Die Tragikomik der mechano-mystischen Lebensauffassung

24. Juli 2014

Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie Alexander Lowen und Stanley Keleman in den 1970er Jahren die „Körpertherapie“ als ungeheuren Durchbruch verfochten: „Die Seele über den Körper heilen.“ Das wäre angeblich die Essenz der von Reich entwickelten Therapie! Jetzt finde ich in der Bahn zufällig einen Flyer mit der Überschrift „Psyche hilft Körper“.

„Es ist unglaublich, wie viel Kraft die Seele dem Körper zu verleihen vermag“. Dieser Satz von Wilhelm von Humboldt aus dem frühen 19. Jahrhundert hat heute ebenso viel Gültigkeit wie zu Humboldts Zeiten. Über viele Jahrzehnte wurde der Kraft der Seele allerdings nicht die Bedeutung beigemessen, die ihr zusteht.

Als Student der Orgonomie fühlt man sich manchmal wie ein Zeitreisender, den es ins Mittelalter verschlagen hat, und den die mittelalterlichen Vorstellungen, etwa über das Leib-Seele-Problem („Körper beeinflußt Seele“ gegen „Seele beeinflußt Körper“) schrecklich auf die Nerven gehen.

leibseele

Die Orgontherapie ist keine „Körpertherapie“, denn es geht nicht um „die Integration des Körpers in die Psychotherapie“ und ähnliches, sondern darum, das neurotische Gleichgewicht aufzuheben mit dem Ziel, den genitalen Primat und damit die orgastische Potenz (der regelrechte Haushalt der biologischen Energie) herzustellen. Geht das ohne körperliche Interventionen, um so besser.

Aus eigner Erfahrung kann ich sagen, daß es weitaus effektiver ist, selbst zu spüren, wie man jahrzehntelang beispielsweise die Schultern gehalten hat, als von außen darauf gebracht zu werden. Es ist effektiver, sich seiner neurotischen Idiosynkrasien bewußtzuwerden und sie aufzugeben, statt durch Massage oder „Übungen“ „gerade gerichtet“ zu werden. Freiheit kann einem nicht geschenkt werden. Entweder nimmt man sich die Freiheit oder man wird nie frei sein.

Das A und O der Therapie ist die Motivation, also der Wille, ein neuer Mensch zu werden und ein besseres Leben zu führen. Es geht nicht darum, sich hinzulegen und durch „Handauflegen“ an sich herum manipulieren zu lassen, bis sich irgendwelche Verspannungen lösen.

Es geht aber auch nicht darum, mit dem „Willen“, bzw. der „Psyche“, den Körper zu heilen. Ich verweise auf die Stelle in Peter Reichs Der Traumvater (München 1975, S. 28f), wo Reich am Beispiel einer Filmszene mit John Wayne kritisch die Beeinflussung des Körpers durch die Psyche beleuchtet:

Und die Art, wie sie etwas leisten oder durchsetzen, ist ebenfalls hartleibig. Erinnerst du dich an den Film mit John Wayne, in dem er stürzt und zum Krüppel wird? (…) Du weißt, als er im Bett saß, auf das Ende seines Gipsverbandes schaute und seine Zehen beobachtete, beschloß er, wieder gehen zu lernen. Und er sagte immer wieder zu sich: „Ich muß diesen Zeh bewegen. Ich muß diesen Zeh bewegen.“ Schau, das ist die starre, die verkrampfte Art, Dinge zu überwinden. (…) Hindernisse und Behinderungen in dieser Weise zu überwinden, durch Gewalt, durch sogenannte Willenskraft (…) das ist die starre, verkrampfte, mechanistische Art, Leistungen zu vollbringen. Er mußte sich so anspannen und verhärten, sich selbst mit aller Gewalt dazu zwingen, wieder gehen zu lernen, daß er darüber vergaß, wie man liebt und freundlich ist. (…) Am besten ist es, einfach zu atmen, sich zu entspannen und es auf natürliche Weise kommen zu lassen. Erzwinge nie etwas, laß es einfach auf natürliche Weise eintreten, dann ist es immer okay.

Entsprechend geht es in der Orgontherapie nicht darum, sich etwa zum „richtigen“ Atmen zu zwingen, sondern darum, es einfach „arbeitsdemokratisch“ geschehen zu lassen.

Orgontherapie ist imgrunde nichts anderes als „Orgasmustherapie“ und genauso wenig wie einem ein Orgasmus von außen aufgezwungen werden kann, kann man einen Orgasmus „wollen“. Das einzige, was man tun kann, ist, die Hemmnisse, die sowohl der Hingabe, als auch der Aggression entgegenstehen, fahren zu lassen.

Alles andere ist Sadomasochismus und auf die Therapie übertragen das, was ich als „Blauen Faschismus“ bezeichnet habe. Tatsächlich unterscheiden sich die diversen „Reichianischen“ Körpertherapien kaum von dem, was Reich in Charakteranalyse als Masochismus beschrieben hat: „Bringe mich von außen zum Platzen!“. Den sadistischen Körpertherapeuten (den „Bioenergetikern“, selbsternannten „Orgontherapeuten“, etc.) ist es eine Lust, ihren „Patienten“ diese Freude angedeihen zu lassen.

Es ist auffällig, daß immer wieder „Reichianische“ Therapeuten und selbsternannte „Orgontherapeuten“ hervortreten, die mit einer ganzen Palette von Therapietechniken Patienten für sich gewinnen wollen. Es ist teilweise schreiend komisch, was sie nicht alles zusätzliche zur (angeblichen) Orgontherapie anbieten. Das reicht von „Craniosakral-Therapie“ über „Ayurveda“ bis hin zur „Geistheilung“, gar „Akupunktur“. Was sie mit diesen ellenlangen Listen zur Schau stellen, ist nicht etwa ihre „Zusatzqualifikation“, sondern ihre Unfähigkeit, therapeutisch effektiv zu arbeiten. Es ist der verzweifelte Versuch kontaktloser Neurotiker Kontakt herzustellen. Imgrunde sind es Perverse, die mit allen möglichen Folterwerkzeugen ihre „Liebe“ zum Ausdruck bringen wollen.

Orgontherapie (Teil I: Die psychosomatische Beziehung) (Teil 4)

23. Juli 2014

DIE ZEITSCHRIFT FÜR ORGONOMIE

Charles Konia: Orgontherapie (Teil I: Die psychosomatische Beziehung) (Teil 4)

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Die Zerstörung von Wilhelm Reichs Erbe

22. Juli 2014

Eines der Rätsel der Orgonomie ist ihr schleichendes Ableben nach einer zeitweisen Renaissance in den 1970er Jahren. Hier und da hat es ein Aufbäumen gegeben, aber der wellenförmige Abwärtstrend ist eindeutig. Man kann vieles als Grund anführen, etwa die Zersplitterung einer fiktiven „Reichianischen Bewegung“. Die wahre Ursache hat jedoch nichts mit der Orgonomie selbst zu tun, sondern ist in der sozialpsychologischen Entwicklung der Gesellschaft begründet.

Die ersten Anzeichen waren bereits in den 70er und Anfang der 80er Jahre zu sehen, als orgonomische Veranstaltungen stets nur von einer Richtung angefeindet und teilweise sogar gestürmt wurden: von links. Es waren jene Kräfte, die heute den öffentlichen Raum vollständig kontrollieren. Man schaue sich etwa folgendes Video über den Versuch an, an einer amerikanischen Universität über den Islam aufzuklären:

Wie einer der Kommentatoren zu dem Video sagt:

Erstaunlich. Diese kleinen Rotznasen werfen Blumen nach Mahmud Ahmadinedschad, kritisieren jedoch Geert Wilders. Unwirklich.

Willkommen in der Welt der Linken, in der jeder klare Gedanke als „Hate Speech“ defamiert wird und beispielsweise jede Andeutung hinsichtlich Genitalität und die Funktion des Orgasmus als „Diskriminierung“ abgewürgt wird. In einer solchen Welt hat die Orgonomie kaum Überlebenschancen.

Ein zentrales Element der linken Geisteserkrankung, der alles durchdringende und zersetzende „Anti-Autoritanismus“, zersetzt die Orgonomie auch von innen her.

Ein Orgontherapeut wurde nacheinander zum Arzt, Psychiater und Medizinischen Orgonomen ausgebildet – was alles in allem mehr als ein Jahrzehnt in Anspruch nimmt! Zu Reichs Zeiten gab es Ausbildung in Orgontherapie ausschließlich am Orgone Institute, d.h. bei Reich selbst, bzw. bei jenen, an die er diese Aufgabe innerhalb des Orgone Institute unmittelbar delegiert hatte. Iin den 40er Jahren war dies Thedore P. Wolfe, in den 50er Elsworth F. Baker. Nach Reichs Tod (und damit dem Ende des Orgone Institute) hat Baker diese Aufgabe bruchlos weitergeführt. Nach seinem Tod Charles Konia. Ein Orgontherapeut ist demnach jemand, der dazu von Reich, Baker oder Konia persönlich ernannt worden ist. Das läßt sich ebenso wenig weitergeben, wie etwa ein Hausarzt jemanden ausbilden und dann zum Allgemeinmediziner „autorisieren“ kann! Schon gar nicht reicht es, selber Patient gewesen zu sein und/oder Reich gelesen zu haben…

Orgontherapie ist „bio-psychiatrische Chirurgie“, die, wie jede andere Art von Chirurgie auch, nur von speziell dazu ausgebildeten Fachärzten durchgeführt werden darf (siehe Reichs Brief vom 9.10.1950 an Paul Ritter, Journal of Orgonomy, May 1977, S. 62). Ritter war Architekt! Ich führe das im einzelnen in meinem Blogeintrag Avanti diletanti! aus.

Es muß ein für allemal Schluß damit gemacht werden, daß Leute (darunter vollkommene Laien) irgendwelche „reichianischen“ „Therapieformen“ zusammenpfuschen und meistens auch noch mit angeblich „esoterischem“ Firlefanz ausschmücken.

1937 beschrieb Reich, wie sich am Ende der Therapie die Teilbewegungen des Organismus harmonisch vereinigen und einen funktionellen Sinn annehmen:

Solange mir diese Tatbestände nicht bekannt waren, war ich gezwungen, die Hemmung der Beckenbewegung teilweise durch „Übungen“ überwinden zu lassen. Die Unvollständigkeit der Erfolge brachte mich dazu, auf die künstlichen Maßnahmen zu verzichten und nach den Hemmungen der natürlichen Beweglichkeit zu suchen. (Die Funktion des Orgasmus, Fischer TB, S. 259)

In der Folgezeit sind tatsächlich Laien auf die bizarre Idee verfallen, Reichs Therapie ausgerechnet mittels roboterartiger Yogaübungen fortentwickeln zu wollen oder gar „den Orgasmusreflex zu üben“. Keine Satire!

Die Orgonomie ist in erster Linie eine Naturwissenschaft und kann nur Therapien befürworten, die logisch nachvollziehbar sind, eine naturwissenschaftliche Basis haben und einer ständigen Erfolgskontrolle unterliegen. In dieser Hinsicht gibt es nur zwei Therapieformen, die diese Kriterien erfüllen: die „evidence based“ tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie und die Verhaltenstherapie, also das was die Krankenkasse jedem Versicherten ohnehin zahlen muß. Hinzu kommt die Orgontherapie selbst, die Reich zufolge ausschließlich von Fachpsychiatern mit einer orgonomischen Zusatzausbildung durchgeführt werden darf. Der Rest ist Körper- bzw. „Seelenverletzung“.

Bereits zu seiner Zeit als Psychoanalytiker mußte sich Reich mit jenen Wirrköpfen auseinandersetzen, die „mit dem Dritten Ohr hören“. Eine der Absurditäten dieser Welt ist, daß ausgerechnet viele unter denen, die sich selbst als Anhänger Reichs betrachten, sogenannte „Reichianer“, auf eine auffällige Weise unfähig sind, klar zu denken. Schlichte Debilität, offensichtliche Psychosen, narzißtische Selbstdarstellungen, paranoide und „spirituelle“ Wahnvorstellungen und nicht zuletzt Denkstörungen – sind besonders ausgeprägt bei denen, die als „Therapeuten“ auftreten.

Wie diesen Augiasstall ausmisten? In erster Linie dadurch, daß immer und unter allen Umständen auf klarem Denken bestanden wird. Nicht von ungefähr wehren sich die meisten sogenannten „Reichianer“ im Namen der Arbeitsdemokratie oder gar „der Demokratie“ und sogar der „Weiterentwicklung des Reichschen Ansatzes“ gegen jene strenge Disziplin des Denkens, die Reich gefordert hat.

Praktisch jeder kann sich beispielsweise zum „originalen Reich-Therapeuten“ erklären, sich ein Cocktail aus „neo-Reichianischen Therapieansätzen“ selbst zusammenstellen oder gar eine neue „Therapieschule“ gründen. Etwa die „originale Orgasmusreflextherapie der Reichschen Sexualökonomie“ (sic!). Wie ehrlich auch immer ihre Motivation sein mag, diese Leute wissen nicht, was sie tun! Reich zufolge gibt es in jeder gegebenen Situation nur eine einzige richtige Intervention; daß der Erfolg der Therapie von der richtigen Diagnose abhängt und daß es von Reich entdeckte naturwissenschaftliche Gesetzmäßigkeiten des psychischen und bioenergetischen Funktionierens gibt, die man nicht ungestraft außer acht lassen darf. Beispielsweise darf man den Patienten nicht mit „Wahrheiten“ konfrontieren („deuten“), für die er gar nicht bereit ist (Wahrheitskrämerei). Auch ist es ein grober Kunstfehler, „Energie zu mobilisieren“ (nichts einfacher als das!), die den Patienten nur noch weiter in die Kontaktlosigkeit treibt, weil die oberen Segmente, insbesondere das Augensegment, noch nicht ausreichend von der Panzerung befreit sind (Freiheitskrämerei). Allein schon diese strenge Herangehensweise ist in unserer „anti-autoritären Welt“ nicht mehr durchzusetzen.

Der Mensch in der Falle: Biosprit und Fracking

21. Juli 2014

Genauso wie es für die Arbeiterschaft keine größeren Feinde gibt als Gewerkschafter und Sozialisten, sind Grüne für die Umwelt die wohl gefährlichste Pest. Allein schon wenn ich einen dieser sadistischen Vogelschredder („Windkraftwerke“) in der Landschaft sehe, möchte ich dem nächsten Grünen eine Backpfeife verpassen!

Wiederholt habe ich darauf hingewiesen, daß es für die Umwelt kaum etwas Schädlicheres gibt, als das Verbrennen von „Biomasse“. Ein schönes Beispiel ist Ethanol, das uns als „Biosprit“ verkauft wird. Tatsächlich ist es so, daß die Produktion von Ethanol nach einer Studie des International Council for Science, wenn sie sinnvoll ausgebaut wird, sowohl für die Umwelt als auch für die Nahrungsmittelproduktion weltweit verheerende Folgen zeitigen wird. Beispielsweise ist der Wasserverbrauch 70 bis 400mal höher als bei der Produktion anderer Energieträger. Konkret bedeutet das, daß bereits 2007 sechsmal mehr Wasser für „Biosprit“ vergeudet wurde, als die Menschen weltweit als Trinkwasser genutzt haben! Außerdem entläßt die Produktion von „Biosprit“ dermaßen viel des „Treibhausgases“ N2O, daß jedweder Einspareffekt bei CO2 bei weitem eingeholt wird, da N2O ein dreihundertfach potenteres „Treibhausgas“ ist als CO2.

Das ganze ist um so tragischer, als Ethanol, die Vogelschredder, mit denen wir unsere Landschaft verunstalten, etc. vollkommen überflüssig sind. Mit Erdöl und Erdgas haben wir eine saubere und unerschöpfliche Energiequelle, die ständig aus dem Erdinneren nach oben steigt und engstens mit „wärmeliebenden Bakterien“ (= Bione) in den tiefen Schichten der Erdkruste verbunden ist. (Ist das Erdöl vielleicht sogar Produkt des bionösen Zerfalls der unteren Erdkruste?)

Das Buch von Thomas Gold über den abiotischen Ursprung des Erdöls ist auf Deutsch unter dem Titel Biosphäre der heißen Tiefe erschienen.

Die „sanfte“, d.h. aggressionsgehemmte Zerstörung der Umwelt kommt von der Linken. Sie ist unmittelbarer Ausfluß der linken („liberalen“) Charakterstruktur, wie sie von Elsworth F. Baker und Charles Konia beschrieben wurde, d.h. die soziale Fassade („Umweltschutz“) wird vorgeschoben, um die sekundäre Schicht um so effektiver zum Ausdruck bringen zu können (Umweltzerstörung!).

Die rechte, „kapitalistische“ Umweltzerstörung ist ganz offen brutal, rücksichtslos und sadistisch. Das gegenwärtige Beispiel ist das „Fracking“, d.h. tiefe Gesteinsschichten werden aufgebohrt, Wasser und Sand zusammen mit extrem toxischen Chemikalien hineingepreßt und Erdöl und -gas herausgepreßt. Nicht nur die besagte Biosphäre in den Tiefen der Erde wird mutwillig zerstört, sondern auch das unersetzliche Grundwasser. Das ganze ist nicht mal ansatzweise nachhaltig, sondern ein kurzes Strohfeuer. Die Quellen versiegen schnell, nur der angerichtete Schaden hat ewigkeitswert.

Eine Studie der Energy Watch Group hat gezeigt,

daß diese mit großen Umweltrisiken verbundene Methode bei weitem nicht die Erwartungen erfüllt, die in sie gesetzt wurden. In den USA zeigt sich beispielsweise, daß Quellen von in Gestein gebundenem Öl und in Schiefer gelagerten Gas nach der Erschließung sehr schnell wieder versiegen. Teilweise verlieren sie 85 Prozent der Fördermenge schon im ersten Jahr. Auch diese „unkonventionellen“ Förderquellen werden also schnell ihren Höhepunkt erreichen – und dann um so schneller versiegen.

Zum anderen haben erst bestimmte geologische, politische und ökonomische Voraussetzungen den Fracking-Boom in den USA überhaupt möglich gemacht. Im dichtbesiedelten Europa wäre eine breite Förderung ohne Rücksicht auf die Verseuchung von Böden und Gewässern dagegen nicht möglich. Praktisch überall in Europa sind wichtige Trinkwasserreservoire in der Nähe, die durch die beim Fracking verwendeten giftigen Chemikalien verseucht zu werden drohen.

Um trotz rasch versiegender Quellen doch weitermachen und die sich übervorteilt fühlenden Investoren ruhigstellen zu können, wird immer noch brutaler vorgegangen. In Kalifornien beispielsweise, wo die Gesteinsschichten nicht wie in anderen Gebieten Amerikas eben verlaufen, sondern durch Erdbeben durcheinandergewirbelt sind, wird „sogar versucht, gleich das gesamte Gestein mit Säure zu verflüssigen, um an Öl zu gelangen – vergeblich“.

Hier mehr aktuelle Informationen zum Fracking, auch was ORANUR betrifft:

Reichs funktioneller Ansatz jenseits von „Links und Rechts“ verweist auf einen möglichen gangbaren (praktischen!) Ausweg aus der Falle der mechano-mystischen („linken-rechten“) Zivilisation.

In den späten 1930er Jahren entdeckte Reich, daß (u.a. auch) feiner Eisenfeilstaub bionös zerfällt und daß die Roten Blutkörperchen eine Form von Bionen sind, die mit ihrem „oxidierenden Eisen“ nicht nur Sauerstoff, sondern auch Orgonenergie zu den Organen tragen. Eisen ist das einzige Metall, das für den Bau von Orgonenergie-Akkumulatoren verwendet werden darf.

Im Zusammenhang mit der „prä-atomaren ORANUR-Chemie“ soll Reich sich in den 50er Jahren mit den lebensfördernden Eigenschaften oxidierenden Eisens (Rost) beschäftigt haben. In diesem Zusammenhang ist interessant, welche große Rolle roter Ocker (Tonerde mit Eisenoxyd) bei den frühen Menschen gespielt hat.

Auch der moderne Forschungsbetrieb wird auf die lebensfördernden Eigenschaften des Eisens aufmerksam. So stellten Anfang der 90er Jahre die Ozeanographen John H. Martin und Kenneth Coale fest, daß Eisendüngung das Plankton-Wachstum im Ozean fördert. Und 2003 hat der Umweltingenieur Wei-xian Zhang von der Lehigh University seine Methode vorgestellt, mittels Nanopartikeln aus Eisen das Grundwasser und verseuchte Böden zu entgiften. Durch das Verrosten des Eisens werden Giftstoffe wie Tetrachlorkohlenstoff, Dioxine und PCBs in weit weniger giftige einfache Kohlenstoffverbindungen verwandelt und giftige Schwermetalle (einschließlich Uran) in schwerlösliche Formen überführt. Seit langem benutzen viele Firmen Eisenpulver, um Industrieabfälle zu reinigen. Nanopartikel sind jedoch so fein, daß sie zehn- bis tausendfach reaktiver sind als der bisher verwendete Eisenstaub. – Ob hier der bionöse Zerfall des Eisens eine Rolle spielt?

Orgontherapie (Teil I: Die psychosomatische Beziehung) (Teil 3)

20. Juli 2014

DIE ZEITSCHRIFT FÜR ORGONOMIE

Charles Konia: Orgontherapie (Teil I: Die psychosomatische Beziehung) (Teil 3)

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Die Nomenklatura der „Marktwirtschaft“

19. Juli 2014

Die kapitalistische Nomenklatura wuchert wie ein Krebsgeschwür am arbeitsdemokratischen Organismus.

Als Oskar Lafontaine 2005 aus der SPD austrat, verwies er als Alternative zu Schröder und Merkel voller Begeisterung auf die expansive Geld- und Fiskalpolitik der angelsächsischen Welt. Gemeinsam höhlten und höhlen Kommunisten wie Lafontaine und sein fiskalpolitisches Vorbild, der angeblich „konservative“ George W. Bush, den Kapitalismus energetisch aus und steuern auf eine apokalyptische Weltwirtschaftskrise zu. Mit Obama sind alle Dämme gebrochen.

Es ist unfaßbar, welche Summen die Leute, die die Weltwirtschaft und damit die Menschheit an den Rand des Abgrundes geführt haben, raffen.

Bereits 2003 zitierte das rechtskonservative Internet-Journal The Federalist Digest den Finanzanalytiker und Publizisten Don Bauder:

Wenn der Klassenkrieg ausbricht, werden sich die Aktiengesellschaften und Wall Street nur selbst die Schuld geben können. Vor drei Jahrzehnten verdienten die Geschäftsführer der 100 größten Gesellschaften das 39-fache dessen, was der durchschnittliche Arbeiter erhielt. Jetzt sind es 1000mal mehr.

2002 war das Einkommen in den Chefetagen Großbritanniens dramatisch angestiegen – um das Siebenfache im Vergleich zum durchschnittlichen Einkommen. Bei den Spitzenmanagern der 100 führenden Gesellschaften stieg das Einkommen im Durchschnitt um 23% (auf 1 677 685 Pfund), während es beim Volk nur 3,2% waren. Gleichzeitig war der Wert der betroffenen 100 Firmen in den vorangegangenen drei Jahren um 50% gesunken!

Damals berichtete das Wall Street Journal unter Berufung auf die US-Steuerbehörde, daß die 400 größten Steuerzahler der USA im Jahr 2000 ein Vermögen von fast 70 Milliarden Dollar aufgewiesen hatten – gegenüber 53,5 Milliarden Dollar im Jahr zuvor!

An der Abkoppelung der Managergehälter vom realen Wirtschaftsleben und aberwitzigen Steigerungsraten im Einkommen der vermeintlichen „Elite“ wird sofort deutlich, wie über alle Maßen grotesk unser Geldsystem ist. Die einzige gangbare Alternative zum derzeitigen irrealen Kapitalismus findet sich in Ökonomie und Sexualökonomie.

Dort wird der planwirtschaftliche (!) Mechanismus beschrieben, der die „Nomenklatura“ unermeßlich reich macht. Es sind mafiöse Strukturen, die langsam aber sicher unsere Gesellschaft unterhöhlt haben und sie sehr bald zum Kollabieren bringen werden.

Man schaue sich etwa an, was gegenwärtig bei der EZB abläuft. Dazu Andreas Marquart vom Ludwig von Mises-Institut. Die Milliarden von Mario Draghi nutzen jenen, die das Geld als erste bekommen: Staaten, Banken und Großunternehmen. Der Mittelstand, die Arbeitsdemokratie, wird geschröpft. Marquart:

Weil sich das neu in Form von Kredit geschaffene Geld nicht gleichmäßig in einer Volkswirtschaft verteilt. Wer das neue Geld als erster erhält, profitiert zu Lasten derer, die in der Reihe weiter hinten stehen. Die Hauptprofiteure sind Staat, Banken und Großunternehmen. Es verliert aber sogar der relativ, der sich am liebsten gar nicht oder nur gering verschulden möchte. Er muß zuschauen, wie beispielsweise die Immobilie, auf die er anspart, immer teurer wird. Viele andere, die bereit sind, sich zu verschulden oder sich höher zu verschulden, bieten um diese Immobilie mit und treiben den Preis nach oben. (…) Von den jüngsten Geldspritzen profitieren vor allem Staaten und Banken. Die Staaten profitieren in der Form, daß ein Teil der immensen Liquidität, die geschaffen wird, in Staatsanleihen fließt und deren Renditen sinken läßt. Das erhöht für die Staaten den Spielraum für weitere Schulden. Die Banken profitieren, weil sie relativ risikolos in Staatsanleihen investieren können. Sie haben gar kein großes Interesse, Darlehen an Unternehmen zu vergeben. Warum auch … sie bekommen Geld fast umsonst und streichen durch die Investition in Staatsanleihen die Zinsdifferenz ein. (…) Es profitieren aber auch Unternehmen aus Sektoren und Branchen, die überdimensioniert sind und eigentlich eine Bereinigung erfahren müßten. Hier werden Unternehmen indirekt künstlich am Leben erhalten, deren Ressourcen woanders dringender benötigt würden.

In Deutschland besitzen die reichsten 5 Prozent über die Hälfte des Vermögens – und die Politik der EZB setzt alles daran, diese Quote zu erhöhen. Das, was in dieser Hinsicht gegenwärtig in Spanien geschieht, wirkt, als hätte es sich ein durchgeknallter Gesellianer ausgedacht! Der krypto-Gesellianische Wahnsinn hat Methode! Gleichzeitig überlegen die Finanzeliten, wie sie die von ihnen erzeugte soziale Kluft langfristig überleben können.

Im Kapitalismus hat, wie Milton Friedman es einmal ausdrückte, farbig bedrucktes Papier nur deshalb einen Wert, weil alle glauben, daß es einen Wert hat! In diesem Sinne ist Geld etwas rein „Ideeles“. Entsprechend ist der Kapitalismus ein Tummelplatz der Gaukler und Betrüger und Verschwörer (die Nomenklatura), die wie die Maden im Speck der Arbeitsdemokratie leben.

Der wirkliche Wert des Geldes beruht darauf, daß es mit der dem arbeitsdemokratischen Kern der Gesellschaft verbunden ist, d.h. eine „materielle“ Grundlage hat: das Versprechen, für das das „farbig bedruckte Papier“ steht, wird tatsächlich eingelöst. Diese „Einlösung“ ist prinzipiell in zweierlei Gestalt möglich: jemand arbeitet, buchstäblich werden die Schulden „abgearbeitet“, oder der Geldschein wird gegen eine entsprechende Menge Gold eingetauscht, also etwas Materielles, was alle guten Eigenschaften des immateriellen Geldes hat. Beispielsweise, daß es gegen alles andere ausgetauscht werden kann, was bei einem beliebig anderen Gegenstand, etwa einer Banenenstaude oder einem Plastikeimer voller Würme oder einem Drehzahlmesser, nicht der Fall wäre.

Die besagte Nomenklatura versucht alles, um ihre Machtbasis, die Geldwirtschaft, von diesen materiellen und damit behindernden Grundlagen zu kappen. Die alten, vorkapitalistischen Zeiten sollen wiederhergestellt werden, in der alles auf Symbolik beruhte. Entsprechend sind die natürlichen Verbündeten der kapitalistischen Nomenklatura die rechts- und linksextremen Antikapitalisten.

In Ökonomie und Sexualökonomie wird erklärt, warum die Islamisten und die neo-feudalistischen Sozialisten die USA (den Kapitalismus) so abgrundtief hassen. Die wirtschaftlichen, politischen und sogar religiösen Gründe sind nur vorgeschoben. Um was es wirklich geht, ist das verzweifelte Festklammern an überkommenen Strukturen, die zwar unglücklich machen, aber gleichzeitig verhindern, daß die Menschen ihr Elend spüren („erleiden“) müssen.

Diese Strukturen sind vor Jahrhunderten aufgebrochen und haben in blutigen Geburtswehen dem Kapitalismus schließlich freie Bahn gelassen. Reich hat, unter dem verhängnisvollen Einfluß der Marxschen Lehre, diesen Prozeß anfangs nicht durchschaut. Als er dann in Die Massenpsychologie des Faschismus die „sexuellen Verhältnisse“ gleichberechtigt neben die wirtschaftlichen Verhältnissen zu stellen wagte, wurde er von den Marxisten geächtet. Später, im Christusmord, betonte er schließlich, daß die genitale Misere im Westen in der Bedeutung im Rang weit vor den wirtschaftlichen Sorgen steht „und in den asiatischen Gesellschaften sind sie unmittelbarer Grund und ständige Quelle von deren ökonomischem Elend“ (Christusmord, Freiburg 1978, S. 115).

Was bei der kapitalistischen Emanzipationsbewegung falsch gelaufen ist, wird ebenfalls in Ökonomie und Sexualökonomie ausgeführt: der Kern des Kapitalismus, das Geld, ist sozusagen „feudalistisch“ geblieben, d.h. es hat sich von der arbeitsdemokratischen Sphäre gelöst bzw. nie an sie Anschluß gefunden.

Seit Nixon 1971, getreu der Doktrin John Maynard Keynes’, die Golddeckung des Dollars endgültig beseitigte, ist die Fiskal- und Geldpolitik nichts anderes als staatliche Herstellung von Falschgeld, das den Organismus des Kapitalismus von innen her aushöhlt. Der Kapitalismus ist an einer Art „Krebsschrumpfungs-Biopathie“ erkrankt! Die Wirtschaft wird ständig künstlich mit „Geldschöpfung“ angekurbelt. Es fließt dermaßen viel Geld in den Markt, daß es dafür keine sinnvollen Investitionsmöglichkeiten gibt. So platzt eine „Blase“ (ein „Tumor“) nach der anderen, die Internetblase, die Imobilienblase, etc. Jetzt ist das System dermaßen instabil, die Fundamente des Geldwertes dermaßen brüchig, daß noch mehr Geld, und zwar unermeßlich viel, „geschöpft“ wird.

Der Wirtschaftswissenschaftler Guido Hülsmann führt in seinem Nachwort zu Murray Newton Rothbards Buch Das Schein-Geld-System folgendes aus:

Genau wie die nationalen Währungssysteme geschaffen wurden, um den jeweils politisch einflußreichsten Gruppen ständige Vorteile zu Lasten aller anderer Bürger zu verschaffen, so wurden bestimmte internationale Institutionen (EWS, EZB, IWF usw.) ins Leben gerufen, um diese Vorteile für die politische und administrative Kaste zu erhalten und zu festigen.

Siehe auch Roland Baaders Geld, Gold und Gottspieler.

Die entsprechenden staatskriminellen Kreise in Europa stecken z.B. hinter dem Euro. Die Nomenklatura will an die Goldreserven, so eine mögliche Wiedereinführung des Goldstandards hintertreiben und die ökonomischen Grundlagen der Arbeitsdemokratie endgültig zerstören, auf daß sie ewig für ihre Klientel Geld „schöpfen“ können.

Naiv wie unsereiner ist, frägt er sich, warum man nicht gleich auf die eine funktionierende Weltwährung zurückgreift: das Gold!

Selbst den Science Fiction-Autoren fällt kein besseres Geld ein als das fiktive Edelmetall „Latinum“ der Ferengi! Wie, um alles in der Welt, soll eine internationale (gar „interplanetare“) Wirtschaft auch anders funktionieren können!

Star Trek ist in dieser Hinsicht tatsächlich sehenswert. Wie wäre ein längerfristiger Handel zwischen unterschiedlichen Sternensystemen möglich, also Zivilisationen, die nichts miteinander verbindet außer gegenseitiges Mißtrauen und Angst? Über das Universalzahlungsmittel Gold (bzw. „Latinum“) und/oder über Arbeit! Betrug und Übervorteilung sind dergestalt so gut wie ausgeschlossen. Unruhe kommt erst ins Spiel, wenn irgendeine „dritte Macht“ auf Gewalt setzt und das Wechselspiel von Geben und Nehmen außer Kraft setzt.

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Die Funktion des Orgasmus (Teil 3)

18. Juli 2014

Jürgen Hoyer und seine Kollegen von der TU Dresden konnten bei 451 Patienten, die sich einer kognitiven Verhaltenstherapie wegen Angststörungen oder Depressionen unterzogen, die folgenden aus sexualökonomischer Sicht bedeutsamen Elemente isolieren:

  • 63,2% berichteten vor Behandlungsbeginn von sexuellen Problemen (sexuelles Desinteresse, Erektionsprobleme, Anorgasmie)
  • diese Probleme besserten sich, wenn die Verhaltenstherapie erfolgreich war
  • aber auch bei jenen, die durch die Verhaltenstherapie geheilt wurden, berichteten noch 45% von sexuellen Problemen

Für Hoyer et al., und allgemein für die Psychologie und Psychiatrie, sind sexuelle Dysfunktionen bloße Begleiterscheinungen psychischer Erkrankungen. Für Reich waren sie der Kern jeder psychischen Erkrankung. Das bedeutet jedoch nicht, wie oft fälschlich Reich in den Mund gelegt wird, daß ein sozusagen „erfolgreicher Orgasmus“ die psychisch Erkrankten heilen würde. Es ist ja gerade die orgastische Impotenz, die sie krank macht, diese geht aber auf die Panzerung zurück. Mit dem Abbau der Panzerung bessert sich deshalb auch die Orgasmusfähigkeit und damit wird den neurotischen Symptomen ihre Energiequelle abgedreht. Darauf beruht jede funktionierende Therapie. Die Erhebungen von Hoyer et al. bestätigen dies erneut:

  • psychische Erkrankungen sind überdurchschnittlich oft mit groben sexuellen Problemen verbunden – ganz abgesehen vom Mangel andauernder sexueller Erfüllung („orgastische Potenz“)
  • ist die Therapie erfolgreich, d.h. wird die Panzerung zumindest teilweise abgebaut, nehmen auch die sexuellen Probleme ab – was wiederum den langfristigen Erfolg der Therapie absichert
  • da der Abbau der Panzerung und damit die verbesserte orgasmische Abfuhr nicht Ziel, sondern nur ein mehr oder weniger zufälliges Nebenprodukt der Verhaltenstherapie ist, halten sich die Erfolge in Grenzen

Siehe auch meinen Aufsatz über Biologische Entwicklung aus orgonomischer Sicht, in dem ich in einem anderen Zusammenhang auf die Beziehung von Verhaltenstherapie und Orgasmustheorie eingehe.

Reich zufolge erfüllt die Sexualität eine grundlegende bioenergetische Funktion und würde sich deshalb in den Geschlechtern gleich äußern, gäbe es nicht die Unterdrückung der weiblichen Sexualität. (Siehe dazu auch Lucky Luke und Barbie.)

Die Vorstellung, daß die sexuelle Erregung bei beiden Geschlechtern gleich abläuft, widerspricht sowohl der modernen, mechanistischen Sexualforschung (d.h. die Erforschung der pathologischen, liebe-losen Sexualität von Homo normalis), als auch der persönlichen Erfahrung der meisten Menschen.

Tom Tiegs und Paul Perrin von der University of Florida haben gezeigt, daß junge Männer zwar tatsächlich „sexueller“ sind als junge Frauen, sich die Geschlechter in dieser Hinsicht jedoch annähern, wenn es zu einer festen Beziehung kommt. Im Schutz der Partnerschaft verliert der gesellschaftliche Druck, der auf Frauen lastet, seine Kraft.

Donatella Marazziti und ihr Forscherteam von der Universität Pisa haben herausgefunden, daß bei Liebespartnern die Testosteronwerte sich einander nähern, d.h. sie sinken beim verliebten Mann und steigen bei der verliebten Frau. Die Geschlechter gleichen also ihren Sexualhormonhaushalt an, wenn sie ineinander verliebt sind.

Das hat nichts mit sexueller Aktivität an sich zu tun, da die Mitglieder der Kontrollgruppe genauso viel Sex hatten wie die Gruppe der Verliebten. Dieser Befund beweist zwar nicht Reichs Orgasmustheorie, legt aber die Antwort für das oben erläuterte Problem nahe: Sex ist nicht gleich „Sex“.

Mittels Infrarotkameras konnten Psychologen (Irv Binik et al.) an der McGill University, Montreal etwas dingfest machen, was infolge der psychologischen Zumutungen bei anderen, durchweg invasiven Meßmethoden bisher verborgen geblieben ist: Frauen werden genauso schnell sexuell erregt wie Männer. Den Versuchspersonen wurden Ausschnitte aus Pornos, Reiseberichten und Horrorfilmen vorgespielt, während Wärmebildkameras auf ihre Genitalien gerichtet waren. Beide Geschlechter fingen innerhalb von 20 Sekunden an, erregt zu werden und erreichten innerhalb von 11 oder 12 Minuten die maximale „Genitaltemperatur“. Wie in Reichs Experimenten stimmte die physiologische Erregungskurve genau mit der subjektiven Empfindung überein.

In seinen „bio-elektrischen Experimenten“ hat Reich mit dem Problem gerungen, daß die Meßinstrumente direkt mit der Haut verbunden sein mußten und dergestalt genau das hintertrieben, was gemessen werden sollte: die lustvolle Expansion des „bio-elektrischen“ Potentials. Siehe dazu Die Funktion des Orgasmus.

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Die Funktion des Orgasmus (Teil 2)

17. Juli 2014

Bestätigung findet Reichs Orgasmustheorie in einer Studie des Urologen und Sportmediziners Dr. Frank Sommer mit 39 Leistungssportlern. (Zu Dr. Sommerer siehe auch Funktionelle Medizin.) Er stellte sich die Frage, ob Geschlechtsverkehr kurz vor dem Wettkampf die Leistung mindert oder steigert und fand heraus, daß bei Sportlern, wie Sprinter, Stabhochspringer, Weitspringer oder Kugelstoßer, wo alles auf die „Schnellkraft“ ankommt, sexuelle Aktivität zwei Stunden vor dem Wettkampf einen eher negativen Einfluß auf die Leistung hat. Da der Geschlechtsakt zu verminderter Aggressivität, innerer Ruhe und Gelassenheit und zu einer generellen Entspannung der Muskulatur führt, fehlt den Sportlern der rechte Biß.

Ganz anders sieht es bei Sportarten aus, wo es um hohe Konzentrationsfähigkeit geht. Zum Beispiel hat bei Zielsportarten (Schießen mit Bogen, Pistole oder Gewehr) sexuelle Aktivität vor dem Wettkampf positive Auswirkungen auf das Ergebnis, da die Sportler entspannter in den Wettkampf gehen und sich besser konzentrieren können.

Einer britischen Studie zufolge macht Geschlechtsverkehr vor Prüfungen lockerer und streßresistenter, andere „Sexpraktiken“ haben eine deutlich geringere Wirkung, während „Keusche“ dem Streß ungeschützt ausgesetzt sind. Der Psychologe Stuart Brody und Kollegen von der University of Paisley ließen 24 Frauen und 22 Männer zwei Wochen lang Tagebuch über ihre sexuellen Aktivitäten führen. Anschließend wurden sie Streßsituationen ausgesetzt: vor einem Auditorium reden und öffentlich Kopfrechnen. Der Orgasmus in der geschlechtlichen Umarmung hält den Blutdruck und andere Streßsymptome über mindestens eine Woche hinweg in Schach.

Besonders interessant ist jedoch, daß Brody und sein Kollege Tillmann Krüger von der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich bei der Auswertung dreier früherer Studien feststellten, daß ausschließlich regelrechter Vaginalverkehr diese Auswirkungen zeitigt. Nach einem genitalen Orgasmus war der Prolaktin-Spiegel in der Blutbahn der Versuchspersonen viermal höher als beim masturbatorischen „Orgasmus“. Das Hormon Prolaktin sei für das Gefühl von Sättigung und Befriedigung verantwortlich.

Hier die Zusammenfassung von Brodys Aufsatz Penile-vaginal intercourse is better: Evidence trumps ideology:

Es ist häufig behauptet worden, daß alle sexuellen Verhaltensweisen gleich seien. Die empirische Forschung zeigt jedoch, daß unterschiedliche sexuelle Verhaltensweisen sich in vielen physiologischen und psychologischen Bereichen unterscheiden. Diese Unterschiede treten insbesondere hinsichtlich des Vaginalverkehrs hervor, bei dem alle Anzeichen auf ein besseres physiologisches und psychologisches Funktionieren verweisen. Andere sexuelle Verhaltensweisen (Onanie, gegenseitiges Masturbatieren, Oralverkehr, Analverkehr oder jede andere Art geschlechtlicher Betätigung, bei der es zu keinem Vaginalverkehr kommt) haben entweder keine oder gelegentlich sogar negative Auswirkungen auf das physiologische und psychologische Funktionieren. Darüber hinaus zeigen neuere Forschungen, daß sich der vaginale Orgasmus physiologisch und psychologisch vom klitoralen Orgasmus unterscheidet, und daß der vaginale Orgasmus mit einer besseren psychologischen Gesundheit verbunden ist. Mehrere Beispiele anderer Forschungsergebnisse werden zusammengefaßt. Die Übereinstimmung der Ergebnisse mit physiologischen, evolutionsbiologischen und psychoanalytischen Theorien wird diskutiert. Eine ethische sexualtherapeutische Praxis, Ausbildung und Forschung verlangt nach der Beseitigung vorherrschender Vorurteile in der Sexologie.

Der „Reichianische“ Psychologe Sean Haldane hat die Ergebnisse von Brodys Forschungsarbeit aufgelistet (Pulsation, London 2014, S. 159-161). Ich fasse nun wiederum diese Liste zusammen und organisiere sie neu. Sie bestätigt Reichs Orgasmustheorie vollumfänglich!

  1. Psychische Gesundheit korreliert positiv mit Vaginalverkehr und negativ mit Onanie.
  2. Der Prolaktin-Anstieg nach dem Orgasmus infolge Vaginalverkehr ist höher als nach der Masturbation, was auf eine größere Befriedigung hinweist.
  3. Die Unfähigkeit einen Vaginalorgasmus zu erreichen, ist mit ängstlicher Anhänglichkeit und anderen Anzeichen von psychischen und Beziehungsstörungen verbunden.
  4. Bei sehr gewissenhaft vorgehenden Frauen, im Gegensatz zu „ADHS“-Schlampen, die nichts auf die Reihe kriegen, ist es wahrscheinlicher, daß sie einen Vaginalorgasmus haben.
  5. Unreife psychologische Abwehrmechanismen treten desto stärker auf, je schwächer die Rolle des Vagialverkehrs im Leben ist.
  6. Je häufiger der Vaginalverkehr, desto schlanker die Menschen bzw. desto weniger Eßstörungen.
  7. Menschen mit regelmäßigem Vaginalverkehr leiden weniger häufig an Depressionen.
  8. Frauen mit regelmäßigem Vaginalverkehr, haben weniger Probleme, die Emotionen anderer korrekt wahrzunehmen und die eigenen Emotionen auszudrücken. Je stärker die Scheidenempfindungen sind, desto stärker ist dies ausgeprägt.
  9. Glück in der Ehe ist mit Vaginalverkehr verbunden, nicht jedoch mit Onanie, wechselseitiger Masturbation, Analverkehr und „Oralsex“.
  10. Unabhängig von der Einstellung der Gesellschaft sind Homosexuelle beiderlei Geschlechts suizidgefährdeter, depressiver, greifen häufiger zu Alkohol und Drogen und leiden häufiger unter psychiatrischen Krankheiten als Heterosexuelle.
  11. Die Benutzung von Kondomen reduziert die positiven Effekte des Vaginalverkehrs.
  12. Menschen mit regelmäßigem Vaginalverkehr, aber insbesondere Frauen mit einem vaginalen Orgasmus, haben einen „flüssigeren“ Gang und ihre Muskulatur ist weniger verspannt.
  13. Regelmäßiger Vaginalverkehr führt zur Variabilität der Ruhe-Herz-Frequenz, die mit besserer Stimmung, Aufmerksamkeit, affektiver Schwingungsfähigkeit und besserem Umgang mit Streß verbunden ist.
  14. Allgemein ist eine höhere Rate von Geschlechtsverkehr mit einer höheren Lebenserwartung verbunden.
  15. Prostata- und Brustkrebs sind bei Menschen mit regelmäßigem Vaginalverkehr weniger häufig.
  16. Erkrankungen des Beckens (Entzündungen, Schmerzen, etc.) sind bei Menschen mit regelmäßigem Vaginalverkehr weniger verbreitet.
  17. Die Vagina ist bei Frauen mit Vaginalverkehr lebenslang straffer und besser durchblutet.
  18. Bei Männern, die regelmäßig Vaginalverkehr haben, vergrößert sich das Volumen des Ejakulats, die Anzahl der Spermien, deren Beweglichkeit und der prozentuale Anteil morphologisch gesunder Spermien.
  19. Bei Männern führt ein hoher Testosteronspiegel zu mehr Geschlechtsverkehr und umgekehrt führt Vaginalverkehr zu einem höheren Testosteronspiegel.

FunctionOrgasm

Die Funktion des Orgasmus (Teil 1)

16. Juli 2014

Das folgende ist eine Vertiefung von Fickende Gehirne.

Alte Sexualmoral und moderne „Esoterik“ töten, da sie die organismische Pulsation unterbinden und dadurch verhindern, daß die Gewebe, insbesondere im Beckenbereich, ständig von frischen Sekreten um- und durchspült werden. Enthaltsamkeit ist hochgradig unhygienisch. Das gilt insbesondere für Frauen, aber auch Männer sind betroffen, wie 2003 eine australische Studie über Prostatakrebs zeigte.

Ein Team unter Prof. Graham Giles vom Cancer Council Victoria verglich die Sexualpraktiken von 1079 Prostatakrebs-Patienten mit denen von 1259 gesunden Männern. Wer vom 2. bis 4. Lebensjahrzehnt öfter als fünf mal pro Woche ejakuliert, senkt diesen Ergebnissen zufolge sein Risiko für Prostatakrebs um ein Drittel. Giles geht davon aus, daß häufiges Ejakulieren den Rückstau der mit chemisch hochaktiven Substanzen überladenen und deshalb möglicherweise karzinogenen Samenflüssigkeit verhindert. Der gesundheitsfördernde Effekt häufigen Ejakulierens sei mit der Senkung des Brustkrebsrisikos durch Stillen vergleichbar.

Ein Jahr später wurde dieses Ergebnis durch eine amerikanische Studie mit mehr als 30 000 Probanden in vollem Umfang bestätigt.

Der gleiche Chemiecocktail, der Männern schadet, ist für das Wohlbefinden von Frauen unerläßlich, da das Sperma antidepressiv wirkende Hormone und Wachstumsfaktoren enthält, die von der Schleimhaut der Vagina resorbiert werden.

2002 veröffentlichte ein Team um den Psychologen Gordon Gallup (State University of New York) eine Studie an 293 College-Studentinnen, die einen Zusammenhang zwischen der Verwendung von Kondomen und der Häufigkeit von depressiven Stimmungen (und sogar Selbstmordversuchen) bei jungen Frauen nachwies. Junge Frauen, die ohne Kondom Geschlechtsverkehr hatten, litten signifikant seltener an Depressionen. Auch seltener Geschlechtsverkehr hatte negativen Einfluß auf die Stimmungslage. Die Depressionen nahmen mit längerer Enthaltsamkeit deutlich zu.

David Greening, der an der privaten Fruchtbarkeitsklinik Sydney IVF in Australien forscht, machte 2009 seine Studie zur Spermaqualität publik. Er hatte 118 Probanden mit schlechter Spermaqualität zu täglichem Geschlechtsverkehr aufgefordert. Bei 81 Prozent der Studienteilnehmer ging die Zahl der beschädigten Spermien nach sieben Tagen um 12 Prozent zurück.

Entsprechend fordert Greening Paare mit unerfülltem Kinderwunsch zu besonders häufigem Geschlechtsverkehr auf. Bezeichnenderweise rieten Fortpflanzungsmediziner bisher eher zu längerer Abstinenz, damit sich ausreichend Sperma sammelt.

Regelmäßiger Geschlechtsverkehr hat ganz allgemein eine positive Auswirkung auf das kardiovaskuläre System und die Immunabwehr. Eine sich über 10 Jahre hinziehende Langzeitstudie mit 2500 Männern zwischen 45 und 59, die von Wissenschaftlern der britischen University of Bristol und der nordirischen Queen’s University of Belfast durchgeführt wurde, zeigt, daß ein aktives Sexualleben die Gesundheit des Mannes fördert und ihn vor Schnupfen, Krebs, Schlaganfällen und vielen anderen Leiden schützt. Bei 3 bis 4 Geschlechtsakten pro Woche sinke beispielsweise das Risiko eines Herzinfarkts um die Hälfte. Zudem sei Geschlechtsverkehr ein wirksames Schmerzmittel. Beim Sex ausgeschüttete Hormone würden bei Gelenk- und Kopfschmerzen helfen. Zusätzlich stärken sie das Immunsystem, schützen vor Arterienverkalkung und Osteoporose.

Forscher von der Wilkes University in Wilkes-Barre, Pennsylvania konnten zeigen, daß Leute, die ein- oder zweimal pro Woche Geschlechtsverkehr haben, ihr Immunsystem stärken. Das ermittelten sie über die Konzentration bestimmter Antikörper im Speichel. Deutlich mehr oder aber weniger Geschlechtsverkehr reduzierte die Menge an Antikörpern.

Im Anschluß daran haben Forscher der Technischen Hochschule Zürich in einer Studie herausgefunden, daß sich regelmäßiger Geschlechtsverkehr positiv auf das Immunsystem auswirkt. Ideal sei zwei- bis dreimal pro Woche. Sowohl eine höhere als auch eine niedrigere Frequenz macht den positiven Effekt zunichte.

Weder eine ungezügelte Sexsucht noch die mancherorts propagierte Enthaltsamkeit haben sich als vorteilhaft erwiesen.

Bei den Probanden erhöhte sich unmittelbar nach dem Orgasmus die Konzentration von „Killerzellen“ im Blut auf das Doppelte.

Die Auswirkung auf das Immunsystem konnte bisher aber nur bei Männern nachgewiesen werden.

1976 hat eine Studie an israelischen Frauen zwischen 40 und 60 den Zusammenhang zwischen Frigidität und Herzerkrankungen beleuchtet. Dazu wurden 100 Frauen, die wegen einem Herzinfarkt ins Krankenhaus eingeliefert worden waren, über ihr Sexualleben befragt und das mit einer Kontrollgruppe von 100 Frauen verglichen, die aus anderen Gründen im Krankenhaus lagen. Frigidität und sexuelle Frustration (vor allem wegen Ejaculatio praecox oder Impotenz des Ehemannes) fanden sich bei 65% der Herzpatienten, aber nur bei 24% der Kontrollgruppe. Außerdem hatten die Wechseljahre bei den Herzpatienten früher eingesetzt.

Ein reges Geschlechtsleben sorgt für ein längeres Leben. So meint der amerikanische Forscher Michael Roizen, daß ein Mann, der 350 Orgasmen pro Jahr hat, etwa vier Jahre länger lebt und sich dabei acht Jahre jünger fühlt, als der durchschnittliche Geschlechtsgenosse, der nur 81 Orgasmen hat. 700 (sic!) Orgasmen würden die Lebenszeit sogar um acht Jahre verlängern.

Der Neuropsychologe David Weeks vom Royal Edinburgh Hospital in Schottland kam nach der Untersuchung von 3500 Personen zu dem Ergebnis, daß regelmäßiger Geschlechtsverkehr, d.h. mindestens dreimal pro Woche, die Menschen um durchschnittlich 10 Jahre jünger aussehen läßt. Er führt das auf die Aktivierung des Wachstumshorms Somatotropin zurück, das das Bindegewebe verjüngt. Der Effekt ist desto größer, je mehr die Menschen im Geschlechtsleben auch emotional befriedigt sind.

Und immer so weiter, Studie auf Studie… Beispielsweise könnte man ausführen, daß nach dem Orgasmus bei den Partnern das Glückshormon Oxytocin ausgeschüttet wird und zu einer wohligen Entspannung und erholsamem Schlaf führt. Die ausgeschütteten Endorphine wirken wie ein Schmerzmittel, sorgen Depressionen und Angststörungen vor und verhindern Fettsucht, weil sie Freßattacken verhindern.

Tatsächlich kann man an der Adipositas den zentralen Punkt festmachen: die überschüssige Orgonenergie, die nicht über den Orgasmus abgeführt wird („Befriedigung“), wird in jedem Fall anders reguliert – mit verheerenden Folgen. Kirsi Pietiläinen von der Universität Helsinki und ihre Kollegen haben festgestellt, daß Übergewicht zu einer Beeinträchtigung der Zellkraftwerke, den Mitochondrien führt: der Körper verliert an Energie.

Dadurch werden Nahrungsfette und andere Nährstoffe sehr viel weniger effizient verbrannt (…). Gleichzeitig entstehen größere Mengen an ungesunden Nebenprodukten – ähnlich wie bei einem schlecht laufenden Automotor, der zu viele Abgase produziert. Die Folgen sind die typischen gesundheitlichen Probleme bei Übergewicht, wie etwa eine Fettleber, hohe Entzündungswerte und Störungen im Zuckerstoffwechsel.

geschlechtsreife

Orgontherapie (Teil I: Die psychosomatische Beziehung) (Teil 2)

15. Juli 2014

DIE ZEITSCHRIFT FÜR ORGONOMIE

Charles Konia: Orgontherapie (Teil I: Die psychosomatische Beziehung) (Teil 2)

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