der Familien- und Paartherapie (Teil 2)

28. August 2014

DIE ZEITSCHRIFT FÜR ORGONOMIE

Peter Crist: Die biosoziale Grundlage der Familien- und Paartherapie (Teil 2)

acologo

Reichianischer Mystizismus (Teil 2)

27. August 2014

Es gibt einige Möchtegern-Orgontherapeuten, aber auch authentische Orgonomen, die in den letzten 25 Jahren sich der „Geistheilung“ zugewandt haben. Es sind durchweg Leute, die in der Vergangenheit durch ihre „spirituellen“ Interessen aufgefallen sind. Ich selbst wurde durch Zufall und ungewollt vor vielen Jahren zum Patienten eines solchen „orgonomischen Geistheilers“. Die Sitzung hat vielleicht 3 oder 4 Minuten gedauert, war nicht gerade von gegenseitiger Sympathie getragen und ich habe mich sogar innerlich gegen „diesen Humbug“ aufgelehnt, – aber trotzdem hat die Therapie gewirkt. Tatsächlich machte es „Knack“ in meinem Kopf und etwas Flüssigkeit lief aus meinen sinusitis-geschädigten verstopften Stirnhöhlen ab. Der Effekt war wohl nicht dauerhaft, aber ich kann aus eigener Erfahrung sagen, daß „Geistheilung“ nicht schlichtweg Unsinn ist.

Zunächst die Frage, was man genau unter „Geistheilung“ versteht. In meinem Fall behauptete der Heiler, das Orgonenergie-Feld des Menschen hätte verschiedene Schichten und er würde diese unterschiedlichen Schichten manipulieren. Das entspricht in etwa der Methode von Franz Anton Mesmer, mit der ich keinerlei Probleme habe und die gut reproduzierbar ist. Eine ganz andere Geschichte sind Fernheilungen, die Rolle der Intention („Geist beherrscht Materie“) oder gar das Herabrufen von Geistwesen (der Heiler als Kanal geistiger „Heilenergien“, etc.). Einfache, d.h. energetische, Erklärungen, beispielsweise „Mesmerismus“, werden, wie auch in meinem oben beschriebenen Fall, nicht akzeptiert und auf „geistigen“ (mystischen) Theorien beharrt.

Selbst wenn man eingesteht, daß es „geistige“ Phänomene gibt, sind dies durchweg überraschende Einzelereignisse, die sich nicht wiederholen lassen. Bestimmte Aspekte des Lebendigen unterliegen nicht unserer Verfügungsgewalt, obwohl Einzelfälle vollkommen unerklärlich bleiben.

2004 haben Donn Young vom Comprehensive Cancer Center und Erinn Hade vom Center for Biostatistics der Ohio State University im Journal of the American Medical Association eine statistische Studie über das „Timing“ von über 300 000 Krebstodesfällen in Ohio zwischen 1989 und 2000 veröffentlicht. Die beiden Forscher konnten nachweisen, daß Krebskranke nicht in der Lage sind, ihren Todeszeitpunkt so hinauszuzögern, daß sie an Familienfeierlichkeiten noch teilnehmen können.

Der britische Psychologe Richard Wiseman von der Universität of Hertfordshire hat 2009 mit Hilfe des Netzwerks „Twitter“ anhand von 7000 Teilnehmern gezeigt, daß Remote Viewing nicht funktioniert, obwohl 38% der Teilnehmer an solche Phänomene glaubten und 16% sogar von sich behaupteten, über derartige Fähigkeiten zu verfügen.

An vier Tagen suchte Wiseman einen jeweils anderen geheimen Ort auf. Die Teilnehmer sollten ihm über Twitter diesen Ort beschreiben. Danach ließ er ihnen Bilder von fünf Orten zukommen, darunter eines vom Ort, wo er sich gegenwärtig befand.

In allen vier Versuchen wählte die Mehrheit ein falsches Bild aus. Sobald die Teilnehmer den tatsächlichen Ort kannten, sahen 31 Prozent von denen, die ans Paranormale glaubten, allerdings eine starke Übereinstimmung zwischen ihren Gedanken und dem richtigen Bild. Demgegenüber sahen nur zwölf Prozent der Skeptiker eine solche Übereinstimmung. Diese Art des Denkens würde Menschen dazu führen, Zusammenhänge zu sehen, die es in Wirklichkeit nicht gibt, folgert Wiseman aus seinen Ergebnissen.

Das Grundproblem der „Geistheilung“ und anderer derartiger Prozeduren, etwa Remote Viewing, liegt darin begründet, daß solche Phänomene nicht oder nur in einem sehr geringen Maße steuerbar und beherrschbar sind. Es ist sozusagen das funktionelle Gegenteil des Mechanismus, bei dem alles vorhersehbar und absolut verläßlich wie in einem Uhrwerk abläuft. Wenn versucht wird, paranormale Fähigkeiten in Nachäffung des Mechanismus zu „kult-ivieren“, beruht das auf einem grundsätzlichen Mißverständnis.

MechMys

Jede Schule, ja jeder „Guru“, der „östlichen Weisheitslehren“ vertritt ein anderes System, mit dem „subtile Energien“ reguliert werden sollen. Ein Beispiel ist „Tantra“ (siehe Die Massenpsychologie des Buddhismus).

Bedrohlich wird es, wenn „Reichianer“ dieses östliche Chaos mit ihren westlichen Mißverständnissen verschlimmern und ihre „Patienten“ mit Traditioneller Chinesischer Medizin („TDM“) oder Ayurveda malträtieren. Das wird dann als „Erweiterung“ der Orgonomie verkauft. Untergründig wird dem „Patienten“ ein raunendes „Die Weisheit der Jahrtausende blickt auf dich herab!“ vermittelt. Daß dieser anti-aufklärerische Mist ausgerechnet mit dem Namen „Wilhelm Reich“ verbunden wird…

Beispielsweise bot im Juni 2006 die in Berlin ansässige „Wilhelm Reich Gesellschaft“ ein Seminar über „Tantrische Geheimtechniken der Gralsblutlinie“ (sic!) an – und das alles unter dem Namen des Autors der Massenpsychologie des Faschismus (siehe auch meine Ausführungen zur Anthroposophie an anderer Stelle). Wie Max Liebermann angesichts der SA-Aufmärsche nach der „Machtergreifung“ sagte: „Ich kann gar nicht so viel fressen, wie ich kotzen möchte.“

Dieses Thema habe ich bereits in einem älteren Blogeintrag in Zusammenhang mit der Akupunktur angeschnitten. Dort verwies ich auf eine Studie, die gezeigt hat, daß Akupunktur definitiv nicht so funktioniert, wie uns weisgemacht wird. Des weiteren verweise ich auf die bereits 2004 veröffentlichten „Gerac Studien“ (German acupuncture trials). Diese bisher größte Akupunktur-Studie hat erwiesen, daß es vollkommen schnurz ist, wo die Nadeln gesetzt werden, der (Placebo-) Effekt ist immer der gleiche. Den Sinologen und Medizinhistoriker Paul Unschuld verwunderte dieses Ergebnis nicht: der Kenner weiß, daß es innerhalb und außerhalb Chinas eine Unzahl von Akupunktur-Traditionen gibt. Oder mit anderen Worten: die Akupunktur-Punkte sind vollkommen willkürlich gewählt.

2009 wurde in den Archives of Internal Medicine eine Studie veröffentlicht, die zeigte, daß drei unterschiedliche Arten von Akupunktur sehr viel effektiver gegen Kreuzschmerzen wirken als die gängige Behandlung. Eine der drei Akupunktur-Anwendungen war jedoch nur eine vorgetäuschte Akupunktur mit Zahnstochern! (Die anderen beiden waren das Standardverfahren und Akupunktur, die auf den jeweiligen Patienten individuell abgestimmt war.)

Ich bezweifle nicht, daß Akupunktur etwas mit der organismischen Orgonenergie zu tun hat, jedoch sind „Meridiane“ (in denen die Orgonenergie angeblich fließt) und spezielle Nadeln nichts weiter als mechano-mystischer Hokuspokus. Das ganze erinnert an „Reichianische“ Therapien mit ihren lächerlich ausgefeilten Körperhaltungen und Körperübungen und all dem Firlefanz mit dem „Energie in Bewegung gebracht“ werden soll. Mit Orgontherapie hat das alles herzlich wenig zu tun. Sie wissen nicht, was sie tun!

Ich habe den leisen Verdacht, daß es mit der Craniosakaraltherapie auch nicht viel anders bestellt ist. Wie anfangs erwähnt, kämpfe ich mit chronischer Sinusitis. Eines Tages kam mir der Gedanke, mit den gespeizten Fingern meiner beiden Hände sanft meinen Schädelknochen zu massieren und ich stellter fest, daß dieser leichte Druck auf den Schädel zu dramatischen Ergebnissen führt: die Stirnhöhlen entleeren sich.

Reichianischer Mystizismus (Teil 1)

26. August 2014

Anfang des Jahrtausends habe ich aufgehört „Reichianische“ Literatur zu lesen. Meine Lebenszeit und mein Augenlicht waren mir zu kostbar, als es für solchen Müll zu verschwenden. In letzter Zeit versuche ich diese Lücke nach und nach zu schließen. Beispielweise habe ich gerade die „Wilhelm-Reich-Zeitschrift“ emotion Nr. 15 aus dem Jahre 2002 gelesen. Dabei bin ich über die beiden folgenden Sätze gestolpert:

Übrigens, ich definiere „mystische Erfahrung“ hier, im Gegensatz zu Reichs eigenen Ausführungen in Äther, Gott und Teufel durchaus nicht als „groteske Verzerrung“ der Wahrnehmung der Lebensenergie. Sondern als Gewahrsein von Grenzenlosigkeit und Einheit von Realität, als grundlegende spirituelle Erfahrung. (S. 27f)

Dazu möchte ich drei Dinge sagen:

  1. Bei so vielen Reichianern ist der Narzißmus auffallend. Ich habe darauf bereits an anderer Stelle mit Verweis auf den Orgonomen Michael Glass hingewiesen. „Übrigens, ich definiere hier, im Gegensatz zu Reich…“. Diese komplette Selbstüberschätzung, sich auf die gleiche Ebene mit Reich stellen zu wollen! Es geht nicht darum, daß Reich sakrosankt ist, es geht um einen selbstherrlichen Gestus, den man bei praktisch allen „Reichianern“ findet und der nur von einem spricht: von Unnachgiebigkeit. Der Panzer gibt nicht nach und damit auch nicht die mit ihm verbundenen Haltungen und Vorstellungen. Diese Unnachgiebigkeit wird dann auch noch als „kritisches“ und „unabhängiges“ Denken verkauft!
  2. In diesem speziellen Fall ist es der Mystizismus, der persistiert. Was ist „Mystizismus“? Es ist nichts anderes als Orgasmusangst, d.h. der Erregungsaufbau und geregelte Erregungsablauf wird nicht ertragen, sondern kurzschlüssig abgebrochen. Man denke etwa an einen Selbstmord in einer Lebenskrise: statt die funktionell notwendigen Schritte nacheinander zu machen, „springt man vom Balkon“. Oder der Soldat springt vorschnell aus der Deckung heraus und wird erschossen, weil er die Angst nicht mehr ertragen konnte – zu warten, bis der Feind nahe genug herangekommen ist, um ihn effektiv bekämpfen zu können. Nichts anderes ist Mystizismus: statt das Leben zu leben und dabei „Gott“ zu erfahren, geht man kurzschlußartig im „All-Einen“ auf. Wegen dieser „Kurzschlüssigkeit“ hat noch keine auf Mystizismus beruhende Gesellschaft irgendetwas Gutes bewirkt, sondern stets nur die Hölle auf Erden hinterlassen! Zur Kurzschlüssigkeit siehe meine entsprechende Illustration mitsamt den Erläuterungen in Orgonometrie (Teil 1), Abschnitt I.1.b.
  3. Wie bereits an anderer Stelle dargelegt, ist der „Reichianische“ Mystizismus sehr spezifisch. In der emotion ist, in krassem Gegensatz zu Reich mit Texten wie Äther, Gott und Teufel und Christusmord, nie vom Christentum die Rede, sondern ausschließlich von Tantra, Kundalini, Taoismus, etc. Es ist keine Mystik, die aus dem Bauch, dem bioenergetischen Zentrum des Organismus stammt, sondern sie hat eine dezidiert „zerebrale“ Ausrichtung. So schreibt beispielsweise im gleichen Heft ein anderer Autor: „der Gedanke (die massefreie Orgon- oder Kundalinienergie) kommt vor der Form“ (S. 41, Hervorhebung hinzugefügt). Am Anfang steht das Zerebrale, das mit der Lebensenergie gleichgesetzt wird! Hinzukommt, daß die „Kundalinienergie“ durch Atemübungen das Rückgrat emporsteigt und sich im Gehirn entlädt.

Vielleicht kann der Leser jetzt nachvollziehen, warum ich mehr als ein Jahrzehnt Pause von solch einem Zeugs brauchte. Diese Leute spreizen sich in ihrem Narzißmus und glauben weißwunder was für tiefschürfende Beiträge sie leisten und wie sie Reich „weiterentwickeln“. Tatsächlich präsentieren sie aber nicht mehr als Fallbeispiele für die Pathologie, die Reich und beispielsweise Charles Konia beschrieben haben. Sie passen die Orgonomie ihrer Charakterstruktur an!

Ein oft übersehener Aspekt des Mystizismus ist, daß er stets mit einem extremen Mechanismus einhergeht. In der christlichen Mystik oder auch beim Zen steht dieser Aspekt im Hintergrund. Beim Christentum ist es die absurde „Heilsmechanik“ des Universums, beim Zen sind es die strengen roboterhaften Rituale. In anderen „Schulen“ überwuchert der Mechanismus das gesamte Leben. Man denke nur an den Mormonismus, den tibetischen Buddhismus, das orthodoxe Judentum oder den Islam.

Das ganze kann man mit folgender orgonometrischer Gleichung beschreiben:

reichianischermechanomystizismus

Mystizismus und Mechanismus ziehen sich gegenseitig an, weil keine Seite ohne die andere auskommt. Der Mystizismus muß seine „kurzschlüssige“ Welt irgendwie gedanklich oder „rituell“ organisieren und der Mechanismus muß die Lücken in seinem Weltbild schließen. Dabei entspricht der „Mystik“ des Mechanismus keinerlei Kontakt zum bioenergetischen Kern, sondern sie ist nur Gerede, und der „Mechanismus“ der Mystik hat keinerlei Substanz (die Theologie und die Rituale haben keinerlei reale Bedeutung).

Entsprechend hat auch der „Mechanismus“ der mystischen „Reichianer“ keine Substanz: all das Gerede über „Wirkstrukturen“, all das okkulte Brimborium aus „alternativen“ Heilansätzen, all das „neo-Reichianische“ Zeugs, etwa ausgefeilte „bioenergetische“ Streßpositionen, gibt nur vor substanzhaltig zu sein, entspricht aber keinerlei funktioneller Realität. Entsprechend leben „Reichianer“ in einer beengten Welt, in der der Mensch von „Kräften“ gesteuert wird. Je mehr man in die vermeintliche „Esoterik“ und den Okkultismus eintaucht desto komplizierter und klaustrophobischer wird es. Unversehens ist man in einer gigantischen Maschinerie des Aberglaubens gefangen. Beispielsweise heißt es in der emotion 15 an anderer Stelle:

Orgontherapie versteht sich als eine Reinigung der energetischen Kanäle hin zum Transpersonalen – auch östliche Wege sind dazu ein Zugang. So finden wir zahlreiche Übereinstimmungen zwischen den Entdeckungen Wilhelm Reichs und den theoretischen Konzepten des Daoismus (…). Auch im Daoismus steht die Kultivierung des Energieflusses im Vordergrund der praktischen Übungen. Statt der einen, allgegenwärtigen Orgonenergie Reichs wird hier allerdings zwischen über zwanzig Arten von „Qi“ differenziert. (S. 136)

Im British Journal of Cancer erschien eine Studie der University of Leicester, der zufolge indigene Briten hochsignifikant besser mit einer Krebserkrankung umgehen als asiatische Einwanderer. Das scheint damit zusammenzuhängen, daß die letzteren sich eher hilflos fühlen und davon ausgehen, daß das Leben vom „Schicksal“ (Astrologie, Karma, Kismet) bestimmt wird.

Lebensüberdruß, Depression und Angst sind in „Religionen“ wie Buddhismus (vgl. Die Massenpsychologie des Buddhismus) und Islam (vgl. Der politische Irrationalismus aus Sicht der Orgonomie) organisiert. Sie nehmen aber auch im christlichen Westen zu.

Ihr wolltet euch vom Christentum befreien und seit wieder in der gleichen finsteren, engen Welt des Aberglaubens versunken, in dem die germanischen Stämme vegetierten.

Habe gerade ein paar Esoterik-Zeitungen durchgeblättert und frage mich erstaunt: Wie können diese „Esoteriker“ eigentlich atmen? Aus allen Ecken und Kanten werden sie von Dämonen attackiert. Aus „Chemtrails“ rieseln toxische Chemikalien und alle möglichen Krankheitserreger auf sie herab, die Medien sind von „Mind Control“ durch freimaurerische Symbole durchdrungen, „Zionisten“ ziehen die Fäden in Wirtschaft und Politik. Die Gestirne und Angst vor Schwarzer Magie bestimmen das Leben der „Esoteriker“, Engel und Dämonen umschwirren sie in dichten Schwaden, alles, was ihnen widerfährt, hat eine Bedeutung, es gibt keine Zufälle. Kurz: das Leben als paranoider Alptraum.

Man könnte auch sagen, daß das Leben ganz offensichtlich nicht durch „Karma“, „den Stand der Planeten“, „das Schicksal“ oder irgendwelche anderen Surrogate für einen allmächtigen „Gott“ bestimmt wird, sondern die „wertfreien“ und schuldfreien autonomen Funktionen einfach ablaufen. Aber selbst so mancher „Reichianer“, der über „Funktionalismus“ quatscht, verpestet das Leben mit moralinsaurem mystischen, bzw. natürlich „spirituellen“, und vermeintlich „esoterischen“ Unsinn.

Rauchen und ORANUR

25. August 2014

WREs gibt viele Theorien, warum Rauchen eine der am schwersten zu bekämpfenden Suchterkrankungen ist.

Nikotinabhängigkeit scheint nach neusten Forschungen jedenfalls keine zentrale Rolle zu spielen.

David Hammond (University of Waterloo, Kanada) hat herausgefunden, daß Raucher die gleiche Menge an Zigaretten konsumieren, auch nicht stärker dran ziehen, wenn man den Nikotingehalt der Zigaretten von Normalwerten auf ein Minimum reduziert. Auch die Menge an toxischen Chemikalien, die sie durch das Rauchen aufnahmen, blieb konstant.

Wichtiger als die Nikotinsucht scheint ein oraler „unbefriedigter Block“ zu sein und einfach der Drang beschäftigt zu sein und mit den Händen etwas zu tun. Das Überspielen von Unsicherheit. Sozialer Druck, insbesondere bei Jugendlichen.

Doch gibt es eine Komponente dieser Sucht, die nur der Orgonomie zugänglich ist: ORANUR.

„ORANUR“ ist die Übererregung der Orgonenergie durch Radioaktivität und andere Quellen hochenergetischer sekundärer Energie, etwa Ultraviolett- und Röntgenstrahlung. Der Organismus kann süchtig nach diesem „energetischen Kick“ werden. Das erklärt beispielsweise auch die Sucht nach dem Nuttengrill (auch „Solarium“ genannt), nach dem Fernseher und nach Leuchtstoffröhren und „Energiesparlampen“.

In Tabakpflanzen reichern sich die natürlich vorkommenden radioaktiven Stoffe Radium und Polonium in einem Maße an, daß sie tausendmal stärker radioaktiv belastet sind als Laub aus der Nähe des Kernkraftwerks Tschernobyl. Dazu Matthias Risch von der Fachhochschule Augsburg:

Ein starker Raucher verpaßt seinen Bronchien im Laufe eines Jahres eine Strahlenmenge, wie sie bei 250 Röntgenaufnahmen der Lunge entstehen würde.

Die biosoziale Grundlage der Familien- und Paartherapie (Teil 1)

24. August 2014

DIE ZEITSCHRIFT FÜR ORGONOMIE

Peter Crist: Die biosoziale Grundlage der Familien- und Paartherapie (Teil 1)

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Soziopolitische Charakterologie

23. August 2014

Linke und Rechte unterscheiden sich nicht primär durch ihre Weltanschauung, sondern durch ihren Charakter. Dazu Gideon Böss, der feststellt, daß heute Linke und Konservative weitgehend gleicher Meinung sind, doch trotzdem: bei Kommentaren könne er „oft schon nach einem oder zwei Sätzen sagen, aus welcher politischen Richtung der Widerspruch kommt“.

Linke sind aggressiver und zielen viel schneller auf den Menschen hinter einem Argument. Sie halten sich nicht lange auf der Sachebene auf, sondern spekulieren laut darüber, welche Lobby einen wohl für diese Meinung bezahlt. (…) Was auch ein klares Indiz dafür ist, mit einem Linken zu diskutieren, ist der inflationäre Gebrauch von Worten wie „Rassist“, „Xenophober“, „Hetzer“ und „Brandstifter“. (…) Ebenfalls beliebt ist der autoritär-lehrerhafte Verweis auf Quellen, die es zu studieren gilt. „Ließ erst einmal, was Autor A geschrieben hat. Wenn es dann immer noch nicht Klick gemacht hat, weiß ich auch nicht weiter, Rassist!“

Konservative hätten andere Prioritäten:

Die Kritik ist weniger scharf auf die Person bezogen. Oft ist der irrende Autor einfach nur ein weiterer Beleg für den traurigen Zustand der Gesellschaft. (…) Schließlich wird ja immer alles schlimmer in diesem Land (…). Außerdem fehlen dem konservativen Wortschatz die starken Begriffe. (…) Weil die Kritik von linker Seite aggressiver und persönlicher ist, ist sie auch anonymer. Es sind oft Fake-Namen, unter denen gepostet wird. Die Konservativen treten häufiger mit eigenem Namen (…) auf. (…) Von daher ist die Unterscheidung zwischen Linken und Konservativen heute vor allem eine, die über den Knigge und nicht mehr die jeweiligen Weltanschauungen geht. (…)

Die soziopolitische Charakterologie wurde von Elsworth F. Baker entwickelt.

In etwas modifizierter Form wird sie in Der politische Irrationalismus aus Sicht der Orgonomie beschrieben. Kurz gesagt behauptet die Orgonomie, daß der ideologische Gegensatz zwischen Liberalen („Linken“) und Konservativen auf strukturellen Unterschieden beruht, d.h. grundsätzlich unterschiedliche Charakterstrukturen vorliegen.

2007 hat eine Forschergruppe der New York University (David Amodio, et al.) festgestellt, daß bei liberal („links“) eingestellten Menschen der sogenannte anteriore cinguläre Cortex im Vorderlappen des Gehirns wesentlich aktiver ist als bei Konservativen. In dieser Gehirnregion wird gesteuert, wie wir mit Konfliktsituationen umgehen, uns auf Neues einstellen können. Beim betreffenden Versuch mußten Versuchspersonen bei Erscheinen eines Signals auf einen Knopf drücken. Nach einer Gewöhnungsphase erschien ein zweites Signal, das die Probanden veranlassen sollte, nicht mehr auf den Knopf zu drücken. Bei dieser Umstellung feuerten die Nervenzellen bei den „Liberalen“ weitaus stärker als bei den „Konservativen“. Entsprechend machten die letzteren auch mehr Fehler, d.h. drückten weiterhin auf den Knopf. Liberale können sich auf Neues besser einstellen, während Konservative am Altbewährten haften bleiben.

Es ist wirklich auffallend, daß konservative Politiker und Journalisten in den Medien als wenig schlagfertig, ungelenk, unkonzentriert, teilweise geradezu „trottelhaft“ „rüberkommen“. Man denke an Helmut Kohl, Edmund Stoiber, George W. Bush oder etwa an die stotternden Auftritte eines Gerhard Löwenthals seligen Angedenkens – und das stets schlagfertige, eloquente Auftreten ihrer Gegenspieler. Ein solches Verhalten ist unmittelbares Ergebnis grundsätzlich verschiedener Energieflüsse im Organismus. Während der Konservative buchstäblich „hirnfern“ im Bauch lebt (orgonotisches System), dreht sich beim Liberalen alles um die Versorgung des Hirns mit Orgonenergie (energetisches Orgonom).

Der grundlegende bioenergetische Unterschied zwischen „Linken“ und „Rechten“ wird durch eine Gallup-Umfrage aus dem gleichen Jahr ebenfalls beleuchtet: Konservative haben weniger psychische Probleme als „Progressive“. Ein statistisch signifikanter Unterschied, der weder mit Einkommensunterschieden noch mit irgendwelchen anderen Faktoren wegerklärt werden kann. Aus bioenergetischer Sicht ist es geradezu selbstevident, daß die, die aus dem Bauch heraus leben, weniger innerlich zerrissen sind, als jene, die „zerebral“ organisiert sind.

Jason Rentfrow von der University of Cambridge hat die geographische Verteilung der Persönlichkeitsmerkmale in den USA untersucht. Grob gesagt sind an der Ost- und Westküste die Menschen kreativer, einfallsreicher und offener als im Mittleren Westen und im Süden, wo die Leute pragmatischer, gradliniger und traditioneller eingestellt sind. Verglichen mit dem Rest des Landes, sind die Bewohner des Mittleren Westens und Südens auch nachbarschaftlicher, freundlicher und freigiebiger.

Dieser Unterschied zwischen den Küsten und dem Mittleren Westen, also „Intellekt“ hier und „Tradition“ dort, schlägt sich unmittelbar in den Wahlergebnissen nieder: die Küsten sind blau (Democrats), der Mittlere Westen und der Süden rot (Republicans).

baker006


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