Verschwörungstheorien in der antiautoritären Gesellschaft

28. Januar 2012

Man kann zwischen vier Arten von okularer Panzerung unterscheiden:

  1. Die okulare Panzerung beim Neurotiker. Sie tritt zur restlichen Panzerung des Körpers hinzu, kann beliebig schwer sein, bestimmt aber nicht den Charakter der Person. Die okulare Panzerung färbt sozusagen die Persönlichkeit ein. Man denke nur an die Panzerung des Kleinen Mannes, der buchstäblich „ein Brett vor dem Kopf“ hat. Oder an die übliche Kontaktlosigkeit seiner Mitmenschen.
  2. Beim Schizophrenen bestimmt die okulare Panzerung den Charakter selbst. Hier ist sozusagen die restliche Panzerung „das Anhängsel“, das die Persönlichkeit färbt. Beispielsweise ist der kataton-schizophrene Charakter mit der Körperpanzerung des Zwangscharakters assoziiert, der paranoid-schizophrene Charakter mit der des phallisch-narzißtischen Charakters.
  3. Unabhängig davon tritt bei den soziopolitischen Charakteren die okulare Panzerung auf. Je weiter sie sich von der Mitte zu den beiden Rändern des soziopolitischen Spektrums entfernen, desto stärker ist sie ausgeprägt. Man könnte von „ideologischer Verblendung“ sprechen.
  4. Hinzu kommt, daß sich die gesamte gesellschaftliche Atmosphäre verändern kann. Beispielsweise kann allgemein die Unsicherheit so zunehmen, daß unabhängig von den ersten drei Faktoren, die gesamte Bevölkerung „in den Augen weggeht“, d.h. keinen klaren Gedanken mehr fassen kann. Auch spielen hier beispielsweise der fast flächendeckende Konsum legaler und illegaler Drogen und die verheerende Wirkung der Unterhaltungsindustrie und der Massenmedien hinein.

In der seit etwa 1960 sich entwickelnden antiautoritären Gesellschaft, die sich um uns herum zunehmend konsolidiert, spielen alle vier Elemente hinein. Die klassischen triebgehemmten Neurotiker verschwinden langsam aber sicher und werden von Kreaturen abgelöst, die nach Charles Konia in etwa wie folgt aufgebaut sind:

  1. chronische Parasympathikotonie (reaktive bioenergetische Expansion), als Reaktion auf die zugrundeliegende Sympathikotonie (bioenergetische Kontraktion), die die Menschen in der autoritären Welt bestimmt hat;
  2. muskuläre Erschlaffung im Gegensatz zur muskulären Verspannung, wie sie Reich zwischen den 1930er und 1950er Jahren beschrieben hat;
  3. statt dessen wird die überexpansive Energie vom okularen Segment gebunden, daß entsprechend stark gepanzert ist;
  4. dies geht wiederum mit einer extremen emotionalen Kontaktlosigkeit einher;
  5. weshalb die Panzerung heute ausgeprägter ist als jemals zuvor;
  6. das sieht man daran, daß die Orgontherapie weitaus länger dauert (aus dem „Homo novis“ der antiautoritären Welt muß zuerst ein normaler Neurotiker gemacht werden, der dann wie zu Reichs Zeiten geheilt wird);
  7. trotz der oberflächlichen „Entspanntheit“ und Überexpansion sind die bioenergetischen Kontraktionen weitaus stärker ausgeprägt als jemals zuvor: schwerste Depressionen, Selbstmorde, „Borderline-Symptomatik“ und vor allem eine extreme Intoleranz für wirkliche Expansion (wirkliche Lebensfreude) – nicht zufällig gehen so viele Menschen „in schwarz“;
  8. das alles führt zu einer ewigen Rebellion ohne Ziel und Grund. Hierher gehört nicht zuletzt die Vorstellung, daß „die da oben“ in finsterste Verschwörungen verwickelt sind.

Soziopolitisch verschiebt sich das gesamte politische Spektrum nach links („Rotverschiebung“) mit entsprechend drastischen Gegenreaktionen von einzelnen Segmenten der Gesellschaft, die immer weiter in den Rechtsradikalismus abdriften. (Siehe dazu meinen Blogeintrag Der Zerfall der Gesellschaft.)

Die generelle Zunahme der okularen Panzerung sieht man daran, daß weite Kreise der Bevölkerung zu „denken“ anfangen, wie sonst nur paranoid-schizophrene Charaktere. Ich spreche von den überhandnehmenden Verschwörungstheorien von der Mondlandung als Fake, über „9/11“ bis hin zu den „Chemtrails“. Mittlerweile können ganze Verlage von diesem Wahnsinn leben!

In ihrer Studie „Dead and Alive: Beliefs in Contradictory Conspiracy Theories“ haben Michael Wood, University of Kent, Canterbury, et al. aufgezeigt, daß Verschwörungstheoretiker offenbar kaum Probleme damit haben, gleichzeitig zwei Theorien zu vertreten, die sich wechselseitig unbedingt ausschließen. Beispielsweise neigen Menschen, die davon überzeugt sind, daß Lady Diana ihren eigenen Tod inszenierte, um unterzutauchen, und daß Osama Bin Laden schon seit Jahren tot war, gleichzeitig zu der Auffassung, daß Lady Diana im Pariser Autotunnel vom englischen Geheimdienst ermordet wurde und Osama sich noch immer in einem Geheimversteck seines Lebens freut. Oder anders ausgedrückt: sich wechselseitig ausschließende Verschwörungstheorien stehen sich nicht etwa feindlich gegenüber, sondern ganz im Gegenteil unterstützen sie einander – manchmal im gleich Kopf. Das ist möglich, weil diese konträren Theorien eines verbindet, was alle anderen Überlegungen außer Kraft setzt: die Vorstellung, daß es per se eine Verschwörung gibt.

Oder mit anderen Worten: die „Verschwörungskultur“, wie sie beispielsweise vom Kopp-Verlag gepflegt wird, ist nichts anderes als Emotionelle Pest: die vermeintlichen „Schlußfolgerungen“ stehen lange vor der Denkarbeit fest. Verschwörungstheorien sind destruktiver Irrationalismus auf dem sozialen Schauplatz und nichts außerdem.

Es geht bei ihnen nicht um Logik, sondern um die Vorstellung einer Verschwörung an sich. Will sagen: „die da oben“ (die Autoritäten) haben immer Unrecht, egal wie wirr und inkonsistent die „alternativen Theorien“ auch immer sein mögen. Es ist also nicht eine Sache des rationalen Abwägens, sondern das Diktat vollkommen irrationaler Emotionen („Rebellion“).

Man lese auch die Kommentare zu diesem Video! Die Hirnzersetzung in der antiautoritären Gesellschaft…

Natürlich sind Spekulationen über Verschwörungen nicht in jedem Fall etwas Schlimmes oder „Krankhaftes“. Das Problem ist die mangelnde Distanz: ohne okularen Panzer kann man klar die Umwelt wahrnehmen und widerspruchsfrei unterschiedliche Informationen objektiv abwägen, während okular gepanzerte Verschwörungstheoretiker die Wirklichkeit verzerrt wahrnehmen und sich in einem Netz von Widersprüchen verfangen, die mit immer neuen Zusatzvermutungen gegen jede logische Herausforderung verteidigt werden, so als ginge es um ein religiöses Glaubenssystem. In der antiautoritären Welt dreht sich alles nur noch um Subjektivität, welchen Eindruck man hat und wie man sich fühlt. Klares Denken, Logik? Nein, es geht um angeblich authentische Gefühle.

Die Orgonenergie

27. Januar 2012
  1. Die Orgonenergie ist erkennbar, weil sie „horizontal“ auf allen Gebieten und „vertikal“ auf allen Ebenen gleich funktioniert. Alle Organe zeigen die gleiche von der Orgonenergie geprägte Form (siehe dazu Funktionelles Denken: Genetik (Teil 1)). Bione (mikroskopische Orgonenergie-Bläschen) sind genauso blau unter dem Mikroskop wie der Planet aus dem Weltall betrachtet. Die Orgonenergie ist das alldurchdringende allgegenwärtige Gemeinsame Funktionsprinzip der Natur.

  2. Die Orgonenergie ist in konstanter Bewegung, ähnlich wie die Atmosphäre in ständiger Bewegung ist.
  3. Gleichzeitig ist die Orgonenergie eine Art Medium, in dem sich die elektromagnetischen Wellen bewegen, ähnlich wie der Schall sich trotz all der Eigenbewegungen des Mediums „mechanisch“ in der Atmosphäre bewegt und ähnlich, wie der Wind Dinge bewegt von Staub bis zu Baumriesen.
  4. Die Orgonenergie ist „kohäsiv“, d.h. sie zieht sich selbst an. Dies erfolgt solange, bis ein gewisses Ladungsniveau erreicht ist und es zur Entladung kommt.
  5. Die Ladung erfolgt langsam und ist typischerweise durch spiralförmige Bewegungen gekennzeichnet. Darauf gehen die weitaus meisten Strukturen in der Natur zurück, vom Atom bis hin zu den Galaxien, von Pflanzen bis zu Hoch- und Tiefdruckgebieten.
  6. Die Entladung erfolgt schnell und eruptiv. Man denke etwa an die Blitze, mit denen sich Wolken entladen oder auch an die diversen „ejakulativen“ Vorgänge in Organismen. Die charakteristische Bewegung dieser Entladungsvorgänge ist geradlinig.
  7. Die Entladung entspricht den sekundären Energien mit ihren „gradlinigen“ Bewegungscharakteristika.
  8. Die sekundären Energien können auf die Orgonenergie auf eine Weise einwirken, daß sie ihren „organischen Charakter“ verliert und sich selbst in eine sekundäre Energie umwandelt: ORANUR und DOR.
  9. ORANUR ist übererregte, chaotische Orgonenergie. DOR ist das toxische Endprodukt dieser Übererregung. Diese Begrifflichkeit macht Sinn, weil die Orgonenergie die Lebensenergie selbst ist.
  10. Die Erregbarkeit der Orgonenergie macht sie zum „Substrat“ aller Wahrnehmung und jeder Emotion. Beides sind Phänomene, die primordial sind, d.h. vor der Entwicklung von Nervenzellen vorhanden sind.
  11. Leben ist Orgonenergie, die in einer materiellen Membran gefangen ist und dieser ihre beiden Bewegungscharakteristika aufzwingt: die Pulsation und die Kreiselwellenbewegung. So erklären sich die Funktionen und die Form der Organismen.
  12. Die Expansion eines Organismus ist identisch mit der Emotion Lust, die Kontraktion mit der Emotion Angst („Remotion“). Sensationen, „Eindrücke“ von außen, gehen auf die primordiale Erregbarkeit der Orgonenergie zurück.
  13. Eine der Grundfunktionen der Orgonenergie, die das Leben erst ermöglicht, ist die Sequestration, d.h. die Trennung von einem Innen und einem Außen und die Abwehr bzw. der Ausstoß von abgestorbener Orgonenergie (DOR).
  14. Fehlfunktionen in diesem Bereich führen zur „Panzerung“ des Organismus.
  15. Die bis hierhin beschriebenen Vorgänge können nur funktionieren, wenn sie auf eine koordinierte Art und Weise erfolgen. Orgonenergie ist deshalb mehr als nur „Bewegung im Raum“, sondern auch Präsenz unabhängig von räumlicher Trennung („Nichtlokalität“). Siehe dazu Die Orgasmusfunktion im Pflanzenreich?.

Krebs, Chromosomen und Orgonenergie: Nachtrag

26. Januar 2012

Zunächst möchte ich auf meinen alten Blogeintrag Krebs, Chromosomen und Orgonenergie verweisen. Israelische Forscher haben nun ein neues Licht auf die Krebsentstehung geworfen, was an sich schon bemerkenswert ist, da die neuere Krebsforschung zunehmend dazu übergegangen ist, den Unterschied zwischen den einzelnen Krebsarten hervorzuheben, so als seien etwa Lungenkrebs und Nierenkrebs grundsätzlich unterschiedliche Dinge, die man ziemlich laienhaft unter den Oberbegriff „Krebs“ zusammengezwungen hätte.

Die Forscher der Tel Aviv University und des Sheba Medical Center konnten zunächst einmal bestätigen, daß über die unterschiedlichen Krebsarten hinweg die Krebszellen zu wenige oder zu viele Chromosomen haben. Dazu wurden mit Hilfe von Computern und statistischen Methoden 50 000 Chromosomensätze unterschiedlicher Arten von Krebszellen untersucht. Auf diese Weise konnten nicht nur die spezifischen chromosomalen Abweichungen identifiziert werden (beispielsweise werden bei einer besonderen Leukämieart ein kleiner Abschnitt von Chromosom 9 auf das Chromosom 22 übertragen), sondern erstmals ließen sich auch bestimmte Anomalien in den Chromosomensätzen über unterschiedliche Krebsarten hinweg identifizieren.

Für die Forscher bleibt ein Rätsel, wie die Krebszellen mit zu vielen oder zu wenigen Chromosomen überhaupt derartig gut gedeihen können, – besser als normale Zellen. Ansonsten verursachen nämlich selbst kleinste Veränderungen in der chromosomalen Struktur einer Person verheerende Schäden.

Nach Reich nehmen die Zellen das Erlöschen des Energiesystems infolge der chronischen Kontraktion des Organismus (Sympathikotonie) nicht hin. Wie jeder Organismus reagieren sie auf das Ersticken mit Klonismen (Der Krebs, Fischer-TB, S. 222). Resultat dieses Kampfes gegen den Tod auf zellulärer Ebene sind die sich explosionsartig teilenden Krebszellen. Sie sind demnach kein „außergewöhnlich blühendes Leben“, sondern ganz im Gegenteil Leben im chaotischen Todeskampf.

Nicht der Tumor an sich macht die Krebskrankheit aus, sondern eine den ganzen Organismus befallende Tendenz buchstäblich „in seine Einzelteile zu zerfallen“. Gleichzeitig nimmt nach diesem Schema die „Sympathikotonie“ der Krebszellen zu, d.h. die Orgonenergie kontrahiert und konzentriert sich vollkommen auf die Nuklei, die sich nach der Orgasmusformel in zellulären „Erstickungsanfällen“ immer schneller teilen. Da die Kernteilung der Zellteilung vorangeht, erklärt sich so die Malignität der Krebszellen (ebd., S. 235ff).

In diesem Zusammenhang erwähnt Reich die „mitogenetische Strahlung“ von Gurwitsch, die neuerdings durch F.A. Popp bestätigt und zu einer eigenen Krebstheorie ausgebaut wurde. Reich bezieht sich auf die „Kern-Plasma-Relation“ nach Richard Hertwig:

Der Kern bildet das stärkste, d.h. orgonreichste System der Zelle. Es besteht also eine Differenz zwischen der Orgonladung im Kern und der im Plasma. Das können wir mikroskopisch bestätigen. Der Kern zeigt alle orgonotischen Kennzeichen intensiver als das Plasma. Er leuchtet stärker, strahlt also stärker als das Plasma, und er hat eine intensivere blaue Färbung. (ebd., S. 238)

Reich spricht davon, daß, während durch die biopathische Schrumpfung die organismische Orgonstrahlung nachläßt, sich die mitogenetische Strahlung erhöht. „Das wurde z.B. von Klenitzky für das Gebärmutterkarzinom festgestellt“ (ebd., S. 241).

Mit dieser Theorie der Genese des Krebses durch Zellerstickung konnte Reich die Funktion des Orgasmus bis auf die Zellebene hinab aufweisen:

Die betreffenden [Krebs-] Zellkerne versuchen gutzumachen, woran der Gesamtorganismus versagte: Sie übernehmen nun die Funktion der Orgonenergieabgabe, die der Gesamtorganismus infolge der orgastischen Impotenz und Kontraktion des Plasmasystems nicht mehr durchzuführen vermag. An die Stelle der natürlichen orgastischen Konvulsionen des gesamten Plasmasystems tritt die Energieabgabe auf tiefster biologischer Stufe in Form der Kernerstrahlung und Teilung. So wird der Reichtum an Kernteilungsfiguren („Mitosen“) im Krebsgewebe einfach verständlich. Da diese Teilungen nicht mehr physiologisch korrekt ablaufen können, müssen Größenunterschiede in den Kernen entstehen. (ebd., S. 241, Hervorhebungen hinzugefügt)

The Journal of Orgonomy (Vol. 17, No. 1, May 1983)

25. Januar 2012

In „Orgonotic Functions of the Brain (Part 3)“ führt Charles Konia aus, daß Parkinson möglicherweise eine biopathische Erkrankung ist. Zunächst fällt natürlich die Störung der einheitlichen pulsatorischen Bewegungen, etwa der Gang, der Tremor, etc. ins Auge. Die Krankheit scheint mit einer tiefreichenden okularen und auch oralen Panzerung, die das Gehirn selbst erfassen kann, einherzugehen. Die unaufhaltsame Zerstörung der Substantia nigra im Mittelhirn und eine Senkung des Dopamin-Pegels hat sicherlich etwas mit der chronischen Anorgonie von tiefliegenden Hirnarealen zu tun. Insgesamt deutet das äußere Erscheinungsbild des Parkinson-Kranken auf eine schwere Kontraktion hin und einen Ladungsabfall des gesamten Organismus.

Die Häufigkeit mit der Parkinson mit depressiven Zuständen verbunden ist, d.h. mit Individuen, die eine orale Panzerung vorweisen, und die Ähnlichkeit der klinischen Bilder dieser beiden Störungen ist ein weiterer Hinweis darauf, daß Parkinson eine biopathische Störung kein könnte. Wenn die Anorgonie tiefer vordringt, als es bei einfacher Depression der Fall ist, also bis zu den Basalganglien, kann Parkinson die Folge sein.

Man denke nur an die geradezu gruselige Starre und Unbeweglichkeit, die von Schwerdepressiven ausgeht!

Die typische Schüttellähmung geht darauf zurück, daß es im subthalamischen Kern zu einer Überaktivität von Nervenzellen kommt (als verzweifelte „Erstickungsreaktion“ auf die Anorgonie?), die wiederum die Bewegungszentren in der Hirnrinde bremsen. Darauf beruht auch die Behandlung von Parkinson mit „Tiefer Hirnstimulation“, die seit den 1980er Jahren entwickelt wurde und die beispielsweise auch zur Behandlung von Major Depression angewendet wird. Dabei werden die genannten Neuronen mit hochfrequenten elektrischen Impulsen sozusagen ausgeschaltet (weshalb auch der Begriff „tiefe Hirnstimulation“ irreführend ist).

Ich finde schon, daß das ganze frappant an Reichs Vorstellung von der Sympathikotonie erinnert: sympathische Überstimulation im Kern (Kontraktion), Erstarrung an der Peripherie. Hört bei Krebs, ganz entsprechend einer „tiefen Hirnstimulation“, der bioenergetische Kern auf zu „feuern“, kommt es zu einer wundersamen Entspannung des Körpers, die Körperpanzerung löst sich auf, der Orgasmusreflex ist leicht herstellbar.

Die vertikale und die horizontale Arbeitsdemokratie

24. Januar 2012

Es gibt zwei Management-Ansätze, in denen die Arbeitsdemokratie in Betrieben heute konkret zum tragen kommt.

  1. Da wäre zunächst das in den 1950er Jahren von dem Psychologen Frederick Herzberg entwickelte Job Enrichment (Arbeitsbereicherung). Im Rahmen der Delegation von Verantwortung werden Funktionen (Planung, Kontrolle, Entscheidungentreffen), die vorher autoritär von hierarchisch höheren Stellen wahrgenommen wurden, der Gestaltungshoheit des einzelnen Arbeitenden unterstellt. Kurz gesagt wird die vertikale Arbeitsteilung aufgehoben und jeder ist sein eigener Herr, was sein Spezialgebiet und seine Expertise betrifft.
  2. Das dazu alternative Konzept ist das u.a. von dem Psychologen E. E. Lawler in den 1990er Jahren entwickelte High Involvement Management (HIM), bei dem es um die weitgehende Aufhebung der horizontalen Arbeitsteilung geht. Das kann man sich am besten anhand des Fließbandarbeiters vorstellen, der maschinenartig und vereinzelt nur eine oder einige wenige Handgriffe ausführt. Dieses extreme Spezialistentum soll aufgehoben werden, u.a. durch Teamarbeit und „Rollentausch“, damit der Betrieb als Ganzes flexibler und damit profitabler auf Veränderungen und Herausforderungen reagieren kann.

Die Relevanz dieser beiden hier stark vereinfacht dargestellten Ansätze für das Reichsche Konzept „Arbeitsdemokratie“ sollte offensichtlich sein:

  1. Nicht „Politiker“, also Menschen, die vom eigentlichen Arbeitsprozeß getrennt sind, sollen die Entscheidungen über die Arbeitsprozesse treffen, sondern „arbeitsdemokratisch“ die Arbeitenden selbst. (Aufhebung der „vertikalen Grenzen“.)
  2. Jeder Arbeitende muß sich in das Netz des Arbeitsgefüges organisch einpassen und sich „arbeitsdemokratisch“ mit den anderen Arbeitenden austauschen. (Aufhebung der „horizontalen Grenzen“.)

Stephen Wood, University of Leicester, et al. haben nun erstmals untersucht, wie diese beiden in vieler Hinsicht gegensätzlichen Management-Ansätze sich nicht nur auf die Produktivität der Betriebe auswirken, sondern auch auf das Wohlbefinden der sogenannten „Arbeitnehmer“.

Ihre ausgedehnte statistische Analyse zeigte, daß sowohl Arbeitsbereicherung als auch HIM sich positiv auf die Arbeitsproduktivität, das finanzielle Abschneiden der Betriebe und die Qualität der Produkte auswirkt. Während jedoch die Arbeitsbereicherung zu einer erhöhten Arbeitsbefriedigung führt, ist HIM ganz im Gegenteil mit Unwohlsein was den Job betrifft und darüber hinaus auch noch mit Angst korreliert. Während bei der Arbeitsbereicherung die Befriedigung durch die Arbeit unmittelbar zu höherer Produktivität und Qualität führt, werden diese Faktoren bei HIM durch das Unwohlsein und die Angst der Arbeitenden negativ beeinflußt, obwohl sich HIM global gesehen immer noch positiv auf die Performance des Betriebes auswirkt.

Die Autoren erklären diesen frappanten Unterschied zwischen Arbeitsbereicherung und HIM damit, daß bei der Arbeitsbereicherung die Arbeitenden eine größere Verantwortung und Autonomie haben und dergestalt größere Wahlmöglichkeiten, bessere Möglichkeiten sich lustvoll zu entfalten. Sie fühlen sich befreit vom „vertikalen Druck“ der Hierarchie, der vorher auf ihnen lastete.

HIM hingegen bringt eine qualitative Veränderung in den Herausforderungen, den der Beruf an einen stellt, mit sich: man hat offen, kooperativ und flexibel zu sein, was zu Ängsten und Unzufriedenheit führt. Das ganze wird stressiger, weil mehr von einem verlangt wird.

Ich habe mich mit den Problemen der vertikalen und der horizontalen Arbeitsdemokratie bereits in einem anderen Zusammenhang beschäftigt.

Hier genügt es auf das Orgonom mit seinen sieben Panzerringen zu verweisen, das seine Entsprechung in der vertikalen Arbeitsdemokratie hat. Das Gefühl der Befreiung, wenn sich die Blockaden auflösen, die den vertikalen Fluß der Energie behindern, empfindet man nicht nur in der Orgontherapie, sondern entsprechend auch bei der Arbeitsbereicherung.

Bei HIM geht es um die weitaus schwierigere Befreiung des orgonotischen Systems, d.h. die vorsichtige Lösung der Angststarre (Sympathikotonie). Im Betrieb entspricht dieser mehr „charakteranalytische“ Ansatz der Befreiung der Arbeitenden aus ihrer Vereinzelung und ihrem engstirnigen Spezialistentum.

Die Emotionelle Pest in der antiautoritären Gesellschaft

23. Januar 2012

Die Emotionelle Pest läßt sich mit den folgenden vier Punkten umreißen:

  1. Die Handlung und das behauptete Motiv für diese Handlung stimmen nicht überein. Beispielsweise wird Kindern gesagt, daß es nur „zu ihrem Besten“ wäre, wenn sie mißhandelt und mißbraucht werden.
  2. Trotzdem ist der, der von der Krankheit „Emotionelle Pest“ angesteckt wurde, hundertprozentig von seiner Sache überzeugt und verfolgt sie mit fanatischer Entschlossenheit. Man denke nur daran, wie die katholische Heimerziehung über Generationen hinweg für jeden sichtbar Seelenkrüppel hinterlassen hat. Das hat die Täter niemals auch nur im entferntesten innehalten lassen.
  3. Das zeigt, daß das Denken des Pestkranken nicht dem rationalen Abwägen von Pro und Kontra dient, sondern die Schlußfolgerung von vornherein feststeht und erst im nachhinein „logisch“ untermauert wird. Das ist Ideologie bzw. „religiöse Überzeugung“.
  4. Etwas, was nie fehlt, da es sich mit dem einzig wirklichen Motiv des Pestkranken deckt, ist die sexuelle Diffamierung, genauer die Diffamierung der Genitalität. Beispielsweise beruhte die katholische Heimerziehung auf nichts anderem.

Ein naheliegenderes, aktuelles Beispiel ist das Kopftuch bei moslemischen Mädchen in unseren Städten:

  1. Das Kopftuchtragen diene der kulturellen und religiösen Identität der Mädchen, die es ohnehin freiwillig und aus innerer Überzeugung tragen. Es sei damit Ausdruck ihrer Autonomie, tatsächlich wird mit dem Kopftuch jedoch signalisiert, daß sie Eigentum, Besitz der Familie sind, die damit gleichzeitig ihren Machtanspruch über den öffentlichen Raum kundtut.
  2. Die Sache wird durch alle Instanzen bis zu den höchsten nationalen und internationalen Gerichten durchgefochten, als ginge es beim häßlichen Mummenschanz um ein zentrales Menschenrecht.
  3. Mit Verweis auf die Scharia (der Koran ist in dieser Hinsicht alles andere als eindeutig!) werden alle Diskussionen abgebügelt.
  4. Tatsächlich geht es darum, die „Schamhaare“ zu verhüllen, denn für den Islam ist die Frau nichts anderes als eine wandelnde, ständig notgeile Vagina. Unverschleiert ist sie „naked meat“, wie sich einmal ein Australischer Imam ausgedrückt hat.

Dieses Beispiel bringt uns dazu, wie die Emotionelle Pest in der heutigen vom Multikulturalismus und der Political Correctness geprägten antiautoritären Gesellschaft funktioniert.

Zunächst einmal legen die Gutmenschen zwei verschieden Maß an. Was die Sache mit der katholischen Heimerziehung betrifft, würden sie uns in jeder Hinsicht zustimmen. Der eine oder andere unter ihnen ist vielleicht sogar „Reichianer“! Ganz anders sieht es mit dem Kopftuch aus. In diesem Fall wird uns der Vorwurf des Rassismus an den Kopf geworfen. Man sieht daran sofort, daß es ihnen ganz und gar nicht um die Emotionelle Pest zu tun ist, sondern um ihren Antiautoritarismus, für den das Establishment, insbesondere aber die Katholische Kirche, per se schlecht ist, während Minderheiten per se gut sind, insbesondere, wenn sie (vermeintliche) Opfer des Establishment sind, etwa moslemische „Kolonialvölker“.

Die antiautoritäre Geisteshaltung mag auf den ersten Blick weitaus sympathischer und „lebenspositiver“ erscheinen als die alte autoritäre, die Reich in Die Massenpsychologie des Faschismus so meisterlich beschrieben hat, tatsächlich steht sie der Emotionellen Pest jedoch weitaus näher:

  1. Das was gesagt und getan wird, erweckt oberflächlich den Eindruck, als sei es gegen die Emotionelle Pest gerichtet, tatsächlich zielen die antiautoritären Reden und Handlungen aber ganz im Gegenteil darauf ab Liebe, Arbeit und Wissen zu vernichten. Das wird beispielsweise am Sexualkundeunterricht und den diversen Schulreformen deutlich. Es sei zum Wohle der Kinder, doch tatsächlich weisen alle Indikatoren seit den 1970er Jahren auf eine immer weiter zunehmende seelische Verwahrlosung und auf genau jenen „Bildungsnotstand“ hin, den zu bekämpfen die Reformer doch angeblich in Angriff nehmen wollten. In Wirklichkeit ging es ihnen nur um eins: um die Überwindung des „Biologismus“. Nichts sei angeboren, weder „Gender“, noch Intelligenz, noch Talent und alle überkommenen Hierarchien gelte es mit Hilfe der Erziehung aufzubrechen.
  2. Wie gesagt: trotz aller Evidenz und trotz der als Monstranz vorangetragenen Rationalität und „Diskussionskultur“, kann nichts die Bildungsreformer von ihrem Tun abhalten. Jetzt wird sogar die Schreibschrift abgeschafft und die Kinder sollen die Rechtschreibung „antiautoritär“ nach eigenem Gutdünken lernen. Nur nicht korrigieren, denn das könnte die armen Geschöpfe von der Lust am Lernen abhalten! Wirklich alles deutet darauf hin, daß dergestalt eine Generation von Analphabeten herangezogen wird, deren Gekrickel kein Mensch wird entziffern können, – doch die Bildungsreformer machen mit wachsendem Bekennerelan weiter. Man denke auch an die großartige Rechtschreibreform, – nach deren Einführung die Rechtschreibleistungen dramatisch abgesackt sind!
  3. Die „Diskursethik“ frei nach Habermas ist nichts anderes als moralischer Terror, der mit Denkverboten arbeitet. Man versuche doch einmal logisch und mit Verweis auf nachweisbare Fakten mit diesen sozialdemokratischen „Denkern“ zu diskutieren! Wie das aussieht und ausgeht, haben wir bei der Sarrazin-Debatte gesehen: moralistischer Terror und, wenn die Roten Nazis doch nur könnten wie sie wollten, der Polizeiknüppel.
  4. Dieser Kampf gegen den „Biologismus“ hat einen Kern, der geradezu selbstevident ist. Er ist der Kern jeder lebensfeindlichen Ideologie, sei sie autoritär oder antiautoritär: der Mensch sei kein Tier, sei nicht sexuell, die Genitalien spielten keine Rolle. Beim Antiautoritarismus ist das besonders perfide, weil diese Sexualfeindlichkeit im Gewande der Aufklärung und der Befreiung daherkommt. Ihre höchste Ausprägung findet diese Quintessenz der Emotionellen Pest in den postmodernen Theorien, denen zufolge das Geschlecht eines Menschen ein bloßes gesellschaftliches Konstrukt ist. Womit wir wieder beim Sexualkundeunterricht wären.

Die Funktion der Religion

22. Januar 2012

In den letzten Jahren haben mich immer wieder Studien insbesondere aus dem tiefreligiösen Amerika irritiert, die gezeigt haben, daß religiöse Menschen seelisch gefestigter und glücklicher sind und auch in physischer Hinsicht gesünder. Derartige Erhebungen werden voll Begeisterung von der religiösen Rechten in Amerika hochgehalten. Das ist nicht gerade das, was man als „Reichianer“ hören will, hatte doch Reich vom Gegensatz von (sexuellem) Lebensglück und Mystik gesprochen.

Nun haben drei Forscher der Humboldt-Universität zu Berlin, der University of Southampton und von eDarling die anonymisierten Daten von über 200 000 Mitgliedern der besagten Partnervermittlung aus elf europäischen Ländern analysiert

Es stimme zwar, daß religiöse Menschen sich wohler in ihrer Haut fühlen, ein höheres Selbstwertgefühl zeigen und sich besser in ihr Umfeld integrieren als Nichtgläubige, aber dies träfe nur auf Länder zu, in denen die Religion gesellschaftliche Wertschätzung erfährt. In religiös gleichgültigen Ländern wie Deutschland, Frankreich und Schweden gäbe es deshalb praktisch keinerlei Unterschied im psychischen Wohlbefinden zwischen Atheisten und Gläubigen. Ganz anders sähe es hingegen in tiefreligiösen Ländern wie der Türkei, Polen und (so die Studie) Rußland aus. Jochen Gebauer, Mitautor der Studie:

Möglicherweise entsteht der positive Effekt des Glaubens auf unsere Gesundheit durch die Wertschätzung, die man als religiöser Mensch von seiner sozialen Umwelt erfährt. Eine hohe Wertschätzung von den Mitmenschen fördert das psychische Wohlergehen. Dieser Effekt bleibt natürlich aus, wenn Religiosität in der jeweiligen Gesellschaft keine besondere Bedeutung hat.

Gebauer drückt sich sicherlich so vorsichtig aus, weil die positive Wirkung der Religion bisher weitgehend zum wissenschaftlichen Konsens gehörte.

In einem Land wie Polen wird man unglücklich, wenn man nicht an Gott glaubt, während in einem religiös vollkommen gleichgültigen Land wie Schweden, der Glaube so gut wie keine psychischen Folgen hat. Es geht hier um die alles durchdringende gesellschaftliche Atmosphäre, die Nichtgläubige in Ländern wie Polen stigmatisiert und sich schlecht fühlen läßt, selbst wenn kein sichtbarer Druck ausgeübt wird.

Die nächste Frage sollte sein, ob die Menschen im weitgehend atheistischen Schweden weniger „ethisch“ miteinander umgehen als im ultrakatholischen Polen. Wohl kaum… Richard Dawkins hat in dieser Hinsicht auf klassische Weise einen Moslem zurechtgewiesen:

Ich kann mich noch gut an den brennenden Haß meines Vaters auf den überkommenen Katholizismus der Familie Nasselstein erinnern. Seine anhaltende Empörung, wie eine Cousine in seiner Jugend von der Verwandtschaft drangsaliert wurde, weil sie, da unehelich, ein „Kind der Sünde“ sei. Geradezu die Braut Satans! – Genau so müssen sich, wenn auch in homöopathischen Dosen, „Ungläubige“ in religiös verseuchten Ländern fühlen!

Gibt es denn wirklich nichts, was das Phänomen „Religion“ rechtfertigt? Zunächst einmal gab es bis zur Neuzeit niemals irgendwo auf dem Planeten eine religionslose Gesellschaft. Selbst anhand der kläglichen Überreste der sprichwörtlichen Neandertaler hat man überzeugende Hinweise für ein religiöses Leben ausmachen können. Es ist deshalb illusorisch Religion einfach so, a la Richard Dawkins, abschütteln zu wollen. Zweifellos ist die Religion tief in uns verankert und hat eine rationale Funktion.

Reich hat die heutige Religion als Ausdruck unbefriedigter Sexualität betrachtet. Deshalb sei sie von der Sexualunterdrückung abhängig. Sie sei aus einer Art „Urreligion“ hervorgegangen, in der das sexuelle und das religiöse Erleben eins gewesen seien. Später änderte sich Reichs Perspektive und er betrachtete insbesondere das Christentum als (durch die Panzerung verzerrten) Ausdruck des Erlebens der Orgonenergie im inneren des Organismus und im Kosmos. Atheisten würde dieser „kosmische Kontakt“ abgehen.

Das bedeutet offensichtlich nicht, daß dadurch beispielsweise Polen glücklicher und ethischer werden, es bedeutet jedoch, daß sie, wenn man das so ausdrücken kann, „besser im Raum verankert sind“. Religiöse Menschen kann man im wahrsten Sinne des Wortes nicht so einfach „herumschubsen“. Entsprechend war es den Russen unmöglich Polen zu „sowjetisieren“. Schließlich hat der polnische Katholizismus das Kartenhaus des Ostblocks zum Einsturz gebracht. Ähnlich sieht es mit dem Verhältnis des Westens zur islamischen Welt aus. Statt, daß wir sie verwestlichen, fangen sie ganz im Gegenteil an uns zu islamisieren. So war das nicht gedacht!

Das weitgehend atheistische Europa ist „haltlos verloren“.

Susanne Wind

21. Januar 2012

Als ich 12 war, habe ich angefangen mich für moderne Malerei zu begeistern und selbst mit einer unglaublich prätentiösen, frühreifen „Avantgarde-Malerei“ angefangen. Wenn ich mir das Zeugs heute angucke: ich habe null Talent zum Zeichen und Malen… In den folgenden Jahrzehnten wurde ich immer zynischer was jene moderne Malerei betrifft, die mich einst so begeistert hatte. „Würde all das Zeugs in Flammen aufgehen, hätte die Menschheit keinerlei kulturellen Verlust zu verzeichnen.“ Ich kokettiere gerne mit der erzreaktionären Haltung, die Ephraim Kishon hinsichtlich der modernen Malerei an den Tag gelegt hat, die er durchweg für Betrug hielt.

Die „offizielle“, vom Feuilleton gefeierte, moderne Kunst funktioniert lediglich über den Kopf. Beispielsweise kann man die berühmten „Fettflecken“ von Joseph Beuys nur als Kunst erfassen, wenn man sie als „Kommentar“ sieht zu bestimmten Bildern der Kunstgeschichte, der Geschichte Deutschlands und der persönlichen Geschichte des Künstlers. Kunst für Intellektuelle, die sich gerne reden hören!

Und dann gibt es wirkliche Kunst. Sie funktioniert, weil sie einen unabhängig vom Kontext bewegt und/oder zur Erstrahlung bringt. Man spürt die Bewegung und die Präsenz (Erstrahlung) der kosmischen Orgonenergie. In diesem Sinne ist diese und nur diese Kunst auch „politisch“: sie regt die gesunden (ungepanzerten) Anteile in uns an und ruft uns auf sich gegen den Irrsinn, der uns umgibt, zur Wehr zu setzen.

Eine solche Künstlerin ist Susanne Wind aus Hamburg: http://www.susannewind.de.

Wie kein anderer Maler hat sie auf Leinwand gebannt, wie sich die Natur in der Umgebung Hamburgs anfühlt. Sie versucht die Umgebung mit den unverstellten Augen und unverpanzerten Gefühlen eines Kindes wahrzunehmen. Ihre Bilder sind voll blauem „Orgonwind“ und voll blauer „Orgonerstrahlung“ – oder mit einem anderen Wort: voll orgonotischem Kontakt.

Susanne Wind:

In meinen Arbeiten widme ich mich der einzelnen Blume, dem Grashalm, dem Wind, dem Licht… Ich widme mich diesen kleinen und großen Dingen der Natur aus der Überzeugung heraus, daß mit Hilfe dieser schönen und lebendigen Dinge, Zerstörung oder geistige Leere überwunden werden kann.

Die Natur bietet einen gewaltigen Schatz an Ruhe und Gelassenheit. Die Verbindung mit der Natur ist eine Quelle der Kraft. Diese Eigenschaften der Natur zu erleben und dabei in ihrem Wesen sichtbar zu machen ist meine künstlerische Intention. Die Malerei ist mir das geeignete Medium dafür. Sie erlaubt mir das real Gesehene mit dem inneren Erleben zu verbinden.

Die Frage nach dem Ziel

20. Januar 2012

Reich unterschied die Handlungsweise des genitalen Charakters von der des Neurotikers wie folgt:

Bei der Sublimierung liegt der Akzent auf dem Effekt der Handlung, wenn auch das Handeln selbst libidinös betont ist; bei der Reaktionsbildung kommt es zunächst auf das Tun selbst an, der Effekt ist ziemlich nebensächlich, und das Handeln ist nicht libidinös betont, sondern negativ bestimmt: Es kann nicht unterlassen werden. Der Sublimierende kann mit seiner Arbeit auch längere Zeit aussetzen, die Ruhe ist ihm ebenso wertvoll wie die Arbeit; beim Aussetzen der reaktiven Leistung aber stellt sich früher oder später eine innere Unruhe ein, die sich bei längerer Dauer zu Irritiertheit, ja Angst steigern kann. Auch der Sublimierende ist gelegentlich irritiert, gespannt, aber nicht, weil er nicht leistet, sondern weil er seine Leistung sozusagen erst gebiert. Der Sublimierende will leisten und freut sich an seiner Arbeit; wer reaktiv arbeitet, muß – nach dem treffenden Ausdruck eines Patienten – „roboten“, und hat er eine Arbeit beendet, so muß er sofort eine neue beginnen, weil seine Arbeit eine Flucht vor der Ruhe ist. (Charakteranalyse, KiWi, S. 239)

Dies läßt sich auf das gesamte biosoziale Funktionieren übertragen, selbstredend insbesondere auf das Wirtschaftsgeschehen, das Konsumieren und Produzieren. Man arbeitet nicht einfach aus Lust an der Arbeit, sondern um sich etwas zu „erarbeiten“, sich etwas zu „leisten“, d.h. um Konsumgüter und um Status zu erlangen. Dieser Mechanismus treibt die Wirtschaft an, die ganz ähnlich funktioniert wie die Sexualökonomie. Wir streben alle, getrieben von kleinen „Teillösungen“, jeweils der großen Lösung unserer inneren Spannung zu.

Genauso wie in der Sexualität erreichen wir im Wirtschaftsgeschehen den Zustand der Befriedigung und Spannungslösung durch Überlagerung, die uns mit Menschen zusammenführt, die das gleich erstreben wie wir. In der Sexualität geht aus der Überlagerung das Geflecht unserer Familienbeziehungen hervor, in der Ökonomie das Geflecht dessen, was Reich als „Arbeitsdemokratie“ bezeichnet hat.

Im Bereich der Sexualität verwandeln sich aufgrund der Emotionellen Pest lebendige Beziehungen in „Zwangsfamilien“, die ein lustvolles, glückliches Leben unmöglich machen. Genauso wird auch die Arbeitsdemokratie zerstört durch Bürokratie und wirtschaftskriminelles Verhalten, die einander bedingen und sich gegenseitig solange hochschaukeln, bis von der Arbeitsdemokratien wenig übrigbleibt. Das entspricht ganz den Verhältnissen in Zwangsfamilien, wo von der ursprünglichen Liebe, der das ganze Gebäude erst seine Existenz verdankt, kaum noch etwas auszumachen ist.

Sozialistische Gesellschaftsmodelle können unter keinen wie auch immer gearteten Umständen funktionieren. Produktive Menschen arbeiten „tierartig“ auf ein konkretes Ziel hin, nicht für das abstrakte „Gemeinwohl“. Deshalb muß es zwangsläufig zu „Sabotageakten“ kommen, woraus sich wiederum mit unabwendbarer Notwendigkeit „Stalinismus“ entwickeln muß. Selbst in sozialdemokratischen Wohlfahrtsstaaten wie Deutschland kommt das zum tragen: aufgrund der Sozialgesetzgebung sind wir alle miteinander Straftäter, die mit einem Bein im Gefängnis stehen, weil wir irgendwelche der unendlich vielen Vorschriften nicht beachten oder irgendwelche Abgaben nicht leisten bzw. Leistungen widerrechtlich beziehen. Neuerdings werden sogar Meinungen strafrechtlich verfolgt, die der sozialdemokratischen Einheitspartei CDUCSUFDPSPDGRÜNELINKEPIRATEN nicht genehm sind!

Ein Gutteil, selbstverständlich nicht alles, des immer weiter um sich greifenden „Antikapitalismus“ entspringt erstens dem Unvermögen des durch und durch sexualfeindlichen Neurotikers „Zielgerichtetheit“ richtig einzuordnen. Für ihn ist sie nur letztendlich verbrecherische Gier. Noch wichtiger scheint mir aber die schlichte Mißgunst zu sein. „Wenn es mir schlecht geht, warum soll es dir gut gehen?“ Das ist nichts anderes als Emotionelle Pest und entspricht exakt dem Verhalten der sprichwörtlichen alten Jungfer, die alles daran setzt ein junges Liebesglück zu zerstören.

  1. Dem genitalen Charakter geht es um die Erreichung eines Ziels, letztendlich der Gewinnung von Lust. Jeder kleine Schritt in die richtige Richtung ist selbst lustvoll, so daß die Anstrengung und zeitweise Unlust gerne in Kauf genommen wird.
  2. Der neurotische Charakter robotet zwanghaft und ziellos vor sich hin, wobei die Arbeit selbst so gut wie keine Lust mit sich bringt.
  3. Der pestilente Charakter „arbeitet“ zwar ebenfalls aus einem inneren Zwang heraus, doch hat er dabei ein Ziel vor Augen: den beschriebenen bioenergetischen Gesetzmäßigkeiten ein Ende zu machen. Anders als der einfache Neurotiker nimmt er sein Los nicht an, sondern lebt in der Rebellion.

Man betrachte diesen Artikel:

  1. Der Student der Orgonomie (d.h. der Neurotiker, der zeitweise und auf einem kleinen Teilgebiet durch „Löcher in seiner Panzerung“ funktioniert) versucht Zusammenhänge klar zu erfassen und darzustellen und sich an dem Produkt seiner Arbeit zu erfreuen. Wobei er zeitweise auch Unlust, etwa innere Unruhe und Unsicherheit, auch rein mechanische und ziemlich unerquickliche Arbeitsprozesse, auf sich nimmt.
  2. Der mechanistische oder mystische Neurotiker wird ellenlang irgendein kaum nachvollziehbares Zeugs verzapfen, was kein Mensch nachvollziehen kann. Der übliche (pseudo-) akademische Schreibstil.
  3. Der pestilente Charakter hingegen folgt dem inneren Zwang, das Arbeitsresultat, hier den Erkenntnisgewinn, zu zerreden, ungeschehen zu machen, ein gedeihliches Weiter zu unterbinden und den arbeitsdemokratischen Dialog zu vergiften. Er tut alles, um die Orgonomie zu zerstören. Ungefähr so wie Leute ohne erkennbares Motiv nachts rumlaufen und Autos anzünden.

Von einer anderen Sichtweise her, habe ich das Problem der „Zielgerichtetheit“ in Orgonenergie und Abstraktion angeschnitten: der ungepanzerte Organismus ist in der Lage sich auf etwas zu fokussieren, während beim gepanzerten Organismus der Geist hoffnungslos „zerfasert“.

The Journal of Orgonomy (Vol. 16, No. 2, November 1982)

19. Januar 2012

Drei Highlights dieser Ausgabe:

H.P. Seiler: „New Experiments in Thermal Orgonometry” (S. 197-206)
Richard Schwartzman: „Stuttering” (S. 207-211)
Barbara G. Koopman: „’My Mind: The Enemy’: An Orgonomic Look at Brainwashing” (S. 212-234)

„Der Orgonenergie-Akkumulator ist die wichtigste Entdeckung in der Geschichte der Medizin überhaupt.“ Das schrieb nicht irgendwer, sondern Theodore P. Wolfe, Pionier der psychosomatischen Medizin in Amerika und spätere Mitarbeiter Reichs (Emotional Plague Versus Orgone Biophysics, Orgone Institute Press, 1948, S. 44). 1949 schrieben 17 amerikanische Ärzte an die American Medical Association: „Wir zählen die Entdeckung der Orgonenergie zu den größten Ereignissen der Menschheitsgeschichte“ (Walter Hoppe: Wilhelm Reich und andere große Männer…, München 1984, S. 127). Der berühmte Dr. Ralph Bircher-Benner schrieb über den Akkumulator: „Wenn sich diese Angaben bestätigen, dann können wir allerdings alle ‘Wendepunkte’ verbrennen“ (ebd., S. 210f). Sein Nachfolger als Chefarzt der Bircher-Benner-Klinik, Dr. med. Hanspeter Seiler, hat die physikalische Seite des Orgonakkumulator-Effekts (To-T) in einem der besten Experimente seit Reich nachgewiesen.

Auf seinem Blog bespricht der Psychiater Richard Schwartzman, D.O. den bekannten Film The King’s Speech und weist auf etwas hin, was sich in der Geschichte der Orgonomie immer wieder erwiesen hat: daß „Laien“ teilweise (!) eine adäquatere Sichtweise auf „psychische“ Erkrankungen haben als die mechanistischen Psychiater. In diesem Fall geht es um den Zusammenhang zwischen Stottern und Kindheitstraumata. Als Anhang setzt Schwartzman seine Fallgeschichte von 1982, sowie zwei weitere Fallgeschichten übers Stottern, ins Netz.

Besonders bedeutsam ist Reichs Entdeckung der „negativen bioelektrischen Konditionierung“, die das allgemeine Angst-Kontraktionssyndrom bioenergetisch greifbar macht und erklärt, warum der Mensch in diesem Zustand verharrt.

Barbara G. Koopman, M.D., Ph.D. beschreibt Reichs bioelektrische Experimente und die Verbindung der „bioelektrischen Konditionierung“ mit der „Hirnwäsche“. Reich hatte bei seinen Experimenten eine biophysiologische Enttäuschungsreaktion entdeckt. Auf einer sehr tiefen Ebene reagiert der Organismus extrem empfindlich auf Unlust und kann sich von dieser Reaktion nur sehr schwer erholen. Das Energiefeld weitet sich bei Lust vorsichtig aus und reagiert dann (psychologisch ausgedrückt) „dauerhaft verstört“, wenn es unerwarteter Weise auf Unlust oder gar Schmerzen trifft. Die Energie kontrahiert und verharrt lange in diesem Kontraktionszustand. Bei entsprechenden und häufigen negativen Reizungen kann der Organismus ganz seine Fähigkeit einbüßen Lust zu empfinden.

Koopman verweist auf die Kindererziehung, etwa die negative Reaktion auf kindliche Masturbation: auf einer energetischen („bioelektrischen“) Ebene wird das Kind konditioniert, „negative bioelektrische Konditionierung“. Das kann man unmittelbar bei Einzellern beobachten, die man chemisch oder etwa mit Nadeln piesackt:

Diese chronische Kontraktion, die Grundlage aller geistigen und physischen Erkrankungen, einschließlich der Neurose, hat Reich als chronische Sympathikotonie bezeichnet, da das gesamte autonome Nervensystem kontrahiert ist. Der Organismus befindet sich in einem Zustand des chronischen Schreckens, eines fortwährenden auf Angst basierendem „roten Alarms“, – eine Unausgewogenheit in Richtung auf ein überreagierendes sympathetisches Nervensystem. In diesem Sinn könnte man sagen, daß die Neurose selbst eine Form der sehr frühen „negativen bioelektrischen Konditionierung“ ist. Und, allgemein gesagt, je länger eine Hirnwäsche anhält, d. h. je früher sie im Leben auftritt, desto schwerer ist es sie wieder loszuwerden. Das entspricht der Länge des Aufenthalts in einem Kult – je länger er andauert, desto schwieriger ist es, das Opfer wieder herauszuholen.

Hirnwäsche sei demnach ein Anschlag auf das Energiesystem selbst. Das geschähe durch veränderte Bewußtseinszustände. In einem anderen Zusammenhang hatte Koopman vorher ausgeführt, daß das Orgonenergie-Feld und der Bewußtseinszustand des betreffenden Menschen funktionell identisch sind.


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