Die „Wilhelm-Reich-Bewegung“ (Teil 2)

27. November 2009 von Peter Nasselstein

Schauen wir uns die Geschichte der Orgasmustheorie in der „Reichianischen Bewegung“ an:

Schon zu Lebzeiten Reichs hat Paul Ritter die Orgasmustheorie und ihren Viertakt Spannung-Ladung-Entladung-Entspannung durch das mystische (und deshalb auch sado-masochistische) „Attraktion-Fusion-Liberation“ ersetzt.

Ebenfalls sado-masochistisch ist die Form, die Charles Kelley, der Gründer von „Radix“, dem Viertakt gab: „Ladung-Spannung-Entladung-Entspannung“. So etwas entspricht wohl eher dem empfinden eines Masochisten („Spannung-Entladung“) wie es Reich in der Charakteranalyse beschrieben hat.

Ähnliches gilt für Alexander Lowen mit seinen „bioenergetischen“ Überspannunsübungen.

Außerdem behauptet Lowen, der Orgasmusreflex würde von den Beinen ausgehen, so bekäme „die zärtliche Handlung ein aggressives Element“. (Lowen: Bioenergetik, Hamburg 1979)

Um sexuell voll aufgeladen zu werden, ist es wichtig, daß die Beine geerdet sind. Das ist nur möglich, wenn sich die Füße während des Geschlechtsaktes irgendwo abstützen können. Wir empfehlen, daß derjenige, der während des Geschlechtsaktes oben ist, seine Füße gegen das Fußende des Bettes stützt, oder die Zehen in das Bett bohrt (…). Nur so bekommen Sie die nötige Erdung für den Schwung nach vorn. (Lowen: Bioenergetik für Jeden, Gauting 1979)

Das ist eine Anleitung zum Ficken und hat nichts mit der Genitalen Umarmung zu tun!

Man könnte auch auf Gerda Boysens „Biodynamische Psychologie“ verweisen, in der die „Psycho-Peristaltik“ für die Genitalfunktion steht: Genitalität wird durch Analität ersetzt!

Schauen wir uns an, was der Berliner „Reichianer“ Bernd Senf 1984 zur Analität zu sagen hatte: Emotion 6:24-32.

Als erstes fällt auf, daß bei ihm die anale Phase der psychosexuellen Entwicklung „natürlich“ ist! Nach Reich ist sie jedoch nichts weiter als eine anale Fixierung, die durch die übertriebene Aufmerksamkeit, die die Eltern der Entleerungsfunktion widmen, künstlich erzeugt wird. Und was Senf weiter über „anale Erregung des Kindes“ und „die anale Lust der Tiere“ schreibt, ist genauso falsch und schlicht pervers, wie die Aussage, „die anale Lust“ würde „in unserer Gesellschaft (…) verdrängt“ werden.

Dahinter steckt die gleiche Sichtweise, die Roger Dadoun dazu gebracht hat, die Genitale Umarmung mit der Sodomie gleichzusetzen und von der Revolution der Sexualität zu sprechen!

Wie Reich es in seiner Analyse der „Kosmischen Überlagerung“ entwickelt, besteht das Problem in der Verschmelzung der beiden orgonotischen Strömungen, der Verbindung zweier energetischer Systeme. Nun, nichts schließt aus, daß diese Verbindung oder Verschmelzung, die laufend sowohl in der Tier- als auch Menschenwelt durch Überlagerung eines weiblichen und eines männlichen Organismus realisiert wird, nicht auf ganz andere Weise vollzogen werden könnte: innerhalb derselben zweigeteilten energetischen Einheit – wie bei der Masturbation; oder durch die Verbindung zweier organischer Einheiten welcher Natur immer, Mensch-Tier, wie bei der Sodomie; oder durch gleichgeschlechtliche Partner – wie bei der Homosexualität.

Reichs (sic!) Konzept der Sexualität erreicht hier den äußeresten Punkt des konkreten Vitalismus: Das fundamentale Verlangen der lebenden Materie ist nichts anderes, als die Ausübung ihrer eigentlichen Funktion. Die Sexualität vervollständigt hier ihre Revolution im etymologischen Sinn:

Eine vollständige Kehrtwendung, eine radikale Rückkehr: zurück zu ihrem Ursprung, ihrem Wesen, dem Lebendigen. (Emotion 3:147f)

Dazu bleibt mir nichts anderes übrig als aus Reichs Charakteranalyse zu zitieren:

Klinische Untersuchungen lassen keinen Zweifel darüber, daß für die Zirkel emotionell Pestkranker sexueller Tratsch und Diffamierung eine Art perverser Sexualbefriedigung darstellen. Es handelt sich um einen sexuellen Lustgewinn unter Ausschluß der natürlichen Genitalfunktion. Homosexualität, Sexualverkehr mit Tieren und Perversionen anderer Art sind gerade in solchen Zirkeln häufig anzutreffen. Die Sexualfeme richtet sich in sadistischer Weise [á la Otto Mühls AAO] gegen die natürliche und nicht gegen die perverse Sexualität anderer. Sie richtet sich ferner in besonders scharfer Weise gegen die natürliche Sexualität der Kinder und Jugendlichen; dabei ist sie in merkwürdigster Weise für jede Art perverser Sexualbetätigung wie blind. (Hervorhebungen von WR)

Die „Wilhelm-Reich-Bewegung“ (Teil 1)

26. November 2009 von Peter Nasselstein

Das folgende ist, wie angekündigt, eine Fortführung meines Antwortschreibens auf Heiko Lassek. Ich verweise auf den Kommentarteil von Dr. Baker und der Mensch in der Falle, wo Herr Lassek auf einige Leuchten der „Wilhelm-Reich-Bewegung“ verweist. Auf den einen oder anderen dieser Stars werde ich im folgenden eingehen.

Die Geschichte der „Reichianischen Bewegung“ in Europa zwischen den 50er und 80er Jahren läßt sich in etwa wie folgt grob (sehr grob, aber nicht entstellend) zusammenfassen: Paul Ritter – David Boadella – Luigi de Marchi – Federico Navarro – Roger Dadoun und Gérard Ponthieu – Heiko Lassek und Bernd Senf.

Über Ritter, der von 1954 bis 1964 gegen den Protest von Reich die Zeitschrift Orgonomic Functionalism herausbrachte, schrieb Reich am 21. Jan. 1956 an seinen Freund Neill (den Gründer der Summerhill-Schule):

Neill, wir sind uns hier darin einig, daß [Ritter] von Leuten der extremen Linken benutzt wird, um meine Arbeit in Mißkredit zu bringen. Er und seinesgleichen versuchen mit allen Mitteln, bei uns „einzudringen“ (…) Wir kennen sie mittlerweile und gestatten ihnen den Zugang nicht. Wir verlangen äußerste wissenschaftliche Disziplin und in jedem Fall die Gewißheit, daß keine Verbindung zu Moskauer politischen HIGs (…) besteht.

Was Ritters Freund David Boadella betrifft, verweise ich auf die mittlerweise eingestellte Zeitschrift Emotion (4:138), wonach man Boadella zufolge Reichs „wütenden Antikommunismus“ nicht für bare Münze nehmen darf. Die französischen „Reichianer“ Roger Dadoun und Gérard Ponthieu nennen entsprechend die heutigen Orgonomen „reaktionär“ und „antiradikal“, was beunruhigend ist“. (Emotion 3:57)

Luigi de Marchi, ein Produkt Boadellas wie dieser ein Produkt Ritters war, will wie alle in dieser Reihe „die Tragödie der Linken heute“ lösen und zwar mit Hilfe der Orgonomie. Auf der einen Seite wäre sozialdemokratische Versumpfung mit ihrer „unverzeihlichen ‘Schüchternheit’ vor der konstituierten Ordnung“ auf der anderen Seite der wohl ökonomisch korrekt denkende aber dafür im „Autoritarismus“ endende Kommunismus. (Sexualität und Politik bei Reich und Marcuse, Wien 1977)

Diese Konzeption von der Überwindung der Spaltung entspricht der Taktik, die einst Moskau anwandte: Man sucht „demokratische Bündnisse“ á la SPD-SED, die die „Tragödie der Linken“ überwinden und innerhalb der „monopolkapitalistischen Gesellschaft“ zur „demokratischen Wende“ á la Die Grünen führen soll. Diese leitet dann ihrerseits zur „antimonopolistischen Demokratie“ und von dort zum „Sozialismus“ über. Man schaue sich doch aktuell an, wie Die Linke das wohlbestellte Feld aberntet!

Um einen guten Kontakt zwischen seinem inneren und seinem äußeren Ich – oder genauer: zwischen ihm selbst, den anderen und dem Milieu herstellen zu können, besitzt das Lebewesen ein Ensemble von Faktoren an Wechselbeziehungen und Anpassungsfähigkeiten; jede existentielle Äußerung basiert auf der Wechselfolge von Verwirklichungen und Potentialisierungen, wobei die einen die anderen hervorbringen, wie es Lupasco ausdrückt.

Dies ein typischer Satz aus dem psychotisch zerblasenen Machwerk Die sieben Stufen der Gesundheit (Frankfurt 1986) von Federico Navarro. Diese Ausdrucksweise ist typisch für „Reichianer“.

Der Orgonom Robert A. Dew (Journal of Orgonomy, Nov. 1980) schrieb über Schriften aus dem Dunstkreis der bereits erwähnten französischen „Reichianer“ Dadoun und Ponthieu:

Oft arrogant und spottend im Ton sind die Jahresprogramme von LOG in einem übertriebenen, langatmigen Stil mit unzusammenhängenden absatzlangen Sätzen geschrieben. Ihre Wortwahl und Struktur weist oft auf eine schizophrene Denkstörung hin.

In Navarros Buch, das vom Standpunkt des „dialektischen Materialismus“ geschrieben wurde, kann man selber nachlesen, wie er von de Marchi in den Reichianismus eingeführt wurde. So kam es, so Dew weiter, zur Gründung des

Movimento Reichiano, eine Reich-Bewegung, die durch mannigfaltige Interventionen auf schulischer, universitärer, kultureller und politischer Ebene von sich reden macht. Unter denen, die sich um das Movimento Reichiano verdient machen, fällt besonders der Name des Anarchisten Pinelle auf, der im Verlauf eines Polizeiverhörs durch Fenstersturz „geselbstmordet“ wurde.

So etwas hat dann „revolutionäre Gerechtigkeit“ zur Folge. So wurde dem italienischen Orgonomen Giuseppe Cammarella von „Reichianern“ angedroht, man würde seine Frau „gambizarre“. Damit ist das Zerschießen der Kniescheiben gemeint, eine bzw. die Terrormethode der Roten Brigaden.

Ich zitiere aus 1981 geschriebenen anonymen Briefen an den damaligen europäischen Vertreter („europäischer Reichianischer Diktator“) des American College of Orgonomy („hausgemachter Modju der Bakerianischen Sekte“), die ich Dr. Guiseppe Cammarellas italienischer Zeitschrift Scienza Orgonomica (3) entnehme: L’Anonima Reichiana non gradisce Scienza Orgonomica.

[...] Nun haben wir Reich den Ufologen! [...] Und während sich Reich wieder im Grab umdreht (es ist Schicksal, daß die Emotionelle Pest ihn sogar nach dem Tod verfolgen muß), mystifiziert und verdreht eine Gruppe von Desperados [...], die sich selber Reichianisch nennen [„Man braucht nicht Baker & Co.s Arsch zu lecken, um ein Reichianer zu werden.“], die Forschung in der Orgonomie. Aber ist es wirklich möglich, daß Reichs Name immer in einer destruktiven Art und Weise angewandt wird? Was für eine Scheiße [„die Bakerianische Kirche (...) ist SCHEISSE“] von Reichianer bist du [„eingebildeter und fanatischer, gefährlicher Pestilenter“], wenn dein Scienza Orgonomica [„(...) ist der Abfalleimer, worein du das Gift deiner emotionalen Pestilenz reinkotzt und wo die wahren Reichianer reinscheißen“] dazu gedient hat, Reich in den paranoidsten Ufologen zu verwandeln? Du [„kleiner Grünschnabel“, „Guru der Ejakulation“, „Kleiner Mann und großer Idiot“, „verrückter Don Quichotte“, „Armer Idiot! Armer Schwachsinniger!“, „Paranoider“] willst das nur, um ein sogar noch größeres Vakuum in der offiziellen Wissenschaft um Reichs Entdeckungen zu erzeugen.

Hier eine Ansprache Navarros, die für sich selber spricht (z.n. Dew):

Genossen, Freunde, meine Damen und Herrn! (…) Ich empfinde vor allem das Bedürfnis meine ganz persönlichen Gefühle und all jener auszudrücken, die die Erinnerung an Wilhelm Reich in Ehre halten auf dieser offiziellen Gedächtnisfeier zum 20sten Jahrestag seines Todes; einer Gedächtnisfeier aufgrund der Sensitivität eines qualifizierten militanten Kommunisten wie Luigi Nespoli (…) und durch ihn der [kommunistischen] Regierung der Povinz Neapel. (…) Marx hat uns die Methode gegeben die Gesellschaft zu verstehen und zu verändern; Freud hat uns ein Mittel gegeben den Menschen zu begreifen; aber leider erzeugt die heutige Gesellschaft eine Panzerung im Menschen gegen seine Emotionen, die ihn als einen Automaten erscheinen läßt. Und es ist dieser Krieg gegen die „Panzerung“, der die Diskussion über Reich zeitgemäß macht, der als erster versuchte Marxismus und Psychoanalyse zu verbinden.

Im letzten Satz wird besonders deutlich, wie bei den „Reichianern“ „Panzerung“ einen ganz bestimmten Sinn bekommt. Es geht um den Kampf gegen die „Erstarrung“ der lebendigen Arbeit im „Kapital“, um den Kampf gegen das „System“! Das zweite Element des Reichschen Ansatzes, die Orgasmustheorie, wird ebenfalls, wenn sie überhaupt „anerkannt“ wird, ideologisiert und zum Element kommunistischen Utopismus.

Um de Marchi und Navarro haben sich im Italien der 70er Jahre diverse Gruppen gesammelt:

Movimento Reichiano (Umberto Rostaing) Quarderni del Movimento Reichianodi Napoli

Il Centro Studi, W. Reich 1971 (Luciano Rispoli) Quarderni Reichiani 1973-77

Instituto de Bio-energetico (Luigi deMarchi) Revista Bio-energetics

Associazione Italiana l’Orgonomie 1975-78

Societa Italiana di Ricerca a Terapie Orgonica (SIRTO) (Federico Navarro) seit 1978 Sesso, Carattere e Societa

Scuola Europea di Orgonoterapia (SEOr) 1979 (Federico Navarro)

Instituto di Bioenergetica „W. Reich“ (Luigi deMarchi, Alberto Zucconi) Pulsatione seit 1977

CORE Institute for the Study of the Biopathy and Biotherapy (Enzio Zucconi)

Forum Italiano di Vegetoterapia Carattero-Analitica (Enzo Liberto) seit 1979.

Dazu hat Reich in Christusmord geschrieben:

Je zahlreicher und unterschiedlicher die Hoffnungen sind, die den Nervenkitzel erzeugen, desto schlimmer wird das allgemeine soziale Chaos.

Das okulare Segment (Teil 2)

25. November 2009 von Peter Nasselstein

Das Auge ist keine tote Kamera, wie wir im „Biologie“-Unterricht gelernt haben, sondern ein lebendiges Organ, dessen Funktionieren in jeder Hinsicht von Bewegung abhängt.

In Nature berichtet der Neurologe Michele Rucci (University of Boston), daß die Augen beim „Fixieren“ eines Objekts keineswegs still stehen, sondern sich unwillkürlich hin und her bewegen. Werden diese Augenbewegungen in einer entsprechenden Versuchsanordnung kompensiert, kann der Proband feine Details schlechter wahrnehmen.

Sehen funktioniere nicht wie bei einer Kamera, mit der ein Bild aufgenommen und anschließend analysiert wird, sondern der eigentliche Prozeß des Schauens beeinflusse, was man sehe, erklärt Michele Rucci.

Leuten, die mit Pferden zu tun haben, wird Michael Geitners Methode der „Dual-Aktivierung“ ein Begriff sein. Mit ihr lassen sich Probleme wie Schreckhaftigkeit, Schwierigkeiten beim Verladen, Bewegungsschwächen und Taktfehler in den Griff bekommen. Geitner hat denkbar einfache Übungen entwickelt, die das Pferd dazu zwingen, Reize gleichzeitig mit beiden Augen zu verarbeiten und von beiden Seiten zu erfassen.

Diese neue Methode erinnert an EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing) zur Behandlung des posttraumatischen Streßsyndroms beim Menschen. Beim EMDR folgt, ähnlich wie in der klassischen Orgontherapie, der Blick des Patienten dem Finger des Arztes, der vor seinen Augen hin und her geführt wird, während der Patient die auslösende Situation seines Traumas innerlich visualisiert. In der Orgontherapie wird zur weiteren Stimulierung des Augensegments eine Penlight-Taschenlampe benutzt.

In einem ganz anderen Zusammenhang kann man Augenpanzerung bei Hunden beobachten. Hunde sind uns gewisserweise näher als unsere nahsten genetischen Verwandten, die Schimpansen. Hunde können nämlich unseren Gesichtsausdruck weit besser deuten als jeder Menschenaffe.

Seit geraumer Zeit ist der Golden Retriever „Modehund“. Um die ungeheure Nachfrage zu decken, nimmt man es mit der Zucht nicht so genau, so daß vermehrt die Produkte von Inzucht auf den Markt kommen. Ein Kennzeichen der Inzucht sind neben körperlicher Krankheitsanfälligkeit psychische Auffälligkeiten, insbesondere die sogenannte „Retriever-Wut“, die man auch als “Mental lapse syndrome“ bezeichnet. In einem entsprechenden Forum heißt es dazu:

Die Sudden Onset Aggression äußert sich in plötzlicher und unvorhersehbarer anfallsartiger Aggression. Das Verhalten tritt völlig unprovoziert und unkontrollierbar auf. Die Hunde machen dabei einen abwesenden Eindruck und greifen Personen (…) an. Dabei erscheinen die Augen des Tieres häufig glasig und die Pupillen sind weit dilatiert.

James DeMeos Saharasia-Theorie (Teil 3)

24. November 2009 von Peter Nasselstein

Den gepanzerten Wissenschaftler erkennt man daran, daß er das Wesentliche konsequent übersieht und ähnlich wie ein Zwangsneurotiker am Unwesentlichen haften bleibt: nur nicht berühren.

Dieses Bild wurde vor kurzem von der NASA generiert. Es beruht auf Messungen des Moderate Resolution Imaging Spectroradiometer (MODIS) vom NASA-Satelliten Terra. Blau steht für keine Wolken, Weiß für Wolken. Es zeigt die Wolkenverteilung auf der Erde im Oktober 2009. Bemerkenswert sei, so die NASA, der starke Unterschied zwischen der Wolkenverteilung auf den Kontinenten im Vergleich zu den Ozeanen.

Der Unterschied der Wolkendecke über dem Land im Vergleich zu Meer kann so groß sein, daß die Konturen der Kontinente vom Weltraum aus sichtbar werden, wenn ausschließlich die Wolken beobachtet werden.

Werden die Kontinente wirklich sichtbar? Das einzige, was durchgehend eindeutig ist, sind die Umrisse Nordafrikas, Arabiens, sowie die Küste Irans und Pakistans!

Es ist keine Überraschung, daß die auffallendsten Wolkengrenzen dort zu finden sind, wo sehr trockenes Land vom Ozean umgeben ist, wie in Nord- und Südafrika, der Arabischen Halbinsel (östlich von Nordafrika) und Grönland (…). Die scharfe Grenze zwischen Wasser und Land verwischt sich über feuchten Regionen. Im Westen Zentralafrikas verschwindet die Kontur der Küstenlinie unter Wolken, die über den feuchten Tropenwäldern fast so vorherrschen wie über dem westlich davon gelegenen Atlantischen Ozean.

Meine Güte, das einzig Wichtige an diesem Photo ist das Wolkenloch in der Mitte: Saharasia, das sich von Marokko bis vor die Tore Pekings hinzieht. Es ist die Region der Wüste, des Islam und des abgrundtiefen Hasses gegen alles Lebendige.

Bemerkenswert ist auch der „maritime Kontinent“ zwischen Asien und Australien, wo es so feucht ist, daß man überhaupt keine Landmasse ausmachen kann. Ausgerechnet dort findet sich Indonesien, wo der Islam im Moment am militantesten auftritt. Er hat sich dort erst vor wenigen Jahrhunderten festgesetzt, kurz bevor die Europäer kamen, und wurde erst in den letzten Jahren militant.

Es ereignet sich dort das gleiche wie im ebenfalls „maritimen“ Europa: zunächst hatte der Islam Probleme, sich außerhalb der Wüste festzusetzen, wurde dann aber aufgrund der frischen, „feuchten“ Lebensenergie, die ihm im „maritimem“ Gebiet zufloß, schließlich noch irrationaler und gewalttätiger als in seinem dem Tode geweihten Ursprungsgebiet im wolkenlosen Zentrum der afro-eurasischen Landmasse. „Euroislam“!

Dr. Baker und der Mensch in der Falle

23. November 2009 von Peter Nasselstein

Heiko Lassek hat in seinem Kommentar zum Blogeintrag vom letzten Freitag Reichs Schüler, den Psychiater Dr. Elsworth F. Baker erwähnt und dessen Behauptung infrage gestellt, im Auftrag Reichs die Orgontherapie und damit weitgehend die Orgonomie vertreten zu haben. (Denn schließlich ist die Orgontherapie zwar nicht theoretisch aber bis auf weiteres doch praktisch der Kern der Orgonomie.) An gleicher Stelle habe ich das notwendige in meiner Antwort vom Samstag gesagt.

Nun möchte ich zwei Stimmen zu Wort kommen lassen, die dem ganzen etwas an zusätzlichem Relief schenken. Zunächst möchte ich aus dem Vorwort zur französischen Ausgabe von Bakers Man in the Trap (deutsch: Der Mensch in der Falle) zitieren. Hier beschreibt der italienische Orgontherapeut Giuseppe Cammarella (Rom und Nizza) seine Erfahrungen als Student von Dr. Baker:

Ich kann sagen, daß Dr. Baker, als Therapeut und Lehrer, sehr fundiert, aufmerksam, scharfsichtig und verständnisvoll war; er pflegte sachdienliche, auf den Punkt gerichtete Fragen zu stellen. In unseren klinischen Seminaren, während wir, seine Studenten, uns mit einem Fall befaßten – und uns dabei häufig in einer Unzahl von Symptomen verloren – griff Dr. Baker gegen Ende der Debatte ein und sagte: „Ich wundere mich, warum Sie derartig viele irrelevante Fragen stellen.“ Und sofort reduzierte er den gesamten Fall auf den wesentlichen Kern: den Roten Faden des Charakters. Von da an waren wir imstande, eine Diagnose zu stellen und entsprechend richtig zu behandeln. Von Natur aus sehr bescheiden und aus Gewohnheit voller Zurückhaltung, pflegte Dr. Baker seine Seminare zu beenden, indem er sich bei seinen Studenten dafür bedankte, ihm erneut etwas gelehrt zu haben. Das war keine Heuchelei, weil nichts Falsches an ihm war, sondern Ausdruck seines natürlichen Respekts, den er für andere empfand, sowie seiner freundschaftlichen Verbundenheit mit seinen Studenten.

Leider ist die deutsche Ausgabe von Bakers Buch über Orgontherapie (München 1980) nicht mehr im Handel erhältlich und eine Neuausgabe ist m.W. nicht geplant. Immerhin ist die amerikanische Ausgabe Man in the Trap leicht und unkompliziert beim ACO zu erhalten. Baker schreibt ein sehr einfaches, gut verständliches Englisch. Die Sätze sind kurz und prägnant. Das Buch vermittelt auf seine Weise einen ähnlichen Eindruck wie Bakers Seminare in der Beschreibung von Dr. Cammarella.

Zum Abschluß eine kurze Rezension von Bakers Der Mensch in der Falle von Jerome Eden aus dem EDEN Bulletin vom Juli 1980:

Dr. Elsworth F. Baker hat elf Jahre eng mit Wilhelm Reich zusammengearbeitet. Nach Reichs Tod nahm er die schwere Last auf sich, die Orgonomie nach jenen Richtlinien weiterzuführen, die Wilhelm Reich festgelegt hatte. Mit großem Mut, Hingabe und Entschlossenheit hat Dr. Baker den schweren und graden Pfad beschritten, den Reich vorgezeichnet hat – das Ausbilden von Ärzten in psychiatrischer Orgontherapie, die Gründung des American College of Orgonomy, das Journal of Orgonomy, die Leitung von Seminaren, das Verfassen unzähliger Artikel und das Aufrechterhalten einer Privatpraxis. Und dies trotz der ständigen Angriffe durch die Emotionelle Pest.

[…] Auf Wilhelm Reichs bahnbrechenden Entdeckungen fußend, präsentiert Der Mensch in der Falle Reichs klinische Konzepte in einer frischen und klaren Art und Weise. Das Buch ist reich an Fallgeschichten der verschiedenen Charaktertypen und was sie motiviert. Es zeigt, wie die Charakterstruktur zur Grundlage des menschlichen Handelns wird; daß die emotionale Gesundheit das Vermögen bestimmt, rational oder irrational zu handeln. Es verdeutlicht die Identität von sexueller Krankheit und psychopathischem sozialen und politischen Verhalten. Zum ersten Mal wird enthüllt, warum der Kommunismus heute eine Äußerungsform pathologischer Triebe ist, die als Emotionelle Pest organisiert ist.

Der Mensch in der Falle ist ein tiefer Strom wissenschaftlicher Weisheit und zwar nicht nur für den Medizinstudenten und praktizierenden medizinischen Orgonomen, sondern auch für den Laien. Es zeigt auf, wie Erwachsene ihre Kinder ruinieren, die später, nachdem sie selbst erwachsen geworden sind, das Elend verewigen, indem sie wiederum ihre Kinder ruinieren. Die Menschheit ist in eine Falle geraten – eine sich selbst verewigende Hölle, ein sich selbst beaufsichtigendes Gefängnis, in dem tatsächlich die Sträflinge ihre eigenen Aufseher sind.

Es gibt nur einen Weg, der Falle zu entkommen: Wir müssen ihre Existenz eingestehen und dann unsere Kinder so aufziehen, daß sie von vornherein gar nicht erst in die Falle geraten.

Der Mensch in der Falle ist ein Schatz, den man zu seinen Kostbarkeiten zählt, den man studiert und als Leitfaden an jeden weitergibt, der für die tiefsten Fragen des Lebens nach auf Tatsachen basierenden Antworten sucht. Es ist ein Geschenk der Weisheit, eine kostbare Perle. Es sollte von allen Eltern oder zukünftigen Eltern, von Erziehern und Ärzten studiert werden. Es gibt niemanden, der aus diesem Buch keinen Nutzen ziehen könnte, außer dem pestilenten Charakter (Emotionelle Pest), der es als tödliche Bloßstellung und Zumutung empfinden wird und der deshalb danach streben wird, es durch Todschweigen, unterminierende Verzerrung und Verleumdung oder durch den Verbrennungsofen zu vernichten.

Während die Menschheit Männer wie Wilhelm Reich unermeßlich viel schuldet, lebt heute die Orgonomie dank der Arbeit und der Opfer sehr weniger wie Dr. Elsworth Baker.

Destruktives Wissen wird sofort angenommen. Der Mensch hat seine Fähigkeit, sich seiner Natur hinzugeben, verloren – diese Hingabe läßt Energie durch sein Becken strömen; bei dieser Hingabe wird Liebe wirklich gefühlt, und das Einssein mit der Natur ist Realität. Solche natürlichen Entdeckungen können also nicht akzeptiert werden, weil sie im Organismus nicht gefühlt oder ertragen werden können; wir wehren uns gegen sie oder wir nehmen sie nicht wahr oder wir erklären sie fort.

Unsere stärkste Waffe gegen solche Einschränkungen ist Wissen. Wir müssen hoffen, zu erfahren, was wirklich wahr ist und was natürlich ist und warum der Mensch sich so heftig dagegen wehrt. Reich hat uns über den Menschen viel Wahres gesagt, wenn wir nur zuhören und objektiv bleiben können, obwohl wir von dieser Wahrheit davonlaufen möchten.

Elsworth F. Baker: Der Mensch in der Falle

Das okulare Segment (Teil 1)

22. November 2009 von Peter Nasselstein

Gesunde Augen sind frei beweglich, können alle Emotionen ausdrücken, beidäugig, dreidimensional schauen und, wie der medizinische Orgonom Elsworth Baker in seinem Buch Der Mensch in der Falle ausführt, ist eine Erregung der Augen, etwa beim Flirten, unmittelbar in den Genitalien als lustvolle Empfindung zu spüren. Bei emotional gesunden Menschen sind die Augen frei beweglich, feucht, strahlen und haben einen lebendigen, wachen Ausdruck. Die Pupillen reagieren sofort und angemessen. Auch die Muskulatur um die Augen herum, ja im ganzen oberen Kopfbereich, ist frei beweglich, insbesondere die Stirn. Die Haut in diesem Areal ist gut durchblutet und hat eine gesunde Farbe. (Hier neuste Forschungsergebnisse über den Zusammenhang zwischen Gesichtsfarbe und sexueller Attraktivität.)

Das diametrale Gegenteil findet man typischerweise bei Schizophrenen, deren Augen und das gesamte „okulare Segment“ (siehe die Skizze unten) fahl und wie abgestorben wirken. Baker zufolge sind die meisten Schizophrenen darüber hinaus kurzsichtig. (Auch sonst sind zumindest einige Arten von Kurzsichtigkeit biopathisch, was insbesondere der Fall ist, wenn die Kurzsichtigkeit mit chronisch geweiteten Pupillen einher geht. Sind die Pupillen nicht geweitet, sei, so Baker, die Kurzsichtigkeit wahrscheinlich nicht biopathisch und könne deshalb mit psychiatrischer Orgontherapie nicht beeinflußt werden.)

Wie schon in Schizophrenie als „Schrumpfungsbiopathie“ und die Atrophie des Gehirns ausgeführt, kann man die Schizophrenie als Schrumpfungsbiopathie betrachten ähnlich dem Krebs. Beim Schizophrenen ist es so, daß buchstäblich „das Gehirn wegfault“ – und tatsächlich beschreiben die meisten Schizophrenen ihren Zustand mit diesen oder ähnlichen Worten.

In Der Krebs führt Reich aus, wie durch die biopathische Schrumpfung das Gewebe „bionös“ zerfällt und dabei Mikroorganismen entstehen, die der mechanistische Wissenschaftler nur auf „Infektion“ zurückführen kann, welche zu einer entsprechenden Immunreaktion führt.

Eine ähnliche Verwirrung ist nun im Zusammenhang mit einer schwedischen Studie entstanden, bei der erstmals der Liquor von Schizophrenen, also die Flüssigkeit, in der das Gehirn schwimmt, direkt untersucht wurde.

Schizophrenie könnte zumindest zum Teil auf eine Immunreaktion im Gehirn zurückgehen. Darauf deutet jetzt eine Studie schwedischer Forscher hin, die die Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit von Patienten kurz nach dem Ausbruch der Krankheit untersuchten. Ergebnis: Im Vergleich zu Gesunden fand sich im Liquor der Schizophrenie-Patienten ein deutlich erhöhter Spiegel eines wichtigen Signalstoffs des Immunsystems. Sollte sich ein Zusammenhang zwischen einem überaktiven Immunsystem und dem Ausbruch der Krankheit auch in weiteren Studien bestätigen, könnte sich ein völlig neuer Behandlungsansatz für die Krankheit eröffnen, von der bis heute unbekannt ist, wie sie eigentlich entsteht.

Ob der um den Faktor Fünf erhöhte Spiegel des Immunsignalmoleküls Interleukin-1-beta in der Hirnflüssigkeit von Schizophrenen Ursache oder Folge ihrer Erkrankung ist, können die Forscher jedoch nicht sagen.

James DeMeos Saharasia-Theorie (Teil 2)

21. November 2009 von Peter Nasselstein

Teil 1

David Zhang (University of Hong Kong) et al. haben bei der Analyse von Klimadaten und historischen Aufzeichnungen entdeckt, daß es im Osten des chinesischen Kaiserreichs im vergangenen Jahrtausend immer dann gehäuft zu kriegerischen Auseinandersetzungen gekommen ist, wenn in diesem Zeitraum das Klima besonders kalt war. Im ganzen traten sechs große Kältephasen auf, die mit Perioden zusammenfielen, in denen es gehäuft zu kriegerischen Auseinandersetzungen kam. Die Wissenschaftler führen das auf die verringerten landwirtschaftlichen Erträge zurück. Die Kriege brachen meist etwa zehn bis dreißig Jahre nach Beginn der jeweiligen Klimaperiode aus. Die Forscher weisen auch darauf hin, daß der Dreißigjährige Krieg und andere Krisen in Europa und Asien mit dem Höhepunkt der „kleinen Eiszeit“ zusammenfallen.

Das ist eine weitere Bestätigung für einen zentralen Aspekt von James DeMeos Saharasiatheorie: lebenswidrige Umwelteinflüsse führen zu lebenswidrigem Verhalten. (Übrigens stehen wir, wie im Blogeintrag Der Öl-Planet (Teil 3) erwähnt gegenwärtig am Beginn einer neuen kleinen Eiszeit!)

Der Allgemeinarzt (15/2005) berichtet über eine Studie von Richard Neugebauer von der Columbia Universität in New York (Journal of the American Medical Association, 2005; 294: 557), der zufolge eine mangelhafte Nährstoffversorgung im Mutterleib das Risiko, an Schizophrenie zu erkranken, deutlich erhöht. Beim Vergleich von klinischen Daten zwischen 1971 und 2001 von Patienten die vor, während und nach einer extremen Hungersnot Mitte des 20. Jahrhunderts in China zur Welt gekommen waren, wurde festgestellt, daß sich bei jenen, die während der Hungerperiode geboren wurden, das Risiko für Schizophrenie verdoppelt hatte.

Die Forscher fragen sich, ob der generelle Nährstoffmangel oder das Fehlen eines bestimmten Stoffes während der Schwangerschaft das auslösende Moment ist. Bezeichnenderweise wird nicht gefragt, ob auch der Umgang mit den Kindern unter dieser extremen Streßsituation eine Rolle spielt. Jedenfalls bestätigt diese Studie aufs neue James DeMeos Saharasia-These: daß Panzerung ursächlich auf Wüstenbildung (oder in diesem speziellen Fall auf die soziale Ver-Wüstung durch den Kommunismus) zurückgeht.

Der Spiegel berichtete über eine Verbindung von Gesellschaftsstruktur und Geographie in Ozeanien, die in mancher Hinsicht an das erinnert, was in der Saharasiatheorie für die großen Festlandsmassen beschrieben wird. Während die einen Polynesier in Frieden lebten, bekriegten sich die anderen, beispielsweise die Bewohner der Osterinseln, auf das Grausamste.

Der Anthropologe Barry Rolett (University of Hawaii) und der Geograph Jared Diamond (University of California) untersuchten für ihre in Nature (431: 443-446) vorgestellte Studie 69 Inseln. Dort, wo das Innenland zerklüftet und schwer zugänglich war und deshalb das Ökosystem weitgehend intakt blieb, entwickelten sich friedliebende Gesellschaften, die weitgehend dem Südseeklischee entsprachen. Auf jenen Inseln jedoch, wo es leicht war, die Wälder zu roden, kam es schnell zu Hungersnöten und den entsprechenden Konflikten: saharasia-artige Gesellschaften entstanden.

Um was es bei Saharasia geht, sieht man am Geschehen im Westsudan, wo eine kleine Minderheit arabischer Nomaden die seßhafte schwarz-afrikanische Urbevölkerung systematisch tyrannisiert und vertreibt. Seit Jahrhunderten setzt sich dieses Muster von Norden nach Süden über den afrikanischen Kontinent fort:

Unter Ausschluß einer ohnehin desinteressierten Weltöffentlichkeit, die sich lieber über den verzweifelten Überlebenskampf Israels aufregt und sich für die „Menschenrechte“ islamischer „Widerstandskämpfer“ einsetzt, werden von den „Befreiungsbewegungen“ im Kongo die letzten Reste der Pygmäen ausgerottet. Dazu gehört das Abschlachten ganzer Familienverbände, Massenvergewaltigungen und Versklavung.

Die Lebensfeindlichkeit der Chemie (Teil 2)

20. November 2009 von Peter Nasselstein

Im Teil 1 ging es nicht nur um das, was man allgemeinhin als „Chemie“ betrachtet, sondern vor allem auch um das, was Gesundheitsfanatiker so zu sich nehmen, etwa ach gesunde und „natürliche“ Rohkost. Noch ungesünder ist beispielsweise Tofu oder, igitt, Sojamilch, jedenfalls für Männer.

Während beispielsweise Sojasauce für Männer unbedenklich ist, sind unvergorene Sojaprodukte, wie Tofu und Sojamilch, nichts anderes als eine chemische Kastration. Sie führen zu einer Verweiblichung des männlichen Geschlechts, während junge Mädchen frühzeitig in die Pubertät eintreten. Sojaprodukte gehören schlichtweg verboten.

So, und jetzt zur eigentlichen „Chemie“:

Die Gynäkologin Shanna Swan von der University of Rochester hat gezeigt, daß Phthalate möglicherweise die männliche Geschlechtsentwicklung beeinflussen. Diese Substanzen geraten über PVC-Produkte in den Körper, beispielsweise wenn Lebensmittel entsprechend abgepackt sind. Wurden im Blut und Urin von Schwangeren erhöhte Konzentrationen von Phthalaten nachgewiesen, zeigten die unter diesen Umständen im Mutterleib herangewachsenen männlichen Kinder ein auffallend weibliches Spielverhalten und beschäftigten sich beispielsweise mit Puppen.

Die aktuelle Studie erhärtet den Verdacht, daß die Chemikalien auch die Hirnentwicklung und damit das Verhalten männlicher Kinder beeinträchtigen können. Swan und ihre Kollegen vermuten, dass Phthalate die Testosteronproduktion im Mutterleib während einer kritischen Phase hemmen und so die sexuelle Differenzierung der Gehirne beeinflussen.

Und so hört sich immer kostbarer werdendes Testosteron an (übrigens mit Tommy Bolin an der Gitarre) – Nostalgie:

Der Reichsche Orgonakkumulator

19. November 2009 von Peter Nasselstein

Gestern drehte sich alles um Dr. med. Dipl.-Psych. Stefan Müschenichs Doktorarbeit von 1995, heute um seine Diplomarbeit von 1986:

Wie Dr. Müschenich in Der Reichsche Orgonakkumulator dokumentiert hat, eignet sich der Orgonenergie-Akkumulator insbesondere für die Wundheilung, sowohl bei der Erstversorgung als auch für chronische und ansonsten therapieresistente Wunden, etwa venöse Geschwüre an den Beinen.

Chemisches Äquivalent der Lebensenergie Orgon ist der atmosphärische Sauerstoff, den wir einatmen (Das ORANUR-Experiment II, S. 185, 308).

Je mehr Sauerstoff an eine Wunde kommt, desto schneller und besser verläuft der Heilungsprozeß.

Wissenschaftler der Ohio State University sind auf die Idee verfallen, Plastiktüten mit reinem Sauerstoff aufzublasen und so auf die Ränder der Wunden zu kleben, daß sie sozusagen ein lokales Sauerstoffzelt bilden. Die Patienten, darunter Diabetiker, wurden so 90 Minuten am Tag behandelt. Mittels dieser denkbar einfachen Prozedur heilen auch hartnäckige Wunden, etwa venöse Beingeschwüre, schneller. Sie heilen sogar besser und vollständiger als Wunden, die man mit den allermodernsten Methoden chirurgisch behandelt oder bei denen man die neusten synthetischen Wachstumsfaktoren zur Anwendung bringt. Besonders bemerkenswert war der überraschend geringe Grad von Narbenbildung. Auch für die Erstversorgung bei Katastrophen und auf dem Schlachtfeld wäre die Plastiktüte einsetzbar.

Es ist wirklich alles so, wie bei der Wundversorgung mit Orgonenergie!

Der Gesundheitsbegriff im Werk des Arztes Wilhelm Reich

18. November 2009 von Peter Nasselstein

Dr.med. Stefan Müschenich
Der Gesundheitsbegriff im Werk des Arztes Wilhelm Reich
Marburg 1995, 428 S.
ISBN 3-922906-54-0

I. Einleitung
II. Zur wissenschaftlichen Biographie Wilhelm Reichs
III. Zur Entwicklungsgeschichte der Reich’schen Definition von psychosomatischer Gesundheit

1. Reich und die Libidotheorie
2. Reichs Beiträge zur psychoanalytischen Behandlungstechnik
3. Die Funktion des Orgasmus
4. Die Charakteranalyse und das Konzept des Charakterpanzers
5. Die Vegetotherapie und das Konzept des Muskelpanzers
6. Psychiatrische Orgontherapie bei Neurosen und Psychosen
7. „Atemsperre“ und chronische Sympathikotonie in der Genese psychosomatischer Krankheiten („Biopathien“)
8. Reichs Kritik des „psychophysischen Parallelismus“
9. Die biopathische Diathese
10. Die „karzinomatöse Schrumpfungsbiopathie“
11. Die „emotionelle Pest“ als „soziale Biopathie“
12. Die „emotionale Wüste“

IV. Beiträge zur Wirkungsgeschichte

1. Reich und die moderne Körperpsychotherapie
2. Reichs Gesundheitsbegriff und die moderne Sexualwissenschaft
3. Reich und die sogenannte „Kulturdiskussion“
4. Die „Kinder der Zukunft“
5. Zur Rezeption des Reich’schen Gesundheitsbegriffs und zur Diskussion seines Stellenwertes in der modernen Medizin und Psychosomatik

V. Zusammenfassung und Schluß
Literaturverzeichnis

Diese umfassende Gesamtdarstellung des medizinischen, psychiatrischen und psychologischen Werkes von Wilhelm Reich ist ab sofort direkt bei mir zu beziehen: 29 EUR inklusive Versand. Bestellungen bitte an meine Emailadresse PKHFN@t-online.de.

Ein beliebiges Beispiel für Reichs Herangehensweise ist seine Beschreibung des Autonomen Nervensystems, das sich aus dem Parasympathikus (Vagus) und dem Sympathikus zusammensetzt. Der erstere steht für Expansion, Lust, Leben und Wachstum, der letztere für das Gegenteil. Deshalb heißt es in einer der Überschriften von Dr. Müschenichs Werk: „chronische Sympathikotonie in der Genese psychosomatischer Krankheiten“.

In diesen Zusammenhang paßt eine schwedische Studie, die gezeigt hat, daß dem Gedächtnis von Demenzkranken durch eine elektrische Reizung am Vagusnerv auf die Sprünge geholfen werden kann. Bei Alzheimerkranken kann diese Stimulation den Erkrankungsverlauf bremsen, allgemein aktivierend und antidepressiv wirken. Doch der mechanistischen Medizin bleibt der Mechanismus, der hinter dieser Methode steckt, ein Rätsel.

Chemische Verbindungen wie Lezithin und Cholin sind „funktionell identisch“ mit dem Parasympathikus. Forscher der Duke University (Durham, North Carolina) haben herausgefunden, daß sich das Babygehirn durch Cholin besser entwickelt. Deshalb sollten Frauen während der Schwangerschaft z.B. Eier, Leber und Pilze zu sich nehmen. (Siehe auch mein Blogeintrag Feed Your Brain.)